Metzener Zamilienbliitter Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger Jahrgang 195$ Zreitag, den 28. September Kummer 75 Das kleine Brot. Von Ruth Schaumann. Mein Schreiben wird verwelken, Mein Singen wird verwehn, Aber weihe Federnelken Bleiben in Gärten stehn. Mein Malen wird verblassen, Mein Sagen ist verschallt. Aber aus dunklen Gassen Gehn Wege noch zum Wald. Mein Lieben wird vergessen, Wie ich zuvor und du, Aber braune Mäher messen Noch Korn den Armen zu. Die mahlen stumm und brechen Am Abend schwarzes Brot. Denn das wahrlichste Versprechen Hält selbst der dunkle Tod. Johannes vom vorigen Jahre. Von Sorge Spervogel. Seht diesen Johannes, er trägt sein Haus und eine ganze Welt mit sich herum; gewissermaßen ist er so etwas ähnliches wie der liebe Gott. Johannes lenkt die Geschicke im Leben, im Tode und über den Tod hinaus. Er läßt sterben und im Glanze auferstehen. Er verfolgt und schlägt das Böse, belohnt die edle Armut und ermuntert die Tapferkeit durch den Sieg, durch Ruhm und ewiges Glück. Ja, aus seinen Rat hin teilen die Könige ihr Reich mit den unerschrockenen Söhnen der Muller, Köhler und armen Edelleute. Wahrhaftig, ein Werkzeug und naher Vertrauter Gottes, dieser junge Johannes. Jedoch, er ist ein Mensch. Ein Mensch, ein armer, fahrender und ruheloser Mensch, ein Puppenspieler, würdest du sagen. Er hat sein Haus im Walde aufgeschlagen, für einen Tag, für zwei vielleicht. So viele Geschicke er auch beherrscht^Ge- schicke von Königen, Ministern und verlorenen Söhnen, von guten Menschen und sündhaften und verruchten, von freundlichen Geistern, Hellen und finsteren Mächten dieser und jener Welt — sein eigenes Schicksal liegt in zwei fremden Händen. m L ... „ , Ein Haus im Walde, gebrechlich, mit Wanden aus dünnem Gewebe. Die Gräser nicken zur Türe herein, Käfer erklettern das Dach. Am Morgen rollt Johannes das Haus zusammen und bündelt es hinten aufs Rad. Ein künstlich und umfangreich bepacktes Rad, damit fahrt Johannes zu Tale. Er verläßt den Wald, sein Schicksal ruft ihn fort Die letzten Bäume verbleiben auf der Hohe im 2£nb(uf ^er durchblinkten, verblauenden Talweite. Die Straße slnktdurchrotlich bunt überwucherte Felsnarben in die mählichere Neigung der Weinhange rosagrau und dunkelgrün mit ockerfarbenen Mauern u"d Steigen darüber schon am frühen Tage die Luft im mächtigen Aufprall des heißen Lichtes zittert "und glüht. Talhin folgen die kühleren Obstgärten m diesich spater die ersten Häuser des Dorfes fügen. Der Strom glitzert durch die laubigen Zweige, von roten Sommerwiesen begleitet, d'e brennen wie der Himme, inbes eine Pappelreihe und düsteres Erlengebusch den Fluh; sm ben, dämmern und gleiten sieht. Das Vieh der heller begrünten Weiden ammelt sich im Schatten der Uferbäume. Johannes gewinntemen Wiesenpsud und den Uferweg und einen grasigen Ranft wenig über dem Wasserspiegel, wo er sich niederlegt. . , . qn;rhpr Johannes starrt auf die glitzernde, ziehende 3taM ttelne ®irbJ treiben vorbei, ein Fisch springt mit sprühendem TropfenfaL Eme Entführt ihre Kinder durch Kuckuckslichtnelken und Ruchgrastr spazieren Ufermäuse raspeln im dürren Ried, m den Pappeln “Stf^oteife der Wind. Johannes träumt und verirrt stch 'M Tr°um; sem Schicksal hat ihn hierher geführt, nun kommt ihm sein Schicksal entgeg • TOelb „Ist das nicht der Johannes vom vorigen Jahre? fragen die- Melk Mägde, „Johannes", und als er herumfahrt, "b . . - Mädchen nur Helme, und sie erscheint ihm viel schöner, als !em chZ sie das ganze Jahr lang vor all den Mädchen des Landes sah. Ja^Heline, sie sollte den Sohn des Bauern heiraten, bei dem s Johannes nickt ins Dorf?" fragen die Mädchen, „heute abend schon? Johannes n „Und was wird heute gespielt?" „Die Geschaht betradr nicht", sagt Johannes und muß dabei immerzu Helmens Antütz be^ q ten, „ich alaube, es ist eine traurige Geschichte. „O ja lagen öte mm Helme blickt über den Strom, ihr Herz ist kühl, es we b j Johannes, die Geschichte wird sicherlich in einer sehr traurigen Weise enden. Johannes hört die Mägde auf den Wiesen fingen, hier und da klirrt ein Eimer, in den Pappeln ruft unermüdlich ein Kuckuck. Die Vögel haben ihr Wesen unter dem Himmel und die Fische im Strom, das ganze Tal ist mit Fröhlichkeit gesegnet. Johannes aber nimmt feine Geschöpfe zur Hand und neigt sein Haupt. Was wird heute gespielt? Die Geschichte vom schönen Mädchen. Wer spielt das Mädchen? Die Königstochter. Ja, die Königstochter, du bist schön, und in diesem Leben mußt du nun als arme Dienstmagd über die Welt gehen. Du, Sohn des Reichen, sollst in deiner Vermessenheit den stolzen Freier darstellen. Du, Theaterdirektor, bleibe zur Hand, setze den Zylinderhut auf und warte, ob du an die Zuschauer Worte zu richten hast. Ach, wieviele sind es, die mitschielen wollen. Warum drängt ihr jo zum Leben in diesem traurigen Spiel? Du, fahler Tod, und du, graue Sorge, und du, stumme Not, tretet ihr hervor und tut nach eurer Art. Ihr anderen aber, wer von euch mag sagen, daß aller tapfere Mut gegen alles Unglück und alle Not bestehen bleiben wird? Wer kann wissen, ob nicht der fahle Tod die Oberhand gewinnen wird, ehe das schön? Mädchen sein Herz aufgetan hat? Du und ihr, wartet und seid bereit. Johannes, ein Herr und Lenker der Geschicke, heute ist er selbst eine Puppe im Spiel. Du und ihr, seht auf ihn und wartet, ob das schöne Mädchen dem armen Knaben sein Herz öffnen wird. Cs ist da ein kleiner Platz an der Schiffslände des Dorfes, ein ziemlich kleiner Platz mit Grasnarben und einigen Büschen, die geben einen guten Hintergrund. Johannes beginnt dort, aus dunkelblauen und dunkel- roten Tüchern, aus geraden und bogenförmig eingefpannten Stäben (eine Welt zu errichten. Die Kinder kommen herbeigelaufen. „Johannes", sagen sie, „o Johannesl Guten Tag, Johannes. Ist der dicke Riese auch wieder da und der Räuber und das Krokodil und die Riesenschlange? Und hat die Königstochter ihr Kleid aus Mondfäden noch an? Ach, wie schon, daß du da bist, JohannesI — Er ist heute aber gar nicht lustig", sagen die Kinder untereinander. „Kommt, laßt uns den anderen sagen, daß Johannes gekommen ist." Die Kinder haben ihr Abendbrot kaum gegessen, so sind sie auch schon da, mit kauenden Backen kommen sie gerannt. „Gut, daß es noch nicht angefangen hat", sagen sie schnaufend. Etwas später kommen einer nach dem anderen die Bauern heran. „Es ist ja nur ein Kinderkrams", haben sie zu ihren Frauen gesagt, „aber ich will man doch hingehen." Am Schluß kommen die Frauen, und Mägde. Stühle werden herbeigeholt, und ein Platz in der vordersten Reihe bleibt solange frei, bis Johannes Heline kommen sieht. Es ist kein Leichtes, diesem Mädchen vor aller Welt eine solchen Platz anzuweisen. Sie führt das jüngste Kind des Bauern an der Hand; das nimmt sie nun auf den Schoß. Was Johannes anbetrifft, so kann er sein Erröten hinter den aufgespannten Tüchern verbergen. Ja, nun befindet sich Johannes in seinem Reiche, alles ist bereit, er läutet mit einer kleinen Glocke. Pscht! machen die Kinder und ermahnen die Großen zum Schweigen. Der Vorhang öffnet sich. Der Herr Theaterdirektor tritt im Glanze feines Zyttnderhutes hervor und spricht ausgewählte begrüßende Worte. „Geh weg", rufen die Kinder, „es soll anfangen." Darüber verwirrt sich der Direktor, er wird sehr aufgeregt und hat große Angst, daß irgendetwas danebengeraten konnte. Die Kinder versprechen, artig und aufmerksam zu sein und dem Bedrohten beizustehen. Der Direktor verschwindet. Nun kommt der reiche Freier auf einem weißen Pferde mit langer qolbener Schabracke herbeigeritten. Sein armer Knecht Hans läuft neben ihm her. „Hier herum habe ich sie gesehen", sagt der Reiter, „führe das P erd fort und hole das schone Mädchen herbei. Ich erwarte sie auf jener Bank dort hinten." Damit geht der Reiche fort, und damit hat der Diener einen schweren Auftrag erhalten, denn er hat gerade dieses Mädchen seit langer Zeit in feinem Herzen lieb, und der Freier ist em hartherziger und böser Mann,.dem das Mädchen nicht zu gönnen ist. Drei Frauen hat er schon geheiratet, und er hat sie alle zu Steinbildern verwandelt. Nun, Hans ruft das Mädchen herbei, und Hans sagt ihr, was er über den Freier weiß, und was der von ihr will. Daß er selber sie in seinem Herzen liebhat, darüber spricht er nicht. Das Mädchen ist traurig aber Hans heitert sie auf, oh, er versteht sich hervorragend darauf, auch die Kinder versuchen das Mädchen zu ermutigen, am Ende gewinnt sie auch eine Zuversicht. „Aber er wird mich verderben, wenn ich ihm nicht folge, um ihn zu heiraten. Ich bin eine arme, wehrlose Waise", spricht das Mädchen. Ja, was ist da zu tun? Die Kinder wissen es auch nicht, aber ein Junge sagt: „Ihr müßt mit ihm gehen und ihn fesseln, nachts, den Hund!" Ja, es wird wohl nichts anderes übrigbleiben, und jie bejchließen, so zu handeln. Nun tritt eine Pause ein. Die Kinder überlegen aufgeregt, ob das Unternehmen gelingen wird. Das Mädchen steht angstvoll da. Man hört einen Kampf vor sich gehen. „Ha!" brüllt der Freier, „ich bin besiegt!" — „Nun mußt du", sagt Hans, „das Mädchen ziehen lasten, mußt die drei Frauen aus dem Stein erlösen und für ewig außer Landes geben. Das wird versprochen und beschworen. So ist das Mädchen befreit. Als sie nun Zusammen fort- gehen wollen, ruft der Verbannte hinter ihnen her: „Wenn ich nun außer Landes muß, und das Mädchen und die brei Steinfrauen frei- gegeben habe, io sollt ihr dennoch verflucht fein. Not, Sorge und Lod, herbei, und diesen beiden aus die Spur!" Ja, und nun ist es jammervoll zu sehen, wie das Mädchen fein Haus an der alten Stätte ausgeräubert und verwüstet anflndet. -ans tröstet sie er geht fort, um eine Arbeit zu suchen, aber nein, ihm mißlingt alles, er weiß nicht, wie er dem hungernden Mädchen Nahrung schassen kann! Da begegnet er der Not, grau und dürr schleicht sie em her. Er fleht sie an, das Mädchen nicht umkommen zu lassen, und die Not will ihnen beiden aus dem Wege bleiben, wenn er ihr (ein Augenlicht opfert. Sa erblindet der arme Hans, aber er findet zu dem Mädchen zurück, und die Not ist vertrieben. ,hr„m Ach nun wird das Mädchen sterbenskrank. Der Tod steht an ihrem Lager, und auf Hans legt die Sorge ihre Krallenhände. Aber Hans opfert sich der Sorge ütierantroortet er feine Fröhlichkeit und dem Tode gar ein Herz, damit ist das Mädchen gerettet, aber Hans scheint verloren, blind, trauervoll und mit leerer Brust siecht er hin Da treten die brd (Steinfrauen herzu, die nun erlöst sind, und jede will ihm einen Wunsch erfüllen, auf diese Weise gewinnt er das Verlorene zurück. Ja, nun könnte alles gut [ein, aber Hans weiß nicht was er nun tun (oll, er fleht da und überlegt ein wenig, ja, und in dieses Ueberlegen hinein klingt ein richtiger kleiner Schluchzer. Der zieht allerle andere Seufzer nach sich, es wird eine allgemeine Bewegung mit Hüsteln und Nafeufchnauoen, (o äußert sich wohl eine Rührung. Oben der arme Jannes ist ganz in sich zulammengesunken, er hängt über der Spielleiste. Man möchte geradezu annehmen, daß es selbst Johannes übermannt habe. Aber nein, Hans richtet sich auf, „ich werde Abschied nehmen müssen von ihr", spricht er. „Nöö", brummt eine Jungenstimme. „Bleib doch bet ihr", eine andere. „Wenn ich wüßte, daß sie mich liebhat", sagt Hans. „Frag sie dochl" . . . ,, ... „Ick) bin arm und ... und ..sagt Hans. „Sie wird mich nicht haben wollen." „ , , . Dorf)", sagen die Jungens, Immerhin, sie haben gewisse Zweifel. „Dohochl" ruft plößlich so ein ganz winziges Sümmchen dazwischen. Wirklich?" fragt Hans befeligt, während alles nach dem Kinde auf heli'nens Schoß blickt, .Zahal" ruft es vergnügt, „nicht, du?" wendet es sich an Heiine. . . ... ,, . .Los, wir rufen fiel" Jagen die Jungens. „Wie heißt sie denn eigentlich?" „3a", fagt Hans, „wie heißt sie?" Schweigen. „Heiine", fragt das kleine Mädchen, „wie heißt sie? — „Helinel" rufen die Jungens, „Heiine!" Johannes greift nach der Puppe Heiine, um sie Hans zuzuführen, da hört er die winzige Stimme sagen: „’Rein... Heiine heiratet doch... heiratet doch .. Die Bühne ist leer. „Nee", sagt ein Junge, „Heiine durste sie nicht heißen. (Lingeborenen-Äerichtstag in Deutsch-Ostafrika. Von Georg Heß, Gießen. Es ist 7 Uhr vormittags. Ein lachender blauer Himmel wölbt sich über der Stadt Tabora, im Innern von Deutsch-Ostasrika. Die Sonne glutet auf die sandige Ebene, in der Tabora liegt, herunter und überlebt bis in die weite Ferne hinaus alles mit einem silberigen Schimmer. Aus den Straßen der Stadt herrscht reges Leben und Treiben Viele drängen narf; den Markthallen zu, in denen alles Mögliche zu verlausen ist. Hier sind Stände mit Schnupftabak, Früchten, Mehl, Pombe ((Eingeborenenbier), Brennholz, Fleisch, Kleidern, Perlen und anderes mehr. Dinge, die für eine ’Jlegerfeele den Inbegriff alles Irdischen darstellen. Viele drängen aber auch nach der Festung hin, die etwas abseits auf einer kleinen Erhöhung liegt. Es Ist Gerichtstag heule. Siku ya shauri. Auf gutgepflegten Maskat- efeln mit bunten Satteldecken und filberplattiertem Geschirr sprengen arabische Gerichtsbeisitzer in goldbestickten Kaftanen und Turbanen, am Gürtel wunderbare Maskatdolche und Schwerter, in vollem Galopp durch die Straßen, um rechtzeitig zur Sitzung zu erscheinen. Hinter ihnen laufen keuchend die (Efeltreiber. Vor der Hatte fitzen bereits viele Eingeborene verfchiedener Stämme in Gruppen zusammen, schwatzen, lachen ober streiten sich und warten der Dinge, die da kommen sotten. Ein Stimmengewirr von Dialekten und Sprachen srf)wirrt durrf) die Lust. Es klingt, als ob mächtige Meereswetten sich machtlos an einem Risse brachen Und dazu im grellen Sonnenschein noch die In dunkele, weiße oder farbige Tücher gehüllten Negergestalten, die sich häuslich auf dem Boden niedergelassen haben. Ein märchenhaftes Bild von nicht zu beschreibender Eigenart. Die Beisitzer treffen ein. Das Schwatze», Lachen und Streiten verstummt. Alle stehen aus, erweisen den Respektspersonen den ihnen gebührenden Gruß und dann begeben sich alle in die Gerichtshalle, vor der ein schwarzer Polizist in Khakiuniform mit breiter rote Schärpe über der Brust für Ordnung sorgt und den einzelnen die Plätze anweist. Kein lautes Wort ist mehr hörbar. Der „bana shauri" (Gerichtsherr) erscheint. Draußen empfangen Ihn die Beisitzer, mit denen er sich kurz unterhält, und Dann betritt er mit ihnen die Halle, vor der die Reichsbienstslagge an einem hohen Maste luftig im Winde flattert. Ehrerbietig erheben sich alle. Die anwesenden Polizeiaskari grüßen militärisch. Der Gerichtstag beginnt. Sobald die Gerichtsherren Platz genommen haben, hocken sich alle wieder auf den Boden nieder, denn Stühle oder Bänke gibt es nicht. An einem langen Tisch, der etwas erhöht im Hintergründe der Halle steht, sitzt in der Mitte der bana shauri, links und rerfjis von ihm die Beisitzer, die sich aus angesehenen Arabern und Negern zusammen, eben und unter Denen sich namentlich die Araber mit ihren graumelierten Backenbärten hervorheben. Vor dem Richtertisch befindet sich «ine aus Holz und Stroh bestehende Schranke, vor sich ein Dolmetscher Im roten Fez aufflellt. Ein buntes Bild bietet sich hier dem Zuschauer dar, das ihn den Ernst, der sich in dieser einfachen Halle abspielen wird, nicht sofort begreifen läßt. Die Gerichtsbarkeit, der ein deutscher Beamter Vorstand, wurde in der Regel in drei Abteilungen abgewickelt. Zuerst kam die Strafgerichts, barfeit, bann folgte die streitige Gerichtsbarkeit und zum Schluß die reiroilligc Gerichtsbarkeit nebst Zeugenvorladungen Die meiste Zeit nahm die Strafgerichtsbarkeit in Anspruch. Staatsanwälte gab es nicht. Auch waren keine Rechtsanwälte vorhanden, es sei denn, daß irgendein Missionszögling zur Rechenschast gezogen werden sollte, der sich dann einen Pater mltbrachte. In der Strasgerichtsbarkeit konnten Geldstrafen, Prügelstrafen, Set- tenflrafen und Todesstrafen verhängt werden. Diese Strafen kommen heute noch in allen ostafrikanischen Kolonisationsgebieten Zur Anwen- düng. Ueber alles wurde ein Protokoll geführt. Die schwierigsten Juri- tifchen Fälle wurden mit einer Schnelligkeit erledigt, an der sich manch >eutsches Gericht im engeren Vaterland ein Beispiel nehmen konnte. Sehr schwierig war stets die Personalienseststellung. Die Kläger und Beklagten zählten dabei meistens den Stammbau ihrer ganzen ifamilic bis zu den Ururvätern auf und verwickelten sich dabei in Schwierigkeiten die alles durcheinander brachten. Sehr oft führten die Leute noch einen Safarinamen (Reifenamen), den sie in Ihrer Aufregung immer als ihren richtigen angaben. Infolge der verschiedenen Dialekte und Sprachen, die der Gerichtsherr nicht alle beherrschen formte, mußte der Dolmetscher in Tätigfeit treten, wodurch die Feststellungen bedeutend erschwert mürben. Die ganze Verhandlung wurde in der Kisuahelisprache geführt, die im Lande weit verbreitet war. In allen Fällen mußten die Sitten und Gebräuche der Bevölferung berücksichtigt werden. Es fain daher oft vor, daß der Angeflagte mit einer sehr geringen Strafe belegt wurde, die narf) unseren heimischen Strafbestimmungen bedeutend strenger ausgefallen wäre Die Urteilsfällung stützte sich außerdem in der Hauptsache auf den gesunden Menschenverstand und gerade dafür hatten die Reger ein sehr feines Fingerspitzengefühl. So wurde zum Beispiel eine Frau, die anderen Frauen ein Mittel zur Schwangerschaftsver- Hütung verabreicht hatte, an dem einige starben, nur mit drei Monaten Kette bestraft, weil es bei dem betreffenden Stamm Sitte war, derartige Arzneien herzustellen und anzuwenden, und weil man die Arzneifunde der Neger nicht untergraben durfte, die tatsächlich in hoher Blüte stand. Bei Roheitsdeliften, Mord und sonstigen schweren Verbrechen gab es aus erzieherischen Gründen immer noch eine Zugabe von einigen Prügel- hieben, die bis zu 2 mal 25 verhängt wurden. Diese Strafen, die nur Männer erhielten, wurden stets öffentlich auf einer Pritsche vollzogen. Ich habe es trotz meiner zweijährigen Tätigfeit als Richter selten erlebt, daß ein Delinguent beim Vollzug geschrien hätte, da dies als Feigheit galt. Lediglich die Mutter durste angcrufen werden. Mama we, oh Mutter, mama we schrie der Sträfling hin und wieder, und dabei büeb es. Es ist mir ein Fall in (Erinnerung, in dem ein junger Mgoni wegen Diebstahls 25 Hiebe befam und dabei furchtbar fchrie. Als die Strafe ausgeführt war, trat fein eigener Vater vor die Schranfen und bat, feinem Sohn weitere 25 Hiebe aufzuzählen, well er sich unmännlich benommen hätte Selbstverständlich wurde diesem Wunsche nicht entfpro- chen Dafür brachen aber sämtliche Anwesende in lauten Beifall aus. Die Kettenstrasen bestanden aus Einzelfette, durch die Der Sträfling im Gehen behindert war unD in Öemeinfrfjaftsfette, an Die sechs bis acht Sträflinge Durch Halsringe befestigt waren. Erstere entsprachen Der Zuchthausstrafe, letztere Der Gefängnisstrafe. Bei Tag mußten Die Gefangenen mit Der Stelle im Freien arbeiten unb in Der Nacht mürben sie losge[rf)loffen unb in gesunbe Räume eingesperrt. Die Durchführung mar sehr human unb brachte saft feine gesunbheitliche Schäbigung mit sich. Die streitige Gerichtsbarkeit drehte sich hauptsächlich um Grenzstreitigkeiten, Gelbforderungen, Ehezwiste, Besitzrechte, Erbschaftsangelegenheiten und Beleidigungsklagen. Sie waren zum Teil sehr schwer zu erledigen, da meistens Aussage gegen Aussage stand und die Zeugen säst immer beeinflußt waren unb nie vereidigt wurden. Die Grenzstreitigkeiten gingen daher oft in Vergleiche aus, da für die Landbevölkerung nach keine Grundbücher angelegt waren Bei Geldforderungen traten vorwiegend die Inder in Erscheinung, Die sich entweder untereinander verklagten ober einen armen Neger um Gelb prellen wollten, bas biefer überhaupt nicht schuldete Versuchte man einen Inder zum Eid zu bewegen, bann wich er sosort aus und verlor lieber seinen Mammon, auf ben er stark versessen war. Chezwiste waren an ber Tagesordnung. Wenn die Ehe kinderlos blieb, bann verabschiedete ber zärtliche Ehegatte kurzerhand seine bessere Hälfte unb klagte nun das gezahlte Heiratsgut (Kilemba) ein, wozu er narf) ben Gebräuchen mancher Stämme berechtigt war. Es gab Falle, in denen Hunderte von Rindern und Hacken zurückgefordert wurden, die bei ber Heirat an bie Schwiegereltern des Ehemanns entrichtet waren. Die heiratslustigen Neger haben es nicht leicht. Sie müssen nämlich ihr« Frauen bezahlen, bie ihnen soft nichts mit in bie Ehe bringen. In Ehe- scheibungen selbst mischte slrf) bie Regierung nicht ein, ba bie Schließung einer Ehe eine reine Abmachung untercinanber war. Bel ben Besitzrechten handelte es sich um Fälle, In benen ber Grund unb Boden einem anderen gehörte, als bem Besitzer eines Hauses ober von Bäumen, bie auf biefem Grundstück standen. Pacht wurde hierfür nicht bezahlt, obwohl diese Verhältnisse schon Jahre lang bestanden Auch hier kam es für bie Rechtsprechung auf bie Sitten unb Gebräuche an, so baß stets ein Sachverständiger Mitwirken mußte. Besonders srf)wierlg war bie Regelung von Erbschastsslreltlgkeilen, bie baher häufig zur richterlichen Entscheibung vorgebracht imirbem Menn es sich um Mein ober Dein hanbelte, bann entzweiten sich Bruber und Schwestern gerade so, wie dies oft bei uns vorkommt Jeder Stamm hatte verfchiedene Erbgefetze und diese waren so verzwickt, daß es ohne e. muffet es ni(j|t Welt "> boim ' 9raB," N fn wetsch» airi, 'urbe j. Seriös, | >M dl,; en, ftet. tommtt «tiuej, । >en jutil h manifi | tönnti I und s(, Samilie chwlmg, ie Letl, ufregunj Bialefc Es Ion 'träfe te [ iebeutoj i :m in fei iir hatte, I i Seifpiel I djaftseti' I Monat« I berartiji feneifunii! iite ftanb. , ib es ans । i Prtzd . , bie not 11 noltjogm, len erlebt, I । FeiW | , we, l) | abei blieb I mi wegen 1 lie Strafe I und bot i unlieb b»: | t entfett I ifaH ois I Sträfling! 1 feehs bb 11 -aefjen i" 11 n die fr; I mithin f« 1 ining * | j । mit B i i enjftreitif j angelegt*' | ner ju er-1 engen B | enjftreW I eoölfen*! I ’ebeutenb | elifprodjt I 4ten bi. Mithilfe der Sultane kaum möglich war, ein gerechtes Urteil zu fällen. Bei Beleidigungsklagen drehte es sich hauptsächlich um die Ehre feer Mutter, die sich ein Neger so leicht nicht verunglimpfen ließ. ,Mama yako namna mbuzi", „deine Mutter ist wie eine Ziege", war ein gebräuchliches Schimpfwort, das sich die Streithähne gegenseitig sehr »ft vorwarfen, und das stets zur Klage führte. Hierbei fielen gewöhnlich treibe Teile hinein, da sich beide nichts herausgegeben hatten und nun ihre Missetat mit einer Geldstrafe büßten. Die freiwillige Gerichtsbarkeit bestand in der Hauptsache aus Beglaubigungen von Verträgen, Schuldscheinen und Sklaoenfreikäufen. Die Verträge waren verschiedener Art. Es gab Kaufverträge und Heirats- ,ertrüge. Gerade letztere wurden besonders getätigt. Ein Sultan in vorgeschrittenem Lebensalter heiratet die dreijährige Tochter eines Stammes- angehörigen, für die er 300 bis 500 Rinder,'200 Hacken, Kupferringe, Stoffe und Bargeld bezahlt. Er entrichtet die Hälfte dieses Heiratsgutes sofort, die andere Hälfte erst am Hochzeitstag, der bei Eintreten der Reife ltattfinden soll. Man sah sich in dieser Hinsicht vor, denn was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen, hatten »ie Neger schon begriffen. Und wenn diese Abmachung vom Serkal (Regierung) beglaubigt war, dann war man gesichert. Bei den Schuldverschreibungen spielten die Inder und Araber eine Hauptrolle. Die Inder als Bankiers und die Araber als Pumpgenies, bie mit dem Geld nicht allzu sorglich umgingen. Die Inder pumpten aber auch den Negern, verkauften ihnen minderwertige Waren für teueres Geld und suchten nun die armen Schächer durch Verträge aller Art zu Übervorteilen. Es war hier äußerste Vorsicht geboten, damit nicht Verträge zum Schaden der Eingeborenen zustande kamen, die von der Regierung sanktioniert wurden. Und nun zum Schluß die Sklavenfreikäufe. Ja, das gab es noch. Der Sklavenhandel war zwar restlos beseitigt. Es bestand jedoch noch eine Haussklaverei, die auf Grund eines Reichstagsbeschlusses bis zum Jahre 1920 vollständig erledigt werden sollte. Die Hörigkeit sollte nicht ruf einmal aufhören, weil dies wirtschaftlich für die Eingeborenen nicht tragbar war. Es gab' unter den Sklaven viele arbeitsunfähige und alte Leute, die vom Besitzer zu unterhalten waren. Wenn man bedenkt, daß mancher einige Hundert Sklaven hatte, dann war es unmöglich, ihm bie Arbeitsfähigen zu nehmen und ihm die Arbeitsunfähigen zu belassen. Lies hätte unweigerlich zum Ruin vieler geführt. Man schasste aber doch viele Erleichterungen. So wurden die Kinder von Sklaven schon bei Ihrer Geburt Freie, was früher nicht der Fall war. Auch konnte ein Freikauf und eine Freilassung erfolgen. Bei schlechter Behandlung durch bie Sklavenherren wurde von Amts wegen Freilassung angeordnet. Der Freikauf ging in der Regel sehr rasch vor sich. Es wurde der Wert des Sklaven oder der Sklavin abgeschätzt. Meistens wurden Preise zwischen LO und 30 Rupien (13 bis 40 Mark) festgesetzt, die von dem Betreffenden innerhalb einer bestimmten Frist beizubringen waren. War die fragliche Summe abgezahlt, dann erhielt der Sklave einen Freibrief, der in bunter Ausmachung wie ein Diplom aussah. Solche Briefe bekamen auch die amtlich und freiwillig Freigelassenen. Bei letzteren mußte man stets darauf bedacht sein, daß der Sklavenherr nicht arbeitsunfähige und alte Leute freilieh, um sich vor der Unterhaltungspflicht zu drücken. Der Gerichtstag geht zu Ende. C's werden noch einige Zeugenvorladungen auf schwarzweißrotem Papier ausgestellt, die mit Polizisten an die zuständigen Sultanate zwecks Zustellung abgesandt werden. Und bann teert sich langsam die Halle. Schwatzend, lachend und scherzend strömen die Eingeborenen der Stadt zu. Hier und da bricht auch zwischen einzelnen Parteien unterwegs ein Streit aus, der in Tätlichkeiten ausartet und sie mit der Polizei in Konflikt bringt. Die Beisitzer verabschieden sich auch bald. „Kwa heri bana mkubwa, leb wohl Herr." Mit Hilfe ihrer Eseltreiber besteigen sie ihre Reittiere Sin Schnalzen mit der Zunge treibt diese zum Trabe an und fort geht es. Hinterher laufen die Eseltreiber und versuchen mit den Tieren gleichen Schritt zu halten. Der Gerichtstag ist beendet. Die Reichsdienstslagge wird eingezogen. Ain* ie" W jjerfe* t ans i*1 „Himmel und Erde im Einklang." Das Herbstgefühl in der deutschen Dichtung. Bon Dr. Paul Junghans. „Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß. Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren, Und auf den Fluren laß die Winde los ..." Be- Mit diesen Worten spricht Rainer Maria Rilke das «nmAuhe reitfein aus, nach dem göttlichen Geschenk eines glühenden großen Sommers nun Schatten und Wind als die Boten des Herbstes zu empfangem 3n einem tiefen Sinn ist der Herbst immer ein Knadebringer für alle Eene gewesen, die im Worte schöpferisch sind, denn er ls die, der Emp- nndungswelt des Dichters verwandteste Jahreszeit, d>e ihmHochs Empfänglichkeit in seinen Sinnen schenkt ihn n?. nerschwenderisch mit Klängen und Bildern bereichert und ihm zug eich ^geheimnisvole Weite des Zwielichtes zum Ausströmen feiner «'-der gewahrt In den Mrbigen Tagen des Herbstes, die warmen Sonnenglanz erleuchtet und die ein tausendfältiges Schattenspiel belebt, wa tet i°n Stille deren der Dichter zu seinem Schaffen bedarf, und vor fernen Smnen vollzieht sich Zugleich sichtbar im Naturgeschehen I-ne symbolhafte W^dlung de sterbens zu neuem Auferstehen, das zutiefst in all seinen Schöpfungen Gestalt zu gewinnen sucht. Es ist, als löse der Zauber des Herbstes die Zunge, befreie die Worte und nehme dem Dichter die Erdenschwere, um ihn dorthin zu geleiten, wo er als Einziger unter den Sterblichen immer willkommen ist, vor Gottes Thron. Jede Widerkehr des Herbstes bietet diese Gnadengaben dar, aber auch der Dichter mußte im Wandel der Zeiten erst sehen, hören und aussprechen lernen, was sein Herz bewegt, und so hat das Herbstgefühl in der deutschen Dichtung ebenso seine Geschichte wie es eine Geschichte des Malens und Musizierens gibt. In den Anfängen deutscher Dichtung wurde dem Herbst, im gewollten Gegensatz zum Frühling, dem die ersten Minnelieder galten, ein lauter, voller und farbiger Klang gewährt. Er wurde als Jahreszeit der Reife und Ernte gefeiert, und im finnenfrohen Mittelalter war fein Charakter als Früchtefpender so stark ausgeprägt, daß man über diesen „Blumen des Herbstes" den schmerzlichen Zauber der sich färbenden, welkenden und niederfallenden Blätter kaum spürte. Auch dem stürmischen Vorreiter des Winters, dem Herbstwind verherrlichte man nur in der Kunde vom „Wilden Heer", das durch die Lüfte braust. Der Herbst wurde die „wahre Grundfeste" der Freuden genannt, und Erntefest und Weinlese, Jagd und Fischzug waren seine Gaben. Nur im Volkslied klang die Wehmutsweise des Sommerabschieds, und im geistlichen Gesang wurde das Sterben der natürlichen Welt dem Vergehen und Auferstehen des Menschen verglichen. Dieses Motiv vom Sterben und Wiedergeborenwerden wiederholte sich in der Folgezeit immer häufiger; die Klassik empfand jedoch nur stolzen Entfagungs- schmerz und fah im Wandel der Jahreszeiten das erhabene Sinnbild des großen geheimnisvollen Wachstums in der gesamten Lebenswelt. Deutlich ist dies aus Goethes Worten in den „Wahlverwandtschaften" zu lesen: „Das Jahr klingt ab; der Wind geht über die Stoppeln und findet nichts mehr zu bewegen; nur die roten Beeren jener schlanken Bäume scheinen uns noch an etwas Munteres erinnern zu wollen; sowie uns der Taktschlag des Dreschers den Gedanken erweckt, daß in der abgesichelten Aehre so viel Nährendes und Lebendiges verborgen liegt." Die eigentliche Entdeckung des Herbstes blieb so der Romantik Vorbehalten. Ihre großen Maler mischen nach dem tausendfältigen Lichterfpiel des Herbstes die Farben ihrer Palette, und Novalis und Brentano verkünden in ihren Dichtungen fein tiefstes Mysterium. Zum Spiegel der Seele wird ihnen der Herbst, wie auch Jean Paul ihn in fernem „Hefperus" darstellt, und Nikolaus Lenau vergleicht fein eigenes ruheloses Leben dem taumelnden Niederfallen der Blätter von den Bäumen und dem unsteten Flug der Wolken. Ihn treibt des „Herbstes einsam kühler Hauch", zu rastloser Wanderschaft, ohne ihm auf seinem Weg in die Nacht des Wahnsinns entrinnen zu können; denn „dem Wandrer, rauh und kalt, kommt der Herbstwind nachgeflogen." Friede- und freudevoller erklingen Eichendorffs Herbstlieder, und durch Stifters „Nachsommer" fluten Stille und Helle und eine Heiterkeit, in der Nietzsche immer und immer wieder Erquickung sucht. Unter seine vier liebsten Bücher hatte Nietzsche Stifters „Nachsommer" erhoben und dem dort sich webenden Herbst von frühester Jugend an als seiner günstigsten und begnadetsten Schaffenszeit Dank gewußt. So schrieb schon der Schüler Nietzsche aus Psorta an feine Mutter: „Ich liebe den Herbst sehr, ob ich ihn gleich mehr durch meine Erinnerung und durch meine Gedichte kenne, aber die Luft ist so kristallklar, und man sieht so scharf von der Erde nach dem Himmel, die Welt liegt wie nackt vor den Augen." In dieser Helle, die die Gedanken schärst, vermag er zu arbeiten wie in keiner anderen Jahreszeit. „Weiß es Zeus und der herbstlich reine Himmel! So kräftig trägt’s mich gerade in dieser Zeit ins Positive, fo manche üppige Stunde mit reicher Einsicht und wirklicher Veranschaulichung geht an mir vorüber", schreibt er im September 1899 an feinen Freund Rhode und fügt hinzu: „Es ist ein reiner, blauer, kühler Herbstmorgen; man spürt die verkümmerte Flügelhaftig- keit feiner Seele." Den „gedankenreichen" und den „nordischen Herbst" nannte Nietzsche diese Jahreszeit auch zuweilen, und er fühlt, daß „Himmel und Erde im Einklang ruhig nebeneinander hinströmen, wunderbar aus Sonnenwärme, Herbstfrische und blauer Unendlichkeit gemischt." Im „Zarathustra" hören wir dann die Worte: „Herbst ist es umher und reiner Himmel und Nachmittag. Seht, welch' Fülle ist um uns! Und aus dem Ueberfluß heraus ist es schön, hinauszublicken auf ferne Meere." Und von tiefer Bedeutung für fein tragisches Schicksal ist der Dithyrambus: „Tag meines Lebens! Gen Herbst geht's... Heiterkeit, güldene, komm!, des Todes heimlichster, süßester Vorgenuß." In den Turiner Tagen wird ihm, ehe er in die Finsternis der Geistesverwirrung hinabsinkt, noch einmal ein leuchtschöner Herbst beschieden. „Reinstes Oktoberlicht überall! Ich bin jetzt der dankbarste Mensch von der Welt — herbstlich gesinnt in jenem guten Sinne des Wortes: es ist meine große Erntezeit. Alles wird mir leicht, alles gerät mir, obwohl schwerlich schon jemand so große Dinge unter den Händen gehabt hat." Mit dem Gefühl dieser gedankenschweren und zu Taten drängenden Glut und Helligkeit des Herbstes ist seine Entdeckung vollendet. Aber immer neue Tage und Bilder fließen aus feinem Farben- und Lichtzauber und werden zu Gestalt und Gehalt von Versen und Liedern. George und Rilke sind in ihrem Wesen nach Dichter dieses festlichen Herbstes in Natur und Seele, und sie empfangen auch aus dieser für ihr Schaffen unentbehrlichen Welt wundersame Klänge. Aus den Gärten des Herbstes kommend, wandert Rilke durch die Alleen und Straßen, bis in die frühnachtblauen Stuben, in denen er die zärtlich leuchtenden Kerzen seiner Siebe und Andacht entzündet „Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr. Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben. Wird wachen, lesen, lange Briese schreiben Und wird in den Alleen hin und her Unruhig wandern, wenn die Blätter treiben." "aßie ?reimt sich das zusammen, Exzellenz, daß Napoleon Moskau ver- ^^,',Jm^ Bulletin steht, daß es in Rußland kälter sei, als in Frankreich! Moskau ist zerstört." Äer "Polizeipräsident zuckt die Achseln, er lächelt geheimnisvoll, sein Untergebener lächelt auch. * „Was haben Sie denn? Was ist Ihnen denn so Erfreuliches Pa^i3d)? wollt' doch für den jungen Bretthauer ... die TotenglockL Ziehen!? Das ist plötzlich verboten! Um nicht zu .beunruhigen haben sie gesagt! Cochon allemand haben sie gesagt, d e u t s äh e s Schwein, nicht mehr preußisches Schwein! Ist das nicht herrlich? „Werden Sie bestraft?" ,, , „Davon haben sie nichts gesagt! Ach, Herr Postmeister, ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie glücklich ich bin, daß ich jetzt ein d t u t • sches Schwein geworden bin! Was ist das?" Ein Reiter galoppiert am Fenster vorbei; fragend sehen sie sich an. „Es reiten jetzt viele Estassetten im Land." — „Und nach acht Uhr darf niemand mehr auf die Straße? Es geht etwas vor, es geht etwas vor, ich laß mir das nicht nehmen! In einer Weinstube nimmt ein Herr die Serviette vom Teller; ein zusammenqesaltetes Druckblatt kommt zum Borschem: .Aufruf an die Deutschen, sich unter die Fahnen der Freiheit zu sammeln. „Wer hat mir das hergelegt?" t , _ ., „Cs gehen so viele Hausierer hier ein und aus, mein Herr, ich weiß nicht", sagt der Kellner, er gießt die Suppe ein. Der Herr faltet das Papier zusammen, er steckt es zu sich. „Vorsicht!" mahnt der Kellner. „Gesegnete Mahlzeit! Shirnrn, in einiger Erwartung löffeln sie ihre Suppe. ♦ Verloren in der ungeheuren Weite zieht ein französisches Bataillon. Sorgenvoll reiten die Offiziere voran, sie heben bte Kopfe; auf frer verwehten Landstraße kommt ihnen eine Schar Menschen entgegen: Bauern, Arbeiter und Studenten. Sie ziehen ohne Wassen^und ohne Führer, in voller Ordnung. Fragend sieht die Mannschaft xtyce Offiziere an. 2)ie waffenlose Schar, der die Augen hell leuchten, schleudert die Mutzen und Kappen hoch, sie brechen ohne ersichtlichen Grund »n em Freuden- geschrei aus. Sie durchschreiten die reglosen Reihen der Franzosen, sie wetten drohende Blicke den Soldaten zu. Diese stehen starr, sie sahen verwirrt dem Zug nach, der taktfest verschwindet. Wortlos geben die Offiziere der Mannschaft das Zeichen, weiter zu markieren. Hoch über dem schneeigen Land braust der Wind. Wissen Sie, was morgen die Parole und Losung ist? »Rein?" .„Friedrich'! Und: .Frei! Glückstrahlende Augen sehen sich* an. Eine furchtbare Detonation zerreißt die Luft. Pechschwarz wirbelnd quillt eine große finstere Rauchwolke über dem Kiesernwald dem schneeverhängten Himmel zu. __ m .. Entsetzt schreien die Krähen, sie flattern in langen schwarzen Reihen über dem Weih, der Kiefernwald schwankt, er wird grün, er verliert die Schneebelastung seiner Aeste. .Sie sprengen ihre Munition in die Luft! .Komm" sagt der Köhler, „trinken wir darauf einen Wacholder! Auf dem Knüppeldamm, knietief im Schnee, zieht bte Garnison ab. I Kinber schlittern vor einem Stäbtchen: Mißmutig, ben Schlitten an I der Schnur hinter sich, steht ein kleines Mäbchen. Es hat ben Bruder verloren. Die Gamaschenbeinchen schief letzend, stapft die Kleine den I Wall hinan. An die Stadtmauer gelehnt, steht reglos der Bruder, er I Harrt zur Landstraße. In der weißen Dämmerung wankt dort ein breiter, mächtiger Mann heran, zersetzt, einen Weiberrock um den Hals gebunden, aus einen Knüttel gestützt, barsuh, eisbehangen w.e verfault. Aschgrau verwest im Antlitz. Unter der Barenmutze, über dem bereiften Bollvan I klafft eine eitrige Wunde. Stier, wie die Hohlen eines Totenfc^idels, I alotzen die Augen. Der Franzose stolpert durchs Stadttor. Die Kinder chsien sich an den Händen: Ueberall kriechen auf der weißen Flache I dunkle Pünktchen auf. Schlitten, Reitende, Vermummte, Humpelndt. Lautlos tauchen sie aus den Nebelschleiern der Ferne hervor Eine G - spensterschar. Immer mehr! Unzählige! Wortlos, tonlos, waffenlos. Die Kinder fliehen. Am Posthaus klebt em Zettel: „Durch Gottes Hand ist Napoleons Heer vernichtet! Klugheit, Ehre und Vaterbandsgefuhl g - bieten uns, euch zum Volkskrieg aufzubieten! — Stern, Yorck. I „Der — Yorck ist ... ab gefallen?" fchrelt ein Mann. (ttnen° Säbel bindet sich der Nagelschmied um; die Kirchenglocke beginnt zu läuten; aus den Luken werden Massen gehoben; preublsche Hu saren galoppieren in die Stadt. „Erhebt euch! Gne.senau.st gelandetl Blücher kommandiert in Schlesien! Ganz Preußen ist aus! beginnen bnech bi. W die Kirchenglocken der Dörfer zu lauten. Oer Bohrturm. Von Hermann Löns. Es steht ein schwarzes Gespenst im Moor, Das ragt über Büsche und Bäume hervor. Es steht da groß und steif und stumm, Sieht lauernd sich im Kreise um. * In Rosenrot prangt das Heideland: Ich ziehe dir an ein schwarzes Gewand. Es liegt das Dorf so still und klein: Dich mache ich groß und laut und gemein. Der Bauer schafft im goldenen Feld. Ich nehme dein Land und gebe dir Geld. Des Hafers goldene Rispen wehn: Hier sollen schwarze Häuser stehn. Es blitzt der Bach im Sonnenschein: Bald wirst du schwarz und schmutzig fein. Es rauscht der Wald sv froh und stolz: Dich fälle ich zu Grubenholz. * Die Flamme loht, die Kette klirrt. Es zischt der Dampf, der Ruß, der schwirrt; Der Meißel frißt sich in den Sand. Der schwarze Tod geht durch das Land. Das Volk wacht auf. Roman von W a l t e r v o n M o l o. (Schluß.) Der Bericht des Polizeipräsidenten in Breslau lautet: „Der hochverräterische Aufruf zum Kampf gegen Frankreich wird auch hier in vielen Tausenden von Exemplaren verbreitet. Die Schuldigen sind Dero Exzellenz Herr Vorläufer im Amte, der ehemalige Herr Polizeipräsident Gruner und ein gewisser Bedienter namens Arnsberg, der nut dem richtigen Namen Arndt heißen soll. Dieser Mann ist zu Stern nach^ Rußland. Herr Gruner hatte eine Empfehlung von Herrn von Gnelsenau, ich gab ihm daher einen Pah ins schlesische Gebirge, er ist dort verschollen. Ich werde nach wie vor emsig bestrebt sein, verdächtige Per- onen zu sassen und der gerechten Strafe zuzufuhren ... Der berliner Polizeipräsident faßt den Kiel, taucht ihn ms Tintenfaß und schreibt schwunghaft „ad acta" auf den Bericht. „Ins Archiv! befiehlt er. „Sehr wohl, Herr Staatsrat." "Bor °Solberg) hat man Fischer gezwungen, Pakete mit diesem Ausruf an sich zu nehmen. Da die Leute nicht lesen können, übergaben sie die Aufrufe ihren Lehrern, Pastoren und Schulzen. Was machten diese damit?" ., „Darüber bin ich nicht informiert, Herr Präsident! Ich weiß nur, daß der Jahn in allen Fuhrmannskneipen Zettel verdächtigen Inhalts herumträgt." ''Ai" istesen °entferMten° Gegenden, Exzellenz, roirb bte Verbreitung nicht versucht werben unb wenn, sie wirb bort nicht bebrohlichen Eingang finben, nach meiner Meinung." ____ „Das ist auch meine Meinung! Lasen Sie schon bie neueste Nummer ber Hartungschen Zeitung?" „Ja, Exzellenz." Enblos, unablässig, stumm schleppen sich im prasselnben Schnee bie Geictzlaaenen. Hier unb ba stürzt einer, reglos bleibt er hegen. 3m scheuer, kraftloser Kurve kriecht erschlafft unb erschöpft bas Backstein des menschlichen Elends weiter. Ein Mann steht am Fenster, er dreht den @0Dt ins Zimmer zurück, zum Freund. Mit den Aermeln der Zwangs jucke ist dieser an den Sessel gebunden. Irr, versinkend lächelt der junge 'Mehrte vor sich hin; verwirr? hebt er den Kopf: Er hört das Sch ur e. das erbarmungswürdige Wimmern das ergebene Sturzen; er will. aust festgeknotet halten den Irren die Fesseln. Er sinkt zurück. "Gemttnheitz Enge triumphiert, Roheit!" schreit er, er duckt sich^ als furcht« » Schlüge. „Ich weiß, ich weiß", haucht der N.edergebrochene vor sich hm „Ewiger Wechsel ist, zu groß war tue Not. Klagenvoll hebt er beni W- Warum hattet ihr keine Gebulb? Napoleon ha e zuruckgefunben ... „Ich bitte bich, Freunb! Raffe bich auf! Es .st bes Daseins Pst,chit um die Freiheit zu kämpfen!" Aufwärts stemmt der Irre den Blick, et schüttelt von der Finsternis des eindringenden Dunkels umschnurt, dm Kovf hell, fleckig, ist vor ihm der Einbruch des Lichts. .Niemals wird die Menschheit frei Weiß, unerreichbar gle ch gültig ist die Sonne, unendlich, unerreichbar das All. Ihr seid Optea. alle ti.. Ich bin der einzigen, der wahren Freiheit nahe; ich suhle fie. sie kommt auch euch, wie jedem, ihr tut mir so leid." Der Freund senkt den Kops. rrrnm- Rasselnd, wie das Weltgericht, ziehen pumpernde preußische Tronn mein die Straße herauf. Die Pfeifen schrillen, der Gleichschritt dröhn. die Waffen klirren. Ehern klingt der Gesang: „So le-ben wir, so le-ben wir. So leb'n wir al-le Ta-ge." „Wir leben, um zu erkennen! Man erkennt nur durch ... Rampi- Traurig nickt der Irre vor sich hin. Der Freund verlaßt das Ztmmeil, er schließt sich den fächernden Reihen der Freiwilligen an, deren totirne unsichtbare Marterkreuze tragen. , „ x. In den großen Flocken, stumm, kalt, wirbelt Schnee um d-e Erde. Heldenhaft, eingebunden ins All, unerschütterlich gehorsam steigt oe Gesang der Menschen dem Himmel zu: I So le-ben mir, so le-ben mir, so leb'n wir al-le Ta-ge! ^verantwortlich: vr. Hans Thyriot. - Druck und Berlag: Brühl',che Univerfitäts.Buch- und Steindruckerei.R. Lange, Gießeir- Krh-It chtdurch, 15 tiefet 5 Lichtes Müllte korben . 9efüt)rt, 'ne Helle .0(5 ich Z konnte Aber bet 'bar, bas Eichener Zamilienblätter Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger Jahrgang 1954 Montag, den 5. September Nummer 68 3 weckten malt et. mir auf, Staunte Rekruten-Korporal. Von Theodor Fontane. sein Blick ins Innere der verschlossenen Frau zu stoßen. Er prallt ab. Wie ein unsichtbarer Stahlsturz umsteht etwas die preußische Frau. „Sie werden heute mit mir den Ball eröffnen, Frau von Möllen- lie Orgel, > trauere um zwei Brüder, Herr Oberst." ... vti!ei, en ersten Colour & Grey Control Chart Red Yellow 6 8 L 9 t7 £ £ te in bei en längst rren, wie dorf!" „Ich Röte wtt frQllW* ' In Würzburg, bei den Bischöflichen, Sind ihm schon sieben Jahre verstrichen! Seiner Potsdamer Tage, manch liebes Mal, Denkt der alte Korporal. Kinder, - Leben P sgang. >en Soll11' bie Mi e, daß iä t war, in Blumen. i Mefstnz. Brombeer t ein, bei uf den ilf it bang» >inden je eifes, weh zuletzt Dir stnder ber jungen „Uingit yaoen um uuc, w;u|iwu. de- jungen Gutsherrn Blick. „Vor den Franzosen haben wir alle Angst." „Ick hab' keene Angst!" brüllt der Veteran. „Mein Großvater hat die Schweden verkloppt! mein Vater und ick kloppen die Franzosen! Det is unser Metier. Ick hab' gar keene Angst nid), Herr Major, gar keene, dagegen verwahre ick mir! Wovor haben Sie Angst?" „Du hättest auch Angst, Christian, süß' dir das Messer an der Kehle Heben Sie die Kehle, Herr Baron! Nischt für ungut. Adjes! Mahlzeit,' Frau Baronin. Solang' ick leb', wird keen Holz in meinem Wald gestohlen!" „ t . Der Alte öffnet die Türe; schrill, heraussordernd beginnt er, über den Hos davonschreitend, das Schlachtlied des alten Dessauers zu pfeifen. Frau von Möllendorf faßt die Hand ihres Gatten. „Fritz", fleht die Frau. „Behalte den Kopf oben. Wir müssen durch, wir werden durchkommen!" m . „Ja, ja, mit Moderation." Unstet, haltlos schiebt er die Papiere auf dem Schreibtisch durcheinander. „Wenn du und die Kinder nicht . wären..." uf, fjeim. h, fo auf. selbst }i Sammet, benlanges ammelnbi es zucke». erientagest Kenne in e. @e|an( len einen, ausschauli, 20 21 22 14 15 16 17 18 19 9 10 11 12 13 Die Kinder nicken verstehend. Scheu trollen sie sich in weitem Bogen dem Hoftor zu. Sie stehen zögernd. In kurzem Galopp reiten die Drft= ziere in den Gutshof ein. In schöner, selbstbewußter Kurve Jengen sie an die Freitreppe heran; sie springen, stolz auf die guten Figuren, die sie dabei machen, aus den Sätteln. Mit einem Ruck, wie fjtnaus- geronrfen verschwindet die Kinderschar durch das Tor , „Madame! Unsere Fete ist gesichert!" spricht der altere der Offnere, „Die Verhaltung des Herrn von Strachwitz hat Wunder gewirkt. Es wird seht alles unserer Einladung Folge leisten." . Ein Knecht kommt gelaulen. Mit Todesangst im Blick nimmt er den Ossizieren die prallschönen Pferde ab. „Mit reinem Hafer füttern!" „Gewiß! Freilich, Herr General." Hochfahrend wendet sich der Oberst zur Gutsfrau zurück. „ „Sind Sie vorbereitet? Alle Ihre Nachbarn werden unser Gast fern. Es ist alles geschehen, Herr Oberst, um Sie zufriedenzustellen. /■Stirnen Sie 'mir noch immer, schöne Frau?" Rein sagend ist der Blick der Frau im Antlitz des Offiziers. Der Oberst .feinen Schnurr^ bart, hastig, verlegen dreht er ihn herum, aggressiv, hilflos zornig jucht ■i's r Tür »* in aus b« er oon W i Für I*1 längst 8* ite 6m* man es*1 ibfchrist * _____ steigt in das Antlitz des Offiziers. „Dann wird Sie Ihre Freundin vertreten! Diese Witwe, mit den schönen Armen, die so schmachtend zur Laute zu fingen weiß! Haben " ,er te oanes/S Ich müßte sonst befehlen!" pictäxy ag wendet sich Frau von Möllendorf dem re!" hl; liebevoll streichelt der Wind das Blonder sie trösten. inst an", gebietet der Oberst seinem Begleiter, ücken soll! Alle Gärten stehen voll Blumen, raufte für die Damen gebunden werden!" ." — „Und Sie, Madame, Sie werden von cht zuviel in Ihrem Tacitus lesen, mit mir :e Sie in einer Stunde zum zweiten Frtih- NÄMZÄP entlingenb steigt der Oberst die Freitreppe senkt den Kops, mit nachdenkenden Schritten jus herum, zur Schreibstube ihres Gatten, schimpfend poltert des alten Jägers Stimme