Nummer 38 Freitag, -en iS.IHai Jahrgang barst, die am O Röschen rott Der Mensch liegt in größter Not, Der Mensch liegt in größter Pein, Je lieber möcht ich im Himmel sein. Da kam ich auf einen breiten Weg, Kam einer und wollt mich abweisen, Ach nein, ich ließ mich nicht abweisen: Ich bin von Gott, ich will wieder zu Gott, Der liebe Gotte wird mir ein Lichtlein gebe«. Wird leuchten mir bis in das ewig selig Leben. Ist mein und dein verschwunden. Was Gottes, ist auch sein. Das urchristliche Psingstwunder ist zeitdauerndes Zeugnis für: „Und als der Tag der Pfingsten erfüllet ward, waren sie alle einmütig beieinander. Und es geschah iah ein Brausen 00m fummel, als eines gewaltigen Wrndes, und erfüllte das ganze Haus, da sie saßen. Und man sah an ihnen die Zungen zerteilet, als wären sie feurig, und er setzte sich auf einen geglichen unter ihnen. Und wurden alle voll des Heiligen Geistes, und fing en an zu predigen mit fremden Zungen. Da nun diese Stimme g sch ), kamen die Menschen zusammen und wurden bestürzt, denn es hörte ein jeglicher sie in seiner Sprache reden. Sie entsetzten sich aber alle, verwunderten sich und sprachen unteretnander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie Horen wir denn ein jeglicher seine Sprache, darinnen wir geboren sind? Parther und Meder und Elamiter und die wir wohnen m Mesopotamien, und die in Judäa und Kapvadozien, Pontu8 und Asien, Phrygien und PamphyUen, Aegypten, midan den Enden Libyens bei Cyrene, und Ausländer von Rom, Kreter, uno Araber,- wir hören sie mit unseren Zungen die großen Taten Siebener Samilienblätter Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger Durch Ahnung nur allein Schaut er das Unsichtbare, Faßt er das Unfaßbare, Weiß in Unwissenheit. Jaeopones Worte sind eine wundersame Ergänzung der frühchristlichen griechischen Hymne „Dem hochlautenden Geiste, dem heiligen", in welcher der unbekannte Dichter sagt: ...Lob sei ihm, Der all dem, was lebt, was bleibt, ist einziger Ursprung. Das Geistige aber vor allem Wesen immer ihn preise Wie einen großen König, wie einen gütigen Vater. Mit Herz und Seele, mit Zunge und mit dem Verstände Gib auch mir rein zu verherrlichen Dich, Gott Geist! Noch inbrünstiger erwartet Symeon, der neue Theologe, baS Nahen des göttlichen Geistes: „Komm, du ewiges Jauchzen. Komm, du Licht ohne Untergang. Komm, erwartet von allen, die da elend sind. Komm, Gewaltiger, der du mit bloßem Winke alles immerwährend schaffst, umgestaltest und erneuerst. Komm, der du im Fluß der Stunden rauschest und doch unbeweglich über ihm beharrst, der du über allen Himmels wohnend doch uns Gebeugte hinieden besuchst... Komm, Freude, Glorie, dauerndes Labsal. Ich sage dir Dank, daß du, ohne dich in mein Wesen zu mengen und zu verlieren, e i n Geist mit mir, und wahrend du Gott bleibst hoch über allem, mir doch alles in allem geworden. Alle vom Pfingstfeuer Erfaßten spiegeln besten Glanz, ein jeglicher in seiner Weise. Den einen hat der Schöpfer Geist überschüttet mit Gnaden, dem anderen gab er überströmende Gesichte, manchen öffnete er das Ohr, um den „Harmonien hinter den Gestirnen zu lauschen" sBeethoveni, oder er gibt einer Seele soviel Schicksal, daß sie tausend Leben zu leben, zu gestalten vermag. Wer möchte da nicht mit Angelus Silesius seine Seele bitten lasten. „Gib mir die Stärke, daß ich kann Dir dienen wie ein Kriegesmann! Dein Rat regiere meine Sinnen, Daß sie recht unterscheiden können,- Verleib mir göttlichen Verstand, Daß mir dein Wille bleib bekannte Etwa zweihundert Jahre später betete der italienische Dichter Alessandro Manzoni in seiner Pfingsthymne: „Freundlicher Atem! Tröstender Hauch, Wir rufen dich an! Sieh nieder: In den Herzen der Traurigen spiegeln sich Trübe Gedanken wider. Und brause, du Sturmwind, brause herein Gewaltig aus Himmelsfernen! Dem Stolz der Großen jag' Schrecken ein, „Daß sie Gott zu fürchten lernen!" Daß der pfingstliche Geist immer und überall der gleiche sollen die Verse aus einer „Sequenz am Pfingsttage zeigen, ein unbekannter Dichter vor etwa sechshundert Jahren Niederrhein in ein altes Kirchenbuch malte: „Nichts ist dunkel, wenn du deutest, Nichts zu hart, wenn du gebeutest, Wenn du führst, kein Weg zu steil. Liegt auf uns des Bösen Klaue, Strömt mit deinem milden Taue Sühnend siebenfaches Heil!" Weit zurück reicht in unserem Volke, in unseren heidnischen Vorfahren das Wissen um die „wehende Gewalt göttlichen Geistes", die man im Urlicht zu spuren begann, noch ehe in die Wurzeln unseres germanischen Volkstums die Safte zweier anderer Formbereiche eindrangen, die erhebende Botschaft des Christentums und der klärende Gehalt der Antike, ^laendes Lied das aus grauer Vorzeit stammt, wurde in den Tagen de^ Bonifatius in ein christliches Lied umgewandelt: ^°Jmmer vieler fährt des Geistes stäender Segen" über die Erde, und immer wieder wachen Menschen auf, die ihn tiefer er Trostes" "sagt Mechthild von Magdeburg vom Pfingsttag, der ln öleleefe fällt wie »euer, das nicht verzehrt, sondern lautert und reift und zu neuen Erkenntnissen fuhrt, wie der Pfingstvlfion bar fmhamnrh der Seherin von Flandern, ersichtlich tzi, oie v SÄÄ“Sl: .» « « ÄSffißfa empfing ich den Heiligen Geist derart, daß ich plötzlich den Willen der Liebe allenthalben verstund und die Anordnungen omes Willens im Himmel nnd unter den Himmlischen und die ganze Vollkommenheit des vollendeten Gerechtseins und all d^e^chuld der Abgeirrten und das ganze Treiben ondSeni s wie er sich in Wahrheit und in Luge abimelt. seitdem fühle ) die Liebe in allem, was ich sehe und so vreles ich sehe. Von der Erleuchtung durch den HeiligeiiGe, sind auch o e Verse des Faeovone da Todi, des Narren in Christo, erfüllt, feine Landen sLobgesängej stehen unter dem Zeichen der »Amor ehe dai forma", der formenden Liebe: Teil nimmt er nun an allen Der Geist durch diese Einung. Getauscht sind Herz und Meinung, Er ruft: dies All ist mein! Und alle Mauern fallen: So ganz mit Gott verbunden, pfingstgesang. Don Martin Luther. Nun bitten wir den heiligen Geist um den rechten Glauben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heimfahren aus diesem Elende. Erbarm dich, Herr! Du wertes Licht, gib uns deinen Schein, lehr uns Jesum Christ kennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten Baierland. Erbarm dich, Herr! Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen einander lieben und im Frieden auf einem Sinn bleiben. Erbarm dich, Herr! Du höchster Tröster in aller Not, hilf, daß wir nicht fürchten Schänd noch Tod: daß in uns die Sinne nimmer verzagen, wenn der Feind wird das Leben verklagen. Erbarm dich, Herr! Ewige Pfingsten. Von Hans Sturm. Dieses Volkslied steht in den alten Ausgaben „Aus des Knaben Wunderhorn" und blieb leider ziemlich unbekannt. Aus all den angeführten Stellen geht deutlich hervor, daß der Pfingsten heilige Feuer über allen Zeiten lodern und über allen Geschlechtern. Aber viele gewahren sie nicht, weil sie über Aeußer- lichkeitcn und Alltag versäumen, den Blick in die Höhe und Weite zu richten. Nur hier findet jeder den Geist, der ihn vertiefen und neubilden kann,' nur wer sich seiner formenden Gewalt hingibt, wird tätiger Teil des in ihm,zusammengefaßten Ganzen,' nur so nimmt er Anteil an dem Geschick seines sich wandelnden Volkes. pfingstfahrt in der Waschbalje. Von Haus Fallada, GDS. ‘ Zu jener Zeit, von der wir erzählen, lebten auf dem Ausbauhof von Karl Päplow außer dem Bauern acht Frauen: seine Mutter, seine Frau und sechs Töchter, in allen Altersstufen, aber keine unter dreißig. Außerdem gab es dort noch einen kleinen Jungen, den Malte. Zu welcher von den sechs Töchtern der aber gehörte, das war schwer auszumachen, alle waren alle Stunde wie die Putthennen um ihn, bis der Bauer jedesmal mit einem Gebrüll dazwischen fuhr. Das tat er gerne, das tat ihm gut, wenn seine acht Frauen in Zittern und Zagen davon stoben, denn Karl Päplow war nicht nur ein Brüller, sondern auch ein roher und gemeiner Kerl. Das zeigte sich so recht, als er gestorben war: die Frauen konnten zuerst gar nicht an ihr tyrannenfreies Dasein glauben und wurden dann, als er wirklich begraben war, ganz verdreht. Das erste, was sie ihrer neuen Freiheit zugute taten, war, daß sie alles, Was der Bauer auf dem Leibe getragen hatte, verbrannten, und um den Scheiterhaufen tanzten und schimpften, die acht. Der kleine Malte, drei Jahre alt, stand in einem Winkel und sah aus seinen großen blauen Augen dem abenteuerlichen Beginnen stumm zu. Dort fand ihn der Gemeindevorsteher, als sie mit der Spritze angerückt kamen — und hohe Zeit wurde das, denn das Retdach auf der Scheune glimmte schon. Er sah, daß das so nicht ging mit der Frauenwirtschaft und besann sich auf einen verschollenen alten Vetter aus der Greifswalder Gegend, der im Rufe großer Weisheit stand. Den verschrieb er dem Ausbauhof als Knecht, Vieh- ftitterer, Verwalter, Ersatzvater und vor allem als Mann: „Denn ein Mann muß her in diese Kakelei". Eines schönen Frühlingstages kam dann auch der Vetter aus „Grips", wie man dort für Greifswald sagt, auf dem Hof an, mit einer rotgestrichenen Lade und einer perlengestickten Handtasche. Der neue Herr über die acht Frauen war ein schwerer Mann mit starken Knochen und einem großen Bauch, sein Gesicht war sehr rot, vor allem die knollige Nase, und alltags wie Sonntags ging er in einem schwarzen Tuchanzug, der meist sehr dreckig war. Zuerst erfaßte der kleine Malte die Situation: er steckte sein kleines weiches Kinderhänding in die große harte Pranke des alten Mannes, nannte ihn „Onkel Walli" und zog ihn zu den jungen Hunden. Aber gleich der nächste, der den Kram erfaßte, war doch Onkel Walli. Als er am Schluß seiner ersten Woche die acht Frauen zum Mittagessen rief und das übliche Gewusel anfing, das Hin- und Hergelaufe, das Schnell-noch-was-Besorgen, da rief er noch einmal klar und deutlich: „Middageten, segg ick, ji Mallen!", wozu bemerkt werden muß, daß „Ji Mallen" in jener Gegend der ungeschminkte Ausdruck für „Ihr Verrückten" ist. Natürlich gab es Geschimpf und Gekeif, aber dazu sagte Onkel Walli nur tiefsinnig: „Mall seid ihr und parieren müßt ihr darum!" Sprach es sachlich feststellend, wie etwa ein Arzt einem Kranken sagt, daß er die Grippe hat. und daß deswegen dies und jenes geschehen mutz. Und Onkel Walli drang durch. Unerschütterlich bestand er auf dem Parieren, und kaum waren zwei Wochen vorbei, satz er fester im Sattel, als je der Brüller Karl Päplow gesessen hatte. Allerdings kam zu seiner erdhaften Beharrlichkeit, datz er nicht nur ein tüchtiger Landwirt war — das konnten die Frauen gar nicht so recht würdigen —, sondern daß ihn die Unheimlichkeit des großen „Besprechers" umwitterte. Was krank wurde, das heilte er, sein Ruf verbreitete sich in der Gegend wie Wasserpest in einem Teich. Die Kühe besprach er, hatten die Schweine den Rotlauf, so machte er ihnen einen Schlitz ins Ohr und steckte Kräuter dadurch: „Das zieht die Seuche aus dem Leib". Die uralte Oma setzte er vor sich auf einen Stuhl und sah sie viel an mit seinen kugligen traurigen Seehundsaugen, eine Viertelstunde lang, ohne ein Wort. „O wat ward mi dat wunnerlich, wenn Onkel Walli mi so dörch und dörch kiekt!" sagte Oma bezwungen. Aber ihr Reißen war weg, für diesen Tag wenigstens. Ja, wenn Onkel Walli auch die Verzweiflung von Arzt und Tierarzt wurde, seine acht Frauen fürchteten ihn und gehorchten ihm, sein kleiner Malte aber liebte ihn. Seht, da waren nun all diese Tiere auf dem Hof, wenn der kleine Malte mit seinem Onkel Walli auf die Koppel kam, so drängten die Kälber um den alten Mann, sie konnten sich gar nicht genug damit tun, seine schwarzen Tuchrockschlippen durchzukauen und über die fettglänzenden Aermel zu lecken. Hatte eine Katze gejungt, ohne Fauchen und KraUen ließ ihn die Alte an das Nest und er zeigte, dem Malte die blinden Mauzer, Tag für Tag, bis sie am neunten die Augen offen hatten. Und dabei erzählte er Geschichten von der Zauberkraft der Katzen und daß eine dreifarbige Katze den Hof vor Feuer schützt. Der kleine Malte hörte ernsthaft zu, und dann gingen sie mit den Pferden hinaus auf den Kartoffelacker, und Onkel Walli behäufelte die Stauden und Malte saß aus einem Rain und sah zu oder schlief oder lief durch das Holz oder horchte auch nur auf die Brandung der See. Haben wir schon gesagk, daß der Hof an der See lag? Ja, er lag am Meer, an einem großen, weiten Bodden. Drüben, das jenseitige Ufer sah man ganz ferne, grün von Wald und gelb von Sand und ah und an ein Häuschen, nicht so groß wie ein Daumennagel. Zwischen diesem und jenem Ufer aber lag das Wasser, blau und grün oder grau oder mit schäumenden, ununterbrochen redenden Wellen. Das gehörte zum Hof, das Meer, zum brüllenden Bauer Karl, zu den verwirrten Frauen, auch zu dem kleinen stillen Malte, und nicht zum wenigsten zu Onkel Walli. Erst mußte die Frühjahrsbestellung getan sein, aber dann, als alles wuchs, nahm Onkel Walli den Malte bei der Hand und stieg mit ihm den Uferweg von der Steilküste hinunter. Nun hatte der Hof kein Boot, aber er hatte doch eine Waschbalje, eine kräftige, starke Balje, von einem tüchtigen Küfer gebaut, mit flachem Rand, daß das Rubbelbrett gute Auflage hat. Und diese Balje hatte nun Onkel Walli sich an den Strand gewälzt und Malte durfte nun zusehen, wie Onkel Walli vorsichtig, vorsichtig einstieg. Langsam, langsam stakte sich Onkel Walli auf das Wasser mit zwei Stöcken hinaus, atemlos sah Malte zu. Ja, sie trug, Onkel Walli schwamm, und nun bettelte Malte, daß er auch mit durste. Aber so weit ging nun Onkel Wallis Zutrauen zu seinen Mcereskünsten doch nicht, Malte durfte nur zusehen. Wenn einer ins Wasser fallen sollte, so war das Onkel Walli. Aber er fiel nicht hinein, heute war der Bodden spiegelblank, und als er hundertfünfzig Meter draußen war, steckte er die Stangen in den Grund, mackste die Balje dazwischen fest und fing an zu angeln. Für den Malte war dies kein schöner Nachmittag. Da saß sein Onkel Walli draußen auf dem blauen Wasser, und von Zeit zu Zeit zog er etwas weiß Blitzendes aus der Flut — Malte rief und lockte den Onkel, aber der hörte nicht. Mit Brüllen versuchte es Malte schließlich auch — umsonst, am Ende schlief er ein. Und nun war Onkel Walli wieder da, die Waschbalje lag am Ufer zwischen den beiden Stangen. „Morgen gehen wir wieder, mein Malte", sagte Onkel Walli. „Morgen ist Pfingsten." Aber Malte antwortete nicht, Malte war höse, und selbst der Eimer mit Fischen konnte ihn nicht versöhnen. Nun ja, schließlich wurde es Nacht. Ueber allem Kummer, großem wie kleinem, wird es einmal Nacht. Malte ist zu Bett gebracht, Malte schläft. Denken die Großen. Aber kaum zwei Stunden später kamen jammernd die Frauen zu Onkel Walli: wo er den Malte hätte? Onkel Walli hatte keinen Malte, besaßen die Frauen nun schon so wenig Verstand, daß sie nicht wußten, in welches Bett sie ihn gelegt hatten? Sie hatten Verstand genug — aber wo war Malte? Sie durchsuchten das Haus, sie durchsuchten die Ställe, es war viel Gezeter und Klagen. Vielleicht wurde das Onkel Walli zuviel, er seufzte plötzlich tief auf und ging in die Nacht, stracks hinunter von der Hofstatt. Die hatten gut hinterherschreien. Aber nach fünf Minuten war er schon wieder da und sagte, sie sollten sich nur ruhig hinsetzen, er wüßte jetzt, wo Malte sei und in einer halben Stunde brachte er ihn. Lies vor allen Fragen fort — o wie hastig lief er durch die Nacht zum nächsten Hof, weckte den Bauern, bat um das. Boot. Ja, so war es: die Waschbalje war fort, Malte war fort, nur die Stangen hatten noch am User gesteckt. Sie machten das Boot los und ruderten mit einer Laterne hinaus. Gottlob, es war kein Wind aufgekommen, es war spiegelglatt, aber es lag Dunst auf dem Wasser, es war diesig. Sie fuhren hin und her, dann riefen sie und lauschten: nichts. Das taten sie die ganze Nacht, und dazwischen-lief Onkel Walli immer einmal zu den Frauen hinauf und tröstete sie. Nun käme er gleich mit Malte, gleich, gleich brächte er ihn. O der arme dicke Onkel Walli, der große Hexer und Zauberer. Da stand er dann wieder vor dem Wasser, er stand und starrte, wie eine schwarze Wolke hing es über seiner Seele — wie kann man sein Herz so an eine kleine Hand gewöhnen, die in eine große, alte, verbrauchte sich legt? Welche Nacht, Onkel Walli, wieviel Versprechen, wieviel Gelöbnisse! Und nun, da wir beinahe am Ende unserer kleinen Geschichte stehen, sind wir ganz zweifelhaft, ob wir sie nicht vom andern Ufer her hätten erzählen müffen. Am andern Ufer ging am Pfingstsonntagmorgen ein Fischerehepaar zur Kirche, den Strand entlang. Die hörten eine Stimme singen und hoben die Augen und sahen auf dem blanken sonneblitzenden Waffer eine Balje schaukeln, und in der Balje saß ein Kind, ein kleiner blauäugiger Junge, der sang so vor sich hin, wie ganz kleine Kinder tun, wenn sie sehr glücklich sind, selbstvergessen: es ist mehr ein Zwitschern. Die jungen Fischerleute glaubten an ein wahrhaftiges Pfingst- wunder — und das war es ja auch, wenn auch anders, als sie meinten — und starrten nur. Aber nun hatte bas Kind sie gesehen und hörte auf mit Singen und rief, und es rief, daß es Durst hätte. Der junge Fischer lief eilig, eilig in seinem Sonntagsstaat in das Waffer und seiner Frau verging in der letzten Minute noch das Herz vor Angst, daß die Balje umschlagen könnte... Aber dann war ihr kleiner Moses an Land, und plötzlich waren die beiden Eheleute sehr glücklich und weinten und lachten. Nur Malte wußte von nichts, als daß die Nacht sehr lang gewesen war und daß er geschlafen hatte und war wieder aufgewacht und immer noch Nacht und wieder geschlafen... „Und so viel Durst!" — Dann kamen am Nachmittag mit den Kutschbraunen Onkel Walli nnd die uralte Oma und die andere Oma und Tante Hete und Mammi und Tante Tini. Mehr kdnnten die Braunen im । Kutschwagen nicht ziehen. Es war eine große Zärtlichkeit, nur Malte blieb ungerührt: „Nimmst du mich jetzt mit zum Fischen, I Onkel Walli?" fragte er. „Ich kann gut in der Balje fahren." wundung krankt. — So geht der Sommer 6tn; uch der Gewalt weiche er nicht! behauptete der mittellose Rentner. , , t , L, Das werde man ja sehen, wenn s soweit sei, und dann notfalls noch andere Mittel anwcnden! drohte der Hauswirt. Er habe seit Jahren, versicherte Gust der Wahrheit gemäß, von den Bewohnern seines Elternhauses, das noch immer sein eigen sei, weil sich kein Käufer für das hutzlige Häuschen gefunden hätte, nicht einen einzigen Pfennig Miete erhalten. Und habe trotzdem nicht erreicht, daß der Säumige hätte ausziehen müssen, weil nach dem Spruch des Wohnungsamts, dem sein früherer Freund Willem vorstehe, sich keine geeignete Wohnung für den zur Räumung Verurteilten in der Stadt hätte finden lassen, der sehr wohl die Miete zahlen könne, da er als Zimmergeselle vom Frühjahr bis zum Herbst in Arbeit und Lohn stehe. Gerechtigkeit für alle! Oder ob die Welt sich so gänzlich in ihr Gegenteil verkehrt habe, daß Gerechtigkeit nur noch für die Untern, Ungerechtigkeit aber für die Obern da sei? Wenn Gust in seinem Kopf, erklärte der von Gemütsanwand- lungen Unbelastete, vor Alter ober infolge seines Schlaganfalls mit der neuen Zeit, mit ihren Gesetzen und mit ihrem Geld nicht mehr zurechtkomme, so gehe ihn als Hauswirt das gar nichts an. Er habe die Räumungsklage gewonnen, eine ausreichende Wohnung sei vorhanden, also gebe es nur noch eins: Ausziehen! Oer Maibaum. Von Anke Ehlers (Worpswede). Spät und zögernd kommt der Frühling ins Moor, aber wenn er erst einmal Fuß gefaßt hat auf den weiten braunen Flächen, daß sie von weißem Wollgras erblühen, wenn über die Sandwege die grünen Schleier der Birken wehen, die roten, strohgedeckten Gehöfte im Schnee der Kirschen-, im rosigen Schaum der Apfelblüte versinken und am leise quirlenden Wehr des dunklen Moorgrabens eine Entcnfamilie schnatternd sich ihres Daseins freut, dann ist nach dem langen Warten dieser Frühling berauschend wie der herbe Obstwein, den die Bauern aus den Beeren ihrer Gärten ziehen. In den Mondscheinnächten flüstert der Nachtwind lauter Liebesworte, die niedrigen Weidenknicks am sumpfigen Wiesenrain sind verschwiegene Verstecke, und wie lockt die Einsamkeit des Torfmoors mit seinen Heidepolstern und Machangelbüschen, mit dem Flug einer Eule drüber hin, weich wie Wolle, oder dem Balzruf eines Käuzchenpaares! In einer solchen Nacht, der Nacht vor Pfingsten, ist es hier Brauch, daß die jungen Burschen ausschwärmen und als sinnfälligen Ausdruck ihrer Werbung ihrem auserwählten Mädchen einen grünen Virkenzweig — einen Maibaum —vor das Kammer- fcnster pflanzen, wofür die so Geehrte, hat sie nicht einen gar zu festen Schlaf oder zu-gestrenge Eltern, sich auf der Stelle zu bedanken pflegt. Nun, auch Dierk, der junge Bauernsohn vom Reinershof, ist in dieser Nacht mit einem Birkenbusch unterwegs, den er soeben am Torfstich von jenem Baum abgeschnitten hat, unter dem er Tina zum erstenmal im Arme hielt. Sie sind jetzt miteinander versprochen, das ist nichts Neues mehr im Dorf. Wenn die Hochzeit noch nicht ausgerichtet worden ist — eine richtige „Fleischhochzeit" mit dem üblichen Schweinebraten, Backobst und Mehlpudding, denn Tinas Leute gehören nicht zu den Acrmsten im Moor —, so hat das leider einen gewichtigen Grund, gegen den weder Tinas Gutwilligkeit, noch Dierks verliebte Ungeduld aufzukommen vermag. Auf dem elterlichen Hof, den Dierk einmal übernehmen soll, regiert vorläufig noch der alte Reiners, mehr aber noch die derbe, jugendliche Bäuerin, seine zweite Frau, Dierks Stiefmutter also, die rund heraus erklärt hat, daß sie so bald nicht daran denkt, die Herrschaft im Haus mit einer jungen Schwiegertochter zu teilen oder sich aufs Altenteil abschieben zu lassen. Da der Bauer sich von ihrer Meinung, Dierk sei noch viel zu jung zum Heiraten, überzeugen läßt, so bleibt dem Jungen um des lieben Friedens willen nichts anderes übrig, als sich in Geduld zu fassen und zu warten. Schließlich sind sie ja auch beide, Dierk und Tina, als Kinder dieses kargen Moors, das nur den Geduldigen Brot und Auskommen gewährt, zur Geduld und zum Wartenkönnen erzogen. _ . o , Dierk schwingt sich über das Gatter des Hofes und schleicht sich unter den Bäumen des Eichkamps näher an das Haus seiner Braut heran — es ist nicht nötig, daß der Hund anschlägt und die Eltern aufwachen... Der hohe Giebel des moosverfilzten Strohdachs legt einen spitzen Schatten auf den saubergeharkten Hof, tn den kleinen Fenstern spiegelt sich blinkend ein Mondstrahl. O Ttna, kann sie denn schlafen in sqlch einer Nacht? Hört sie nicht die Schritte, spürt sie nicht- die Nähe ihres Liebsten? — Jetzt steht er unter ihrem Kammerfenster, zärtlichster Gefühle voll. Aber was ist das? Wie vom Donner gerührt, starrt er auf ein V'rken- stämmchen, das, vom Mondlicht umfloßen, vom linden Nachthauch zitternd bewegt, mit seinen Blättern an die verhängten Schemen einlaßbegehrend anpocht. Ein Maibaum für sein Mädchen. Bon einem anderen! „ ____ t, , . .r, _ . Nun muß man .wissen: Nach der Sitte dieser Gegend ist es ein unerhörter Vorgang, daß bei einem festen Verlöbnis sich ein Zweiter werbend einmischt, es sei denn, daß er durch das Mädchen ausdrücklich dazu ermutigt worden ist. Dierk steigt das Blut in den Kopf. Den fremden Maibaum ausreißen, in hohem Bogen wegschleudcrn, als habe er den unverschämten Nebenbuhler selbst am Kragen, und seinen eigenen Virkenbaum statt dessen ein- pslanzen, ist das Werk eines Augenblicks. Wütend und gekrankt, znm erstenmal den Stachel der Eifersucht im Herzen spurend, stürzt er davon, ohne an das blinkende Kammerfensterchen zu klopfen, wie es ihn doch eigentlich mit allen Fasern drangt. Der unglückliche Zufall will es dann, daß er schon am nächsten Abend auf dem Pfingstball, wo Tina sich von einem ortssremden jungen Mann mehrmals zum Tanz auffordern laßt, !iernen Widersacher entdeckt und das falsche Spiel seiner Braut durchschaut zu haben glaubt, und es bedarf des strengen Eingreifens der beiden im Saal anwesenden Landjäger, um eine wilde Schlägerei zwischen einheimischen und ortsfremden Bnrschen ö" verhnten. Tina hat seitdem manchen Anlaß, den hnbschen,weizenblonden Kops hängen zu lassen, sie weiß keine Erklnrung für daß reizbare und unfreundliche Benehmen ihres Verlobten, etwas Unausgesprochenes, dem von ihrer Seite nicht beizukommcn ist, rteiltet sich wie eine Wand zwischen beiden ans. Zwar ist Dierk oftmals nahe daran, das Unsinnige seiner Verdächtigungen einzusehen. Spricht ihr nicht die blanke Treue aus den blauen Augen, und fühlt er denn nicht, wie sie unter seinem veränderten Wesen leidet? Aber er wird die leidige Erinnerung an den fremden Maibaum nicht los, an diese Veleidignng, die ihm durch Tinas Schuld zu- gefügt worden ist — sie hält ihn in seinen trüben Hirngespinsten gefangen. Hinzu kommt, daß seine Sttefmntter, der die Spannung zwischen dem Paar natürlich nicht entgangen ist, ibn durch geschickt hingeworfene halbe Andentungen in ^l"on Zweifeln bestärkt. Wenn er ihr auch mißtraut und scheinbar nicht hinhört, so bleibt von ihren spitzen Worten doch immer ein Splitter in seinem Herzen hängen, das schwerblütig und verschlossen an solcher Ver dreiviertel ausgeschlagenen Weide, die immerfort glauben, dort steht noch besseres Gras zum Abraufen — nein, dort — dort! Er muffe sie — seine Gedanken meine er, nicht die Schafe! — oftmals wieder zusammentreiben. Muffe nach seinem Willen rufen wie der Schäfer nach seinem Phylax und kommandieren: „Hol sie ran! Noch mehr ran! So — so — genügt Rikelchen lachte aus tiefstem Herzen herauf. Zum erstenmal seit Jahr und Tag. t r . Gust stimmte lachend ein: Jawohl, wie der Schäfer fernen Phylax! Sonst liefen sie ihm nach allen Seiten auseinander, dre Schafe. Nein, die Gedanken meine er natürlich, die Gedanken, hinter die er seinen Willen hetze. . . Und Gust lachte über diesen unfreiwilligen Beweis seiner Worte noch lauter als bisher. , Da die beiden Heimkehrenden durch das Weidetor kamen, gab Nikelchen ihrem Mann den Arm. Das war seit Jahr und Tag nicht mehr geschehen. Ein Glücksschauer überrieselte sie, als Gust ihren Arm mit dem seinen an sich drückte, wie in den langversunkenen Zeiten ihrer ersten Liebe. Arm in Arm gingen Gust und Rikelchen die Hohe Straße entlang. Wie an jenem Abend vor mehr als vierzig Jahren, da sie durch diesen Gang der Stadt ihr.e Ankunft gemeldet hatten. Sie wagten aus ihrem Glück heraus sogar, im gleichen Augenblick ihr verkauftes Haus anzusehen. * Gust begann während des Weitergehens Nikelchen die Miß- wirtschaft zu schildern, die seit ihrem Auszug dort alles zugrunde gerichtet hatte, und geriet darüber so in Eifer, baß er nicht ge- wahrte, wie Rikelchen ihn an der Ackerstrabe vorüberfuhrte. Die ganze Hohe Straße gingen sie — Arm in Arm — entlang. Bis zur knallroten Post. Dort bogen sie in die Baracken ein. Gust wurde es vor eiferndem Erzählen nicht inne. Erst als er, umgeben von seinen eignen Möbeln, im elterlichen Hause stand, sah Gust, was geschehen war. Rikelchen hatte, um der gewaltsamen Entfernung aus ihrer Wohnung an dem festgesetzten Termin vorzubeugen, tagsüber den Umzug in die Baracken ausführen kaffen. Zum Hause seiner Kindheit/ deffen Bewohner ihren Vorschlag, seine jetzige Wohnung gegen die beffere im Nebenhause, die ihnen zugewtesen war, einzutauschen, mit Freuden eingegangen und seinen Umzug am Tage vorher ausgeführt hatte. Es war keine schwere, zeitraubende Arbeit gewesen, die Uebersiedlung aus der Ackerstraße in die Baracken. Denn die meisten Möbel hatte Rikelchen, da sie von dem Pantoffelmacherhäuschen zu viel Platz weggenommen hätten, verkaufen ""^So" war nun wieder Raum geworden für Gusts Schustertisch. Er stand, wie es in der Ordnung war — in der Ordnung seines Wesens und seines Zweckes — am Fenster. Sonnenstrahlen fielen, als Gust und Nikelchen eintraten, auf die Schusterkugel und brachen sich durch ihr Wasser in allen Regenbogenfarben. „Nikelchen!" stöhnte Gust auf, als er erkannte, bei welcher Kreuzbergstation seines Lebens er angelangt war. Schreck war dieses Aufstöhnen, Verwirrung, tastendes Um-sich-Greifen, Nach- einem-Halt-Suchen. Aber kein Vorwurf. Einen Augenblick lang stand Gust schwankend im Sturm seiner ^^Dann straffte der Ueberrumpelte sich. Drückte Rikelchen bankend die Rechte. Streichelte ihr mit der Linken das noch immer blau- schwarze Haar, das er einst mehr als alles an ihr geliebt hatte. „Gust"? schluchzte Rikelchen, schluchzte vor Glück. Der Angerufene gab keine Antwort. Er streichelte. „Wir sind beieinander, Gust!" sprach Rikelchen ibm Mut zu. , Wir bleiben beieinander. Bis zu unsrer letzten Stunde. Wir haben nichts als uns. Aber wir können uns nun wieder einer am andern festhalten. Ich an dir und du an mir." Gust schwieg. Vollauf hatte er damit zu tun, sein Rikelchen zu ffrcicbcltt* Das war nicht mehr geschehen, seit er sie — bei der Nachricht von Jupps Ernennung zum Offizier, die für sie die Vorbotschaft seines Todes bedeutete — in der Ackerstraße auf das Sofa hatte 6Ct@o wohnt" denn also Gust — als verarmter Rentner — wieder Gust fühlte sich als Held. . Er erzählte ununterbrochen von seinen Erlebnissen wahrend der Wanderung. Von seinen Eindrücken auf dem musterhaft bewirtschafteten Rittergut,- man baue dort einen Kubstall nach dem andern, schaffe ohne Unterbrechung an: Wagen, Maschinen, Pferde, Dampfpflüge, Lokomobilen. . . Und immer wieder berichtete Gust von leinem Zusammenstoß mit dem Molker — so habe er beim Hinwerfen den rechten Arm gehoben, so den Kopf in die Höhe gerissen — mit dem Molker, der wie der Wucher in eigner Person, in unverwechselbarer menschlicher Gestalt vor ihm gestanden hätte: fett rote ettt Dret- einbalb-Zentner-Schroein. mit dickem Hängebauch, darüber eine meiste sich strammende Schürze, die schroarzbehaarten Hände rote ettt Flegel bis zu den Ellenbogen in den Hosentaschen. Riechen stimmte immerfort zu: Gut gemacht, Gust! Sehr gut qemg^'" Um ihn auf einen andern Weg zu bringen, fragte sie schließlich: Und er sei nicht müde geworden während der sechs- stündiaen Wanderung? ... Nei«' aab Gust stolz zur Antwort. Das heiste ein wenig müde schon. Aber nicht mehr als ein Gesunder. Jawohl, er sei nun wieder aesvnd. Ganz gesund. Nur seine Gedgnken wollten ihm noch nicht c» wie früher gehorchen. Die möchten am liebsten ttt fiHe iv-r Winde anseinandcrlaufen. Wie die Schafe auf einer erst in den Baracken. Dahin war er zurückgekehrt, von wo er als Siebenter des Pantoffelmachers Schorsch Micheelsen vor fast zwei Menschenaltern seinen Ausgang genommen hatte. War so zurückgekehrt, wie er ""Nein, noch armseliger! Denn wie kümmerlich es Vater und Mutter mit ihren zehn in dem Barackenhäuschen auch ergangen war, satt zu efiett hatten sie immer gehabt. Gust und Nikelchen aber wußten bald nicht mehr, womit ihren Hunger füllen. Auf—abi hatte die Valkenlchaukel ihres Lebens, hatte die Wippwapp gemacht. Auf—ab! Nichts sonst. cz-u &er Tat, wie wenig war mit Gust und Nikelchen geschehen! Wie Alltägliches! In allen Städten des Landes konnte man dasselbe tausendfach antreffen: Auf—ab! , , Und doch: Wieviel batte sich ereignet! Wie Beispielloses! Wie Unausdenkbares für die Betroffenen! Auf—ab! Es muß wohl sein, wird wohl sein, solange Menschen "^^Jst es Wille des Schicksals — das Auf—ab! —, waab ich auch! Du glaubst doch nicht etwa, ich lug dich an? So hab ich sie ihm vor die Füße geworfen, die dreckigen Geldscheine. Sol Mit dieser verächtlichen Bewegung meuter Rechten. Mit diesem vernichtenden Ruck meines Kopfes. Siehst du es, Nikelchen . „ „Ja, Gust, ich sehe es, als ob du's in diesem Augenblick tatest. Aber dann, als der verschüchterte Molker mit feinen Holzpantoffeln durch die Pfützen am Mauersteinboden rausgeklappert war, als ich ganz genau festgestellt hatte, daß mich keiner ^ben konnte, nicht mal der lausigste Lehrling, da hab ich mich schnell gebückt, hab die Scheine wieder aufgesammelt und in meine Tasche "e^Das hast du gut gemacht, Gust. Sehr gut." Wir haben doch nur wenig Geld. So wenig, daß wir uns kein Pfund Butter mehr kaufen können!" Seite an Seite gingen Gust und Nikelchen heim. Verantwortlich: vr. Hans Thtzriot. - Druck und Derlag: Drühl'fche Univerf itäts-Duch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.