Eichener Zamifienblätter Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger Jahrgang 1957 Zreitag, den 50. April Nummer 55 Dev GtechNn Roman von Theodor Kontane 26. Fortsetzung. „Und all das, was ich da so hergezählt, umfaßte zeitlich ein Jahrhundert. Da waren wir den andern voraus, mitunter geistig und moralisch gewiß. Aber der ,Non soll cecko-Adler' mit seinem Blitzbündel in den Fängen, er blitzt nicht mehr, und die Begeisterung ist tot. Eine rückläufige Bewegung ist da, längst Abgestorbenes, ich muß es wiederholen, soll neu erblühen. Es tut es nicht. In gewissem Sinne freilich kehrt alles einmal wieder, aber bei dieser Wiederkehr werden Jahrtausende übersprungen: wir können die römischen Kaiserzeiten, Gutes und Schlechtes, wieder haben, aber nicht das spanische Rohr aus dem Tabakskollegium und nicht einmal den Krückstock von Sanssouci. Damit ist es vorbei. Und gut, daß es so ist. Was einmal Fortschritt war, ist längst Rückschritt geworden. Aus der modernen Geschichte, der eigentlichen, der lesenswerten, verschwinden die Bataillen und die Bataillone (trotzdem sie sich beständig vermehren), und wenn sie nicht selbst verschwinden, so schwindet doch das Interesse daran. Und mit dem Interesse das Prestige. An ihre Stelle treten Erfinder und Entdecker, und James Watt und Siemens bedeuten uns mehr als du Guesclin und Bayard. Das Heldische hat nicht direkt abgewirtschaftet und wird noch lange nicht abgewirtschaftet haben, aber sein Kurs hat nun mal seine besondere Höhe verloren, und anstatt sich in die Tatsache zu finden, versucht es unser Regime, dem Niedersteigenden eine künstliche Hausse zu geben." „Es ist, wie Sie sagen. Aber gegen wen richtet sich's? Sie sprachen von .Regime'. Wer ist dies Regime? Mensch oder Ding? Ist es die von alter Zeit her übernommene Maschine, deren Räderwerk tot weiter- kloppert, oder ist es der, der an der Maschine steht? Oder endlich, ist es eine bestimmte abgegrenzte Vielheit, die die Hand des Mannes an der Maschine zu bestimmen, zu richten trachtet? In allem, was Sie sagen, klingt eine sich auslehnende Stimme. Sind Sie gegen den Adel? Stehen Sie gegen die ,alten Familien'?" „Zunächst: nein. Ich liebe, hab auch Ursach dazu, die alten Familien und möchte beinah glauben, jeder liebt sie. Die alten Familien sind immer noch populär, auch heute noch. Aber sie vertun und verschütten diese Sympathien, die doch jeder braucht, jeder Mensch und jeder Stand. Unsre alten Familien kranken durchgängig an der Vorstellung, ,daß es ohne sie nicht gehe', was aber weit gefehlt ist, denn es geht sicher auch ohne sie: — sie sind nicht mehr die Säule, die das Ganze trägt, sie sind das alte Stein- und Moosdach, das wohl noch lastet und drückt, aber gegen Unwetter nicht mehr schützen kann. Wohl möglich, daß aristokratische Tage mal wiederkehren, vorläufig, wohin wir sehen, stehen wir im Zeichen einer demokratischen Weltanschauung. Eine neue Zeit bricht an. Ich glaube, eine bessere und eine glücklichere. Aber wenn auch nicht eine glücklichere, so doch mindestens eine Zeit mit mehr Sauerstoff in der Luft, eine Zeit, in der wir besser atmen können. Und je freier man atmet, je mehr lebt man. Was aber Waldemar angeht, meiner sind Sie sicher, Frau Gräfin. Bleibt freilich, als Hauptfaktor, noch die Komtesse. Für die müssen Sie die Bürgschaft übernehmen. Die Frauen bestimmen schließlich doch alles." „So heißt es immer. Und wir find eitel genug, es zu glauben. Aber das führt uns auf ganz neue Gebiete. Vorläufig Ihre Hand zur Besieglung. Und nun erlauben Sie mir, nach diesem unserm revolutionären Diskurse, zu den Hütten friedlicher Menschen zurückzukehren. Ich habe mich bei dem alten Herrn nur auf eine halbe Stunde beurlaubt und rechne darauf, daß Sie mich, wenn nicht bis ins Museum selbst (das dem Programm nach besucht werden sollte)^ so doch wenigstens bis auf die Schloßrampe begleiten." - 30. Kapitel. Lorenzen tat, wie gewünscht, und auf dem Wege zum Schloß plauderten beide weiter, wenn auch über sehr andere Dinge. „Was ist es eigentlich mit diesem Museum'?" fragte Melusine; „kann ich mir doch kaum was Rechtes darunter vorstellen. Eine alte Papptafel mit Inschrift hängt da schräg über der Saoltur, alles dicht neben meinem Schlafzimmer, und ich habe mich etwas davor geängstigt. „Sehr mit Unrecht, gnädige Gräfin. Die primitive Papptafel, die freilich verwunderlich genug aussieht, sollte wohl nur andeuten dah es sich bei der ganzen Sache mehr um einen Scherz als um etwas Ernsthaftes handelt. Etwa wie bei Sammlung von Meerschaumpfeifen und Tabaksdosen. Und Sie werden auch vorwiegend solchen Seltsamkeiten begegnen. Anderseits ober ist es auch wieder ein richtiges historisches Museum, trotzdem es nur halb das geworden ist, worauf Herr von Stechlin anfänglich aus war." „Und das war?" „Das war mehr etwas Groteskes. Es mögen nun wohl schon zwanzig Jahre her sein, da las er eines Tages in der Zeitung von einem Engländer, der historische Türen sammle und neuerdings sogar für eine enorme Summe, ich glaube, es waren tausend Pfund, die Gefängnistür erstanden habe, durch die Ludwig XVI. und dann später Danton und Robespierre zur Guillotinierung abgeführt worden seien. Und diese Notiz machte solchen Eindruck auf unfern liebenswürdigen Stechliner Schloßherrn, daß er auch solche historische Türensammlung anzulegen beschloß. Er ist aber nicht weit damit gekommen und hat sich mit dem Küstriner Schloßfenster begnügen müssen, an dem Kronprinz Friedrich stand, als Katte zur Enthauptung vorllbergeführt wurde. Doch auch das ist unsicher, ja, die meisten wollen nichts davon wissen. Nur Krippenstapel hält noch daran fest." „Krippenstapel?" „Ja. der Name frappiert Sie, Das ist nämlich unser Lehrer hier, Liebling des alten Herrn und sein Berater in derlei Dingen. Der hat ihm denn auch das gegenwärtge Museum', das man als Abschlagszahlung auf die ,historischen Türen' ansehen kann, zusammengestellt. Außer dem angezweifelten Fenster werden Frau Gräfin noch ein paar phantastische Regentraufen finden und vor allem viele Wetterhähne, die von alten märkischen Kirchtürmen herabgenommen wurden. Einige sollen ganz interessant sein. Ich habe keinen Sinn dafür. Aber Krippenstapel hat einen Katalog angefertigt." Unter diesen Worten waren beide bis an die Rampe gekommen, auf der Engelke schon stand und auf die Gräfin wartete. Lorenzen empfahl sich. Aber auch Melusine wollte nicht gleich ins Museum hinaus, zog es vielmehr vor, erst unten in das große Gesellschaftszimmer einzutreten und sich da zu wärmen. Engelke machte sich auch sofort am Kamin zu schaffen, was, der Gräfin gut paßte, weil sie noch manches fragen wollte. „Das ist recht, Engelke, daß Sie Kohlen aufschütten und auch Kienäpfel. Ich freue mich immer, wenn es so lustig brennt. Und oben im Museum' wird es wohl noch kalt sein." „Ja, kalt ist es, Frau Gräfin. Aber mit der Kälte, na, das ginge am Ende noch, und der viele Staub, der oben liegt, das ginge vielleicht auch noch: Staub wärmt. Und die Dachtraufen und Wetterhühne tun auch keinem Menschen was ..." „Ader was ist denn sonst noch?" „Ach, ich meine bloß die verdammten Dinger, die Spinnen ..." „Um Gottes willen, Spinnen?" erschrak Melusine. „Ja, Spinnen, Frau Gräfin. Aber so ganz schlimme sind nich dabei. Solche mit’m Kreuz oben hab ich bei uns noch nich gesehn. Bloß solche, die Schneider heißen." . „Ach, das sind die, die die langen Beine haben." ,Ja, lange Beine haben sie. Aber sie tun einem nichts. Und eigentlich sind es sehr ängstliche Tiere und verkriechen sich, wenn sie hören, dah aufgeschlossen wird, und bloß wenn Krippenstapel kommt, dann kommen sie alle raus und kucken sich um. Krippenstapel, den kennen sie ganz gut, und ich hab auch mal gesehn, daß er ihnen Fliegen mitbringt, und machen sich dann gleich drüber her." „Ader das ist ja grausam. Ist es denn ein guter Mensch? ”,0 sehr gut, Frau Gräfin. Und als ich ihm mal so was sagte, sagte er: ",Ja, Engelke, das is nu mal so: einer frißt den anderen aus.'" Das Gespräch setzte sich noch eine Weile fort; dann sagte Melusine: „Nun, Engelke, ist es ober wohl die höchste Zeit für das Museum, sonst komm' ich zu spät und seh und höre gar nichts mehr. Ich bin nun auch wieder warm geworden." Dabei erhob sie sich und stieg die Doppeltreppe hinauf und klopfte. Sie wollte nicht gleich eintreten. Auf ihr Klopfen wurde sehr bald von innen her geöffnet, und Krippenstapel, mit der Hornbrille, stand vor ihr. Er verbeugte sich und trat zurück, um den Platz freizugeben. Aber Melusine, deren Angst vor ihm wiederkehrte, zauderte, was eine momentane Verlegenheit schuf. Inzwischen war aber auch Dubslav herangekammen. „Ich fürchtete schon, daß Lorenzen Sie nicht herausgeben würde. Seine Gelegenheiten, hier in Stechlin ein Gespräch zu führen, sind nicht groß, und nun gar ein Gespräch mit Gräfin Melusine! Nun, er hat es gnädig gemacht. Jetzt aber, Gräfin, halten Sie gefälligst Umschau: vielleicht daß Lorenzen schon geplaudert hat oder gar Engelke." , „So ganz im Dunkeln bin ich nicht mehr; ein Küstriner Schloßfenster, ein paar Kirchenreliquien und dazu Wetterhähne — lauter Gegenstände (denn ich bin auch ein bißchen fürs Aparte), zu deren Auswahl ich Ihnen gratuliere." Wofür ich der Frau Gräfin dankbar bin, ohne sonderlich überrascht zu fein. Ich wußte, Damen wie Gräfin Ghiberti Haden Sinn für derlei Dinge Dar bi bleh'lil IV rllbi'i IHlrfi' ,tlrt)l voiAitenlbolien ©rtimi »in«' V.lleiTclffunb» Drugime, lli, i|i H" Ijel, mm hh Ijiili "[<>it)l"l"i ©lege IKK 'Himm", raflit ’HI........... ... . , grlpirl Ipibe (lili1 „irlfleii |lnb Vlleilhei), |o bnhibi mir |le !)lrt .Derr von ’"led)(lfl, Irl) hum ibnrn ivlrbl b»lf»o, '•■!«> |lnb beflefll DiiMmi mm elim" Hmih", null rilfilr 'l)lrln|liir Dir Pmih, ohne sid) um liir mlhbllllgnihnt Wirte |elii" ©ihmrflei in Hlmmern, dir |r|il lt)iri Irlln uni rnhllil).' 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Niegenl'olschosl In« Vano Nicht hie mm Kiiniggriit) mih nicht hie mm ’JRgrn-fn-'l mir, «bei die von einem gleich geud'htiuen ege. 'n,,« vpnm 'ibn in) lebe ijort) und meine liebe Srt)miegertochler virrn- p„f„der miMurf I PerA wie Immer, macht den fiehner Nnb boAU diese Domen, beide non | Ich nimm flbrlgen« z»n»chsi Wl» »’W , '' H/. I'X uu,..,, iikbeneinhiblgreU Ma» Mr Mr.lsiu ongeht , .. . irlgrii und hl" mellet »Ium ftelllgm ' "'"'um >, i» bmui ’M" buhle her Ville, „wo, die torälln ongeht ©I« machen ftch» -II ,Huf und VI,m,1|,n el, sind seht ■init|)nl|<) " hurnftl® bequem, ’im/lor Die rnrüfln, wenn sich'» um dir Hunde,le, bu rflniit ui. Hellie«,IW,mm, her ibhllgr 'i,.'g"d'ch ....n N« r'u , ',, n „,'„(,|ch| „luh itibe. die Kornfsse, die ha« I-' l nb. m», im |.|| >,rii 'm IIIlli’It llli’i lll vl)f, 0.111 lf<) '*)H ’JuO)|lf 11 *1 I ■ • .....«- EAHclofiHt'lnAiir nhur hilf J B Ick Mn lern Besichtigung fml II,lpi'"i|l'i|"T ......«mild) eben hobel, her «"Mless» vi,mgu,l> mch','1 »ei||lmg.'i|,t)en 'Prugmtei mit hei ririnen ©laiiboile unh bei . obre«- .,,1,1 m/i, 'm irlgni 'Hille, »irilsin 'Vlelulliir, betnerken Sie Hirt hie 'l„id, fddjt niilei dem tirimiientiurg'ilch»» dtd" «« ndtfi, wie wenit e! blr Tlo'hl ilh........ ' ''lege bei ttedl hrtlin iibe, tu Ingen nudt.' D'ch e, » n II I|| mit. der ifllAljuf mit bei breiten Krempe Hehl lehr jl,Helfet, imn hii Hut. fth mein gute« hl echt geholten, ihn and) lp»i>ie > ,d Deisltlnstischen Dragun.', fefti„|ehen »Ibe, m.'lit prefmb Krlp|n.n- Popel lullt l,1(1)1« udssen, unh Ml, liegen hurl bet |ell «b unb 'lug In rill" "Hfl"! rteljhr. ülilirtllcheiweis« unsre eluAlge Nicht Mohr, K, If.peustotiel?" Dieser Hldjelle und uerbnigle llrt) , nie bell.", T>,II,teil", fuhr Tulmlau surf, nii'grn oder ui,hl rtmo «Im,ben, buh Id, inld; für berechtigt holte, hie fiele Wil meinem Museum In Wmb.- A" bbhigen (Htuh "i'igekehrl Och konn o so hoi mieherhiileu ,MiT|i)ietl|ltipel, Die l)obe„ da» Marl llnb mm bitte, ieben ©le hen 'Pmuen Ohrerselt« aUselmmber, mm um e« nach gmig I., llmml", hieglrllerschvlniingen ein nerssllugei f.hri ,11 d) t fein tonn 'Mibeibilihn o,m her '/seil bei hol m-m nicht, mih die grofien «lobellli« hissen einen Im ©11,1) und bemrlsen go, nicht» " Uni" diesen Worten Holle Mrlppen|lnpel blr den Megetisianb de» ©Irelt« bllbenhe 'ilirtleifohiu uiiet.e, In die pmd. genotnuieii, unb ol« r, loh hob Ide Ollilfln Ide, wie ho« In Ihm Notar log, bell vor gehn Mliml'eu und) so geflirchieien .fillegenllller' Ifingst In Hu peri geschlossen bolle ihm fieilld.lld) A'inblie, lieh e, „II, (llellenlmimlmim |rlm « " ■ l.mli- punriea ,m,h nicht lange mehl inm'len und sagte „3a, 3'1,111 (lini,in, bei ©Irelt schuielH mm (rfjuu sulunge, mir mli tun Trngonrr lltierlioiml (■oben unb peri um, ©led)lll, Mtire mahl |rf)mi Idngtl In ho« gegnei'lsche Vogei in hem l.h mit, Obn leln e, T urt-ebmii» stehn, llliergegmigeu, m,mn bi „n meine, inissensihuflllcheu OTelferimg seine befljlnhlge streiche billir 1 udjelmnb, einer nusm 'Heften und ein IDImm, bei nicht lei,hl iHobelsihiehl, Hut Mich in hieser ftrage glelrt) do« ’Hbillige gel'«ssen »r b„l i,im,lltl) hen "il In rti in,Igling geoogen, nun wo diese Welfi'iToniie !)■)! mimlld) bei, Hil In trrm,Igung dUAogni, non wo oieje meiinim , llmimii ©le stummi rni« hem meidgsten« humid« nml) bei alten n'iunllie mm 'm ihn" fliigel)lh‘laei, Dorfe flellln In her ’lleummr Do» Weglinvnt aber Du« stell bei rteljitiellllf mn ollen miheri mm bn« in (igintn i eglmeiii 'IMilriiei ('« ist ,il|" Mn Det sslingei scher, |nuhern ein M«i uerschei Dragoner, her, In fllegenbe, ('He, hie Noihricht mm hem “>lllii In lugt." nie „Wenn Id) |e eine richtige " d)lufi(ulgei img neun ©tieitigkeiten |t,mb nahe bemn nie mmen nbei AUlliirtlst menigsten« mi«ge|,(|lo|,eii ho belhr ©rt)we- |lein Mnngmb wie Melusine, wie Kinde, um einem Aliediinyespielzeug. 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Ilm stliis Hin bin,Heu Widhemm unb hlr 'Borbijfdjen Damen auf, um hen -sug hn um Heben IIIn Olronfee ,m||ler(e, nicht au verfilmnen <'« dunkelte schon, ober her Schnee (orgle für einen Pichtschinimei; so ging ,'« ,g." hie 'HirtilenbrlKe fort in nie Kostmilenoltee mit ihrem kohlen und „U" i Ifte t Oli Atvelge hinein WureiiAen mm noch Im e «hlasle jurÜrfgebUeben und iehte sich. ",,t miede' mmm au werden uns der Numpe mm « full unh Auglg gemesen - In hlr hlilbr be« Moinln«. hem ölten Dubeiou gegenüber Pies" bulle |rillen Nleerfchoum ungegündei und s.tb brlnmliib In hlr filOHime, blieb obei gmiA gegen feilte Memohnheit schmeiasum. mell eben nach eine dritte 'sie, sm, hn mm die 1)0,1 hen lieben«,milbigen Domen, Übei hie Ich 00«- Aiilnn", .« Ilm In seine, Seele hiilngle, gmiA Mtgrnfdieinfich nldit« baren „tollte Die I,ritte Perfon mm nolÜrUrti T .mir Mdeiheid Dir wollte nicht prertwi, VlnhrerfeU« muhte hm dum« her Versuch «Inet Roiwerfoilmi ge- ntodit weihen unh so grifs beim D,d,«b,„ A" den fflunheimmm« hinüber, um in ein pn,n Worten sein Vedouent borübel nu»jubr,l,fen, hast er dir ©ietieinntiblner nldit Hohr mH HermiAieHea h'nnen , Vugelke sei so sein bngegen geivefen Vin hie« Vedmiern wie’« her gaiiAen ©ortttone noch nldit anher« sein kannte kam ffon genug heran», aber hie Domino rnm i» hochgrodig U"stimmt hnh Hn selbst so nüchterne, ho« Veit, nd- lldie nur gfliig leise, nm gotlA obenhin sireifeiche Worte schon AUMibei mmen Vl.li lass hort, blese gebm ue Pelsrich", sagte sie, blrse T addr, von hem „Heu P.mplmmm bei hlr « .bladd bei Velpilg gemmmen haben fall, ©o wenigsten« er.iilblt sie beftiinhlg O'lne |d>ie.f(ld,e (fr,in blr am nicht In untre Ülesetlschiist passt Unb hobel Io fallt 3rt> kann »«''ichi leiben, mein, mir so mit (Memalt imd) oben i'tickeii sollen, ober diese Helfrich, bn« muh Ich sogen, Ist hrnn hort) auch nicht mein Mrsrtnnart Ort) holte h.i« UnterMblriben für ho« einzig Nichtig» Ves.heihene Verhältnisse, ober bestimmt gezogetw Clreiijen (Ooi(|»biing folgt ) war Friedel, das tSchaf. Von Heinrich Hauser. Vogelhochzeii. Volksweise. Es wollt ein Vogel HochMt machen In dem grünen Walde. Didiralala, didiralala, didirala, ralala. Der Gimpel war der Bräutigam, Die Amsel war die Braute. Der Auerhahn, der Auerhahn, Derselbig war der Kapellan. Die Meise, die Meise, Die sang das Kyrieleise. Die Gänse und die Anten, Das war'n die Musikanten. Der Seidenschwanz, der Seidenschwanz, Der singt das Lied vom Jungsernkranz. Der Kiebitz, der Kiebitz, Der macht dabei die schönsten Witz. Zaunkönig schreit, Zaunkönig schreit: Mit vierzig wird man erst gescheit. Das Dompfäsflein, das Dompfässlein Sein Bäuchlein füllt mit rotem Wein. Das Finkelein, das Finkelein, Das führt das Paar zur Kammer hinein. Der Uhu, der Uhu, Der macht die Fensterladen zu. Das Bachstelzlein, das Bachstelzlein Macht auf der Braut die Knöpselein. Die Fledermaus, die Fledermaus, Die zieht der Braut die Strümpfe aus. Brautmutter war die Eule, Nimmt Abschied mit Geheule. Herr Hennig krähet: Gute NachtI Nun wird die Kammer zugemacht. Didiralala, didiralala, didirala, ralala. Du „dnber eines Waisenhauses, nicht weit von Paris, schenkten Friedel dem Zirkusdirektor Sarrasani als Dank dafür, daß er sie alle in «einen großen herrlichen Zirkus eingeladen hatte. Wahrscheinlich war Friedel als eine gute Mahlzeit für den Direktor gedacht; denn Friedel ___damals ein Lämmchen, zart, lustig anzusehen, mit einem schwarzen Kopf, schneeweißem Fell und einem wiederum schwarzen Schwänzchen, m dessen Vibrationen er seine ganze Seele hineinzulegen verstand. Vielleicht wäre Friedel auch ein Braten geworden, wenn nicht am lag vorher im Zirkusstall ein Lama-Fohlen eingegangen wäre. Die Mutter litt; Lamas haben eine seine Seele und einen selbständigen Charakter — ihr Gesäuge schwoll, so daß es in Gefahr geriet, sich zu e ntzünden. Da die Lamamutter keinen Menschen an sich heranließ, und man ihr nicht mit Gewalt begegnen wollte, lieh der Direktor Friedel im die Boxe führen. Er setzte nicht viel Hosfnung in den unwahrscheinlichen Versuch, aber das Unerwartete geschah: das Lama nahm Friedel an Kindes Statt. Wenige Wochen später wurde der große Zirkus mit seinen hundert Lastautos und Wagen, mit seinen zwei riesigen Zelten, mit seinen 900 Tieren und 700 Menschen in Marseille auf zwei Frachtdampfer verladen i ur Ueberfahrt nach Südamerika. Hier, auf dem „Flaggschiff der Zirkus- Hotte, dem „General Santa Anna", auf dem ich damals als Matrose iuhr, lernte ich Friedel kennen. _ . , . . Während fast alle anderen Tiere an Deck und unter Deck eingesperrt m ihren Käsigen und Boxen hausten, erfreute sich Friedel einer großen Freiheit. Sein Lieblingsplatz war, als wir in die Tropen (amen, der Schatten unter dem großen Wohnwagen des Direktors, der festgezurrt und verkeilt fast die ganze Breite des Decks einnahim Es war ein: e- «nbers prachtvoller Wagen; ber Name „Sarrasani lief in großen elastischen Goldbuchstaben über bie Seitenroanbe, unb die Radnaben waren mit breiten Bändern von glänzend poliertem Messing eingefaßt. Hier beobachtete ich zum erstenmal, daß Friedel etwas Besonberes war. Htel war er, dieser Hammeljüngling. Darüber konnte kein Zweifel se n, >«enn er liebte es, sich in den Radnaben zu spiegeln und in dem Buch- «oben „I" auf der Wagenwand. Er konnte stundenlang vor seinem Spiege^ Stehen, den Kopf bald auf die eine, bald auf die andere 6cüe gelegt ,m Ausdruck wunderlicher Frage unb Koketterie. Er boxte auch gegen b e Näber mit ben schwellenden Knorpeln feiner Horner wie um sein Spiegelbild herauszufordern, unb vor bem großen „I , das " besonders liebte, richtete er sich auf die Hinterbeine auf unb leckte Zärtlich. 3n Montevideo wurde ber Zirkus ausgeladen. Cs gab Schwlerigkei en mit ben Gefundheitsbehörben, furchtbare Schwierigkeiten; um febes einzelne Tier mußte ein Kampf geführt werdem Da tfriebel nicht 3 igentlirfjen Akteuren gehörte unb feine Mission als PAg°kind des Lama “eenbet war, schenkte ihn Sarrasani zum Abschied unserm Kapitän. Als ber „General Santa Anna" seinen Bug ronntff? $u ber wellen Reise um bas Kap ber guten Hoffnung herum nach Java und Sumatra, ba schien Friebels Schicksal nicht mehr abzuwenden; Kapitän Ballehr war ein guter Mann, aber er war nicht sentimental unb aß gern Hammelfleisch. Es war ein Symbol, baß Friedel nun mit unseren brei kleinen Schweinen zusammen in einen Stall gesperrt würbe, unb er schien es zu verstehen. Er war ganz niedergeschlagen, und der Bootsmann meinte, er sehe aus, als ob er, wie so manches Mädchen, sagen wollte: „Erst hast bu mich unglücklich gemacht, unb nun willst bu mich nicht heiraten." Nun hatten wir an Bord einen alten Schmierer; er hieß Robert, ber gutmütigste Mensch unter ber Sonne. Er trug eine Brille, einen Selbstbau, von ben Gläsern abgesehen; er hatte "bas Gestell, äußerst massiv unb daher reichlich bick, sich selbst geschmiedet. Mit dieser Brille ausgerüstet und mit seinem zweiten Stolz, einem runden, steifen Hut, konnte man ihn die ganze Reise hindurch jeden Sonntagnachmittag die gleiche uralte Zeitung lesen sehen. Ein paar von den jungen Dachsen an Bord — und damals gehörte auch ich dazu — war es ausgefallen, daß Friedel und Robert einander im Gesichtsausdruck eigentlich sehr ähnlich waren. Um das einmal einwandfrei festzustellen und die Aehnlichkeit noch zu erhöhen, holten wir eines Vormittags, während ber Alte auf Wache war, Friebel aus dem Stall, fetzten ihm ben Hut auf unb bie Brille auf bie breite Nase unb befestigten beibes gut mit Jsolicrbanb. Wir hatten vollkommen richtig spekuliert: die Aehnlichkeit war schlagend. Friedel lief frei umher, steckte den Kopf in jedes Logis und wurde überall mit bem größten Hallo empfangen; befonbers die Heizer, Roberts Kameraden, lachten unb klatschten sich auf bie Schenkel, bah ihnen bie Tränen über die Backen liefen. Unb Robert, ber Alte, lachte gutmütig mit, als er von Wache kam, unb meinte, sein Porträt fei wirklich gut getroffen. Der Erfolg machte uns kühn: Friedel sollte auch von den „hohen Herren" mittschiffs bewundert werden. Wir brachten ihn aufs Bootsdeck, verholten uns hinter die Boote und allerlei Aufbauten und warteten ab, was nun geschehen würde. Wir hörten einen erstaunten Ausruf und gleiih darauf den schrillen Pfiff der Bootsmannspfeife. Der Läufer kam herbeigeeilt, und wir ermatteten schon ein Donnerwetter; aber im nächsten Augenblick dröhnte ein befreiendes Lachen über bie Brücke, ber Steuermann, der Ruders- mann, der Läufer, alle stimmten ein; denn Friedel, der weder Menfchen- furcht noch Rangunterschiede kannte — Friedel hatte seinen verlorenen Spiegel wiedergesunden. Diesmal war es das blanke Messinggehäuse des Kompasses. Friedel meckerte vor Glück; sein Schwänzchen zuckte; er sprang am Kompaß hoch, spiegelte sich von allen Seiten, beleckte bas Metall unb fing bann an, mit seinen jetzt schon stattlichen Hörnern den Kompaß zu boxen Mit der Brille und mit bem steifen Hut war er so ungeheuer menschlich unb so unsagbar kornisch, baß kein Mensch mit einem Funken von Humor bem Lachen hätte wiberstehen können. Kapitän Ballehr hatte Humor; Friebel würbe zunächst von der Speise- rolle abgesetzt und kehrte auch nicht in den Schweinestall zurück: Friedel blieb bei den Matrosen. , . . _ Er lebte bei uns im Logis; er aß, was wir aßen, ob es nun Salzfleisch war oder Erbsensuppe; er tränt, was wir tranken, ob Tee ober Kaffee mar ihm gleich. Er ließ sich Kunststücke beibringen wie ein Hund: er balancierte ein Stück Brot auf der Nase und schnappte es auf Korn- mando; er apportierte; er machte schön; unb zu Weihnachten trank er fogar — als Krone ber Dressur — Grog. Er war ein ßebenstunftler unb Himer als irgenbein anderes Schaf meiner Bekanntschaft. Soweit war alles gut und schön, aber Friedels trauriges Ende war nur binausaetooben. Der Kapitän hatte in keiner Welse zu erkennen gegeben, daß er etwa Hammelfleisch nun nicht mehr leiden konnte, und, was noch schlimmer war: Friedels reguläres gut er, bas ja nur für kurze Zeit berechnet war, ging zu Ende. Friedel hatte langst geschlachtet werben müssen, wenn er sich nicht inzwischen in so unnatürlicher Weise an unsere menschliche Kost gewöhnt hätte. Eines Abends, als auf der Back die Pfeifen glommen, geschah es, daß ein aufslammendes Streichholz zufällig die Hand unseres Schlachters befehlen. Diese Hand zuckte sofort zurück; aber wir hatten doch gesehen, daß sie in verdächtiger und fachmännischer Weise die Keulen des frieblid) in unserer Mitte ruhenben Friebel befühlt hatte. Vielleicht war bie Bewegung ein rein berufsmäßiger, sozusagen automatischer Reslex; uns aber befiel schwarze Ahnung, unb am anbern Morgen ging eine Deputa- tion von brei Mann, wie man sich ausbructt, „vor ben Kapitan . „Wir wollten nur sagen, Herr Kapitän, baß hier an Bort» einer Was? Aus meinem Schiff? Unb bavon sollte ich nichts wissen? "Cs hanbelt sich um Friebel, Herr Kapitän"