GietzenerZamilienbliitter Unterhaltungsbeilage zum Eichener Anzeiger Jahrgang 1957 Montag, -en 29. November Nummer 95 Der General Von Albrecht Schaeffer Copyright 1934 by Nüttey und Loentng Verlag, Potsdam 3. Fortsetzung. Nein, sie drehte sich weiter zu mir. Endlich hob sie mit abgewandiem Gesicht wieder die Hand und schob den kleinen weißen Bausch unter den Rockaufschlag aus meine Brust. Ich denke mir, so muß es sein, wenn es von jemand heißt: er bekam «Inen Herzschlag. Ihr Kopf senkte sich langsam, mich streifte der halbblinde Seufzer eines Lächelns; ihre Hand fiel. Doch wer den kleinen Vorgang angesehn hätte, dem wäre er fo einfach erschienen, wie wenn wir Eheleute gewesen wären oder Geschwister. Es war aber die letzte Minute: dort kam ihr Schwager, der heißbäckige Knirps lief auf sie zu, ich hatte Abschied zu nehmen. Später stand im Walde ein armer seliger Junge an einem Baunr, nun allein — nein, nie mehr allein, die Stirn am Stamm, und ein Schlag durchfuhr ihn: Sie hatte es getan. Sie hatte das einzige herausgefundsn, was mög- llch war ... Noch ein Schlag: sie war von der Station mit mir gegangen ... Und noch: den ganzen Nachmittag lang wußte sie, was ich wußte ... Und noch: ich war in ihr, wie sie in mir. Als ich damals ihre Hand umschloß, da war es für sie das gleiche ... Seitdem, in dem halben Jahr, hatte sie an mich gedacht — so wie ich an sie. Unaufhörlich, unaufhörlich. Ließ es sich denn ertragen? Klarheit und Nebel. Ihr, meine guten Kinder — wenn ihr an dieser Stelle eure Augen erhebt und über seinen krakligen Zeilen den verschrumpften Alten erkennt, der sie schrieb — da müßt ihr euch baldig abwenden, um nicht in sein respektables Auge hineinzulächeln. Denn nun müht ihr doch beide fragen: Wie? Was soll uns das? Eine sonderbare Historie! So viel Lärm — um ein Taschentuch? Die Berge kreißen — eine lachhafte Maus wird geboren. So viel Aufregung, so viel Empfindung — o seltsames Fähnrichsherz, erfüllt mit Zittern und Zagen — endlich eingehüllt in ein Taschentuch ... Dazu möchte ich wohl etwas bemerken. Was das Zittern und Zagen angeht, so wage ich es, die Ansicht eines immerhin in dreißig Gefechten Erfahrenen preiszugeben: daß Tapfer- feit keine Kunst ist für den, der nie vor Gruseln zerronnen ist. (Siehe auch Prinz von Homburg!) Nur darauf dürste es ankommen wann und wo man sich fürchtet, und wann und wo man den Mut beweist. Und in diesen beiden Wos, scheint mir, die sich in sehr verschiedenen Bezirken der Seele befinden, sind Grauen und Tapferkeit geheimnisvoll aneinander gebunden. Und weiter will ich sagen: , , c , ... In dem Jugendrevier — die großen leuchtenden Schmerzen, und die tiefen sternhellen Seligkeiten; all jenes wilde Wallen, Verzagen oder Erkühnen — ja, wo bleibt es einmal? Ist die Jugend verwelkt, stehen Mann oder Weib unter Früchten: spurlos scheint dann alles dahin Brandung und ' Stürme. Wir sind uns fremd geworden, und em Lächeln zurück fragt: Wozu? Und Antwort kommt: Illusion. Kinder, glaubt ihr das wirklich? . . Dann sagt mir: Wenn ein Gedicht, oder eine Musik, euch bis unten erschütterte; oder wenn nur ein Sommertag euch nicht nur dle Poren der Haut, sondern auch des Herzens austat, d°ß Himmelsbläue und Vogelsang hineindrangen und die tiefe fuße Sattheit von Heu u Eletscherlüften: wo blieb nachher ihre Spur? ,, , , - Denn in euer Sein ging das aus; es wirkt, es wa tet n euch es erbaut euch, klärt euch, vertieft euch — daß ihr nun seid, die ihr seid und wäre an jenem Tag nicht jenes gewesen, so wäret ihr anders. Aber ’br Uso 7uck die Jugend mit dem Glanz und Klang ihres Aufbruchs - sie säet nicht, sie erntet nicht, sie entfaltet ^ie^enschwiEn es .. orgu'j und sinkt flügellos in den Schlaf. Sie vergeht ohne Wirkung. Aber dem Geist des Lebens .ft olles ^kannt. Er fieh^vas Heilige wohl durch das Unheilige glanzen rote etn 9 B waches Auge im Zwielicht; und er sagt, was ich sagte. wackken Zieht eure Herzen groß — dann werde» alle Dinge euch uachwachse . Geschehen kann es freilich auch einem unter den vielen, daß er, was sie nicht wissen, leibhaftig erfährt. Ja, diesem oder jenem mag das Leben so gnädig sein, daß es ihm ein Höchstbegehrtes nicht schenkt, sondern ihn selbst es verdienen läßt. Kommt nun, seht einmal zu. Als ich mit meinem Schatz in der Brusttasche zum Forsthaus zurückkehrte, waren die farbigen Lichter erloschen und kein Mensch mehr zu sehn als die Kellner, die das letzte Geschirr forträumten. Daß der letzte Zug schon abgegangen sein mußte, war mir gerade recht. Ein Marsch zur Stadt, für meine Beine nur zwei Stunden und eine halbe noch bis nach Haus — mein Körper, der seine Kraft wieder hatte, lechzte nach einer Leistung, und wie frommte mir diese, dieser unendliche Weg durch Nacht und Wald, auf dem die tausendmal ungesprochenen Worte: Ich liebe dich dich, Ulrike, dich, dich! — nun tausendmal wiederholt werden konnten. Und ich sah sie im Wagen fahren — sie dachte an mich; ich sah sie in jeder Stunde des halben Jahres — sie dachte an mich. Ich sah sie an jenem Abend bei Tafel — sie nahm ihre Hand aus meiner, küßte ihr Taschentuch und legte es mir auf die Brust. Das brannte da — Kinder, wenn die Kraft der Klarheit, die mich auf jenem Heimweg füllte, eine Kraft der Klarheit, sage ich, der höchsten Erleuchtung des Lebens, mit einer irdischen Lichtkraft sich ausgewirkt hätte: die Menschen in den schlafenden Dörfern wären an ihre erhellten Fenster gesprungen und hätten da staunend einen wandelnden Leuchtturm erblickt. Nach diesem Heimweg bei meiner Kaserne anzulangen, war keineswegs nötig. Trotzdem lenkte ein Trieb mich dahin — von der Stätte der alten zu der meiner neuen Gemeinschaft, so daß ich mich unvermerkt in der tiefen Nacht am Geländer der Blumenanlagen befand, die den Platz -inmitten verzierten. Jenseits des Fahrdamms lag in der Laternenhelle dämmrig der lange graue Bau mit seinen Torbögen links und rechts zwischen Hauptbau und Flügeln. Das erleuchtete Zifserblatt unter dem Giebeldreieck wies auf halb drei Uhr — der Morgen war schon nahe. Aber der Flur hinter der offenen Tür unten war noch erhellt, auch die Kafinofenster oben waren es noch — ich erinnerte mich, daß irgend etwas gefeiert wurde, und einen Augenblick tat es mir leid, in meinem Zivil als Fähnrich mich dort oben nicht gesellen zu dürfen. Auch den Posten vor dem Eingang mit seinem Pallasch im Arm konnte ich leider nicht in die Arme schließen. Aber dann schwoll mir schon die Brust über das kleine Verlangen nach Frohsinn und Herzensberührung hinweg — zu einer mächtigen Welle der Zärtlichkeit, die den triften alten Bau mit allem, was drinn und drum war, Mannschaftsstuben, Exerzierplatz und Marstall überspülte. Diese feste, strenge, knochige Gemeinschaft, in der ich diente, durchsonnen und gefügt bis ins kleinste, in keiner göttlichen, aber einer Menschenordnung doch, die soviel wie menschenmöglich war, bedachte, um eine Mauer aus Leibern um Land und Volk zu ziehen, nach Menschenermessen kaum zu sprengen: darin ein Stein zu sein, eingefugt durch Vernunft, aber haltbar aus Liebe: das machte mich hart vor Glück. Er machte mich sehend, daß ich die Mauern durchdrang: da dämmerten lang hingereiht die schlafenden Rosse im Lämpchenschein, und in ihnen glimmten die kleinen Pferdeseelen, gutwillig und ergeben. Und die Jungens alle in ihren karierten Betten, im Dunkel der heißen Stuben, im Schweiß ihrer Schlafarbeit — Gott, sie leuchteten alle von Dummheit, sie lchliefen alle von Dummheit verklärt, eine unübersehbare Menge, für die es nur die vollkommen schlichte Erklärung gab, daß ich den Verstand für sie hatte: sie wären nicht dumm ohne mich, ich nicht verständig gewesen ohne sie. Ach, diese Kinder, beinah ganz ohne Denkvermögen, aber mit offenen Herzen, bereit zu jeder Güte und Niedertracht, je nachdem wie einer sie lenkte aber verführte.'Ich denke, du legtest ihnen da ein Gelöbnis ab. Degen sich nrich. Schon bewegte ich mich dann, um fvrtzugehn schräg über den Fahrdamm als der erleuchtete Hausflur sich von langen blauen Gestalten verdunkelte Stimmen schollen, der Posten vor das schwarzweiße Schilderhaus trat, und nun das ganze Rudel Offiziere herausspritzte. Sie kreisten da wunderlich rasch umeinander, stießen zusammen, entfernten sich und ließen fröhliche Laute hören. Kein Zweifel, diese befanden sich in einem heiteren Nebel, in den nun die Frische der Nachtluft blies; dach waren sie dazu erzogen, daß sie nicht umfielen. Während nun die meisten mit rasselnden Säbelscheiden rechtshin in der Nachtstille leiser und leiser wurden, ich selber unschlüssig stand, ob es den beiden, die nicht weit von mir vorbeigingen, gefiele, mich $u er= kennen, denn ihr Heimweg war auch der meine: da waren sie schon vorüber, und ich ging ihnen langsam nach. Beide Sekondeleutnants, der eine um Jahr, der andre nicht älter als ich, waren sie zwar kleiner, aber onft unter Männern beachtlich. Dünn und gerade in langen Röcken, schiefen Czapkas und mit klappernd schleifenden Säbelscheiden, bewegten sie sich derart vorwärts, daß sie drei Schritte machten, dort an einen unsichtbaren Widerstand prallten, sich sammelten und wieder voranstrebten. Dabei führten sie dieses Zwiegespräch, das ich belauschte: ,as für’n scheußliches X « z-tl |W aus—wachen! (Schluß folgt.) zier ist verpflichtet — außer bei Selbstbeschießung — ,Selbstbeschießung! Mensch, was'n Wort! Was für’n scheußliches Wort! Nu beschieß dich mal selbst! Bitte, beschieß dich mal selbst!’ Wir waren stehengeblieben, und ich drehte mich unschlüssig um. Die Sonne mußte schon im Aufgehen sein, die graue Helle begann, laut war im Schweigen der Straße das Tschilpen der Sperlinge. Sonst kein Laut. Einer der beiden kommandiert« „Weitergehen!’’ Aber nur sie gingen weiter, und während ich mich nun bewegte und von ihnen entfernte, hörte ich das Geklapper ihrer Säbelscheiden ferner und leiser werden, bis es erstarb. * „ ... . Langsam ging ich di« Sttaße hinunter bis zum Ende, wahrend es immer heller wurde, an den Fensterwänden emporblickend, und drehte um und ging wieder zurück und sah nun aus der anderen Straßenseite in einem zweiten Stockwerk die matte Helle eines erleuchteten Fensters. Ein letztes Zaudern — ich rief: „Hallo!" Unter diesem erleuchteten stand ein Fenster halb offen. Hier waren wie überall Vorgärten, aber dazwischen lag eine Einfahrt zu zwei Toren zweier aneinanderstoßender Häuser, die gleichförmig und aus gelben Ziegeln gebaut waren. Nun klang oben ein Fensterriegel, das erleuchtete Fenster wurde ge- öffnet von einer Gestalt, nur im Hemd, mit schlafwirren Haaren, die fragte mit ängstlicher Männerstimme: „Was ist denn los?" „3ft hier geschossen worden?" fragte ich dagegen. „Herrgott — haben Sie's gehört? Wir sind davon aufgewacht. Dann war es doch unter uns." Auf meine Frage, wer dort wohn«, erhiett ich keine Antwort, sondern die Gegenfrage, wer ich sei, worauf ich mich präsentierte und jener sagte, er komme herunter. Das Fenster oben war leer. Erst in diesem Augenblick, wo ich die Straße hinuntersah, spürte ich die Veränderung. Nicht als ich den Schuß hörte, als ich mich von den Kameraden trennte — sondern jetzt erst, in „Wer waren denn die — da stn Rinnstein — die zwei langen Grauen? Kamen mir so bekannt vor." » • „Kamen die dir bekannt vor? Mensch — dann waren s du Krosigks. „Was’n für Krosigks?" „ ,Na — die vom Rernent. Neue Fähnriche Krosigks. „Mensch, das ist doch bloß einer." „Du sagst doch, es waren zwei." . „. „3a, gesehn hab' ich zwei. Aber Krosigk ist einer — wenn er auch besonders lang ist." „Aber wenn es doch zwei waren. „Denn waren's edent nicht Krosigks." e „Nee, denn waren’s vielleicht doch nicht Krosigks. Sie verstummten. Endlich bemerkte der eine: „Er könnte ja’n Zwilling haben." „Wer?" ,Krosigk." t Mese^Erkmntnis"lieh sie lange verstummen. Aber die Frage ruhte noch ungeklärt in ihnen. Prächtige Burschen, sie gaben nicht nach m ihrem Nebel immer noch methodisch halsen sie sich vorwärts. Sie sagten. Wenn es aber Krosigks waren — warum haben die nicht gegrüßt? „Gegrüßt? Mensch, wie konnten die grüßen? Sie hatten ja keinen €abfiatten die keinen Säbel? Nee, dann konnten sie nicht." „Aber Mensch, wenn bas Krosigks waren — warum hatten die denn keinen?" . „ , . _ .,. .. Stille trat ein; endlich kam es im Erzton der Gewißheit: „Also waren's doch keine Krosigks." _ Wie ich aber nun grüßend zwischen sie trat, weil unser aller Weg um die Ecke zu biegen hatte, sie aber geradeaus roeiterfteuerten — da erstaunten sie sehr. Sie faßten mich an, betasteten mich und riefen verwundert: „Mensch, der ist ja zivil!" . „3d) hab' einen — hast du auch einen? „Mensch, das ist ja bloß einer!" .Aber ’n richtiger Krosigk!" „Aber doch ohne Säbel!" Ueber dies Wunderwerk der Aufklärung wollten sie nun bersten vor Lachen und hätten mit immer neuen Anfeuerungen: „Zivil!" und „Kem Säbel!" niemals aufgehört, wenn ich sie nicht mit eisernen Klammern meiner Hände davongeführt hätte. Ueber sie kam Stille; kaum daß einer nochmals kicherte: „Zivil", und der andre Echo gab: „Kem Sabel . Der Morgen graute nun schon, die Laternen brannten blasser, in den Vorgärten tschilpten die Sperlinge. Die Straße lag in ihrer Stille, graue Säulenveranden rechts, links die häßlichen roten und gelbem Backsteinfronten 3d) sah unweit die Erker und Balkons meines Hauses — bt« beiden wohnten noch tiefer unten —, als hinter uns ein Schuß fiel. 3ch jage: Es fiel ein Schuh. Genau genommen hatte ich sagen sollen: 3ch hörte einen Knall, allein: den Knall hörend, wußte ich, daß es em Schuh war, hinter mir; und wenn man mich nach der Waffe gefragt hätte, so wäre meine Antwort gewesen: Ein Karabiner. Denn die Klarheit und die Sttlle, die in dem Augenblick aus dem Kern meines Wesens bis an den äußersten Rand meiner Welt sich dehnte — die war von dem Knall so zerrissen, wie nur ein Schuß es vermochte. Ich war im Mark verletzt von dem Tödlichen — und blieb stehen und sagte: „Es hat geschossen.” „Du haft geschossen? Mensch, wie kannst du jetzt schießen?" 3ch sah in dem Morgengrauen die beiden schlaftrunkenen Gesichter und sagte: „Ich nicht — jemand hat geschossen. Es war hinter uns." „Denn geht uns das gar nichts an." ,,3d) glaube, es geht uns doch an." „Fähnrich — du hast hier nichts zu glauben. Kern preußischer Offt- dem Stillstand des Wartens zog es sich um mich jufammen, twßich auf einmal fror. Da lag diese Sttaße, mir, solange ich denken konnte, vertraut bie grauen Säulenveranden zur Rechten, d« roten Hauser mit gelben dazwischen links, ihre Erker Übereinander und die Balkon« oben — nun ging eine schreckliche Fremde und Bedeutsamkeit von ihr aus, wie sie dalag in der Stille der grauen Luft. Sie senkte sich etwas vor mir, an der tiefsten Stelle kreuzte eine Ouerstrahe, und pnseits links waren an der Hauswand undeutlich zwei bläuliche Gestalten. Aber im nächsten Nu waren sie nicht mehr da. Die Beklemmung einer unendttchen Verlassenheit schloß sich um meine Brust. Ja, mir war, als war« ich aus dem Leben herausgenommen und sähe es von außen an ... Da klirrte ein Schlüssel in einem Schloß; der Türflügel bewegte sich. 3n ber Türöffnung erschien ein kleiner, blasser und blonder Mensch, mit Hose und Nachthemd bekleidet, der vor Angst stotternd hervorbrachte, da müßte ein Unglück geschehen sein — er wäre der Hauswirt — unter ihm wohne Rittmeister — v , ,. . . Er nannte den Namen des Mannes, mit dem sie verlobt sein sollte. Darauf raffte ich mich zusammen, schaltet« mein« eigene Person und damit die letzt« Unsicherheit aus unb trat ein. Aus dem Torweg führten einige breite Stufen rechter Hand in das Treppenhaus. Das war noch dunkel. Im ersten Geschoß strich ich ein Streichholz an und erkannte bei der rasch verlöschenden Flamm« das Namensschild — und daß bie Wohnungstur Hande breit offenftanö. Der Hauswirt wollte nicht vorangehn; to betrat ich ta. »lur. 3d) will uns nicht lange aufhalten. Hinter M«, reich ausgestatteten Räumen sand ich im Schlafzimmer den Toten im Bedh das breit und prunkvoll inmitten stand - für meine zweiunbzwanzig ^^e kein ttich er Anblick. In dem fahlen Morgenlicht hing der Leichnam kopsunter über einer Blutlache; aus der Halswunde tropfte es noch. Ich hatte bis dahm keinen Toten, geschweige einen Ermordeten gesehn und weilte nicht langer als bis zu einem Blick in bi« gläsernen Augen. Der Hauswirt, der nur bis zur Tür gekommen war, fing so an zu schlottern und zu schluchzen, daß er M nichts zu gebrauchen war Ws ich mich selber leidlich gefaßt Hatte und den Gedanken aussprach, daß wo ein Ennordeter auch ein Mörder sein muffe (prang et vorn Stuhl, fdirie: „3d) lauf weg!" und „Polizei!", und ich konnte ihn kaum festhalten, um ihn zu bewegen, daß er statt zur Polizei zur Kasern« liefe, deren Hinterseite ganz nah war. Dann — kaum daß ich allein mar — überkam mich das ©rauen. Dieser Wechsel in meinem Innern, die Vertauschung von Lebenshohe und Todesab gründ war zu jäh. Eine Minute mag ich noch standgehalten haben; dann verlieh ich die Wohnung und stieg langsam treppunter. Plötzlich war mein Denken erloschen. 3ch setzte Mich auf ben tn bie Torfahrt führenden Stufen, legt« den Kopf in die Hande und wollte das Vergessen« herausfinden, was ich zu tun hatte. Im Schädel dräust« «s, ich konnte mich erinnern, daß mir am vergangenen Tage etwas Un- glaubliches widerfahren war; ich wußte es nicht mehr. Und auf einmal erschreckend, erkannte ich, daß ich geschlafen hatte, und wußte nun, daß jenes Unglaubliche, Wunderbare nur Traum war. Aber nach diesen Schlafsekunden war mir nun besser. Ich stand aus — und da sehe ich zu meiner Rechten im Hof einen Lichtschein. Das Frühlicht schimmerte oben über den Dächern; in dem kleinen Hof» raum stand noch das Dunkel. Ich wußte, dieser Lichtschein dort bedeutete etwas; habe mich dann mit Namen und Rang angeherrscht, meine Pflicht zu tun, und bin hingegangen. Manern und Stallgebäude umschlossen den Hof. Das Licht fiel aus einem offenen Fenster zur ebenen Erde. Hingehend erkannte ich drinnen geweißte Kammerwand, an der Photographien hingen; weiter eine Kommode auf der das Kerzenlicht brannte. Dann stand ich vor dem Fenster und vor einem Mann in schwarzer Uniformhose und Hemd, der «men Karabiner auf mich anschlug — kein« drei Schnitt entfernt; so schmal war di« Kammer. Was folgt, ist mir unvergessen. 3d) kannte den Mann vor meiner Avantageurszeit her; nun war er zweifellos Bursche des erschossenen Rittmeisters — und sem Mörder. Er sagt« nichts, blickte nur auf mich aus kleinen, bos« entschlossenen Augen. Er war nicht groß und rotblond. Auf einmal wußte ich seinen Namen und fugte: „Rudolf — du hast deinen Rittmeister erschossen. Er zwinkerte mit den hellen Wimpern und sagte: „3a. Und nun werde ich dich erschießen." Wahnsinn — ober die letzte Verzweiflung? Ich sagte: „Rudolf — das wirst du nicht tun." — Er zwinkerte und flüstert« bann: „Warum — nicht r Da^mirbelte alles in mir und um mich her. Das Licht verviel- fachte sich und flog als schräge Lichtergarbe nach oben und zuckte wieder herab. Allmählich glättete es sich, die Dinge ruckten an ihren Ort — ich sah die Kommode, den Mann an der Wand und das Bett mit blaugewürfelten Kissen. Darüber hing ein Bild; es war nicht zu erkennen, aber darunter standen lesbar die Worte: „Jfelm ab zum G^Rudolf", sagte ich, ,chu wirst mich nicht niederschiehen wie einen Hund. Du läßt mich erst beten." „3awohl", sagte er, „beten. Aber nicht zu lange. „Drei Minuten." „Woll, drei Minuten." , 3d) fing wirklich an, lautlos im Innern: Vater unser, der du Mit— Aber das flog mir davon. Du muht denken, sagte ich zu mir, oemen, denken Aber bann war ich wieder leer — und nun wußte ich wieder, daß in) träumte. Hilf Gott — aufwachen — auswache«! Du mußt Jugendstilzierde von Fassade und einer garstigen Le Geburtstagsüberraschung Von Hans Ulbricht. Von der Vackkunst. Kleine Hausmusik auf der Spieldose. Don Otto Brües. Wie düstet doch der Tannenzweig, Fürsorglich angebranntl Die Mutter rollt den gelben Teig Mit ihrer flinken Hand. Sie reichert ihn mit Milch und Mehl, Nun ist er fest und zäh. Die Kinder stehen — meiner Seell — Großäugig in der Näh. Und aus dem Teig wächst Herz und Stern, Das Förmchen sticht schnipp-schwappl Zieht neue Wesen aus dem Kern.— Fällt denn kein Teilchen ab? Ach, ad) ... wer sagt denn, lieber Freund, (mit ziemendem Respekt) Daß gar gebacken und gebräunt Die Masse besser schmeckt? Die Kleinen, nach der Kindernorm, Denken: jetzt oder niel Nur Ungesormtes wird zur Form, Sagt die Philosophie. Die Mutter lächelt ... rollt vom Brett Zerzauste Schnitzel... lacht. So schnell härt' Fips, das Möpschen fett, Die Schüssel nicht leer gemacht. Wie unsere Kinder ihren Teig Verschlingen kurzerhand! Wie duftet doch der Tannenzweig, Fürsorglich angebrannt. Albert wohnte in der Mansarde eines vierstöckigen Hauses, das als Spekulationsbau an den Stadtrand gesetzt war und mit zwei kahlen lZiebelwänden, einer Jugendstilzierde von Fassade und einer garstigen Kiichenbalkonseite sich wie ein Ungeheuer vor der offenen Landschaft erhob. Durch sein Fenster sah Albert an diesem Abend den Vollmond über den Horizont in das Zwielicht der Dämmerung steigen. Doch erweckte das in ihm keine poetischen Gedanken, vielmehr verspürte er beim Anblick der goldgelben Scheibe einen jähen Appetit auf eine Honig- Ichnitte. Er war gerade mit dem Abschluß eines Briefes beschäftigt, der an einen guten Freund gerichtet war, und worin er sich bitter beklagte, daß er morgen zu seinem Geburtstage nicht einmal etwas zu essen habe. Dieser Brief war ein grimmiges und herzerweichendes Pamphlet gegen die Unbarmherzigkeit der Mitmenschen. , Angesichts des appetitanregenden Mondes behagte ihm das Grübern nicht sehr, er holte furzentschlossen Mantel und Hut aus dem Schrank, «och besaß er einige Groschen. Er hatte sie aufbewahrt für unerwartete Ereignisse, die er, ein sorgenvoller Mann, sich nur vorstellen konnte Mls aus dem Ungewissen der Zukunft dräuende Gespenster. Diese schien er nun geradezu herauszusordern. Denn er hatte sich plötzlich vorgenommen, für das letzte Geld Wein zu trinken, um dann m gehobener Stimmung den Bries zu vollenden. Er raffte die Briefblätter zusammen nnd steckte sie in die Manteltasche. . Am Markt angelangt, entschloß sich Albert, Nicht m den „Reichs- ibkr“ zu gehen, wo Handlungsreisende sich an den berühmten Menus xibten, sondern lenkte seinen Schritt nach dem Gasthaus „Zum tollen Achsen" hin. Die Sandsteinstufen zum Eingang des ^altersgeschwarz ten Eckhauses waren von vielen Tritten ausgehöhlt, und Albert wußte, daß viele hier im geselligen Tumult den Abendschoppen emzunehmen belebten. Als er die Türe aufstieß, zog chm ein Schwall TabaksqnMm entgegen, und er war zuerst ganz benommen von dem Gedröhn und Ge- «chwirre der Reden und Gelächter. Der eilfertige Kellner nahm ihm Hur xni) Mantel fort, schob ihn zu einem Tisch hin und brachte den -Usern, 'och ehe die Bitte darum richtig ausgesprochen war. An seinem Tisch saßen drei Männer, die sich m ein heftiges Ge- vräch eingesponnen hatten. Sie erhoben grollende Sttmmen, hämmerten Tisch mit geballten Fäusten und verschoßen unter den gespanntsn Augenbraue» hervor ihre Blick wie Pfeile. Ihren neuen Tlschgenos en -orderten sie mit drohenden Gebärden zur Bei ttmmuna au Em Unecht schien ihnen widerfahren zu sein. Verdutzt lauschte Alberi vernahm ;'as Wort „Verbrecher" und hörte sie weiterreden von „Hangen von -Vierteilen" und anderen qualvollen Hinrichtungsarten, mit welchen, die xuttelalterllche Justiz schlimme Vergehen sühnte. Es chauerteA^bert -m« Gänsehaut Überlief ihn. Ob er wollte oder nicht, sein« vom Wein ungeregte Phantasie gaukelte ihm greuliche Bilder vor, m dewen die iirvusamen Henker jener Zeit Menschen zersägten oder $u Br- schlugen. »Ein infamer Schurke!" begann der ein« der M°nner wi^er. „Einen neuen Hut zu stchlen!" pflichtete der zweite entrüstet bei. .LlufhängenN schrie der dritte, und der Mette nlckie ,.Me» zuvor rädern!" ,Lch hab's euch sofort gesagt", schnaubte der erste weiter, ,chi« ganze Stadt hier hockt voll Diebe! Sie stehlen euch noch das Hemd vom Leibe, wenn ihr nicht aufpaßt!" „Es soll uns einer unter die Hände kommen . .!* knirschte der dritte und zermalmte bedeutungsvoll eine leere Streichholzschachtel. Albert erfuhr, daß diesen aus der Durchreise begriffenen Pferde- inti> Viehhändlern in einer Wirtschaft ein Hut vom Garderobenhaken gestohlen worden war. Erbittert erwogen sie nun die Wiedereinführung schrecklichster Strafen für Diebe. Sie erhitzten sich für dieses Thema. Alle Zeiten und Zonen durchschnüsselten sie nach den blutrünstigsten Hinrichtungsarten. Als sie mit wahrer Wollust bei der Geschicklichkeit der chinesischen Scharftichter verweilten, wurde es Albert schlecht. Er rief nach dem Kellner, und seine Stimme klang, als flehte sie um Erbarmen. Noch ein anderer Grund machte seinen Aufbruch begrüßenswert. Die drei Gläser Wein, die er getrunken hatte, begannen sich verdächtig in ihm auszuwirken. Für Alberts Augen fingen die von der Decke hängenden Lampen an, seltsame Pendelbewegungen auszuführen, und ein Rest von Vernunft in ihm kämpfte mit der verrückten Vorstellung, daß die Glatzköpfe der Nachbarschaft sich anschickten, als lustig glänzende Kinderballons in die Luft zu steigen. Er zahlte, erhob sich und war glücklich, daß der dienstbeflissene Kellner seine schwankende Gestalt im schon bereitgehaltenen Mantel auffing. Donnerwetter, dachte Albert, als er auf die Straße mehr taumelte als trat, nun trage ich plötzlich auch Pelz am Mantel — oder bin ich nur so sehr b«[offen? Albert atmete aus, als er in die Dunkelheit und Wärme seiner Kammer tappte. Schnell riß er sich die Ueberkleidung ab, fühlte sich gleich behaglicher, und als er seine alte Petroleumlampe anzündete, lichtete sich auch der Nebel seines Rausches. Es fiel ihm ein, daß er den Brief vollenden wollte. Er hatte nun Grimm und Abscheu genug angesammelt, um die Epistel über die Grausamkeit der Menschen schön abzurunden. Wo waren die Blätter? Richtig, er hatte den Brief in den Mantel gesteckt! Albert wühlte im Lampendüster des Zimmers in seinem Mantel und wunderte sich, woher die Brusttaschen plötzlich Knöpfe bekommen hatten. Und was er hervorzog, waren keine Briefblätter, sondern fremde Papiere, davon er unter der Lampe die Adresse einer Postkarte zu entziffern versuchte. Er las: Alois Bautzenklapp, Pferdehändler. Wäre ihm in diesem Augenblick ein wilder Tatarenhäuptling als Geist erschienen, Albert hätte nicht heftiger erschrecken können. Er wurde bleich und wankte. Er schlug sich an die Stirn. Hatte er wirklich einem der Händler den Mantel gestohlen? Sie würden ihn psählen, aufschlitzen, ihn stückweis an ihre Hunde verfüttern, wenn sie ihn erwischten, ihn, Albert, den Dieb, für den sie ihn halten muhten. Es war zuviel für Albert. Zum Glück kam ihm der Schlaf zu Hilfe. Todesmatt sank er in fein Bett. Am späten Morgen fuhr er jäh auf. Es hatte an die Tür geklopft. Wie einem Verstorbenen am Jüngsten Tag schon beim ersten der Fanfarenstöße, die den Ewigen Richter ankündigen, seine sämtlichen Sünden einfallen, so kam bei dem Geräusch an der Tür Albert die volle Einnerung an den letzten Abend. Er verhielt sich mäuschenstill. Es klopfte wieder. Stimmen wurden laut. Albert hörte, wie noch mehr Schritte die Treppe heraufkamen. Heiß fiel ihm ein, daß er ganz vergessen hatte, den Riegel vorzuschieben. Er kroch unter die Decke und ergab sich seinem Schicksal. Energisch wurde die Tür jetzt aufgerissen. Ein kräftiger Mann mit weißer Schürze und barhaupt trat ein und sah sich um. Albert, der durch einen Schlitz die Vorgänge beobachtete, dachte: das ist der Henker! Er erkannte in ihm einen Metzgerburschen und sah, wie er — nach anscheinend vergeblicher Ausschau nach einem geeigneten Ort — herantrat und etwas an den Bett- psosten hängte. Wurstringel, stellte Albert staunend fest. Wurstringel? Aber er hatte keine Zeit, das genauer zu erkunden. Seine kleine Dachkammer füllte sich nut Gestalten. Es gab ein richtiges Gedränge. Und jeder war mit irgend etwas bewaffnet. Ein kleiner dicker Mann mit Kappe und Lederschurz trug Weinflaschen. Ein Bürschchen, dem der Ladenschwengel sofort anzusehen war, stellte rasch eine Zigarrenkiste und kleinere Kästchen auf einen Stuhl und verschwand. Eine grämliche Figur, die ein barmherziger Gärtner wohl für Austragdienste angeworben hatte, suchte das ganze Zimmer nach einem Platz ab, wo sie ihren buschigen Blumenkorb lassen konnte. Und die fünfte Gestalt —• Albert traute seinen Augen nicht. Das mar, wenn er nicht träumte, das schöne zierliche Mädchen aus der Konditorei, In das er sich verliebt hatte und das ihm in sichtlicher Erwiderung solcher Gefühle gelegentlich des Einkaufs von Schlagsahne noch einen großen Löffel voll über den Preis hinaus zugeschlagen hatte. Mit großen Augen sah er zu, wie das Mädchen Tintenfaß, Vase, Campe, Photographien von seinem Tisch räumte, ei» schneeiges Tuch ausbreitete und einen Kaffeetisch aufbaute mit einer qamen Tort«. Allerdings, und das betrübte ihn gleich sehr, deckte sie nur für eine Person. Und was noch betrübender war, sie verschwand mie die andern Uebrig geblieben war nur eine vierschrötige Gestalt, die als einer der bref Männer aus dem „Tollen Ochsen" wiederzuerkennen Albert keine Mühe machte. Ganz und gar nicht. Bedeckt mit Gänsehaut schrumpfte Albert zu einem Häuschen ängstlicher Erwartung zusammen. Aber fein Unheil drohte mehr. Herr Alois Bautzenklapp, denn dies war er, erblickte befriedigt feinen Mantel auf einem Bügel am Schrank auf« gehängt. Er vertauschte ihn gegen einen schäbigen Umhang, der eher hierher paßte und der zudem des unschuldigen Alberts Eigentum war. fierr Bautzenklopp machte sich noch am Tische zu schaffen.^ Es klirrte. Er zählte Fünfmarkstücke hin. Dann schloß sich die Tür, und es wurde still. _ _ , ... , Albert lugte mit dem Kopf unter der Decke hervor. Er kmfs sich kräftig in die Nase und zauste sich an den Haaren. Nein er träumte nicht. Es war kein Spuk, fein Trug. Die Kaffeekanne auf dem Tisch TaUmtt einem Satz war Albert aus dem Bett und am Tisch. Dort sand er zwischen Kaffeetasse, Torte und dem Silbertmm des Selbes den unvollendeten Brief vor. Die Seiten, darauf er sich über die Unbarmherzig- feit der Mitmenschen ereifert hatte, waren mit einem Blaustift von der 2lrt wie ihn Viehhändler zur Zeichnung ihrer Tiere benutzen, durch- qest'richen, und darunter stand in einer fremden 9robe.ty „Singen Sie Ihrem Schutzengel ein Loblied! Der Kellner beichtete, daß er versehentlich unsere Mäntel verwechselte. Wir haben Ihren Brief gesunden und gelesen. Das müssen Sie entschuldigen! Wir luchten bloß nach einem Anhalt dafür, wo Sie wohnen. Aber was Sie da schreiben, das stimmt nicht. Das ist zum mindesten übertrieben. Schauen Sie sich doch einmal in Ihrem Zimmer um! Und bann, um es nicht zu vergessen. Wir gratulieren alle drei zum Geburtstag Breite und T«efe. Es ist bekannt, aber wohl von den Zeitungen vergessen worden, setzt wieder daran zu erinnern, daß im Januar 1936 beim Beisetzungszuge des Königs Georg V. von England sich das diamantene Kreuz mitsamt der Kugel, auf der es ruht, von der englischen Königskrone löste. Es war offenbar eine Schraube locker geworden. An der Ecke von Theobalds Road und Southampton Row geschah es, daß das Kreuz zuerst auf den Sarg des Königs fiel, auf ihm weiterrollte, sich in der faltigen den Sarg bedeckenden Fahne zu verfangen schien, und schließlich dicht vor den Füßen des neuen Königs Eduard VIII. liegen blieb. Vor mir liegt ein deutsches Zeitungsblatt von damals — wo noch niemand die Kurze und das vielbesprochene vorzeitige Ende der Regierung Edua^s VIII. ahnen tonnte — in dem die Geschichte dieses herabgebrochenen Kreuzes erzählt wird Der Aufsatz trägt die Ueberschrift: „Em böses Omen für Eduard VIII.?" — Jon Friedrich von Schiller. Es glänzen viele in der Welt, Sie wissen von allem zu sagen, Und wo was reizet und wo was gefällt, Man kann es bei ihnen erfragen; Man dächte, hört man sie reden laut. Sie hätten wirklich erobert die Braut. Doch gehn sie aus der Welt ganz still, Ihr Leben war verloren. Wer etwas Tressliches leisten will, Hält' gern was Großes geboren, Der sammle still und unerschlasst Im kleinsten Punkte die höchste Kraft. Der Stamm erhebt sich in die Lust Mit üppig prangenden Zweigen, Die Blätter glänzen und hauchen Duft, Doch können sie Früchte nicht zeugen: Der Kern allein im schmalen Raum Verbirgt den Stolz des Waldes, den Baum. Merkwürdige Zufälle. Von Wilhelm von Scholz. Ich behaupte, daß uns die Steckenpferde aufgenötigt werden. Gewiß oibt es Leute, deren Hauptliebhaberei nie lange zu schweigen vermag. Der verstorbene Dante-Forscher Oberstleutnant von Pochhammer gab sich oft wenn er in eine Gesellschaft kam, Mühe, nicht von Dante zu fpres chen; aber das führte zu einem Zustand von unerträglicher atmosphärischer Spannung, wie vor einem Gewitter — und es war Erlösung durch den ersten Blitz und Regenschauer, wenn unversehens endlich docy ba* Wort „Dante" siel. Aber noch viel öfter fragt man den einen, sobald man seiner ansichtig wird, nach der Briefmarkensammlung, den anderen nach seiner Segeljacht, den dritten nach Schachnachrichten. Sie sind umstellt, sie können sich und ihren Liebhabereien nicht mehr entfliehen! „Mich fragt man nach Zufällen, als ob ich mich nur mit dem Zufall beschäftigte. Und ich muß erzählen: . Jemand will im Jahre 1924 die in Berlin zu einem Konzert eingetroffene Opernsängerin Antonine Nefhdanowa sprechen, die eine Freundin seiner Frau ist, weih aber ihre Adresse nicht. Und die Konzertbüros dürfen zwar Briefe für die auswärtigen Gäste annehmen, aber keine Künstleradresse an das Publikum verraten, weil diese ja oft nur verlangt wird, um Autogramme zu erbetteln ober sonst lästige Anliegen an bie Berühmtheiten heranzubringen. Da gibt ber Betreffende, der die Anfchrift der Neshdanowa sucht, auf dem Postamt in der Prager Straße in Berlin ein beliebiges Telegramm auf — bemerkt ein beschriebenes, liegengebliebenes Formular neben sich und traut seinen Augen kaum, als er darauf die Absendevbezeichnung ‘ liest: „Neshdanowa, Pension Prager Platz". Der freundliche Zufall liefert ihm also sofort und in der bequemsten Weise die gewünschte Auskunft! Mit Worten und Daten spielt der Zufall gern und mischt auch einmal eine Prophezeiung ein, von der zunächst niemand weiß, daß sie eine ist, wie in dem folgenden Fall, den ein schlesischer Jurist beisteuert: Danach war ein sehr berühmter Breslauer Anwalt, Justizrat St., mit zwei Kollegen, He. und Ha. assoziiert. Im Jahre 1928 schlug er den beiden Sozien eine Ergänzung des Gesellschaftsvertrages vor, der feines Erachtens Lücken für den Todesfall enthielt. Er selbst fertigte den Entwurf, der felbstverständlich die Billigung der beiden jüngeren Kollegen fand und der zur Erläuterung der verwickelten Honorarerteilungsver- hältniffe im Falle des Ablebens eines der drei Gesellschafter ein Beispiel enthielt. Das Beispiel lautete: „Angenommen, Justizrat St. stirbt am 1. Juni 1929 ..." Justizrat St. starb an diesem Tage! Der bas Faktum mitteilenbe Jurist fragt mit Recht: „Wer halte ihm den Griffel geführt, als er sein eigenes Tobesurteil schrieb unb ein Beispiel wählte, das Wirklichkeit werden sollte?" Entsernt berührt sich hiermit die Fontane-Erinnerung, die sich an sein bei seiner Theaterkritikertätigkeit oft gebrauchtes Wort „Nach neun ist alles aus!" knüpft. Fontane ging eines Abends nach neun Uhr, wohl um etwas zu holen, vom Wohnzimmer hinter in fein Schlafzimmer und verschied dort, ohne krank gewesen zu fein und ohne Schmerz. Es war für ihn wirklich „nach neun alles aus". — Sehr bemerkenswert erscheint, wenn man viele solche Falle überblickt, daß der Kobold Zufall besonders häufig dazu beitragt, daß Verbrecher gefaßt und dem Gericht ausgeliefert werden, ober baß er ihnen selbst 6m Dc^roar Ä^Moabit einmal ein Angeklagter, ber seine Frau und feine Kinber erhängt haben sollte. Der war nicht zu überfuhren, denn bie Toten hatten sich in einem von innen verschlossenen Schrank be- funben. Der mutmaßliche Verbrecher kämpfte einen schweren, aber, wies ben Anschein hatte, siegreichen Kampf gegen das Gericht, das ihn ohne sicheren Beweis nicht verurteilen konnte. Da stellte er ben Antrag, daß noch ein Entlastungszeuge geladen werden möge, em Arbeitskamerad des Beschuldigten. Dem Antrag wird entsprochen, der Entlastungszeuge erscheint — und (egt einen Raman vor, den er unter dem Arbeitsplatz des Angeklagten gefunden hat, einen Roman, in dem geschildert wird durch welchen Trick man eine Tür von außen so zuschließen kann, datz die Täuschung entsteht, sie sei von innen geschlossen worden. Damit verlor iber Angeklagte Prozeß und Kopf. Sein von ihm selbst oorgetabener Zeuge hatte ihn ans Messer geliefert. — Mit Tieren stellt sich der Zufall meist sehr freundlich und bedien! ich ihrer gelegentlich, um seine merkwürdigen Geschehnisse zustande zu bringen. Auf dem Wege von Bozen nach dem schönen alten Schloß Runkel- iftein spaziert und rastet eine kleine deutsche Gesellschaft. Auf dem Rückwege bemerkt eine Dame, daß sie ihr goldenes Armband verloren hat, das zudem ein Andenken der Mutter war. Der Gatte entschließt sich, noch einmal umzukehren und trotz der glühenden Sonne auf ber grellen Straße bis zum Rastplatz zurückzuwandern. Trotz eifrigsten Suchens findet er nichts. Müde und ärgerlich laß! .er sich auf dem Stein nieder, auf dem feine Frau gesessen hatte. Du «sieht er eine wundervolle große grüne Oleandereidechse vor sich auf dem Wege wie sie ihn mit erhobenem Kops anäugt. Sie verschwindet bann langsam in einem tiefen Loche, das in der Nähe beschäftigte Straßen- larbeiter anscheinend mit einem eingerammten und später wieder ent- isernten Pfahl gemacht hatten. , Der Herr verfolgt intereffiert den Weg des Tieres und entdeckt tief ,am Boden des Loches das Armband. — Noch bedeutsamer wird das ikleine Abenteuer mit dem Schmuckstück dadurch, daß der glückliche Wieder- -sinder auf ber jetzt einsamen Straße gerade zurecht kommt, um einen in Gefahr geratenen Fuhrmann von dem Uebersahrenwerben retten zu tOn'®in Diplomingenieur erzählt, baß er im Spätsommer 1930 als Schiffspraktikant auf einem Frachtdampfer von Hamburg aus zum Mittelmeer fuhr. Unter den wenigen Passagieren, die an Bord waren, befand sich eine junge Dame, mit der der Ingenieur wahrend der Fahr bekannt wurde. Als sich in einem spanischen Hafenstädtchen wahren»- einer Zwischenlandung Gelegenheit zu einer billigen Autofahrt ms Land- innere bot, nahmen die beiden daran teil. Der vollbesetzte Wagen ra|tc die Landstraße entlang, als plötzlich hinter einer Biegung ein Eisenbahn- übergang austauchte. Statt der sonst üblichen Schranken waren von beim Wärter Eisenketten quer über die Straße gehängt worben. Der Fuhren des Autos zog die Bremsen scharf an, und als der Wagen mit knappen Not in der Kette hängen blieb, raste auch schon ber Zug heran unü» vorbei. , Der nachwirkende Schreck lieh während der in langsamerer Faym fortgesetzten Reise ben Ingenieur seiner (Begleiterin bas folgenbe, erzählen: „Im letzten Frühjahr wäre ich bei einer leichtsinnigen Auto» ra erei auch säst zu Schaden gekommen. Das war aber in Deutsch ann in der Prignitz. Da saßen wir zu Dritt im kleinen DKW. unb wollte» ein vor uns sehr schnell fahrendes Auto, welches mit zwei Madels besitz» war, photographieren. Das Nichtfunktionieren unseres Apparates, welchen unsere Aufmerksamkeit ablenkte, brachte uns in größte Lebensgefahr., bis wir schließlich das Rennen ergebnislos abbrachen." Kaum hatte er das gesprochen, als ihn seine Begleiterin entgelte™ anstarrte und rief: „Pfingsten auf der Landstraße von Karnzow nacip Kyritz?" Nun war er entgeistert und konnte nur stumm nicken. Darauf rief sie: „Können Sie sich nicht an die Mädchen im Auw erinnern? Eine davon war ich. Jetzt weiß icfj’s ganz genau. Sie Jähem hinten im Motorsitz unb fchrien plötzlich: Ein Baum! Da machte Wagen einen großen Satz und blieb quer auf der Straße stehen, w« waren sroh, baß wir Sie los waren!" — . Jeder einzelne dieser Zufälle mag — als ein bloßer Zufall angesehen werden. Ich glaube aber, daß schon bie wenigen, bie ich hier aus om großen Fülle meines Archivs nebeneinanberftelle, in ihrem Zusammen wirken ben Leser mit dem Gefühl entlassen werden, daß hier etwas u bas über bem bloßen Zufall liegt. Gleichviel, wie man sie sich erkläre» will — sicher ist, baß zwischen allem, was Irgenbroie mitetnanber oer bunben ist, eine Anziehungskraft wirkt. Ich nenne sie die „A n z i e h u n g traft bes Bezüglichen". Dernntwortlich: Dr. San« Thhrio». — Druck unb Verlag: Brühlschr UntversttStSbruckeret R. Lange. Giehen. Jahrgang <951 Montag, Öen (. November ttmniner 85 hatte, schrie er: cm £ t- L H 6 „"Wenigstens, wann «ne neu; ti Sie ihr tib einmal linkt bffllttit. ti leint Mt sich >ic nbtt »« 'Bah ber den ihit fiit .nbeflri[f er aue, icrf die in einer «rüffel all uni iler, bat npfehlen " - die Ueaenkil ge|oriierl eteilifiÄ „Wenigstens, wann hast bu dein Gold weggegeben?" Eugenie schüttelte den Kops, Dlaineiii' , fonhet11 >rautiitiii n Marli _ Im-« Colour & Grey Control Chart jielin* Iwerl fei Denn die und die al» toi ad) meifl ms, dem in mol k eilig «« ® er ©olb hingeben! Denn bu hast es boch jcinanbein gegeben, was?" Eugenie blieb ungerührt. . , , v "Heil inan je eine solche Tochter gesehen! Bin ich bei» Baier ober lW? Wenn bu es angelegt hast, hast bu eine Quittung bekommen . . „Glaub es mir frei, ja ober nein, bamit zu machen, was mir gut Ihlen? (gehörte es mir?" „Aber bu bist ein Klub." ><®in großjähriges." 12 13 14 2 3 4 ter» (ßS* I cinanbef' I rocr tu, jjtitwfni'l Sie kam ohne zu zögern, nachbem sie ihre Mutter beruhigt halte. „Tochter", sagte ©raubet zu ihr, „bu wirst mir sagen, wo bei» Schatz Ist." „Bater, wenn Sie mir Geschenke machen, über bie ich nicht uöltig Iiierrin bin, nehmen Sie sie zurück", antwortete kaltblütig Eugenie, holte len Napoleon um» Kamin und hielt ihn hin. Granbet riß den Napoleon an sich und ließ ihn in seine Tasche [leiten. „Ich glaub's wohl, baß ich dir nichts mehr schenken werbe. Nicht » uiel!" jagte er und knipste mit bem Danniennngel gegen seinen Vif- Ifahn, „Du verachtest also deinen Vater? Du hast kein Vertrauen zu um? Du weißt also nicht, was ein Vater ist? Wenn er nicht alles für lirl) ist, Ist er nichts. Wo ist dein Gold?" „Vater, ich liebe Sie und achte Sie trog ihrem Zorn; aber in aller | iiescheidenheit mache ich Sie daraus aufmerksam, baß ich zweinnbzwanztg 11 -rnhre alt bin. Sie haben mir zu oft gesagt, baß ich münblg bin, als iLlaß ich es nicht wissen sollte. Ich habe, mit meinem Geld getan, was 11 rn i p itai .i .....v f.; ... fri i . r i .< „ t l; 14 ** n einer Tochter! du schlechter Same, bu meint, s,brauchst e». Sie erdrosselt ihren Vater! «lei er Vermögen diesem Barfüßler in Safran- n haben. Beim Winzerniesser meine» Vater»l t! aber ieh verfluche dich, dich, deinen Vetter sehen, das, nicht» Gute» au» all bem heran»« barle» märe, ber. . . Aber nein, ba» ist nicht ßliibbentel sollte mich au»gepltindert haben?" ie stumm und kalt blieb. ctl nicht mit ber Wimper, sie ist mehr Grande», doch wenigsten» nicht dein Gold für nicht» r einen ironischen Blick zu, der ihn verlebte, ein Hau», bei deinem Vater. Du mußt dich, ncinen Befehlen fügen. Die Priester befehle» lllfle') *1 icr w’B ieriil)*| ,rro »X inW X itner »B Verblüfft von der Logik seiner Tochter, erbleichte Granbet, stampfte mit ben Füßen, fluchte; bann, als er enblich bie Sprache wiebergejunden 6 7 8 9 IO EietzenerZamilienblätter _______ Unterhaltungsbeilage zum Eichener Anzeiger ,,-uu iniiiiB ।tiin, ui ui ui, was mir am teuersten ist", fuhr er fort, „und ich will dich nur sehen, wenn du dich mir fügst. Geh in dein Zimmer. Du wirst da bleiben, bis ich dir erlaube, herau»zukvmmen. Nanvn wird dir Brot niid Wasser hineinbringen. Du hast mich verstanden. Marsch." Eugenie brach in Tränen an» und flüchtete zu ihrer Mutter. Nachdem er ein paarmal rund um seinen verschneiten (Harten gegangen war, ohne die Malte zu bemerken, argwöhnte Grande», daß seine Tochter bei seiner Fran wäre; und da e» ihn reizte, sie bei der ilebertreiung seiner Befehle zu ertappen, erklomm er die Treppe mit der Behendigkeit einer Katze mib erschien im Zimmer von Frau Granbet, al» sie gerade Eugenie»« Mops streichelte, die ihr Gesicht in den mütterlichen Schoß gelegt hatte. „Tröste dich, mein atme» Kind, ber Vater wird sich beruhigen." „Sie hat keinen Vater mehr", sagte der Böttcher. „Ist ein so ungehorsame» Kind, lute da» da, wahrhaftig von Ihnen und mir, Iran Grande! l Eine nette Erziehung und besonder» eine sehr religiöse. Was? Dn bist nicht in deinem Zimmer? Marsch, marsch in» Gefängnis, mein Fräulein." „Wollen Sie mit meine Tochter tauben, Herr Granbet?" sagte Frau Granbet und wandte ihm ein vom Fieber gerötete» Gesicht zu. „Wenn Sie sie behalten wollen, bringen Sie sie weg, räumen Sie mit alle beide da» Hau». Donner, wo ist da» Gold? Was ist au» bem Gold geworden?" Eugenie erhob sich, warf ihrem Vater einen stolzen Blick zu und ging in ihr Zimmer zurück, da» der Alte absthloft. „Nanon", rief er, „lösch' da» Feuer im Saal." Et setzte sich auf einen Sessel in eine Ecke am Kamin feiner Frau und sagte zu ihr: „Sie hat e» ohne Zweifel diesem vctoummleu Bei lichter Evatle» ae« Yellow Grey 3 Red Grey 4 gewen leint [einer nrau uveizog. „Nanon, hilf mir Ins Bett gehen", sagte bie Mutter mit schwacher - Stimme, „ich Herbe ..." Sofort gab Nanon Ihrer Herrin ben Arm, dasselbe tut Eugenie, [ «ber nur mit unendlicher Mühe konnten sie sich nad) oben in ihr Zimmer bringen, denn bei jeder Stufe drahte sie ohnmächtig zu werden. Gründet Blillcb allein. Jedoch nach einigen SÜlinuten stieg er fieben bis acht Stufen | liinauf und schrie: „Eugenie, wenn bie Mutier im Beit ist, kommst bu herunter." „Ja, Vater." Grssn Grey 2 Magenta Black Cyan Grey 1 ich hatte sie sür unschuldig wie ein neugeborene» ff Inh; also tun Icht weh, nehmen Sie Ihren Befehl ziirück. Die .gälte ist sehr streng, Sie könnten schuld an einer ernsten Krankheit werden." „Ich will sie weder sehen noch sprechen. Sie wirb in Ihrem Zimmer bei Wasser und Brot bleiben, bi» sie ihren Vater zusrlebenstellt. Zum Teufel! Ein Familienoberhaupt soll doch wohl wissen, wo da« Gold in feinem Hau» hiiikommt. Sie besaß die einzigen Niipien vielleicht in ganz Frankreich, außerdem Genueser, holländische Dukaten ..." „Gründet, Eugenie ist unser einzige» Kind, und selbst wenn Sie sie In» Blue White Wasser geworfen hätte ..." „In» Wasser I" schrie der Alte. „In» Wasser! Sie sind toll, Frau Granbet. Wa» Ich gesagt habe, dabei bleibt'», da« wissen Sie. Wenn Sie Frieden im Hau« haben wollen, so nehmen Sic Ihre Tochter in« Gebet, ziehen Sie Ihr die Würmer au« der Nase: daraus verstehen sich Frauen untereinander besser als wir. Wa» sie auch immer getan hat, Ich werde sie nicht (reffen. Hat sie Furcht vor mir? Wenn sie ihren Vctier uom Mops bi» zii den Füßen vergoldet hat, er ist ja auf offnem Meer, nicht? Wir können nicht hinter ihm her rennen ..." „Nun also, Granbet..." Mit geschärsteiii Blick, infolge der nervösen Krise, in der sie sich befand, ober infolge be» Unglück» Ihrer Tochter, ba« ihre Liebe und Klugheit noch ,fr|öii. nbierfe fieber- I «tauft i tarnen1 Suter. * >« bie 7 vaii klncm wo fi, Mltail! 'N Ihn i bifitrlt । 'Nen: j malten, i bene« iten ft, ! bunt) frühe, Ift bat, '(f)t den ' 'Beut- Eugenie sch „Du hallest es noch zu deinem Geburtstag, was." eiiki ■■ ui., Eugenie, die durch ihre Liebe so schlau geworben war, wie ihr Baler wa ®'r II feine Habgier, wiederholte Ihr Kopsschütteln. in Ml1 BI „Aber hat man je einen solchen Eigensinn, einen solchen Diebstahl ., Dii k ii sehen?" sagte Grande! mit Sirefeenbo-Slimme, bie schließlich durch bas mikds^Wü'nze Haus tönte. „Was! Hier in meinem eigenen Haus, bei mir, soll h»r fi|lfl II'11 na,,b dein Golb genommen haben, bas einzige Golb, bas es hier gab, L. i)irf ZNiid ich fall nicht rniffen, wer? Das Gold ist eine kostbare Sache. Die Lui »«Wfindigsten Mäbchen können Fehltritte begehen, Ich weiß nicht, was, P'liigeben, bas kommt bei ben Aristokraten vor o gut wie bei ben Burgern;