Eichener ZamilienbMer Unterhaltungsbeilage zum Gietzener Anzeiger Nummer 33 Freitag, -en 29. April Jahrgang 1932 Schwäbischer Meister. (Holzplastik, XVI. Jahrhundert.) Von Hans Thtzriot. Wir wissen dieses Menschen Namen nicht, und auch: in welcher turmbewehrten Stadt sein Leben anhob und geendet hat, davon gibt keine Chronik mehr Bericht. Doch folgt sein Werk ihm nach, und wunderbar: er lebt, und seine starken Hände reichen gestaltend über alle Zeitenwende hinweg, das was er schuf, uns dar. Da schaut ein Bischofskopf dich brennend an, von zwiegeteilter Mütze streng bekrönt, zerfurchtes Angesicht, bräunlich getönt, vor dem man seine Hände falten kann; Zu dem du sprechen möchtest, ganz vertraut, wie zur Geliebten, und erwartungsvoll, das; es alsbald dir Antwort geben soll, wie deine Mutter oder deine Braut. Und wür's ein Wunder, wenn er nun zugleich die Hände höbe, die im Psalter ruhn, die hölzernen, den Segensspruch zu tun wie ein Lebendiger ... so gütig und so weich — Schwäbischer Meister, früh ins Grab ge'bett aus deinem längst verwesten Fleisch und Bein hat dein Unsterbliches sich tief hinein ins edelbraune, alte Holz gerettet. Rembrandts Schicksal. Bon Wilhelm H a u s e n st e i n. Jeder, der auch nur wenig Bilder des Rembrandt, ob Originale, ob Nachbildungen, mit einiger Cinläßlichkeit angeschaut hat, ist von diesen Bildern in höchst sonderbarer Weise betroffen worden. Diese Bilder hat eine eigentümliche „Aktualität": eine merkwürdige und fast unvergleichliche Lebendigkeit, Suggestivität, Gültigkeit. Wir alle haben dies vor Rembrandts Bildern mehr oder minder deutlich verspürt. Die anaiei)ung»- krast dieser Bilder war beinahe unheimlich stark. Sie gingen uns mehr an, als das meiste andere im weiten und schonen Reich der Kunst. Rich wahr, so verhielt es sich doch? Und wenn wir nun heute nachdenkl ch zurückblickend auf jene ersten, eigentümlichen Empfindungen angesichts des Rembrandtschen Werkes, das Wort suchen, mit dem mir das Geheimnis der Wirkung recht bewußt bezeichnen konnten so wäre es ) dies Wort: Rembrandts Art und Weise steht am Beginn des Mo - der n en; mit diesem Helden beginnt das moderne Bild — und mn diesem Helden beginnt vielleicht überhaupt die moderne -lr, I ) zu sein. Wir fragen uns: woran war denn, woran ist denn das Besondere, das Eigentümlich-Aufregende kenntlich, das wir soeben mit dem Namen des Modernen zu belegen versuchten? Die Antwort: dies EigentumlichTlu^ regende, dies „Moderne" bekundet sich in der be[onöeren B e w e g h e t des Rembrandtschen Malstils. Wie jener antike Philosoph Herakli aus Ephesus auf das Wesen der Welt die berühmte und großartigeC°rmel fand: Alles sei in dauerndem Fluß - so kann man für die B lderwe l, für das Wesen des Rembrandt wohl die Formel wagen. Alles fl ehe alles sei in tiefer Unruhe, alles sei von Grund aus bis zur Oberslache und wieder zurück bewegt. Man wolle einen Augenblick zuruckdenken zum Bildstil des Mittelalters. Dort stehe" die Figuren still mit aller Ruhe sind sie an die goldenen Gründe, gebunden; selbst den heft.ssten Ereignissen ist etwas von der großen, .enseits aller Zwe el gläubigen Ruhe des Mittelalters mitgeteilt. Wie anders Rembrandt. Selbft da- Ruhige, der bloße Zustand ist bei ihm noch beunruhigt. Für das Bewegte des eigenen Wesens, für !>s',!^dr,,cks lchauung besitzt Rembrandt nun vor allem e i n Mittel des Dies Mittel ist das Malerische. Messen wir noch einmal am Mitt alter. Dort kennt man das Malerische nicht! Dort liegen die Farben still auf dem Grunde: geglättet, ebenmäßig, beruhigt. Ganz anders Rembrandt. Er treibt die Farbe, die farbige Materie herum wie in einem Wirbel. Dies eben ist der Charakter des „Malerischen"; und dies „Malerische" ist ein entscheidender Zug der modernen Menschen, der modernen Bildkunst — über die Epoche des großen französischen Romantikers Delacroix hin bis zum Impressionismus, den die Weiteren von uns in feiner ganzen malerischen Blüte erlebt haben, und eigentlich noch bis hin zu unserem Taz. Aber das Malerische ist nicht die einzige Form der Rembrandtschen Bewegtheit; hinzu kommt noch die Verbindung des Malerischen mit dem Wechselspiel von Licht und Schatten, die Einschmiegung des Malerischen in dies Wechselspiel, das trotz Correggio und einigen anderen Früheren zuerst von Rembrandt ganz und gar wahrgenommen worden ist. Man kann sogar feststellen: eben in dem Wechselspiel von Licht und Schatten entsteht eigentlich erst vollends das Malerische, dessen erster Heros Rembrandt heißt, wenigstens bei uns im Norden. Machen wir hier abermals die Vergleichung mit dem Mittelalter. Das mittelalterliche Bild weiß nichts vom Licht, wie es nichts vom Malerischen weiß. Das mittelalterliche Bild steht in einer neutralen Beleuchtung, in einer Art idealer Helligkeit. Der Unterschied ist offenkundig. Indes, mit diesen Kennzeichen erschöpft sich das Moderne, die Bewegtheit des Rembrandt noch nicht. Es gibt bei ihm nicht nur das Malerische, und nicht allein das Licht regt uns auf; es gibt bei Rembrandt auch, und zwar zuerst, vor allem, die innere Bewegtheit, d,e des Gemüts, die des Herzens, die Bewegtheit — sagen wir es nur: — der Nerven. Die Nerven sind ja der eigentliche Bezirk aller Bewegtheit und wenn wir das Wort Nerven aussprechen, so wissen wir auch, daß wir uns in der modernen Welt bewegen. Und noch nicht genug. Der Rembrandt, der inwendig so heftig bewegt ist, dieser Rembrandt des erregten Gemüts, der erregten Nerven, ist zugleich auf eine fühlbare, nämlich in den Bildern fühlbare Weise ein Einsamer. In außerordentlichem Maße ist er, was wir Persönlichkeit nennen, und eben als Persönlichkeit trägt er auch das Schicksal der „Subjektivität", der individuellen Absonderung, des vollkommenen Alleinseins. Nur einer hat vorher in solchem Maße das Geschick der Vereinsamung getragen: Michelangelo. Wie nun Rembrandt allein ist, ein Einzelner, ein „Eingänger", fo befaßt er auch als Künstler sich gern mit sich selbst; niemand vor ihm und niemand nach ihm hat so viele Selbstbildnisse gemalt. Er malte sie nicht aus Eitelkeit. Er malte sie aus dem tiefen und wohl auch schrecklichen Zwang des einsamen Genius, sich mit sich selbst zu befassen, nur mit sich selbst umzugehen, sich selbst Gesellschaft zu leisten. Das Mittelalter war sozial gewesen: voll gesellschaftlicher Bindung. Rembrandt war gesellschaftlich ungebunden. Mit dieser Ungebundenheit hängt endlich, als letztes Beispiel und Kennzeichen seiner Modernität, die großartige Regellosigkeit seines Malens zusammen: das „Konventionslose", das Un- akademische und Antiakademische seiner Kunst; das Subjektive und Un- methodische, das Unrationelle, das Plötzliche, ja wahrhaftig das Improvisierende (im freilich allergrößten Stil Improvisierende), seines malerischen Tuns und Treibens. * Nicht immer ist Rembrandt ein asozialer Geist gewesen, ein regel ,oser nur zu sich selbst hingekehrter Geist. Er hat anders angefangen, wenn er sich auch in der Einsamkeit des Genies zu feiner angeborenen Größe verwirklichen konnte. Die zum Teil katastrophale Form dieses Schicksals, eine Lebenskurve, die späterhin zum mindesten immer durch die Dämmerungen der Melancholie hinführt, hat nun, o Wunder, im Künstlerischen die herrlichsten Wirkungen hervorgebracht. Erst der aus der gesellschaftlichen Lebensweise grausam hinausgeschleuderte Rembrandt, erst der einlame, erst der arme Rembrandt tut vollauf die Dinge, die zu tun sein großer' Genius ihm erlaubt und auferlegt. Wie schal (im Verhältnis gesprochen) das Bild der Tulpischen Anatomie, wie stumpf selbst die vortrefflichen Bildnisse aus den dreißiger Jahren im Vergleich mit den Dingen, die feit der „Nachtwache", feit dein Schicksalsjahr 1642 entstehen" Wie voll der rembrandtschen Herrlichkeit die Dinge seit 1642: die Radierung der Drei Bäume (1643), die heiligen Familien, jetzt in Petersburg und Kassel, entstanden 1645, 1646, der barmherzige Samariter (1648 im Louvre), die Mühle (1650, in Amerika), die Bilder der Hendrickje, vor allem das Berliner (1658 oder 59), die Bilder mit Ahasver und Esther (1660 1665 in Moskau, in Rumänien), der Claudius Civilis (1662 in Stockholm), der Falkner (1665, in Göteborg), die Judenbraut (1688' etwa im Amsterdamer Rijksmuseum); Saul mit David (1665, im Hunger Mauritshuis), der Verlorene Sohn (1669, in Petersburg) und all die späten Dinge, die nur deshalb weniger bekannt zu sein scheinen, weil die Größe Rembrandts, die Gewalt seiner Modernität in ihnen ein faft nicht mehr zu ertragendes Seelenformat annimmt! Aber in diesen Dingen muß man den Rembrandt suchen, in ihnen ist er vollends der heroische Moderne, als den wir ihn vorhin zu gewahren suchten. * „Lemminge sind es!" fiel einem von uns ein. „Ja, es ist ein Semem besonderes Interesse der Tierfreunde rechnen. Ein beständiges Geheimnis umgibt die Tiere. Wir wissen nichts von I ihnen nichts von dem Geheimnis ihrer Sprache, nichts von dem Ge- I höimnis ihrer Art zu denken, nichts von den Instinkten, die sie fuhren. Nur äußere Merkmale und Gewohnheiten sind erforscht, und auch der, I der meint, damit schon etwas erkannt zu haben, wird immer wieder sein I Unvermögen spüren, auch nur das Geringste vom Wesen der Tiere zu I erfassen und die Grenze zu überschreiten, die uns vom Urständ des I Tieres trennt. Wer einmal ein Tier sterben sah, der wird immer und immer daran denken, denn in solchen Augenblicken wird unsere Hilf- j losigkeit und die Weite, die uns von den Tieren trennt, so stark, daß man I mahl meinen kann, den Tod selbst mit fanden zu fühlen. Wir kamen damals von Island und zogen durch Norwegen. Unser I Geld war knapp, wir mutzten trog der Nachtfröste im Zelt übernachten. I Nicht weit von der Mündung eines kleinen Gebirgsbaches in das Meer I ließen wir uns also häuslich nieder und krochen bald unter unsere Decken, I um es warm zu haben. Schon während der ganzen Zeit waren uns die Möven ausgefallen, die sonderbar aufgeregt weit in das Land Hineinslogen, ohne daß wir die Ursache dieser Aufregung hätten entdecken können. Wir selbst konnten der Grund nicht sein, denn wenn wir auch die einzigen Menschen in der cinfütnen (Begenb tDoren, |o liefen uns die Möven bod) ziemlich unbcob- I achtet. Nur die grüßen Raubmöven senkten sich zuweilen bis zu uns herab umkreisten uns stumm und strichen dann wieder landeinwärts ab. Obwohl wir von Island her an Vogelgefchrei gewöhnt waren, machten uns der Lärm und die sichtliche Aufregung der Vogel doch au, die Dauer nervös. Als nun auch zu allem noch das scharfe Krächzen von Naben kam, standen wir mit dem Entschluß, jetzt irgend etwas zu unternehmen, auf und da sahen wir, was los war. Wir sahen es nur, wir verstanden nichts, denn vor uns, dort, wo sich der Strand erhob, bewegte sich der ganze Hang. Es schien, als waren alle Steine ins Rollen gekommen. Es gab keine unbewegte Stelle mehr, nichts, was nicht überflutet war, und dort, wo Felsen lagen, Inseln m bcin Strom dort rann es dariiberhin wie dunkle Wassersalle und siiomte daneben, rechts, links, und quoll in immer neuen Mengen über den Berg. Und zugleich vernahmen wir es. Wir hörten ein Rascheln und Trippeln, Duic'fen und Schreien, hörten ein einziges in (einer Fremdheit beängstigendes Geräusch und erkannten, daß alles, was sich dort bewegte, Tiere waren, und daß das Heer der Vögel über diesem etrom stand und unaiishörlich daraus herabstieß. „Ratten!" schrie einer von uns, „alles Ratten!" Wir fuhren zusammen. Noch konnten wir es nicht saßen, daß das alles Tiere waren, die da den Haiig heriinterftrömten, die sich gleich einer ungeheuren dunklen Welle auf uns znschoben. Wir meinten wohl, daß ivir nicht schreien dürsten, daß das alles an uns vorüberginge, wenn wir stumm und regungslos blieben. „Still!" — flüsterte einer. Wir starrten auf den Hang'. Es war keiner unter uns, der nicht jetzt noch glaubte, daß der Zug der Tiere so plötzlich wie er gekommen war in seiner ganzen Unwahrscheinlichkeit verschwände. Und dann hatte uns eines der Tiere erreicht. Branngelb war es, im Racken schwarz gefleckt, mit gelben Streifen am Kopf. Wie ein kleiner Hamster sah es' aus mit seinen scharfen schwarzen Augen und seinen gebleckten Nagezähnen, keine Ratte, Gott sei Dank, keine Ratte... hinaus, weit, weit — Panne bei Kermanschah. von der wüste ins iranische Hochland. Bon unserem 8r.-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Homadan (Persien), April 1932. Kurz vor Chamkin, der Endstation der Schmalspurbahn, die rwn Bagdad an die persische Grenze heranführt, wird noch einmal die Fata Morqnna der Schammar-Wüste sichtbar, bann umfangen einen die ersten Höhenzüge des Djebel Hamrin, und, als nach halbstündiger Wartezeit endlich die umständliche Zollabfertigung erledigt ist, grüßt man, etwas wehmütig, die letzten, rasch entschwindenden Palmen. Die baumlose Cin- öde Irans tut sich auf, aber schon kurz vor dem persifchen Zotthäuschen wird die Straße, die bisher nur mühsam zu erkennen gewesen ist, plötzlich einwandfrei und eben, wirkt wie asphaltiert, fo daß es wie ein erster, imponierender Gruß des Landes wirkt, über das ein verhältnismäßig junger und tatendurstiger König regiert. Der persische Zollwachter, die Liebenswürdigkeit selbst, ist streng gebunden an die Regeln des persischen Außenhandelsmonopols, und lächelnd, plaudernd übersieht er nichts, was der Reisende da anschleppt, nicht die Reiseschreibmaschine des Journalisten, der vergebens beteuert, daß er sie nicht in Persien verkaufen will, und nicht das Grammophon des yngc= nieurs der ebenfalls erfolglos die Sprechmafchine als „Umzugsgut" zollfrei über die Grenze bringen will. Dieser Wächter vor den grun-weitz- roten Schranken des Reiches Reza Schahs weist auch mit einer fast königlichen Gebärde jedes Trinkgeld zurück. Er hat fein Auskommen, erklärt er, und wenn er sich tadellos führt, wenn er, unter anderem, auch keine Trinkgelder enigegennimmt, dann winkt ihm fchließlich eine, wenn auch I kleine' Pension. Man verständigt sich auf russisch, aber Persien ist nicht IM 'lindes waren Lemminge, Tausende und aber Taufende. Jetzt erreichten uns mehr Tiere. Sie stockten, trippelten hierhin und dorthin, richteten sich auf, quiekten, wurden schon meitcrgebrangt, neue stürzt e naufu n s ju, knurrten und rannten um uns herum, und wieder kamen welche, schon standen wir in einer dünnen Menge, die nur einen Augenblick vor uns stutzte, um bann sofort ihren Weg wieder aufzunehmen. Dann jagt sie doch zurück! Die rennen ja ins Meer! Zurück! Zurück! schrien zwei, drei von uns zur gleichen Zeit. Das loste unfere Crftarrung. Mr (prangen auf, wir stellten uns dem Zug der Lemminge entgegen, Man muß dies Schicksal, diese Erscheinung aber richtig verstehen. Eg wäre billig, es wäre albern, aus dem Vorbild „Rembrandt ein (Programm der Ungesellschastlichkeit ableiten zu wollen; em Programm des asozialen Lebens. Um ein Leben von rembrandtscher Einsamkeit zu fuhren, muß man das ganze Gew.cht eines Rembrandt haben Em programmatisches Eingängertum ist in den meisten Fällen das Zeichen einer falschen Genialität. Uiid begreifen wir vor allem: dieser ungeheuere Wann ift überhaupt nicht nachzuahmen! Er ist ein Sonderfall in riesigen Timen- fionen, ganz nahe dem Odem Gottes felbst. Andere gewaltige Maler der Epoche Rembrandts — das ist: des Barocks — haben ihre Größe im Bereich der gesellschaftlichen Berbmbung . -um ir-»- ^nioschkeitz wir "handelten, wie man nur in w ÄXÄw 2H,ffQnb- __________ I blicken spürten wir etwas von dem Geheimnis der Tiere. Ich> weitz, wir . I ließen unsere Stöcke sinken, wir standen still. Vielleicht auch schlugen wir Oer Zug in den Tod. die Kragen unserer Jacken hoch, vielleicht schmerzte es uns, wenn wir I seltsam krampfhaft schlucken mußten, vielleicht hielten wir alle unsere Eine rätselhafte Iicrroanbening. I 2(rme ganj fest an uns gepreßt, stumm in dem breiten Zug der Tiere. Von A. Arthur Kuhnert. I sahen, wie die Lemminge Felsen angriffen, die ihnen im Wege wichtige Jorfchnngen angefteUt worden, ba man du.ch sic den I >^^r yrntigen unb wie sie bann schließlich einen Weg geheimnisvollen Wesen der Tierwanderung überhaupt naher- I |Qnbfn unb all(^ über diese Barre kamen. Und wir sahen, wie sich die zukommen hofft. Die folgenden persönlichen Beobachtungen j Lemminge ohne Zögern in den Gebirgsbach warfen, um ihn zu durch- unferes Mitarbeiters auf einer Jslandreife dürfen wohl auf schwimmen, wie sie mitgerissen wurden, herumgewirbelt, gegen Steine unsere., । I wie sie sich stauten, viele Ertrunkene schon, und wie sie so eine Brücke waren für die nächsten. Und während sie zogen und zogen, strichen unablässig die Moven und Raben über sie hin, stürzten sich kreischend hinein, hackten um sich wurden abgeschlagen von den sich verzweifelt wehrenden Lemmingen, und ließen sich mit der Beute neben den Eulen auf den Felsen nieder, neben den vielen Eulen, die schon satt und müde inmitten des Stromes hockten. Und bann erreichten sie es, das Meer. Wir fahen die ersten zögern, wir sahen sie anhalten, wir sahen, wie sie sich ausfetzten, als wollten sie in bas Rauschen der Wellen hören. Schon aber waren die nächsten heran, und bann noch mehr, schon standen sie Leib an Leid am Strand, schon drängten die letzten — und ba, ba fingen bie, die vorne waren, an, hin und her zu rennen, dort, wo der Strand flach war, und sie kamen mit den Füßen in das Waßer, und die Wellen kamen ihnen entgegen, unb bann stürzten sie sich hinein, und in der gleichen Richtung, die sie vom Berg herunter schon gehabt hatten, schwammen sie hinaus, eilig, uicheim- ljch eilig, von Möven erwartet, und mühelos geschlagen, von den Wellen auf und ab geworfen, an den niederen Klippen zerschellt. Und dennoch schwammen viele, viele, weit draußen waren sic noch zu sehen, wie sie die kleinen Köpfe über Master hielten, und bann noch weiter draußen — fern schon und jetzt treibend. Tote, tausend Tote, noch immer von taufend Lebenden'gefolgt,'bis nicht ein Lemming mehr am Ufer war, bis das Meer den Zug 'der taufend Toten umschloß und mit sich schwemmte, weit in uns Ian bis an die ru Lern. rr«ih •Mn "Mu, Won t uns irü#|" rrung, flogen, iur in i, eint hrlicht ts tun bouor i Iwren ufenbt itcllten in bit 16 mir •boten! I 1931 bie* sfy IßnrteJ*1 « et* Si-5 {rfte'i LM 10 0< öch-tz fi A o!'', fr, 'fein' non" rr ben n und tromes ilugeiv ife, mir en mir in mir unjcte re. i Wege en, mit Werfen n Weg sich die burW Steint |o eint >en und murdtn i liehen nen den ten. zögern, Uten fii nädjflen Strand, reu, on, ; fanten ntgefl'”' sie wnn unheim- Weile" dennoch e sie bi' ohen •" taufen® bis b”5 ite, meü Wagen erschienen wären, die mit Zwei Handgriffen den Schaden wieder repariert'hätten, so daß man nunmehr mit 24ftünbiger Verspätung am ber nun besser werdenben Straße unb mit hoher Kilometerzahl wetter- rasen konnte unter bem blauen Himmel, in ber warmen oonne gen Harnaban-Ekdatana ... Karlsbader Novelle. Von Erwin Guibo Koibenheyer. Copyright by Verlag Georg Müller, München. (Schluß.) Oft wirb mir bange vor der Weite bes Laubes und vor ber (£ngc des'Herzens. Ihr stärkt mich, ihr führt mir Kraft zu gebt mm die Offenheit eine Weite Teil um Teil in mich zu nehmen. Meine grofee Furcht ist enge zu [ein, euch nicht mehr ausnehmen zu können. Und ihri seid mir eure Sehnsucht, euer Verlangen nach Befrieduiig, Ordnung und Form dessen, was in uns allen Chaos ist. — Das ist das Sonderbare: assen unb weit muß ich sein, um alles Vage emzuengen m b.c Schale des beruhigten Besitzes. So wirb das Geheimnis ber Gestaltung erfüllt Gestalt faßt ^Grenzen, Form schließt, Orbnung binbet. Unb doch ist al e <£nge überwunden, weil Form und Gestalt m allen gleid) be beutend, gleich befreiend sein kann. — Ist bas nicht eine Heimat „Wj'e fern! Fern bist du, mein naher Freund!" Er wagte nicht, ihr zu entgegnen, unb wußte boch, bah sie ganz anbers als er, ber seinen Schluß, einem weitgespannten, tragenben giugeb fdjlaqe vergleichbar, gesunben hatte, biese Fahrt wie einen Traum genoß. Sie rührten nicht mehr an ihrer beider Leben, wurden sroh und einig bei jedem Reiz, den ihnen die Landschaft bot, die — kaum schöner att jene jenseits des Kammes - sich den gefüllteren Herzen nnders erschloß. Als sie gegen Abend von ber Nenstädtler Höhe nieber nach Schneeberg fuhren schien ihnen bie Bergstadt wie ein Denkmal aus ber welligen Land chatt gegen ben Himmel aufgerichtet. Sie beberfte eine talumrifsene Auhohe bereu Scheitel von ber breitfchissigen Kirche gekrönt war, ber Kirchturm aber trug auf seinen massigen Geschossen einen »'->1-4 gebauchten schlank und steil aufstrebenden, in eine nabelfeine Spitze ans laufenden Helm in die Lust. Die Häuser rings drängten sich an die Kirche hinan. Das war das Ziel ihrer gemeinfamen Fahrt. Sie hätten beide nicht sprechen können. Ihre Herzen schlugen, daß Vor dem Posthause wurden nur die Pferde gewechselt. Cl)arlotte stieg nicht aus, Minchen muhte zu ihr in den Wagen. Goethe schuttete noch einen Hut voll Birnen in die Schurze der Zofe; eine Hökerin saß vor dem Posthause. Der Kutscher tat schnell. „Leben Sie wohl, mon cheri, und vergessen Sie nicht, IM Karls- babe noch einmal zu grüßen!" „Auch meine Grüße ... daheim ... „Wird es spät in den Herbst werden, ehe Sie kommen' Bald bald .. • allen sagen, bah ich bald komme ... Er hatte dem Kutscher schon bas Zeichen gegeben. Die Pferde zogen an. Seine letzten Worte flogen ber Ruckwinkenben nach. Charlotte von Stein fuhr in ben Abend IV. Den Ring mit ihrem Namenszuge trug er vor aller '^tt. Ehe man in hii- =ctmeeberacr Silbergrube eiiifuhr, war ber Ring sorglich abgelegt worben unb er vernüßte ihn unter ber Erbe, als fehle seiner Hanb em 1,'benbiäes Glied Das schrieb er ihr noch von Schneeberg aus. Cr |4r.eb br nicht daß er den Ring alsbald wieder angesteckt habe bann aber h« Gewohnten ruhig, beide Hände geballt, bie Arme gebreitet bie Brust aefiehnt bie Finger gespreizt, geballt unb gespreizt habe, Uiib baß ein ttriieseli'ges Lächeln lang unb genußvoll auf seinem Gesichte gelegen sei. situ di Karlsbad gefiel ihm anders als vor ber Schneeberger Fahrt. Wohl hatte er bei Regenwetter unter dem lore einer »d^une ben Nendeker Turmselfen für Lotte gezeichnet, unb auch m Karlsbad btteb .l ■ ..„noriiprbnrer Weienshauch bas chweigenbe Bewußtsein von ber ^iAmun^nffärebtenftebeTäber ber bängste Ab schieb war genommen unb bas Ziel ber nächsten Wochen unb Monate — er wußte letzt, baß es Monate sein würben - war unverlautet «ebhebe« cVriidi kam er von Schneeberg an die Tepel zurück. Die Lanthiery, ®s)l ? ^ihrer ffnelleiu schien der Sprudel ins Blut geraten, und er halt? all btt Hitze aus fliehender Feber Über bas Papier abzuleilen. An Abeuben aber, bie nicht von anberer Geselligkeit beauspruchi las Goethe ihnen vor. So hatten sie ihn, wie er sich geben wollte . ' ri c:p nhnp si^ 311 verlieren ober ungetreu ßu werben, 10 n>eit u"n sich^ als er Abstand bedurfte. Lotte hatte ihm biefen Rat gegeben (i, ' n[ic nuten Mittel, gemessen unb verbunden zu bleiben, er fernen Tmmernahen. Doch f° gerne man nahm, benn er Se freimütig zu geben, daß für jeden Raum blieb, Empfindung zu niinrrn unb sich im Empfangen tätig zu fühlen — lnc"lDnA']Ae ,f'nt 9U" ? rfhnltuna unb das schuf jene Widersetzlichkeit des Gefühls bie eine reunb chasttich? Rachelust weckt. Es kam sein Geburtstag, ben wolltt 'man feiern, zumal es ber vorletzte Tag des Herzogs war, der nach ®r wurde^zur Stunde bes Mittagsmahles auf das Logis der Lauthiery geladen Stt wohnte nur wenige Häuser die Miese' aufwärts ,3'im gol- rtfifnnb Das hat man bald festgestellt, unb man versagt nicht die Ach- Ug jenem ersten Perser, der einem, in Amt und Wurden auf persischem i «ben entgegentritt, in einer Bretterbude, die, mit echten Teppichen belegt i M tapeziert, den Eindruck eines kostbaren Winkels aus der orientalischen ^'IlSes hat ein^Ende, auch eine Zollabfertigung an der Grenze Per- .. ..nb bes Iraks, unb, wahrend der Chauffeur den Zweispitz des fliltig«. Feisal mit der Kappe Reza Schahs, der Kola Pahlewi, vertauscht, ?>innt der Motor zu raffeln, unb mit 70 Kilometer Geschwindigkeit, bie ’i nmeife bis auf 90 Kilometer gesteigert werben kann, schießt ber tagen hinein in bas Laub ber Suren. Langsam brich der Abend an fr unerträgliche Hitze, bie von ber Wüste noch lange herüber wehte, ist uirtomunben. Die Steigung nimmt zu, unb als die Nacht herab sinkt, Innnt sich ein Himmel von einer kristallklaren unb auffallend lichten ftjiue über bas Gewirr von Felsen, auf denen kein Halm wachst, daß i an bie merkwürdigen Szenerien des Karst erinnert wirb, zu besten iben bie blaue Adria liegt. Die persische Nacht ft aber nicht allem fta en und hell, sie ist auch in gewisser Wetze laut, wenigstens auf wi Straften bie sich auf Tausenbe von Kilometern hm durch das Land i.hen Das 'ist ein ewiges Klingeln und Läuten, das von den Glocken !, Halise der Kan>ele, Maultiere und Efel herrührt, die vor und hinter sren kurdischen und lurischen Führern gemächlich dah'ntrotten wie vor flihrtaufenden, Tag unb Nacht, aber zumeist in ber Nacht. Unb diese r, entern, bie ba eine Unmenge von Gütern vom Zweistrornlanb über ff an bis an die russische und bie indische Grenze sichren, sie bücken nicht : Lma[ Quf wenn ein europäischer oder amerikanischer Krlometerfrefser ihncn vorübersaust. Bleibt so ein Kraftwagen, Ausgeburt ber Zim- Imtion, einmal stehen, so wenden sie höchstens fluchtig den Kops, greisen ! Uebrttens'd'AÄa Pahlewi! Reza Schah hat diese Mütze die eine etserntc^Aehnlichkeit mit ber Kopfbedeckung des früheren °s eneichtzch- ngarischen Militärs hat, für jeden ferner männlichen Untertanen ver- r-bnet Wer sie nicht trägt, wird bestraft. Und der Erfolg.vr tzi werrateenb! In Aegypten, in Arabien, auch im Irak, uberteupt >m «uzen Orient, mit Ausnahme der Türkei, wo i ja b'e europv sche Kops- i-herfuna noraefdirieben ist, wimmelt es von den verschiedensten mosle r i iteen Turbanen Tarbuschen, Kopftüchern und dergleichen, wodurch en Alb jener Unordnung entsteht, bie »war Zweifellos emen maler.sch- uninnhieben Zug hat aber eben »norbentlich wirkt. Ganz anoers II siersieu' Die Äa Pahlewi, die vom König getragen wird und vom Wen Viehtreiber und Bettler, verleiht der ganzen »euolt”unß e‘®“® -trosi-Militärisches. Anders wiederum die persische Frau, bie, m tg Zchatur ben chwarzen Umhang mit bem langen schwarzen A'igen child St, fast geisterhaft hinter ben Dingen unb hinter dem ofjentlidjen XCtÄ, wenn man endlich in ber ersten größeren Stabt lebertten Berge bei bereu Anblick man zuruckdenkt an bie bampfenoe Wüstenebene Mesopotamiens, an bie Fata ^orga™ .“nb “i^ie^Strafee Sie weit scheint dies alles zurückzuttegen. Jetzt wird alte die « ratze iroas schlechter, bie eteigung wird noch starker, al f sßrücfe führt i« Kilometer in ber Stunde, ö'^Iau e über bi ferne »ude tte«, nüssen mit „Fähren" ober hinter „Lotsen , bie bie ^ojendu ^nern Snic hochgezogen, vor einem herwaten, durchgu r öhrenb Bettler Wn Felsen, ber weit in das Land hweinleuchttt, wird wahrenb Lei einen umlagern, Benzin genommen. Der Blick bleibt an hem m '-elften, unb mit Staunen stellt man ''st, daß f -h oben, bem chichlsduch aufgefchlagen vor einem hiugef hi - Stein, ein •eien Auge nur mit Mühe er^nnbatt eingegraben in n(er Bilb bes Königs Darius nut Jemen o°l.b"tcrn,;ifjLrDea ®ud)ftaben, Erin- liriechische Bucksttaben, noch tiefer darunter rlf sh 4I6 bj5 hierher »erungen an bie Zarenregimenter, bie wahre b ' beutfehen Sol- »orbreingen — unb davor einige Sck)ue"ra , unb auch — *aten ausgehoben worden find. Blick über Da 1 I < Qnen uor= Wettlauf ber Jahrtausenbe! Denn auch h'er z h yieranbers unb des über wie zu ben Zeiten des Darius wie zur 3 ,Ale^aubers^^^j,, iroften Harun al Raschib. Unb da 1^1)1 ba. ame Aufblicken, unb •'trieben mit Mofsulöl und ein ®urrc'' b rftetearcr Gefchwindigkeit, man sieht ein Junkers-Flugzeug, bas mit un c'L,auptstabt nimmt, von Bagbab kommenb, feinen Weg nach der pe f ■ . ' ül)ert sich, _ Jäh ist man in den Winter zuruckgekehrt. D,e Patz hohe Daniele lagern im Schnee, ein f4arfer -Wind pf , mühselig seinen Winbiingen unb Serpentinen bahnt sich ber - c f öcn> schnell JBcg in die Höhe. Aber bald ist diesedoch bIj.. nj)c Mandelbäunie, omint ber Frühling roieber: blühende Bpfel -. b ... rjte bas erste Grün zeigt sich, unb irgendwo in «n«m xal m ÜSüeber. Plötzlich gibt es bei einer leinen «teigung e nen JW Wagen steht — unb keine Macht ber Welt will st tziblischen Ek- bringen! Panne! Unb weit ist es u°4 dm Hamaban be WV)„ batana. Mitleidig lächelnd blicken — ober scheint e ni ■ Gerumsteht, Leiber auf bie verzweifelte Gesellschaft die ba »m LMo °r herute M Der weber burch Handgriffe noch durch g"tes Zureden dvZ^ZU uft, auch nur ben leisesten Brummton 9 bnJ) fahren weiter, mobilisten kommen vorüber, geben gute .Ratte g ’ Man nimmt »cn ben sehnsüchtigen Blicken der Zuriickgebliel h nian das vor- fritoes Benzin, es hilft nicht. Aus Derzwetzlung dreh^man^biis llchristsmaßig verzollte Grammophon an und anst^^^o„jjchch^linischen Den Frau bes Ingenieurs nach ber Melodie el Frühlingsblumen. Tangos mit unmöglichem Text zwischen den persischen Fruyimg^^ ülnb es wird Abend, es wird Nacht, die man, oh Z , ad j„sj„tzam bringt, unb es wirb wieder Morgen, und es m .“vwhon}eure mit ihrem mxitergegangen, wenn nicht als rettende Engel z denen Elefanten'. Ihr Hauswirt, Josef Stift, hielt eine Weinstube offen und wußte einen Tisch zu bestellen, der Kennern gefallen konnte. Goethe fand im Saale der Gräfin eine Festtafel aufgeschlagen, er wurde aber nur vom Herzog, dem Harrachschen Paare und Herder empfangen. Man hielt ihn hin, bis ein Diener die Tür in den Flurgang öffnete, über den er dann, feierlich an der Hand des Herzogs und von den andern gefolgt, zu einem Hinterpförtchen geleitet wurde, das in den Garten des „Goldnen Elefanten" am Hange des Hirschgartens führte. Und dort sah Goethe einen Altar errichtet: zwei griechische Säulen, von Efeu, Immergrün und Lorbeer umwunden, überragten die Platte, sie stützten ein Gemälde, das eine Szene der Aristophanischen „Vögel" darstellte, deren Nachdichtung Goethe der Gesellschaft kürzlich vorgetragen hatte: über dem Gemälde hing an einem blauen Bande der goldumrahmte Schattenriß des Dichters, und auf dem Altartische, umstreut von Blumen und Laub, lagen vielerlei Geschenke. Der Herzog hielt den freudig Bewegten zurück. Hinter einem Buschwerk von der Höhe des Gartens erhob sich Gesang zur Laute, und als er verstummt war, schritten, geführt von dem kleinen Gustel Herder, der ein griechisches Gewand trug und eine brennende Fackel hochhielt, Priesterinnen den kurzen Serpentinenweg zum Altäre nieder, und die übrige Gesellschaft folgte in einem Abstand. Die Lanthiery, die Waldner, Karo- line Herder und noch eine vierte Dame waren in weiße, wallende Gewänder gekleidet, Eichenkränze krönten sie, in der Hand hielten sie Papierrollen. Von den Seiten des Altares trat jede vor, entrollte den Bogen und las, an den Schattenriß des Dichters gewendet, etliche feierliche Verse und legte schließlich gleich einer Opsergabe die Rolle auf den Altar. Dann aber sprang die Asseburg in buntem Federkostüme, das Haar unter-einer Kapuze, die einen Papageienkops darstellte, hinter dem Altar hervor und hielt dem Dichter, daß es eine Art hatte, eine Standrede im Namen der „Vögel" für alle seine unvollendeten Werke. So war eine Feierlichkeit, die nicht nur Huldigung bedeutet, sondern auch den Abstand betonte, den Goethe nahm, in freiere Laune gewandelt. Goethe konnte frohgemut die Wünsche empfangen und sich eine Weile an den Geschenken erfreuen, indes das Festmahl aufgetragen wurde. Eine Posaunenfanfare, zu der die Stadtbläser unter das Dach des „Goldnen Elefanten" bestellt waren, rief an die Tafel. Man wußte nicht, und Goethe selbst ahnte es nicht, daß diese Feier eines neuen Lebensjahres die Feier eines neuen Lebensalters für den Bewünschten bedeute. Als des andern Tages darauf Karl August die Thermenstadt nach einem Abschiede verlassen hatte, dessen ernste Vertraulichkeit durch einen letzten lustigen Gruß gehoben war — Goethe ließ seinen Herren auf der Fahrt in Engelhaus anhalten und von geschmückten Bauernmädchen ein Gedicht aufsagen — fühlte er seiner Ungeduld kaum eine Schranke mehr gesetzt. Er hätte noch Wochen bleiben müssen, um das Verlagswerk zu beenden, bleiben wie die andern, die ihn zu halten dachten, obwohl sie seinen Unfrieden merkten. So traf ihn der zweite Septembermorgen nach einer zerquälten Nacht tief verstört, und vermochte ihn auch durch seine heiterste Sonne nicht mehr in den geordneten und beherrschten Lauf des Tagesbewuht- seins zurückzuführen. Als stünde er unter Pein der Uebersättigung an schalen Dingen und mehr noch unter dem Stachel einer Untreue gegen sich selbst, erschienen ihm Dinge und Menschen, die er um sich wußte, und alles Schrift- und Druckwerk vor seinen Augen ein Verdruß und jene Tyrannei zugleich, der man keine Gewalt vorwerfen kann, um sie zornmütig abzuschütteln. Er fühlte sich von Liebe und Verehrung, von edlen Pflichten gegen fein Werk, von dem fast leidenschaftlichen Dank, den er im Herzen gegen so viele trug, angegriffen und verwirrt. Es drohte wie eine Krankheit. Alles in ihm schien halb und zerrissen, verzagte Gebärde nur. Sie wußten alle, daß er für eine Zeit verreisen wolle, und doch lag es über seinen Absichten wie Hehlerei, den eigenen ungeklärten, quälenden Trieb zu verstecken. Er, der seit Jahren danach gerungen hatte, seinem Menschen Fassung und Form zu geben, war wie von einem Bann befallen, alles, auch seinen Namen, von sich zu werfen und wie ein abenteuernder Vagant ins Vage zu schweifen: als sei sein Leben erst zu gewinnen! Für diesen Abend hatte die Lanthiery einen allgemeinen großen Ball im Sächsischen Saale vorbereitet, der zu Ehren der sächsischen Prinzessin Amalia Augusta, die unter" dem Namen einer Gräfin Barby angekommen war, besonders festlich gehalten werden sollte; und Goethe selbst hatte beigetragen. Am Vormittag noch war Musjö Ditl bestellt worden, als aber der Gehetzte gegen die Nesperzeit tarn, um ihrer Exzellenz den Kops zu richten, traf er sie nicht auf dem Logis, und auch Madame Helena Heinin war ratlos, denn ihre Exzellenz war vor fünf Uhr ausgegangen und hatte keine Weisung hinterlassen; selbst der Herr Geheimschreiber Vogel wußte nichts. Der Friseur war in Verzweiflung, man erwartete ihn allerorts. Nach^iner aufgeregten Beratung kam man überein, daß Musjö Ditl nach dem Segenläuten für ihre Exzellenz „Irn Gweidig" zu finden [ein werde „Zu den drei Schmetterlingen", wo er feine Frisierstube hatte; es wären ohnehin zwei Herrschaften um diese Zeit dorthin bestellt. Indes man in den „Drei roten Rosen" um das Zustandekommen ihrer gepufften und gepuderten Frisur besorgt war, stieg die Weimarische Exzellenz raschen Schrittes und fliegenden Atems den Waldweg ober dem Andreaskirchlein zu den drei Kreuzen hinaus. Goethe wußte, daß er heute niemand auf der Höhe antreffen werde, und konnte ungestört eines Entschlusses Herr werden, den er zu Mittag noch nicht geahnt hatte. Aus dem Ring war er von dem Kutscher einer Extra-Diligenz an- gerebet worden, der nach Eger zurück wollte. Er hatte kurzerhand mit ihm abgeschlossen und auf drei Uhr, also vor Morgengrauen noch, die Abfahrt bestellt. Nie hatte er bereut, wenn er einer raschen Eingebung gefolgt war, und oft war ihm das klügste Besinnen mißraten. Ihm "war mtt einem Male leicht und frei. Und der Ball? Die schone Gräfin Gerade recht, daß sie alle tanzten, während er packe, und daß sie, müde vom Vergnügen, schliefen, während er in einen heiteren Morgen führ,. Lämmerwölkchen standen am Himmel, auf die konnte er sich verlasse». Eines aber wollte er grüßen, ehe noch die Nacht, die ihn entführe« sollte, einbrach: das Karlsbad, das ihn mit neuer Kxaft durchstromt batte, das seiner Liebe, seiner Freundschaft doch eine vertraute Abschiedsbuchi geboten hatte, aus der fein Segel neuen Küsten zustreben sollte. Er saß unter den Kreuzen auf einem Granitblock und sah hinab, Stadtturm und Kirche und zwischen beiden der steigende Dampf der Quelle, von einem Dächergewinkel umgeben — und daraus lösten sitz zu den Seiten des Flusses die reinlichen Häuserzeilen der „Wiese" und der Brauhausgasse, begleitet von dem Zuge der Kastanienkronen. Alles tief und heimlich geborgen in enger Talschlinge, waldumhegt, von de« jähen Kliffen des Hirschsteines bewacht. Und ganz im hintersten Grunde, dort wo der Fluß die scharfe Kurve bog, ihm entgegen und Abschluß des sriedsamen Bildes: der Sächsische Saal, in dem sie heute noch tanzen, charmieren und konversieren würden, gewiß auch seiner gedenken, der unverantwortlich lange verzog und endlich ausblieb. Dies Startsbab, bas nicht sein Blut nur erneute und seinen Puls verjüngte, das schon im Borja I) re und auch dieser Wochen sein tiefverstricktes Herz gelöst hatte aus dem Bedrängnisse des Alltags und der Liebe, das Weimar ihm zu werde« drohte! Hier, jenseits der sorgenden Pflicht und kümmerlichen Gewoh. nung, hatte er einen anmutigen Teil der großen Welt getroffen und war. unbefangener als je, dessen bewußt geworden, daß man Ruhm dem höchsten Rang des Blutes gleichstellen könne. Er fühlte in einer beglückenden Aufwallung, daß er hier freimütiger beschenkt worden sei als irgendwo in feinem Leben, denn nichts begehrte feinen Dank. Da lag das stille Städtchen, zum Geben nur geschaffen und ohne ungerechte« Anspruch. In wenigen Monaten werde es ganz still geworden fein, i« den Schnee seines Waldgebirges versteckt, des Abends aus wenige« Fenstern leuchtend, und werde geduldig warten, bis wieder die Straße« wegsain und die Menschen einer Erquickung bedürftig sein würden, werde auf Gäste warten, inzwischen aber fleißig hämmern, schleifen, hobel», drechseln, platenieren, gravieren, feilen und zinngießen und flicken und nähen. Goethe stand auf, eine kurze grüßende Bewegung mit der Linken und er eilte zu Tal. Man läutete den „Segen". Er wußte, daß die Karlsbader nun auf allen Gassen und Plätzen stehenblieben, so eilig sie es aud» hätten, und ihr Vater-Unser beteten, daß auch in den Werkstätten uni» Küchen alles einhielt und die Hände faltete. Es war ihm, der einen: andern Gott im Herzen trug, als beteten sie diesmal auch für ihn. Er wollte rasch auf sein Zimmer, Madame Heinin aber lief ihm die halbe Treppe nach. Jhro Exzellenz werde von dem Dill-Friseur in beit „Drei Schmetterlingen" erwartet, Jhro Exzellenz möge den gegenwärtig sehr tributierten Koifseur gnädigst paronnieren und sich in eigener Person, ins „Gweidig" (begehen, wo man Jhro Exzellenz seit dein Segenläuten, erwarte. Goethe stieg die letzten Stufen wieder herab und flüsterte der besorgten Hauswirtin zu: ,Kann Sie reinen Mund halten, Madam Heinin? Es ist nun alles anders bestimmt. Ich fahre mit Extra-Diligenz früh morgens um drei. Aber daß niemand davon wisse! Nojiere Sie mir, was ich Ihr etroan. noch außer Akkord schuldig geworden bin und auch Vögeln seine Schuldigkeit. — Und ich will es gleich sagen: es mar gut fein in den „Drei roten Rosen", und ich will's Ihr dankbar gedenken." Helena Heinin hob ihren Finger an den Mund, bot ihre Dienste für die Reisevorbereitungen an und versicherte, es fei den „Drei roten Rosen" eine Distinktion gewesen. Goethe bestellte etlichen Proviant, und so hatte Madam Helena für diesen Abend genug zu tun, daß ihr die zungenläufige Zeit des Lichl- zündens nicht gefährlich werden konnte. In später Nacht, als Mantelsack und Dachsranzen gepackt, die Manuskripte für Göschen und anderes Schriftwerk eingesiegelt, etliche Briese karlsbader und roeimärer Bestimmung geschlossen waren, und er Vogel, beschwert von hundert genauen Aufträgen und Weisungen, zu Bett geschickt hatte, fügte Goethe dem Briefe an Charlotte noch einige Zeilen hinzu: x „Nachts eilse: endlich, endlich bin ich fertig und doch nicht fertig, denn eigentlich hätte ich noch acht Tage hier zu tun, aber ich will fort und sage Dir noch einmal Adieu! Lebe wohl. Du süßes Herz! Ich bin Dein." Um drei Uhr stand das Gefährte vor dem Logis. Das Tal lag in dickem Schlaf; zur Wagenlaterne gesellte sich nur die des Nachtwächters. Goethe wurde vom Stadtturme nicht ausgeblasen, still blieb es, und auch die Hausleute flüsterten ihren Abschied. Eine stattliche Zehrung war ihm von Madam Heinin zu vielen artigen Segenswünschen auf den Rücksitz gelegt worden. Und dann ging es am Hl- Nepomuk vorbei über die Brücke. Er [ah noch einmal durch das rechte Fenster des Wagenschlages zurück: in seinem „Saal" erlosch gerade das Licht, nur Vogel hatte es noch hell im Kabinette, das einzige wache Fenster rings. Er bog hinter die Sprudelhäuser ein, kam zwischen Sprudel und Kirchberg durch auf die Kreuzgafse und endlich unter das Egertok. Das mußte geöffnet werden. Weiter, über die Papiermühle hinaus, über den Tepelsteg, auf die Sächsische Wiese. Und dann lag Karlsbad in den Armen seines Tales verborgen, er hätte nichts mehr sehen können, auch wenn es schon lichter Morgen gewesen märe. Er lehnte, in eine zottige ungarische Decke gepackt, den Kops im aufgestülpten Mantelkragen vergraben, versteckt unter der tiefgezogenen Hut- krämpe, in der Polsterung. Er lächelte leise, froh der gelungenen Flucht und des vereitelten Abschieds, sank leise, von dem wohlgefederten Wagen gewiegt, in Schlummer und — fuhr in den Morgen. Verantwortlich: Dr. Hans Thyriot. — Druck und Verlag: Brüh^'fche Universitäts-Duch. und Steindruckerei, V. Lange, Gießen. Nummer 25 Sreitag, den April Jahrgang (952 20 6 9 Z Neisezehrung. Von I. W. von Goethe. und sie hatten kaum em Work geroea/ieu, an» uei fahrt lud. Die Chaise mar heiß. Der beleibte Kaufmann hatte sich neben den Geheimrat gelagert, Vogel muhte den Sitz mit dem Kandidaten und dessen Zögling teilen. Die Augen des Theologen brannten gespannt nach dem berühmten Fahrtgenossen, feine ganze Person hielt sich sprungbereit auf der Kante, um einer Anrede geistvoll und gewandt zu begegnen: er beachtete seinen Schüler nicht, der faul zurückgelümmelt den großen Mann beglotzte und, in den Anblick verloren, die Stumpfnase bohrte. Der Kaufmann hingegen hatte das gleichgültigste Wesen angenommen. Als einem deutschen Mann von wohlbegründeter Bürgerlichkeit lag es ihm ob, diesem Genie, unangesehen der höfischen Stellung, von der man unbekannterweise keine Notiz zu nehmen brauchte, zu beweisen, daß Dichter nicht von Gottes, sondern auch von Public! Gnaden seien: Herr Richter war Publikum, las er auch nur die „Leipziger". Im übrigen war alles durchgesetzt und gegen Hitze konnte man die Weste aufknüpfen: das Gerüttel entwickelte die Verdauung und schläferte ein. Die Weimarer Erzellenz hielt den Kopf in die Hand gestützt und sah durch das Fenster auf eine Landschaft, die aus ernsten Waldungen, schütteren Feldern und versumpften Wiesen ihre wortkarge Sprache führte, chier mochte ein zäher Schlag Menschen (eben, der seinem Boden Treue hielt, gerade um dessen Kargheit willen. Er kannte Landvolk solcher Art. Unter dem Schnarchen des Kaufmannes, der unverminderten Gespanntheit des Theologen, dem Dösen des fetten Knaben und der träumerischen Egbieben, daß der Kandidat Henze sich nicht beim Me, und Herr Richter, nun auch von der Angst Allen mit einem Teil der wohlgefüllten Reise- :H’r Schicksale überliefern zu müssen, ließ den ■treffen. Es wurde möglichst viel zu dem Schwa- Wagage auf dem Dache und dem Hinterbord fest- ■)err Richter hatte an Trinkgeld nicht gespart: Vogels ein fast bedrohlicher Bau zustande, [fiere Straßen glauben, und das Gebirge war 5*8^[vor dem abgelegten Besteck und hatte einer Pim zu gesprochen, als der junge Kanzelist von ihm Mzulangen. Ie verlief «n auf; lnchaldi, 'ehr, me ringsum e9 hähei 'erschuf «ben-, li er vsM etirn iD . ,, mitgenommen worden, um das Schriftwerk der ersten vier Bände einer Gesamtausgabe für den Buchhändler Göschen zu besorgen t ein stiller bereiter Mann, nicht unlustig, aber durch das verhaltene Wesen des^Geheimrats merklich in sich verstaut. — Es lag auf den gemeinsamen stunden und besonders auf solchen, die nicht der Arbeit zugewandt sein konnten, ein Druck, dem Vogel nicht ungern entglitt Er verstand den Grund dieses Unbehagens nicht recht. Er wußte nur, daß in der Thermenstadt, auf die er begieriger war, als seine Pflichten es zulassen würden, eine strenge Arbeit bevorstand, und es drückte ihn, daß der berühmte Poet von einer sonderbaren Ungeduld nicht loszukommen vermochte, trotzdem nunmehr alles in Fluß geraten mar. Man konnte sich zu etlichen Erklärungen finden: mußte, daß ihre Exzellenz längst der Frau Oberstallmeisterin von Stein in das Bad nachgereift wäre und sehr zu Unbaß in Weimar zu verharren genötigt gewesen, weil sich die (gebürt der Prinzessin um Wochen verzögert hatte. So war in Weimar die 'Arbeit für Göschen nur das ungeduldige Füllsel einer Wartezeit geblieben, beim auch bie Amtsgeschäfte bes Geheimerakes waren längst für seine Abwesenheit aufgearbeitet ober dahin geführt worden, bah sie unbesehen weitergeleitet werben konnten, sie liefen allein unb vergrößerten ben toten Raum. Uebrigens bie ganze Hofgesellschaft, etliche Kreise selbst des Bürgertums hatten in ben letzten Wochen Stunden zählen gelernt, gewartet und gewartet. Doch auch bann, als alle Er- wicht ben ganzen Leipziger Kommerz aufgewogen hätte, nicht nur einen Kaufmann Richter, Kolonialwaren unb Pelze, senkte er bie Lider und ließ ohne ben Kopf zu wenden auf die junge, pausbäckige Beschränktheit, bie neben ihm staub, seine Worte fallen: ,Er ist durch ben Zufall geroürbiget, Johannes, etliche Stunden ' J ‘ ‘ nnntnA ben engen Raum einer ordinären Chaise zu pictäVy durch ein lautloses Wesen", diesen Satzteil re Exzellenz den Herren Geheimerat von Goethe K'-l : ieg inmit Rücken,; m. Und während > hatten lerübetjii ad, dar ’ men km g zur eifl einer slW b er sich | megung :U chönste 5» lenbe M ter gelegt chin-hch npftnolft i soviel m ir teinenji 0e’ 'h e viedck „4 > rüf^'J er ' schwarz holt, dah H e MM'» , Puste »I sie unb fof I - werden j er aus nichw'lG ib die Jt‘"l i erst »i Un obre 1*1 SiehenerZamilienbMer Unterhaltungsbeilage znm Siehener Anzeiger Als sie ein letztes Mal vor Karlsbad, die Pferde zu wechseln und etwas verspätet Mittag zu halten, vor dein Posthause in Zwobau aus- stiegen war dieser Herr Richter mit seiner erregten Leiblichkeit aus ihn gestoßen. Herr Richter, Kaufmann aus Leipzig — sohn und Lehrer wartete zwei Schritte abseits und auch der Posthalter war lebhaft zuruck- gedrängt worden — Herr Richter also aus Leipzig wäre mit feiner Berline verunglückt. Das Gebirge! Die erweichten Straßen! Der Wagen Karlsbader Novelle. Von Erwin Guido K o l b e n h e y e r. Copyright by Verlag Georg Müller, München. Diese Erzählung, welche allen Goethefreunden im Jubiläumsjahr eine willkommene Lektüre sein wird, ist dem bei Georg Müller in München erschienenen Karlsbad - Buche „Kämpfender Quell" von E. G. Kolbenheyer entnommen. Green Grey 2 Yellow Grey 3 Entwöhnen sollt' ich mich vom Glanz der Blicke, | — - ««» - •. <■££,; ■ < = » JES ' _ v Colour & Grey Control Chart Blue White Cyan Grey 1 Red Grey 4 Magenta Black würde beim Postillion vorlieb nehmen ... w» ,» einen mangelnden Platzes bitten ... Unter den großen, dunklen Blicken des bestürmten Ankömmlings, hinter dem ein junger Mann in zurückhaltender Bereitschaft )lanb, Derfiegte bie Leipziger Zunge, und das von innerer Bedrängnis, vielleicht auch von einer allzu reichlichen Mahlzeit gerötete Gesicht des Kaufmannes nahm einen verlegenen, fast weinerlichen Aiisdruck an. „Sie wünschen mitzukommen. Wir werden zusammenrllcken, zumal mir Genossen desselben Mißgeschickes sind." Das war sehr verbindlich gesprochen, und Herr Richter wollte neu beginnen, aber man wandte sich von ihm. „Vogel, Er bringt unsere Bagage in eine schickliche Ordnung, ich will mich in der Wirtschaft umsehen und Jhit erwarten." Um seine Kümmernis leichter, haschte der Leipziger den jungen Mann beim Aermel und fragte flüsternd. Die Antwort war: „Es ist ihre Exzellenz der Herr Geheimerat von Der Kaufmann blähte die Wangen unb zog bie Brauen hoch führte bie Finger an ben Mund, blies ihre Spitzen, als hatte er sie verbrannt, bann spreizte er die Hand gegen Sohn und Präzeptor. „Kandidat, weiß Er, hat Er gehört?" nm er ar» s.ü Der hagere Theologe faltete abweisend seine otirne. Im Gefühle, botz für den Rest dieser Fahrt einer überfüllten Postkutsche das geistige Gevar. Sie 5 nuieg hm mutzte. J todmüde i e kaum ui bald dm tarnen. II genb, dii iUe fefter i schüttelte M 0 cm 1 2 Tod uni: I len Trest l ig und «11 ig fliegt. W , ich sG^ st iahen fit 15, dann fM ich, nu niiiil tt Stint. । dabei toll und berfte I 6 8 16 19 21 8 0' 22 2 12 13 14 15 9 10