Gießener Zamilienblätter Unlerhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger Jahrgang 1935 Zreitag, den 29. November Nummer 93 Lars der Gerechte Roman von Wilhelm Scharrelmann 1. Fortsetzung. Lena seufzte. Nun, in Gottes Namen denn. Irgendwie mutzte es ja zuletzt seine Richtigkeit damit haben. Mochte er sein Geheimnis für sich behalten, wie es auch darum stand. Vielleicht mutzte man ihm darin seinen Willen lassen. Es war wohl das klügste Vielleicht, dah doch einmal ein Tag kam, an dem er ihr freiwillig sagte, was er ihr jetzt jo hartnäckig vorenthielt. . Aber sie wurde dorum ihre Gedanken darüber nicht los, und ein paar Tage später kam ihr mitten in ihrer Arbeit eine neue Vermutung. Sie zuckte darüber zusammen, so durchfuhr es sie. Aber dann wurde sie wieder unsicher. Nein, es war doch zu unwahrscheinlich. Immerhin, sie muhte Lars einmal darauf bringen. Sie würde schon merken, ob etwas VULUIl IVUl . . . Sag doch mal, Lars", sagte sie am Abend, als sie beide in dem alten Wandbett in der blauen Stube lagen, „hattest du nicht vor Jahren einen Freund — wie hieh er doch gleich. — Nein, warte mal hieß er nicht Brick oder so ähnlich? Er ging doch damals nach Amerika. Es ist ja eine ganze Reihe von Jahren her, aber ich erinnere mich noch gut, o wenig ich ihn damals leiden konnte. So verschlagen, wie er mir immer vorkam. Man konnte meinen, dah er irgend etwas im Schilde führte und über etwas nachdachte, was nicht gut war. Wie er nach Amerika ging, weih ich, war er eines Abends spät noch einmal bei uns. Ihr wart damals beide ein wenig angesäuselt an dem Abend, erinnerst antwortete tol^e5a ja" flüsterte Lena und wußte nicht recht, wie he fortfahren sollte Nein 'es war wohl keine Vernunft in dem, was sie sich da heimlich *U|”8‘"Ü“Ä Ä» »•”«”!»'" r-» ", °-m »„um- geschlagen habe, dah er vielleicht lÄlÄ. bu mu», m,ch mch, auslach,n. -aas. ,ch »-»- ,id§ H JSÄ« "I W I» ÄÄSfcXi“ S"c« Iw S ÄMÄ ** «’ - Frauenzimmer war doch so dumm wie die b“ E? war zu dunkel, als dah Lena hätte bemerken können, wie sich die Farbe in Lars' Gesicht veränderte, aber er nahm sich zusammen. „Gewih, erinnere ich mich. Er hieh Krick und nicht Brick .antwortete er so ruhig wie er es nur vermochte. „Was soll es mit ihm.' „Richtig", rief Lena, „Krick hieß er! Sagte ich vorhin Brick? Hast du eigentlich nie wieder von ihm gehört?" . „ , , - • „Nein. Wie kommst du nur mit einmal auf ihn , fragte Lars, indem er es vermied, den Namen noch einmal zu nennen. Ich weih nicht", antwortete Lena. „Es ist sonderbar, aber ich bin den ganzen Tag den Gedanken an ihn nicht losgeworden und so deutlich sah ich ihn als wenn er vor mir stünde ...„Du muht nicht böse darüber werden, Lars, wenn ich dir davon erzähle. „ ..... , Warum sollte ich böse darum werden?" erwiderte Lars ft'»- Ja das wußte Lena nun auch nicht zu sagen, aber einen Pulsschlag lang stockte ihr das Herz, ehe sie fortsuhr: „S.ehst du er istmirschon damals immer richtig unheimlich gewesen. Die äugen Erinnerst du Lars? Es war etwas in seinem Blick — ich kann ""ht ch^en, was e war aber ich habe nie einen Menschen gekannt, der einen solchen Blick gehabt hätte. Ich war jedesmal froh, wenn er wieder ging Ich war darnasq noch iuna siehst du. und es war die Zeit, daß ich mit unserem Jan in Hoffnung war. Man ist dann wohl empfindlicher und rounber- llcher al?sonst. Mir war immer, als wenn °s m" semen Augen jemand hätte umbringen können, wenn er es gewollt hatte. Ob er noch le , CarSsjBie soll ich das wissen", antwortete „Lars so leichthin, als es ihm möglich war. „Es ist ja auch gleichgültig." „Wirklich? Auch du hast ihn nie gern gemocht? Nein Aber er hing an mir rote eine Klette, siehst bu rouroe if>n einfach nicht los. Aber bas muht bu boch selber noch ganz gut hätte, Lars, ich glaubte Weg von ber Lanbstratze heiser, , sage ich roeti tun meisten freute sich ber kleine Jan über ben Wechsel, ben bic Uebersieblung aufs ßanb in fein Leben gebracht hatte. , Er war ein wenig zurückgeblieben, wenn man es 6°r°de ^raus faaen soll unb bie Schule hatte keine geringe Not mit ihm. Aber nun feinen er 'hier draußen voranzukommen. Es war schon eine Freude für Lars und Lena, daß er körperlich jetzt erstarkte und mehr ins Wachsen m kommen schien und seine ewig griesgrämige TOtene die ihm einen merkwürdig greisenhaften Ausdruck gab, sich auszuhellen begann. Anfang- „Wenn ich mich nicht zusammengi wirklich vorhin, als es dunkelte, er ki— — - „ ,. _ zu unserem Hause herauf. Trat er nicht ein wenig mit dem Fuß in die Kuhle, wenn er ging?" „Schweig jetzt von deinem verdammten Krick, antwortete Lars heiser, „hörst du? Ich will nichts mehr von ihm hören. Er kommt nicht, sage ich dir, und wenn er es sich doch eines Tages einfallen lassen sollte, wird er sich nicht sehr lange hier aushalten, daraus kannst du dich ver- lassen." „Meinst du das wirklich, Lars?" fragte Lena erleichtert. „Jawohl, das meine ich. Und nun schweig endlich still unb laß uns schlafen!" In der Stille, die in die Kammer trat, hörte man den Wind draußen in ben Föhren wühlen, eine ruhelose, brohenbe Stimme, bunkel unb verhalten. Am Himmel glitt ber Monb wie ein Schwert burch bie Wolken. Sein Schein, ber durch das niedrige Fenster auf den Fußboden fiel, verfinsterte sich und glänzte von neuem wieder auf, wenn bas Gewölk, bas ben Himmel bezogen hatte, ein wenig lichter würbe. Sena schlief nicht, unb sie merkte ganz gut, baß auch Lars nur so tat. Aber sie wagte nicht, bas Gespräch noch einmal roieber aufzunehmen. Gott sei Dank, baß alles nur Einbildung war, was sie sich da aus- gedacht hatte. Sonst hätte Lars wohl anders gesprochen. Aber warum war er nur jedesmal so gereizt, wenn sie von dem Kauf des Hauses und dem Gelds begann? , , Grübelnd lag sie da unb unterbrückte bie Seufzer, bie in ihr aussteigen wollten. Nein, soviel sie auch barüber nachbachte, nichts wollte ihr einfallen, aus bem sie so etwas wie eine Erttärung hätte gewinnen t0n8eHe richtete sie sich in bie Kissen auf, beugte sich über Lars unb blickte ihm ins Gesicht. In bem unsicheren Schein bes Monblichts sah sie ganz beutlich, baß er, trotzbem er bie Augen geschlossen hatte, unter ihrem spähenben Blick mit ben Libern zuckte. „Schläfst bu, Lars?" fragte sie leise. . „ ... c „Nein", antwortete er unwirsch. „Kann man vielleicht schlafen, wenn man unausgesetzt burch Fragen gestört wirb?" „Es tut mir leid, Lars , sagte sie. „Ich war so unruhig. Aber nun ist es vorüber." „Na, endlich", sagte Lars. Schlaf nur jetzt ein, nicht wahr? Du hast den Schlaf so nötig. Morgen ist wieder so viel für dich zu tun, und du hast es so sauer hier ^^ScC ja, laß nur!" unterbrach Lors sie unb wehrte ihre Hanb ab, mit ber sie ihm über bas Haar strich. _ ... Denk jetzt nicht mehr baran, hörst bu? tröstete Lena ihn. „Es ist aut" baß wir beibe ihn nicht leiben konnten. Es war eine so bumme Jde'e von mir, wenn ich meinte,--man hat mitunter so wunberliche @eb”ga,Ctes ist gut, Lena. Ich sagte ja nichts gegen dich, versteh bas boch." Am anberen Morgen war es, als hätte bie aufgehenbe Sonne alles roieber ausgelöscht, was bie Nacht mit ihrer bleichen Hanb wie aus bunflen Kammern herausgeholt hatte. Die Ziege merferte im S alt, bie Viertel guietten unb grunzten vor Ungebulb, ihr Morgenfutter zu bekommen, unb bie Hühner flogen mit Gegacker vom Wiem herab au, bleßarsIeroar roieber ganz ber alte. Es war ihm jebesmal eine Freube, bie Tiere zu versorgen, unb er lachte aus vollem Halse, als Lena äußerte, h-ute einmal selber bie Ziege melken zu wollen. Bisher hatte Larsbas immer besorgt, aber nun sollte er sehen, wie gern sie ihm zur Hanb ^Wen? es auch besser bamit ging, als sie angenommen hatte war sie boch mächtig froh, als sie nach vollbrachtem Werk mit rotem Kops von bem kleinen Melkschemel, ben Lars ihr bafur zurechtgezimmert hatte, EbSieh"an^ f^gte sie, unb hielt Lars ben Topf mit der Milch hin. Aber ich meine, bu hättest mehr bekommen, als bu sie melktest. " Das kann schon (ein", lachte Lars. „Wenn bu sie bas nächste Mal ein "Stück freunblicher behanbelst, wirb sie schon em Einsehen Haden. Ziegen finb nun mal wunberlich — unb wollen barnach behanbelt fein, genommen 'äme ben an. sagte er. „Ja?" fragte Sorte und sah ihn erwartungsvoll Wirklich kam Lars eines Tages und zog eine Kuh hinter sich her. „Mein Gott, Lars!" sagte Lena, die nicht geglaubt hatte, daß es ihm ernst mit [einer Absicht gewesen sei. .Lawohl!" sagt Lars. „Was meinst du von dem Tier. Nun sieh sie dir erst einmal in Ruhe an. Eine schönere gibt es in der ganzen Gegend nicht. Nur ist das eine Horn ein wenig beschädigt. Das hat sie sich mal am Stallpfosten abgestoßen. Aber sonst hat sie keinen Fehler. Natürlich, es gibt welche, die schwerer sind. Aber sie gibt ihr Quantum Milch am Tag, das ist die Hauptsache, besonders jetzt, nun die Schweine auch allmählich größer werden und mehr verlangen. Schließlich wollen wir doch die Ferkel zum Herbst groß haben, nicht wahr. Auf 250 Psimd müssen sie doch wenigstens kommen, wenn es Zweck haben soll. Mr verkaufen dann zwei und schlachten uns das andere selbst ein. Wo drei Ferkel groß werden, ist immer eins über, sage ich dir." (Fortsetzung folgt.) mit lernt. Ihr müßt es nur vorher abtrocknen lassen, sonst kriegt sie am Ende Kolik ... Mach ihr jetzt bald einen ordentlichen Mehltrank, nicht wahr?" Nein, wie herrlich es für Lars war, so dahin zu marschieren und nichts vor sich zu haben, als die Aussicht, Sorte wiederzusehen und ihr dazu alles zu zeigen, was er in der kurzen Zeit, die er hier draußen war, schon geschafft hatte. O, Sorte hatte Verständnis für so etwas, und er sah schon ihre Augen, wenn sie das Haus erblickte, die Ferkel, die Ziege und die Hühner! v Er zog seine Pfeife aus der Tasche, stapfte sie und zündete sie an. Sa gut wie heute hatte ihm der Tabak selten geschmeckt! Und nun hörte auch der Regen auf, wirklich, es ging alles nach Wunsch. Als er bei der Hallestelle ankam, war der Zug schon eingelaufen und Sorte kam ihm bereits entgegen, erregt von der Fahrt und der Erwartung. „Na, da bist du ja!" sagte Lars, als sie ihm die Hand reichte. Nein, er liebte es nicht, bei solchen Gelegenheiten Worte zu machen oder gar Zärtlichkeiten zu tauschen, und verbarg seine Freude darum hinter einem Gesicht, in dem keine Miene verriet, was in ihm vorging. „Du bist wohl hungrig geworden unterwegs, wie?" fragte er. „Nun, gedulde dich nur noch ein wenig. In fünf Minuten sind wir bei einem Gasthaus. Es ist nämlich noch ein gehöriges Stück von hier bis zu unserem Hause." Es war allein schon eine Freude für ihn, Sorte merken zu lassen, daß nun mal heute ein Festtag für ihn fei und es nichts ausmache, mit ihr einzukehren. „Du scheinst es jetzt gut machen zu können", sagte sie bewundernd und lachte. Es war so befreiend, den Vater so sprechen zu hören, nun er früher immer gewohnt gewesen, jeden Groschen dreimal in der Hand umzudrehen, ehe er ihn ausgab. „Nun, nun", sagte Lars, „über haben wir natürlich noch nichts. Sas wäre wohl auch zuviel verlangt, nicht wahr. Aber heute sollst du sehen, wir kommen in Gang. Langsam wird es gehen, das ist gewiß. Schließ- sich kann man kein Geld aus der Erde stampfen. Aber laß mir nur ein paar Jahre Zeit. Du wirft Augen machen, sage ich dir." Auch Sorte erinnerte sich nicht, jemals fo glücklich gewesen zu fein, wie heute. Sie Luft — ober war es die Freude, röteten ihr die Wangen, und die Bewegung ließ ihr das Blut rascher durch die Adern fließen. Zeit ihres Lebens war sie eigentlich nie aus der Stadt herausgekommen. Die wenigen Schulausflüge, die fie hatte mitmachen dürfen, zählten ja kaum. Meistens war für solche Singe zu Hause kein Geld übrig gewesen, und darum hatte sie mit blutendem Herzen meistens verzichten müssen. „Guten Morgen!" grüßte Lars, als jemand des Weges kam, und griff nachlässig vertraut an die Mütze. „Su bist wohl schon bekannt hier draußen?" fragte Sorte. „Sas kann ich nicht sagen!" antwortete Lars. ,Zch lege auch keinen Wert darauf, weiht du. Wir halten uns ganz für uns. Unsere Nachbarn wohnen über eine Viertelstunde von uns, und wir sind froh, daß uns nicht jeden Morgen in den Topf geguckt wird. — So, und nun kannst du auch das Haus schon sehen", fuhr er fort und bog mit ihr von der Landstraße auf den Birkenweg ab, der über die Felder zu seinem Anwesen führte. „Aber ehe wir hinkommen, muß ich dich noch um etwas bitten , „Erwähne zu Hause nichts von dem Gelüe, das alles gekostet hat, was du sehen wirst. Es war ja nicht ganz leicht für mich, der Kauf und die Anzahlung und was fönst alles [ein mußte. Senn deine Mutter macht sich ohnehin Sorgen darum, ob alles gut gehen wird. Du verstehst wohl, was ich sagen will?" Dörte nickte ein wenig betreten über den Dämpfer, der ihrer Freude plötzlich aufgesetzt wurde. Aber bann kam das Haus, kam die Mutter, kam der kleine'Jan, der seinen Sonntagsanzug hatte anziehen dürfen, kam der kleine Viehstand, — und sie hatte auf Stunden zu gucken und zu bewundern. Ja, als Lars sie in die Ställe führte, schlug sie vor Bewunderung die Hände zusammen. Besonders die Ferkel machten ihr Spaß, aber die Ziege liebte sie nicht. Sie hat einen falschen Blick, erklärte sie. „Kann fein", sagte Lars. „Sie ist auch nicht ganz leicht zu behandeln. Ich meine, es ist sowieso nicht dos Richttge mit ihr. Ich denke, daß ich sie in einiger Zeit wieder verkaufe und dann etwas Geld zulege und lieber gleich eine Kuh kaufe. Haben müssen wir mit der Zeit doch eine. Mit Ziegen ist doch immer halber Kram. Dann fehlt nur noch ein Pferd. „Was?" riefen alle gleichzeitig. „Ein Pferd willst du auch noch kaufen?" „Nichts anderes!" antwortete Lars selbstbewußt und schnippte mit den Fingern, als sei alles nur ein Kinderspiel für ihn. war es schon allein eine Schwierigkeit gewesen, den verschlossenen und wunderlichen kleinen Burschen in der Schule im Nachbardorfe emzu- qewöhnen, ober er war dort doch heimisch geworden und 30g nun an jedem Morgen mit Fibel und Schiefertafel bereitwillig und allein los. Guck bloß den Jungen an", sagte Lars bann wohl zu Sena. „Ist es nicht ein Staat mit ihm? Su sollst sehen, es wirb am Enbe boch noch etwas aus ihm, nun wir die Hoffnung boch schon beinahe aufgegeben hatten." , _ ..... . , Ja, auch Lena war ein Stein bamit vom Herzen. Im stillen meinte fie atterbings immer noch, daß etwas mit bem Jungen nicht ganz in Drbnung sei. „ .. . , ,. Weiht bu, es war ja bie Zeit, als Krick damals häufiger zu uns ins "Haus kam, als ich mit ihm ging, und ich habe einmal geglaubt, daß ich mich damals an bem alten Schubiak mit feinem Geierblick versehen hätte. Aber das habe ich mir wohl nur eingebildet." Sa war es wieder: Krick und immer wieder Krick! Lars wandte sich ab und antwortete nicht. Am nächsten Sonntag stand Lars schon vor Tage auf. „Nein", schalt Lena. „Wohin willst bu benn schon? Eben hat ber Hahn ja erst gekräht. Warte doch wenigstens, bis ber Wecker abgelaufen ist " , Nein", antwortete Lars. „Einmal kann ich doch nicht mehr schlafen, und zum andern — du weiht doch, Lena, doh Sorte heute kommt, und ich habe ihr versprochen, ihr entgegenzugehen. Sie weiß den Weg nicht und soll nicht in der Gegend Herumfragen, wenn sie zum erstenmal kommt, um ihre Eltern zu besuchen." „Hoffentlich ist gutes Wetter", sagte Lena, nun erst völlig wach geworden. „Es wäre schade, wenn es heute regnete." Es regnete wirklich. . v m , . „Nun ja", meinte Lars, „man kann sich das Wetter nicht immer so bestellen, wie man es haben möchte, und die Felder können Regen gebrauchen." „So warte doch noch und geniehe erst em bißchen, ehe du gehst, meinte Lena, als sie sah, daß er bereits angekleidet war und nach seiner Mütze griff. „Es ist doch keine Hetzjagd damit." Nein, eine Hetzjagd war es nicht, und wenn er es überlegte, hatte er Zeit genug. Aber es war nun mal ein Festtag für ihn heute, und je eher ber begann, befto länger bauerte er. Sie Wahrheit zu Jagen, Lars hing an seiner Tochter mit einer so zärtlichen Liebe, daß er die Zeit nicht abwarten konnte, sie wieder- zufehen. Es war ihm schon sauer genug gewesen, Sorte gleich nach der Schulzeit aus bem Hanse geben zu müssen, aber sie hatte selber barauf bestanden, in Sienft gehen zu können. An Lena hatte es nicht gelegen, das war gewiß. Sie hatte sich immer gut zu ihr gestellt, und Sorte hatte es niemals von ihr zu fühlen bekommen, daß sie ein uneheliches Kind von Lars war, bas er zu sich genommen hatte, als bie Mutter, bie eine arme Näherin gewesen war, starb. Warum Lars sie nicht geheiratet hatte, hätte auch Sena nicht tagen können. Lars hatte nie darüber - gesprochen, und Lena hatte sich immer gehütet, diese Singe zu berühren. Aber sie hatte auch kein Wort des Widerspruchs gewagt, als er die kleine Sorte damals zu sich genommen hatte. Ja, bas war beinahe selbstverständlich gewesen, zumal sie selber in der ersten Zeit kinderlos geblieben war. Selbst als sie Jan bann noch bekam, hatte sie Sorte barum auch nicht um einen gaben schlechter behandelt, wenn sie sich im stillen vielleicht auch zugab, daß fie ihr eigenes Kind doch um ein Stück lieber habe und mit Neid auf Sorte [ah, bie soviel klüger unb schöner war als ihr kleiner Halbbruder. Trotzdem war es ihr durchaus nicht recht gewesen, daß Lars sie nach ber Schulzeit gleich aus bem Hause gegeben hatte, und am wenigsten, daß Sorte in den Hamburger Hof gekommen war. Denn ganz viel mehr als ein Aufwaschmädchen war sie da nicht, wenn man die Sache bei Licht besah, und ob sie dort viel lernen würde, stand gewiß auch dahin, vom Lohn, den sie verdiente, ganz zu schweigen. Dazu war die Arbeit sauer, und 0 ein junges Ding hatte dort gewiß nichts zu lachen. Aber am Ende schadete es keinem, wenn er sich rühren mußte, das war richtig, unb sie selber war in ihrer Jugend auch nicht aus Rosen gebettet worden. Schließlich mußte ja auch Lars es wissen, ob er Sorte dort lassen wollte, und sie hatte nicht einmal das Recht, ihm da viel hineinzureden. Vielleicht, daß er später einmal auf den Gedanken kam, Sorte wieder ins Haus zu nehmen, wenn die Wirtschaft hier draußen erst ein wenig in Schwung gekommen war? Es würde schön sein und auch eine Hilfe für sie bedeuten, wenn sie einmal alle von hier beieinander waren. Denn Arbeit gab cs hier mehr, als man denken konnte, man wurde einfach den ganzen Tag nicht fertig. Aber bas lag auch daran, daß man das Haus und die Aecker fo verwahrlost übernommen hatte. Sie selber durfte von diesen Dingen nicht allzu viel reden, so wenig wie sie im Grunde davon verstand. Aber sie sah doch, wie schwer Cars es hatte. Gut, daß ihm die Arbeit noch nicht ein einziges Mal zuviel wurde. Unb glücklich schien er auch zu sein, nun er so etwas wie sein eigener Herr war unb nicht mehr jeden Morgen zum Hasen zu gehen brauchte, um nachzufragen, ob Arbeit da sei. Ja, im Grunde mußte man ihn bewundern, wie er mit allem fertig wurde, was er angriff ... „Paß nur gut auf, daß bu Dorfe nicht verfehlst", rief sie ihm nach, als er ging. „Keine Sorge", lächelte Lars. „Wenn sie nur kommt! Ich habe ihr alles genau beschrieben neulich, aber sie ist boch noch nie hier in der Gegend gewesen. Nun, schließlich ist sie nicht so dumm, daß sie sich nicht auch allein zurecht fände, aber es macht mir nun mal Freude, ihr alles zeigen zu können, siehst du. Sie wird Augen machen, sage ich dir!" Damit ging er. Aber bei den Birken wendete er sich noch einmal wieder um. „Vergiß die Ferkel nicht, hörst du?" rief er. „Drei Schaufeln Gerstenmehl, nicht mehr und nicht weniger. Unb bie Ziege soll bei dem Regen nicht hinaus. Jan kann ihr ein wenig Gras mit Dem Messer schneiden, wenn et aufgeftanben ist. Es ist gut, wenn er so etwas bei Gelegenheit Wir opfern. Don Wolfgang Brügge. Noch hockt die Not in manchem Haus, noch reicht das Brot an manchem Tisch nicht aus, noch friert ein Kind und jammert vor sich hin; Bedenke, daß wir sind Verschworne einem Sinn: Wir opfern, spenden, geben — Deutschland muß leben I Oie Schlacht auf dem Mühlendamm. Von Karl Heinrich Waggerl. Wir entnehmen den vorstehenden Abschnitt mit freundlicher Genehmigung des Insel - Verlags zu Leipzig dem neuesten Roman des Dichters, der unter dem Titel „Mütter" erscheint. Und es ist auch wirklich ein ansehnliches Schauspiel. Die Gertraud- kinder kommen! sagen die Dorfleute, tret/n unter die Tür und bewundern den festlichen Zug. Was den Wagen vor allem schmückt, das ist der große rote Regenschirm, der zur Zier und zum Schutz gegen alles Ungemach aus Himmelshöhen hinten sestgebunden wird. Und ,edes von den Kindern bekommt sein Amt zugewiesen. Therese muß die Blumen halten und alles in ihrem Schoße sammeln, was sich unterwegs Bemerkenswertes findet, während die stimmgewaltige Antonia, unter dem Baldachin sitzend, die Ausgabe hat, von Zeit zu Zeit einen passenden Gesang anzustimmen, etwa das Lied vom Kuckuck, der 'aus dem Wald ruft, oder ein markiges, wie es Peter gern sänge, wenn er es träfe, das Lied vom galoppierenden Pferdchen. Die Deichsel führt Barbara selbst. Oft hat sie versucht, den Hund des Hausierers für diesen Zweck abzurichten. Er läßt sich auch geduldig mit Stricken umschnüren und eine Blume an den Schweif binden, aber dann fetzt er sich einfach darauf und blinzelt und meint, da? fei nun alles, was man von seinesgleichen verlangen könne. Nero ist über die Maßen dumm, er kann sich durchaus nicht denken, wie sich ein Kutschenpferd zu benehmen hat, selbst wenn es ihm Barbara bis ins einzelne vormacht. Nun, dafür ist er aber sonst gut zu gebrauchen, unablässig umkreist er den Wagen und sorgt für einen eindrucksvollen Lärm, und außerdem bringt er unterwegs alles angeschleppt, was sich irgend bewältigen läßt, Blechbüchsen und altes Schuhzeug und totes Getier. Das legt er Therese in den Schoß und saust wieder davon und ist ein durchaus lobenswerter Hund. Den Wagen also muß Barbara selber ziehen. Ihr zur Rechten schreitet Paul, zur Linken Peter, so getrennt, damit wenigstens fürs erste der Friede gewahrt bleibt. Und hinterher, gewissermaßen als Troß und Nachhut, humpelt Anna auf schwachen Beinen, von Gott mit Em- salt gesegnet, weshalb sie ausersehen ist, das Jausenbrot zu tragen. Nur der kleine Nikolaus muß zu Hause bleiben. Er wäre jo doch nur ein Fraß der Fliegen, weil die Sonne unheilvoll auf sein Inneres einwirkt und ihm allerhand entlockt, was nur den Bremsen angenehm duftet. Ja nicht anders geschah das alles an jenem Tage. Barbara zog über den Platz und die Gosie hinunter, dann am Teich entlang zum Mühlendamm, jenseits dachte sie auf der schattigen Wiese zu rasten Es war weit und breit nichts Bedrohliches zu sehen, Peter trug friedlich sein Schwert an der Seite, die Kinder sangen aus vollem Halse, und auch Paulchen sang und freute sich des Lebens. Sollte ihm diesmal wirklich gar nichts zustoßen? . Doch. Plötzlich verstummte Paul. Erstarrte förmlich auf dem Fleck und dos mit Grund, denn an Stelle der Nase hatte er auf einmal einen blauschwarzen Klecks im Gesicht, so, als fei sie ihm von Geisterhand im Flug entrissen worden. Um Gottes willen, dachte Barbara und sah zum Himmel, was für ein Vogel läßt solche Geschoße fallen? . Aber es kam gar nicht von einem Vogel, sondern von einem gewissen Kaspar, Sohn des Müllers. Der saß mit seiner Schleuder hinter den Stauden aus dem Damm. Hockte dort ohne Arg und suchte noch Zielen für die Dörrkirschen, die er im Munde hatte, schoß ins Ungefähre und traf, sich selber zum Erstaunen. Er wußte ja nicht, daß er diesen Treffer weniger seinem Schützenglück als dem Wirken der Schicksalsmachte verdankt, die den kleinen Paul auch an diesem Tage nicht ungepruft lassen Barbara hingegen hielt es für eine vorsätzliche Büberei. Nie zuvor hotte jemand gewagt, ihren Wagen anzugreifen, der war im ganzen Dorf geheiligt. Und nun sah sie den Bruder heulend im Staube sitzen, mit vlattaeguetscher Nase und vielleicht für fein Leben entstellt! -ter Zorn^schwoll ihr im Bufen — o wie schändlich, auf Weiber und Kinder 3U Kbiefem Lümmel sollte das Grinsen vergehen! Barbara sammelte die Ihren rings um den Wagen wie um eine feste Burg, auch Nero wurde mit dem Befehl auf dem Boden festgenagelt, im Notfall eher sein Hundeseele auszuhauchen als die Festung preiszugeben. Und dann schritt r*e E ^etti^unvergleichlicher Kampf. Wäre er von einem Sänger besungen worden so hätte der sagen können, daß die Vogel verstummten, daß dt Kühe "n der Nachbarschaft zu ftessen aufhörten und an den vchin kamen um iiUiuschauen Als Kaspar die streitbare Jungfrau anrücken lab Lickt er sie würde sich Luft machen wie alle Mädchen, mit Schimpfen und Spucken. Und darum, weil er sitzen blieb, traf 'im gleich die erste Maulschelle ins volle. Ehe er sich aber wiederum ihren Vorteil wahr, sie fing feinen Hols unter der Achsel ein und klemmt ihn aus Leibeskräften fest. Nun, so viel weiß jeder, daß einem m dieser Lage kaum noch Lust zum Fluchen bleibt. Kaspar schnob und stöhnte und arbeitete sich ve» geblich in Schweiß. — Bittest du ob? fragte Barbara, willst du abbitten? Kaspar konnte überhaupt nur noch dumpf gurgeln, beinahe wäre bex Kampf im ersten Ansturm entschieden worden. Allein, wie es denn zuweilen geschieht, daß der Mensch gerade durch sein besseres Teil zuschanden wird, so kam auch Barbara plötzlich in Bedrängnis, aus Gründen der Ehrbarkeit. Es ist nämlich die Regel, daß ein wie Kaspar (gefolterter in der letzten Not nach den Beinen des Gegners greift, um ihn auszuheben. Und das tat denn Kaspar auch, aber was er hob, waren nur Barbaras Röcke. Plötzlich fühlt sie eine bedenkliche Kühle unten herum, mit anderen Worten, sie ward inne, baß ihr zum Fechtn zwar nicht das Herz, aber die Hofe fehlt. Um ihre Blöße zu schützen, mußte sie den Kragen des Feindes preisgeben, und alles wäre verloren gewesen, hätte nicht Petr in diesem Augenblick eingegriffen. Peter war nämlich herbeigekommen, um sich das Getümmel aus der Nähe zu betrachten, anders als Nero, der wohl vor Aufregung winselt und mit dem Schwänze Wölkchen aus dem Staube klopft, aber dennoch gehorsam sitzen blieb, eben eine Hundeseele. Es war immer der Ruhm größer Generale, in der Schlacht zu erscheinen, wenn der Feind schon auf den Schanzen steht. Was es der Schwester ausmachte, nackt oder bekleidet zu raufen, verstand Peter nicht, aber er fah, daß sie unten lag und fürchterliche Prügel bekam. Kunstlos im Handeln wie alle Helden, tat er, was auch fein Namenspatron im Oelgarten getan hatte, er zog das Schwert und schlug dem Gegner hintrs Ohr. Zum Glück für Kaspar war das Schwert aus Holz und nur für Distelkäpfe scharf genug, aber so viel war doch damit auszurichten, daß Kaspar laut aufschrie und entsetzt seinen Schädel befühlte. Gottlob! vorhanden war er noch, sogar erheblich vergrößert, aber nun wollt sich Kaspar auf gar nichts mehr einlaffen, er räumte das Feld und wankte wehklagend davon. Ja, [o endet die Schlacht auf dem Mühlendamm mit einem glorreichen Sieg. Auch den Hut ließ der Feind zurück, Petr nahm die Hahnenfeder herunter und steckte sie auf feinen Helm. Barbara freilich hatte allerlei an Wunden und Beulen zu verbeißen, aber auch sie flagte nicht. Nein, wortlos schüttelte sie das Moos aus den Röcken, flocht ihr Zöpfchen neu ein und ging bann zum Wagen zurück, um das Jaufen- brot auszuteilen. Sie war den Ihren wiedergegeben. Geschichte und Geschichten vom Tee. Von Dr. Georg Böse. Den-Tee umgibt noch heut eine Weihe, in der Geist und Legende aus dem fernen Osten Mitschwingen. Weniger farbig und leidenschaftlich als fein orientalischer Bruder, der Kaffee, ist um ihn der Duft ewiger Stille, die hauchzarte Lust, die uns aus den Gedanken der chinesische« Weisen anfächelt. Die Geheimnisse aus dem Reich der Mitte, Japans uralte Ueberlieferung und Indiens rätselhafte Vergangenheit spielen um dieses Getränk, von dem Wang-Pü-Cheng sagt, daß es die Seele unmittelbar wie eine Stimme überflute und daß feine feine Bitterkeit an den Nachgeschmack eines guten Rates erinnere. Die japanischen und chinesischen Teezeremomen haben eine große Geschichte; ihre tiefe kultische Bedeutung haben sie sich bis auf die Gegenwart bewahrt, und so werden sie auch heute noch selbst in den modernen Häusern Japans mit unerschütterlicher Treue und peinlicher Genauigkeit, die auch dke geringste Bewegung nicht vernachlässigt, in allen Einzelheiten geübt. Es ist, als habe der Tee unauslöschliche Spuren dieser Weihe mit auf seinen Siegeszug in unsere andersartige Well mitbekommen, und wlk empfinden deutlich, daß der Genuß dieses Trankes sich gern mit den Zeichen einer gesitteten Geselligkeit verbindet, von der die Überlieferte« sogenannten ästhetischen Tees nur eine müde Entartung sind. Eine Legende steht am Anfang der Geschichte des Tees. In uralten Zeiten lebte an den Ufern des Ganges ein durch feine Heiligkeit weithk« berühmter Brahmine. Als der fromme Mann fein Ende herannahen fühlte, tat er das Gelübde, fortab auf jeden Schlaf verzichten zu wollen, damit er die letzte ihm noch gewährte Frist in ununterbrochenem Nachdenken verbringen könne. Aber die menschliche Natur ließ sich nicht zwingen. Eines Tages versank er mitten im Grübeln über die Geheimnisse des Weltalls in einen tiefen Schlaf. Als der Brahmine wieder erwachte, war er untröstlich über feine Lässigkeit. Um nun ganz sicher zu fein, daß er der Müdigkeit in Zukunft nicht wieder unterliegen werde, schnitt er sich die Augenlider ab und warf sie von sich. Aus ihnen entsproß über Nacht der Teestrauch. Als der Heilige einen Aufguß von dieser Pflanze trank, spürte er zu feiner Verwunderung, wie sein Geist von neuer Kraft und edlem Schwung belebt wurde, so daß ihn fortab bei feinen frommen Uebungen nie mehr die Müdigkeit übermannte- Seine Jünger haben den Wundersttauch dann weiter verbreitet. Db nun Indien ober China das eigentliche Ursprungsland des Tees ist bleibt wohl noch lange eine Doktorfvage. Jedenfalls gibt es feinen Beweis dafür, daß er im Reich der Mitte fchon vor dem 7. Jahrhundert nach Christus heimisch war. Aber schon bald hören mir von einem wahren Kult um diese Pflanze; bereits um die Mitte des 8. Jahrhunderts tritt der Dichter Luh Yü als Apostel des Tees auf, dem er im „Cha-King* ein heiliges Gesetzbuch schuf. Von den chinesischen Teehändlern wird et als Gottheit verehrt, und das japanische Teezeremoniell geht angeblich auf ihn zurück. Schon im S. Jahrhundert scheint der Tee in Japan bekannt gewesen zu fein. Don dort ist er erst nach Tibet und der Mongolei gelangt, wenn auch bereits der Wettreisende Marco Polo von der Absetzung eines chinesischen Ministers erzählt, der sich einer willkürlichen Erhöhung der Teesteuer schuldig gemacht hatte, so kamen die ersten genaueren Berichte über diesen Wundersttauch doch erst in der zweiten ftälfte des 16. Jahrhunderts durch holländische, portugiesische und italiS- nische Reisende nach dem Abendland. Zu Beginn des 17 Jabrhunderts brachten die Schiffe der Holländifch-Oftindifchen Kompanie den Tee nach Europa. In Paris und in Rußland soll er zuerst genofien worden fein, Haftes Gedächtnis, dem er jenes von D i r cho w entgegenstellte. Alle Versuche, zu ähnlichen Gedächtnisleistungen wie Virchow zu gelangen, Klugen jedoch fehl. „Dieser Mangel ist mir Zeit meines Lebens treu geblieben und hat mir viele Schwierigkeiten bereitet , Ein gutes, unfehlbares Gedächtnis ist ein kostbarer Besitz für wissen s'chaftliche Tätigkeit, wenn der nötige Tropfen kriti cher Urtei^krast nicht fehlt. Sonst verführt es nur zu leicht zur oberflächlichen Vielwisserei. Ausgesprochener Mangel an Gedächtniskraft laßt sich ^is zu einem gewissen Grade durch Schärfe des Urteils ersetzen, aber es erschwert gan, außerordentlich die produktive Tätigkeit. Die wirklich grofeen Jdjiopfenf^en Leistungen sind weder ohne das eine, noch ohne das andere denkbar. Rudolf Virchow, um nur einen der Großen zu nennen, befaß beides in ganz ungewöhnlich hohem Maße. Sein enormes Gedächtnis war eben°?erstaunlich wie die kritische Schärfe seines Behändes bem ein Einschlag von spekulativer Begabung nicht fehlte. Bei den meisten Gelehrten, die es in unserer Wissenschaft zu etwas bringen, selten sich durchschnittlich beides, Urteil und Gedächtnis, die Waage. Ich habe einige, wie es scheint, brauchbare Gedanken gehabt, aber ihreAnswer- tung wurde mir nicht leicht, weil ich bei meinen Veröffentlichungen ebenso wie bei meinen klinischen Vortragen in stetigem Kamps mit meinem mangelhaften Gedächtnis mehr geistige Energie zusetzen mußte, Zu jenen berühmten Männern, die über besondere Gedächtnisleistun- aen verfügten ist auch der englische Dichter Robert Browning zu zählen der als junger Mann die meisten Werke Shakespeares Wort für Wort auswendig wußte. Auch das Verlorene Paradies von Milton konnte er fast ganz aus dem Gedächtnis auftagen. Dem berühmten englischen Historiker Macauley wird nachgeruhmft daß er schon als zwölfjähriger Knabe Scotts „Ballade des letzten Mmm- sänaers" Wort.für Wort aus dem Gedächtnis wiederholen konnte Er hatte mit feinem Bater einen Besuch gemacht, unb'man liefe ifenhabet eine Zeitlang allein in einem Zimmer, in dem em Exemplar des Buches auf dem Tisch lag. Als der kleine Macauley nach qause kam, trug er seiner Mutter zu deren höchster Ueberraschung ein großes Stuck aus dem Werke auswendig vor. Thomas Lawrence roat: md)t nur em berühmter Maler, sondern auch em ungewöhnlicher Gedachtmskunstler. Als fünfjähriger Knabe konnte er ganze Seiten aus Sha k e f P«aJ Dramen oder aus Miltons großer Dichtung auswendig Herfagen und wurde nicht selten von Gästen als ein Wunderkind angestaunt, wenn er bei Erwähnung eines Stückes von Shakespeare sofort ganze Szenen nicht nur wortgetreu, sondern auch in leidenschaftlichem Spiel vortrug. Von G l a d st o n e wird berichtet, daß er noch als alter Mann ganze Gesänge aus dem Homer auswendig gewußt und fließend herunterge- Während^diese Männer über einen ungewöhnlich dichten »Behälter des Wissens" verfügten, wie Montaigne einmal das Gedächtnis genannt hat, gab es auch Forscher und Gelehrte, die zuweilen völlig von ihrem Gedächtnis im Stich gelassen wurden Allerdings handelte es sich hier oft um jene vielverspottete Zerstreutheit m kleinen Dingen, meistens gerade zu einer Zeit, in der mit höchster Willensanspannung alle Gedanken auf eine besonders wichtige Frag- des -"g-renFach- aebietes gerichtet waren. So wird erzählt, daß Edis o n, der sonst ein vorzügliches Gedächtnis hatte, zuweilen an völliger Geistesabwesenheit litt Als er eines Tages mehrere Stunden lang über em physikalisches Problem nachgedacht gatte b^gab er sich mit feinem Assistenten zu T.fch Er bediente sich, aber versank dann wieder tief in Gedanken ohne die Speisen anzurühren. Der Assistent stellte zum Scherz währenddessen einen leeren Teller statt des vollen vor ihn hm, und als Edison wieder zu sich kam und den leeren Teller vor sich sah, rieb er sich die Augen und sagte schließlich' , Sapristi, bin ich zerstreut! Ich habe gegessen und erinnere mich dessen nicht mehr!" Besonders groß im Bergeften von Mimen und Gesichtern soll der englische Staatsmann Lord Salis- bury gewesen sein. So fragte er einmal wer der „sympathische junge Mann" sei, der ihm schon zweimal Depeschen nach Hause gebracht habe, und zu seinem Erstaunen erfuhr er, daß es fern Sekretär war, der feit »roet Ighren mit ihm zusammenarbeitete. Em anderes Mal war ein benachbarter Gutsbesitzer bei ihm zu Gaste geladen, und Lady Salisbury befürchtete, ihr Gatte würde am Ende den Nachbarn nicht wiebererkem nen und unhöflich gegen ihn sein. Aber Salisbury war sehr freundlich gegen den Gast und unterhielt sich angelegenllich mit ihnr Nachher sag e er zu seiner Frau: „Ich freute mich sehr, daß Lord Roberts beute zum Lunch tarn, aber ich muß Jagen, er hat geistig . .e^rri[X^ aräffen Er wußte auch nicht das geringste mehr von unseren militärischen Kräften in Aegypten, und seine Ansichten über Indien waren ganz nebelhaft. Er wird immer älter und täppischer." Gewiß ist es nicht angenehm, mit einem solchen Gedachtmssieb ver sehen zu sein, aber daß auch ein gutes Gedächtnis nicht immer am rechter? Platz ist, das soll den Vergeßlichen und Zerstreuten ein wenig Trost gewähren. Wer möchte gern zu jenen „Märtyrern ihres Gedacht nlsses" gehören, die Dinge behalten, die sie nie wieder in ihrem Leben brauchen können? Hier sei nur der Fall emes Rechtsanwalts ermahnt, der die Abfahrts- und Ankunftszeiten der einzelnen Zuge aus emem alten Kursbuch jahrelang nicht aus dem Gedächtnis verlor. Sem Bäte, ein Ingenieur hatte sich für das Eisenbahnwe en interessiert und den Jungen zum Studium des Kursbuches veranlaßt So gehörte em Kurs buch in feine Kinderbücherei. und es dauerte nicht lange, und der Junge hatte die wichtigsten Ankunsts- und Abfahrtszeiten der wichtigsten Zuge im Kopfe. Und dort blieben sie, auch als Neuausgaben langst andere Zeiten brachten. So nützte ihm seine Fahrplankunde keinen Deut. Möge sich denn jeder damit bescheiden, was ihm als Gabe nun et mal gewährt wird. Dem Vergeßlichen hilft der Fleiß über manchen Gedächtnismangel hinweg, dem Gedächtniskünstler aber mag eine gnabige Stunde zuweilen etwas gewahren, ohne das der Mensch nun emm ■ I nicht zu (eben vermag — Vergessen! _______ hnnn In England Die erste Tee-Annonce vom Jahre 1656 lautet: „Das i äfeh «5 TÄ SÄ s« Ää'yÄ'Ä ÄSAfc -„richt auch eine alte Broschüre, in der es heißt: „Gewöhnlicher maßen werden der kleinen porcellanenen Schälelen dreißig bis vierzig getrunken, wer aber alle Effect und Würckung bieses Theae Trancks erfahren und genießen will, der muh zwei oder drei Stund nach dem Mittagmahl über öie in der Frühe zu sich genommene dreißig oder vierzig Schalelen noch zwöli oder fünfzehn solche SchAelen austrincken, und zwar dieses tag- I lieben. Die Thea auf obig angezeigte Weise täglich getrunden, jjat feijr viel und sürwahr wunderliche Würckung und Tugenden in sich, dan 1 stillet sie den Durst und die innerliche Hitze... 3. vertreibt sie die Hitze, Aufdärnpsfung und Aengstigkeiten des Magens ... 5. die scharfe Humore im Geblüt und in dem Leid thut sie mildern und ■ B-1 das noch um viele Punkte weiter. Aber es gab bald auch Wider er des Gastes aus dem fernen Osten, und der französische Arzt Paton nte das Teetrinken „die abscheulichste Neuheit des Jahrhunderts . """Zur Einbürgerung des Tees in der englischen Familie trugen die Moralischen Wochenschriften" viel bei, die in diesem Getränk eine die Sitten veredelnde und mildernde Macht sahen und die Rzklame fur ihre ■geitichrift mit der für den Tee zu verbinden wußten. So erklärte bet I spielsweise der „Spectator": „Wir möchten unsere Mitteilungen besonders allen wohlsituierten Familien ans Herz legen, die allmorgendlich e ne Stunde dem Tee mit Brot und Butter widmen, und mochten sie ernstlich um ihres eigenen Wohles willen ersuchen, Order zu geben, daß ihnen die Zeitung pünktlichst serviert und eine unerläßliche Zugabe des Morgen- | ^^Von^Enoland hat der Tee feinen Einzug bei uns zuerst in Hamburg und in Nordoeutschland überhaupt gehalten. '-M°n f-tzt sich um den runden Tisch herum", heißt es in einer Hamburger Wochenschrift von höh, „in dessen Mittelpunkt ein kleiner Feuerofen.glühet auf welchem das kochende Wasser eine Menge wässrige Dunste m die Luft blafet bte sich mit dem Kohlendampf vereinigen, welchen die Damen für gesund halten und der doch die Köpfe der ganzen Gesellschaft benebelt, so best alle Herren die Stirn reiben und alle Damen in ihren Schnurleibern errieten wollen. Ein reines Vergnügen scheint das Teetrinken damals nicht gewesen zu | fein, und außerdem entnehmen wir daraus, daß er vor allem -'^Angelegenheit für Damen war. Das galt noch bts weit m das 19 Jahrhundert hinein. Die Vorstellung vom Milden und Blassen - besonders im Gegensatz zu der Kraft des Kaffees - mag °n dem Tee aus jener Seit hasten geblieben fein. Goethe hatte für dieses Getränk nicht viel übrig und äußerte sich: „Was sollten die Frauen ohne den Tee anfangen? Das Teemachen ist eine eingebildete Tätigkeit, besonders in England Und da sitzen sie gar behaglich umher und sind weiß und sind schon und sind lang, und da müssen wir sie schon sitzen lassen." Schon bald lauten bte Urteile der Dichter freundlicher, wenn die Beziehung zwischen Tee und Damen- weit auch noch bestehen bleibt. In Uhlands Teelied heißt es. „Denn nur die holden Frauen halten Dich in der mütterlichen Hut, Man sieht sie mit dem Kruge walten Wie Nymphen an der heil'gen Flut. Den Männern will es schwer gelingen Zu fühlen deine tiefe Kraft: Nur zarte Frauenlippen bringen In beines Zaubers Eigenschaft. Plötzlich war ber Tee Mobe geworden, er wurde zum Sinnbild schöngeistiger Gespräche. Zu feiner Verherrlichung entspann sich em förmlicher Wettkampf. Am 16. März 1811 schrieb Uhland an Justinus Kerner. „Schwab, Mayer und ich schicken alle Tage ber Doktorin Sjefel unb। ber Schrader (Gattin des nachmaligen Tübinger Romanisten Ed. Schradech neue Teelieder zu. Es ist ein wahrer Wettkampf. Karl Mayer wird auch eines machen. Schwab Hai zwei gemacht, und von dir erwarte 'ch Sukkurs von einem halben Dutzend, da du ja mit Teegeschichten handelst. Der Tee hat sich heute in Deutschland fein Heimatrecht erworben. Aus der englischen Geselligkeit ist er überhaupt nicht mehr wegzudenken und auch das russische Leben ist ohne ihn schwer vorstellban Jedes Volk ver- fährt mit der Zubereitung des Tees auf feine eigene Weife. Man konnte geradezu eine Psychologie der Teetrinker in aller Welt ausstellen. Gutes und schlechtes Gedächtnis. Von Dr. Jürgen Schäfer. Eines der größten Wunder des menschlichen Geistes ist ferne Gabe, ht die Vergangenheit zurückzuschweifen und früher einmal Erlebtes in die Erinnerung zurückzurufen. Was wir erlernen und erfahren, das hinterläßt in uns eine seltsame Spur, und willentlich oder doch scheinbar aus eigener Kraft leben aus ihr wieder die früheren Bilder auf. Dann rühmen wir unfer Gedächtnis, das alle^ so gut bewahrte, was Ihm anvertraut wurde, das die Zeit, feinen erbittertsten Gegner, überwand und unsere Erlebnisse jeweils wieder ins Bewußtsein ruft. Doch vermag keines Menschen Geist alles zu bewahren, was wahrend seines Lebens an Wissen und Erfahrung auf ihn einstürmt. Vieles ver- sinkt in die Vergessenheit, während uns anderes zu unserem Nutzen, zuweilen aber auch zu unserer Qual immer gegenwärtig bleibt. Man hat die Beobachtung gemacht, daß nicht selten die Neigungen eines Menschen großen Einfluß auf seine Gedächtnisleistung haben: so behält etwa em Mathematiker in ber Regel leicht Zahlen, während der Historiker mime- los eine ganze Reihe von Geschichtsdaten nennen kann. Ein solches „Fachaedächtnis" ist für den Gelehrten eine hochzuschätzende Hilfe bei seiner Arbeit, unb wo es fehlt, muß mit eisernem Fleiß immer roieber erworben werben, was bem Begünstigten spielenb in ber Erinnerung bleibt. So beklagte sich ber Arzt Friebrich Martins über fein mangel-________ ««antwortlich: Dr. ftanö Thyriot. - D^und Verlag: Brühl,che Univerlitäts-Bnch. unb Steinbruckerei. A. Lange. Gieb-«- Gießener AmilienbMer S Jahrgang 1935 Freitag, den November 16 Ring len der !» wir noeren 'S Ab. rau in wurde uch im Bräuti. leit des gefügt nstreis vierten die Eren und Nummer 85 aus Colour & Grey Control Chart 10 Liebesroman GESCHICHTE EINER HOCHZEITSREISE Von Walther von Hollander topytlgljl 6y August Scherl G.m.b.tz., Berlin atmend im Grase. „Wo bleiben denn eigentlich alle Männer?" murrt er. „Müssen am Abend so lange reden, bis sie am Morgen nicht aufstehn können. Als ob jeden Tag Sonne wäre. Nicht wahr?" „Wo bleiben denn die Männer?" lacht Barbara, als sie die Hütte nach Stuttgart heute", sagt Meimberg, „ich Berlin angemeldet. Die Sache scheint brenz- ; Telegramm!" bittet Barbara, „ich möchte so gern mit." . „Ich bin am Spätnachmittag wieder da. nir hier! Du würdest dich auch wieder über neiner Stelle das Floh mitbaun." liederholt Barbara. Aber Meimberg findet iwalt sitzen, bei der Arztfrau. Es ist sicher » — außerdem doch nicht so schlimm, wenn man ist nicht so schlimm. Sie kann ihm auch ächt allein Zurückbleiben will, weil sie einen 't gesehen hat. Das sieht wie ein Druck aus. uthammer war ... dann ist die Sache ret- ■r Kuw" -•»euei ?>njug wie er. uas oejagi uueiuu.M= t b Anzüge^ Aber jetzt hebt er dw Hand zum Hu.. Grüßt.Wen reicher Mann war. Nur leider yalnos. atonrue yv«c mc. -- viel Frauen nicht leben. Wurde schließlich Morphinist. Die Fabrik verkam Dann kam der Krieg. Alles schien besser zu werden. Die Fabrik kriegte riesige Aufträge. Görnewitz mußte als Hauptmann ins Feld. Hielt sich sehr gut. Aber drei Monate später siel er. Kurz bevor man ihn reklamieren konnte. „Tragisch, wie?" Barbara nickt obwohl sie das gar nicht tragisch findet, sondern höchstens traurig. Und als Schicksal, trotz des versöhnlichen Ausgangs, eher ein bißchen abstoßend. Sie muß noch hören, wie Frau Görnewitz die Fabrik während der Inflation verkaufte und alles verlor bis auf dieses Pensionshaus. Und daß sie froh ist. nach soviel schweren Erinnerungen noch ein Stück von einem helleren Leben, wenigstens auf der Zufchauer- bank zu erwischen. Und wie das Zuschauen weise macht und triebfertig. Da ist sie also enbü* wo sie hin wollte. Sie bietet Barbara ihre Hilse an. Barbara soll nur Vertrauen zu ihr hoben, wenn sie in eine schwierige ßane kommt Sie. die Görnewitz, hat für alles, aber auch alles Verständnis und weiß meist einen Ausweg. Sie steht immer aus der Seite der Fra'len die als der passive Teil der M-mschheit allzuviel zu leiden hoben. Barbara bedankt sich. Im Augenblick geht es ihr großartig. Sie kann Ht sich eit ent> weißem gelben te man al wird d jeden ijmüite anderer ßeib, ist mb bet rechens, be beim alle ein= in einen i müsse, ’in solle, iet bald nge aus schmückt, esanbere n Gold-1 n finden , da der rhundert Skelett; die Ber-1 it einem I tten oder I jteit und n flachen waren -der stets I reu;. 3a ber Der-1 hatte der ter steckte te er den n Mann b und zu | aß heirais- and, nach M' Ring über anzeigea ' en mailt'' i mobei sich bung »«’\ -ber, n-ch les fall'" ,u bad'"- >ch-n k-l" ia( E :o|)e P' |o einen Panamahut wie ... ja, wie Rdutbammer. balanciert überfein paar Steine bis in ,nnen- . teuf' "!* ifäl" *iS .1« Si"" I wieder betritt. „Es ist Sonne, Heuernte und Floßbau angefetzt." Meimberg sitzt und rasiert sich. Er nickt Barbara zu. „Siehst schön aus", sagt er, „man muh wirklich zufrieden sein mit dir." Draußen trommelt Hauptmann (Beriete an das Gong. „Aufstehn, die Floßbauer!" schreit er. „Antreten!" Und oben im Fenster erscheint Körners Kops. Die Backen hat er wie Meimberg eingeseift. Er schwingt ein a._ rr 2,"'ntreten, die Flohbauer", singt er, „alles an- o ue Anzüge. AVer jegi yeui vi ------ h igrüßt er? Er steht, den Hut etwas über dem Kopf gehoben. Wie da 'Mals Rauthammer in Berlin. Er ... .__.. ronh„. Barbara steigt langsam aus dem Wasser. Sie nimm t> 'Mantel. Sie geht ziemlich schnell fort. Rauthammer? Sie sieht sich noch ^einmal um. Der Mann ist verschwunden Sie Rüttelt den Kopf. Da ;tommt davon, wenn man eine Auseinandersetzung n i ch z Warum hat sie nicht mit Alfred den Fall fertig berebet. Jetzt stekst er zwischen ihnen. Jetzt beschäftigt er sie beide über Gebühr, und fte। roirD 'Noch unter jedem 'Panamahut Rauthammer suchen. Sie lacht Hel rote »«Wä- -i- Zwingend, über die Wiese. Jemand ruft: -'^au jmeimb«fl Örau Deimberg!" Eine merkwürdig Helle Stimme. Es ist der^ elfchhr'ge I . 'der kleine Körner. Er »ersucht auf der Wiese den Handstand , 'Mal Herkommen und ihm die Füße festhalten, wenn er hochschwing . ■6o ... Uchtuna ... so ... sehr gut. Noch mal? Ja. noch mal. w.yr gur. INun noch mal9 allein. Na ... es geht ja schon. Der Junge sitzt sch Red_______Magenta Grey 4 Black 6 8 9 6 8 9 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23