Zahrgang |93< Montag, den |5. Oktober Nummer 80 ugeit rm« eine in 'Ichr am $8ei eine Hie Jont mert feine MchenerZamilienbliitter Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger nahe W, urütf | t; es ■ W I jenen I eland | loben l JUt j i um Mete Dorrn 5 neige, I s: rno - ittrige [ . la"! I Deiner t uni enüen, ®(äu> h Öen allein il * der!«« X eroaiet int » «>»* ffiert jläntel« ftiiiöf“ iffteige’ eidlich Ingen, n bas nannte Sind Liede. !lls |it ilmrnel in ben noogel djtnin1 te iv zerrih ieM ealtige ! Sette |W gegen ing er tafle", nie -1« Bolten d g|eit fei*. ilk. er * ttif “ SIH'*1 fick 3)as dHais Band / 0 (Fortsetzung.) Viertes Kapitel. Assessor Luzius ging in sein Hotel, das dem Wohnungslosen zunächst Unterkunft bieten mußte, zurück. Es war eigentlich merkwürdig, mn dieser Perlendiebstahl seine rasche und ein bißchen überraschende Aufklärung gefunden hatte, interessierte der Fall im Grunde gar nicht mehr. Es war anzunehmen, daß die Finkendeys, durch die eigenmächtige Reise ihrer Tochter sowieso unliebsam in die Motive der Tat Wingart Reußners verstrickt, — denn weshalb stahl der verrückte Bengel den Schmuck, doch nur, um Mita zu dieser Fahrt nach Berlin zu verhelfen —, daß Mnkendey durchaus für eine stille Beilegung der Affäre zu haben sein würde. Die Freundschaft zu den Eltern des jugendlichen Täters und die Furcht vor dem gesellschaftlichen Skandal würden ein übriges tun. Wingart Reußner traf eine günstige Konstellation; er halle sozusagen Glück. Oder war dieser Primaner kühler und klarer, afe man annahm? Hatte er mit diesen Umständen im Falle einer Entdeckung von vornherein gerechnet? Luzius machte sich weiter keine Gedanken darüber. Mochte Brendel diese Geschichte in Ordnung bringen. Warum sollte denn er der Bote dieser unangenehmen Nachricht sei! Nein, er würde weder den Konsul, roch den Justizrat informieren. Brendel war ja da. — Er schritt die Straße zum Markt entlang. Wie kurz die Tage schon wieder waren. Der Herbst kam. Schon lag auf den Straßen gelbes, abge- sallenes Laub. Er schritt rascher aus: wenn die Sonne fort war, wurde es sogleich empfindlich kühl. Nein, der Diebstahl des Perlenschmucks hatte seinen Spürsinn eine kleine Weile gereizt; nun war das vorbei. Besser der junge Reußner, dem nichts geschehen würde, als Reginald Zurrhelm den man zuerst in Werd acht gehabt hatte, stand als Täter entlarvt. Wahrhaftig, ich habe unfern Freund Zurrhelm in Verdacht gehabt! Der Mensch dem Menschen ein Wolf! Sind wir alle so, belauern wir uns, mißtrauen wir einander? Ober bin ich nur so, angekränkelt durch den Beruf, immer in der Anklage, stelz das Böfe annehmend? ... Reginald Zurrhelm, armer Bursche. Hat Pech im Leben; hat leichtsinnig eine Neigung zpm Beruf erhoben. Kunst- maler, du lieber Himmel, warum nicht Lotterie spielen! Ich hätte ihn an Stelle von Mita Finkender; an meine Schwester Vera empfehlen sollen, für Zurrhelm sollte sich Vera einmal zweckentsprechend einsetzen. Aber bas blieb ja noch zu tun. Es mußte etwas geschehen, den Zurrhelm einer anderen nützlichen, produktiven Tätigkeit zuzuführen. Assessor Luzius war bereit. Er nahm das als eine Chance für sich, den schmählichen Verdacht, den er gehegt hatte, auszugleichen. Er war dem Zurrhelm etwas schuldig, hier drinnen in der Brust. Cs war gewiß wenig, was er tun konnte für den Freund. Ungleich wichtiger wäre gewesen, dem die Frau zu erhalten. Aber da stand man mit gebundenen ständen. Frau Barbara würde ihren Weg gehen, und daß dieser Weg om Reginald Zurrhelm wegführte, sah ein Fernstehender. Und Zurrhelm selber sah es auch ... und schrieb den geliebten Namen in den Sand, und a»r der Machtloseste in diesem Spiel um ein Herz. Luzius banale vor der Aoteltür an, gleichzeitig mit dem kleinen Mädchen r Rosa und Weiß. Die kleine Lilln Zurrhelm kannte den Herrn Luzius, ii fnijste und streckte das rechte Händchen aus, das frei war. Luzius sah, in der Linken hielt das Kind einen Brief. „Willst du denn IHtr in dies Hotel, Lilly?" „Ja, einen Brief von Mama abgeben an Onkel Strombeck." „So", sagte er und wußte nicht weiter. „Komm", meinte er dann und i*b >ie Kleine vor sich her durch die Drehtüre. Sie fuhren zusammen hinaus in den ersten Stock. Luzius fragte nicht: Bit geht es der Mama und dem Papa?, dieses Kind würde mit unbe- Dtgtem Gesicht etwas Konventionelles antworten, wie es ihm angelernt wr. Er sagte oben auf dem Korridor nur: „Dort ist das Zimmer, Nr. 114, und verabschiedete sich. Er war empört über diese Art Barbaras, ’mn Nachricht zukommen zu lassen. Aber als er in seinem Zimmer 1- ‘'-gte die Ueberlegung. Vielleicht war da doch noch etwas zu retten? $' -r die Entschließungen der beiden im Bilde war, vermochte mag« i^ch gehe einen kleinen Weg. Wenn ich zurückkomme, sind wir reich. Er achtete nicht auf ihren Blick, er wandte sich zur Tür, aber da erreichte ihn ihr Zuruf Sofort blieb er stehen. So hatte sie ihn nie mehr genannt. Was war denn spürte auch sie den Umschwung, war sie dankbar? Er war tm Augenblick an ihrer Seite. Alles in ihm drängte ihn zu ihr, die er liebte, wie in den ersten Tagen. „Barbara? ..." Aber sie wehrte seine Liebkosung ab; strich nur über sein Haar, sah in feine großen braunen Augen, die sie geliebt hatte, einmal bamals. Reginald", sagte sie, „es ist nichts. Geh ruhig. Es ist nur, es fuhr mir so durch den Kopf, wenn du mich einmal nicht verstehen tannft, wenn du anfangen willst, mich zu hassen, bann denke, daß sch ^llercht ganz andere Beweggründe zu meiner Tat — ober was es Je n mag — gehabt habe, als bu annimmst." Unb in seine weitoffenen fassungslosen Augen sagte sie: „Ich bin nicht nur deine Frau, ich bin m erster Linie Mutter. Was heißt denn das, Barbara?" Sie zuckte die Achseln. „Gar nichts. Alles. Was du daraus machen ro Er zögerte, sah sie eindringlich an und fand auf seine Fragen feine Antwort. Da liefe er fie, sicher in ganz kurzer Zett hier eineni Um djmung schaffen zu können. Denn was er eben versprochen hatte, wurde ja an Meiern Abend noch Wahrheit heißen. Er würde Geld bringen! Biel Geld! Nur eben, woher es kam, das konnte er nicht sagen. Das wurde er niemandem sagen können. Das mußte sein Geheimnis bleiben. Denn die Freunde und Bekannten, diese Sicheren und Gesicherten, die die Not nicht kannten ober nur bem Namen nach, sie würben ihn verurteilen unb oer- afI,t®r' Eließ^stin'H^us^ Nicht einmal richtig verabschiedete er sich von seiner Barbara; denn er wußte ja, daß er halb zurück sein würbe Er wußte nicht, baß Not auch Liebe bricht, unb baß er Barbara zum letzten Male gesehen hatte. Sonst wäre er diesen Weg wahrlich nicht ^Mstssor Luzius auf der anderen Seite der Straße sah Reginald Zurrhelm den schmalen Aufgang zwischen den Borgarten herabkommen. Er wollte schon über den Fahrdamm, dem Freund entgegen, hmderte ihn ein Automobil, und er mußte warten. Er war erstaunt. Reginald Zurr heim winkte den Mietwagen heran unb stieg ein. . . „ Sollte er folgen? Luzius überlegte nicht lange. Einem davonfahrenden Automobil nachrennen ist lächerliches Beginnen, winkte den nächsten Wagen heran, der die Platanenallee heraufkam und fuhr dem bere its vorn liegenden Gefährt Zurrhelms na-H Der Fahrer,hiel sich gut, ab r er holte Zurrhelm nicht ein. Luzius sah, und bas Erstaunen wuchs n ihm, wie Zurrhelm vor dem Hotel Europa den Wagen verließ und in baSßu“ius ^' gleichfalls feine Taxi frei; er postierte sich in genügender Entfernung vom Hotel, zu beobachten, was weiter geschehe. Er Reginald'Zurrhelm kam wieder auf die Straße und schritt davon. Aber bas war vielleicht bemerkenswert: er schritt nicht der Stadt entgegen, nicht seiner Wohnung zu. sondern er entfernte sich von ihr. Luzius setzte sich ln Bewegung. Er wollte den Freund einholen. Es war gewiß nicht seine Absicht, Zurrhelm hier kreuz und quer zu »erfolgen, « wollte ihn sprechen, ihn warnen ober norbereiten und vielleicht ge^ meinsam mit ihm bei Barbara den geplanten 6^11 verhindern. Aber er stutzte und hielt sich zurück. War es an sich schon eigenartig, daß Zurr Helm in dielen dunklen Abendstunden die nicht gerade in gutem Rufe stehende Hafengegend der Ost-Kais aufsuchte, so erregte sein Benehmen ^^Mederhott"^"sich Reginald Zurrhelm auf seinem Wege um, wartete und schien großen Wert Darauf zu legen, nicht beobachtet oder gar ver- f°t9t,Äefronberbar", murmelte Assessor Luzius Woher kennt Zurrhelm diese Geoend? Was hat er dort im Mertel der dunklen Gange und lichtscheuen Leute zu suchen? Warum tut er so geheimnisvoll, hat er etwas 311 Er'schlichtem Freunde mach Wahrscheinlich besser aus diesem Gebiet bewandert als Zurrhelm, gelang es ihm, von jenem unbemerkt ZU bleiben Wohin aing diese Wanderung? Als die Straßen dunkler wurden gab Luzius seine Vorsicht auf. Vor ihm her schritt Zurrhelm sah fidj md) mehr um. wähnte sich sicher unb schritt rascher aus. Wer sollie ihn1 Der folgen wem konnte er verbächtig fein? Es wußte ja memanb von feinem nächtlichen fflang, dafür hatte er gesorgt Luzius folgte ihm wie ein zurückgebliebenen Schatten. Fünftes Kapitel. Ein leichter Regen fällt, ober ist es ber Nebel, ber nieberfdjlägt. Mn den Straßenrändern brennen in weiten Abständen Gaslaternen und leuchten gelb unb matt, sie zwinkern wie dose verkniffene Augen.In b Keller ber Häuser führen Stufen unb Treppen. Wenn sich fo eine lut für kurze Zeit öffnet, um eine torkelnde Gestalt hinein oder heraus zu lassen, reißt ber Lustzug eirf paar Fetzen Musik, dazu Lärm und trunkenen Gesang auf die Straße. Dann schlägt die Tür wieder 3U- _ . Mädchen sind auf den Straßen oder stehen an den Ecken Sie stn° alle ein bißchen zu sehr geputzt. Ihr Lächeln scheint ll^ehwinkt und er storben; das ist auch ber Fall. Manche sind jung unb nicht unhubsch, man erkennt bas trotz ber unvorteilhaften Beleuchtung. Die Männer gehören burchweg bem Seemannsftanbe an. Alle Sprachen schwirren burdjeinanber; zumeist überwiegen hier bei ben Dfbftais ote harten skanbinavischen Laute unb bie ähnlichen ber fremben Dftfeetflften Luzius biegt allen tiefen Gestalten aus; er kann sich nufjt auf halten, lassen benn Zurrhelm ba vorn bleibt auch nicht einen Augenblick stehen. Zurrhelm muß seinen Weg genau kennen; er muß schon früher Per gewesen fein. Luzius weiß van biefen Straßen nicht einmal ben Namen- - Aber ba ist unerwartet eine bunteihaarige Frauenperson neben mm- Sie spricht etwas, bas er überhört mit absichtlicher Deutlichkeit, aber fi bleibt neben ihm. Da schaut er ihr belustigt ins Gesicht Ihre Augen sm» groß unb blinket. Merkwürbig. benft Luzius, sie erinnert °n Barbari Zurrbelsti. Unb er streckt bie Hanb aus unb faat. mit bem Kopf auaji nach in bie Richtung beutenb: „Kennen Sie ben Mann ba vorn Das Mädchen legt den Kopf schräg. „Warum?, fragt es statt einer I Antwort. I (Fortsetzung folgt.) Die Begegnung. Von Gottfried Keller. Schon war die letzte Schwalbe fort und wohl seit manchen Tagen auch die letzte Rose abgedorrt, nach altem Erdenbrauch. Es flimmerte der Buchenhain wie Rauschgold rot im Abendlicht; Herbstsonne gibt gar sondern Schein der in die Herzen sticht. Ich traf sie da im Walde an, nach der allein mein Herz begehrt, mit Tuch und Hut weih umgetan, von güldnem Schein verklärt. Sie war allein; doch grüßt' ich sie verschüchtert kaum im Weitergehn, weil ich so feierlich sie nie, so still und schön gesehn. Es blickt' aus ihrem Angesicht ein vornehm' Etwas neu hervor, und ihrer Augen Veilchenlicht glomm hinter einem Flor. Ein fremder Hirt, ein blasser, ging im Schatten dieser Huldgestalt; im Gurt ein silbern' Sichlern hing, das klang: ich schneide baldl Es scheint mir ein Rival erwachtl sprach ich und schaut' ins Abendrot; bis er erlosch und bis die Nacht die dunkle Hand mir bot. schweifte und das vor einem Men- bewegt war, wie wahr, daß in den liche Grenze einer Sehnsucht war, die in die Ferne Gute in der Nähe sand? Und man bedenke, daß der Starnberger See schon schenalter, als wir jung waren, längst nicht mehr so frühere Jahrhunderte ihn gekannt hatten. Denn es ist Tagen des bayrischen Kurfürsten Ferdinand Maria, im 17. Jahrhundert auf diesem See so gut ein „Bucentoro" schwamm, ein Haupt-, Staatsund Prachtschiff, wie in der venezianischen Lagune, ja, in der freien Adria, in die der Doge den berühmten Ring warf, um sich von seinem Bucentoro herab mit der See zu vermählen und sein Venedig dazu. Ja, um den Starnberger Bucentoro her gab es eine Prunkflotte von vierunddreißig anderen Galeeren, an denen das barocke Gold nicht minder blitzte. Schon vorher hatte der Herzog Albrecht V. auf dem See eine Lustflottille unterhalten. Von den geneigten Ufern her fehlte es zu keinen 3eiten an Parforcejagden auf Sau und Hirsch; bereits im 14. Jahrhundert hatten die oberbayrischen Herzöge dort ein beliebtes Revier gefunden: das Starnberger Schloß, das noch heute einfach gemauert, doch mit der eindeutigen Bestimmtheit der guten Raffe, auf der Höhe steht, weist ins Mittelalter zurück. Durch die Jahrhunderte gab es um den See her Ritter- sitze. Von ferner Zeit her stehen die schlichten und charaktervollen Schlösser von Garatshausen, Bernried, Ammerland in unsere Nicht mehr recht begreifende Gegenwart herein. Es hat dem See auch nicht an geistlichen Beziehungen gemanaelt, denen die Sittigung der Gegend viel zu danken hatte: Tutzing und Garatshausen wiesen ehedem zu den Manchen von Benediktbeuern, und Bernried gehörte vordem, seit 1121 geistlicher Bestimmung zugewandt, den Augustinern. ,, Man sieht: es fehlt nicht an Geschichte, und der Geschichte mangelst es nicht an Vielfalt, an Bewegung. Und noch ist,a nicht alles erzählt.Man würde vermelden können, daß der See den Herren des Dreißigiahr,gen Krieges, auch den Schweden, eine Ansehung bedeutete,Es 6 lebevom Schlosse Possenhofen zu reden, dessen Geschichte 12. Jahrhundert bis in die Jugend der Kaiserin Elisabeth von Oesterreich fuhrt Dies sit der See, in dem Ludwig II. fein Ende fand, nachdem er, em letzter König, versucht batte, sein Leben noch einmal ms Mych, -he zu erhöhen^ Beträchtfich ist die Rolle des Sees in der Geich ckste älterer Malerei Cs wird glaubwürdig überliefert, der starke go Mäleßkircher habe am See ein kleines Schloß; bewohnt sKempfen häufen). Das eigentliche Bild des Se-s begann freilich erst um 1 - , mit Front Joachim B eich. Max Josef Wagenbauer f-h den S« w ein Niederländer des 17. Jahrhunderts — stgffierte das Ufer gern Kühen Wilhelm v o n K o b e l l malte ihn m,t eineW g lichtest. Georg von D illis weihte dieser Landschaft seine letze inn g Der Starnberger See. Von Wilhelm Hausen st ein. Ist es nicht stiller und stiller geworden auf dem See und um ihn her? Zwar sicherlich nicht zu still für feine vertrauten Freunde, denen es Heb ist, wenn er unüberlaufen, in landschaftlicher Ruhe und Reinheit, vor ihren Augen liegt. Doch stiller, als es sich eigentlich begreifen läßt: denn die außerordentliche Schönheit dieses Sees und seiner „Gelegenheit" müßten den Menschen doch nach wie vor ein Magnet jein. Aber mit dem Auto ist es wohl dahingekommen (mit dem Motorrad vollends), daß die Leute so weit zu fahren suchen, wie sie nur irgend können. Der Starnberger See liegt nur eine halbe Bahnstunde von München weg: für technische Temperamente scheint dieser schöne See nicht fern genug. Der verweilenden Gäste, derjenigen, die sich an diesem See gar nicht erfättigen können, sind jedenfalls nicht so viele, wie es fein könnten, sein sollten, sein dürften. Wo sind die Zeiten, da dieser See schier die äußerste natür- Maler- und Dichterhand. Dann kam der bedeutende Ehristian Morgen- ft e r n, 1805 in Hamburg geboren, siedelte er nach Bayern über, und von ihm am meisten läßt sich sagen, er habe den See für die neuere Malerei entdeckt — schon voll der Empfindung für die freie Luft, das freie Licht und für die schwimmenden Reize des Malerischen. Eduard Schleich und Adolf Lier setzten die lleberlieferung fort: starke Repräsentanten eines zuverlässigen, bis ins einzelne getreuen malerischen Realismus. Der Gras F. von Pocci, Oberstkämmerer und Hofmusik- Jntendant in München, eine der köstlichsten Gestalten der Aera Ludwigs L, Maximilians II., hielt im. Ammerlander Schloß drüben heitere und nachdenkliche Eremitagen, die nicht zuletzt entzückenden Darstellungen der Landschaft umher gewidmet waren, ob auch alt und jung den Grafen nach heute in München vornehmlich als den nachwirkenden Dichter biedermeier- lich-ironijcher Kasperlkomödien kennt. Die Malersnamen Eberle, Leb sche, Willroider bleiben mit dem See verbunden. Nach C o u r b e t kam Wilhelm Trübner daher. Er vermochte als Sohn eines späten Geschlechts den See nicht mehr so einläßlich aufzunehmen, wie die Aelteren es getan hatten; die Uferstücke Trübners bewahren nicht mehr die wohltuende Vollständigkeit der Anschauung früherer Meister. Nüchtern nahm er vom See und feiner Landschaft nur bestimmte Eigentümlichkeiten, um sie auszulösen, und nun freilich mit besonderem Nachdruck darzustellen: das Langzügige nämlich, das Gestreckte, dazu das Grüne, und nicht zum wenigsten das ausgesprochen Männliche, das der herben, handwerklichen Natur des Meisters besonders entsprechen mochte. Das Männliche! Es ist in der Tat im Wesen des Sees einer der entscheidenden Züge — vielleicht der grundlegende Zug. Von der sinnlichen Süße und frommen Milde des Chiemsees ist der Charakter des Starnberger Sees verschieden: der Chiemsee verhält sich zum Starnberger wie das sanfte, berückende Wesen des Comersees zur heroischen Strenge des Lago Maggiore. Vom Ammersee wäre im Rahmen solcher natürlich gewagten, aber nicht sinnlosen Vergleichungen etwa zu sagen, er entspreche dem Gardasee, dessen Becken in die Breite strebt, wo es die Ebene erreicht. Doch vom Männlichen des Starnberger Sees sollte die Rede sein. Die Tage sind nicht selten, an denen seine graue Fläche die Härte und den Eisenglanz einer Rüstung zu haben scheint. Seine Grundnatur ist herb; das Wasser geht kräftig an Haut und Herz — nicht moorig, wie im Staffelsee bei Murnau, auch nicht so weich wie im Ammersee. Wie das klare, kräftige Wasser, so ist der See aber auch als Bild, im Zusammenhang der Landschaft durch eine rüstige Entschiedenheit ausgezeichnet. Zu dieser Beschaffenheit des Sees gehört es, daß er in einem deutlichen Umriß steht. Seine Ufer sind nicht Berge, wohl aber Hügel, bewaldete Hügel, die so groß sind, daß sie ihn durch die ganze Länge auf beiden Seiten nachdrücklich rahmen. Er ist auf diese Art geformt; er ist kräftig umrissen; an keiner Stelle und auch im Ganzen nicht (immerhin ist der See zwanzig Kilometer lang) verliert er sich ins Formlose. Er stellt sich mit fassendem Rand in eine durchaus bestimmte Uebersichi. Dies alles zählt mitbeftimmenb zu seiner männlichen Natur; denn zum Männlichen bedarf es der Bestimmtheit. Dach wie ein Mann des Lyrischen fähig ist, so gewinnt auch dieser im ganzen und allgemeinen herbe See seine zarteren Augenblicke, in denen das Intimere, ja, das Süße einer Uferstelle und Stimmung merkbar wird und zur Seele redet, wo sie am fühlsarnsten ist. Auch bleibt zu sagen, daß der See, wenn der oberbayrische Himmel, wie von der Zone des Mittelmeers herübergewölbt, als eine enzianblaue Glocke über die Alpen gebaut ist, so blau zu sein vermag wie die Seen Oberitaliens, ja, wie jene Adria, mit der er den Prunk des Bucentoro einmal gemeinsam hatte. Streicht dann ein leiser Ostwind, so spiegelt sich die Bläue des Firmamentes wie in tausend und aber Tausend Kristallen. Dann aber kommen wieder Tage, wo er lichtgrün ist und lila oder rosa moiriert. Als Christian Morgenstern, der Hamburger, sich anschickte, den Münchnern den See durch ein erstaunliches Bild zu zeigen (das heute eine der Kostbarkeiten der Hamburger Galerie ist), da nahm er zum See als angemessenen Hintergrund die Benediktenwand. Er hatte den See damit verstanden: er sah die Landschaft so, als wäre der See aus der gewaltigen Steilmulde der Benediktenwand, aus ihrer nördlichen Feksenbucht heraus- aeflossen — damals, als das große Schmelzen kam. In Wahrheit ist die Benediktenwand der regierende Berg dieser Landschaft. Man verstehe nicht falsch: er ist an diese Landschaft nicht etwa dicht herangeschoben; er liegt in einiger Entfernung, die nun aber gerade ein ideales Verhältnis ausmacht. Mit dem gesamten Gebirge ist diese Felswand, aus der Nähe gesehen, kolossal, in einem Abstand geschoben, der als tiefwirkende Annehmlichkeit empfunden wird: das Gebirge fordert auf diese Entfernung nicht auf, es zu ersteigen — es ist in jene beschwichtende Idealität entrückt, die zu einem Bilde gehört. Aber es märe auch falsch, zu meinen, diese Entfernung mache das Gebirge zu einer Abstraktion. So ist es nicht. Die Alpen erscheinen mit der Idealität eines Gedichtes, aber die bezaubernde Bläue der Alpen ist auch so wirklich, wie die Schönheit der Poesie (denn der Horizont der Poesie ist etwas höchst Wirkliches). Es kommt hinzu, daß die Föhntage den Raum bis zum Gebirge hinüber vollkommen klären, jo daß man die Sonne auf gleichsam angenäherten Wiesenhängen liegen sieht, die über Benediktbeuren zum Felsgebirge hinaufleiten, und daß man jede Falte im Gestein zu erkennen meint. Ungeheuer, mit erschreckender Deutlichkeit stellt sich an föhnigen Tagen das zwiefach niederfahrende Profil der Zugspitze in den Blick — etwa gesehen vom Eisenbahnsteig bei Tutzing, als das genaue Ziel der mattblauen Bahngleise, die pfeilgerade nach Süden schießen, aufs Gebirge zu. Den See besitzt man nicht nur mit den Augen; man kann ihn auch umlaufen, fast ganz — nur da und dort nötigt ein Park vom Ufer abzu- weichen Da sind die Anlagen unterm Feldafinger Golfplatz eine der schönsten Uferpromenaden, die sich denken lassen. Der alte königliche ©arten von Berg ist nicht versperrt. Der roeitiäufigfte Park am See steht dem Zutritt offen- der von Bernried, der es den schönsten Parks unserer Zone gleichtun dürfte. Rehe laufen unbefangen darin umher. Zwischen Buchen aber und Eichen ist dort allenthalben ein ungeheurer Zweikampf der f meir gegangen. * mir 81 id (tta will toi alt bii fit h. ne hier dem 6ti nai $e len im 8 Mr 6r Sch w cho gar Natur ausgesuchten: mächtige Eichen stehen, erwürgt von mächtigen Buchen die sich mit silbernen Leibern geschmeidig wie Schlangen um dre unbeugsamen Stämme der Eichen gelegt haben und grün gedeihen, wo die Eichen als heldische Ruinen stehen. . Vier Höhen gibt es um den See, von denen man, so scheint mir, das Ganze dieser Landschaft am herrlichsten überblickt: die Rottmannshohe mit dem Bismarckturm über Leoni: den Holzhäuser Kirchberg mit der ungeheuren Linde und dem schönsten Friedhof über Ambach und Ammerland: den Kirchhof von Starnberg: die Jlkahöhe über Tutzing — die, ich bekenne es, mein Lieblingsstandort ist, wenn ich ins Ganze schauen mochte. Dort wird der See nicht nur in die Länge, sondern auch in seine größte Breite übersetzen: südwärts aber liegt das ganze Oberland da, wie in em einziges Gemälde zusammengefaßt, von den Lechtaler Alpen bis zu den Berchtesgadenern —, und der See links drunten macht zu dieser leidenschaftlichen, auch zarten, auch blütenhellen Musik den Basso Continua. Dies ist genug, und so sehr es verlockt, von Seeshaupt über Hohenleiten nach dem Loifachtal bei Beuerberg hinüberzulaufen oder von Ammerland ins Wolfratshausener Isartal oder stracks südwärts zu wandern durch Wälder und Felder und an versteckten Waldseen vorüber nach der Hirsch- berqalm der sich das oberbayrische Alpenvorland noch näher vor die Füße legt als der Jlkahöhe, oder so sehr es dazu treiben mag, sich in der Urlandschaft der Öftersten südlich des Starnberger Sees zu ver- [jeren__, mir ist es genug, wieder und wieder den Kamm der Jlkahöhe zu ersteigen und von dort oben das ganze Land wie mit einer Hand zu ergreifen: und freilich tue ich dies fast jeden zweiten Sonntag. Der Tod des Batterieführers. Eine Kriegserzählung aus Siebenbürgen. Von Otto Folberth-Mediafch. Dr. Otto Folberth-Mediasch ist eine führende Persönlichkeit unter den Siebenbürger Sachsen. Er ist der Herausgeber ü»r Schriften des siebenbürgifchen Nationalhelden Stephan Ludwig Roth, Mitbegründer der Deutschen Buchgilde in Rumänien und Begründer des „Verbandes siebenbürgifch- deutscher Laienspielbühnen". Im vorigen Jahr wurde der erst Siebenunddreißigjährige Rektor des im Jahre 1604 gegründeten deutschen Gymnasiums in Mediasch. Die Sonne ist eine große runde Scheibe und hängt vor ihnen im Morgennebel. Ganz nieder, ganz nahe ist sie, daß man sie greifen kann. Wer jetzt seinem Pferd die Sporen gibt und mitten auf sie zusprengt, wird mit der Mütze ihren feurigen Rand streifen. Blutrot ist dieser Rand und blutrot sein Kern, wie Möß ihn noch niemals sah, ein zähes, dickflüssiges Glühen und Lodern, Wallen und Wehen. Alles, alles andere ringsum verschluckt der weiße Rebel: die verlassenen Gehöfte, die Aecker, die spärlichen Bäume, die irrenden Reiter — nur die blutrote Scheibe verschluckt er nicht. Langsam schiebt sich die klirrende Karawane durch die nebelweiße Wüste, Welle auf, Welle ab, über die zertretenen Kartoffelfelder der gestrigen Schlacht. „Halt! Ha —alt!" Wer rief aus dem Nebel? „Hier, in dieser Bodensenke, protzt ihr ab und bauet das Geschütz auf. Verstanden, Möß?" Damit spritzt Gerö, der Nebelrsiter, wieder davon. Langsam, entsetzlich langsam schleichen die Stunden des Wartens. Wann eigentlich ist Gerö abgeritten? Und jetzt hat die Sonne schon längst ihre Scheitelhöhe überschritten und noch keine Nachricht traf von ihm ein. Auch die Telephonisten in der Beobachtung sehen einen Schmarrn und können also nichts Gescheites melden. Plötzlich einmal klöhnt der Summer. Man hört ihn zwanzig Schritte weit auf dem stillen Acker, auf dem der Schwarm der Kanoniere sich den Rücken von der Sonne wärmen läßt. „Hallo Geschützstation!" „Was gibt's?" „Eben sichten wir im Vorfeld einen Reiter mit zwei Pferden im scharfen Trab in Richtung auf euch. Es könnte ..." „Mit zwei Pferden?" „Ja" „Und wer könnte es fein? So redet!" „Meldet dem Herrn Kadetten, es könnte ... es kann nur Köteles fein." Wie vom Blitz gerührt fährt Möß empor. „Und Oberleutnant von Gerö?" möchte er fragend schreien, möchte er brüllen wie ein Tier, um seine Gedanken, um feine schlimmsten Befürchtungen zu übertoben. Aber er schreit nicht, er brüllt nicht, er bringt keinen einzigen Laut hervor. Er tritt mit einigen Schritten aus dem Kreis der Mannschaft heraus und wendet sich ab, das Kinn tief auf die Brust gestützt. In zehn Minuten ist Korporal Köteles da und erstattet Meldung. „Tot? sagst du, tot? Weißt du auch, was du redest, Bursche? — Und wo denn tot, wo?" „Weit, sehr weit, Herr Kadett." Er zeigt mit einer hoffnungslosen Gebärde nach Osten. „Höre, Köteles! Kennst du den Weg? Kennst du die Stelle?" „Jawohl, ich kenne sie gut." „Köteles, wir müssen zu ihm ... Wer weiß ... Wir müssen ihn holen." „Gut. Herr Kadett. Zu zweit, ja, zu zweit können wir ihn schon holen. Wir mäsien aber Stangen und Zeltblätter miknehmen ..." Und sie reiten. Korporal Köteles hat die Zeltblätter vor sich über die Satteltaschen Auf dem gleichen Acker, über dem sie heute morgen blutrot aufging und über den Gerö weither aus dem Nebel rief, soll er begraben werden, so beschließt Möß. Und soll bald begraben werden, sonst kommen morgen die Fremden und Vorgesetzten, die sich seine Freunde nennen und entführen ihn uns und begraben ihn selber und das hätte er sich sicher nie gewünscht. ~ Es fehlt nicht viel bis Mitternacht, als der Hustritt mit der Traglast sich der Mannschaft nähert, die rings um das verwaiste Geschütz in ihre Mäntel gehüllt liegt, stumm und wach und in bangem Brüten, was das Flimmern der Sterne über ihnen noch alles zu bedeuten habe. Unweit grast, an kurze Pflöcke gekoppelt, das Pferderudel des Zugs. Jetzt spitzen sie die Ohren und eins aus dem Rudel wiehert, die Träume der Wachenden aufschreckend. War es der Rappe Gerös? Und jetzt springt die Mannschaft auf und geht dem Schnobern „Engels", das sie erkannt hat, entgegen. Und da steckt einer auch schon eine Sturmlaterne an und trägt sie herbei und jetzt und jetzt leuchten sie ihm, dem toten Führer, ins starre Gesicht. Und löschen sie wieder und wenden sich ab und lassen Arme und Schultern noch schlaffer und müder hängen als zuvor. Dann klingt das Scheuern der scharfen Spaten durch die Nacht. Lange. Und als es wieder stille geworden ist und Imre, der treue ungarische Burscke, seinen Herrn in die Grube gebettet hat, genau so, wie dieser gebettet zu sein in unzähligen Feldnächten sich gewünscht hat, tritt Möß vor den dunkeln Schacht und spricht das Vaterunser. Er spricht es laut und stockend. Er hat es noch nie vor einem offenen Grabe gesprochen. Er fühlt, daß er es überhaupt nur zu Ende beten kann, weil er es dem Dunkel, dem alles, alles in sich bergenden Dunkel dieser Nacht anvertraut. Da zuckt eine Helle Lichtgarbe aus dem Geschützrohr auf. Ein Schlag und ein Stoß, als wäre die Kuppel der Sterne zerschellt. Und fauchend verläßt eine schwere Granate den Acker, der das Gebet gehört hat und nun für immer ein Grab bewahren wird. Die Granate ist auf Befehl des Kadetten mit Zusatzladung auf die weiteste Entfernung gerichtet worden und Korporal Rufchill, der Geschützführer, hat eigenhändig den Abzugshebel gelöst. Alle fühlen, daß es der Abschied ist. Der Abschied des Geschützes von Gerö. Der Abschied des Fähnleins von Gerö. Vielleicht sogar, wer weiß, der Abschied des Fähnleins vom Geschütz. Es stehen auf einmal fo viel Fragen, so viel Fragen vor ihnen auf. Und sie wissen nicht, wer sie beantworten wird, wenn nicht der, der bis jetzt die Klarheit des Gebens um sie schuf. Noch vernehmen sie nach einer Weile den gedämpften Knall des auf- schlagenden Geschosses aus der Unendlichkeit der östlichen Nacht. Fast klingt es wie eine Antwort auf das laute Fragen der Herzen hier. Aber wer kann es deuten? Noch hören sie, daß auf irgendeiner entfernten Steppe die Hunde, von Schuß und Aufschlag aufgescheucht, ju bellen beginnen. Aber lange hält ihr Bellen nicht an. Bald ist es endgültig aus und still. gebunden, die Stangen hält er mie Lanzen im Arm. Eine Halslange vor dem Kadetten, so trabt er dahin ... Möß reitet eigentlich mcht- Mechanisch, rein mechanisch bewegen sich seine Schenkel auf uni) ab. Er denkt I auch nichts, er sieht nichts, er sagt nichts, fern Kopf ist schwer rote Blei, droht vornüber auf die Mähne des Pferdes zu sinken. Nach zwei Stunden ahnt Möß, daß sie gleich an Ort und Stelle sind. Einmal noch, während sie an einem Bildstock, einem verwitterten Steinmai zur Rechten vorbeireiten, sieht er Köteles fragend an. "Nein, aber nur noch hundert Schritte weiter. In der Mitte zwischen dem' Stein da und dem Rande des Wäldchens. Gerade unter dem Apfel- Dann, dann springt Möß aus dem Sattel und kniet auch schon mit entblößtem Haupt und gefalteten Händen an der Seite feines Herrn und Freundes. Blitzschnell hat er begriffen, daß hier schon langst alles vorbei und vollbracht ist. Der Tote liegt auf dem Rücken im Straßengraben. Er liegt da mit angezogenen Knien und in die Luft greifenden Händen, als habe er sich im letzten Augenblick noch jemandes erwehrt. Seme Augen sind jetzt wie grünes kaltes Glas. Seine Kinnlade hängt weit geöffnet herunter. Ameisen krabbeln über seine Stirne. Aus einer Brustwunde, die von einem Stich herrühren könnte, fo groß ist sie, ist Blut in ferne Kartentasche geronnen, mitten inne zwischen das Zelluloidfenster und das blank gescheuerte Lederblatt. Die Tarnopoler Karte trägt einen großen rOt 2lus ^öer Zeltbahn und den zwei Stangen hat Köteles eine Tragbahre hergestellt. Das ging noch wie es ging. Aber schwierig ist es nun, die Tragbahre mit der schaukelnden Last fo in die beiden Sattel zu heben daß sie einen sicheren Halt hat und weder mit dem Kopfende von „Engel", noch mit dem Fußende von „Cigany" heruntergleitet. Sie davor bewahren kann nur einer, der groß ist und die ungewohnte Gast den Pferden immer wieder zurechtrückt. Köteles ist groß. Koteies sorgt dafür, daß die Stangen nicht aus den Sätteln gleiten. Möß schreitet zwischen den nickenden Köpfen der beiden Pferde einher. Gints an der Trense führt er „Cigany", rechts an der Trense fuhrt er „Engel". Er gibt sich Mühe, den Braunen und die Eisenschimmeistute eng zusammenzuhalten.» Die Gast, die teuere Gast, die sie tragen, könnte sonst doch noch einmal zwischen ihnen durch zu Boden fallen. Mit dumpfem, hohlklingendem Stiefelschritt, in den nur manchmal leises Sporenklingen hineinzittert, der aber stundenlang umläutet wird von dem unregelmäßigen Klopfen acht harter Pferdehuse so geht es die endlose, gerade, noch immer tote Straße zurück. Den Weg aus dem Nichts — den Weg wohin? Die Sonne vor ihnen ist längst schon unter« 'verantwortlich: l)r. Hans Lhyriot. — Druck undVerlag:Brühl'scheUniversitäts-Buch- undStetndruckerei. R. Lange, Gießen.