iu!W rbe,M.q «Mi ."derhtz ie' ZG I; 'fetmiti'i; Mii der «ch MeMerZamilienbMer Unterhaltungsbeilage zum Eichener Anzeiger Jahrgang 1(932 Montag, den 27. Juni Nummer 49 ir auch fc m Leid Sein Uitij ) Men, hl ir [eint fc brnufi’ |id i mir wi* Hurra, und Flammen. tri* not turn li der $» Wanken. Fahnen ['altern. Gebt meinen Hengst mir, den Hengst, den Hengst! Mir nach, mir nach! Degen heraus jetzt! Sturmmarsch hör ich schlagen, höre euer In Rauch und Blut seh ich euch, in Rauch Degen heraus jetzt! Mir nach, mir nach! Zum Sieg, zum Sieg! Erde, erbebe! Pulverdampf und Leichen. Vorwärts ohne Durch Glanz und Glut geht die Bahn; die Erde, erbebe, zum Sieg, zum Sieg! Komm, Tod! komm, Tod! Ae an «ne als, fe Muh wie ich Letzter Wunsch. Von Detlev von Liliencron. Den Hengst, den Hengst! Gebt meinen Hengst mir! Schaum spritzt ihm vom Zügel, seine Flanken zittern. Der Grimm umrast mir den Helm, das Auge leuchtet. Feind ist erschlagen! Letzte Kugel, triff mich! Strahlend bricht mein Aue Mein Vaterland hat den Sieg! Es lebe, lebe! Feind ist erschlagen! Komm, Tod! komm, Tod! ldsremd M erfteit; ch M. Mi hrend fnln ten, für k. inb ein W' ML' tim M" DieW n M°°d dewE teben»" ,er M1' atttV «Reisb«^ i«'ä 56- "Ä ' Brülle"14 die btt, 111 KM r, „mit beu sich oielS hin?- e, non W /fei« M stille, nid« dem W" ie die W •in fßßlJtF Oer letzte Wiking. Zum 250. Geburtstage Karls XII. von Schweden am 27. Juni. Von Alfons von Czibulka. Als der achtzehnjährige König Karl XII., von seinem Großvater her in Wittelsbacher, seine kleine Armee aus Sveas Land nach Dänemark iihrte, um es für sein Bündnis mit Peter dem Großen und August dem Starken von Sachsen und Polen zu strafen, da warf er von dem Bug eines Flaggschiffs die barocke Allongeperücke mit einem Schwung in den Üeresund. Fortan trug er das hellbraune Haar frei wie seine Soldaten s trugen. Und als dann die Dänen sich wehrten, Musketen- und Kanonen- lmgeln sangen, da rief er: „Dies soll fortan meine Musik fein!" Er hat über diese kriegerische Musik manchmal sein Königtum vereisen. Denn es ist dieser Karl XII., der sein Stockholm nie wiedersehen vllte, wiewohl in seinem Wesen so viel königliches war, zumeist gar kein König gewesen, sondern sein eigener Soldat. Er hat trotz himmelstürmen- i*n Plänen, durch die er den Zaren, ja sogar den römisch-deutschen Kaiser :i°n ihren Thronen stürzen wollte, fast nichts von dem staatsmännischen Sense seiner Vorfahren Gustav Wasa und Gustav Adolf. Er ist durch die l-nbändigkeit seines Willens, durch die Maßlosigkeit seines Handelns Wm Abenteurer unter den Königen geworden. Durch seine Kriege ohne "nde, durch seine erhabenen Donquichotterien stürzte er das große Hühende Schweden von der Höhe der nordischen Großmacht, in politische Ohnmacht und wirtschaftliche Bedeutungslosigkeit. Und dennoch lebt dieser "önig in der Erinnerung seines Volks, das er um Macht und Reichtum pachte, von dem er ungeheuerliche Blutopfer forderte, fort als <5ä)toe= •m größter Sohn. Das mag unserer Zeit, die alles nur nach dem sich iwgebenden Gewinn berechnen möchte und das Gefühl für Unwägbares Floren hat, zu denken geben. . In der von Unwettern durchtobten Nacht des 27. Juni 1682 wurde nrl XII. im alten Stockholmer Königsschloh geboren. Die Auguren jener -eit, die Astrologen, weissagten, es werde die Regierung dieses Fürsten yrenöoU, aber blutig (ein. Schon seine Kindheit ist voll eines ungewähnlichen Willens und Htbänbiget Wildheit. Und als er sich nach dem Tode seines Vaters in 1 nee stürmischen Reichstagssitzung als Fünfzehnjähriger die Krone selbst Mss Haupt drückt, ist er fürs erste als König nicht anders denn als Mge. Halsbrecherische Ritte mit nicht viel älteren Gefährten, tollkühne ■rogben, auf denen gegen Bären, Wölfe und Sauen nur Spieß und • mschfänger, aber keine Feuerwaffen gebraucht werden durften, hielten s-n Hof in Atem. Es gab Nächte, in denen bei wilden Gelagen — wie- ‘W Karl schon damals mäßig lebte — die Einrichtungen ganzer -chioßsäle in Trümmer gingen. Man hetzte, wenn das Wetter für die ;-»3d zu schlecht war, Hasen im Reichstagssaal. Man schlug, nachts durch e Straßen galoppierend, den Bürgern die Fenster mit Degen und Sau- ! der ein. Nackt, nur mit Ihren Degen umgürtet, sollen Karls Kumpane ''solcher Gelegenheit hinter dem allerdings bekleideten König drein- i^uten sein. Man benahm sich so unköniglich an diesem Hofe, daß die Geistlichkeit, gegen dieses sinnlose Treiben wetternd, von den Kanzeln über den Text aus dem Buche Salamonis zu predigen wagte: „Wehe dem Lande, dessen König ein Kind ist". Mehr als zwei Jahre dauerte diese königliche Sturm- und Drangzeit, da war Karl XII. mit einem Male verwandelt: Dänemark, Rußland, Polen und Sachsen hatten ihre Fahnen gehoben. Es war ein Bündnis der jungen Könige, die dem königlichen Knaben in Stockholm Ingermanland, Estland. Finnland, Livland, die einst dänischen, an Schweden verloren gegangenen Gebiete und, wenn Brandenburg mit von der Partie war, auch noch Vorpommern, Stettin und Stralsund entreißen wollten. Sie haben damit jenen großen Nordischen Krieg heraufbeschworen, der, zur gleichen Zeit beginnend, den spanischen Erbfolgekrieg noch um sieben Jahre überdauerte. Am 3. August 1700 ging der Achtzehnjährige mit nur 6000 Mann über den Oercsund und zwang in zwei Wochen Dänemark zum Frieden. Im schwedischen Heere war man wie verzaubert von diesem Knaben. Und als man wieder die Flotte bestieg, war man der Meinung, es wolle der junge König sein kleines Heer nun im Triumphe nach Stockholm führen. Aber um Meinungen anderer hat sich Karl XII. nie gekümmert. Er hatte erfahren, daß August der Starke das schwedische Riga berenne. Er sah die erstaunten Gesichter nicht, als die Küsten des heimatlichen Schwedens immer ferner vorüberzogen und plötzlich die Orlogflotte auf hohem Meere fuhr. Er hatte Nachricht, daß nicht nur der Polen- und Sachsenherrscher Riga belagere, sondern auch der Zar Peter der Große mit 50 000 Mann vor der schwedisch-livländischen Stadt Narwa liege. Also wollte Karl Narwa entsetzen. Er hatte zwar nur 8000 Mann und der Zar 50 000. Aber mathematische Spitzfindigkeiten interessierten ihn nicht. Damit aber begann für Karl XII. und seine „Karolinen" die fünfzehnjährige Odyssee eines Soldatentums, die — war sie vielleicht auch Torheit, ja Tollheit — Männer berauschen wird, solange noch eine Spur von Mannesblut in ihren Herzen schlägt. Illach langen Märschen über verschneite Moore, deren Eisdecke noch nicht tragfähig war, in denen die Armee bis an die leeren Bäuche versank, kam man eines Abends vor Narwa an. Am nächsten Morgen griff Karl mit [einen 8000 Karolinen die 50 000 Russen an. Wenn er sie auch nicht, wie ein Mitkämpfer übertreibend erzählt, „in der Zeit von zwei Vaterunsern" schlug, so rannten doch drei Stunden später die paar taufend Schweden hinter den 40 000 noch am Leben gebliebenen Moskowitern her, die zum Teil, in Klumpen von einer brechenden Kriegsbrücke stürzend, in der Narwa ertranken. 180 Kanonen, 146 Fahnen und Feldzeichen, 15 000 Gefangene brachten König Karls „blaue Jungen" als Beute ein. In wenigen Monaten hatte der junge König und Feldherr alle feine Gegner besiegt. Und während der Zar aus den Trümmern der geschlagenen Armee, aus frischen Truppen ein neues Heer bildet, in Rußland Volk und Popen, wie Voltaire bissig bemerkt, sich beim heiligen Nikolaus über den Ausgang der Schlacht beschweren und von Zauberei schwätzen, hat Karl auch schon die Sachsen und Polen vor Riga geschlagen und ist schon auf dem Marsche nach Warschau und Krakau. Bon Warschau geht er nach Thorn, wendet wieder nach Warschau, jagt August den Starken vom Thron und macht durch die überzeugende Wahlagitation seiner Bajonette den Edelmann Stanislaus Leszinski zum willfährigen König von Polen, erstürmt Lemberg und beginnt mitten in einem so eisigen Winter, daß sein Zelt mit glühenden Kanonenkugeln geheizt werden muß, einen neuen Feldzug. Zweimal schlägt er Augusts General, den braven Grafen Schulenburg, der dann als Feldherr der Signorie Venedigs Korfu so mannhaft gegen die Türken verteidigte und stürmt nach Wolhynien, um den Zaren zu suchen. Er findet ihn nicht, macht kehrt und marschiert in einem berauschenden Zuge von Wolhynien nach Sachsen, wo er im Frieden von Altranstädt, zwischen Leipzig und Merseburg, August den Starken zum Verzicht auf die polnische Krone zwingt. Ein Jahr bleibt Karl in Sachsen. Dann bricht er mit einem großen Heere nach der Ukraine auf. Im Bündnis mit dem Kosakenhetman Ma» zeppa will er auch den Zaren zum Frieden zwingen. Rußland wird zu Szene und Schicksal. Napoleonische Visionen steigen auf. Auch Karl XII. scheitert an Rußlands unermeßlichen Weiten. Geschwächt von endlosen Märschen, entblößt von Proviant und Munition, durch die Verwundung des Königs der Führung beraubt, unterliegen die Karolinen bei Poltawa am 9. Juli 1709 dem Heere des Zaren. Widerstrebend, von seinen Generalen fast mit Gewalt dazu gezwungen, verläßt der König kurz vor dessen Kapitulation das Heer und betritt, den Dnjepr überschreitend, türkisches Gebiet. Aus die Hilfe des Sultans gegen die Russen hoffend, verbringt er, halb als Gast, halb als Gefangener des Großherrn fünf lange Jahre auf türkischem Boden. Er ist nicht müßig. Die Fäden seiner politischen Pläne und diplomatischen Verhandlungen gehen durch ganz Europa. Nebenbei kümmert er sich um die innere Verwaltung seines fernen Schwedens, erläßt Befehle zur Verschönerung Stockholms, für den Bau eines neuen Königsschlosfes, zur Förderung wissenschaftlicher Bestrebungen. Als der Sultan endlich seiner Gastgeberschaft müde wird, Karl XII. sich aber um die deutlichen Winke, es sei nun seines Aufenthalts in den Reichen der Hohen Pforte genug, durchaus nicht kümmert, kommt es m Bender in Bessarabien zu dem berühmten Uebersall auf ihn und seine Handvoll schwedischer Ofsiziere. Einen Tag lang rauft Karl mit seinen zwei Dutzend Offizieren gegen 14 000 Janitscharen und Tataren. Erst als das Haus, in dem sich der König mit seinem Gefolge verteidigt, in Flammen über ihnen zusammenstürzt, werden sie umringt und gefangen. Es war ^nehr ein Triumphzug als eine Gefangennahme. So hingerissen waren die Krieger des Sultans von diesem Heldentum. Aber Karl Xll. drängte es nun doch nach Schweden. , . Nur mit wenigen Begleitern bricht er auf. In einer Novembernacht tritt er als fein eigener Kurier vor den Festungskommandanten von Stralsund. Und als der über die nächtliche Störung ungehaltene Geiwral ihn nicht erkennt, schlägt er ihm lachend auf die Schulter und ruft: „Wie, General, erkennen mich meine Getreuesten nicht mehr?" — Nach einem Ritt von sechzehn Tagen über die Diagonale Europas von der Türkei nach Stralsund. Hundertvierzig Kilometer im Tage! Ein Jubel sondergleichen geht durch Schweden. Ruhmvoll leitet er noch die Verteidigung von Stralsund. Auf einer kleinen Brigantine entkommt er knapp vor der unabwendbaren Kapitulation, und betritt nach fast 15 Jahren wieder schwedischen Boden. Aber Stockholm sah er nicht wieder. Dorthin wollte er nicht eher heimkehren, als bis er als Entgelt für die vielen Provinzen, die Schweden in diesen Jahren verlor, Norwegen für die schwedische Krone erobert hatte. In diesen Kämpfen gegen Norwegen sank drei Jahre spater vor der norwegischen Festung Frederikshall sein von der Kugel einer feindlichen Wallbüchse zerschmettertes Haupt auf die Brüstung des Laufgrabens vor der Schanze Gyldenlöwe. . ., r, . Ein Heldenleben fast ohnegleichen war zu Ende. Heute noch geht stolz die Sage von diesem König und seinen blauen Jungen durch Sveas Land, wollen die Lieder nicht schweigen von „Kung Carl, den unga hjelte" — von König Karl, dem jungen Helden. Am Sarge Karls XII. Von Alma Hedin. Der berühmte schwedische Tibetforscher Sven Hedin hat in seiner Schwester eine vorzügliche Biographin gesunden, die in dem Buch „Mein Bruder Sven" (Verlag Brockhaus, Leipzig) ein aufschlußreiches Lebensbildnis des großen Schweden gibt. Darin hat sie auch die in Gegenwart Sven Hedins und des bedeutenden schwedischen Dichters Verner von Heidenstam im Sommer 1917 erfolgte Oeffnung des Sarges Karls XII. in einer eindrucksvollen Schilderung festgehalten. Ein Ereignis in diesem Sommer, das Sven aufs höchste interessierte, war die Oeffnung des Sarges Karls XII.; die Leiche des Königs sollte untersucht werden. Die Geschichtsforschung hatte nicht klarftellen können, ob er durch eine feindliche Kugel gefallen oder von feinen eigenen Leuten erschossen worden war; der Schuß war zur einen Schläfe hinein und zur anderen^ hinausgegangen; man glaubte jetzt feststellen zu können, von welcher Seite die Kugel gekommen ist. Der Kopf und der Übrige Körper sollten sorgfältig geröntgt werden. Der König war bei mehreren Gelegenheiten verwundet worden, und man bekam jetzt Klarheit über die Be- schassenheit seiner Verwundungen. Kurz vor der Schlacht bei Pultawa erhielt er einen Schuß in den Fuß. Diese Wunde war die Ursache der Niederlage, der ein Unglück für Schweden nach dem anderen folgte. Als der Sarg geöffnet wurde, waren U. a. auch Verner von Heidenstam und Sven zugegen. Es war ein feierlicher, ergreifender Augenblick, als der Deckel abgehoben, das Kiffen mit Kräutern, das das Gesicht verdeckte, entfernt und der Tote sichtbar wurde. Die Sonne schien scharf durch die kleinen Fensterscheiben und beleuchtete die wunderbare Gruppe. Die übrige Kirche lag im Dunkel. Aerzte in langen weißen Mänteln und Krankenschwestern standen um das Lager des Toten. Auf die Zuschauer wirkte es, als handelte es sich um einen Verwundeten. Die zwei Jahrhunderte, die vergangen waren, seit König Karl fiel, hatten seine wohlbekannten Züge nur wenig verändert. Er behielt noch im Tode seine Majestät. Wenn die Soldaten, die die Wache an dem Sarge hatten, eintraten, grüßten sie ihn wie einen lebendigen König. Die Untersuchung dauerte mehrere Tage. Die ganze Garnison von Stockholm und die darum gebeten hatten, dursten den König sehen. Es war eigenartig, die zu beobachten, die von dem Toten kamen. Sie waren alle ernst und tief ergriffen. Ein junges Mädchen weinte heftig, viele hatten Tränen in den Augen. So stark ist noch heute die Macht dieses Königs über die Gemüter der Schweden. Heidenstam und Sven waren in diesen Tagen oft in der Riddarholms- kirch->. Sie waren ganz erfüllt von dem Gedanken an den Toten, und sie fühlten eine große Leere, als das Grab wieder geschloffen worden war. Sven hatte vieles aus feinem wechfeloollen Leben vergessen, aber niemals roirb er vergessen, daß er Karl XII. von Angesicht zu Angesicht gegenüber gestanden hat. Die Landwehrmänner. Eine Geschichte aus Schweden. Von Selma L a g e r l ö f. Im Jahre 1810, als Großmutter mehrere Jahre verheiratet war und schon zwei Kinderchen hatte, saß sie eines Abends am östlichen Fenster der Küchenftube. Die Dämmerung war hereingebrochen, und da der Marz schon weit vorgeschritten war und sie kein Licht anstecken wollte, hatte sie ihren Strickstrumpf ergriffen, denn stricken konnte sie auch in der tiefsten Dunkelheit. Wie sie so bei ihrer Arbeit faß, hob sie ganz unwillkürlich den Kopf und sah durchs Fenster hinaus. Doch da wollte sie kaum ihren Augen trauen. Noch vor ganz kurzem war es draußen still und klar gewesen, und nun herrschte dichtes Schneegestöber. Der Schnee fiel so dicht, daß sie kaum den Lichtschein des gerade gegenüberliegenden Fensters der Gesindestube unterscheiden konnte. Der Wind fegte in heftigen Stoßen daher, der Schnee prasselte gegen die Wände, und in der kurzen Zeit, die Frau Lagerlöf dagesessen hatte, waren von dem immer dichter fallen- den Schnee schon die Büsche und der Lattenzaun ganz bedeckt. Die Dunkelheit war seit dem Ausbruch des Unwetters rasch tiefer geworden, aber Frau Lagerlöf konnte doch sehen, daß meherere große Tiere durch die Schneewehen nach dem Hinteren Hofe jagten. „Hoffentlich nehmen sich die Mädchen in acht und gehen nicht hinaus, um Holz zu holen", dachte ie, „denn die Graubeine sind heut abend unterwegs." Gleich danach hörte sie einen Schrei und sah einen Wolf vom Hintern Hose herkommend an ihrem Fenster vorbeilaufen. Er trug etwas im Rachen, das sich wehrte und Widerstand leistete. Frau Lagerlöf meinte auch, es fei ein Kind; aber was für ein Kind hätte das fein sollen? Ihre eigenen waren an ihrer Seite, und andre Kinder gab es nicht auf dem Hofe. Aber siehe, dicht hinter dem ersten Wolfe kam auch sofort ein zweiter dahergekeucht, und auch dieser trug ein Kind im Rachen. Da litt es die Großmutter nicht länger auf ihrem Stuhle. Sie fuhr so schnell empor, daß der Stuhl umfiel, eilte in die Küche und durch die Küchentür hinaus ins Freie. Aber dort blieb sie stehen. Vor ihr lag die klare, stille, liebliche Frühlingsnacht. Nirgends eine Spur eines Schneegestöbers und nirgends ein Wolf. Sie muhte über ihrem Strickstrumpf eingenickt fein, und was sie gesehen hatte, war nur ein Traum gewesen. Doch dahinter mußte etwas Ernsthaftes verborgen liegen, das verstand die Großmutter. „Wir müßen jedenfalls gut auf die Kinder achtgeben", sagte sie zu den Dienftleuten, „das war kein leerer Traum, sondern eine Warnung." Doch den Kindern stieß nichts Gefährliches zu; sie wuchsen und gediehen, und das Gesicht oder der Traum, oder was es nun war, geriet in Vergessenheit, wie so vieles andre dieser Art. Im August desselben Jahres kam eine Schar armer Kriegsleute durch Marbacka gezogen. Sie waren zerlumpt, ausgehungert und krank, die Leiber zum Gerippe abgemagert und die Augen gierig wie die wilder Tiere. Alle sahen aus wie vom Tode gezeichnet. Sie erzählten, sie kämen vom oberen Ende des Frykensees und aus dem Bezirk im nördlichen Teil des Frykentals. Jetzt jedoch, wo sie sich ihrer Heimat näherten, feien sie nicht froh, denn sie fürchteten, ihre Angehörigen würden sie nicht wieder erkennen wollen. Vor zwei Jahren waren sie als frische, starke Burschen ausgezogen. Was würden die Leute daheim sagen, wenn sie sie nun so elend wiedersahen? Sie taugten zu nichts anderem mehr, als in die Kirchhofserde gelegt zu werden. Die Armen waren gar nicht im Krieg gewesen, sie waren nur hin und her marschiert in Hunger und Kälte. Sie hatten kein Gefecht gesehen, sondern nur mit Krankheiten und Verwahrlosung gekämpft. Viele Tausende waren sie gewesen, als sie auszogen, aber ein Tausend nach dem andern war umgekomen. Sie berichteten, eine große Anzahl von ihnen sei in offene Prahme gesetzt und gezwungen worden, mitten im Winter über das wilde Meer zu rudern. Wie es auf der Fahrt zugegangen, das wußte niemand; aber als die Prahme an Land trieben, da hatte die Besatzung an den Rudern gesessen, tot, mit Eis Überzogen und erfroren. Die wenigen, die noch am Leben geblieben waren, suchten nun den Heimweg auf eigene Faust. Aber wähend ihrer Wanderung war es ihnen oft begegnet, daß sie, sobald sie sich Ortschaften und Höfen genähert hätten, mit Steinwürfen fortgejagt worden waren. Ein Kummer aber nagte am meisten an ihnen. Ach, daß sie nicht in den Krieg gekommen und totgeschossen worden waren, sondern sich in unendlicher Qual nun weiter durchs Leben schleppen mußten! Sie wußten nur zu gut, in welchem Zustande sie sich befanden, voller Ungeziefer, stinkend vor Schmutz und unheimlich anzufehen. Als sie nach Marbacka kamen, begehrten sie kein Bett und kein Dach; sie baten nur um ein paar Bündel Stroh und ein trockenes Plätzchen, auf dem sie sich niederlegen könnten. Aus Marbacka empfing man die armen Kriegsleute nicht mit Steinwürfen. Der Regimentsschreiber war auswärts, aber feine Frau erlaubte ihnen, ein Lager im Hinteren Hofe dicht am Zaun aufzuschlagen. Grütze und Suppe kochte man für sie in großen Kesseln, und was von Kleidern entbehrlich war, wurde ihnen gegeben. Die Leute vom Hose standen in hellen Haufen unaufhörlich an dem Lagerplatz, um den Berichten dieser armen Menschen zuzuhören. Allerdings, alle konnten nicht reden. Manche gaben auf keine Anrede eine Antwort, so stumpf waren sie. Sie schienen gar nicht mehr zu wissen, wer sie waren und woher sie tarnen. Es war etwas [o Außerordentliches, wie ein Teil dieser Männer verwandelt war, daß das Gerücht davon weit durchs Land ging und die Leute von weit hergewandert kamen, um selbst zu sehen. „Der dort", sagte ein Fremder, der die bemitleidenswerten Reisekameraden lange betrachtet hatte, „ja, der dort drüben soll der Sohn von Jörgen Persa in Torsby sein! Aber ich kenne Jörgen Persas Sohn. Der wa? ein seiner Bursch. Da ist keine Spur von Aehnllchkeit vorhanden- Eines Tages tarn eine arme Witwe des Wegs daher. Sie stammte aus einem kleinen Walddörfchen ganz im Norden, wo sie ihr Leben in hartem Kampf mit Hunger und Not fristete. „Ist einer unter euch, der Börje Knutsfon heißt?" fragte sie, nachdem sie die kranken Landwehrleute eine Weile betrachtet hatte. Keiner aus der ganzen Schar gab Antwort. Die Leute kauerten mit hochgezogenen Beinen auf dem Boden und stützten das Kinn auf die Knie. So faßen sie oft stundenlang, ohne sich zu rühren. „Wenn einer von euch Börje Knutsfon heißt, fo soll er sich zu erkennen geben, denn er ist mein Sohn", sagte die Frau. Keiner der armen Elenden sagte ein Wort oder machte eine Bewegung Sie hoben nicht einmal den Blick zu ihr auf. „Seit er fortgezogen ist, hab' ich jeden Tag geweint", fuhr die arme Witwe fort. „Wenn er unter euch ist, könnte er doch wohl aufftehen uno es mir sagen, denn ich selbst erkenne ihn nicht wieder." Aber alle verblieben stumm, und die Frau ging langsam wieder fort. Dem ersten Menschen, dem sie begegnete, berichtete sie, was >hr geschehen war. Und dabei war sie ruhig und beinahe ftoh. „Bis jetzt hab' ich gemeint, ich müßte verrückt werden, wenn mein Sohn nicht zurückkäme", sagte sie. „Aber jetzt danke ich Gott, daß er nicht unter diesen Gerippen ist." Die Landwehrmänner rasteten eine ganze Woche in Marbacka. Dann setzten sie etwas gestärkt und erquickt ihren Weg nach Norden {ort. Aber sie hatten die Ruhr zurückgelassen. Alle Leute auf dem Hofe erkrankten schwer, aber es starb niemand außer den beiden Kinderchen der Großmutter. Sie waren noch zu zart, um dieser Krankheit widerstehen zu können. Als die beiden Kinder in ihren Särgen lagen, da dachte die Großmutter: „Wenn ich getan hätte wie die andern, wenn ich das fremde Bolk nicht ausgenommen, sondern sie mit Steinwürfen fortgejagt hätte, dann wären meine Kinder noch am Leben." Aber wie sie das dachte, da fiel ihr wieder das Gesicht von jenem Frühlingsabend ein, nämlich die Wölfe und die Kinder, die jene fortgeschleppt hatten. „Unser Herrgott trägt keine Schuld", sagte sie, „er hatte mich gewarnt." Die Kinder waren ja nicht gestorben, weil sie barmherzig gewesen war, sondern weil man sie nicht mit der nötigen Vorsicht vor Ansteckung behütet hatte. Als die Großmutter so erkannte, wieviel sie selbst Schuld daran hatte, daß ihre Kinderchen nun tot und begraben waren, wollte sie der Schmerz fast überwältigen. „Das kann ich nie verwinden", dachte sie. „Ich werde nie wieder ein ganzer Mensch werden." Was ihre Verzweiflung noch vermehrte, war der Gedanke, wie ihr Mann den Verlust der beiden Kleinen aufnehmen werde. Er war seit mehreren Monaten nicht mehr daheim gewesen. Die Schwermut hatte wohl die Oberhand gewonnen, und nun wagte er sich nicht zurück in sein Haus. Wo er jetzt war, wußte sie nicht. Sie konnte ihm nicht einmal Nachricht von dem Vorgefallenen geben. Nun würde er gewiß denken, es sei die Strafe Gottes, weil sie sich geheiratet hatten. Vielleicht würde er überhaupt nicht mehr zu ihr zurückkehren. Jetzt aber war sich die arme Frau nicht mehr klar darüber, ob er nicht doch am Ende recht hätte. Vielleicht war es das beste, wenn sie sich nie wiedersahen. Alle Leute auf dem Hofe waren tief betrübt über diese schwere Trauer der Großmutter, und sie wußten nicht, wie sie ihr helfen sollten. Aber der lange Bengt, der älteste Knecht von allen, war nicht bange, auch einmal aus eigene Faust zu Werke zu gehen, und jetzt begab er sich zum zweitenmal nach Kymsberg, um zu versuchen, den Hausherrn herbeizuschaffen. Dieses Mal dauerte es keine zwei ganzen Tage, bis der lange Bengt zurückkam. Er hatte den Regimentsschreiber richtig gefunden und sein Anliegen vorgebracht; aber kaum war er fertig mit seiner Rede, da ließ der Hausherr auch schon ein frisches Pferd vor den Wagen spannen. Ohne anzuhalten, fuhr er die ganze Nacht hindurch, so daß er schon am andern Morgen in Marbacka war. Und als er ankam, war er nicht steif und rauh. Er schloß seine Frau sanft in die Arme, wischte ihr die Tränen ab und tröstete sie mit den mildesten Worten. Es war, als vermöge er ihr erst jetzt, wo er sie vernichtet und schmerzerfüllt sah, die ganze Gröhe seiner Liebe zu zeigen. Sie empfand es wie ein Wunder. „Und ich glaubte, ich müsse auch dich noch verlieren", sagte sie. „Ich bin nicht der, den man im Leid verliert", erwiderte er. „Dachtest du, ich könne dich verlassen, weil du zu barmherzig gewesen bist?" In dieser Stunde tat sie einen tiefen Blick in sein Herz; nun verstand sie ihn besser als je zuvor. Ja, nun wußte sie es: in frohen, guten Tagen, da muhte sie auf eignen Füßen stehen, und dazu war sie auch imstande. Aber im Leid, int Kampf und in ernsten Zeiten, da würde er allezeit an ihrer Seite stehen als ihr Schirm und Schutz. Die drei Zigeuner. Don Nikolaus Lenau. Drei Zigeuner fand ich einmal Liegen an einer Weide, Als mein Fuhrwerk mit müder Qual Schlich durch sandige Heide. Hielt der eine für sich allein In den Händen die Fiedel, Spielte, umglüht vom Abendschein, Sich ein feuriges Liebel. Hielt der zweite die Pfeif im Mund, Blickte nach seinem Rauche, Froh, als ob er vom Erdenrund Nichts zum Glücke mehr brauche. Und der dritte behaglich schlief, Und sein Cimbal am Baum hing, lieber die Saiten der Windhauch lief, lieber fein Herz ein Traum ging. An den Kleidern trugen die drei Löcher und bunte Flicken, Aber sie boten trotzig frei Spott den Erdengeschicken. Dreifach haben sie mir gezeigt, Wenn das Leben uns nachtet. Wie rnan's verraucht, verschläft, vergetgt Und es dreimal verachtet. Nach den Zigeunern lang noch schaun Muht ich im Weiterfahren, Nach den Gesichtern dunkelbraun, Den schwarzlockigen Haaren. Paradies. Novelle von Ina Seidel. Die Kleinen — nun ja, wer wollte es anders von ihnen erwarten? — die klabasterten natürlich nur der Wibele wegen so eilig die Wendeltreppe hinauf, und daß man sie zu Großpapa emporhob, um sich küssen zu lassen, das war ihnen Nebensache, ihre Augen waren bei der schlanken Blechbüchse, die auf dem Seitentischchen rechts neben Großpapas riesigem Lehnstuhl stand. Früher, dachte Lusche — ach, warum dachte sie jetzt nur so ost „früher ...", war es nicht erst ein Jahr her, seit sie zuletzt in Landseck gewesen war? — früher freute ich mich, glaube ich, auch nur der Wibele wegen auf den Guten-Morgen-Kuh. Aber in diesem Jahr konnte sie es kaum erwarten, Großpapa selbst zu sehen, wie er in seinem thronsesselartigen Stuhl saß, die kranken Beine hochgelegt und in eine Decke gehüllt, über den Knien ein leichtes, hochbeiniges Tischchen mit verstellbarer Schreibplatte, das ganz mit Büchern und Papieren bedeckt war. In dem flachen Tintenfaß glänzte die Tinte wie ein violetter Edelstein; der silberne Deckel war zurückgeschlagen, er war rund und hohl und mit eingeritzten Linien überzogen wie eine kleine Erdkugel. Großpapas gedrungene, wohlgeformte Hand glitt ohne abzusetzen auf dem großen Bogen hin und her und hinterließ als Spur festgefügte Zeilen jener winzigen runden Buchstaben, die kein Kind je entziffern konnte und die deshalb ähnlich rätselvoll waren wie die seltsamen Hieroglyphen auf den ägyptischen Pyramiden, die Großpapa offenbar waren, als sei er vieltausendjährig und vertraut mit versunkenen Zaubervölkern. — Er sah nicht gleich auf, als die Kinder eintraten, dann aber hob er die Augen und spähte über die Brillengläser hinweg, ohne den Kopf zu bewegen. Nun schrieb er lächelnd noch einen Satz zu Ende und legte den Federhalter nieder. Er nahm die Brille ab und sah die Kinder an, wie der liebe Gott ein paar neue Engel ansehen mag, die erst gestern abend in seinen Himmel gekommen sind. „Habt ihr gut geschlafen, und was habt ihr geträumt in der ersten Nacht?" fragte er etwa; und Lusche wußte, das waren Fragen, auf die man nicht zu antworten brauchte, denn Großpapas Hand suchte schon nach der Wibelebüchse, während die Kleinen, von Mama hochgehoben, sich mit offenen Mäulchen gedankenlos küssen ließen. Lusche aber stellte sich auf die Zehenspitzen, und behutsam, um nicht an das kranke Bein zu rühren, reckte sie sich und beugte sich über das Tischchen. Großpapas Bart war weiß wie Schaum und krauste sich über den rosigen Wangen in festen, durchsichtigen Löckchen. Nur um den Mund herum war er angeraucht und vergilbt wie altes Elfenbein. Und Lusche küßte weihevoll in diesen wunderschönen Weihnachtsmannbart hinein, und befriedigt nahm sie wahr: ja, er duftet immer noch so köstlich nach Myrrhen, ebenso wie Großmamas schöne Hände von dem Dust jener märchenhaften Seife umhaucht waren, die „ä la Reine des Abeilles" hieß, was so gut zu Großmama paßte. War denn auch wirklich alles noch wie früher? Da lag es, das braune Krokodil mit dem gekerbten Lederrücken, das sich auseinanderklappen ließ und in seinem rotgefütterten Bauch das elfenbeinerne Falzbein barg. Da standen auf dem Seitentischchen jene geheimnisvollen Gefäße aus lichtblauem Glas — Wasserkanne, Becher, ein Schälchen mit silbernem Deckel —, wozu dienten sie nur? Und die große Lupe mit dem perlmutternen Griff lag da, durch die betrachtet der Rücken der eigenen Hand wie ein Stück Fell von einem fremden Tier, borstig und löcherig, aussah. Die Wibelebüchse aber war gefüllt wie nur je, und als Lusche das winzige Gebäck verschämt in den Mund schob, denn Großpapa hatte gefragt: „Darf man das denn der jungen Dame noch anbieten?" — da klinz-klangte hell und melodisch die alte Repetier- uhr in Großvaters Hand, auf deren dunkelblauem Emailzifferblatt zwei silberne Indianer mit Hämmerchen an eine Glocke pinkten; in seinem Messingdrahtbauer plusterte sich der Gimpel zu einer roten Federkugel auf und flötete ehrgeizig fein „Ach, wie ist's möglich dann" dazwischen und versagte mitten drin mit einem erstaunten Pfiff, — von draußen aber kam mit der unsäglich reinen Morgenlust, die den gelblichen Vorhang vor der offenen Balkontür zärtlich schwellte, der sonnenwarme, süße Dust der Hängenelken. Lusche hatte im See gebadet, hatte auf dem Steg, dessen glühende Bretter die nackten Sohlen fast versengten, in der Sonne gelegen, und nun ging sie, Schuh und Strümpfe in der Hand, behutsam auftretend, den „Obernlandstrich" entlang. Dieser Teil des Gartens ward durch den Seeweg, der dem allgemeinen Verkehr offen stand, von dem Anwesen getrennt und verband es mit der Landstraße. Hasel- und Erlengebüsch zog sich an der Schlucht des Baches hin und bildete köstliche, unwegsame Höhlengänge; auf dem schmalen Wiesenstreifen jenseits konnte man völlig in Verschollenheit eingehen. Lusche liebte den Ort. Sie trottete mit hängendem Kopf dahin, benommen von der Sonne und dem Heuduft der nahen Wiesen. Aber hier wucherte das Gras noch üppig in üb erblühter, bräunlicher Fülle, und Lusche sah dankbar das Zittergras nicken und blickte schläfrig nachdenklich zu den Kronen der Kirschbäume auf, die mit braunen, harzglänzenden Stämmen am Wege standen und noch vereinzelte Kirschen trugen, an denen Buchfinken und Amseln pickten. Bei der alten Buche wollte Lusche zum Bach hinab, aber sie lauerte zunächst einmal nieder, um den Lauf eines großen, bronzegoldenen Käfers zu verfolgen, der über die Gräser hinhastete. In diesem Augenblick hörte sie Schritte, und ausblickend gewahrte sie einen glattrasierten Herrn in einem fälligen, grauen Anzug, der feinen Panamahut in der linken, ein buntseidenes Taschentuch in der rechten Hand trug, mit dem Ausdruck harmloser Selbzusriedenheit in den geröteten, etwas plumpen Zügen, als wandele er auf seinem eigenen Grund und Boden. Lusche hielt ihn für einen Besucher Großpapas, und ihre nackten Beine waren ihr auf einmal höchst peinlich. Früher, dachte sie gerade noch, war mir so 'was vollkommen piepe! Dann sank sie ganz ins Gras, so daß ihr Sommerkleid die Füße bedeckte, und blickte, vom Wege abgewandt, angelegentlichst auf eine Skabiose nieder, erfüHt von der unwahrscheinlichen Hoffnung, der Fremde würde sie nicht fehen, wenn sie ihn nicht sah. Aber vergebens! Denn nicht nur sah er sie, nein, er blieb auch noch stehen und verharrte in bedrückendem Still chweigen hinter Lüsches Rücken, deren Kopf immer tiefer sank. „Ist da was?" fragte er endlich. „Hm? Ein Tier? Käfer vielleicht?" Und mit einem Schritt war er neben Lusche, die, unangenehm berührt, die Haare zurückschüttelte und finster zu ihm aufsah. „ „Nichts!" äußerte der Fremde enttäuscht, denn der Käfer war langst entschwunden. „Sag' mal, was machst du eigentlich?" „Sie wollen wohl zu Großpapa?" fragte Lusche zurück. „Da müssen Sie geradeaus weitergehen und an der Gartentür klingeln. Dies -ist noch nicht der Garten, dies ist bloß der Obernlandstrich." „Was ist dies? Obern...?" „Obernlandstrich! Na?" sagte Lusche verletzend deutlich. „Obernlandstrich! Aha, oberer Landstrich, verstehe! So, so." Jetzt war es an Lusche, erstaunt zu [ein. „Oberer Landstrich? Oberer Landstrich?" wiederholte ste in fassungslosem Ton, „heißt es so? Ach!" Sie sah den Mann mit offenem Munde an. „Komisch!" fügte fic überwältigt hinzu. „Warum denn komisch?" „Na, zu komisch! Wir sagen immer nur: Obernlandstrich, ich geh' in'n Obernlandstrich, so ganz schnell. Und ich habe noch nie nachgedacht, was es eigentlich heißt. — Oberer Landstrich!" wiederholte sie noch einmal nachdenklich und fast ein wenig betrübt. „Ja, ja", sagte der Fremde teilnahmsvoll, „so bilden sich Begriffe. Warum sitzest du eigentlich hier im Grase?" „Wollen Sie nicht zu Großpapa?" „Nein!" lachte er, ohne alles Schuldbewußtsein, „ich gehe hier — doch man so." „Am Tor ist eine Tafel!" bemerkte Lusche streng. „Ja, mein Kind, gewiß, mein Kind, ich habe sie auch gelesen. Unbefugten, nicht wahr, und so weiter. Ach, es gibt so viele solcher Tafeln, aber sie gelten nie für mich, mußt du wissen, ich gehe immer da, wo mir's gefällt. Und euer Obernlandstrich gefällt mir sehr." „Ja!" Lusche strahlt auf. „Fein, nicht wahr? Passen Sie mal auf, ich will Ihnen was zeigen..." Sie sprang auf, stutzte, wurde rot und sah verlegen nieder. „Na, was denn nun?" fragte der Fremde erstaunt. „Weil... Ich habe doch keine Strümpfe an ..." „Wenn's weiter nichts ist", beruhigte er, „als ich so alt war wie du, hatte ich nie welche an." „Also!" sagte Lusche begeistert, — „es ist nur, weil Tante Hanna immer sagt: eine angehende junge Dame... Wissen Sie." „Lieber Gott!" sagte der Fremde mitleidig, „du bist doch höchstens fünfzehn!" „Dreizehn!" sagte Lusche mit Nachdruck. Sie gingen über das Stück Grasland, das, in einer Krümmung des Bachbettes liegend, ringsum von hohem, dichtem Gesträuch umschlossen ward, in dem Waldrebe und Jelängerjelieber wucherten und in lichten, duftenden Netzen herabhingen. Eine zerfallene Brücke führte hier über den Bach. Lusche wies pfiffig darauf hin: „Voriges Jahr war sie noch heil. Jetzt traut sich keine Tante mehr hinüber. Uff die Brücke gehn sie nicht!" „Du scheinst auch nicht hier groß geworden zu sein", meinte ihr Begleiter lächelnd. „Nein", — Lusche wurde etwas tragisch. „Ich bin aus Berlin. Leider!" Aber nun hob sie die niederhängenden, breiten Aeste der schwarzgrünen, turmhohen Tanne auf, vor der sie stehengeblieben waren. Sie traten ein paar natürliche, durch große Wurzeln gebildete Stufen hinunter, und Lusche sah begeistert zu dem Fremden auf. „Na?" fragte sie gönnerhaft. Der graue^Mann sah sich kopfnickend um. „Allerdings", sagte er, „du hast recht! Es lohnte sich!" Eine kleine Bank mit einem rohen, in den Boden gepfählten Tisch stand am Stamm der Tanne. Er ließ sich nieder, behandelt« seine Stirn und sein üppiges, sahlblondes Haar mit dem bunten Tuch und sah sich wiederum befriedigt um. Sie befanden sich in einer tiefschattigen, von den Tannenästen gebildeten Höhle, die sich nach vorn zum Bach hin öffnete. Die Schlucht war hier durch eine Ausbuchtung des jenseitigen Ufers zu einem Becken erweitert, in dem das fchnellstürzende Wasser sich staute und einen beruhigten, goldbraun klaren Spiegel über den glatten Kieseln und dem feinen angeschwemmten Sand des Grundes bildete, von dem aus zartes, verflochtenes Geriesel sich den Ausweg zwischen großen, moosüberzogenen Steinen suchte. Das andere Ufer war hoch, steil und lehmig, Gras und Blumen nickten über [einen Rand. Aber hier hinunter drang das Licht nur verstohlen durch das Gezweig, wenn der Wind es rührte, tanzte über das Wasser hin ober rollte in goldenen Bällen über die dunklen Abhänge. — Lusche hatte sich auf den Tisch gesetzt, die Füße auf der Bank neben dem neuen Freund, die Ellbogen auf den Knien, und alle zehn Finger in ihrem hellen Haar vergraben. „Hier bin ich voriges Jahr immer mit Tante Eugenie gewesen." Sie verzog bas Gesicht und fuhr in hohen Tönen fort: „Mein Lieblingsplätzchen! Hier ruhe ich, hier träum' ich, — hier schwärme ich!" Der Fremde lächelte: „Sagte sie so?" Lusche nickte mit verächtlichem Gesicht: „Damals wußte ich noch gar nicht, was .Schwärmen' ist." „Nun, und jetzt?" „Ach", sagte Lusche und schnellte sich herum, daß sie ihm den Rücken wandte. „Sehen Sie, dort unten kann man feine Brücken bauen! Einmal hab' ich da eine Forelle gefangen! Mit der Hand. Angeln Sie eigentlich?" „Zeitweise", erwiderte der Fremde zerstreut. Er sah vor sich hin, schien ein wenig zu lächeln und und richtete seine grauen Augen plötzlich voll auf Lusche, die ihn über die Schulter hinweg etwas mißtrauisch ansah. „Du sprichst soviel von Tanten", sagte er, „du hast wohl sehr viele hier?" „Viere", sagte Lusche und hielt ihm vier Finger unter die Nase. — „Und eine kommt noch!" setzte sie seufzend hinzu und ergänzte das Finger» symbol durch Hervorschnellen des Daumens. „So, — hm, hm. Sag mal, ist da wohl eine Dame namens — nun, -ist vielleicht ein Fräulein Claaßen darunter?" „Claaßen?" Lusche lachte. „Claaßen heißen sie beinahe alle! Tante Hanna, Tante Lalla, Tante Cornelia Claaßen, bloß Tante Magdalena, die Mutter von Paul, die heißt Arnholz." Er sah sie unruhig an. „Nun, und Katharina — Fräulein Katharina Claaßen?" „Ach die", sagte Lusche gleichmütig, „ja, die kommt noch. Diese Woch^ glaub' ich. Kennen Sie die? Ich noch nicht." „Ich kenne sie", sagte der Fremde und lächelte etwas geistlos, ohne Lusche anzusehen. „Ich kenne sie ein wenig. — Aber sie wird sich nicht an mich erinnern", fügte er hastig hinzu. — In diesem Augenblick kam ein anschwellendes Dröhnen durch die Lust, erstarb einen Augenblick und wuchs wieder schollernd an. Lusche fuhr entsetzt herum. „Das Tamtam!" rief sie. „Meine Strümpfe! Das Mittagessen! Oh, ich sollte ja das weihe Kleid anziehen!" Sie war in den Strümpfen, ehe das wilde Geräusch ausgetobt hatte, und verließ den grauen Fremden ohne langen Abschied. „Es gibt SchlagsahntütchenI" rief sie ihm noch zu, während sie durch das hoye Gras lief und er am Ausgang der Schlucht stand und seinen formlosen Hut feierlich hinter ihr drein schwenkte--- * „Die Knickse kannst du dir jetzt abgewöhnen!" sagte Paul mißbilligend zu Lusche. Er hatte eben einen älteren Schulkameraden begrüßt, der zur Sommerfrische im Dorf wohnte, und hatte dabei peinlich berührt wahr- genommen, daß Lusche an seiner Seite hurtig zusammensank und wieder hochschnellte. „Eine Dame grüßt so, — siehst du!" Er oollführte mit dem Kopf eine gemessene Beheizung, wobei ihm der Kneifer von der Nase sprang und den Ausdruck zurückhaltender Liebenswürdigkeit zerstörte, der dieser Gruhbewegung die Weihe geben sollte. Lusche sah gläubig zu ihm auf. „Mama wird es nicht erlauben", bemerkte sie schüchtern. „Na, wenn du mit mir gehst und ich meine Freunde grüße, jedenfalls!" entschied Paul. „Einmal muß man doch aufhören, Kind zu sein. Du bist nun vierzehn ..." „Dreizehn!" schob Lusche ein. „(Egal! Die Schwester von Benz ist zwölf, und ich sage dir: reif für sechzehn! — Eigentlich könntest du auch Handschuhe anziehen, wenn wir zusammen ins Dorf gehen, — es gehört nun 'mal zum Straßenanzug!" Lusche, die ein etwas verwaschenes blaues Kattunkleid mit halblangen Aermeln anhatte, blickte auf ihre braunen Arme und Hände, lachte ein bißchen und sah Paul freundlich-verlegen an. „Im Sommer hab' ich nie welche", gestand sie. — Dann triumphierend: „Du hast ja auch keine an!" „Bei Herren ist das anders", war die strenge Erwiderung. „Du kannst jetzt ,mal zu Peter Bockmeier reingehen wegen der Hausmacherwurst, ich...", Paul blickte gleichgültig in die Ferne, errötete aber trotzdem, „ich muh mich heute rasieren lassen, warte nachher an der Ecke auf mich!" Und während Lusche eilfertig die Stufen zum Metzgerladen hinauflief, froh über die Unterbrechung dieses Gespräches, berührte er im Weitergeben vorsichtig sein Kinn, um sich von dem Vorhandensein schüchterner, kleiner Stoppeln zu überzeugen. Er hätte nicht sagen [ollen „heute rasieren lassen" — nein, einfach „muß mich rasieren lassen" — überhaupt selbstverständlich „rasieren lassen!" Das ging doch niemand etwas an, daß es einstweilen nur alle vier Wochen nötig war. — Als er unter dem blanken Messingbecken des Baders wieder auf die Dorfstahe hinaustrat, fühlte er sich gehoben, wenn schon etwas zerschunden um Kinn und Wangen herum. „Der junge Herr haben noch eine gar so feine Haut", hatte der alte Eisele gesagt; — war das nun eine Schmeichelei gewesen? — Lusche war natürlich nicht an der Ecke. Erst nach einer Weile suchender Umschau entdeckte er sie vor einem Bauernhause, wo sie mit baumelnden Füßen auf der Deichsel eines Leiterwagens saß und wippte. Und auf der anderen Straßenseite mußte aus- Serechnet der Rudi Lechler vorbeigehen, — wie der dicke Kerl zu Lusche inübergrinfte und den Hut nicht von dem runden Krauskopf tat. „Grüß dich, Lechler!" sagte Paul etwas schneidig und berührte nachlässig seine Hutkrempe. „Kennst meine Cousine scheint's nimmer!" „Ja, der Paul!" sagte Lechler gemütlich. „Bist du auch einmal wieder da? Wieso soll ich deine Cousine nicht kennen? Lusche heißt sie, und aus« schauen tut sie wie immer." Er lächelte mit listigem Zwinkern seiner braunen Augen zu Lusche hinüber, die ihn unter ihrem breiten Strohhut finster ansah. „Weil du sie nicht grüßt", bemerkte Paul steif. „Sie grüßt mich ja auch nicht", sagte Rudi gelassen. „Hast schon geschwommen heut, Paul? Ich schon! Hast du's aber eilig! Servus, Paul!" „Servus, Lechler!" Lusche sprang von der Deichsel, daß die Wagenkette klirrte, und lief zu Paul hinüber. Eine Weile gingen sie schweigend im weißen Kalkstaub der Straße, auf dem die Mittagssonne lag, blendend, wie auf den weißen Wänden der Fachwerkhäuser. (Forffetzung folgt.) Schriftleitung: i. V. Dr. Fr. W. Lange, Gießen. — Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange in Gießen. SiehenerZamilienbMer Unterhattungrbeilage zum Eietzener Anzeiger Zahrgang (952 Zreitag, den 3. )uni Nummer 42 Colour & Grey Control Chart e er. Von Äax Mell. inb großen Bilder an, mit denen die Wände vollhingen und welche die , mu yiujjtrii öuuei uh, um uvueii uie xvuuue uuuyuii^tru unu ivtiujv uie [ refflU iumberbaren, durch die Wallfahrt erzielten Heilungen und Errettungen ch nit einfältiger Anschaulichkeit darstellten. Ein Bild fiel mir in die Augen, . las offenbar das älteste darunter roar; die andern mochten, im Lauf der *5, Seit dazugehängt, es na und nach eingeschlossen haben, denn es hotte ben W nit ihren Darstellunaen nichts gemein und es konnte nicht aus dem An- ueii 24. w1 ntirb I1**1 6 8 L 9 § t7 £ 1 r 9ebti>|l( boiltl Salotnor l Kind ' ; jenfteri* l2(benb<,u 1 ein i® 1 ch neWII aus nit ihren Darstellungen nichts gemein und es konnte nicht aus dem An- liB einer „Verlobung", wie man in den 'Alpen vom Gelöbnis sagt, hieran gestistet sein. Ich betrachtete es mit wachsender Teilnahme. Die liguren standen wohl etwas steif darauf und verrieten, daß der Maler t ner bäuerlichen Welt angehört halte; allein es war keine, die nicht i*r Eigenleben verraten hätte; ihre Augen glänzten mit Gewalt aus den Gütlich und besonders gezeichneten Gesichtern, aus Gewandung und Ge- i*t sprach Phantasie, und im ganzen lebte ein heimliches und starkes ilichterisches Empsinden, so daß ich mir das Bild als eine schöne und er- ’ euenbe Begegnung vor dem Auge noch manchmal wiederholte, als ich schwarzen Haar und Bart und den glühenden schwarzen Augen, durch seine einsamen Berggänge auch in stürmischen Nächten und im Winter, und nicht zuleßt mit seinen lauten heftigen Selbstgesprächen vielen Leuten unheimlich wurde. Dennoch, wer etwas malen lassen wollte, kam hereinstürzende Wasserflut, ein wildes Geren immer mit einer Wahrheit gemalt, die und als einmal ein Kind vor dem Drachen, Zeorg gemalt hatte, jämmerlich zu schreien und meinte, nun habe er's getroffen. Das iir die Leute ja nicht schrecklich genug auf» !i erlangte er ihre ganze Zufriedenheit. Nur hrie ober die Deifaltigkeit in der Glorie, die I thronen pflegten, meist etwas kümmerlich b entfernt, und man meinte ihrer nicht recht s sah geradezu aus, als ob jemand versucht am des weiteren hinzu, daß der Maler auch flegle, mit denen er vortrefflich neue Farben chl eigentlich Gold machen wollte; und es erdacht hegten, ob er es nicht mit finsteren zier immer uuueie uie,e wefiuiteu ui piuu^uyeii yuiuen uv, ui» lepie Figur jedoch malte er nicht den Tob, sondern grausenerregenden An» sehens, den Teufel und schrieb darunter: Ich hole euch alle. Der Bauer kam, nachzusehen, wie sein Bild geraten wäre; und et brachte seine Enkelkinder mit, die ihn auf dem Kirchgang zu begleiten pflegten und die er bei jenem ersten Besuch vor der Tür hatte warten lassen. Da sie nun das Bild, das sie wohl kannten, prangend von bunten Farben vor sich ausgestellt sahen, schrien sie auf in Lust, weil es so schön geworden, und in Freude, weil sie so etwas auf ihrem Hof haben sollten. Der Großvater, zuerst erschrocken, lachte, daß er es ihnen recht gemacht, und hielt seinen weißen Kopf unbedeckt, wie in der Kirche, ganz nahe vor jede einzelne Figur und die Unterschrift. Die Jugend zeigte mit vielen Ausrufen auf jede einzelne Gestalt; sie sprachen über eine jede, und der jüngste Bub sagte mit strahlenden Augen, der Soldat gefiele ihm am besten, so schön wären sein Schnurrbart, seine Pluderhosen und sein Gewehr; der zweite Bub meinte, ihm gefiele wohl bei Papst am 'besten, und wandte den Blick nicht von der dreifachen Krone, obschon diese etwas matt geraten war. Der dritte war ein naseweiser junger Bursch, der den Dirnen schon nach den Waden [ab, und dem gefiel das Mädchen am besten, weil es recht rund sei und so rote Backen habe. Das kleine Mädchen, das ein wenig scheuen Wesens war, sagte, ihm gefiele der Arzt am besten in seinem schwarzen Talar. Der Groß unter aber nickte vor sich hin und sagte, der Bauer wäre doch am schönsten anzusehen, der ernähre alle, und sie sollten nur bauen und brav bleiben. Alle aber waren sie einig darin, daß ihnen der B»»mt: wcaaiien zu tun patte, mit denen er etwa in Venedig ein Bündnis geschlossen;' denn in den welschen Städten kam vielerlei vor, was den Leuten im Gebirge nicht gefiel. Jene Machte hätten ihm für ihre Hilfe bei feinen Arbeiten wohl gar zur Bedingung gemacht, die heiligen Gestalten auf den Bildern ganz klein und unscheinbar zu lassen, während die Nachstellungen, die sie den Menschen bereiteten, großartig an den Wanden der Sirdje zu sehen wären. Die Vernünftigen aber meinten, die Bilder würden doch geweiht und da entflöhe alles Böse, das sich etwa einschliche; und man hätte keinerlei schlimme Zeichen wahrgenommen. » Eines Sonntags in der Fastenzeit, als die Messe gerade aus war, kam ein alter Gebirgsbauer zu dem Maler, zog ein ganz mürb gewordenes und schon in mehrere Teile zerfallenes Blatt aus der Tasche, entfaltete es, die 'Augen ganz nahe dazu führend, denn er sah schon sehr schlecht, und breitete es dem 9)1 aler auf den Tisch aus. Der Maler betrachtete es und sprach: „Das ist ein Kupferstich, was wollt ihr damit?" Der Bauer meinte, das Bild hielte nicht lange mehr aus; er möchte aber, daß es auf dem Hofe bleibe, fo wie er es ererbt habe, und ob er es ihm neu machen könnte. Der Maler entgegnete, er könnte es ihm nur auf Holz und in Farben malen, ob er damit einverstanden wäre -Unll^ch^^^^^^^^^^^esdam^^^datw^af^vü^e^va^r^s Neigen. Bon Emanuel von Bodmann. Hier will ich bleiben, mitten im Walde, Strecke mich in den Sonnenschein, 19 20 21 14 15 16 17 18 atob seit ifnllen» 4) bat, ü 9 10 11 12 13 ii gedM märt» m Maui m 6 7 8 2 3 WeiM’l 'eine fei grtampjtl t, dütz gjl Mr guttrl "9 I 'M. »i>| ’ hab i'i ■ Jcht'M misch uijil Stabt uiiil ie Happel ächt' !)*"■ emal il essen, i»i ■ Jenö» b il I, dich 1 inmal sch bu M ’n Adem die 01)« Das m " 4 5 । spielen sljenne'1 soll )er U inrichi tuten. »|l tu <4 a5 6Ä® Paris«." art** )cr SW I zn lel11 usdrucksweise der Türken- und Peft-Zeit, „5