Gießener Zamilienblätter Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger Jahrgang 1935 Freitag, den 1. März Nummer Die Hochzeitskuh Roman einer jungen Liebe von Josef Magnus Wehner Copyright 1 9 2 8 b y Georg Müller Verlag A.-G., München ihrem Herzen. Sie hatte nicht das Wort Liebe für ihr Gefühl, aber Tag und Nacht dachte sie an den schönen Burschen, der ihr Bild stets bei sich trug, sie sah sein Gesicht vor sich, und es kam ihr vor, daß sie irgendeinen Gegenstand mit den Händen fest umschloß oder «n ihre Brust drückte, indem sie leise seinen Namen sprach. Oer Vater sprach seit dem Besuch im Nachbarhaus nicht mehr von der Hochzeit, betrieb aber im stillen die Vorbereitungen zur Heirat, indem er von der Aussteuer Stück für Stück bestellte und im Beihaus unterbringen ließ. Matthies hielt sich immer weiter von Friedrich zuruck, je öfter dieser über seinen Hof strich. Es machte ihm Freude, den hageren, reichen Nachbarn wegen seiner stolzen Tochter zu demütigen. Der Teufel trug ihm eines Tages das Gerücht von Friedrichs Versprechen ins Haus. Das vergrößerte seinen Zorn auf Birge. Es war einige Tage vor Weihnachten. Friedrichs Knecht kam wieder mit einer glänzenden Fuhre, auf der oben rosige Betten schimmerten, aus der Stadt. Matthies stellte sich auf die Gasse, um beim Abladen .zuzuschauen. t Friedrich und Birge eilten zu gleicher Zeit aus dem Hause. Das Gesinde trug die Betten ins Beihaus, es war schon alles abgeladen, bis aus eine Lage Stroh im Grunde des Wagens. Friedrich, und der Knecht wollten den Wagen in die Scheune schieben. Als es nun schon ein Stück bergauf gegangen war, da rollte auf einmal ein gelbgestrichenes Fatz mit Blechverschluß aus dem Stroh. Friedrich suchte es in verzweifelter Hast mit einigen Strohhalmen zu bedecken; es war vergebens, Birge hatte schon erspäht, daß es ein Schnapsfatz war. Sie stand lächelnd auf dem Pflaster. Friedrich ließ den Wagen stehen, wo er stand, ging zu ihr, klopfte ihr auf die Schulter und sprach: „Was meinst du wohl, was in dem Faß ist?" „Sicher keine Wagenschmiere", lachte Birge. .Nein. Schnaps ist drin, verteufelt noch eins", rief Friedrich. „Und weißt du, was ich damit anfangen will? Deinem Schwiegervater will ich ihn schenken." „Du weißt ja, was du mir versprochen hast. „Ich trinke keinen Tropfen davon", beteuerte Friedrich. „Dann laß ihn nur gleich hinübersahren", sagte Birge. In diesem Augenblick mischte sich Matthies ins Gespräch. Er lehnte Friedrichs Geschenk rundweg ab: er habe in der vorigen Woche selber ein Faß bekommen, Friedrich möge es nur selber austrinken. Da rief Friedrich zornig: „Sei nur nicht so stolz, es könnte dich noch reuen." m Matthies erwiderte: „Stolz hin, stolz her. Wenn ich von deinem Schnaps trinken will, komme ich zu dir, und wenn du zu mir kommst, schenke ich dir von meinem Schnaps ein. Da braucht's weiter keine Rede." Er drehte sich auf seinem Holzschuh um und ging. Der Wagen wurde in die Scheune gefahren. Birge nahm die Hand ihres Vaters und sagte: „Schau, Vater, Ihr braucht Euch das gar nicht zu Herzen zu nehmen. Wenn Ihr mir nur ein wenig nachgeben wolltet, brauchtet Ihr Euch von Matthies nichts gefallen zu lassen." Sie zog ihn in die Küche und redete auf ihn em. Friedrich aber, der merkte, daß ihr Herz noch an Bertold hing, versteifte sich immer mehr und sprach endlich: „Den einen willst du nicht und den andern bekommst du nicht, solange ich lebe." Das war ein feierlicher Spruch und an dem harten und finsteren Gesicht ihres Vaters sah Birge, daß es nun bald Nacht werden müsse mit ihrer Liebe zu Bertold Sie saß noch lange, als ihr Vater gegangen war, in schmerzlichen Gedanken am Herd. So ging sie zum Vater, der finster auf seinem Schaffell saß, zündete die Lampe an und sagte: „Vater, ich habe es mir überlegt. Ihr könnt mit dem Fasse tun, was Ihr wollt. Es ist so gut, als ob Ihr mir nichts versprochen hättet. Ich will Euch in allen Stucken gehorchen. Der Vater rührte sich kaum. Er sagte vor sich hin: „Ich weiß schon, was ich tue, Birge; wenn sich einer zu viel einbildet, dann tut's nicht gut. Ich werde mit dem da drüben schon fertig werden." Da konnte sich Birge nicht mehr halten. Sie kniete vor ihren Vater und weinte. Friedrich aber stand auf, stellte sich mit dem Rucken ans alte Uhrgehäus und sprach: „Die Sache hat jetzt einen anderen Boden, (Fortsetzung.) Birge vertraute fest darauf, daß ihr Vater einmal wankelmütig werden Nüsse; es galt nur, die Hochzeit möglichst lange hinauszuschieben. Am Wend vor dem Schlafengehen las sie Bertolds Brief noch einmal durch md überlegte bis tief in die Nacht hinein, wie sie es anstellen könne, unter der Hand einmal schnell zu ihm in die Stadt zu kommen. An diesem lag begann sie zu wissen, daß sie ihn liebe. Am nächsten Sonntag knöpfte Friedrich auch den letzten Knopf seiner Neste zu, schlug sich auf die Taschen und ging zu seinem feindseligen Freund Matthies hinüber. Birge sah ihm aus dem Kuchenfenster ängstlich nach. Im Hausflur des Feindes roch es kalt, er schnupperte an der lür, klopfte und öffnete, als niemand „Herein" rief. Matthies stand vor dem Tisch, er hatte Friedrich längst kommen sehen. Ein stummer Kamps entstand, wer zuerst Guten Tag bieten werde. Da sich keiner dazu entschließen konnte, brach sich endlich Friedrich em Bort vom Mund ab, das so klang wie „tüchtig geschneit". „Wie nicht recht gescheit" antwortete Matthies. Friedrich schwoll vor Zorn an wie eine Tonne. Seine Wut galt, in einer kühnen Gedankenverbindung, weitläufig wie eine bäuerliche Ver- nandtensippe, keinem anderen als Bertolds Vater. Wäre dieser nämlich fein überspannter Mensch gewesen, dann hätte er Bertold nie studieren Men, hätte Bertold nie studiert, dann hätte er keinen Liebesbrief geschrieben, dann brauchte er, Friedrich, hier nicht in sichtlicher Demütigung vor Matthies zu stehen. Er zerrte wütend an dieser Gedankenkette und riß schließlich das folgende Glied los: „Ich pfeife auf die Studierten". Dieser Ausspruch hatte mehr Sinn, als Friedrich im ersten Augenblick wissen konnte. Er war das unmittelbare Sprungbrett zu Bertold, dem Nebenbuhler Hansens, und damit war man ja im Mittelpunkt aller Fragen. Matthies war klug genug, vorsichtig auf dieses Sprungbrett zu treten. Wenn auch das, was er nun sagte, einem Stadtmenschen völlig abweisend geklungen hätte, so wußte doch Friedrich recht gut, wie ts gemeint war, und daß er jederzeit herüberkommen könne, wenn fein bchnapsfaß zur Neige ging. Matthies aber antwortete so: „Es wird virklich bald Zeit, daß mein Hans eine Frau kriegt. Ich wußte ihm ,a manche stehen, aber er hat sich nun einmal die Birge in den Kopf gesetzt. ?ch meine aber, das wird sich schon geben, wenn sie ihn immer abfahren läßt. Wie gesagt, mir liegt gar nicht so viel daran, daß er nun gerade die Birge bekommt. Ich weiß ihm eine, die bringt hübsch was mit. Sie tat zwar krumme Beine, aber die wird mein Hans schon strack kriegen. Dann stürzte er ein Glas hinunter und schenkte auch Friedrich em. dieser sah sich erst um, ob Birge nicht über die Gasse gebe, bann schüttete er den Schnaps knirschend, indem er ihn behaglich zwischen den Zähnen zerrieb, hinunter und sprach: „Du brauchst nicht zu denken, Matthies, daß ich dir die Birge anbiete. Es kann schon sein, daß sie ihn manchmal gehörig hat abfahren lassen, aber er traut sich ja auch nicht sipp oder papp zu sagen. Nun habe ich jedenfalls Birge den Kops zurechtgesetzt, und wenn Hans Lust hat, jetzt einmal anzufragen, wird er richt daneben tappen." . ™ . „Das kann er machen, wie er will", entschied Matthies kurz, aber freundlich, und fah Friedrich fest in die Augen. ... Friedrich drehte sich um, griff an den Hut, ohne zu grüßen, und fing heim Der Dicke pfiff sofort feinem Hans und teilte ihm das Gespräch mit. Hans wäre am liebsten gleich zu Birge gelaufen, aber ler Vater puffte ihn in die Seiten und sagte, das sei ganz verkehrt, hier gehöre hart auf hart; man müsse die drüben jetzt warten lassen, damit vor lauter Ungeduld die Aussteuer wachse und die Schränke und Truhen von selber zu Hans hereinspazierten. Dann könne er spater rach der Heirat immer mit gutem Grund den Herrn tm Hause spielen. Hans sah betrübt alles ein und lieh seine.Ungeduld in den nächsten Lagen am Vieh aus. Mit Birge aber ging eine Aenderung vor. Sie fühlte, daß ihr Vater «uf dem Nachbarhof gebemütigt worben war, wenn er sich auch so stellte «ls ob alles im Lot sei. Das kränkte sie, beim sie liebte ben Vater. Mit Sittern sah sie jetzt (eben Tag heraufkommen, beim nun, ba ber Vater ton einem Fremden beleibigt war, hätte sie ihm unbedenklich ihr Herz geopfert, um ihn roieber gut zu stimmen. Anderseits trug sie Bertolds Brief immer bet sich. Er brannte von Tag zu Tag immer mehr über Birne Davon verstehst du nichts. Das muß Ich mit dem drüben allein ausmachen. Wenn er meint — dann werden wir schon sehen. Birge rief voller Angst: „Was hast du mit ihm vor? Vater, gib nach; ich will nicht schuld sein, wenn etwas geschieht." ®r ist schuld wenn die Sache im Unfrieden auseinandergeht. Jetzt steh'?s Spitz auf Knops. Nun will ich nicht mehr nachgeben." In diesem Augenblick schlug die Uhr. Es wurde still in der Stube. Friedrich räusperte sich, ging in die Kammer und sagte von hier aus: „Wenige haben mich gern. Ich weiß, daß du mich gern hast, Birge. Und was ich mit dir gehabt habe, war nur ein Spaß. Du brauchst natürlich den Hans nicht zu heiraten, wenn du nicht willst. Aber den anderen schlag dir auch aus dem Kopf. Ich will's nicht." Birge stand bei der Lampe und preßte die Hände auf den Tisch. Da schlug draußen der Hund an. Es kam jemand. An dem zögernden Schritt merkte Birge, daß es Hans man Durch Friedrichs Körper ging ein Ruck. Er schlug mit dem Kopf an die Trommel, die von der Militärzeit her noch über feinem Bette hing daß sie dumpf aufdröhnte, ging ans Stubenfenster und verbot Hans den Hof. Dann warf er das Fenster wieder zu und sprach: „So, jetzt ift’s fertig. Das andere wollen wir dann sehen." Er ging in den Stall und fütterte die Pferde ab. Von diesem Tag an sprachen die beiden Höfe kein Wort mehr miteinander. Auch das Gesinde schloß sich dem heimlichen Krieg an und tat sich gegenseitig Spott und Schaden. Die beiden Bauern hatten jetzt ihre Köpfe ausgesetzt und zogen alles in den Strudel ihres Eigensinns. Birge lebte anfangs in ständigem Schrecken. Sie offenbarte endlich ihre ganze Not Bertold in einem kurzen Briese und bat ihn, die Antwort an eine Base, die Posthalterin war, zu richten. Schon am nächsten Sonntag nach der Kirche steckte ihr die Base den Antwortbrief Bertolds zu. Sie ging auf dem Heimweg durch den winterlichen Wald und las: „Endlich der erste Brief! Ich habe Dir jeden Buchstaben aus der Hand gegessen. Birge, ich wollte, ich könnte in einem feurigen Wagen zu Dir fahren, lieber' bes Nachbarn Dach flöge ich herab und hielte vor Deiner Tür. Da müßtest Du schnell einsteigen, ob Dein Vater wollte oder nicht, und hui ging's durchs Blaue! Nur Dein Seidenkleid müßtest Du zuvor anziehen! Nun höre aber, Birge: Du mußt dies eine Jahr — von Ostern ab noch ein Jahr — aushalten! Du mußt klug sein, liebe Birge, und vertrauen. Jetzt sind ja die beiden Schwiegerväter verfeindet, und wie ich die Bauern kenne, werden sie nicht so schnell aus ihrer Verbissenheit erwachen. Es war sehr gut von Dir, daß Du Deinen Vater von seinem Versprechen entbunden hast. Laß ihn trinken, liebe Birge! Besser, er trinkt allein als mit Matthies zusammen. Allein trinkt er sich immer mehr von seinem Nachbarn fort, in einen urweltlichen Grimm hinein, aus dem es kein Zurück mehr gibt. Und ich hoffe, er wird eines Tages so gerührt fein, daß er fein Jawort gibt. Sollte er aber unvermutet anders werden, sollten sich die beiden Väter plötzlich versöhnen, bann, Birge, muht Du zu mir kommen. Ich betrachte Dich vor Gott als meine Braut. Unb wenn Du ein ganzes Leben lang mit mir zusammen sein willst, liebe, liebe Birge, bann mußt Du bie paar Schritte zu mir her tun. Laß bie Leute reben. Anna hat es auch geschafft. Sie arbeitet hier in ber Stabt unb bringt sich gut fort. Unb wenn Du kämst, so würbe ich doppelt unb breifach arbeiten unb soviel oerbienen, baß es für uns zwei reichen sollte. Ich bekomme nach der Prüfung sofort eine Stellung. Schreib mir boch, wann Du spätestens kommen kannst, ich erwarte Dich mit brennenber Ungeduld. Telegraphiere, baß Du sofort kommst. Ich habe Dir Ungeheures zu sagen, Birge, Birge, liebe Birge!" Als Birge ben Brief gelesen hatte, blieb sie traurig stehen unb seufzte. Eine Wildtaube streifte im Fluge ben Schnee von einem Tannenwedel. Durch bie Bäume sah sie ihren Vater auf das Berghaus zugehen. Nein, sie konnte ihren Vater und ihren Platz im Hause nicht verlassen, wenn die Liebe sie auch mit süßem Schmerz fortzog. Und boch, wenn sie jetzt bei Bertolb gewesen wäre, hätte sie ihm vergelten wollen, der er so fest an sie glaubte. Es tarnen bie Tage um Weihnachten, in benen bie Lüfte schweigen unb alles stillzustehen scheint. Birges Gebanken waren immer bei ihrem Liebsten, unb nur ganz selten schrak sie in ihre Umgebung zurück. Die Stille war so vollkommen, daß Vater, Geschwister, Vieh und Bäume sich nur wie Bilder vor ihren Augen rührten, daß die glänzende Flamme im Herd wie eine Blume ausschmolz und die Linde im Hof wie eine Wolke stand. Birge war verzaubert. Fragte sie jemand, so lächelte sie unb gab eine törichte Antwort. Jebe Arbeit ging ihr lautlos von ben Hänben, unb nur, wenn irgenbroo ein gefühlvolles Wort fiel, würbe sie bavon ergriffen wie von einem Lieb. 2lber bas Erwachen kam. Als ber erste Föhn ben Himmel auslockerte, als Schnee unb Gewölk in schwülem Glanze schwammen, ba brach auch tpr Herz auf wie eine heimliche Wunbe. Nachts weinte sie viel, unb am Tage, roenn bas Nachbarhaus unb bie finsteren Gesichter auftauchten, kam sie sich schuldig vor. Sie fah, wie ber Vater sich abkämpfte; fein E^ßcht, wenn er plötzlich in bie Sonne trat, war fahl unb scharf wie das einer Leiche. Sie witterte Unglück und konnte doch nichts ändern. An einem Sonntag, nach dem Mittagessen, kam Matthies herüber. h/nnt^b„le?LaB-,e a»f bem Waster, und Friedrich ließ ihn warten, Hnnff» OTnHh- e' |ener zu ertragen, obwohl der Marterpfahl doch noch verteufelt anders tun müsse als dieser kleine, feurige Flammenstich in die Haut, der sofort zu beseitigen war, wenn man es endlich wünschte, Schwarze und Nacht um das geliebte Bett zu haben. Endlos lange war man dann wohl noch um den Stearinbelag bemüht, der den Nagel umronnen hatte, und em angenehm ipannendes Gefühl im Finger verursachte, so daß man es immmer wieder geraten sand, in der Masse herumzugrabem kleine, fettige Kügelchen daraus zu formen, um eine, wenn auch noch so geringe Beschäftigung entgegen dem Schlaf zu haben, der ungestalt und rauschend aus dem wallenden Dunkel emporwuchs, ein vielverzwelgter Baum, an dem man höher und höher kletterte, bis man sich ängftliä und mit einem letzten Seufzen vorläufig selbst entschwand. Ach, der Morgen war hernach Über alle Maßen. Mit einer leisen ftebernden Erregung im Blute, daß heute Außerordentliches zu geschehen hätte, war das Erwachen verbunden, unb das Waschen tat in solchem Augenblicke nicht gut, und ein einmaliges, geräuschvolles Ausdrücken des Schwammes genügte vorderhand. Denn da war ja auch noch der Morgenkaffee und das Frühstücksbrot, deren Genuß heute zum wohligen Erlebnis werden mußte in dem jchaudervollen Gedanken, schon in einer Stunde sich in eine Schulbank bücken zu müssen, während vor dem Katheder ein großbärtiges Lehrergesicht aus und nieder schwanken würde, ohne zu begreifen, daß heute und vor allen Schreibsachen Jahrmarkt war. Dick und ungelenk krümmten sich die Buchstaben aus der Feder, ein Tintenklex wurde unvermeidlich, und die biblische Geschichte von dem ausgefundenen Kindlein im Nil konnte keine Berwunderung erregen, da doch gestern schon die Pfähle für das Athletenzelt eingepflockt worden waren und der in sonderbar verschnürten Bastschuhen einhergehende Dudelsackmann mit einem Bären und einem Affen, der stolz sein rotes Käppi lüpfte, in die kleine Stadt Einzug gehalten hatte. Gottlob, daß die Stunden, ohne besonderes Aufmerken zu verlangen, gingen, wohin sie zu gehen hatten, wenn Jahrmarkt war, nämlich mit Grammatik, Gesang und dem leidigen Rechnen zum Fenster hinaus in die blaue Luft zu den Wolken, in den Bauch der Schuluhr wieder hinein und hinab, die endlich Mt letn will die man „Volk" nennt. Hier wird sich einigen müssen die aeniale Süherheü der Erkenntnis des Deutschen des Notwendigen des jeweiligen und die Unbeirrbarkeit des Entschlusses und der Tat dieses Entschlusses Dann ist die unbedingte Gefolgschaft da, und sie A bereit, bis an die lebten Grenzen mitzugehen, wie Preußen im Siebeniahrigen Kriege Gs «n den Rand der tödlichen Niederlage ging um den größten ht« hrthin erfochtenen Sieg zu gewinnen. Dieser Führer steht an der b ennenden Grenze des Schicksals, zugleich klar und düster beglänzt von den Strahlen des Sieges und dem Brand der Vernichtung. Denn die Stnnfsfunft als die größte und schwerste aller Künste verlangt den größten Menschen, und deshalb werden ihm die größten ^-hmtormfetten tr ben Weg geworfen werden. Was uns nicht umwirft, - kommt es an. Das Vorbild eines führenden Derav. iwortlich: Oc. Hans Thyriot. — Druck unb Der lag: Drühl'sche Universitäts-Buch» unb Steinbruckeret. 2L Lange, Gießen.