N. 6iw 'fs Lo«, Hände I, ■ die,e M Elfter 6p>, 3n Men« i|t in btt! ' der 5,, "5 XriJii Eung 001 ""Igetoj) le erljoitt, ienah! J 'd P-ri, ,0W hturqiii, llutf aa.« ren N mit tjtrri aus P,,, Qn l)oi):j Et« begn, U 6pät5 uung ülif m tBiti lle gelpiiä I« üraitj chenk eint; en Jean, Ichichilicht > zu Itiit T bie j)«, st vor dt j biefer 01 eliger $n oughs in schon ft >eweist ti; ^ahrhund« Betrndni iberbringtr entfchloP nenn iita if einem t (IV. mutt ; auch w , am Si ie in »ii unb gelt! on besl)»i i( man i t legte int hatte, regierte r ; nwnejitj Farbe in den. Eins nenabe, S auftoi* bas ein«; ber N wurde t<" sogar du denn m" fen, tarn’ nb n den ® nn aber' gin ®|!( mge , Seite n«l nd «JK kicher ne** -hrhundL nlftanb; ftege"' J. i foB sr w Ken« „it Seid" -®ieS“ SiehenerZamilieMMer Unterhaltungsbeilage zum Giehener Anzeiger Zahrgang 1954 Jjreitag, Öen H. Dezember Hummer 97 HANS DOMINIK • EIN STERN FIEL VOM HIMMEL COPYRIGHT 1934 BY KOEHLER & AMELANG G. M. B. H.z LEIPZIG Hein Eggerth schüttelte den beiden Gelehrten die Hände, und Wolf Hansen drückte sie ihnen so kräftig, daß Dr. Wille die Zähne zusammenbeißen muhte und für den Augenblick alle Grillen sahren lieh. Und dann kam Georg Berkoff, ein Schlüsselbund in der Hand, und bat um die Ehre, die Herren mit einigen technischen Neuheiten bekanntmachen zu dürfen. Ein Schlüssel seines Bundes schnappte in einem Schloß des ersten der drei Motorriesen. Gleichzeitig mit der ausspringenden Tür schob sich eine Treppe hinaus, lieber die Stufen traten sie in das Wageninnere, geräuschlos fiel die Tür hinter ihnen wieder ins Schloß. In einem großen angenehm durchwärmten Raum standen sie, In dem elektrisches Licht jeden Winkel erhellte. Es muhte das Innere jenes großen Raupenwagens sein, in de« sie eben in dieser Sekunde hineingeklettert waren. Immer wieder sagte sich Dr. Wille das, während er ungläubig um sich blickte. Denn was seine Augen hier sahen, das erinnerte auch nicht im geringsten an ein Krastsahrzeug, das war vielmehr ein vollständiges mit den besten Apparaten ausgerüstetes Observatorium für erdmagnetische Beobachtungen. Die Stimme Berkoffs rih ihn aus seinem Staunen. „Hier das Neueste aus Jena, S)brr Dr. Wille. Ein Universal-Erd- induktor. Es glückte unferm Professor, das zweite Instrument, das im Zeiß-Werk fertig wurde, zu bekommen." Noch während er es sagte, drückte Berkoff auf einen Knopf, das leife Schnurren eines Elektromotors wurde hörbar, und drei Skalen leuchteten in mattem Licht auf. „Die X-Komponente des Erdmagnetismus an der Stelle, wo wir jetzt find", fuhr er in feiner Erklärung fort und deutete auf den Zeiger, der zitternd über den Ziffern der ersten Skala spielte. „Alles nach Gauß- Einheiten geeicht, Herr Dr. Wille, jetzt .. ", er bewegte einen Hebel, „haben wir die Y-Komponente auf der zweiten", er bewegte einen andern Hebel, „die Z-Komponente auf der dritten Skala." Mit wachsendem Interesse war Wille den Erklärungen Berkoffs gefolgt. Unter dessen Anleitung griff er jetzt selbst zu, lieh bald die eine, bald die andere Skala spielen und überschüttete den Ingenieur mit einer Flut von Fragen: aber Berkoff hatte sich daraus präpariert und blieb ihm keine Antwort schuldig. Die Zeit verstrich darüber, und immer noch war die Wihbegierde Willes nicht gestillt. Vergeblich suchte Berkoff ihn zu den andern In- ftrumenten dieses sahrbaren Observatoriums hinzubringen, er klebte an dem Induktor wie die Fliege am Leim. Schließlich zog Berkoff die Uhr. „Ich schlage vor, daß wir umkehren, Herr Doktor, in den beiden andern UBagen gibt es auch noch allerlei zu sehen." „Umkehren?! Was heißt umkehren?" fragte Wille verwundert. „Nun wir können uns die Gegend ja mal ansehen", erwiderte Berkoff und griff nach einem Telephon, durch das er mit dem Führer des Wagens sprach. Wille glaubte etwas wie eine Bewegung zu spüren und mußte sich einen kurzen Augenblick an der Wagenwand sesthalten. Berkoff lieh die Tür ausspringen und trat, von dem Doktor gefolgt, ins Freie. Weit und breit herum beschneites Feld, soweit ihre Augen blicken konnten. Einförmig verschwommen Schnee und Himmel Überall am Horizont. „Wo ist die Station?" fragte Wille. Berkoff deutete auf eine Stelle des Horizontes. „Den Funkmast werden Sie vielleicht noch sehen können, Herr Doktor, wenn Sie gute Augen haben. Wir sind etwa zwanzig Kilometer von der Station entfernt." „Zwanzig Kilometer, aber ... aber ..." Dr. Wille fing an zu stottern. Berkoff kam ihm zu Hilfe. „Die Zeit vergeht tendier, als man denkt, mein verehrter Herr Doktor, wenn man sich so nett unterhält. Wir find 40 Minuten unterwegs gewesen." „40 Minuten .. ", Wille sah auf die Uhr, „Herrgott ja. Sie haben recht ... zwanzig Kilometer ... in 40 Minuten ... wir find mit 30 Stundenkilometern gefahren, ohne daß ich etwas davon gemerkt habe ... wie wär das möglich ... und die Instrumente ... die Instrumente haben während der Fahrt gearbeitet und richtig gezeigt ... unbegreiflich ... ganz unbegreiflich, Herr Berkoff. Ein leichtes Lächeln ging über die Züge des Ingenieurs. „Ein kleiner Trick, Herr Dr. Wille. Der rotierende Teil des Induktors ist mit einem Kreiselkompaß gekuppelt. Sie ließen mich noch nicht (Fortsetzung.) Die Station zum Teil motorisieren ... alle Messungen nicht mehr an einer einzelnen Stelle, sondern über einem großen Gebiet vornehmen ... er konnte sich der Erkenntnis nicht verschließen, daß der Gedanke grundsätzlich richtig war. Aber eine Motorisierung der Station würde neue bedeutende Kosten verursachen, seine eigenen Mittel wahrscheinlich vollkommen aufzehren. Die Hilfe der Eggerth-Werke aber auch dafür in Anspruch zu nehmen, widerstand ihm instinktiv. Das waren, er erkannte es letzt klar, die tieferen Gründe für seinen fortwährenden Streit mit Schmidt. Sollte er jetzt nachgeben, weil die deutsche Regierung sich hinter sein Unternehmen stellen wollte?-- Ein Geräusch riß ihn aus seinen Ueberlegungen und Erwägungen. Motorgedröhn drang in den stillen Raum. Er trat an ein Fenster und zog die Vorhänge zurück. Im matten Schein der tiefstehenden Sonne senkte sich ein Flugschiff langsam aus die Hosflüche hinab, ein Schiss viel großer und mächtiger als die Stratosphärenschiffe, die bisher die Verbindung der Station mit Deutschland aufrechterhielten. Es duldete ihn nicht länger im Zimmer. Er warf den Pelz über und trat ins Freie, voller Erwartung, was dies neueste und größte Schiff der Eggerth-Werke wohl bringen mochte. Doch auf halbem Wege verhielt er den Schritt. Da kam von links her Schmidt, der ebenfalls zu dem Stratofphärenfchiff ging. Dr. Wille wollte umdrehen und ins Haus zurückgehen, aber da war der lange Schmidt schon bei ihm und schob, als ob es gar nicht anders sein könnte, (einen Arm unter den Willes. „Kommen Sie mit, Herr Dr. Wille. Wir wollen uns zusammen ansehen, was Professor Eggerth uns schickte." Während sie durch den kalten lichten Polartag weiterschritten, klang ihnen aus dem Rumpf des Stratosphärenschiffes das Geräusch von Werkzeugen entgegen. Wie wenn an vielen Stellen zugleich mit Schraubenschlüsseln und Hebeln hantiert würde, hörte es sich an. Kommando- rufe dazwischen: nur dumpf und gedämpft vermochten st- durch die starke Metallwand nach außen zu bringen. Und dann P otzlich klaffte es breit in dem mächtigen Bau. Knarrend öffneten sich die beiden Flügeltüren einer gewaltigen Ladeluke und schwangen langsam nach außen. , , , . .... Wie oft hatten sie es schon mit angesehen, wenn eins der alteren Stratosphärenschiffe hier niederging, wenn eine Tür in feinem Rumpf sich öffnete. Doch viel großartiger, viel imposanter war das Schauspiel, das sich jetzt ihren Augen bot. Der freie Blick in das Schiffsinnere auf zahlreiche Werkleute, die dort nach den Anweisungen von Meistern und Ingenieuren tätig waren. Ein neues Kommando klang auf, breit und ’nnffig W06 f'J eine schwere Brücke aus der klaffenden Ladeluke und reckte ich weit hinaus, bis sie mit dem freien Ende auf dem verschneiten Feld auflegte. Aus dem gleichen fchimmernden Leichtmetall bestand sie wie der Rumps des 'serPTon "einer^Hupe zerriß die stille Luft. Wie das Atmen eines schlafenden Riesen war es plötzlich anzuhoren, etwas Großes Dunkles bewegte sich im Schiffsraum, ein Gebilde, mnrf)tig 'lnb..,ncfc.n.1,n!l der Leib eines Mammuts stand auf der Brücke rollte über die Brttee hinab und glitt auf breiten Raupenketten «erautelos über den Schnee, bis es dicht bei der Stelle, wo Wille und Schmidt standen, zum ^"Betroffen von dem unerwarteten Anblick, bedrückt von den unge^ heuren Ausmaßen des gigantiteen Kraftwagens stand Dr. Wille, als neue Hupensignale ertönten. Noch ein zweites und noch em drittes Gefährt, von der gleichen riesigen Bauart tauchten dem Bandes Stratofvbärenfchiffes auf, glitten über die Brücke und über den Schnee. Wie drei Mastodonten der Urzeit standen die drei gewaltigen Raupen- wagen jetzt in Reih und Glied nebeneinander. Dr. Wille griff sich an die Stirn. „Was ist das, Schmidt. Wcw so b0VerblQUngne?Sd,,nibt zuckte bie Achseln Er hielt es im Augenblick für l^Jch'weiß^chcht Mr/'Wille,'doch ich denke, die Herren, die das Str'ä/chphärenschiff ^hergebracht haben, werden es uns fugen tonnen. Da kommt ja der junge Eggerth, wir wollen ihn frag • bazukommen, Ihnen auch diesen Teil der Anlage zu zeigen, aber die Wirkung dürfte Ihnen auch so ohne weiteres einleuchten/' Wille wollte etwas erwidern, aber Berkoff unterbrach ihn. „Brr, Herr Doktor! Es ist schandbar kalt hier draußen. Kommen Sie zuruck in den Wagen." . Drinnen hatte Wille eine Weile mit seiner Brille zu tun, die sich in dem gewärmten Raum sofort beschlug. „Aber jetzt merke ich doch", meinte er, während er die Gläser putzte, „daß wir fahren. Die Erschütterungen sind deutlich zu spüren." „ Berkoff lachte. „Wir fahren in der Tat, Herr Doktor, und zwar .... er deutete auf ein Meßinstrument an der Wand, „.. mit etwas mehr als fünfzig Stundenkilometern. Das wäre für ein Raupenfahrzeug selbst auf guter Straße eine sehr anständige Geschwindigkeit. Hier kommt noch hinzu, daß wir über freies Feld kutschieren. Immerhin, Sie sehen, Herr Doktor, daß man ganz nette Landpartien mit unferm Vehikel machen kann. In zehn Stunden können Sie 500 Kilometer damit zurücklegen, wenn Sie es eilig haben." Dr. Wille schüttelte den Kopf und redete allerlei von exakten wissen- fchaftlichen Messungen und Langsamfahren, bevor ihn Berkoff endlich zu den andern Instrumenten bringen und ihm die übrigen Einrichtungen des Wagens erklären konnte, und er war noch längst nicht damit zu Ende, als der Wagen schon wieder aus dem Hofe der Station anhielt.-- Weitere Stunden verstrichen bei der Besichtigung der beiden andern Wagen, und als endlich das letzte Stück betrachtet und erklärt worden war, gab sich Dr. Wille gefangen. Sein Widerspruch verstummte vor den Wundern einer raffinierten bis in die kleinsten Einzelheiten durchdachten Technik, die ihm hier vorgeführt wurden. In dem zweiten Gefährt befand sich ein komplettes elektrisches Observatorium. Der dritte Wagen entpuppte sich schließlich als ein Wohnwagen mit allem Komfort der Neuzeit ausgerüstet und mit Proviant auf Wochen hinaus versehen, in dem die Mitglieder der Expedition es in der antarktischen Schneewüste wohl aushalten konnten, ohne irgend etwas zu entbehren. Dr. Wille muhte es sich selbst und den andern eingestehen, daß das Problem, die Station zu motorisieren, mit diesen drei Fahrzeugen in einer geradezu idealen Weise gelöst war. Während der ganzen Zeit von der Ankunft von ,St 11a' an hatte er noch kein Wort mit Schmidt gesprochen. Jetzt nahm er ihn beim Arm und zog ihn zur Seite. „Schmidt, alter Freund! Sie haben schon längst um alle diese Dinge gewußt." Der lange Schmidt brachte ein verlegenes Hüsteln hervor. „Gestehen Sie, Schmidt, Sie haben darum gewußt." aufgeben; * „Richt um alles, Herr Wille. Ich wußte nur, daß man die Motorisierung der Station vorbereitete. ÖJlan wollte Ihnen damit eine Ueber- raschung bereiten, fobald Sie ..." „Sobald ich meine Einwilligung zu den Vorschlägen der Regierung gegeben habe. Sie haben recht, daß Sie mich daran erinnern, mein lieber Schmidt. Kommen Sie, wir wollen den Funkspruch zusammen „Hübsche Sache, Sir. Rur schade, daß Sie nicht mehr von dem Zeug gefunden haben. Das bißchen hat ihre Reise in die Antarktis bei Gott nicht gelohnt",Mr. Bolton sagte es, während er mit Metallstückchen von verschiedener Farbe spielte, die vor ihm aus dem Tisch lagen. Garrison zuckte schweigend die Achseln. Bolton griff nach einem goldig blinkenden Stückchen. ,Lst ja aller Ehren wert, Mr. Garrison, was Sie aus den paar Erzbrocken die Sie mir nach Ihrer Rückkunft zeigten, herausgeholt haben. Zehn Gewichtsprozente reines Gold, alle Wetter! Hätte ein großartiges Geschäft werden können, wenn ... ja wenn Sie mehr davon mitgebracht hätten. Dumme Geschichte, daß die Eggerth-Leute das Rest vorher ausgenommen haben." Mr. Garrison wollte etwas sagen. Doch James Bolton ließ ihn nicht zu Worte kommen. „Well, Sir! Geschehene Dinge sind nicht mehr zu ändern. Die Eggerth-Boys haben den job und wir das Nachsehen. Strich darunter! Die Kosten für Ihre Reise in die Antarktis habe ich Ihnen ä fonds perdu gegeben. Dafür gehören nur die netten glitzernden Dingerchen hier. War ein faules Geschäft diesmal, will es Ihnen aber nicht nachtragen, Garrison Kommen Sie ruhig wieder zu mir, wenn Sie mal was Gutes an der Hand haben." Diese Unterhaltung sank) im Hoover-Hotel in Pasadena statt, acht Tage nachdem Dr. Wille sich entschlossen hatte, das Angebot der deutschen Regierung anzunehmen. Mr. James Bolton aus Frisko, mehrfacher Millionär, siebenmal ausgekochter Geschäftsmann, betrachtete das Gespräch als beendet und wollte sich erheben. Mit einer bittenden Bewegung hielt ihn Garrison zurück. „Was wollen Sie noch, Sir? Ich glaube, wir haben uns im Augenblick nichts mehr zu sagen." „Doch. Mr. Bolton, doch!" Garrison stieß die Worte hastig hervor. „Es ist unmöglich, Mr. Bolton, daß die Eggerth-Leute alles Erz weggeschafft haben ... es kann nicht wahr fein ... ich habe triftige Gründe dafür. Sie müssen mich noch anhören!" Bolton warf ihm einen erstaunten Blick zu. ,Hch verstehe Sie nicht, Garrison Sie haben mir selber erzählt, wie Sie in das Loch hineingeflogen sind, aus dem die Burschen das Erz geräumt haben. Der Fall liegt sonnenklar." „Etwas zu klar, Mr. Bolton! Damals, als ich im Schnee steckte und fast zu ersticken meinte, habe ich's auch geglaubt. Aber in diesen letzten Tagen, während ich aus dem Mount Wilson in meinem Laboratorium saß und das Erz analysierte, ist es mir klar geworden, daß man mich geblufft hat. Sie müssen mich anhören, Mr. Bolton!" Bolton warf einen ungeduldigen Blick auf die Uhr. „Well, Mr. GarrisonI Der Zug nach Frisko geht 15.10 Uhr. 25 Minuten habe Ich noch für Sie übrig. Schießen Sie los, wenn Sie noch was zu sagen haben." Garrison begann zu sprechen. Während der nächsten zehn Minuten redete von jenen Stürmen und Unwetterkatasttophen, die vor rund einem halben Jahr über die südlichsten Zipfel Afrikas und Amerikas dahingebraust waren, von den alarmierenden Messungen der Erdbebenwarten, kurz vor allen jenen Naturerscheinungen, die der Sturz des gewaltigen Boliden damals hervorgerusen hatte. Mr. Bolton unterbrach ihn gelangweilt. „Mögen ganz interessante Geschichten für euch Sternwartenleute sein, aber nicht für mich, Mr. Garrison." Wieder sah er auf die Uhr: ,Zch kann Ihnen noch zehn Minuten geben, aber ich glaube, es hat nicht viel Zweck." „Doch! Doch!" fiel ihm Garrison lebhaft ins Wort. „Es muß auch Sie interessieren Alle diese Naturerscheinungen beweisen unzweifelhaft, daß in der Antarktis ein riesenhafter Meteorit mit tausend — nein mit hunderttausend — mit Millionen Tonnen dieses wertvollen Erzes nie- dergeftürzt ist. Ich muß blind gewesen sein, daß ich den Zusammenhang nicht schon früher erkannt habe." Bolton zuckte die Achseln. „Warum haben Sie diesen Meteoriten ober Boliden oder wie sie das Ding sonst nennen mögen, denn nicht gefunden? Zu dem Zweck hatte ich Sie für mein gutes Geld an den Südpol geschickt, Mr. Garrison." „Weil ich geblufft worden bin, Mr. Bolton! In der nichtsnutzigsten und infamsten Weise geblufft von einem Ingenieur der Eggerth-Werke. Aus Blufs war jedes Wort von diesem Menschen von vornherein angelegt, und ich — ich kann es nicht leugnen, Mr. Bolton, ich habe mich bluffen lassen wie ein Greenhorn." Garrison sprach weiter, und jetzt hörte ihm Bolton aufmerksam zu, denn alles, was mit Bluff und bluffen zusammenhing, hatte für diesen eingefleischten Pokerspieler Interesse. „Ein Bluff, ein Riesenbluff war schon die erste Behauptung dieses Eggerth-Jngenieurs, daß der Meteorit nur hundert Kilometer von der Station entfernt niedergestürzt fei", schrie Garrison. „Ich Narr, ich dreimal verdammter Narr, habe es ihm geglaubt, weil er sich so treuherzig auf die Beobachtungen eines Funkers der deutschen Station berief. Ha, ha!" Er schlug sich mit beiden Händen vor die Stirn, „kein Fetzen von der ganzen Station wäre bei dem andern geblieben, wenn dieser Riesenmeteor, der bis nach Afrika hin Stürme entfesselte, nur hundert Kilomete'' von ihr entfernt niebergefaUen wäre. Wie mag biefer verfluchte Hunb, biefer Berkoff, im stillen über mich gelacht haben, als er mich in eine Schneekuhle stürzen ließ unb mir seine Märchen erzählte." Der Zug nach Frisko war längst fort, aber noch immer saß Mr. Bolton im Hoover-Hotel unb verschlang jebes Wort von bem, was Garrison weiter vorbrachte. „Halt, Stop!" unterbrach er ihn, als Garrison sich weitläufig über bie Meßtechnik der Erdbebenwarten auslasien wollte. „Hier ist der Punkt, auf den es ankommt. Sie behaupten, Mr. Garrison, daß Sie nach den Aufzeichnungen der verschiedenen Erdbebenwarten die Stelle, wo der Bolide niederstürzte, bis auf einige Meilen genau feststellen können." Garrison nickte. „Jawohl, Mr. Bolton, das kann ich." „Sie behaupten ferner, daß Ihnen in Ihrer Eigenschaft als Mitglied des Lick-Observatoriums bie Auszeichnungen aller Grbbebenroarten zur Verfügung stehen." Wieder ein Nicken Garrisons. „So ist es, Mr. Bolton. Die Aufzeichnungen ber amerikanischen Warten haben wir schon ba, diejenigen der afrikanischen und europäischen Stationen kann ich mir schnell verschaffen." „Was heißt schnell?" unterbrach ihn Bolton. „Das kommt auf die Spesen an, bie Sie bewilligen. Auf bem gewöhnlichen Postwege würbe es anberthalb Monate bauern, wenn wir mit Funkspruch unb Bilbfunk arbeiten, können wir alle nötigen Unterlagen in spätestens achtunbvierzig Stunben hier haben." „Kostenpunkt, Mr. Garrison?" „Sagen wir tausenb Dollars." Einen Augenblick schien Bolton zu schwanken. Dann zog er ein Scheckbuch aus ber Tasche unb legte es vor sich auf den Tisch. Wäh- renb er langsam seinen Füllfederhalter aufschraubte, sagte er: „Diese tausend Dollars will ich auch noch ä fonds perdu in das Geschäft stecken. Gesetzt den Fall, Mr. Garrison, Sie geben mir auf Grund besagter Unterlagen genau den Ort an, wo der Bolide niederstürzte, wie gedenken Sie dann weiter zu verfahren?" „Man müßte natürlich hinfliegen, Mr. Bolton. Man müßte ein großes leistungsfähiges Flugschiff haben, mit bem man bie Stelle aufsucht, unb gleich beim erstenmal so viel Erz mitnimmt, daß alle bisherigen Ausgaben reichlich gebeckt sinb." Bolton stützte bas Kinn in bie rechte Hanb. „Hm, Mr. Garrison. Die Sache ließe sich hären, aber die Piloten — die Besatzung des Flugzeuges — man müßte schon eine ganz große Maschine dafür chartern — die würden doch den Mund nicht halten — faul, Mr. Garrison. Mitwisser können wir bei dem Geschäft nicht gebrauchen." Eine Weile schwiegen beide, jeder mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt. „Was die Eggerth-Boys konnten, sollten wir auch können", knurrte Bolton vor sich hin. „Im selben Augenblick dachte ich dasselbe, Mr. Bolton. Wir müßen ein Flugzeug mit guter automatischer Steuerung chartern, mit bem wir ben Flug allein unternehmen." „Hm, hm!" Bolton kratzte sich nachbenklich den Schädel. „Mein kleines Sportflugzeug steuere ich seit Jahren selber, aber mit einer dieser neuen großen Lastmaschinen allein losgehen — ich weiß doch nicht —" „Sie überschätzen die Schwierigkeiten, Mr. Bolton, ich habe schon am Steuer dieser großen Maschinen gesessen. Sie fliegen sich leichter als die kleinen Sportmaschinen. Schließlich könnten Sie sich ja auch noch ein paar Tage einfliegen, bevor wir auf unsere Expedition gehen —" (Fortsetzung folgt.) sam ju, r biefen Wen Mer!«, ein an. ch habe g Meles von der ich drei, euherziz les. ha, gen non i dieser hundert (er oer« , als er rzählte.' saß Mr. m, was em mit tes nie. Anhang en ober echt ge. an den 1 lagen Knuten r runb nerita; weben, d°- ge. plante h. L!r. *> Zehn |6 auch sig über ist der daß Ne i Steife, eststellen Mitglied rien zur Auszeich. igen btt iell w dem ge- ienn wir n Unter. । er ein h. Mäh' । in biä mir auf e nieder' üßte -i" [eöe auf' alle bis* ehe" PW nz gre^ jäfi »s Zedanfe" , knurrt« t rf* m« W „ijltin Einladung auf Weihnachten. Von Friedrich Rückert. Jeder kann sich die Weit betrachten Zur Lenzfeier aus seine Weise, Aber das Winterfest Weihnachten Ist gemacht für Familienkreife. Da nun solch einen Kreis du missest, Sei geladen in meinen frommen, Daß du unter den Kindern wissest, Wozu Christ in die Welt gekommen. Laß dich nicht reu’n die wenigen Meilen, Durch Windweben ein rüstiger Schreiter; Um die festliche Lust zu teilen. Reist man im kaltem Schweden noch weiter. Wenig fördert beim spärlichen Lichte Jetzt die Arbeit, die volles fodert. Bring, wie du pflegst, uns eine Geschichte, Daß der Kamin uns Heller lodert. Komm aus der Still', um im Saus und Brause Mich zu trösten von all' den Buben, Die mir der Winter hält in der Klause, Daß eng werden die weiten Stuben. Teile des häuslichen Glücks Genüsse, Sieh, vom geputzten Zweige der Tannen Wie sie schlagen die goldnen Nüsse; Wenn du genug hast, gehst du von bannen. Aber ich muh, in Fesseln geschlagen, Des erlösenden Frühlings warten. Um mit gutem Gewissen zu jagen: Marsch nun, Buben, und lärmt im GartenI Auf der Flucht. Eine Weihnachtserinnerung von Edwin Erich Dwinger. , Ich irrte der und des den den aus von Es war am Heiligen Abend, erzählte mein Kamerad. Es war in Tula, |tter Stadt im Süden Rußlands, die durch itjr Silber berühmt ist. Mir waren seit dreißig Tagen auf der Flucht. Der Zugverkehr war Mungslos zerrüttet. Hier und dort tagen auf freier Strecke umgestürzte ge, aus deren Trümmern sich Wölfe die Gebeine zerrten, Es fuhr wüst nur ein Zug im Tag und jemand wußte, ob jemals noch ein lüchster kommen würde, denn überall war Kampf: Kosakenhetmans Mn Machnoleute und Bolschewiken gegen Weißgardisten. Wir fuhren auf der Fahrt nach Tula auf dem Trittbrett — a ellschaft berufen. Unb man baut ihm ein Institut. Das en hält bann, roieberum nach bem Führergebanken, sein ganz persönliches Gepräge. Er kann frei schalten und walten, wie er will. Er kann all« bie Mittel, bie ihm zur Verfügung stehen, nach eigenen Plänen uni nach eigenem ©utbünten verwenben. Er trägt bann auch ganz allem bi« Verantwortung für bie Arbeiten feines Institutes. Eine so hohe V e r ■ antroortung, ohne bah Zwang bahtntersteht — bie Professoren sinb auf Lebenszeit angefteüt — gibt es im öffentlichen Leben so leicht nicht roleber. Nur bie Sache, bie leibenschastliche Freube an ber Arbeit, bie Verantwortung vor bem großen Ganzen bes Volkes sinb Antrieb unb Motiv für bie Arbeit. Wenn wir einige Institute besichtigen, wirb uns bas vom ersten Augenblick an klar. „Unb bie Auswahl ber Mitarbeite r?" frage ich. Max Planck antwortet: „Jeber Direktor kann sich feine Mitarbeiter ausfuchen, von benen er sich wissenschaftlich am meisten verspricht. Ich als Präsibeni unb ber Senat, ber offiziell bie Berufungen vollzieht, wir reben ihm nicht barein. Es hat sich ba ein System von innerer Orbnung unb Brauchbarkeit entwickelt, bas bereits zu Höchstleistungen führte, unb bie Hoffnung auf immer höhere Leistung stärkt. Es wird freilich auch an den Ehrgeiz appelliert, nicht um der Ehre und des Gewinnes willen, sondern um eine wirkliche Elite von Kämpfern um das unerforschte Reich der Wissenschaft zu schaffen. Wir ernennen „wissenschaftliche Mitglieder" der Gesellschaft, und zwar nicht nur bie Direktoren, sondern alle Leute, bie wirklich etwas leisten." Unser Gespräch kommt bann auf den Umkreis ber Aufgaben. Ich erfahre, bah bie rein naturwissenschaftliche Forschung in verschiedene Institute aufgeteilt ill, die keineswegs alle in Berlin, in der stillen Wiffen- schaftsvorstadt 2) r 'em, untergebracht sinb. Da finbet sich in Dres- b e n ein Institut jur Leberforschung, in Düsselborf eines für Eisen- sorschung, in Mühlheim (Ruhr) unb Breslau je eines für Kohleforschung, in Stuttgart eines für Metallforfchung u. a. m. Dann aber, unb dabei werden die Worte Max Plancks von noch größerer innerer Wärme beseelt, fühlt die Gesellschaft eine besondere Verantwortung für die Volkshygiene. Besonders nennt er das Institut für Arbeitsphysiologie in Dortmund. Es untersucht alle Fragen der Arbeitsmechanik, der Ermüdung, der Ernährung, ber Arbeitskleidung, der Arbeit am laufenden Band, der Länge ber Arbeitszeit, bes Alkoholeinflusses. Unb bie Forschung wirb in bie Wirklichkeit umgesetzt unb beglückt vielleicht Tausenbe von Menschen. Im Zusammenhang bes Ganzen darf nun ein Hinweis auf bie geisteswissenschaftlichen Institute nicht fehlen. Da finben wir ein Institut für ausländisches öffentliches Recht unb Völkerherrschast, eines füc ausländisches unb internationales Privatrecht, bas Institut für KunjI unb Kulturwissenschaft in R v m (bie Bibliotheca Hertziana). „Unb ber Staat", fragte ich, „hat er nicht bas größte Interesse am diesen Arbeiten?" „Selbstverständlich. Wir arbeiten im besten Einvernehmen mit einer Anzahl von Ministerien zusammen. Diese Zahl ist nicht klein, unb fie ist ein Beweis bafür, wie sehr unsere Arbeit in alle Zweige des öffentlichen Lebens eingreift, wie sehr sie am Aufbau bes neuen Deutschland« mitwirken barf." ,Wie steht es nun mit ben auslänbifdjen Beziehungen? Kann inam noch von einer internationalen Zusammenarbeit der Wissenschaft reben?“ „Gewiß", entwickelt Max Planck. „Wir verfolgen burch Zeitschriften. Bücher unb persönliche Besuche bie wissenschaftlichen Fortschritte ber ganzen Welt. Wir sind ja auf Zusammenarbeit notroenbig angewiesen.. Oft kommen Gelehrte, wohnen im Harnackhaus, arbeiten in einem ber Institute unb tragen bann Art, Charakter, Methoden und Ergebnissedeutscher Forschung in alle Welt. Wir haben hier in dem schweren. Kampfe um Deutschlands Geltung in der Welt eines ber schönsten Werbemittel. Und es wird auch neidlos anerkannt, daß wir auf dem Gebiete der Wissenschaft in vorder st er Reihe ber Völker stehen." Ich scheide von dem Gelehrten, ber Führertum, Forschertum, Deutsch-, tum so einbrucksvoll vereinigt. Ein neues Interessengebiet hat sich nur in diesem und manchen anderen Gesprächen mit ihm erschlossen. Und es ist mir eine Freude, davon in Deutschland künden zu dürfen. 'Verantwortlich: Dr. Hans Thyriot. — Druck und Verlag: Brühi'fche Univers itäts-Duch- und Eteindruckerei, R. Lange, Giebel»