Gießener ZamilienbMer Unterhaltungsbeilage zum Eichener Anzeiger Jahrgang 1938 Montag, -en 5. Dezember Nummer 95 die Pake an die Scheibe. , „ , " nd doch keine zwei draußen! Der Hali vor dem Nachbarhaus. ' , so, den Schneemann drüben! Nein, den kenn i nit '.Aber er ist doch von seinem Regiment?" „Kann schon sein. Aber t kenn ihn halt nit. Haben S,e eine Ahnung, Frau Lebzelterin, wie groß so ein Regiment ts. Vielleicht ift er neu dazukommen. Mein Gott, wann , alle Ossiziere kennen sollt. Was glaubens, was jetzt im Winter Offiziere m Wien gibt, Frmi Viel- gratterin." Langsam ging er wieder zum Ladentisch zuruck. Zur Beruhigung schob er eine Fuhre Tabak in die Nase. Die lange Rede schien der Vleigratterm verdächtig. War wohl wirklich der Bursche von diesem Leutnant dort draußem Dann hatte sie wieder einmal recht. Dann war es also für dieses Komte iel daß der Draaoner alle Tage diese Wagenladung voll Lebzelten kaufte! Eben begann sft mißmutig und entrüstet die Rechnung zu schreiben, da dröhnte es im Laden wie eine Batteriefalve droben auf den boh mischen Schlachtfeldern. Erschrocken sah sie auf. Doch nur der Soldat hatte geniest, unbekümmert um die Zuckerguhherzen, P'^sernusseun Honigkuchen, die offen auf dem Ladentisch lagen oder "" langen Schnuren von der Decke hingen. „Schwein" dachte sie und wußte selber nicht genau, ob sie damit das Komtessel oder den Burschen mem e^ Aber taut sagte sie es nicht. War ein zu guter Kunde, der Kerl Sie Rüttelte nur erbost über den Weltlauf den Kopf und schrieb weiter, indes ihr der Bursche beim Zählen der Schachteln und Tüten half. Weil es ja doch gleich war und er es ja nicht selber bezahlen mußte, leote er uiletck noch ein Paket Kerzen in den Einkaufskorb. Da durchfuhr es sie wie ein erhellender Blitz. Ein Korb voll Lebzelta,, un Zuckerwerk, das ließ sich zur Not noch begreifen. War al|o nicht nur Der kerzelmacher von Äankl Stephan Sin heiterer Liebesroman von Alfons o. Lzibulka Sopgeight bg 3. b es nickst das Gescheiteste wäre, dem guten Wimmer das Herz aus- zuschütten? Aber was sollte sie ihm eigentlich sagen? Daß sie in einen Leutnant der Kaiserin verliebt sei, mit dem sie noch kein Wort gesprochen, den sie nur einmal in der Nähe gesehen und von dem sie nicht einmal den Vornamen wußte? Auslachen tat sie der Wimmer. Ein Leutnant vom nobelsten stiegiment der Kaiserin und eine Lebzelterstochterl Eher siel der Stephansturm um, als daß daraus etwas wurde. Das wußte sie selbst. Darum heulte sie ja. . So halt« die Lisl Brand geschwiegen und nur wieder einmal einen liefen Seufzer getan. Mit diesem Seufzer vermocht« der Regenschori nichts anzufangen. Er wußte ja nicht, ob die Lifl weint«, weil sie den Franzt vom Nußdorfer Weinprotzen heiraten sollte — was er ihr nicht hätte verdenken können — oder nur überhaupt, weil di« große Liebe nicht kommen wollte, für die es ja langsam Zeit war, wie er selber gesagt. Das war gestern, am Freitag gewesen. Und jetzt sah die alte Ratschen, die Vielgratterin, vor ihm, lauernd wie eine Katze vor dem Mausloch, und er war noch immer nicht gescheiter. Unschlüssig fuhr er mit der flachen Hand über die mächttge, rosigschimmernde Glatze über dem rötlichen, silbrig blinkenden Haarwulst. Was wußte die Alte? Ungeduldig fragte die Vielgratterin: „Ja, also was sagens xetzt zu der Lisl? Heult und flennt den ganzen Tag und nit einmal den backenen Karpfen hats ang'rührt gestern zu Mittag." Der Regenschori bekam zornig« Augen. War das vielleicht nicht zum Futterversagen, wenn ein Io gescheites, bildsauberes Frauenzimmer wie di« Lisl den Sohn vom Kirndorser heiraten sollte? Den Franzl, von dem der eigene Vater sagte, daß er ein bißl langsam im Kops ei. Nur weil er sünfzigtausend Gulden mit in die Ebe bekam. War chon richtig, mit fünfzigtausend Gulden konnte sich einer halb Wien aasen. Sauber muß der Kirndorser di« Leut über die Ohren gehauen haben! Aber ein Mädel wie die Lisi pfeift doch aufs Geld, wenn sie einen nicht mag. Daß der Brand auch gleich ja hatte sagen müssenI Eine richtige Wut hatte er jetzt aus den Brand. Und nicht einmal das wußte er, ob der Kerzelmacher schon was gesagt hatte zm Lisi. Er wurde rot vor Aerger. Die Vielgratterin hielt diese Röt« für ein Zeichen schlechten Gewissens. Also wußte der Regenschori doch den Grund für die Laune der List! Sie beugte sich lauernd vm und keifte: „So redens doch schon!" Matthias Wimmer meint« diplomatisch: „Wird halt Zeit, daß heiratet, unsere List —" Jetzt würde die Alte ja wohl sagen: „Das solls ja, aber mögen tut3 nit." Doch die Vielgratterin nickte nur bekümmert: „Freilich — i« ja verliebt bis über beide Ohren —" „Verliebt?!" Dem kleinen Regenschori blieb der Mund offen vor Verwunderung. „Na, was denn sonst? Js do ganz narrisch, di« List. Oder habens das no nit g’merft?" Sie schüttelte den Kopf vor lauter Entrüstung. Wie dumm doch im Grunde diese Mannsbilder waren! „Freilich is verliebt!" „Ja in wen denn, Vielgratterin?" „Das is ja grad das, was i von Ihnen Hütt wissen wollen, Herr Wimmer", seufzte die Alte enttäuscht. „Seit zwei Wochen lamentierls und gafsts den Mond an, wann's grab ein gibt frei dem Sauwetter. Natürlich is verliebt. Das sieht man doch. Aber glaubens i könnt herauskriegen, in wen?" Der Regenschori hatte die Seelenzerrüttung der Lisl bis jetzt zwar anders gedeutet. Er hatte auch den Grund zu wissen geglaubt. Der Brand hatte mit ihr geredet und jetzt weint« sie eben, weil sie den jungen Kirndorfer nicht mochte. Aber die Alte konnte schon reckst haben: verliebt war di« Lisl. Das hätte er eigentlich auch schon früher merken können. Also mochte sie den Franzl doch. Aber warum heulte sie dann? Auskennen soll sich einer mit den Weibern! Enttäuscht, weil dieser alte Esel auch nichts wußte, und «nttüstet, daß die Lisi selbst dem Matthias Wdmmer ihr Geheimnis verbarg, war die Alte gegangen. Eine halbe Stunde später rannte der Regenschori immer noch aufgeregt in feiner Stube auf und nieder. Die Lisl in den Franzl verliebt! Man sollt es nicht glauben. Die Lisi, für die er sich immer etwas ganz besonderes als Ehestand ausgedacht hatte! Zornig schmiß er das versaut« Notenheft des Halleiner Singerbuben aus den Boden. Ein Glück für den Hansel, daß er gerade heute wieder die Gesangsstunde schwänzte! Sonst hätten die Ohren oder das Hinterteil des Haniei den seelischen Auttuhr des Regenschori zu büßen gehabt. Als die Wimmerin mit der Nachmittaasschokolade kam, stieß er vor Erregung so heftig mit der Zunge an, daß fte bissig sagte: „Du kannst gar nimmer g'scheit reden. Wirst alt, Wimmer!" „Beißzangen, grausliche!" fauchte er und bornierte die Tür hinter Seinem Hauskreuz zu. Die Schokolade trank er nicht, so lieblich das braune, von Schlagobers gekrönte Gettänk auch vor feiner Nase duftet« und dampft«. Zur Beruhigung setzte er sich wieder ans Cembalo und versuchte zu spielen. Dabei sä, er durch das Fenster, in dessen Rahmen schon die smaragdne Kuppel der Karlskirche und di« grünen, noch schneegesprenkel- ten Flügelhauben des Belvedere in der sinkenden Sonne gleichsam von innen erglühten. Matthias Wimmer wußte schon, warum er im letzten Stockwerke hauste. ., t „ ,, . _ , Auch als das geliebte Bild erlosch, dessen flammenden Zauber er noch einmal in Tön« zu bannen hoffte, sah er immer noch still und sah vor sich hin. In der schon dämmerigen Stube schimmerte fein kahler Schädel wie ein bescheidenes Abbild des Mondes. Di« Lisl in den Franz! verliebt! Und da hatte er dem Brand auch noch die Hölle heiß gemacht, daß man seine Kinder nickst in den Ehestand zwingen solle! Wütend hieb er in die Tasten, daß seine Alte den Kops zur Türe hereinschob und liebevoll fragte: „Bist jetzt gang närrisch worden?" , Matthias Wimmer gab kein« Antwort. Er sprang auf, schob sie zur Seite und stürmte auf den Gang hinaus, nahm Pelz. Dreispitz und Stock und rannte durch das Schneetreiben, durch das schattenhaft ine Sänften huschten und unwirklich, märchengleich die Schlitten klingelten, hinüber zur Wachszieherei. Als die Ladentüre ging, sah di« Vielgratterin unwillig auf. Weil auch der Regenschori nichts wußte, hatte sie wieder einmal die Karten befragt. Wieder tagen Herzbub und Coeurdame beisammen. Wer war nur i>er Bub? _ Ungnädig fragte sie: „Was wollen denn Sie jetzt da? Daß von seinem beschneiten Pelz schmutzige Bäche auf die schon sonntäglich g«° scheuerten Dielen rannen, ärgerte sie auch. „I war doch grab frei ^n,*Sei«ns nit so eingebildet, Vielgratterin! Wer sagt denn, daß ich von Ihnen was will?" antwortete der Regenschon und begann, um- ständlitch und ein wenig verlegen feine von der plötzlichen Wärme blind gewordene Brille zu putzen. „Hab den Brand schon, lang nicht gl ehe n. Hab mir halt gedacht, daß er heut Zeit hat, weil Samstag ist — Ist er noch in der Werkstatt?" „Droben in der Wohnung!" Sie mischt« wieder die Karten. Dann fügt« sie ein wenig milder hinzu: „Wanns zehn Minuten früher kommen wären, hättens den Kirndorser troffen. Grad wie ich z' Haus kommen bin, is er vorg'fahren mit fein Schlitten. Dann sinds glei miteinand in d' Wohnung nau’fgangen, er und der Brand. Möckst wissen, was die zwei wieder miteinanb haben!" Das hätte der Regenschori ja nun gewußt. Aber es war nickst feine Sache, es der Allen zu sagen. Er nickte nur: „So, der Kirndorfer war ba —" und wunderte sich, daß die Vielgratterin noch immer nichts merkte. War doch sonst nicht dumm. Langsam, Überlegend stteg er die Treppe zur Wohnung hinauf. Also war die List wirklich in den Franzl verliebt! Denn wenn fte nein gesagt hätte, wäre der protzige Kirndorfer doch nickst wieder gekommen. Matthias Wimmer zuckte mit den Schultern. Schad um die Lisl! Aber was war dagegen zu sagen, wenn sie ihn mochte, den Franzl? Daß er dumm war? Die Gescheiten waren ja den Frauenzimmern auch nicht immer reckst. Und schon gar nicht, wenn sie Talent besaßen. Der Regenschori dachte an sich und fein Hauskreuz. . Oben auf dem Treppenabsatz nahm er sich nicht erst die Zeit, seinen nassen Pelz ausguziehen. Er trat in das kleine und schmale, nur von einem zweiarmigen Leuchter erhellte Zimmer des Wachsziehermeisters, der gerade über seinem Kontorbuch saß, stteckte ihm die Hand entgegen und rief: „Also mags ihn doch, den Franzl!" Aloisius Brand sah verwundert auf und spritzte die Kielfeder aus: „Wie meinst denn das? Ich hab doch der Lisl noch gar nichts g’sagt." „Nichts g’fagt hast?" Wieder blieb dem Regenschori der Mund offen. Brand empfand dies« Frage als Vorwurf. Er antwortete zögernd: „Ja weißt — na ja, mir is halt durch den Kopf gangen, was du mir unlängst g’fagt hast vor der Burg: matt soll seine Kinder nicht in den Ehestand zwingen." Matthias Wimmer begriff die Welt nicht mehr. Die List war doch verliebt. Die Vielgratterin schwor darauf, und eigentlich konnte das wirklich ein Blinder sehen. Und dabei hatte der Brand noch gar nicht geredet? Der Regenschori knöpfte seinen Pelz auf, setzte sich an die andere Seite des 'Tisches, Brand gegenüber, nahm die Gänsefeder und ließ deren Fahne nachdenklich aus die aufgeschlagene Seit« des Rechnungsbuches wippen: „Also gar nichts g'sagt hast, Brand?" Der Wachszieher klappte das Buch zu: „Was hast denn? Was schaust mich denn so an? Wenn ich dir schon sag, daß ich mit der List noch nicht g'rebt hab — Ich bring's einfach nicht fertig, Wimmer. Sie ist schon wunderlich genug in der letzten Zeit—" Wimmer nickt«, strich sich mit der Hand über die Glatze und blmzette in die zuckenden Flämm chen der Kerzen. Langsam ging ihm ein Kirchen- lickst auf. Verliebt war sie. Das war nicht zu leugnen. Aber es gab ja schließlich auch noch ander« Mannsbilder als den Franzl, bie sich ein Mädel wi« bie List wünschen mochten. Wenn man nur wüßte, welcher es war! Dem Brand brauchte er ja von dieser Erleuchtung nichts zu sagen. Das hatte auch später noch Zeit. Unb vielleicht kam er bis dahin auch von selber dahinter. Doch mit der Lisl wollte er reden, in der nächsten Violastunde. Die hatte ihm doch sonst alle Stteiche gebeichtet. Oder war es nun Beichten schon zu arg? Er fragte vorsichtig: „Unb was sagt der Kirndorfer dazu, daß du noch nicht g’rebt hast .Brand? Er mar doch grab da." „Ja, sogar zweimal war er schon da in dieser Wochen — „Is er recht ekelhaft g’roefen, was?" .Nein. Er hat nur g'sagt: wann du nicht reden willst, Brand, dann soll halt der Franzl selber mit der List reden. Unb dann hat er uns eingstaden für morgen, zum Mittagessen." „Was d’ nit sagst! Und du hast mit der List noch gar nicht grebt? (Fortsetzung folgt.) Der Bücherkikah. Von Friedrich Bischof f*. Aus dem Boden, zwischen Kram und Plunder, Wo ich eines Tags die Truhe fand, Deren Schloß, ein schmiedeeifern Wunder, Meiner Knabenhand nicht widerstand Sah ich, als ich ängstlich näherrückte, Schnell den Deckel hob, von Staub umraucht. Und mich in die Truhentiefe bückte — Bücher liegen, spinnwebüberhaucht! Nun, ich lernte schon mit Fleiß der Oder Nebenflüsse mit gespitztem Mund, Doch, was hier lag, grau in Mulm und Moder, War ein abenteuerlicher Fund. Hohl begann mein Herz zu pochen, Wie im Truhenholz der Totenwurm. Ach, es klopfte mir noch viele Wochen, Als ich las mich in den Bücherturm. Band um Band, zerschlitzen manche Seite, Keiner drunter, den ich nicht bezwang: Aus der Lebensenge in die Weite Schwang die Welt in Satz- und Strophenklang! Alte wundersame Trostgeschichten Fanden sich in dem „Kalendermann", Und bei Holteis schlesischen Gedichten Fing es selbst in mir zu dichten an. — Lichtstrahl äugte in die Spinnwebecke, Mäuslein huschten, Zwerg um Zwerg. Wo ein Knabe traumtief nn Berstecke Saß in seinem Bücherberg. Was er las — es ist vergessen. Was es wirkte — es lebt fort. Wie die Sterne, ungemessen, Glänzt aus Träumen uns das Wort! Silberpelz. Ein Märchen von Hans Friedrich Blunck. Da war einmal ein Maulwurfskönig, her hatte ein großes Reich md mutzte viel reifen. Er nahm meist nur wenige Knechte mit sich, o, oft fuhr er ganz allein, um unauffällig nach dem Rechten zu fehen. Das war gewiß nicht ungefährlich. Er hatte aber auch Gutes davon md hörte und sah vielerlei, was andere nicht erfuhren. So ist es König Tiiberpelz zugestoßen — Silberpelz hieß der Knirps —, daß er sich eines Tages in einem Garten hochgrub, in dem, durch eine Schildwacht von iinf Unholden umstellt, eine gefangene Hollentochter wohnte. Die wilden Dlänner sahen den Kleinen nicht. Die Frau aber wurde seiner gewahr; >! sagte chm ihr Leid an und bat flehentlich, er möge ihr einen jungen Burschen schicken, der ihr hülfe. Aho, wie soll ein armer Maulwurf das wohl bewerkstelligen? Silberpelz versprach, sein Bestes zu tun; es war ein hübsches junges Ding, das da in feiner grausamen Einsamkeit lebte, Md er hatte Mitleid. Wann aber ist seinesgleichen mit einem von den Menschen vertraut? Eines Tages ist unser Freund dennoch mit ihnen zusammengeraten; tobet hat er keine guten Erfahrungen gemacht, hat indes einiges gewonnen. Einmal nämlich, als er es sehr eilig hatte und weit, weit von seiner Hauptstadt über Land reifte, hat ihn ein junger hungriger Bursch erwischt, der war auf Kleinfang aus! Blitzschnell hat er den armen Ueber- wschten auf den Rücken geworfen und wollte ihn schon erschlagen, da |al) er, daß dieser sonderbare Maulwurf einen silberweißen Pelz hatte; tr nahm ihn auf und wunderte sich. , . .Halt mich nicht auf", sagte der König böse, „ich hab kerne 3eit! Der Junge war sehr erstaunt, daß ein Maulwurf in feiner Sprache |u reden vermochte; er wußte ja nicht, wen er vor sich hatte. „Halt wich nicht auf", sagte Silberpelz noch einmal, „ich Helf dir auch weiter! Run gehörte der Bursch, der Silberpelz gegriffen hatte, einer Bande flimmer Gesellen an, die den Wald unsicher machten; er war aber wider Willen unter ihnen und suchte seit langem nach einer Gelegenheit, ihnen zu entkommen. Wie ein Maulwurf ihm dabei helfen sollte, •ermodjte er sich nicht vorzustellen; er knotete ihn deshalb in em Tuch Md steckte ihn in die tiefste Tasche, um zu überlegen, was er beginnen Am Abend, als die Spießgesellen in ihrer Schenke saßen merkte nun le- Räuberhauptmann, daß sich in des jüngsten Gesellen Tasche etwas iemegte; er hielt ihn darauf an und ließ sich den Fang zeigen. Als er lab ei hörte, daß dieser Maulwurf wie ein Mensch zu reden verstand, Mhm er ihn dem jungen Burschen weg, rief feine Leute um den Tisch, tonst der Gefangene nicht entkommen könnte, fetzte den armen Silber- ftiz in die Mitte und sprach ihn an: „Wer bist du", schrie er mit tiefer Stimme. „Ein Hexenknirps wahr- jheinlich, den man am Spieße rösten sollte." Der Gefangene schwieg, er war zu stolz, auf solche Worte zu ant- ärrten, und sah um sich, ob er wohl irgendwo über den Tischrand ent- j * Wir entnehmen dieses Gedicht dem „Spiegel", der Hauszeitschrift des Rutschen Verlages und des Propyläen-Verlages, Berlin. wischen könnte. Aber was er auch versuchte, die bösen Kerle hielten ihn fest und machten sich noch eineu topajj aus seiner Rot. Rur dem Jüngsten, der chn gefangen hatte, tat er leid. Und das alte Weib, das die Räuber bediente, warnte die Herren, dieser Gefangene fei ihnen über, sie sollten sich vorsehen! „Wir werden ihn auf den Jahrmarkt bringen und teuer verkaufen", schrie der Hauptmann, „aber vorher wollen mir selbst unseren Jux an ihm haben." „Fragt ihn doch, wer er ist", mahnte der junge Bursch, „vielleicht kann er euch im guten besser dienen, als wenn ihr ihn verkauft." „Ach ja", spottete der Alte, „wir sind unser ja auch nur sechs und brauchen einen siebenten Spießgesellen. Vielleicht wird uns der Kleine gegen die Soldaten helfen, wenn sie uns fangen, oder er wird den Henker in die Zehe beißen, wenn wir unterm Galgen stehen?" „Frag ihn, ob er sich nicht auslösen kann", bat der junge Bursch; er hatte jetzt ein rechtes Grauen vor den andern und wäre am liebsten mit seinem Fang auf und von bannen gegangen. Als er merkte, daß die Räuber uneins waren, dachte der Maul- wurfskönig an die fünf wilden Kerle, die vorm Garten der armen Hollentochter Schildwacht hielten. Er nahm sich vor, den Schelmen die rechte Antwort zu geben. ,Hör", sagte er zu dem Jungen, „ich weiß nicht, wer der Grobsack ist, der da auf mich einredet. Er könnte ja erst einmal seinen Namen nennen; ich bin nämlich der Maulwurfskönig." Als sie ihn so reden hörten, fielen die einen in ein gräßliches Gelächter, die anderen aber verlangten, man solle solch feinen Herrn ordentlich bhandeln. „Wenn ihr mich freigebt", fuhr Silberpelz fort, „so will ich euch eine Burg verraten, in der sah ich so viele Schätze, daß keines Menschen Auge die Pracht aushalt. Ihr müßtet nur mit den Wächtern fertig werden, dabei kann ich euch nicht helfen." Die Räuber wurden neugierig. Wieviele es denn wären, fragten sie. „Oh, fünf baumlange Unholde." Ob sie auch Pistolen hätten. Nein, Pistolen hätten sie nicht, aber riesige Arme und dicke Knäste zum Schlagen. Und in fünf alten Eichen wohnten sie, nur die Kräftigsten könnten Urnen überkommen. Das wollten sie wohl einmal versuchen, sagten die Räuber und ließen sich weiter von den Schätzen erzählen, die Silberpelz im Garten der Hollentochter gesehen hatte, von goldenen Blättern und Reisern, kupfernen Dächern mit Edelsteinen besetzt, — was gab es da alles! Je mehr sie aber davon hörten, um so gieriger wurden die Ungesellen, knirschten schon mit den Zähnen, schlugen ihre Messer in den Tisch und verlangten am Ende, daß der Maulwurf sich gleich und sofort auf den Weg mache und sie führe. das war ihm doch sprechen! Aber Er hieß nicht, laßt euch lieber jeden Tag hundert aus feinem Volk ver- Da hobt ihr was davon!" der Räuberhauptmann hatte sich schon seinen Plan gemacht. „Ihr seid schön dumm", riet die RäUberalte. „Merkt ihr denn nicht, daß er alles nur erfunden hat, um euch ausreihen zu können? Glaubt Gesicht zu rauben. Silberpelz war deshalb besorgt um den jungen Räuber, der ihn in der Tasche trug und dem er Dank schuldete. „Hör, Freund", flüsterte er chm zu. „Rund um den Hollergarten ist noch ein großer Graden. Du muht nun achtgeben. Sobald deine Gesellen schießen, mußt du mit aller Kraft voranrennen und die Zugbrücke gewinnen. Wenn sie sich erst geschlossen hat, gelangt ihr niemals in den Garten." „Das ist ein guter Rat", antwortete der Hauptmann, der mißtrauisch war und immer abhorchte, was der Kleine sagte. Gerade da sahen sie eine Lichtung vor sich, hinter der lagen wirklich ein Graben und ein Gartentor mit einer hohen Brücke Silberne Bäume, bis in die Wolken gewachsen, schimmerten darüber. Die Räuber waren erst noch sehr vorsichtig; als sich aber nicht das geringste zeigte, und nur die fünf hohlen Eichen r" ""‘"2'...... " a“ hoben auf einen Befehl ihre Pistolen und rannten, jeder auf einen der Feinde zu, den der Hauptmann . „ . hatte. Der Jüngste ober nahm allen Mut zusammen und lief quer über die freie Bahn zum Schlotztor. Nun den Räubern ist's nicht gelungen. Die Pistolen, die sie ab» brannten taten den Unholden in den Eichen nichts an. Dafür wurde jeder von ihnen, als er kaum in Reichweite der Bäume war, von einem Riesenwächter umschlungen und wie eine Fliege im Spinnennetz ge= freien. Die Köpse aber sind übriggeblieben, die haben die schlimmen Gesellen sich selbst aufgetan. Der jüngste der Räuber ist nach dem Rat von Silberpelz mit oem Kleinen in der Tasche bis über die große Zugbrücke gelangt Kaum war er im Schloßgarten, da hat es, als e, mur eben den Fuß hinein- gesetzt hatte, einen fürchterlichen Lärm gegeben; die Erde ist geborsten. die Gesellen sich bis an die Zähne bewaffnen, befahl alle zu laden und lieh den jüngsten und schwächsten — vor der Zugbrücke aufragten, verteilten sie sich, ihre Pistolen und rannten, mit großem Geschrei ihnen bezeichnet Pistolen der Bursch, der den Maulwurs gefangen hatte — in der Mitte gehen und den Herrn König in feiner Tasche h-alten. Die Tasche nähte er zur Vorsicht soweit zu, daß nur das rote Schnäuzchen von Silberpelz herausschaute. Sa mußte der Kleine den Räubern den Weg weisen. Als sie die ganze Nacht marschiert waren — das Reich eines Maulwurfkönigs ist ja viel größer, als unsereins denkt — und schon sieben Wälder durchwandert hatten, tarnen sie wirklich über drei Zauber tufen zu einem unbekannten Hagen, den hatten sie alle noch nie ge ehen. Silberpelz aber, der den Weg genau kannte, zeigte ohne viel Umstände einen Pfad, der, wie ein Irrgarten Kreuz und quer durch Felsen und Dornen lief. Kein Mensch hätte sich darin zurechtgefunden. Und er hörte mit seinen seinen Ohren, daß der ganze Wald sich über die fremden Eindringlinge erstaunte, daß sogar die Hollin in ihrem Garten auswachte, und daß sich die riesigen Schildwächter vorm Tor zum Kampf rüsteten. @s waren aber Unholde, die selbst gern unter die Menschen gegangen wären und dazu nichts brauchten, als einem Menschen das eingekleidet hat, was nächsten Sonntag ge- sich Zigaretten kaufen zureißen. — Er erzählt weiter: Den anderen habe ich aber zugerichtet, diese Schmeißfliege, diesen Das Gesicht habe ich ihm zerkratzt, in den Cr verbringt also seine Freizeit im Bett. Aber wenn ihn die Vorsehung wieder neu mit Hilfe der Madonna und aller Heiligen bis schehen wirds kann er aus den Pimio. Dort ist das Kasperletheater, dort kann man Tot — wirklich tot? Ja, wie es denn das bloß möglich? Nach zwei Stunden wissen wir auch nicht mehr, als daß er tot i|t uvd schon fovtgebracht — . . Nach drei Stunden ist er wieder da, mit verbundenem Kopse, glühend vor Heldentum — Schreiend, gestikulierend erzählt er: „Fragt die Nachbarn, Signora, wie ich mich für Euch geschlagen habe, wollt Ihr das Loch in meinem Kopfe sehen?" Mit aller Gewalt muß er gehindert werden, sich den Verband av- und die Gerechtigkeit! — „Wer hat dich denn verbunden?" fragen wir teilnahmsvoll. Nun wird Antonios Bericht sachlich: Mit dem Auto hätten sie ihn zur Unfallstelle geschafft! Schön eim gesaut hätte er das Auto mit Nasenbluten, was er sich ebenfalls noch zugelegt habe. Der Bericht ist nun zu Ende, und Antonio geht Teller waschen Nach der Abheilung seiner Wunden ist unser Held eines Tages verschwunden — verschwunden mitsamt 5 Lire, die er sich aus dem Küchenschrank gemaust hat. Heute früh ist er wieder da und soll wegen dieses Diebstahls davon- gesagt werden. „Gut — jagt mich weg wie'n Hund." Mehr sagt Antonio, nicht. „Gnädige Frau", bettele ich bei der Hausfrau, „versuchen Sie es doch noch mal mit ihm! Und denken Sie an den Kopssalat!" Daß Antonio bleiben durfte, verdankt er dem Kopfsalat! — und Barrikadenkämpfer . . Es war kein Kampf um die Fahne, es ging um Kopfsalat! — Aber wenn man sich schon so einen festen Kopf Salat bei der Gemüsehändlerin gesichert hat — man bezahlt ihn doch mit seinem guten (Selbe, nicht wahr? — und da soll ein dreimal verflixter Bengel das Recht haben dürfen, einem diesen Kopssalat wieder fortzunehmen — wo bleibt da die göttliche Gerechtigkeit? Dann haben zwei kleine Mädchen an unserer Tür geläutet: „Ihr oder eine Tüte Eis. Und die Mädchen beobachten, die vorüberslitzen. Antonio tut dies mit Kennermiene. „Denk dir", flüstert er mir zu, „neulich treff ich eine in Trastevere (Bottsviertel) erst 14 Jahre alt und ganz allein auf der Welt!' „Na—na" mache ich, „ganz allein auf der Welt?" „Kannst es mir glauben! Und Beine hatte das Mädel!" Er schnalzt genießerisch mit der Zunge. „Also ich hab erst mal Zigaretten für uns gekauft und dann haben wir uns verlobt. Ich habe ihr gesagt, daß es wohl noch 'ne Weile dauern wird, bis wir heiraten können, aber wenn sie mir 'nen kleinen Zuschuß gäbe, könnten wir uns gleich die Ringe kaufen. Und dann hält mir Antonio feine schmutzige Pfote unter die Augen, an der ein dicker Ring aus Messing mit einem Edelstein aus grünem Glase prangt. Mit Inbrunst küßt er diesen Ring. „Na, wo blieb denn deine Braut nachher?" frage ich. „Was weiß ich", antwortet Antonio, „Hauptsache, daß wir verlobt ^'^Eine von Antonio schönsten Eigenschaften ist sein Musikverständnis. Manchmal stürzt er atemlos zu mir herein: „Fräulein, schnell, schnell, in der Oper machen sie die „Boheme oder die „Traviata!" , Das nachbarliche Radio überträgt natürlich weder die „Boheme noch die „.Traviata", sondern das Vorspiel zur „Götterdämmerung" Antonio muß nach einigem befremdeten Hinhorchen zugeben, daß diese „musica pesante", schwere deutsche Musik sei. ... Auch gut, dann pfeift er sich eben selbst was aus der „Traviata vor und deckt dazu den Abendbrottisch. Löffel und Gabeln werden kunterbunt über den Tisch gestreut ein Stoß Teller und die Wasserflasche kommt in die Mitte, schmierige Glaser werden im Kranz gestellt, so, fertig! Nie wird er es anders machen oder besser lernen! Wozu auch? , .... Bedeutung bei der ganzen Esserei hat doch nur der Augenblick, wo er sieht, wie groß sein Anteil beschaffen ist! Ist Antonio guter Laune, so unterhält er uns durch Abstngung schauervoller Lieder. Dann zieht er einen grünen Papierfetzen aus der Tasche, streicht ihn auf dem Knie glatt und beginnt in langgezogenen Lauten zu fingen! Gleich die erste Strophe versetzt.uns an den Schauplatz des Verbrechens, nach Amerika! * Adelina sul ponte de Neworke. Adelina auf der Brücke von Neuyork ist schon im zweiten Verse außer sich vor Wut, wozu sie vollauf berechtigt ist, denn ihr Lrau- tigam hat sie treulos verlassen, obendrein fühlt sie sich Mutter. Im dritten Verse erfolgt der dramatische Höhepunkt der Situation, indem sie dem Räuber ihrer Ehre eine Kugel in das rabenschwarze Herz schießt. j Im vierten Verse äußert sich Adelina so befriedigt über ihre Rache- tat, daß sie die Absicht ankündigt, die Nacht zu durchtanzen und damit zu beweisen, daß ihr die ganze Angelegenheit „wurscht" ist. An diesem Vorhaben wird Adelina leider verhindert durch einige Tommies, die sie im Schlußvers auf die Polizei befördern. Antonio hat auch noch ein zweites Lied auf Lager des Inhalts, daß er feiner Herzensdame energisch jede kosmetische Verschönerung verbietet und sie auch ohne „ausrasierte Augenbrauen" und Gesichtsmalereien für die Schönste im Lande erklärt. Bei welcher Behauptung er die Augen wie ein sterbender Mops verdreht und sein brajtes Jüngenmaul zu einem Kusse spitzt. Unser Heldensänger war neulich aber ein wirklicher Held, ein Heio Dann haben zwei kleine Mädchen an unserer Tür geläutet: Junge ist tot", haben sie berichtet, „und hier ist der Kopfsalat." Uns wird schwarz vor den Augen. aus dem Boden sind Soldaten aufgestanden, haben den „Burschen gegrüßt und ihren Herrn genannt. Diener meldeten sich, alle Wege sind lebendig geworden, und auf einem ist 'hm auch mit lustigem Gefolge ein hübsches Mädchen entgegengekommen und hat ihm als seinen Ve- ^Der Ärsche hatte nicht gleich Zeit für diese Dinge, die solch junge Dirn für wichtig hält; er wollte sich erst noch um seine Gesellen kümmern Aber von Räubern und Riesen war schon nichts mehr $u er« Een, rein gar nichts. Da ist der Junae im Zaubergarten gebl.eben und bat es auf sich genommen, ihn mit dem Fraulein zu hüten. Am besten hat die ganze Geschichte dem listigen Maulwurfkonch ge’ frommt. Zwar hatte er erst viel Angst, weil er alles von einer Eaf$e aus ansehen mußte, ohne seine Beine zu gebrauchen; danach aber erwies fein? Freund ihm an Gutem, was er nur erdenken konnte. Einen großen Wald und viele Felder hat er ihm geschenkt. Wenn ich mitunter eine Wiese sehe, die schwarz ist von Maulwurfshügeln, dann überlege ich ob sie vielleicht einmal zum Reich der verwunschenen Hollentochter gehörte und dem wackeren Silberpelz zugesprochen ist für den Dienst, den er dem jüngsten Gesellen geleistet hat. Oer Naqgazzino. Von Sabine Philippi, Rom. Was ist eigentlich ein „Raggazzino"? «u finden ist er jedenfalls in vielen römischen Familien, die sich kein Dienstmädchen leisten können. Er ist meistens 14 oder 15 Jahre alt und Dienstmagd, Laufjunge, Kindermädchen und Kammerdiener alles m einer Person. Unserer hieß Antonio. Antonio ist ein schöner Name — keineswegs so schön ist der Be- iike'r dieses Namens —, abstehende Ohren — strubbelige Haare über einer niedrigen Stirn - eine Himmelfahrtsnase und pfiffige, grun- schillernde Aeuglein — so ist Antonio. . Er stammt aus einem abgelegenen Abbruzzendörfchen, und dieses soll zu seiner Entschuldigung dienen. Was ihm unter die Füße kommt, tritt er zuschanden, was er in die Hände nimmt, läßt er fallen, seine Stimme ist ein Oegurgel, benn €r spricht grundsätzlich nur die Hälfte der Silben aus, die em Wort hat. Er ist ganz brauchbar als Dienstmädchen, er kann Beiten machen, eine Waschschüssel säubern und eine Stube ausfegen. Fegen tut er mit Begeisterung. Zwei Besen im Monat muß man Antonios wegen kaufen. lieber die Papierschnitzel in meinem Zimmer oder die Stofsetzen, welche die Schneiderin hinterlassest hat, ist er sichtlich hocherfreut. „Mach man ordentlich Dreck bei dir, bas gefällt mir an dir", flüstert CI Mst^ gefällt allerdings weniger an ihm, wenn er fein schmutziges Taschentuch auf meinem Frühstückstablett liegen läßt. Aber das sind, wie gesagt, Kleinigkeiten, an denen sich große Geister nicht zu stören brauchen. Sonntags erhält Antonio sein Taschengeld, eine ober zwei Lire! Ob er wirklich ausgehen kann — auf den Pincio — den Sammelplatz aller sonntäglichen Spaziergänger, oder ins Kino, das hangt freilich von der Beschafsenheit seiner Hosen, seiner Schuhe und seines Woll- ^SeYn Körper ist nämlich ein wandelndes Altwarengeschäft, er trägt Schuhe aller Gattungen, alte Lackschuhe und zerrissene Tennisschuhe, ausgediente Reitstiefel und Filzlatschen. Niemals passen ihm diese Schuhe, gibt es überhaupt Schuhe, die ihm paffen? . , , _, , ., . Er trägt eben geduldig alles, was er kriegt, Schuhe, die^vorne das Maul aufsperren wie weiland der Fisch des Ionas, und »schuhe, die hinten ausklappen, fo daß er sie mit einer Kreuzverfchnürung von Bindfaden an den Füßen oefestigen muß Dazu trägt er ockergelbe Hosen, die er mit einem Riemen über den Hüsten befestigt, und einen ockergelben Sweater. Ockergelb ist überhaupt seine Leibfarbe! Sobald Antonio einen Sweater 14 Tage im Gebrauch bat, ist dieser n'.dit mehr in einem Zustande, den man mit „sauber" bezeichnen könnte, sondern eine Speisekarte von Oel- und Tomatenflecken, dazu nach Fisch und Stiefelwichse duftend und mit Schießscharten an den Ellbogen. Damit kann er natürlich nicht ausgehen, zumal am Sonntag. Sohn einer Hündin! v— —, «------- Daumen habe ich ihn gebissen, der ganze Gemüsestand ist dabei durcheinander geflogen! Ist das etwa meine Schuld? Es war der Kopfsalat Derantwortlich: Dr. Hans Thyrivt. — Druck und Verlag; Brühlfche UniverfttätSdruckerei «.Lange, Gieße«.