Zreitag, den 25. Juni Nummer 47 Jahrgang 1955 tnöbie t “ fragte et unsicher in ! an Inch; topf. ,9tein , die Hände u umtlanv Stzlich fagte nachdem « Uebermute seines bierbetreuten Herzens, begann mit dem Fremden ein Gespräch. „Wer er denn sei? Woher? Ob es ihm auch dort auf dieser kotdreckigen Erde gefalle?" er bekräftigte diese Fragen mit Kruganstoßen, heftigem Bierschlucken. Der Gebirgler nickte immer nur. Ein Sträußlein seltener Frühlingsbergblumen, das auf feinem Filzhute steckte, überreichte er jetzt Julie. „Die wachsen jetzt schon bei uns auf den Sonnleithen, Bergwiesen", sagte der Bergbauer. Er erzählte, plötzlich seiner Stummheit entbunden, von seinen Kühen, vom Ziegenbock, von der ewigharten Arbeit des Bergbauern. „Jeds Patzl Mist mußt extra mit deiner Kraxen, aus deinem Rücken, aufs Bergfeld schleppen!" So sagte der von seinem Alpengewande Geschmückte. Er hatte wohl lange Zeit schon keinen so mächtigen Satz gesprochen. Er trank aus gleich nach dieser Mühe aus seinem Kruge, er nahm jetzt den Hut von seinem schwarzlockigen Haupte. Julie, des Lehrers Angelobte, sah immerfort mit ihren scheuen Augen auf den fremden Mann, der seine Riesensäuste jetzt ausruhend auf den Biertisch legte. Gar nicht mannsgroh schien der Fremde zu sein, und doch glühte eine Kraft in dem Menschen, die Julie zum Erschauern brachte. Seine Nase war wie die eines Zwerges oder wie die eines Habsburgerkaisers gewaltig, klumpig, schien die enge Stirne aufzusaugen, aufzuzehren! Wie die schwarzen Blitze stachen des kleinen Mannes Augen in Julies Herz. Wie eine schon Verzauberte saß das Mädchen im Klosterbiergarten, es trank immerfort aus dem Kruge, schien sich dem fröhlichen Rausche heute schenken zu wollen. Julie scherzte mit dem Fremden, lachte, wie aus einer Himmelswolke geschüttelt, sang jetzt ein Lied, das sie mit einem hellen, nie endenwollenden Jodler krönte. Der Beifall der Umsitzenden erscholl. Der Lehrer aber sah zum ersten Male seine Braut im Lichte / der menschlichen Glorie, er glaubte sie nicht mehr zu erkennen. Die Angst ergriff ihn, der Teufel lockte seine Geliebte in die Hölle, der Fremde umspann Julie mit Blicken, die wie die goldenen Maschen das Mädchenherz umschloßen. Karl Angsüher erhob sich von seinem Stuhle, führte, ohne den Bergbauern zu grüßen, feine mit den schwanken Füßen die Erde suchende Braut aus dem Klostergarten. Julie barg die geschenkten Bergblumen in ihrer Kammer, sie nährte die Blüten täglich mit frischem Wasser. Ihr Bräutigam erhielt die Stelle eines ersten Lehrers in meinem Heimatdorfe. Julie sagte kein Wort der Freude über diese Auszeichnung ihres Bräutigams. Ihre Seele war nicht mehr in ihrem Leibe. Die hatte der Bergbauer, in der Stadt, im Klosterbiergarten, sich geholt. Eines Tages, eine Woche vor der Hochzeit, war Julie aus der Stadt Salzburg verschwunden. Kein Nachforschen, kein Zeitungsaufruf konnte Kunde von der Entschwundenen bringen. Etliche Monate waren vergangen, Karl Angsüßer stand schon der Schule meines Heimatdorfes vor, da kam Besuch aus dem Gebirge. Julie, im Gewände einer Bergbäuerin, und der Tischgenosse vom Klosterbiergarten begrüßten den Lehrer in seiner Stube. Sie stellten sich ihm als Vermählte vor. Julie zeigte dem Ueberraschten ihre von der harten Bauernarbeit zer- schundenen Hände. Sie lachte aber so glückessicher, daß der Lehrer nach ihrem Wohlergehen nimmer zu fragen brauchte. Das Gebirge hatte das Stadtmädchen gefangen, dem Bergbauern zu eigen gegeben. Wir hatten uns von der Bank erhoben und gingen bühelab. Der Lehrer hatte wohl in meinen Augen gelesen, daß ich sein Schicksal besann, in den Spiegel der Dämonen blickte. ngt in bi» ringen, En mit irgend- ;r bestimmt gfiognow inbläufigen äberertannt Nie deutsche Saar. Von L i e s b e t Dill. Man sieht eine rauchverhüllte Stadt, die Hochöfen großer Industriewerke, Wälder, einen Fluß zwischen Wiesentälern, mit Kohlenschiffen, aus dichten Wäldern ragen Förderschächte der Steinkohlengruben, man ist im Saargebiet, diesem interessanten Stück Erde, das ein unsichtbarer Stacheldraht umgibt. Man fühlt ihn schon an der „Saargrenze" in Türkismühle, wo französische Zollbeamte unser Gepäck untersuchen, die Pässe müssen in Ordnung sein, Tabak und neue Waren werden verzollt, genau wie an der schweizer oder französischen Grenze. Die Landschaft an den Ufern der Saar ist so grün und reizvoll, daß diese Schönheiten die industriellen Zerstörungen verwischen. Alte Kultur und alte Geschichte haben viele Spuren dort hinterlassen. Schon die Römer haben ihre Villen und Kastelle hier gebaut, wir sind im Land der Industrie, der feinen Weinlagen, die an den Ufern der Saar wachsen. Die Saar spaltet die alte Stadt Saarbrücken in zwei Städte, Brücken vermitteln einen lebhaften Verkehr. Die Stadt als Mittelpunkt für ein großes Hinterland, dessen Bevölkerun meist aus Bergarbeitern, Industriearbeitern und Bauern besteht, zieht einen großen Menschenstrom an, die Stadt macht einen blühenden, bewegten Eindruck, ihre Läden sind modern, ihre Bauten rasch entstanden, Reste aus der Renaissaneezeit finden sich noch in schönen Torbogen, an alten Türen, hauptsächlich aber hat die Zeit des letzten Fürsten von Saarbrücken die meisten Spuren hinterlassen, 2Jerfunten= n Er h-»r Wort- mH ■rftanb nut efer Meck usstrahlM delstiche f» seiner kirn ie wütend! icn ein, bis Sie r rm Ist bi* i?" etenMj ein ÄcW n suhlt- 5” die ullQ) er. a ,ok Mnk Dn ®ej, !b hilslosi, ler 6abt ihr auch nur mit einem Wort danach gefragt, was aus ihr geworden ist? Daß ein verdammter Halunke weniger auf der Welt ist, das — ja, das ir-ter- ; cifiert euch fieberhaft. Dafür guetfcht Ihr einem die Seele aus dem Leib. Aber um ihr Schicksal kümmert sich keiner!" (Fortsetzung folgt.) Verantwortlich: Dr. Hans Thyriot. -Druck und Verlag: Brühl'sche Univerl itäts-Buch- und Steindruckerei, B. Lange, Gießen.