GjchenerZamilienbliilter Unterhaltungsbeilage zum Giehener Anzeiger Hrettag, den 3. Zebruar Nummer 10 Jahrgang 1939 Der kerzelmacher von Sankt Stephan lkln heiterer Liebesroman von Alfons o. LZibulka dopyrlgfjt by I. G. ilotta'sche Buchhandlung Nachfolger, Stuttgart 20. Fortsetzung. Auch am andern Tage, als ein Hoflakei erschien und meldete, daß Ihre Majestät die Baronin am nächsten Vormittag um elf erwarte, konnte sie nicht daran denken, aufzustehen. Sie wollte sich entschuldigen lassen. Die Affäre mit diesem Mädel erschien ihr setzt selbst als Baga- tetle. Aber die Grand'mere wollte davon nichts wissen. Sie erklärte, sie werde an Marte-Luisens Stelle zur Kaiserin gehen. Sie war Optimistin aus Ueberzeugung. Sie konnte nicht finden, dah das Leben ein Jammer- :al fei. Ihr hatte sich schließlich alles zum Guten gewendet. Das würde petzt auch nicht anders sein. Der Christi würde schon wieder gesund werden! Aber eben deshalb mußte die Geschichte mit der Lebzelterin in Ordnung gebracht werden. So oder sol Weiß Gott als welchen Satan Marie-Luise der Kaiserin das Mädel geschildert hatte. Es war wohl besser, wenn Grand'mere bei der Audienz assistierte. Wie hantig die Kaiserin werden konnte, wußte man sal Als die Grand'mere vor zwei Jahren zum letzten Male in Audienz gewesen war, war ihr der Hofknicks noch gelungen. Diesmal aber wollten die Knie nicht mehr. Auf ihren Stock gestützt, stand sie an der hwhen, weißen Türe im Arbeitskabinett der Kaiserin, machte eine hils- lefe, bedauernde Handbewegung und entschuldigte ihr Unverinögen mit einem liebenswürdig-verlegenen Lächeln. Maria Theresia erhob sich, sagte erfreut: „Die Grand'mere", ging ruf sie zu, nahm die Greisin an der Hand und führte sie zu einem Iwhen, gepolsterten Stuhl neben ihrem Schreibtisch: „Das ist aber schön, !>ah Sie kommt. Wir haben uns eine ganze Ewigkeit nicht gesehen." Sie warf einen Blick nach der Uhr: „Aber wo bleibt Ihre Schwieger- ivchter? Für Viertel nach elf hab ich die Brand bestellt." Die alte Baronin berichtete. Maria Theresia streichelte tröstend ihre Hand: „Was, der Ravenau ist gefangen und wieder verwundet? Davon wußte ich ja gar nichts. Hoffentlich ist es nicht so schlimm, wie es russieht." Die Baronin lächelte: „Unkraut verdirbt nicht, Majestät." „Eine Optimistin war Sie schon immer, Grand'mere. Doch mit dem Unkraut hat Sie schon recht bei Ihrem Herrn Enkel. Ist sonst ein braver Offizier und wird's zu was bringen. Aber diese Dummheit mit der Orand geht mir schon recht contre coeur ... Schad, daß er bei der Heinen Hartenberg zu spät gekommen ist!" Die alte Rabenau machte verwunderte Augen. Mit der Hartenberg oac es also nichts. Die Chancen der Wachszieherin stiegen entschieden. Sie fragte: „Zu spät, Jhro Majestät?" „Ja, leider. Sie weiß doch, Grand'mdre, daß ich eine Mariage wischen der Komtesse und Ihrem Enkel gern gesehen hätte. Ich habe Jogar ein bißchen Vorsehung spielen und den Herrn Leutnant für ein paar Wochen ins Quartier nach Jaunitz legen wollen. Auch der Komtesse labe ich geschrieben und ihr geraten, gleich von allem Anfang an recht iieb mit ihm zu fein. Aber die Preußen machten mir einen Strich durch He Rechnung. Rabenau kam nicht nach Jaunitz, und fogar die Briefe I ngen sie ab. Und jetzt schreibt mir ihr Vater, daß sie plötzlich einen Uten polnischen Grasen geheiratet habe. Muß Hals über Kopf gegangen (ein. Denn als mir die Komtesse nach dem Fasching Adieu sagte, war ivn jo rascher Beendigung ihres jungfräulichen Standes nicht hie Siebe ..." Kleine Frivolitäten liebte die Grand'mere. Sie zwinkerte mit den luftigen Aeuglein und sagte: „Vielleicht war's umgekehrt, und der so Mtzlich verlorene Jungfernstand nicht die Folge, sondern die Ursache der Mariage." Maria Theresia stutzte: „Ra, sei Sie so gut! ... Aber jetzt sag Sie nir, Grand'mere, was macht Ihr Herr Enkel für Geschichten?" „Die Kleine ist halt bildhübsch und allerliebst, Majestät." „Ich weiß. Aber kennt Sie sie denn?" „Ich hab sie mir angeschaut." Die Kaiserin drohte lächelnd mit dem Finger: „Für alle Fälle. Wie? ... Na, und zu welchem Ergebnis ist Sie gekommen?" „Daß ich sie, wenn ich ein Mannsbild wäre, vom Fleck weg heiraten tat." „Aber Grand'mere!" Die Uhr auf dem 'Schreibtisch schlug. Der Kämmerer vom Dienst trat ein und meldete: „Der Brand, Jhro Majestät!" „D i e Brand meint Er wohl, mein Lieber ..." „Ich bitte untertänlgst um Vergebung, Jhro Majestät: d e r Brand!" Die Kaiserin runzelte die Stirn. Das Frauenzimmer hatte wohl Angst bekommen. Oder hatte es ein schlechtes Gewissen. „Führ Er ihn herein!" Die alte Rabenau erhob sich mühsam. Sie wollte gehen. Daß das Mädel nicht selber kam, gefiel ihr nicht. Maria Theresia drückte sie sanft in den Stuhl zurück: „Es ist mir lieb, wenn Sie bleibt, Grand'mere. Damit Sie selber sieht." Sie setzt sich wieder an den Schreibtisch: „Wenn das Frauenzimmer kein schlechtes Gewissen hätt, täte es wohl nicht den Vater schicken." Ein Geräusch war zu hören. In tiefer Verneigung stand Aloistus Brand an der Türe. Die Kaiserin dankte ihm nicht. Sie wandte nur den Kopf und sagte herrisch: „Ich hab doch Seine Tochter befohlen und nicht Ihn!" Der Wachsziehermeister sah auf, krümmte wieder den Buckel und sagte demütig, leise: ,Lhro Majestät, ich komme selbst, weil ..." ■ „Red Er lauter! Also was ist? .. Tret Er näher!" Brand stand jetzt neben dem Schreibtisch der Monarchin, vor dem Lehnsessel, in dem die alte Rabenau sah. „Halten zu Gnaden, Jhro Majestät, meine Tochter ..." Er stockte. Maria Theresia sah, daß feine Knie zitterten und ihm der Schweiß von der Stirne rann. Sie fragte fünfter: „Was ist mit Seiner Tochter? Ist sie krank?" „Nein, Jhro Majestät ... verschwunden." Die Stimme versagte ihm. Die Baronin in ihrem Lehnstuhl hob den Kopf. Die Kaiserin lehnte sich zurück und fragte erstaunt: „Verschwunden? Na hör Er — Seit wann?" „Seit heute früh ..." Er fuhr sich mit dem Tuch über die Augen. „Seit heute früh? — Dann kann Er sich seine Sorgen sparen ... Dann kommt sie schon wieder. Sie hat nur Angst vor mir gehabt. Tut auch gut daran. Hab ihr schon lang den Kopf waschen wollen ... Aber ich seh, Er will was sagen ... Na, so red Er schon!" Brand dienerte: „Halten zu Gnaden, Eure Majestät, es ist nicht wegen der Audienz. Wie wir heute früh meine Tochter im ganzen Haus gesucht haben, hab ich's erst auch geglaubt. Aber dann hab ich den Brief gefunden, den sie zurückgelassen hat, und daraus gesehen, daß es wegen der Audienz nicht sein kann ..Tränen standen in seinen Augen. Die Stimme der Kaiserin klang milder: „Ja, weshalb denn? ... Schreibt sie wenigstens, wohin sie ist?" Der Wachszieher zögerte. Dann sagte er leise: „Ja, Jhro Majestät ... zur preußischen Armee." Er wußte ja nicht: vielleicht war das schon Hochverrat. Die Kaiserin fuhr auf: ,Zst jetzt Er närrisch oder sie? — Zur preußischen Armee?" Brand krümmte den Buckel und hob ratlos die Hände: „Zum Herzog von Braunschweig, hat sie geschrieben." Maria Theresia schüttelte den Kopf: „Kann mir nicht vorstellen, was Seine Tochter von den Preußen will ..." Ein kurzes, fröhliches Lachen war zu hören. Cs war gegen alle Etikette. Aber Grand'mdre durfte sich schon etwas erlauben. Die Kaiserin sah sie fragend an. Die alte Rabenau wiegte vergnügt den kleinen Greisinnenkopf: „Ich schon. Majestät!" Für einen Augenblick zuckte ein Schmunzeln über das Antlitz der Monarchin Sie hatte verstanden. Sie wandte sich wieder an den Wachsziehermeister: „Eine unternehmende Tochter hat Er. Das muß man Ihm lassen ... Er kann sich also nicht denken, warum Seine Tochter zu den Preußen ist?" Brand verneinte betrübt. „Auch nicht, wenn ich Seinem Gedächtnis nachhelf und Ihn an den Leutnant von Rabenau erinnere?" Erst erschrak der Kerzelmacher. Hatte also auch schon die Kaiserin von der Geschichte gehört? Aber dann lächelte er trotz seines Kummers: „Da können Majestät ohne Sorge sein. Wegen der Dummheit hab ich ihr schon längst den Kopf zurechtgesetzt." Die Kaiserin warf einen Blick auf die Grand'möre, dann sah sie wieder Brand an: „Fragt sich nur, ob’s auch was genutzt hat, mein Lieber!" Dieser Zweifel an seiner väterlichen Gewalt schien ihn zu kränken. Er sagte mit Ueberzeugung: „Doch, Jhro Majestät! Meine Tochter heiratet den Sohn vorn Nußdorfer Weinhändler Kirndorfer und damit punktum!" Maria Theresia unterdrückte vergeblich ein Lächeln. „Und damit punktum" pflegt in diesem Raume nur sie zu lagen. Sie lachte: „Noch ein Heiratskandidat? Ihr scheint mir ja eine komplizierte Familie zu sein. Aber hält Er noch viel von Seinem .Punktum', wenn ich Ihm sag, daß der Leutnant von Rabenau blessiert und von den Preußen gefangen ist?" Brand begriff nicht gleich. Doch dann starrte er entsetzt die Kallerin an. An diese'Möglichkeit hatte er bisher nicht gedacht. Er hob beschwörend die Hände: „Das kann nicht sein, Jhro Majestät!" „Es ist nicht anders. Tut mir leib, daß ich Ihm das sagen muß!" entgegen. Dieser in Dutzend Pandit 61 .Ich will Ihnen oder nicht zur Last । tertaj ffloniKri «ntn fi L liDnben i •'ifltn |d)i lifflwi pd Wusltfjrt prörtoml ■ Mber Witten 'M beit, Mer ur W hibi M. & !»iti *, an J nrU( L* • | < f >||„j *11 pe n J1' M e, ®N w nöt ßt”81 M bet Ni die W-il t ‘''N j ph tag w li - Jlnd; L** ?« h daß Ich wüßte. Aber ich denke. Leskow, wir bringen deinen $e,2)"r kleine 'Leutnani^tat entsetzt: „Zum Feldscher? Nicht ii-ber meine Leiche! Wir Preußen sind doch keine Mörder... über verpslastern müßen wir ihn wohl lassen. Was meint der fiert Vetter?" Rabenau nickte nur. Es war ihm plötzlich wieder IA»°rz vor den Augen. Der Blutverlust hatte ihn nun doch geschwächt. Die bewen Ossi- »iere hülfen ihm aus dem Sattel, nahmen ihn unterm Arm. führten ihn aeaen ei« langgestrecktes, abseits gelegenes Zelt. Rabenau ging schwer, er chwankte ein wenig. Leskow sah ihn an und lachte: „Das kommt davon, wenn man mir ein Schießeisen ober eine Plempe gibt. Schon mein alter Herr hat immer gesagt... Junge, hot er gesagt, dir kann man ne« Besenstiel in die Hand geben, und du richtest ein Unheil an... Zwei Stunden war Rabenau beim Feldscher gelegen. Dann stand er auf Der Wein, den der kleine Leskow ihm gebracht, hatte ihm gut getan. Er fühlte sich wohler. Leutnant von Leskow führte ihn zur Eskadron. Der Chef mußte ja inzwischen zurück sein. Der Rittmeister saß auf einer Kiste vor seinem Zelte, hatte den Kolpak neben sich liegen und sonnte sich. Als er den Leutnant mit einem kaiserlichen Offizier bemerkte, erhob er sich, ging den beiden entgegen. Dieser Leskow war doch ein Teufelskerl! Erst gestern hatte er ein Dutzend Panduren des Generals Laudon eingebracht. Der kleine Leutnant meldete. Der Rittmeister wandte den Kops, stutzte und sah Rabenau aufmerksam an. Er schien sich zu besinnen: Irgendwo habe ich Sie doch schon gesehen ..." Der Oesterreicher schmunzelte: „Kommt mir auch so vor. Leskow wunderte sich. Sein Chef war doch sonst ein höflicher Mann. Der kleine Leutnant war erstaunt, daß er dem Gefangenen die Anrede Sie durchsurteten die March, trabten über Felder und Neck« uvei- nupr..n die Wiener Heer,»raße. ritten an einen« gcogei« ^or>e vocoei, vor dem Fuhrwerk und Pulverkarren standen, und zogen über eine Hrtt- ,v mäüia {teilen Hang hinaus. Ferne im Norden sah man jetzt Olmütz Dumpfer Geschützdonner rollte. Manchmal flog über ben Mauern bU"w<°nU teMwÄ D-, »°uch der ^Kochfeuer kräuselte sich. Unbekanntes Bataillonsgeschütz stand aus- Gerichte?r ben i OfP1 en tz oer, et IhlDOli, n alte n neu Ich dachte nicht an Schlamm und Grund, An Scherben, Frosch und Molch, Nicht an den bösen Schwedendolch Und den rrsäusten Hund. Ich dachte nicht ans Bauernkind, Das, spielend, jäh ertrank Und tief ins schwarze Wasser sank An einem Tag voll Wind. Ich freute mich am schönen Schwung, Der meinem Fuß gelang Und was von unten sang und klang, Klang wie Verzauberung. preußische Erziehung. Von Friedrich dem Großen. and tt getan fobron Mann Weck , slO gcnbw fiel):1 taffer Liefet d Pw m# en. X hat! le fei"! lüfj «tt! tfo le® Pf Bar m bi i Der große König ist als geistvoller Schriftsteller und Darsteller seines Lebens und feiner Zeit immer noch viel zu wenig bekannt. Dr. Henrik Becker hat in einem im Bernhard Sporn Verlag erschienenen, reich illustrierten Buche „Fridrich" aus den Werken, Briefen und Staatsakten einen ungemein fesselnden Lebensbericht des Königs zufammengestellt und so ein eigenartiges Meinoirenwerk geschaffen, aus dem wir den folgenden Ausschnitt bringen: •ß-e Erziehung des jungen Adels ist in ganz Europa angreifbar. In itjen Lande erhält er die erste Färbung im Elternhaus, die zweite if ben Akademien und Hochschulen, die dritte, die gibt er sich selbst, itil inan ihm zu früh Freiheit läßt und das ist die schlimmste. 3m liieÄjaufe schadet die blinde Liebe der Eltern der nötigen Kinderzucht. Horners die Mütter herrschen, das sei nebenbei bemerkt, recht eigen* tidjig über ihre Männer, als einzigen Erziehungsgrundfaß aber »nun sie eine Nachsicht ohne Grenzen. Die Kinder läßt man in den Ihlen von Dienstboten, die ihnen schöntun und sie verderben, da sie Itter schädliche Grundsätze eintrichtern, die nur zu gut Wurzel fassen, |M sich in so zarten Geistern die Eindrücke tief Niederschlagen. Der (ins ehrer, den man für sie aussucht, ist meist ein Prüfling fürs jmamt ober ein Anwärter auf die Richterlaufbahn, eine Sorte Leute, "Zill filber weit mehr eine tüchtige Sittenzuckt brauchten. Unter diesen gelitten Meistern lernt der junge Telemach seinen Katechismus, Latein ut;.6 bestenfalls etwas Erdkunde, dazu französisch aus dem Gebrauch. Siele: und Mutter sind mit dem Meisterwerk, das sie in die Welt ge- «£itjitt'fct| laben, sehr zufrieden und niemand wagt ihm dreinzureden aus itel diiFstM, der Kummer könnte die Gesundheit dieses Phönix unterwühlen, «gfyjei Bit 10 oder 12 Jahren schickt man den jungen Herrn aus die Aka- ? ftojlibeMiit an denen hier kein Mangel ist. Es gibt mehrere, so die Joachima, dlichqik neue Adelsakademie zu Berlin, die vom Dom in Brandenburg und uujltbiibwm Kloster in Magdeburg: sie sind von geschickten Lehrern geführt. Diei - inzige Vorwurf, den man ihnen machen könnte, ist vielleicht der. L disbotß s e nur das Gedächtnis der Schüler füllen wollen, diese aber nicht tiaitjltEbftänbiges Denken gewöhnen, daß man das Urteil nicht zeitig ÜÖt tmd daß man versäumt, das Gemüt zu begeistern und ihm edle 01l!ttni6 kttiche Gedanken nahezubringen. nt ilM icntm hat der junge Mann die Schwelle der Akademie verlassen, da «r alles Gelernte. Denn er hat dies nur ausgenommen, um sein 8 «utlauswendig dem Erzieher vorzuleiern, und wo er dies nicht nötig hat, sind bald die Spuren seines Wissens durch neue Ge- "•^ LbeMei verdrängt oder durch Vergessen ausgelöscht. Diese Zeitvergeudung Schulen schreibe ich mehr Fehlern der Erziehung als dem Leicht- ' er Jugend zu. Warum macht man dem Schüler nicht begreiflich, •er nsOoM liie Last, die ihm fleißiges Lernen aufzwingt, einmal sein größter btt ‘.Sijliten wird? Warum übt man nicht sein Urteil, nicht indem mar ihm en, ®y'rditift6i Denkgrundsätze einlernt, sondern ihn selbst nachdenken läßt? Das ßoftt*1' »ilin bas Mittel, ihm begreiflich zu machen, wie nützlich es für ihn ist, liß Oats G elernte nicht gleich wieder zu vergessen. tiitniw Beendigung der Akademie schicken die Väter chre Kinder auf fltüb® biiü Hochschulen oder stecken sie ins Heer oder lassen sie sich um Ver- lteigsschulen bewerben oder verbannen sie auf ihre Güter. , «r®- $i Hochschulen von Halle und Frankfurt a. d Oder sind die Stätten, Wil) ji‘ ihre Ausbildung finden. Sie bestehen aus so guten Lehrern, wie die Zeit sie bietet Man bemerkt indessen mit Bedauern, daß der Betrieb der griechischen und lateinischen Sprache gegen früher zurück» geht. Die guten Deutschen scheinen die tiefe Gelehr|amkeit, die sie einst besaßen, satt zu haben und gegenwärtig mit möglichst wenig Muhe berühmt werden zu wollen. Sie haben das Vorbild eines Nachbarvolkes, das sich damit begnügt, liebenswert zu fein, und so werden fit alsbald oberflächlich. Das Leben der Hochschüler war früher ein Gegenstand öffentlichen Aergernisses. Die Jugend lernte alles, was sie niemals zu erfahren brauchte, und erfuhr nie, was ihr zu wissen nottat. Der Mißbrauch dieser Ausschweifungen ging soweit, daß es Tote gab. Das erweckte die Regierung aus ihrem Trägheitsschlaf und sie war aufgeklärt genug, die Ungebundenheit einzufchränken und die Einrichtung wieder ihren Zwecken zuzusühren. Seitdem können die Väter ihre Sohne zur Hochschule mit dem berechtigten Vertrauen schicken, daß sie dort etwas lernen, und ohne die Sorge, daß sie sittlich verkommen. Dieser Mißbrauch ist beseitigt, aber andere erwarteten nicht minder die starke Hand. Die Selbstsucht und Trägheit der Hochschullehrer verhindern eine so durchgreifende Ausbildung als wünschenswert wäre. Diese begnügen sich damit, ihre Amtspflichten im geringsten möglichen Ausmaße zu erfüllen: sie halten ihre Vorlesungen und damit ist Schluß. Wenn die Hochschüler von ihnen besondere Kurse verlangen, |o bekommen sie diese nur zu haarsträubenden Preisen. So können die weniger Bemittelten eine öffentliche Einrichtung nicht ausnützen, die dazu da ist, alle zu belehren und zu bilden, die besondere Bedürfnisse hinziehen. Ein anderer Fehler: die jungen Leute verfassen chre Reden, Prüfungsarbeiten und Aussprache», niemals selbst, vielmehr besorgt dies der Einpauker. Ein Hochschüler mit gutem Gedächtnis, oft aber ohne andere Gaben, kann für etwas Geld gute Erfolge einheirnsen. Uebrigens ist die höhere Mathematik in Deutschland nicht so gut gepflegt wie in den anderen Ländern Europas. Man behauptet, daß die Deutschen keinen mathematischen Kopf haben, was sicher falsch ist. Die Namen Lelbnitz und Kopernikus beweisen das Gegenteil. Mir scheint der Grund vielmehr darin zu liegen, daß es diesem Wissenszweige an Ermutigung fehlt und besonders an Hochschullehrern, die ihn gut genug vortragen. Doch kehre ich zu dem Teil der adligen Jugend zurück, den wir beim Verlassen der Akademien und Hochschulen gesehen haben. In diesem Augenblick bestimmen die Eltern nochmals über den Lebensweg der Söhne. Meist entscheidet der Zufall ihre Wahl. Die meisten der jungen Herren fürchten den Soldatenstand, well er in diesem Lande eine wahre Sittenschule ist. Man läßt den jungen Offizieren nichts durchgehen, man zwingt sie, sich anständig, ordentlich und gemessen zu führen, sie werden scharf überwacht und haben schonungslose Beobachter über sich. Wenn sie unverbesserlich sind, zwingt man sie ohne Rücksicht auf ihre Förderer, den Abschied zu nehmen, und dann ist es mit Achtung und Rücksicht für immer vorbei. Das paßt ihnen gar nicht, denn sie wollen lieber unter dem Schatten eines großen Namens sich den Launen ihrer Einfälle ober den Ausschweifungen ihrer Sitten hingeben. Daher kommt es, daß nur wenige Söhne der ersten Häuser im Heere dienen. Das Kadettenhaus stellt auch fein Teil der Offiziere. Diese Nachwuchsschule ist einem hochverdienten Offizier (Buddenbrock) anvertraut, dem es das Glück feines Lebens bedeutet, die Jugend heranzubilden, deren Erziehung er leitet, deren Geister er erhebt denen er die sittlichen Gcundlehren bietet und die er dem Vaterlande nützlich zu machen suche Diese Anstatt ist für den armen Adel bestimmt: die ersten Familien schicken ihre Kinder nicht dorthin. Wenn der Vater seinen Sohn in die Verwaltung oder den Reichsdienst einschlagen läßt, verliert er ihn aus den Augen; er ist ganz sich selbst überlassen, und der Zufall bestimmt, was aus ihm wird. Oft fetzt man auch den Erben nach dem Verlassen der Hochschule anf seine Ländereien, wo ihm alles so gut wie unnütz wird, was er allenfalls gelernt hat. Nun komme ich zum weiblichen Geschlecht, das so erstaunlich bat andere beeinflußt. Man unterscheidet hier Frauen eines gewissen Alters dank ihrer überlegenen Billtung von denen, die eben erst in die große Gesellschaft eingeführt sind. Die ersteren haben Kenntnisse und sind an- genehm geistreich mit einer stets anständigen Fröhlichkeit. Der Gegensatz ist auffällig. Es gab früher einige begabte Frauen, die Mädchen guter Abkunft in ihr Heim nahmen. Jedermann schickte mit Eifer seine Töchter hin. In solchen Anstalten sind die Damen, die einem so angenehm auffallen, erzogen worden. Diese Schulen sind mit dem Tod ihrer Gründerinnen eingegangen und niemand hat sie ersetzt. So ist jeder gezwungen, seine Töchter im Haus zu erziehen. Meist aber folgt mau anfechtbaren Erziehungsweisen. Man gibt sich keine Mühe, den Geist der Mädchen zu bilden, man läßt sie ohne Kenntnisse, ja ohne Gefühle für Sitte und Ehre auswachsen. Gewöhnlich geht die Erziehung nur um äußere Reize, auf Haltung und Kleidung, dazu ein Dunst von Musik, die Belehrung durch einige Bühnenstücke und einige Romane, Tanz, Spiel und damit habt ihr ein Handbuch der weiblichen Kenntnisse. Die schlechte Lebensweise der Frauen kommt weniger aus ihrer heißen Veranlagung als aus ihrem müßigen Leben. Zwei drei Stunden vor dem Spiegel, um seine Reize zu betrachten, zu verfeinern, zu bewundern, ein Nachmittag mit Klatschereien, dann Schauspiel, am Abend Spiel, dann Nachtmahl und nochmals Spiel, wo solle man da Zeit finden, bei sich Einkehr zu halten, und wie sollte auch nicht die Langeweile dieses weichen und faulen Lebens zu anderen Vergnügungen locken, fei es nur der Abwechslung halber und um neue Reizungen zu erleben? Ich gestehe, daß ich mich oft darüber erzürne, daß man in Europa die eine Hälfte der Menschheit so verachtet, bis zur Vernachlässigung von allem, was ihre Vernunft bilden könnte. Wir sehen so viele Frauen, die es den Männern in Nichts nachgeben. Unsere Zeit hat große Fürstinnen, die ihren männlichen Vorgängern weit überlegen waren, sie hat ... doch ich will sie nicht nennen, um ihnen nicht zu mißfallen, indem ich ihre Bescheidenheit kränke, die ihre sittlichen und geistigen Vorzüge front. Mit einer etwas mannst Heren und kraftvolleren Erziehung würde dieses Geschlecht das unsere übertreffen Es hat den Zauder der Schönheit. Ist diesem der Zauber des Geistes nicht vor- J Kommen wir zum Schluß: die Gesellschaft kann nicht ohne die gesetzliche Ehe bestehen, die sie fortpflanzt und ewig macht. Man muß die jungen Psianzen, die man zu Trägern der Nachkommenschcht heranbildet, so pflegen, daß das männliche roie das weibliche Wesen die Pflichten von Familienhäuptern gleich gut erfüllen können Vernunft, Geist Gaben, Sittlichkeit und Anstand dienen alle gleichermaßen der Erziehung zur Grundlage, damit die die sie empfangen haben sie denen weitergeben können, denen sie das Leben geben tperben. Mich empört, daß man sich in diesem rauhen Lande so bemüht. Ananas, Bananen und andere südländische Pflanzen roeiterrubringen, und sich so wenig Mühe für die Menschen gibt Man mag sagen was man will, aber ein Mensch ist mehr wert als alle Ananas der Welt Die Menschenpflanze muß man pflegen, sie verdient unsere Sorgen und unsere Mühe, denn sie ist die Zier und der Ruhm des Vaterlandes. Zimmerspruch. Von Ludwig Uhland. Das neue Haus ist aufgericht't. Gedeckt, gemauert ist es nicht, Noch können Regen und Sonnenschein Bon oben und überall herein: Drum rufen wir zum Meister der Welt, Er wolle von dem Himmelszelt Nur Heil und Segen gießen aus Hier über dieses offne Haus. Zuoberst rootl' er gut «Gedeihn In die Kornböden uns verleihn. In die Stube Fleiß und Frömmigkeit, In die Küche Maß und Reinlichkeit, In den Stall Gesundheit allermeist, In den Keller dem Wein einen guten Geist; Die Fenster und Pforten mott' er weihn, Daß nichts Unselig'- komm' herein. Und daß aus dieser neuen Tür Bald fromme Kindlein springen für. Nun, Maurer, decket und mauert aus! Der Segen Gottes ist im Haus. Der letzte Groschen. Von Hans Breiteneichner. Er hatte seine Hotelrechnung bezahlt und dabei einige Münzen zurückerhalten. Es war nicht schwer, mit einem einzigen Blick sestzu- ftetten, daß der Betrag in Ordnung ging, und sicher wäre es ein Leichtes gewesen mit einem einzigen ©riff das Geld einzustreichen. Trotzdem nahm Henning jede einzelne Münze mit seinen gepflegten, schmalen Händen wie etwas Kostbares auf, ja es schien sogar, als vollführe er damit eine besondere Handlung. „Haben Sie noch niemals gesehen, wie jemand Geld nimmt? fragte er nicht ohne leichten Spott. „Tausendmal und noch öfter. Aber daran liegt es ja gerade. Stets griffen die Hände, die ich sah, in mechanisch achtlosen Bewegungen nach dem Geld. Sie hingegen, Herr Henning, obwohl für Sie als Bankier die Beschäftigung mit Geld noch weit alltäglicher ist, als für andere Menschen, überraschen mich in dieser Hinsicht." Einen Augenblick lang zögerte Henning, bevor er antwortete. „Gerade deshalb, weil ich seit dreißig Jahren immer nur mit Geld zu tun habe, kann ich nicht wie ein anderer achtlos danach greifen." Er lächelte bedeutungsvoll. „Ich habe noch ein wenig Zeit. Wollen wir uns dort an jenen Tisch setzen?" Bisher hatte Henning noch mtt keinem einzigen Wort von seinem Beruf gesprochen. Offen gestanden, und nun hatte ich sogar Angst, er würde mich langweilen. Er war sehr reich und galt als Spezialist für Währungsfragen, Er hatte schmale, fast blutleere Sippen und eine sehr hohe Stirn. Man betrachtete ihn als eine Art lebende Rechenmaschine. „Es ist ein großer Irrtum, anzunehmen, Geld sei nur eine leblose Sache, wie man im allgemeinen leblose Dinge zu bezeichnen pflegt'', erklärte er. „Man vergißt, daß der Mensch alles, was in feinem Lebenskreis liegt, in besondere Beziehungen zu sich bringt und toten Gegenständen daraus manchmal sogar ein eigenes Beben, selbständige Wirkungen zu verleihen vermag. So ist es auch mit dem Geld " Henning hielt noch ein Fünsmarkstück in der Hand, das er nun auf den Tisch legte. „Ein Beweis für meine Worte: dieses Geldstück. Sein Wert, oder sagen wir besser, seine Kaufkraft bleibt die gleiche, ob ich ober ein anderer es benützen. Aber nehmen wir an, irgend jemand, der, vollkommen mittellos, sich entschließt, ein neues Leben zu beginnen, hält dieses Fünfmarkstück der Hand. Hat dann diese Münze nicht eine ganz andere, ungeheuer^ Kraft, ist sie in diesem Fall nicht eine vollkommen andere, als wenn Sie oder ich sie besitzen. Umgekehrt, stellen wir uns vor, ein Reicher hätte sein ganzes Gelb verschwendet ober am Spieltisch verloren, und nur noch diese einzige Münze ist ihm geblieben. achtete mich, wie ich La!" sagte ich. „Nu deov y an ,roen* Pfennigstück. „ ... Hätte ich diesen Groschen eine Stunde früher entdeckt, ich mut« vielleicht ein Stück Brot dafür gekauft haben, so aber verzichtete ich daraus. Ich stand am Kai, ein kleiner Junge, ungefähr neun Jahre alt ' '') in den Taschen wühlte. „yar tagte tcy. „mirnm! Der Groschen gehört dir!" Der Junge faßte nach meiner Hand, und schon wollte er davon- laufen, wahrscheinlich zum nächsten Krämer, um sich eine Leckerei zi »'•regte Bewegungen gemacht, bis ich dann darauf kam, es wäre (lüget in einer längeren Rast neue Kräfte zu sammeln. Während ich nun langgestreckt im Boot lag, dachte ich daran, da! ich, falls auch der neue Versuch sich wenig erfolgreich anlassen würde den Sack einfach um einige Steine erleichtern konnte. Zehn Minuten mochten vergangen sein, feit ich im Boot lag, all ich plötzlich durch laute Geräusche aufgeschreckt wurde. Ein Polizeikutter kam auf mich zu, die Beamten, noch ehe ich si fragen konnte, was sie von mir wollten, faßten mich ziemlich rauf) ® und erklärten dann, ich würde so lange unter ihrer Obhut bleiben, bi: ich meinen Entschluß, mir das Leben zu nehmen, auf gegeben hätte. Nun, schon einen Tag daraus sah ich die Welt wieder mit gan| anderen Augen, mein Vater hatte durch einen Zufall von meiner mißlichen Lage, die ich ihm aus Stolz verschwiegen hatte, erfahren, iffll war gekommen, um mir zu helfen." Nun schwieg Herr Henning und schaute sinnend vor sich hin. „Ich verstehe noch nicht, was diese Begebenheit mit dem zu tu* hat, wovon Sie zuerst gesprochen haben? Daß die Polizei Sie über raschle und Sie zwang, Ihren Plan aufzugeben, ist zwar ein Glück- fall, Herr Henning, aber .. " kaufen. . . ■ „Halt! Es ist mein letztes Geld!" sagte ich. „Du sollst es In dem Sparbüchse stecken, oder sonst etwas Besseres damit an fangen, als bi damit vor hast." „Warum ich dies zu dem Jungen sagte, weiß ich nicht. Vielleich aber hatte ich einen Augenblick lang daran gedacht, daß diese vergessm Münze eigentlich Glück bringen sollte. Mir selbst? Nein! Es ist nut einmal so, daß man, wenn man vor Ernstem, Entscheidendem stehl nicht mehr an Glücksdinge und ähnliches auch nur leichthin oder in Glauben Sie nun daran, daß auch in diesem Augenblick dem Geldstück, dem letzten, das dieser Mann besitzt, eine besondere Bedeutung zu- kommt?" Ich mußte widersprechen: , .. ,. . Meiner Ansicht nach wird der Verschwender, der leidenschaststch, Spieler auch seine letzte Münze, ohne dabei etwas zu benten, ben gleichen Weg gehen lassen, den schon das andere Geld gegangen ist. „Aber nur, weil er nicht weiß, welche Geheimnisse diesem letzten Geldstück innewohnen", antwortete Henning, als hätte er meinen Einwand erwartet „Die wenigsten Menschen wissen darum, unb nur deshalb wird in dieser Beziehung so viel gesündigt; stürzen sich so uni so viel Menschen ins Unglück, anstatt ihre letzte Chance zu erfassen Immer wieder kann man hören: Alles habe ich verloren, sott es auch darauf nicht mehr ankommen! Ich will Ihnen bei dieser Gelegenheit etwas aus meinem eigenen Leben erzählen: j , , _ . . Es ist chon sehr lange, fast unendlich lange her. Zwanzig Jahn war ich damals alt. Leichtsinnig war ich gewesen, aber auch das Unglück hat mich besonders hartnäckig verfolgt. Ich war am Ende meine, Kraft, und weil. mir auch großes Unrecht geschehen war, entschloß ich mich aus Trotz'zu sterben. Sie schauen mich so ungläubig anr Ich wiederhole: ich war zwanzig Jahre; und auf was alles kommt mar, nicht in diesem Alter! ., Es war in einer Hafenstadt. Von einem Freund hatte ich mir ein Ruderboot ausgeliehen. Ich wollte so weit ins Meer hinausrudern, daß man mich vom Kai aus nicht mehr sehen konnte, und dann ms mailet springen. Ich hatte mir einen großen Sack ins Boot gelegt und ihn mit schweren Steinen gefüllt. Ihn gedachte ich mit mir zu verbinden: Aus diese Weise würde dann alles viel rascher gehen, und ich rouflx bestimmt niemals vom Grunde des Meeres hochkommen. Alles war zur Tat vorbereitet. Meine wenigen Wertsachen, dii Uhr, Ringe und ähnliches waren längst verpfändet; ich durchsuchte aUi Taschen genau, da sand ich im zerrissenen Futter versteckt, ein Zehn- „Dle Polizei hätte niemals eingegriffen", unterbrach er mich, fle nicht von anderer Seite auf mein ungewöhnliches Verhalten i® Boot aufmerksam gemacht worden wäre. Am Kai stand ein Fernroht durch das man weit aufs Meer binnusfdjauen konnte, aber nur, wenn mi* zuvor durch einen schmalen Schlitz ein Zehnpfennigstück eingeworst* batte. Und in der Tat. niemand anders war es gewesen, als ein ('ein!' Junge, der durch das Fernrohr geschaut hatte und keine andere Münz' als der Groschen, den ich dem Jungen geschenkt hatte, mein l-etzü* Groschen, hatte mir auf diese Weise das Leben gerettet." Spaß glauben kann. „Geh' nur zu!" forderte ich den Jungen auf, der wohl schon fürchtet haben mochte, er müsse den Groschen wieder zurückgeben. Ich stieg In mein Boot und ruderte eine Viertelstunde lang gestrengt. Ich stellte fest, daß ich nun, unbeobachtet vom Land aus, übet Bord gehen konnte und band den Strick, an dem der Stein sack befestigt war, um meine Schultern. Dann machte ich mich daran, dii schwere Last über den Bootsrand zu heben. Das Boot war ziemlich tief bis knapp tzu den Knien brachte ich den Sack hoch, aber weil der oben Teil des Bootes nach innen gewölbt war, hatte ich nun ungeahnt« Schwierigkeiten. Sicher hatte ich den Sack ein wenig zu schwer gefüllt aber auch der Umstand, daß Ich entkräftet war, nicht nur, weil ich feil Tagen nichts mehr gegessen hatte, trug dazu bei, mein Vorhaben beim ersten Versuch mißlingen zu lassen. Wohl eine Viertelstunde lang hott ich mich abgemüht, in meiner Ohnmacht vielleicht auch allzu sinnlose uni Terenttoortltd): Dr. Hans Thhriot. — Druck und »erlag: DrÜhlsche UniversitStSdruckerei 2t. Sange, Gießen.