Jahrgang 1933 Freitag, den 17. November Nummer 89 frei’, fein( n I breit -rklich ätschte ald an arf eS le inst seine- leicht, Heine, n, die leiniul r Lust eringe iintet- be. den Das bittere Trünttein. Von Conrad Ferdinand Meyer. Ein betrogen Mägdlein irrt im Walde, Flieht den harten Tag und sucht das Dunkel, Wirft auf eine Felsenbank sich nieder Und beginnt zu weinen unersättlich. In den wettermürben Stein des Felsens Ist gegraben eine kleine Schale — Da das Mägdlein sich erhebt zu wandern. Bleibt die Schale voller bittrer Zähren. Abends kommt ein Vöglein hergeflattert, Aus gewohntem Becherlein zu trinken, Wo sich ihm das Himmelswasser sammelt, Schluckt und schüttelt sich und fliegt von hinnen. e vn- e. eine i Mi n fi«t> § Menn ans ch mit, töntet’ ienlein an die ibaitn, entale! nifl d« pete wieder in die Tasche, pfiff den Torgauer und setzte seinen Weg fort. Da die nächsten Stunden ohne weitere Zwischenfälle vergingen, glaubte er, im Vorgenutz nahender Ruhe aufatmen zu können, als er in der ersten grauen Dämmerung die Weser erreichte, die dunkel und ruhevoll unter silbrigenFrühnebelschleiern dahtnfloß, und als sein scharfer Blick über dem Häusergewirr der Altstadt das ragende Spitzdach seines Hauses begrüßte. Da aber, mitten auf der Brücke, warf ihm das Geschick das nächste Abenteuer in den Weg. Es hockte dort nämlich aus einem Stein ein zweiter schlechtgekleideter Mann, hielt in der rechten Hand ein Ding, das sogleich als eine zwar nicht ganz neue, aber anscheinend gebrauchsfähige Pistole erkennbar war, und richtete, ohne sich zu erheben oder sonstwie dringlich zu werden, an meinen Großvater die diesem und uns bereits bekannte Einladung. Mein Großvater blieb vor dem Manne stehen, hob den Tragriemen seiner schweren Geldtasche von der Schulter und ließ die Last zu Füßen des sonderbaren Räubers niederfallen. Dann, als dieser sich eilig danach bückte, um sie an sich zu reißen (öie Pistole hielt er freilich auch jetzt noch fest), fuhr ihm ein wundervoll gezielter Fausthieb schmetternd ins Genick, so daß er lautlos von dem Stein herabrutschte und seine dürren Gliedmaßen in bester Ordnung von sich streckte. Nachdem mein Großvater sich davon überzeugt hatte, daß der Mann mindestens eine Stunde lang der absoluten Ruhe bedürfen würde, lehnte er ihn sorgsam gegen den Stein, nahm die Pistole auf, untersuchte sie, fand sie hoffnungslos verrostet, warf sie über das Brückengeländer und sah ihr nach, wie sie mit einem Plumps versackte: hängte hierauf seine Geldtasche wieder um, pfiff den Hohenfriedberger und setzte seinen Weg fort. Er war schon bei den letzten Takten angelangt und sah bereits, um die Straßenecke biegend, die Tür seines Hauses einladend vor sich — als sich plötzlich über ihm klirrend ein Fenster öffnete und ein altes Weib, eines Buch- und Steindruckers dicke Witfrau, ohne weitere Vorsichtsmaßregeln ein Gefäß mit üblem Spülicht auf die Straße entleerte, so daß meines Großvaters Hut und Rock erheblich besudelt wurden. Nun war er seit jeher ein peinlich sauberer, auf tadellose Gepflegtheit haltender Mann und hätte es niemals über sich vermocht, seiner Frau in einem so beschmutzten Zustand vor öie Augen zu kommen: also wandte er sich, da zu dieser frühen Stunde ihm kein anderer Rat einfiel, kehrte zur Weser zurück, stieg zum Wasser hinab ud beugte sich darüber, um sich zu reinigen. Da nun schoß ihm die schwere Geldtasche mit einem so jähen Ruck über den Kopf, daß er sie nicht mehr erwischen konnte, und verschwand im Wasser mit einem Plumps, der oen vorhin vernommenen beträchtlich übertraf. Da gab es dann freilich nichts zu pfeifen, obwohl mein Großvater als ehemaliger braunschweigischer Artillerist sicherlich noch mancherlei Märsche gewußt hätte, sondern er setzte sich, von plötzr licher Müdigkeit überwältigt, auf einen Uferstein und blickte traurig und vorwurfsvoll auf den Fluß, der ihm bisher immer als ein vertrauter und gutgesinnter Freund erschienen war und sich nun als ein so tückischer und habgieriger Geselle erwiesen hatte. Diese Mutlosigkeit dauerte freilich nur einige Minuten: dann erhob sich mein Großvater, bezeichnete die Verluststelle mit einem Stock im Ufersande und hielt Umschau. Da lag in der Nähe, vertäut und durch einen Steg mit dem Ufer verbunden, einer jener Schleppkähne, die man Bockschiffe nennt, und auf denen der Schiffer mit seinen Leuten und zuweilen auch mit seiner Familie während der ganzen Reise zu hausen pflegt. Mein Großvater ging an Bord, klopfte den verschlafenen Schiffer heraus und bot ihm eine Belohnung von fünf Talern, wenn es ihm gelingen würde, mit einer langen Rnderstange die Geldtasche herauszufischen. Der Mann fuhr verdrießlich knurrend in die Hosen, nahm aber doch seine Stange und senkte sie an der bezeichneten Stelle suchend ins Wasser: fühlte sie sofort durch einen Widerstand schwer und zog sie heraus. Da hing an ihrem Widerhaken, säuberlich am Lederriemen aufgehängt, die Geldtasche. Mein Großvater blieb stumm und nachdenklich, als er sie in Empfang nahm und dem Schiffer die vereinbarte Belohnung zahlte: er suchte seine Sachen zusammen, warf noch einen langen, halb mißtrauischen, halb achtungsvollen Blick auf den gelassen öahinziehenden Strom und wandte sich ^"'Noch^war nun freilich trotz dieser seltsamen Fügung, die sich das Schicksal mit fünf Talern eigentlich nicht zu hoch honorieren ließ, seine Mißstimmung nicht von ihm gewichen: und als er an dem franse vorübcrkam, wo ihn der verhängnisvolle Guß getroffen batte, schwenkte er in einer Zorneswallung ein, öffnete tmt energischem Griff die Haustür und kletterte die ächzende Stiege hinan. Dann aber, als er vor der dicken Witib stand und ihre ; die uttet eiste ober I ES egen, r ein ei es mar t Be- saare nahen nfr in über veises te sich -chtti- lörten .ein tllen als : es • sich Kind nein. te die igeseht Oer Nachtmarsch mit der Geldkatze. Von Karl L e r b s. Als mein Großvater, damals ein schlanker, braunbärtiger Mann mit fest und wachsam blickenden blauen Augen und von rüstiger Körperkraft, in einem geräumigen alten Giebelhause der handelsgeschäftigen bremischen Altstadt eine Lebensmittelgroßhandlung begründet hatte, rvar er in den ersten Jahren genötigt, mit wohlbedachter Sparsamkeit zu wirtschaften und rnanchcrlei Dinge selbst zu verrichten, für die er sich später seine „Leute" hielt. Unter anderem lag es ihm damals ob, in eigener Person jene Kundschaftsbesuche auf dem flachen Lande zu machen, die er später durch einige Herren mit dem übertriebenen Titel „Reisende" erledigen ließ. So war es kein Ausnahmefall, als er eines Tages in einem Dorfe bet Bremen einen Krämer besuchte, der auch eine Ausspannwirtschaft und ein umfängliches Wesewerk besaß, und als mein Großvater nach einem guten Mundvoll Schnack seine neuen Aufträge säuberlich in sein Buch geschrieben hatte und einen ansehnlichen Haufen blanker Taler Gold, den Betrag einer kassierten Rechnung, in einer prallen ledernen Geldntnhüngtasche verwahrte, ahnte er nicht, daß der heiter und friedvoll dämmernde Abend für ihn das harmlose Vorspiel zu einer Nacht voll Abenteuer war. Der Wirt, ein freundlicher Mann und meinem Großvater seit langem bekannt, meinte, seinen Gast vor der nächtlichen Henn- wanderung auf der einsamen Landstraße tvarnen zu müssen. Diese Gegend sei unsicher, und man habe in letzter Zeit oft räuberische und leider erfolgreiche Neberfälle auf einspännige Wanderer erlebt. Und einen Wagen könne er leider nicht zur Verfügung stellen, sagte der Wirt, denn die Pferde seien alle durch öie Erntearbeit übermüdet. Mein Großvater indessen begegnete der Warnung lachend mit dem Hinweis auf seine verläßlichen Fäuste und meinte, es sei ihm gar nicht unlieb, einen solchen Raubritter einmal au-, nächster Nähe zu sehen, um auch diese Gattung Mensch keunenzu- lernen. Hierauf erstand er noch für seinen Jüngsten, der damal-, gerade krank lag, etwas Spielzeug, verstaute es in der Rocktasche, brannte sich eine Brasilzigarre an, schüttelte dem Wirt die Hand und nahm in bester Stimmung die Landstraße unter die Fuße, wobei das leise, silberne Geklingel der Taler in der Geldtaiche zu seinem kräftigen Schritt eine liebliche Begleitmusik spielte. Nun begann, nachdem am iveitgeipanntcn Htmmel-,raum da-- letzte Licht verdämmert ivar, öie Kette der Abenteuer damit, daß sich plötzlich aus einem Gebüsch am Wege ein umfänglicher»Schatten erhob, und, vor meinem Großvater sich aufpflanzend, alsbald die Gestalt eines schlechtgekleideten Mannes annahm, der ohne Ein- und Neberleitung die rauhe Einladung ergeben ließ: Der »cir möge ihm sämtliche zur Stelle befindlichen Wertsachen tm Wege der Schenkung übereignen. Durch einige beredte Schwingungen eines schrecklichen Eichenknüppcls erhielt die Einladung das Gepräge einer Nötigung. Großvater griff m die Taiche, die das gekaufte Spielzeug barg, zog eine blecherne K>ndertrompete hervor und richtete ihre schöngeschweifte Miliidung Mit drohend Steteit- 5er Gebärde aus den Buschklepper. Diesem mußte bei dem ungewissen Licht der zarten Mondsichel das Kmtnon-nt alseine Tchicßvorrichtung von artilleristiicher Kampfkraft erscheinen, er ließ den Eichenknüppel fallen, machte eine tadellose Kehrtwendung, 'etzte mit vorbildlichem Sprung über den LandstraVengraben und wehte in brausendem Galopp über den Kartosfelader, "in s ch vor dem drohenden Taschengeschütz im ^ttenden Dunkel ein Wäldchens zu bergen. Mein Großvater lächelte, steckte die Trom- , trenn t iaffe« Milch ■tö* sich am :n Sin- c6 in 6et- . [än«i Ira*1 ■fite # btotfren in WJ ich k-» attÄ; 'S*! te ,en n SieheimZamilienblätter Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger zungenfertige Kampfbereitschaft mit einer scharfen Strafpredigt schon im ersten Gang des Gefechtes glatt abfuhrte da erschien es ihm plötzlich unsagbar komisch, daß all der aufgestaute und bisher bekämpfte Aerger über diese nächtlichen Abenteuer sich nun auf den unfrisierten Kopf dieses alten Weibes entladen sollte, das in seiner schmuddeligen Nachtjacke und seinen ausgetretenen Filzpantoffeln zerknirscht auf einem Stuhle hockte. Er verließ, von unwiderstehlicher Lachlust angewanöelt, rasch das Haus, und die Erlebniskette dieser Nacht war seinem Fuß etn leichtes Gewicht, so daß er den Hohenfriedberger dort wieder begann, wo er vor dem letzten Erlebnis gestockt hatte. Es war doch eine Gluck^nacht, dachte er, und ihre Abenteuer ergaben, wenn er s recht bedachte, in ihrer sinnvollen Drängung ein Bild seines Schicksals, das ihn oft mit Fährlichkeiten anfiel, aber seinem kräftigen Griff niemals standhielt, und das ihm manchen harten Schlag versetzte, um ihm dann, wenn er sogleich wieder auf den Füßen stand, großmütig eine Entschädigung in die Hand zu stecken. So betrat er, müde zwar, aber dennoch voll innerlicher Heiterkeit, sein Haus und blieb auf der Treppe einen Augenblick behaglich atmend stehen, als ihm der würzige Duft frischaufgegossenen Kaffees tröstlich und belebend entgegenwehte. Was ist Materie? Die Forschungen der deutschen Physik-Nobelpreisträger. Von Dr. L. Steinberg. Ein Philosoph des Altertums wurde einmal gefragt, wie schwer der Rauch sei. Er antwortete: „Ziehe vom Gewicht des Holzes das der Asche ab und du erhältst das Gewicht des Rauches". Dieser Satz beleuchtet klar diejenige Auffassung vom Wesen der Materie, welche wohl die älteste und ursprünglichste gewesen ist: Materie ist das Unwandelbare, das was durch alle äußeren Veränderungen hindurch sich erhält, aus dem Holz wird Asche + Rauch, es geht nichts verloren bei diesem Umwandlungsprozeß und es kommt auch nichts hinzu. Holz, Asche und Rauch sind'nur die verschiedenen Formen der Substanz, die selbst das Ewige, die Grundlage aller materiellen Dinge ist. — Dieser Substanzbegriff war bis zum Ausgang des Mittelalters die Grundvorstellung für 6te physikalische und die philosophische Auffassung vom Wesen der Ebenso alt wie die Vorstellung von der Materie als dem Unwandelbaren, Ewigen, ist der Gedanke, baß sie aus kleinen unteilbaren Urteilchen bestehe, den Atomen. Die moderne Chemie stellte dann fest, daß die Atome nicht alle gleichartig sein können. Sie unterschied Wasserstoffatome, Sauerstoffatome, Atome des. Goldes, des Kohlenstoffs, kurzum sie unterschied überhaupt die zahlreichen von ihr gefundenen Grundstoffe an deren Atomen, bzw. den Zusammensetzungen der Atome, den Molekülen. — Ein unbefriedigender Gedanke, daß die Ursubstanz, die der Natur- phtlosoph sich so gern als völlig gleichförmig vorstellte, aus so vielen verschiedenartigen Bausteinen bestehen sollte und es war deshalb eine großartige Tat, als der dänische Physiker Nils Bohr das Atom in ein kleines Planetensystem umwandelte, in welchem um einen positiv geladenen Kern die negativ geladenen Elektronen kreisen. Nun vereinfachte sich auf einmal die Vorstellung von der Materie ganz fundamental. Es gibt zwei Arten von Urteilchen, die Elektronen und Protonen und die Atome der verschiedenen Elemente unterscheiden sich einfach durch die Zahl der in dem Atom ruhenden bzw. kreisenden Protonen und Elektronen. Mit dieser Erkenntnis begannen aber auch schon wieder die Schwierigkeiten. Die Frage nach der Natur des Lichts und der Strahlung ist eines der Probleme, die an die letzten materiellen Dinge, an den Aufbau ud an das Wesen der Materie selbst rühren. Lange Zeit genügte die sog. Wellentheorie zur Erklärung aller Strahlungserscheinungen. Man nahm an, daß es außer den Stosfen, aus denen Erde, Sonne und Gestirne aufgebaut sind, noch einen unsichtbaren, das ganze Weltall erfüllenden Aether gäbe und die Strahlung des Lichtes dann nichts anderes sei, als eine durch diesen Aether sich fortpflanzenöe Wellenbewegung. Der Aether werde also von den Atomen ungefähr ebenso erregt, wie durch einen in das Wasser geworfenen Stein das Wasser. Diese Vorstellung paßte nicht mehr zu dem Atomplaneten- systcm von Nils Bohr. Man nahm zuerst an, die Elektronen sollten die Erreger der Lichtwellcn sein. Die Physik aber stellte fest, daß es auch noch andere Strahlen gibt, die nicht Wellenbewegung sein können. Die Kathodenstrahlen und andere sog. Korpuskularstrahlen sind nichts anderes als aus ihren Atomen geschleuderte Elcktronenströme. Die ganze Strahlung des Radiums ist lediglich ein unaufhörliches Bombardement von geschleuderten Elektronen. Das Problem der Strahlung wurde also immer komplizierter. Vor allem, nachdem der berühmte deutsche Physiker Max Planck bewiesen hatte, daß die Erzeugung von Lichtquellen durch die Elektronen nicht etwa kontinuierlich vor sich geht, sondern daß die Atome ihre Energie stoßweise in „Quanten" abgeben. Auf dieser Entdeckung baut sich die sog. „Quantentheorie" auf und es entstand nun folgender Zwiespalt: Im Bereich der Atome herrschen die Quanten im Raum die Wellen. — Wo war der lleber- gang? Man mußte fragen, was geschieht eigentlich an der Grenze des Atoms, wo die Quanten plötzlich aushörcn und die Licht- guellcn ebenso plötzlich beginnen, wie ist es möglich, daß aus einem Quant eine Welle wird? — Kann man diesen Vorgang so beschreiben, wie man alles andere in der Natur beschreiben kann? Es ist die große Leistung des jüngsten deutschen Nobelpreisträgers, Werner Heisenberg, nachgcwiesen zu haben, baß das nicht möglich ist und das man im Atom weder mit den gewöhnlichen Meßmethoden noch mit den Vorstellungen von Raum und Zeit und Gesetzlichkeit auskommt. Man kann in der Natur stets nur dann ein Geschehen und seine Gesetzmäßigkeit beschreiben, wenn man seinen Anfangszustand kennt. Das ist aber im Atom nicht möglich. Man müßte nämlich in irgendeinem Augenblick wenigstens die genaue Lage der kreisenden Elektronen bestimmen können, und man kann das nicht, weil man sie nicht beobachten und nicht messen kann. Selbst das feinste Beobachtungsmittel, der Lichtstrahl, muß hier versagen, denn in dem gleichen Augenblick, wo er in das Innere des Atoms eintritt, verändert er auch schon die Kreise der dort schwirrenden Elektronen. Jede Messung wäre also eine Störung! — Tas Kausalitätsprinzip zerschellt an den Grenzen des Atomplancten- systems. Heisenberg hat die Statistik in die Erklärung der Atomvorgänge eingeführt. Das bedeutet: da wir den einzelnen Vorgang nicht messen und nicht beobachten können, da es also keine exakten Gesetze für das Verhalten eines Elektrons in einem bestimmten Augenblick gibt, müssen wir uns damit begnügen, sestzustellen, daß hier nur Wahrscheinlichkeitsgesetze gelten. Das iit die berühmte Heisenbergsche „N n g e n a u i g k e i t s r c a k t r o n". Das Schicksal des einzelnen kleinsten Teilchens ist also willkürlich Wir können weder seinen genauen Ort bestimmen noch angeben, wie es sich im nächsten Augenblick verhalten wird. Nur wenn wir eine Vielheit solcher kleinsten Teilchen nehmen gehorchen sie im Durchschnitt mit hoher Wahrscheinlichkeit unseren bisherigen Naturgesetzen. , . Diese neue physikalische Lehre, „Quantenmechanik" genannt, fand ihre Ergänzung und Fortsetzung durch die Arbeiten des zweiten diesjährigen Physik-Nobelpreisträgers, Erwin Schrödinger, der das ganze Dilemma des Dualismus von Wellen und'Quanten lüste — in seiner W e l l e n m e ch a n i k. Hier wird nun die alte Vorstellung von der Materie in entscheidender Weise völlig verwandelt. Es bleibt von dem alten Snb- stanzbegriff nichts mehr, es bleiben nur noch Wellen. Die Elektronen sind Wellenpakete, die Atomkerne sind Wellen nnd alles Geschehen im Atom in nichts anderes als Veränderungen des elektromagnetischen Feldes, das allein als Grundlage der Natur noch übrigbleibt. Nicht materielle kleinste Teilchen, „Elektronen, kreisen um einen ebenfalls materiellen festen Punkt, sondern negativ geladene Wellenpakete schieben sich um solche mit positiver Laduug. Es gibt überhaupt keinen materiellen festen Putikt mehr, es ist alles Wellenbewegung. Man konnte sagen, die „Materie' bildet sich in jedem Augenblick neu und verschwindet, so wie die Wasserwelle, wenn man einen Stein in einen Brunnen wirft. Diese letzte Theorie der modernen Atomphysik mag dem Laien schwer greifbar und wegen ihrer Abstraktheit unbefriedigend erscheinen, sie befriedigt jedoch dafür um so mehr den Mathematiker lind Physiker, denn sie löst zahllose Schwierigkeiten und söhnt Vorstellungen miteinander aus, die bisher unvereinbar erschiene». Und wenn man wissen will, was denn mit einer solchen Theorie praktisch anzufangen sei: eine der modernsten und großartigsten Industrien, der Rundfunk, ist erst möglich geworden durch die Erkenntnisse der modernen Atomphysik. Blick auf die Steiermark. Von Max Mell. Jede deutsche Landschaft trägt ihr Besonderes, etwas nur ihr Eignes zum Gesamtbild unsers Vaterlandes bei. Von diesem Eignen sprechen seit uralter Zett die Namen von Dorf, Flur und Stadt, Berg und Fluß. Der Name aber ist Sprache, und so ist er auch Seele, und es gibt in allen deutschen Landen vorzüglich ausdrucksvolle Namen, welche Wesenhaftes des Landes schon wie in eüt Miniaturbild eiufangen. Denke ich nun nach, welche Name» ich herschreiben soll, daß sic mit den Vorstellungen, die sic erwecken, sogleich das ihre über die Steiermark aussagen, so finde ich bald ein Sträußchen, das den besondern herben und frischen Duft des steirischen Landes auszuströmcn scheint. „Dachstein", „Eisenerz", „Gesäuse". sDas ist ein Engtal, den Namen gaben ihm die wilden Wasser der Enns, die dort zwischen herrlich hohen Bergtürmen durchbrechen.j „WIldalpcn". lEinc Siedlung ursprünglich von Holzknechten, mitten in rauher Bergnatur prachtvoll gelegen.) „Grimming". Und sind das Namen, oie eines poetischen Hauches nicht entbehren, und ist der letztgenannte Bergname durch ein schönes Heimatbuch recht bekannt geworden, so darf ich noch das Wort hinzufügen, welches der beste steirstcye Dichter für das Land, in dem er auswuchs, fand: Waldheitnai. Das ist ein schöner Name, unendlich glücklich gefunden, und wacher Deutsche fühlte sich von der Vorstellung, die er gibt, mau Alle diese Benennungen nun weisen auf ein gebirgiges Wald' land: die Steiermark gehört dem weithin geschwungenen Kram der Alpen an, aber es sind schon die nach dem Osten gewandte» Bergketten und letzten Ausläufer. Ob auch im Westen die Bergketten noch gewaltigen Ansehens ins Land treten, allmählich gene sie in mildere und gefälligere Formen über, unter denen nm etliche Nachzügler noch einmal mit aller Pracht aufrichten. un» so ist es ein sachtes Farbenspicl, das durch das Land gebt. ' der westlichen Grenze ist salzburgischer Charakter wohl zu fu ne , nächst der östlichen mag man bett Hauch der ungarischen Cv-n wahrnehmen, der dort die Flußläufe zustreben: den Süden bete, der reizvolle Wellenschlag der „Windischen Bühel", ein Sonnenland mit tankend Weinbercchttaeln, und soweit der «Jan , der Südwind, vom Landwirt und Weinbauer mit 6efottberem - - dacht registriert wird, scheint auch etwas nont Südslawischen i - Land zu strömen. Die slowenisch („windisch") besiedelten Teile oc Steiermark hat ja der Friede samt ihren deutschen Städten und sonstigen deutschen Enklaven an das südslawische Reich angeschlossen. Den Uebergang dorthin spürt man, ähnlich wie am Niederrhein schon die holländischen Motive neben die rheinfränkischen treten — oder wie seinerseits das Deutsche und Steirische weit hinunter ins slowenische Land reicht. Noch eine andere Bewegung geht durch das Land und hat es geformt,- ihre Zeichen sind noch fühlbar, ob auch die neuere Zeit durch die geänderten Verkehrsmittel manches davon außer Kraft setzt. Wir nannten den Namen Eisenerz. Nichts andres nennt der altberühmte Bergwerksort, als was er erzeugt. Und ist der Name schön, so ist der Ort von eindringlicher Majestät. Zwischen unwirtlich starrenden Bcrgriesen lagert da der Erzberg: der Sinn dieses Talkessels ist die riesige rötliche Stufenpyramide seines Tagbaus, ein grandioses Lebewesen aus einer Vorzeit, redend gemacht durch die Arbeit von Menschenhand. Deutsche Bergleute waren es, die hier im Mittelalter den Bergbau begannen. In vorgeschichtliche Zeit dagegen reicht die Salzgewinnung in der berühmten Landschaft des Salzkammerguts, an dem ein westlicher Winkel der Steiermark, das „Außeer Landl" Anteil hat. Wieviel an Leben bedeutet aber Erz oder Salz für ein Landl Und während der Verlagsort des Eisens, die Stadt Steyr, die der ganzen Mark den Namen gab, draußen nördlich vor der Grenze blieb, weisen im Lande häufige Namen darauf hin, welche Verkehrswege die gewonnenen Güter genommen: da gibt es Eisenstraße und Eisen- patz, oder Salzsteig, Salzstraße, Selztal. Noch stehen alte Eisenhämmer und Sensenschmieden da und dort im Land, ob auch das Zeitalter der Maschine dem alten Handwerk fast durchweg ein Ende bereitet hat, und seine Denkmäler, Brunnen aus Schmiedeeisen oder Kirchentüren mit köstlicher gotischer Ornamentik gepanzert, findet man in kleinen Landstädten oder im Museum in Graz, einen überguellend reichen Formenschatz von Türbänöern und -griffen, Schlössern und Schlüsseln sowie Eisengerät aller Art, wie es einst dem Alltag diente. Wir sind in der „ehernen Mark". Sie heißt auch die „grüne Steiermark", und es sind die Berge mit dem festen Mantel ihrer Wälder und die smaragden leuchtenden Almen und Wiesen, die ihr diesen Namen gegeben haben. Uralt deutsches Bauernland ist es, in dem wir. hier sind,- so hoch der Boden nur etwas tragen will, ziehen sich die Bauernhöfe an den Berglehnen empor, und unwillkürlich sinnt der Wanderer, der Reisende der Betrachtung nach, in welch großer Einsamkeit und Abgeschlossenheit ihre Bewohner hausen mögen. Aber wer hier geboren ist, den umgibt gesellig und erwärmend die bestimmte Lebensform, die man bäuerliche Kultur nennt. Ihr Brauchtum ist in der Steiermark unzerstört. Ihm zu guter Stunde zu begegnen, wird dem, der sein Volk, und dem, der Europa liebt, ein großes, ein tröstliches Erlebnis sein. Noch ist trotz aller gleich- machendcn Einflüsse in Lied und Tanz, in Tolksspiel, -tracht und --fest echtes Volksgut überall zu finden. Das steirische Bauernhaus hat seine besondre naturgcwachsene Form. Nur den Anblick heiterer, blitzblanker, herrenmäßiger Ansitze, wie in den westlichen Alpenländern, wie in der Schweiz, in Tirol, wird man hier nicht suchen dürfen. Das steirische Bauernhaus ist das unscheinbarere, naturhaftere und ärmere der Geschwister. Vergessen wir nicht, wir sind am östlichen Rand der Alpen, wir sind dem Osten näher, dem wirklichen Osten. Dieser wirkliche Osten aber, dessen einstige Kriegszüge das Land hart Mitnahmen, hat eine innerliche, und man weiß: eine religiöse Beziehung zur Armut. Armut ist im Osten nichts was schändet und was man zu verbergen strebt. Sie hat gottgegebene Berechtigung und deren Ausdruck. Ich sage das für den Orient und nicht für die Steiermark, die selbstverständlich stattliche und reiche Vaueranwesen in Fülle hat. Aber ich sage es, daß man diese Verfärbung nach dem Osten, welche durch die Gebiete gleicher geographischer Länge durchgehend wahrzunehmen ist, richtig zu sehen vermag. An Stelle des Blinkenden und Herrschenden tritt hier ein inniger, ein träumender, ein seelenvoller Ausdruck. Ein Bauernhaus dieser Art gibt es, das der Fühlende nur mit tiefer Rührung sehen wird. Es ist das Geburtshaus des Dichters Peter Rosegger. Es steht nicht sehr weit vom Semmering, im östlichen Teil der Steiermark, und ist es eines der ärmsten, welch einen Ausdruck hat es, welch liebes Dreinschauen, welch stille unbewußte Herzlichkeit! Es ist eben auch kein Zufall, daß aus solchem Hause einer hervorging, der diesem Bauerntum, diesem besonderen Stamm des deutschen Volkes, tiefer, echter Ausdruck wurde. Denn das ist Rosegger. Unveraltet steht das in den Bänden seiner Erzählungen, welche „Walöheimat" überschrieben sind. Was darin Innigkeit ist und was Schalkhaftigkeit, ist in seiner besonderen Mischung wirklich steirisches Wesen. Nichts an diesem Mann war Zutat, Zufall, Künstelei, und so bleibt er unschätzbar. Er hat sein Leben allein von seinem eigenwilligen Innern heraus entwickelt, nnd es ist so bezeichnend: Wien bat ihn nie gelockt. Er blieb seinem Lande trat, blieb in seiner Waldheimat und in Graz, der schönen Hauptstadt: die ja freilich groß genug und mit einer bedeutenden Universität, mit regem Theater- und Musilkcben und vielfältigen Bildungsstätten auch verwöhnten geistigen Ansprüchen vollauf zu genügen weiß. „ Graz zählt zu den schönsten Städten des deutschen Südens. Gelagert im Grün wie eine Gartengesellschaft, läßt sie ihre ganze Ausdehnung leicht unterschätzen. 'Die ältesten dichten Teile der Stadt schließen sich um den großen Felsbrocken des „Schloßbergs", der durch seine besondere Lage, einzeln inmitten der Ebene, wobl den zwingenden Anlaß zur Stadtgründung gab. Einst Festung, ist er jetzt ein einzigartiger Park, voll entzückender Fernblicke und voll Idylle, ein Mittelvunkk idealen Naturgenusses in der Stadt, die ihren unvergleichlichen Reiz eben darin hat, baß sie neb--n das Bild geschlossener prächtiger Architektur vor allem aus älterer Zeit allenthalben unberührte Natur zu setzen vermag und ssch aus diesen beiden Elementen ihr prächtiges Gewand webt. So hat Graz sehr viele dauernd festgehaltcn, die es besuchten und seine Eignung zu einem kleinen Paradies begriffen. Aber wer die Steiermark nur einigermaßen kennt, der ist längst inne geworden, daß sich, in ihre Berge gebettet, solche kleinen Paradiese in nicht zu geringer Zahl finden, von Nord zu Süd herab,- von dem zaube- rtschen Autzee und seiner geräumigen Talmulde an, die als ein Bild des Friedens von grünen Matten und Seespiegeln glänzt und in die der Dachstein mit ewigem Eisfeld fernher hereinsteht,- dem hohen grünen ebenen Boden der Ramsau zur andern Seite des Dachsteins mit seinem besonderen adeligen freien Menschenschlag bis zu den Weinhügeln im steirischen Süden, die wie ein aufgestelltes Bilderbuch der weiträumigen und vielgestalteten Welt den Beschauer umschließen. Aus dieser Landschaft sei erzählt, welchen Gesundheitsstand eine Gemeinde, die aus drei Ortschaften besteht, in einem Vierteljahr aufzuweisen hatte. Im Januar war kein Todesfall zu verzeichnen, im Februar starb ein Jubelgreis, im März gab es ein totgeborenes Kind. Es ist allzu verführerisch, diesen Bericht zu zitieren: da er günstiges Leben für Menschen dort erhärtet, wo es uns mit schöner Landschaft schon den reizenden Schein davon darbot. wiesele. Die Geschichte eines kleine« Pferdes. Von Nikolaus Schwarzkopf. (Nachdruck verboten.) lFortsetzung.) Riesele und mit ihm ein überaus starker Hengst, der auffällig rot gesprenkelt war, mußten aus dem Stall treten und wurden am selben Tag fortgeführt ans Bahnhöfchen. Während der langen Fahrt freundeten sich die beiden Pferde an, und der große Hengst, der seine Nüstern oben am Viehwagen hinausstrecken tonte, schürfte mit seiner Nase oftmals an Rieseles Hals herum, als wolle er dessen Kopf hinaufziehen an das breite Luftloch. Aber Riesele war doch zu klein! Es legte sich auch einmal nieder, streckte die vier Beine von sich und streckte sie unendlich weit aus und wuchs zusehends. Auch der Kopf streckte es von sich und wenn das garstige Halsband nicht gewesen wäre, bas an der Eisenstange festgebunden war, so hätte Riesele ein Stündchen oder ein Viertelstündchen geschlafen. Der Fuchs konnte sich nicht legen, denn er hatte Hufeisen an, die schon recht glatt gelaufen waren, und so oft er's auch versuchte, glitt er aus, schnellte vor Aufregung und Angst immer wieder in die Höhe. Ungeheure Schenkel hatte dieser Gaul! Ueber den Knien wulsteten die Muskeln hervor wie Halbkugeln, und dann begann eine Fülle von gestrafftem Fleisch sich hinaufzubiegen, die in ihrer Fuchsröte den dunklen Schweif, der sehr kurz und zerfranst war, fast völlig in sich einbettete. Beinahe etwas zu wenig dick zog der Bauch nach den Vorderbeinen hin, gleichmäßig rund wie eine Walze, und vom rechten Vorderbein ästelte eine Ader, dick wie ein Bauernöaumen, nach oben und unierm Bauche her. Unten erhöhte sich das Rot zu einem überschmutzten Weiß, das sich gegen die Brust ergoß und zwischen den Beinen auf den stets federnden Brustmuskeln sich wieder verlor. Gerade wie Don Quichotes Beinschienen strafften die Muskeln dieser Vorderbeine nach unten, mehr Sehne als Muskel, von keinerlei Fettansatz verhunzt, von keinem warzigen Auswuchs verunstaltet, und die Hufe breiteten sich unter dem schmalen Zehengelenk, wie ein Brückenbogenansatz, kurz, straff, gepackt und fast rechtwinklig zur Erde. Ueberaus zierlich standen diese Hufe da, kaum größer als die des Riesele. Riesele aber hatte seine Freude an des Fuchsen Hals! Es durfte mit seinen Lippen über die blanke Glätte hintasten, es durfte an der kurzen Mähne, die äußerst zerzauselt, bald nach links, bald nach rechts herabhing, mit den Lippen, mit den Zähnen, mit der Zunge herumschmecken. Riesele merkte bald, wie der große Freund Freude hatte an den kindlichen Schmeicheleien! Es schmarotzte auch an seinem Kops herum: es biß mit seinen Zähnchen an den festen Nüstern, es schabte mit der Nase seitlich an die sehnigen Backen. Was für eine seltsame Freude war das doch in Rieseles Herz! Aneinandergekoppelt schritten die zwei ungleichen Gesellen quer durch eine große Stadt und beschlossen ihre Wanderung an einem grauen Zelt, das neben anderen größeren Zelten auf einer Wiese stand. Kinder liefen an gelbgestrichenen Wagen umher, lüfteten die Zeltdächer und sahen hinein, und Hunde bellten an ihnen herum, ohne zu beißen. Die beiden Freunde mußten ein Weilchen warten, bis sie hinein durften ins Zelt. Sie standen vor einer Reklametafel, die ganz bedeckt war mit bunten Tieren, mit Pferden, Tigern, Löwen, Elefanten und mit drei ganz kleinen Gäulchen, die Ball miteinander spielten. Ein kleines Mädchen scheuchte mit seinem dicken Muff nach des Fuchsen Kopf, aber der Fuchs verzog keine Miene. Starr hasteten seine Augen an den grellen Farben der Holztafel. Niesele aber konnte die Ruhe nicht bewahren! Sei es, daß die Kinder das Gäulchen verwirrten, da sie ohne jede Scheu seinen Hals streichelten und seinen Rücken, fei es, daß das Kerlchen von dem, was auf der Tafel dargestellt war, ein Ahnen hatte, eine Lust, mit den drei Kleinen zu fvielen. und daß es also ungeduldig war, hier angekovvelt sich beaassen lassen zu müssen! Eine Sacktür öffnete sich! Niesele ward hineingezogen der Fuchs kam hinter ihm drein. Warm war's hier, es roch nach Pferden,- Imirtimn ein. 0, - «tuet und L.rlag; Drühi ich. Univ.rfitLf-Duch-^nb euinbtudttel.«. Sana». ®ÜM* 'Uevnntivortliib: Dr. Han» Tbuvlot. Ambe* schlief iimlrtikbeU, eine a nute INI ben Hals 1,1 ’ Wo 6 niotble sich bn bi an Heu (iblplelenVI VI mb der nltbl, solide»n lob noch dem Uloi'tmii.i. v; |e lomen ftbon luleber, ble 'bleibe; sie nm Iben nun ben tlbermi» 1 uHIn nerielbclen Menkhrn, und In mle on| dem DHIden Ihre» (Mn ul et«, teilte ble Wonne Schlang» und blieb »nieder rubln. ....... . (’li'tiH'.' l" »les der Direktor, und der »Saul lies in entnene» ne lebt er »Uliblnnn ben M reib ber Manege. bl ne Peitsche A»dte onl umvl In eine entfernte . leiten 'bleibe nrosi bne» erste, flein bn<* vierte, mln .ln bin' lebte, viel, viel kleiner al» Niesele. Die liefen streun der Gröhe „ach hluterelnoiiber Im Mreife. (Lle schnitten mitten Im Tand an der Peitsche vorbei undf liesen ,nieder, eudlo« hbler mctblellen sie die Laufrichtung. Die rl*-lllll‘ ■JillliebteIii konnten ibreit Plai» nicht siubeu, da muftk bi» 1 Hkk helfenI VIber die Peitsche machte mehr Varm, als sie whttld> fti.H (le tippte manchmal einem der Kleinen um bleCbrei», »int bk Alifn, mib loaleikb mufiteu sie, Ibre Plaste mieder ah sludni. Werber au in Irl" erschallte plöbUdi ble Stinnue de» Direktors, Uiii'kmleld) bog ber (Mrofie A'ir Mitte, und dl»! dai'Ae .Vamllle folgte tbui. Dann stauben alte uebeiielnnnber, (ende an Ainbi. „Miegi, MteAl, wo steckst du denn? Das Kleinste tat einen Schritt nach vorn, und Im selben Vluflen» bild knallte die Stimme: VUle* Heien 'ouf ble Knie, inllbfom Amor, buch riikb iinb foft oleiibmiisilg. Nur Miez! kam nicht berunier. Die peitschiusp ste Allnnelte berbel und trommelte an ben Schienbeinen de» kleine» Wuukben» nniber. 2roinnietle unauSgesestt mle Spechigehaiuini r, ober bau Kleine konnte nicht t)era^ouuiien.(5^anr MirJ^t, I st raiichelte und sprang miedet' aus. Die sklisdu knallii In tilg- De anbereu I le re konnten aber solange nicht aus ben Knien llinen Hut, turnten ans. Wieder erschallie ble erregte Stimme. 'äilak'sanken ble sechs Tiere, nur Mk'Ai blieb nnierwegs bocken; ble Peitsche trommelte an Ibren sacht gebeugten Knien. X ....nonx, i\ Konouxl" trommelte ble Peitsche von wett bet, nrn"ber' Direktor stand. Die trommelte mlber M e»i» Knie, fit kletterte an MteAl empor bis au Hals mib Wit neu, sie tiikte ait ""'vUlrich' aber flog ble Peiiscbe seitab In bim Sand, dk-fech» nrülieren Tiere bogen narb dem Vlnsgong nub dntsirn blnkim Borbang verschwindeu. Nur MteAl blieb Aurllrfl . . Der Direktor streckte ble Hand ans und eine kniA» V»berp» Ische, ein Nie men flog Ibn» von irgendwoher AU. (5r trat; AU dl Neulingen, au Niesele und seinem Arenub, bleit diise (kitsche (tut "'SfÄhMi WünWrtruKI' IMk er ....» feilte vtngen und sein Mund verschwanden In einem Gemisch von Ile,en ,Vollen, die, mle In Votier iH'AVium, fein Gesicht Aetpclfuliit». \ |.<iix n ironmix, ft nonouxt schrie er, Indes er sich M11At »linierte die nnbemegllrb sieben blieb, obwohl sie botb Heber fort- nelniifeil mrtrel (Sr sasile Ibren linkenBordersnsi, Ibrin I ntu- kbeufel, bog ibn mit aller Kraft Aur Mbe, Aon und diildli da» loiuAlge Körperchen nach unten, das »vllllg folole, ivenn auch dir Moni ängstlich sirli - llonb und souk berab, Indes Ihr Kopf sich »utfrerfte. „WZ»»I» Ich den Kadett durch den Kakao schlelseni knirschte dir Niesele 'stand'au seinem Balken, firnff alle Muskeln ange« I ^"'Doch'als Mk'ii »vleber auffdniellte, Aiickte es beftig Ausammen, mle von einem Schlag erschreckt, Der Auchs reaie fich ulcht; ir Aerrte bisweilen an feiner Veine, um an einer Siubllebue, dk vor lb"Vcr Tirenor' ober »abu» nun die furAe 'Vellkbe In ble andere Hand iiiiö scblug Awelnin, aus MteAlS Ntlcken. Wieder lchmelche k er. wleber bog nub brilckie er bei» w Hl I mm Au ft Ainu 'bi. milder entfernte er die bet,ende Hand, aber Mli'A sprang an,. -Web r Au,sie die Peltscbe, aber diesmal legte fie j» dit A»'ei schlage auf ben Nlicken, fonbern sie klatschte an die Seiten, an ble empflnb Heben Seilen, Hilft bas kleine Ding blieb Reben, ohne flrt» Alt I und lieft sich peitschen, und nur die Haut »nette nschlittert »ach I ' ' Niesele streckte den Kops laug vor slcl» bin und sdiiltielte Ihm I Die Qual In der Manege begann wieder. Diesmal nwflli sich I das Knie nicht so bereitwillig beugen lassen, schien schon vor der I nmsgfsenben Vlebkosuug der Hand sieb webren au wollen und gal I eilt und», als ein Aauflkblag es Aivaug. I Dt,> -Hurten des Direktors hoben sich von unten herauf A» Mti'AlS "lumm, und MteAl erkannte ble vielen 'Kntim in dem vernähten («efldit und ft reifte bas halbgebeugte Kuli ivk dir. Da llift fl,b der Direktor a»f feine beiden Knie beruh, kbliirt mit betfu l 'r »uelfchldgel. Dieser Allckie aus, als seien diese .»use msbulich ,nr Ibn. nub schlenderte daS .QOrperdie» rilckllnaS von sich, so daß u übevftilrAle und platt auf ben Df liefen i'Inmpsle. (ftortklimifl folgt.) VIm wichsten Morgen schon um »ebn Uhr begann ble A\nip pul» In bei Manege, und Niesele fowi'bl als auch ber Ambo, bei Wallin »ein genannt warb, wurden au einen .'(elipfahi nebuiiben. Alu Pserd lief dauernd an einer Veine Im Kreise herum. Unkn Im weifte»» Sande bewegte sich mmidnmil etwas wie eine Minin MMZMMZZ | id'wl|le.' fo»l a»i b'll?,»Inans in ble Manege, In ble Herrlichkeit bes glichen v ehe ne», ble Menschen A" ernübeiil ., , „'r.ililoniit" schrie ble bnnkle Stimme; bk Pf»»bi »idlui sich |l" mielele, ber sVuchS, da» AlHlen und seine Muller blieben AUTÜd, fonft »ilemmibl Nich! einmal nach dem Bvrbaug durste .lllisili des Tieres und sagte: „ Dai mar aber mal eine ledere (Ibofe, i tboftl I ei le stiftle das Pferd, dessen Vlugen rundum froblodten. Nteseii '"''(Mu Bnn'che schlug einen anderen Burschen, der eine dtinne, lange NUhre schräg vvin Kops abragen batte, In» »Kenick: er pu»Ai>।»■ Viudi der erste pu»'Aelle, und so kamen sie auseinander, |emr au obrin Kann berenim-Aomm, die Dame, ble Ibel Urnen an» (»Itter staub, tr.irt eine» VorbeerfmiiA im Haar. Sie schillerte von gtäftAendm Steine», wie ei» Hecke»rofenst»auch In» 3»»Irenen. (Moua Aitlebi erschien ein ulebiIggebanies gröbliches 'Bollblut, bas hm» geseuklen Kopse» einen mächtigen kkbenfrmiA ba ml goldenen Schiel,en durch»'«»kl war. um ften -■v.» h .. j virol schritt neben Ihm. nahm non einem Nagel Im Pfvfku bi l Idiwere, silberne ober bleierne NInge unb |treifte sie sich nn bk Al"v'hi'n saug, pfiff ober trillerte vor fl.b bin; alle Tlere. dle brrtiihen waren, saugen, pfiffe» ober trillerten »'l'r sich bi». Wa», um bes Himmel» willen, moibte brauften alles gescheben sitnr Niesele sah aus einmal dauernd au dem Aieiu.be bin, uni» attcb ble,er ,pikte ble Cbren unb starrte au Niesele ber, al» wünsche "" 'ftiVi einen,' Schlage sedi'ch verlöschten ble Vlchter. Riesele legie Ihn nieder und schlief, In Arwariung der Dinge, die seiner barileu,