Jahrgang 1938 Montag, -en 17. Oktober Nummer 81 s ein ausgezeichneter Scherz! Warum Milotti lustig? Ich weiß sehr wohl, n törichten, kleinen Maler zu lieben, wüßten, ich Ich glaube, beugte den „Also könnten Sie doch erwidern, daß Sie von mir wüßten, ich würde in zwei Monaten einundzwanzig Jahre, dann könnte ja doch d,e väterliche Gewalt nicht mehr ausgeübt werden. Vielleicht könnten Sic dann schreiben — das ist eben das Schlimme, ich weiß nicht ob Sie das schreiben könnten —, ich sei begabt, und es wäre eine Sünde und Schande, wenn ich nicht weitermalte." • ®r„ .Jögernö on her lür, streichelte ihre Hand und sah sie mit ' immer zärtlicher werdenden Augen an. Sie fuhr ihm mit der Hand über das Haar, streichelte ganz leicht seine Wange und schloß plötzlich die Tür. Der Schlüssel drehte sich hart herum Sie rief noch einmal: „Gute Nacht, Milotti! Das mit der Garnisonkirche überlegen wir noch!" ♦ Professor Rottenbach machte ein ernstes Gesicht, als Christine ihren Bericht beendet hatte. „Ich kann verstehen, daß Sie sich zu Hause sehr uoglucklich suhlen, aber Sie sind doch noch sehr jung, mein liebes Ruck- tajchchen! „Heb immer Treu und Redlichkeit Ms an dein kühles Grab ..." "Was soll das heißen?" fragte Christine. in* hs , von der Garnisonkirche in Potsdam", sagte Mi« lott^ „dort wünsche ich, getraut zu werden." 19 Milotti' auch'das Wbe auf We Schulter: „Wenn Sie wollen, °n fic° ziehen, sie stemmte fest die Arme gegen ihn: Decke"" " mar 65 gemeint! Holen Sie mir, bitte, eine ,9*n9 sein Schlafzimmer, und Christine nahm inzwischen Schlussel aus der Tür und tat ihn auf ihrer Seite in das Schloß Sie öffnete dann das Fenster des Bibliothekzimmers und lehnte sich to™mm.”mJr'eÄ,6‘r "" ”™6- Man sah kleine dunkle Punkte, Menschen über den Liitzowplatz sich mMt? P-Aenschnur E" Lichterreihe war am Ende des Platzes wie eine Warum habe ich ihm das gesagt? Ich hätte es ihm gar nicht sagen mnnenn'r«%^r* M. uberr lustig machen! Es ist so dumm, daß man als Mädchen niemals zeigen soll, was man empfindet, und niemals sagen, was man denkt! Vielleicht erwartet dieser Milotti auch etwas ganz anderes! Warum hat niemand mit mir über solche Dinge gesprochen. Vater, ... ach, der weiß überhaupt nichts, ich möchte bloß b» ZU Mutter gekommen ist! Da stimmt auch etwas nirf>L 2)as Schlimmste wäre, wenn sich Milotti über mich lustig machte, Es liegt nahe, daß er sich lustig macht. B * das^Scha' eilK ^'dene dunkle Decke und ein paar Kissen auf n»Äftine ^"^e sich sofort um: „Milotti, ich war ein bißchen durchgedreht, verzeihen Sie schon den Scherz." roar- ist es ein ausgezeichneter Scherz! Warum machen Stf sich über den armen Milotti lustig? Ich weiß sehr wobt daß Sie es nicht nötig haben, einen törichten, kleinen Maler zu liebem ich weiß sehr wohl, daß Sie aus einer gewissen Stimmung heraus einen Heinen Scherz machten! Er ächelte plötzlich: „Ader bei mir war das mit der Potsdamer Garnisonkirche Ernst." mu6 letzt schlafen, sonst meine ich plötzlich. Nacht!" 4 übliche» und das wollen Sie gewiß nicht! Gute Roman von Rolf Brandt Copyright by August Scherl Nachfolger, Berlin 8. Fortsetzung. M "illlsv Christine! Er überlegte einen Augenblick, dann begann wieder Die halblaute Stimme: „Christinchen wollte früh aufstehn, Christinchen wollte zum Hafen gehn. Wo das große Meer beginnt. Wo die schönen, braunen Segel stehn, Wo immer träumt der Wind. Christinchen, du, Christinchen klein. Sieh dich vor den Schiffern für, Es nimmt dich einer ins Schiff hinein Und schließt hinter dir die Tür. Christinchen wollte früh aufstehn, Die Sonne lockt so sehr ..." Er brach ab und legte Christine die Hand um die Schulter. Sie sah zu ihm auf: „Milotti, ich bin Gast hier, ich bin nicht so, daß man mich um Die Schultern nimmt und abküßt! Es ist dann aus mit uns. Wollen Sie das? Ich werde nicht einmal schreien, wenn Sie mich küssen." Er löste den Arm: „Es ist eine komische Idee von euch Mädchen, daß die Liebe besser schmecke, wenn man wartet. Aber es muß sich ja jeder mit seinen Ideen abfinden!" „Sehen Sie, Milotti, wenn immer gleich die Umarmung da wäre, was sollte aus uns werden?" „Sie sprechen so weise! Was wissen Sie von der Liebe? Sie sind doch noch ein Kücken." „Ich habe eigentlich einmal nur geküßt, einen Jugendfreund, der in das Feld ging. Aber ich weiß schon, ich habe ganz früh gefühlt, wie das ist! Man verliert sich. Es ist vielleicht sehr schön, sich zu verlieren, ich kann es nicht gebrauchen, am wenigsten jetzt! Aber hören wir doch auf. Ich will Ihre Bilder verkaufen, und Sie sollen mir ein wenig helfen in meiner Einsamkeit. Das tun Sie ja schon heute abend, und ich bin ganz glücklich hier." Er legte die Laute auf den Tisch: „Ich bin auch ganz glücklich! Ich werde Ihnen erzählen, was es mit uns ist. Meine Vorfahren waren eigentlich Architekten, sie tarnen aus Mailand nach Wien. Dort wurde Felice von Milotti von Joseph II. geadelt. Ein zweiter Sohn ging dann nach Preußen. Sie waren immer noch Architekten. Wissen Sie, das eine hübsche Palais in der oberen Wilhelmstraße ist von einem Milotti gebaut, und bann wurde ein Milotti Offizier und ein anderer General und bann wieber einer Offizier, unb ber kam in ben Weltkrieg und starb in ber Champagneschlacht. Ich bekam bas Eiserne Kreuz zugeschickt unb ben Hohenzollern mit Schwertern, unb bann ging ber Krieg weiter ... und bann war er aus. Ich habe nicht einen Verwanbten mehr in Deutschland. Zu malen hatte ich angefangen, kurz, bevor der Krieg begann. Vater war nicht sehr glücklich darüber, aber er erlaubte mir im Grunde alles ... Ja, nun sitze ich hier!" „Sie haben ein sehr gutes Bild gemalt." Sie stand auf und sah ihn ernst an: „Wenn Sie wollen, werde ich Sie heiraten, Milotti. Ich verspreche Ihnen, wir werden burckikommen." „Donnerwetter!" sagte Milotti. „Hören Sie, das ist keine Antwort!" Milotti nahm umständlich ihre rechte Hand mit seinen beiden Händen unb führte sie langsam zu seinem Munde. Dann küßte er den Handrücken zwischen den Knöcheln. Er sah dabei aufmerksam auf die kleinen blnuen Adern, die durch die Haut schimmerten. So stand er eine ganze Weile ein wenig gebeugt vor Christine, und sie sah sein volles blondes Haar hell leuchten. „Hören Sie mit dem Handküssen auf, Milotti!" sagte Christine. „Man merkt, daß ihr aus Oesterreich eingewandert seid. Wir wollen letzt abräumen, denn ich finde es gräßlich, wenn sich der Sardinen- geruch im Zimmer festnistet." Während Milotti mit ihr zusammen die Teller hinaustrug, begann er plötzlich leise zu pfeifen: 1 । „Das wirb mit jedem Tage besser. Zu Hause gehe ich vor die Hunde, das ist sicher! Cr hat mir ja nicht einmal mehr erlaubt, bei Ihnen Stunde zu nehmen, er behandelt mich wie. ein Schulmädel! Gegen Theater hat er eine Abneigung, Musik kann er nicht leiden, das Kino ™ta5f.„erJur eine neue Methode ber Volksverdummung, sein einziges Wort ijt Arbeit, Arbeit! Ausgezeichnet, aber wenn ich nach meiner Art a-rbemen.ctl?^' 2“nn *8,65 °uch falsch. Am liebsten steckte er mich noch in . ckflschinstitut. Als es dazu Zeit war, hat er es abqelehnt. Er ist vielleicht unglücklich, aber das ist kein Grund, daß ich es auch werde!" Der Professor ging auf und ab, wie es seine Gewohnheit war wenn ihn etwas bewegte: „Ihr Herr Vater hat mir einen Brief geschrieben. In diesem Brief steht, daß Sie sehr schwer erziehbar seien und daß er furchte, durch ben Besuch in meinem Atelier würben Instinkte in Ihnen aufgeweckt, die er für gefährlich hielte. Er bäte mich daher, Ihnen keinen Unterricht mehr zu erteilen unb meinen Einfluß gettenb zu machen, daß Sie sich feinen väterlichen Wünschen, bie auf einen geordneten bürgerlichen Lebensweg abzielten, fügten ~' ' ' ich habe richtig unb wörtlich zitiert. Was soll ich ba tun’"' Christine faltete die Hände über ihr rechtes Knie und Kopf vor: „Professor, Sie sind doch ein Men ch!" „Hoffentlich. Also?" GichemZamilienbMer Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger wirdl Sie (Fortsetzung folgt.) sie in. wälder den an in dem Eßtisch Die stähle, der ach, O Christine Entnahm ihrer Tasche das Geld, zwei schmutzige blaue Fünfmarkscheine und einen Fünszigpsennigscheln, und sagte: „Es ist gut, wenn Sie schon so viel Laufereien damit hatten. „Wie die Prinzessin von Kaschmir und Samarkand! Ich bin alte' Franz Joseph ... Und nun müssen Sie den Mantel öffnen — nein, den haben Sie ja schon ausgezogen." „Was reden Sie eigentlich?" fragte Christine. „Ach, ich meinte nur fo, es ist eigentlich gar nicht sehr nett, daß sich gleich in meine häuslichen Verhältnisse in dieser etwas eigenartigen Form hineinmischen. Ich hätte mich mit diesem Mann schon geeinigt, ich habe mich schon zweimal mit ihm geeinigt." Christine lachte ihn an. Sie wußte jetzt schon ein bißchen, rote dies Lächeln auf ihn wirkte: „Lieber Milotti, und wenn Sie noch grantiger sind Sie werden mir meine Stimmung nicht verderben! Erstens vergessen Sie'bitte nicht die Garnisonkirche, dann reden Sie nicht über so alberne Dinge wie Geld, und schließlich nehmen Sie zur Kenntnis daß der Professor mich erstens behält und zweitens für begabt erklärt. Milotti fchüttelte ihr die Hand und wollte sie tuffen. „Bitte nicht! Ihr Männer seid -ine komische Nation! Der Professor streichelt mir die Wange und kriegt mich ans Ohr, und Sie küssen Sie ließ die langen Arme von den Knien und stand auf. Sie ' stampfte leicht mit dem Fuß: ,Zch bin doch schließlich eine Nucktasch, Ium Donnerwetter! Gestohlen habe ich doch mein Temperament nicht! 3 „Scheint mir", sagte der Professor. „Schön, schon, und wo werden Sie wohnen, und wie denken Sie sich die pekuniäre Seite? „3d) habe Geld." „Wieviel?" fragte der Professor. "Würde"unter normalen Umständen ja für vier bis fünf Monate reichen. Bei mir brauchten Sie selbstverständlich nichts zuzah en, aber S>e müßten in eine anständige Pension, und das ist heute sehr schwierig. •w: .W* m “’Ä Ä* in Heinen Ständer, tat Tabak hinein und stopfte ihn mit der rechten Hand fest, er nahm die Pfeife zwischen die Zähne und schlug mit dem Feuer- zeug das er allein mit der rechten Hand bedienen konnte, eine Flamme. Dann blieb er vor Christine stehen: Was war bas für ein merkwürdiges Geschöpf, biefe Christine Rucktasch! Manchmal schien sie ein Kind zu sein ein Backfisch, und dann wieder war in ihrem ganzen Wesen eine Unabhängigkeit und so ein unerschütterlicher Ernst, daß man erstaunen mußte. Er wurde nicht klug aus- ihr er wußte auch md)t, trne grofj ifjr Talent war. Es war etwas da, aber man wußte noch nicht, wo es ^'^Selbstverständlich will ich Ihnen helfen! Also da wäre die Frau Monika Hinterzart, die ist fehr ordentlich. Vielleicht können Sie sich da unterbringen. Ich werde anlauten. Kommen Sie ... , er machte eine Pause. paffte mächtige Wolken in die Luft und gingi durch das Zimmer also kommen Sie in Herrgotts Namen zum Aktzeichnen. Die zwei Monate wird man auch noch überstehen. Machen Sie .'"glichst wenig Dummheiten und nehmen Sie das Ganze schließlich nicht zu tragisch. Väter sind komisch, meiner mar es auch." ®r streichelte ihr plötzlich die Wange und umfaßte mit seiner Hand ihr Ohr. Dann zog er die Hand zurück, ehe Christine noch etwas sagen konnte. „Da schwimmen diese jungen Enten immer lustig hinein in den See und irgendwo steht eine Glucke am Ufer und macht einen mad)- tigen Spektakel! Ich werde schreiben, daß ich's nicht verantworten könne, Ihr Talent nicht auszubilden." „Ist das auch Ihre Meinung?" fragte Christine. Ihre Stimme wurde ganz dunkel. Es war in der Frage em tiefer Allton, der den Professor berührte, als sei eine fremde Musik plötzlich m das Zimmer und geradewegs in sein Blut gerungen. „Sie fragen viel! Wir wollen hoffen, daß ich nicht zu große Lugen an Ihren Herrn Vater schreibe." Er ging in das Atelier. An der Tür rief er: „Also adjusing! Diese Frau Hinterzart wohnt in der Keithstraße, sie steht im Telephonbuch. Ich werde sie benachrichtigen." ., Warum läuft er plötzlich weg? dachte Christine. Ich hacke ihn gern noch so vieles gefragt! Aber er sagt ja immer, ich fragte zuviel. Wem ®ott, wen soll man denn fragen? Den Milotti kann ich doch erst recht nicht fragen, der weiß ja noch weniger als ich, obwohl er im Krieg war. Es ist unhöflich von diefem Professor, einsach aus dem Zimmer zu gehen und adjüsing zu sagen! Sie stand auf und ging langsam an dern Schreibtisch vorbei, auf dem die große Photographie einer Frau stand. Ueberall haben sie Frauenbilder, das ist es eben! Deshalb haben sie keine Zeit, wenn man sie fragt! Warten Sie doch", rief der Professor und kam aus dem Atelier zurück „Hier ist die Adresse von unserer guten Schwarzwäldern." Er reichte ihr ein Blättchen Papier und brachte sie bis zur Korridortür hinaus: „Aus Wiedersehen, Fräulein von Rucktasch! Also die Ohren steif hallen, den Brief an den Vater schreibe ich!" dauernd meine Hand. Haben Sie mich eigentlich gefragt, ob mir das 6P^ilotti1)tfa6te sie unter den Arm und zog sie in die Küche: ,Am Grunde ist es ja auch ganz ausgezeichnet, daß der Mann uns Hern Jas e^Auf^dlm^Wchtentifch, der sichtlich neu gescheuert war, denn sein weißes Holz glänzte ordentlich, lagen zwölf frisch ausgebackene Schrippen. Milotti was ist das?" fragte Christine. Las sind Schrippen, nach dem unsehlbaren Rezept des Seebataillons gebacken: Man nehme prima ®eiienn1ef’1 S;lI hpfnrnf' Rucktasch, dann nehme man eine Berliner Weiße, die d°tte ich beforgt Wenn der Teich richtig geknetet ist, gießt man diese Flasche Weißbier hn,.. an Stelle der leider nicht zu erhaltenden und verbotenen Hefe. Dann formt man diese Schrippen, legt sie °us ein Blech, «^3- Fee bezahlt die Gasrechnung und stehe da, das Wunder ist fertig! "Nicht^nach"'Weihbier, bitte." Er griff Butterdose uiü> schmierte eine Schrippe für Christine, die sich auf den Kuchenstuhl setzte. „Großartig, Milotti! Großartig!" Auch Milotti schmierte sich gleich zwei von ^°m weihen duften fflshnrf V 'Smiidien Sauen und Schmieren von neuen Schrippen sand er nodi Zeit, sich plötzlich auf den steinernen Küchenboden zu Fußen von Christine zu fetzen. Er streichelte mit der rechten Hand ihr Bein. „Milotti, Sie sind ein verrücktes Luder! Was haben Sie letzt miede mit meinen Beinen zu tun?" oerfteben Sie nicht, Christine! Man muß nicht nur mute riaHti,*> fein man muß auch einen ästhetischen Genuß haben bei diesen Schripoen/’ZtTscheTzwei Happen sang er, dabei streichelte er immer mieder das Bein entlang: . Mariechen sah auf einem Stein, einem Stein, Und kämmte sich ihr goldenes Haar, goldenes Haar ... Da tarn der Bruder Karl zu ihr, Karl zu ihr ... Milotti erstens ist mein Bein nicht für Sie da, zweitens finde ich das"Lied scheußlich, die Schrippen aber.gut! Und jetzt muß ich machen, um mit der Frau Hinterzart zu reden. Nette Freundinnen haben Sie", sagte Milotti. "Das ist eine Dame aus dem Schwarzwald, ich werde de. ihr Milotti stand in der schönen tretonbefpannten Diele und verhandelte mit einem älteren Mann, bet recht ungeduldig zu jein schien. C£r sagte zu Christine: „Gehen Sie, bitte, gleich in das Atelier, ich habe hier eine Kleinigkeit zu erledigen." _ , ,. , , „ . , Aber Christine hörte, während sie den Hut absetzte und den Mantel in öen schönen englischen Kleiderrechen legte, wie der ärgerliche alte Mann sagte: „Herr von Milotti, wir haben doch unsere strengen An- Weisungen. Es hat jo weiter keinen Aweck, entweder Sie Zahlen nun die zehn Em, oder ick muß das Jas sperren!" „Wie hoch ist die Rechnung?" fragte Christine. Zehn Mark und fünfundzwanzig Pfennige , sagte der Beamte. Es ist ja fo aufgelaufen, und mir haben ja nun schon zur Genüge Eigentlich hatte ich mir das anders vorgestellt , * war jetzt wieder ganz ernst geworden: „Nur wegen dem bißchen, weil ich da ... wenn man so hübsch ... Nein nicht wegen dem bißchen, das hätte ich Ihnen schon abge- wöh'nt! Der Professor hat vollständig recht, ich dars meinem Vater keine "ÄFigtiÄ. - -i« ---- smnn muft Aufeben, mein Lieber, wie man mit sich fertig Abe'r^Sie Taben mir sehr genutzt, Milotti, und mein Versprechen heckte ich! Sie malen und ich verkaufe Ihre Bilder. Es wäre gut, »enn ™ eine Kopie von dem Hafenbild behielten. Machen Sie nur, bitte, noch eine Schrippe zurecht, und dann muß ich gehen. Zum Mittag bini ich m^her hier 2ßenn es Ihnen recht ist, Milotti, können wir jeden Mittag Ter zufammen effen! Machen Sie nicht ein solches Gesicht, Sie werden chon noch mit mir zufrieden sein." lrhristine ging in ihrem schnellen Tempo am Ufer entlang und f h hinüber nach dem kleinen Platz, wo eine marmorne Frauenfigur stand, die sie liebte. Ein paar Enten flogen mit schnellen Flugelschlagen inchf über den Wasserspiegel im Kanal entlang. Nach em paar fjunbert Meter warfen sie sich mit lautem Klatschen wieder m das Wasser. Bald werden hier die Kastanien blühen, dann wird das ganze Ufer rot und weiß überdacht sein. Was wird dann mit mir fein? Der Pro effor hat ganz recht, ich muß versuchen, daß ich bei der Frau H'nterzart unterkomme! Aus einmal lachte sie vor sich hin: Das wäre eine Geschichte iir den Onkel Paul, nämlich, wenn die Frau Hmterzart auf dem Schimmel Himmeldreck in die Hölle führe! Die Frau Hinterzart war sichtlich in einer guten Stunde des l eben Herrgotts gebrech elt worden. Sie war klein und rund und hatte dunkel braune luftige Augen unter einem schwarzen Scheitel. Sie si°wmte aus dem Schwarzwald, aber sie sprach alle südlichen Dialekte Deutschlands durcheinander, denn ihre kleine Pension war em Treffpunkt aller junger Menschen jenseits der Mainlinie, und sie hatte sich von jeder deutschen Svrache ein besonderes Kraftwort angewöhnt. no das Fräulein von Rucktasch! Den Herrn Großvater habe ich "auch gekannt. Gelle, da war doch die Jahrhundert-Ausstellung in Freiburg? Der Herr Professor Rottenbach hat schon mit mir gesprochen Wir werden Ihnen ein Zimmerche Herrichten. Da ist das Fräulein von Rodenstock, die ist jetzt zwar nach Freiburg und kommt erst im Sommer wieder. Der Herr Vater wo der berühmte Pro- fesfor ist, der Augenprofessor, Sie wissen schon, der hat sie Henn befohlen. Er feiert doch den siebzigsten Geburtstag. Hat sich auch ’ne schöne Zeit dazu ausgesucht!" Christine stand noch immer im Flur vor der kleinen kugelrunden Frau und sah auf den schwarzen Scheitel. „Sonst sind wir ganz besetzt, das ist ja nu mal halt so. Es gibt ja gar kein Locher!, das frei ist in dem großen Saustall Berlin. Aber kommen Sie!" Sie nahm Christine an die Hand und führte das kleine Besuchszimmer. Das sah aus rote eine Schwarz Bauernstube. Ein paar große Truhen in bunter Farbe standen Wänden, in der Ecke war ein breiter, bunter „Schrank, Zinngefchirr und Schwarzwälder Holzteller standen; über dem lag eine gewürfelte Bauerndecke. kleine dicke Frau drückte Christine in einen der breiten Holz- auf denen Kissen in dunkelblauem Leinenbezug lagen. «I lief un bt] «d dn 8e| dik «ii ue h° Ei toi k k M bi «u üb fü iti tii Oll bi( ni1 bi bi «k bi b bl ot Si ORaf einer Alien. Von Eduard Mörike. Bin jung gewesen, Kann auch mitreden, Und alt geworden, Drum gilt mein Wort. Schöne reife Beeren Am Bäumchen hangen: Nachbar, da hilft kein Zaun um den Garten; Lustige Vögel Wissen den Weg. Aber, mein Dirnchen, Du laß dir raten: Halte dein Schätzchen Wohl in der Liebe, Wohl im Respekt! Mit den zwei Fädlein, In eins gedrehet. Ziehst du am kleinen Finger ihn nach. Aufrichtig Herze, Doch schweigen können. Früh mit der Sonne Mutig zur Arbeit, Gesunde Glieder, Saubere Sinnen, Das machet Mädchen Und Weibchen wert. Bin jung gewesen, Kann auch mitreden. Und alt geworden, Drum gilt mein Wort. Ein böhmischer Sauer. Von Gustav Lerch. Gustav Lerch, dessen Familie seit über vier Jahrhunderten in Böhmen ansässig ist, schrieb auf Grund eigener Kriegserlebnisse einen Kriegsgefangenenroman „Die Heimkehr". Ein kleines Bändchen „Nordböhmische Dorfchronik" führt uns in die bäuerliche Welt feiner Heimat (beide Bücher erschienen im Verlag Adam Kraft, Karlsbad). Bürger Andries war ein kleiner, sehniger Bauer mit einem glattrasierten, klugen Gesicht und hellen Augen. Er erinnerte an die bäuerlichen Bildnisse der deutschen Meister im Mittelalter. Er sprach nicht viel und überlegte erst lange, bevor er was sagte. Das aber klang sicher und bestimmt. Die neue Feit machte ihn nicht irre, er hing nicht von ihr ab. Die Welt, für die er verantwortlich war, reichte von seinem Hofe neben der Ringelshainer Dorfkirche bis an die Jungfernlahne, wo Kunewalde anfängt. Hier hielt er Ordnung. Tausendmal war er auf dem Wege zwischen seinen beiden breiten Streifen hinaus- und hereingefahren. Seit Generationen fuhren die Bürger Bauern hier hin und her und Generationen sollten hier noch hin- und herfahren . . Bürger Andries war nicht so knickerich wie die Rjese, seine Frau, die sich kaum im Dorfe sehen ließ, denn wenn sie Sonntags zur Kirche ging, ging sie über den Garten und den alten Kirchhof. Bürger Andries ließ sich manchmal im Wirtshaus sehen. Die Rjese gönnte sich überhaupt nichts. Nur die Wirtschaft und die Arbeit kannte sie. Lois, ihr Sohn, sollte einmal ein Anwesen übernehmen, das sich sehen lassen konnte. Kein Kreuzer Schulden durfte darauf stehen. Geld sollte obendrein in der Kasse liegen. Diesen Sinn hatte ihre Schinderei. In dieser Hinsicht kam ihr Lois nicht nach. Wenn die Bürger An- driesen uns Jungen unter ihren Obstbäumen sah, fing sie gleich zu zetern an. Loisl aber holte uns, wenn die Schnitteräpfel reif wurden! „Kummt ok mit!", sprach er, „die Mutter es of'n Falbe!" Und wenn wir an der Lehne auf den Kirschbäumen sahen und sie uns vom Felde aus sah, ließ er sie ruhig schrein. Wenn die Birnen alle waren, ging’s über die Pflaumen her. Und wenn dann gar nichts mehr da war, führte uns Loisl durch den Stall in die Stube und holte ein großes Bauernbrot „aus dem Häusel" und einen Mordsfetzen Speck. Dazu tranken wir den Most aus dem Keller. Lois ließ alle leben, er war wirklich ein prachtvoller Junge. Trotz ihrer Knickrigkeit ließ die Mutter nichts auf ihn kommen. Sie hätte ihn am liebsten in Gold gefaßt. Wir waren die Lausbuben. * Wir verloren Loisn während der Brussilow-Offensive in den wolhy- nischen Sümpfen. Niemand konnte sagen, wohin er geraten war. Er war einfach weg. Vielleicht war es gut fo, denn wenn er totgemeldet worden wäre, hätte die Bürger Andriesen wahrscheinlich den Verstand verloren. SoJjat sie noch jahrelang gehofft. Dieser Junge war der Sinn ihrer lebenslangen Schinderei, durfte denn solch ein Leben sinnlos werden? Konnte er denn verloren sein? Immer hatte sie ihn vor Augen, wenn sie auf dem Felde war. Unablässig zermarterte sie chr Hirn, wie sie es hätte richten müssen, damit die Wirtschaft erhalten geblieben wäre. „Herr und Heiland, lass'n ok wieder hejmkumm' ... lass'n ok wieder hejmkumm! ..." bettelte sie jeden Tag händeringend auf den Knien. Die Angst um diesen verlorenen Sohn brachte sie fast um den Verstand, so daß sie manchmal ganz irre zu reden und Bürger Andriesen Vorwürfe zu machen anfing. Wenn er den Jungen studieren lassen hätte, wäre vielleicht etwas aus ihm geworden! So aber hätte er halt Sommer und Winter ganz vorne im Drecke liegen müssen. „Wenn du dir's ok ne fu schwer machen tiit'st, Rjese!" sagte Bürger Andries wohl an die hundert Male: „Gefallen es a ne! Warum soll a denn nemie hejmkomm?!" Was war denn zu machen, dachte er im stillen, wenn er nicht mehr heimkam? Du lieber Gott, das Vieh fchreit weiter im Stalle und will gefüttert fein und auch die Felder kannst du nicht brach liegen lassen. Die Wirtschaft führt ihr Leben weiter und will weiter betreut (ein. Sie läßt dich nicht die Hände ringen und zusammenbrechen. Du mußt für sie weiter rackern und schinden, bis es nicht mehr geht. Dann wird es wohl Gott irgendwie richten. Lois war in derselben Schlacht verschollen wie ich. Da kam ich eines schönen Tages mitten im Kriege aus der Gefangenschaft heim. Lange saß ich noch nicht zu Hause, kam eine Magd: „Sie soll'n ok fu gutt fein und zu Bürger Andriesen kumm', der Herr schickt mich!" sagte sie mit einer Betonung, die verriet, wie aufgeregt sie mich erwarteten. Durch meine unverhoffte Heimkehr tat sich vor ihnen das große Tor der Hoffnung von neuem auf. Ich ging, weil wir miteinander gut bekannt waren, unsere großväterlichen Felder lagen neben ihren, sofort hinüber und trat in den großen Hof. Bürger Andries, der eben mit den Pferden vom Felde hereingekommen war, kam mir entgegen, begrüßte mich mit meinem alten Knabennamen und führte mich ins Haus. „Schön' Willkomm!" sagte er, als ich in die große Stube trat. Ich setzte mich an den mächtigen weißen Eichentisch, an dem vor mehr als hundert Jahren General Laudon mit seinen Offizieren über den Kriegskarten gesessen hatte. Ganz ohne Leben war jetzt die große, sechsfenstrige Stube, und was da manchmal, als wir Jungen waren, für ein Sums gewesen war! „Na, wie ist dir's denn gang'n, Gustl!" fing Bürger Andries an. Nach Loisn zu fragen vermied er. Da trat abgehärmt die Rjese ein: „Schön Willkomm!" sprach sie, und sah mich in Tränen an. „Hast du denn ne Loisn ei Rußland gesahn? Ob a ok nuch labt?" Sie fing bitterlich zu Weinen an. Gesehn hatte ich ihn leider nicht. Ich erzählte ihr aber von den ab erlaufenden Kriegsgefangenen in Rußland und erklärte ihr, wie groß Rußland fei. Erzählte ihr von den Gegenden, wo es keine Bahn und bas ganze Jahr über keine Post gibt. „Wenn d'ok Loisn hejmbracht hätt'stl" rief sie aus. „Du tät’ft vo mir kriegen, was du ha'nn wällst!" Nach vielen, vielen Reden überzeugte ich sie, daß Lois irgendwo in Rußland unter den vielen hunderttausenden Kriegsgefangenen stecken müsse und aus irgendeinem Grunde nicht Heimschreiben könne. „Steh' ok, Rjese!" beruhigte sie Bürger Andries, „Gustl es ja ou hejmkomm', mord denn Loisl nemie komm!" Draußen im Hofer hielt er, als ich mich von ihm verabschiedete, meine Hand lange in der seinen und sprach: ,Äch weiß, daß Lois nemie kömmt! Aber kumm' ok 'rüber su lange du da bist. Wenn se dich sieht und hiert, hofft je wieder!" So hat sie auch noch Jahre gehofft. Bürger Andries aber ging still aus der Welt, die ihn um seinen einzigen Sohn und Erben gebracht hatte und sein Tod war so klar und einfach wie sein Leben. Eines Morgens stand er auf, um zu sterben. „Rjese", hatte er gesagt, „lass' ok einspann! Ich will mir noch einmal die Wirtschaft anfehn, eh' ich sterbe!" „Du hast wohl Dinge!" hatte sie ungläubig zur Antwort gegeben und war ihrer Arbeit nachgegangen. Die Pferde werden aus dem Stall geholt und eingespannt. Bürger Andries hängt den unruhigen Füchsen die Zäune ein und streicht ihnen über die Mähnen. Dann setzt er sich auf den Wagen und sieht sie noch einmal Haus und Hof an, als ob er auf immer verreise. „Hüo Liesl! Hüo Fuchs!" Sie fuhren los. Den Hohlweg hinauf, an dessen Rändern die uralten Aepfelbäume stehen, lieber die Wiese drüben liegt die weiße Dorfkirche. Ungezählte Generationen haben in ihr Trost gesucht. Dann geht es die steile Lehne hinunter, an der die Kirschbäume stehn. Sechzig Jahre lang hat er die Ernte diesen Hügel heraufgeschasft! Unten im Gründel liegen die Wiesen. Die alten Wassertümpel hatte er zugeschüttet und den Jungfernbach in ein ordentliches Bett gebracht. Jenseits der fte’nernen Brücke fuhren sie durch Rüben- und Kornfelder. Alles war in bester Ordnung. Alles stand gut. Oben an der Jungfernlehne ließ er halten. Junger Wald schoß hier auf. Der alte Bestand hatte das Balken- und Sparrenwerk für die neue Scheune hergeben müssen. Alle diese Felder und Wiesen und den Wald hatte Bürger Andries über ein halbes Jahrhundert betreut — und nun konnte er sie keinem Erben übergeben. Es schnürte ihm die Kehle zu. Zitternd streckte er die Hand aus und tastete leise die Fluren ab. Er nahm Abschied von ihnen. Er konnte nicht mehr. Aber er sah, daß er sein« Sache gut gemacht hatte von der Uebernahm« bis zum Ende. Warum er nicht übergeben konnte, wußte Gott allein. . „Foahr' ok hejm!" sagte er gütig zum Knecht. Noch einmal sah er groß auf, dann sank er, das Haupt auf die Brust gesenkt, auf dem Ackerwagen in sich zusammen. Wie die Pferde den Steilweg vor dem Dorfe hinauf sollten, blieben sie plötzlich stehn und fingen laut zu wiehern an. Bürger Andries starb da auf dem Ackerwagen. „Woas soll oenn doas heißen?" schrie der Knecht und schwippte mit der Peitsche über die Pferde hin. „Hüo Liesl, hüo Fuchs!" Sie zogen wieder an. Bürger Andriefens irdische Hülle war, bei Gott, nicht schwer! Er war, wie ich schon sagte, ein kleiner, sehniger Bauer. Seine Seele aber pilgerte bereits über die Berge zum Richterstuhle des Herrn, um ihm Rechenschaft zu legen über die Talente, die er ihm geliehen hatte. Andries hat sie nicht nutzlos im Acker vergraben. Seht hinüber! ®olbec leuchten drüben die Kornseider. Oer Huf. Don Hedwig For st reute r. Eine Stimme aus den Bergen rief, Jubelfroh und hell. Die Tannen lauschten, Und die Quelle hielt ihr Läuten an, Da der Stimme Hall von weither tönte — „Vater!" rief sie, Wort, das alles einschließt An Geborgenheit und reiner Liebe. Klang so machtvoll, jung und freudenstark, Daß mir war, als hebe fern ein Beter Voller Andacht die beglänzte Stirn, Dank zu sagen für die Wucht der Berge, Für der unermessnen Weite Licht Aller Schönheit Herrn, dem Himmelsvater. Friedrich Nietzsche und Lou Salome. Von Dr. E r n st W a ch l e r. Vorbemerkung: Nachdem in absehbarer Zeit die Veröffentlichung der Briefe Fr. Nietzsches an Lou Salome und Paul Ree durch K. Schlechta vom Nietzsche-Archiv in Weimar und den Nachlaßverwalter der 1937 in Göttingen verstorbenen Frau Andreas-Salome zu erwarten ist, wird eine knappe Darstellung der Beziehungen des 38jährigen Philosophen zu dem jungen 20jährigen Mädchen willkommen sein. Im April 1882 kam Fr. Nietzsche, nachdem er Genua verlassen, von Messina über Neapel nach Rom, wo er bei Malvida von Meysenbug in der Via della Poloeriera vorsprach. Als er den ihm und Malvida befreundeten Dr. Paul Ree (der sechs Jahre jünger als er war) in der Peterskirche aufsuchte, wo er, des gedämpften Lichtes wegen, in einer Seitenkapelle an einem Buche voll psychologischer Beobachtungen täglich arbeitete, traf er Lou (abgekürzt von Louise) Salomä, die zarter Gesundheit wegen ihre philosophischen und kunstwissenschaftlichen Studien in Zürich unterbrochen, um die rauhere Jahreszeit im Süden zu verbringen, mit ihrer Mutter, einer russischen Generalswitwe, zu den Gästen des Salons Malvidas gehörte und rasch mit dem gescheiten Arzte Freundschaft geschlossen hatte. — Nietzsche wurde ihr vorgestellt; seine ersten Worte waren: „Von welchen Sternen wurden wir einander zugeführt?" Der Plan Sous, gemeinsam, drei-einig, an einer guten Universität — Wien oder besser Paris — naturwissenschaftliche Vorlesungen über Physik, Zoologie usw. vom Herbst ab zu hören, ward von Nietzsche mit Enthusiasmus ausgenommen. Hatte doch die Idealistin Malvida schon vor Jahren in Sorrent, als Nietzsche mit Ree und Albert Brenner bei ihr in der Villa Rubinacci weilten, ein „Kloster für freie Geister" gründen wollen — ihr Lieblingstraum: die Vereinigung gleichgesinnter Menschen in entzückender Natur, mit völliger persönlicher Freiheit für jeden, aber mit der Möglichkeit• geistigen Austausches in edelster Gemeinschaft; ein verlassenes Kapuzinerkloster war ins Auge gefaßt; aber die Absicht, den Orden durch ein Fremdenheim zu ermöglichen, scheiterten an materiellen Bedingungen. War nicht ein kleiner Zirkel möglich? Ja, Nietzsche scheute vor einem übereilten Heiratsantrag an Lou nicht zurück, den Ree überbrachte — der aber von der bestürzten Lou sogleich abge- lchnt wurde: eine Ehe oder Liebesgeschichte käme für sie nicht in Frage, hatte sie R