Nummer 65 Montag, den 15. August nein war man lenteuerl" 3m Weingang. Von Friedrich Griintz. Sommerliche Trauben Schwellend aufgereiht Unter dichten Lauben In der Erntezeit. Innerliches Reifen, Wahrend alles ruht. Lichte Schatten greifen In die tiefste Glut. Stündest du inmitten. Sommerliches Kind, Gingst mit jungen Schritten Wie ein Sommerwind, Daß die schweren Trauben Zitterten im Gang, Daß die Schattenlauben Schwirrten von Gesang! der Reibe." „Ich möchte aber nicht, daß du dich benachteiligt fühlst, Emil/ unb auf tonnt! groß ml ib ffiittii Hören ij iw Kare Ilten, bit Drei Männer und ein Auto. Von B a cc. -ifall mit , wie ih he, au6ti a Wach es niG Wem dich nicht : weiß ich nicht ii ieben, bi! inne mich en ich |ii ■ hätte i» hätte '* Hier, m r gut, k i baju ii 1 wir ai| ich. Eitel chneidee, geben e' i bie ui' :'P .Ut(l -jtfl ^’e«' Md E den i«1* grreg* au!S-d ta** e niu"^ hn-"'" n*6 Lf » rennte’ । M chM w . e-Ä rebe n™ War,,! nb Stabe wn Uttle "erschabe Siebener Samilienblätter Unterhaltungsbeilage zum Giehener Anzeiger euem unb in sich s Stiegst*1 Hiidsche'' -e’®S itotg. 2 i wir 1« lang«»’ Ilm sieben fuhren sie los. Evelyne setzte sich ans Steuer und kommandierte Emil an ihre Seite. So hatte sie es bestimmt. Friedrich und Sepp kamen überhaupt nicht dazu, mit ihr eine Unterhaltung zu führen. Spat in der Nacht i in Genf. Alles, was Evelyn sagte, wart „Das ist mal ein Ab Dann verschwand sie in ihr Zimmer. Friedrich bot Emil an, am nächsten Tag den 'weißen Mantel anzuziehen. Möchte dir so passen, du Dussel! Ueberhaupt bist du gar nicht an Im Beamtenkasino hatten sie sich ein Jahr lang von Krautwickeln und Milchreis mit Dörrobst ernährt. Abends spielten sie Skat im Cafe Bembel i,schöner schattiger Garten, prima Ausschankweine"), oder sie fuhren 0 Minuten mit dem Personenzug in die nächste Großstadt zum Bunv ii ein. Das kostete Geld, und überdies ging der letzte Zug zuruck nach ichlappsrshausen an der Schlapper um halb zwölf! Wenn man all diese Momente in Betracht zieht, leuchtet es ein, daß drei hübsche junge Monier, Sepp, Emil und Friedrich (es genügt, ihre Vornamen mitzuteiien, in die Familiennamen, Huber, Lehmann und Schröder nicht das Ge- i ngfte über Charaktere und gute Herkunft aussagen!), Dr. phil. un6 Chemiker bei den „Synthetischen Braumalzwerken Schlappershausen vornu ^otterhalts & Söhne", es schließlich satt bekamen, schlecht zu essen und br Geld an strapaziöse Vergnügungen ohne happy end ju vergeuden. „Jungens wir sind ja doof", erklärte eines Tages Emil, der aus Ber- lm und selbstverständlich Helle war, „x"A""t 1 m'r sich Emil bei „Herrschastliche Livreen" herum und entdeckte „Duke of Jork, den waschechten Fahrzeugführermantel", welcher „dank unserer großzügigen Disposition" samt dazugehöriger Mütze für 29 Mark und 85 Pfennige zu haben war. Weiß, mit schwarzen Aufschlägen. Sein Vorschlag, auf der Reise habe jeder zwei Tage den Mantel und die Obliegenheiten eines hochherrschaftlichen Chauffeurs zu übernehmen, wurde einstimmig angenommen. Wer gerade dran ist, der wird mit dem Vornamen angeredet und hat selbst im Verkehr mit den anderen die dritte Person anzuwenden, nimmt seine Mahlzeiten in der Gesindeschwemme, trägt das Gepäck auf die Zimmer usw. Länger als zwei Tage wird sowieso nirgends Station gemacht. „Natürlich" — erklärte Sepp — „sitzt der Chauffeur immer hinten. Das ist zünftig!" Die Reise ging soweit gut vonstatten. Bis auf Kleinigkeiten. Ein Portier hatte Sepp verwehrt, die Hotelhalle durch die Haupttür zu betreten. Ein Garagenbesitzer hatte Emil ein saftiges Trinkgeld zugesicherk, wenn er seine Herrschaft von der Notwendigkeit einer durchaus überflüssigen, aber kostspieligen Reparatur überzeugen würde. In Nizza war Sepp von einem Stubenmädchen arg inständig gebeten worden, eine abendliche Schwarzfahrt mit ihr zu unternehmen. Er unternahm sie. Der Wagen wurde am nächsten Morgen abgeschleppt, dem Schwarzfahrer drohte man mit fristloser Entlassung. In den drei Tagen, die die Reparatur in Anspruch nahm, mußte er erfahren, daß noch so liebenswürdige Stubenmädchen für Chauffeure ohne Wagen keine Verwendung und für abendliche Fußtouren keinen Sinn haben. Das Hauptmalheur ereignete sich in Iuan-les-Pins. Das heißt, es begann dort und hörte auf den Namen Evelyne. Sepp und Friedrich waren gerade im Begriff, durch das Portal eines fürstlichen Gasthofes zu schreiten, Emil öffnete den Schlag und lüftete die in den Preis von 29,85 Mark einbegriffen gewesene Njütze, als das Malheur in den Ruf ausbrach: „Landsleute aus dem Schlappergebiet!" Denn nicht nur Schlappershausen, sondern auch die am gleichen Fluß gelegene Großstadt nebst weiterer Umgebung trug auf dem Nummernschild das Zeichen Schl. Zwei Minuten später wußten Friedrich und Sepp — und auch Emil, für dessen Ohr es gar nicht bestimmt war —, daß Evelyne eben Evelyne war, nämlich beheimatet in jener Großstadt, wo die Manhattan-Bar eine enge, aber gastliche Pforte offen hielt, daß sie seit drei Tagen allein in Iuan-les-Pins wohnte, weil Papa vor lauter Aufsichtsratssitzungen unabkömmlich war, daß sie das studierte, was junge Mädchen so reizend als Kunstgeschichte bezeichnen, daß sie ferner den Führerschein lila, einen Rennwagen und ein Autogramm von Rabindranath lagere besaß, sehr abenteuerlich und extravagant (nicht oft genug konnte sie es betonen) war usw. Daß sie überdies nichts an hatte als einen rostbraunen Badeanzug, eine gelbseidene Pyjamahose und rote Holzsandalen (die Fußnägel waren in der gleichen Farbe lackiert) brauchte sie nicht erst zu erzählen. Denn das sahen die jung m Männer auch jo und nicht einmal ungern. „Wir wollen gerade nach Monte. Wenn Sie Lust haben..." „So wie ich ..." „Das ist doch mal was Extravagantes!" „Gut!" Das Extravagante hatte seine Wirkung nicht verfehlt. Sepp schubst! Friedrich kurzerhand auf den Führersitz, winkte Emil auf den Platz daneben und setzte sich behaglich neben Evelynchen hinten rein. Abends tanzten sie zusammen im „Provenzale". Emil spielte mit einem Berliner Ehepaar in dessen Fremdenpensivn einen Skat und gewann 12 Papierfranks. In der Bar vom „Provenzale" fand indessen folgendes Gespräch statt: Evelyne: „Morgen machen wir eine ganz große Tour." Friedrich: „Wohin?" Evelyne: „Irgendwohin." Sie funkelte die beiden mit frechen Aeuglein an. Leider wußten Friedrich und Sepp nicht, daß es gar nichts zu bedeuten hat, wenn ein junges Mädchen namens Evelyne zwei junge Männer zugleich anfunkelt. Jeder machte sich schon seine Gedanken, wie er es anstellen wird, einmal unter vier Augen angefunkelt zu werden. Sepp: „Dann fahren wir schon um acht. Ist's recht?" Evelyne: „Um sieben! Wir wollen ganz weit. Wir gehen auf Abenteuer aus." Friedrich: „Ich übernehme es, Emil zu instruieren." Evelyne: „Wer ist Emil?" Sepp: „Bloß der Chauffeur." ich habe ausgerechnet, daß wir mit Kleinauto auf gemeinsame Kosten enormes Geld sparen. Ein Kleinauto kostet so gut wie gar keinen Betriebsstoff. Wenn wir z. B.in die k labt fahren, so kostet das für uns nicht mehr als eine Karte dritter hin >ud zurück." Daran anschließend machte er eine phantastische Unwahr- sheinlichkeitsrechnung mit vielen Unbekannten und wenig Bekannten aus, danach beispielswei e die Amortisation auf fünf Jahre umgelegt ungefähr irr zweiten Fahrkarte hin und zurück entsprach, so daß einer immer Potis fuhr , „ Friedrich sagte nur „Ja", was sich, da er aus „Hamborch war, wie lme sanfte Reinigung der oberen Luftwege anhörte. Sepp, aus Freising in Oberbayern, kratzte sich am Hinierkops 'm Großbauer der einen Versicherungsantrag unterschreiben soll, und hurrte fast hochdeutsch: „Ich denk schon, dann tonnt'n mir s machen. _ Also kauften sie ein Auto und fuhren Zweimal am Tage m die 'Synthetischen" und zurück, fuhren in die Stadt und machten Touren 'm Sonntaa. , ~ ... Ihre Ferien verbrachten sie im ersten Jahr bei den werten , >m die Wagenanschaffung einigermaßen auszugleichen. Im zweiten xiagr wer, jo war es längst schon ausgemacht, fuhr man zusammen ini den üben. Mit der Karre, versteht sich. Sie nahmen ihre Urlaube zu gleicher ;*it. Bei den „Synthetischen" war das möglich. Denn das Werk bejchas- •Ste nicht weniger als 24 Chemiker. . . Emil wollte für die Reise partout einen Tropenhelm kaufen, und «epp summte- r- #>• . „Ich fahr in kurzer Wichs, mit nichts als Badeanzug und Smokmg ]r1 Koffer. Sollen sich an den Wams gewöhnen die Bazis, ki aus- ' "difchen " Und bestellte bei seinem Münchener Schneider Zwei '"Züge. Denn das mit der kurzen Wichs und den bchUvarrschen Fluchen bei ihm doch nur Koketterie. Er fand wsgeheim, daß sich solches ^uturburschentum gut zu seiner sonst so eleganten Erscheinung ausnehme. Indessen fuhren Friedrich und Emil in die Stadt zu ®*nel?ere^ Peoije: „Wir kleiden klein und groß — haltbar und famos ^ Wahrend M'edrich in der Abteilung Herrenmäntel „Prince ost Wales, den unoer ; östlichea Overall in der bekannten Suffoltqualitat anprobierte, trieb Jahrgang 1952 Ensemble. * Ein hübscher Gedanke war es, den heurigen Festspielen em Werl vorauszuschicken, das in seiner Gesamtheit von Lebensfreude^ barocker Heiterkeit, tanzdurchwogter Gelöstheit ein so österreichischer Wesensau-> druck ist wie der Hofmannsthal-Straußsche „R o s e n k a v a l, e r . Un. die Wiener Staatsoper mit den immer wieder herrlichen Wienei Philharmonikern unter Clemens Krauß haben gerade die rechte oM> reichliche Spielfreudigkeit, dies musizierselige Beschwipstsein, das Spritzig! für dies Werk, das nötig ist, um das Derbe des Szenariums zu über tönen. Und sie haben in Richard Mayr einen „Ochs von Lerchenau, ein Kapitalstück von Ochs sozusagen, das in semer Drastik von^mcht «t überbietender Lebenssattheit ist, und in Victoria Ursul e ac (Marsch»- lins Margit Anger er (Oktavian) und Adele Kern (Sophie) ein In schön singender Frauenstimmen. Als italienischer Belcantosanger beteilis sich Helge Rotzwaenge von der Berliner Staatsoper, das einzig! fremde Einschiebsel in die-sem wienerischen Ensemble. Aber wohl nur als Motto sollte der „Rosenkavalier" gelten. Der tiefe, festliche bedeutungsvollere Austakt blühte uns erst am nächsten entgegen, als Fritz B u s ch , der Dresdner Generalmusikdirektor morgem im Mozarteum ein Mozart konzert, abends im Festspielhaus di „Entführung aus dem Serail dirigierte Denn Mozart ist Ursprung und Sinn der Salzburger Festspiele; Schaffung und Bewch runq einer echten Mozarttradition ihr geistiges Ziel, das allein sie um alle künstlerische und wirtschaftliche Interessensphären hinaus zum schopft- rischen Kultursaktor zu stempeln vermag. Vier Mozartopern („Titus uno „Idonieneo" sind leider nicht dabei), Mozartmeisen und Mozartsympfif nien sind also das Kernstück der Salzburger August-Festspiele. Ein imme hin bescheidener Abglanz aus der Fülle! Wenn sich außer den durch U oder Geistesnähe zu Festspielen proklamierten Werken roie „Sfibelio , Richard Strauß dirigieren wird, dem „Orpheus und dem .Lebero^ beides unter Bruno Walter, auch Opern wie Die „Frau ohne Schatiem gesellen so sind das Konzessionen, die dem betont internationalen U) ratter der Salzburger Festspiele Rechnung tragen müsiem Das rein Mozarftsche, das uns in dieser ersten Festwoche gebom wurde, war in Sonderheit reich und beglückend in feiner innern -twu beit, in seiner musikalischen Kultiviertheit. Fritz Dusch erfüllte mit (eine® sehr deutschen Musiksinn, mit seinem ganzen inneren Temperament, avh°» allen Tifteleien und jedweder persönlicher Maniriertheit, tue inner Spannung, der „Linzer Symphonie" und das dramatische Element '« O-Dur-Symphonie K. V. 504 in einem Konzert, m dem Rudolf Se r c der ausgezeichnete Basler Pianist, das O-Dur-Konzert in letzter V°lle-N°M und stilistischer Gröhe spielte und die Prager Sopranistin Julia R II zwei Konzertarien mit großem Geschmack sang. Und Fritz Busch teile auch die von dem Berliner Intendanten Carl Ebert sehr geschickt m|5_ nierte, die Komik betonende „Entführung", die leider durch eine o Iugendalier schon entrückte, geschmacksicher, aber dünn und vor iq 4 singende Konstanze der Pariser Oper (Gabrielle R 111 e r - C i a m p >) - wenig in ihrem Temperament behindert wurde. Helge Roß w a e S als Belmoute, Karl Norbert als Osmin, Erna Berger (Dresden), etwas kleinbürgerliches Blondchen, waren sonst ein sehr erfreum? über das schlechte Erntejahr: wo bleiben, mein Herr, die Deutschen, unsere besten Gäste? # Nur hier in Salzburg sicht man zufriedene Gesichter. Die Wir!« zehren mit Behagen von der fetten Pfründe die ihnen die Interna, t i o n a I e n Festspiele bedeuten. Ihre Hauser sind voll bis in die Bodenkammer — und wehe dem müden Reisenden, der.am spaten Abend ohne Vorbestellung einem Hotelportier sich nähert! „Mir san b se tz t! -klingt es in nicht gerade freundlichem Ton, in gnadenloser Abwehr lebei weiteren Frage. Und voll bis aufs letzte Stühlchen sind »u den Mahlzeiten die Gaststätten. Die Speisekarte setzt sich aus meist „g r ad Ge striche, -nein" zusammen und die mehr resche als fesche Kellnerin kommandier! einem mit einer Stimme, die jede Opposition im Keim erstickt, was man zu essen hat. In dem Bienenschwarm der Fremden aller Zungen gibt es -keine individuelle Regung, und der Engländer neben nur der sehnsuchti« nach „Hämändeggs" verlangt, nach dem einzigen Gericht das m per Stab, bala der Speisekarte ihm wie eine Oase dünkt, bekommt ebenso selbstver. stündlich „Rehschlögl" wie ich „Gsölchts mit Kraut statt des bestellten Brathuhns Andere Völker, andere Bitten — und ,eder vertilgt dasJem; und glaubt ans Fatum... 3m Hersteller, der damit das ihm zugehörig! Kloster — im Industriedeutsch: seine Dachorganisation — ernährt, ernte, der Gast wenigstens noch den zufrieden lächelnden Blick vom Brube. Kellermeister, der einem auch verrät, ob der Pralatenwein den „Jerch-l ilemer" vorzuziehen ist und welcher Jahrgang sonst der süffigste sei. let Wirt in der Soutane freut sich, wenn feinen Schafte in auch die irdisch Speise chrneckt. Er übt seine heimliche Mission auf Erden mit .geschäftig« Verbindlichkeit und ehret, wem Ehre gebühret. Vor einem seiner Gasse, ber straffes Gesicht unter silbernem Haar, sein Mittagsmahl, nicht allein, verzehrt, wird seine Reverenz um einige Grade tiefer: er hat, an unw tennbaren Merkmalen, sogleich den deutschen Kronprinzen erkannt. "mas^aber? Ich habe dich lieb. Und du ... hast du vielleicht..." "Atto!^Papa muß dich einfach in eine Automobilfabrik einkaufen. Ich mach das schon, Lieber!" Dann schab sie ihn sanst zur Tür hinaus. Was am nächsten Tag in München sich ereignete, war gar nicht nach Emils Geschmack. Beim Mittagessen wollte man Abschied feiern Mer Emil muß dabei fein!" verlangte Evelyne. Natürlich, nichts dagegen einzuwenden. Emil war dabei. Er erhob sich nach dem Fisch- gang und erklärte mit vielsagendem Gesicht: ..Jungens, ich muß euch eine freudige Mitteilung machen! Bei dem Wort Jungens bekam Evelyne entsetzliches Herzklopfen. Sepp und Friedrich grinsten, als wüßten sie alles. „Jungens, ihr braucht keinen Schreck zu kriegen, ihr dürft höchstens eiferfüchtig fein. Ich habe mich mit unserer liebenswürdigen Reisebegleiterin verlobt. Evelyne und ich, wir wollen ^Evüym bekam einen Weinkramps. Sie habe sich mit einem Chauffeur verlobt mit einem Mann aus dem Volk, mit einem fleißigen Handwerker in einem blitzblanken weißen Mantel. Unb nicht mit einem Dr phil. So= was könne sie von Papa jeden Tag haben. Das Angebot an Chemikern und Ingenieuren sei im Schlappergebiet enorm. Man habe sie an der Nase herumgeführt. Sie danke. Sie verzichte. Sie ginge letzt zu ihrer Tante, lind dann in ein Sanatorium. Nicht einmal auf einfache Menschen sei Verlaß Immer stecke gleich ein Akademiker dahinter. Vielen Dank auch für die Autotour, aber jetzt müsse sie wirklich gehen, die Tante warte schon seit einer Stunde. ...... ... s. Sepp, Friedrich und dem ernstlich betrübten Emil blieb nichts anderes übrig als zu trinken. Zu tritt vertilgten sie sieben Flaschen Mosell Emil mußte ins Bett gebracht werden. Der Chauffeurmantel wurde in Schlap- pershau en in die Schlapper geworfen. ,. Zwei Jahre später lasen sie im „Schlapperboten , daß sich Fräulein Evelyne verlobt habe. Mit einem Akademiker. Aber er war es wenigstens nur ehrenhalber. Salzburger Festspielsommer 1932. Von Otto 6 d) a b b e l. Salzburg, im August. Gottlob, die Grenzschranken, die sich uns im letzten Festspieljahr erst nach langen Mühen, heißen Beschwörungen und unter Vorzeigung eines «mtlich gestempelten „Dienstvertrages" offnen wollten, sind wieder offen! «war die Devisenordnungen, mit graulichen Lettern in unser Herz gebrannt, sind noch da, aber sie haben, an der österreichischen Grenze wenigstens, alle höllische Schrecknis verloren: der Weg ins Bruderland das für den Deutschen nie „Ausland" im Üblichen Sinne gewesen ist ist wieder frei! Wenn heute der Zöllner die vorgeschriebene Frage nach dem Inhalt der Brieftasche tut, so sieht man keinen mehr schreckhaft juiammen^ud'en bei bem ©ebanTen, vor einem Beamten ber modernsten Inquisition zu stehen: ein jeder antwortet mehr oder minder bescheiden und gewissenrein, was er sonst vielleicht verschwiegen hatte. Eine kluge Politik die den Weg ins österreichische Alpenland nicht bloß frei machte, sondern ihn auch noch mit so angenehmen Einrichtungen wie einem Reisekonto ebnete. Die paar Taufend, die überhaupt in diesem Jahr des Sparens und wiederum Sparenmüssens es sich vergönnen dürfen, weiter als über die heimatliche Stadtmauer zu gucken, nicht bloß auf den heimatlichen Kreuzberg zu kraxeln und im heimatlichen Bach zu schwimmen, sie preisen bantb-ar diese P ol i t i k bes weiten Herze ns unb bes wirtschastlichen Verstandes zumindest eben so sehr wie bie Schönheit unb Romantik des Hochgebirges und die Gastlichkeit des Oesterreicher. Das deutsche Reisevolk ist sowieso heftig dezimiert und es ist ja doch nur ein höchst bescheidenes Bächlein gegen den sonst, in früheren Jahren, üblichen Reisestrom. Und auch diese Uebriggebliebenen wissen mit den ihnen zugewiesenen Schillingen gewaltig sparsam umzugehen. Wohin ich tarn auf weiter Wanderfahrt, im Süden Italiens, am Lido, in den Dolomiten, überall stehen die Hoteliers mit sauren Mienen und klagen Die „C o s i - f a n -1 u 11 e" - 2luffiU;rung trug ein rein wienerische Gesicht — bis auf die scheußlichen Jugendstilbühnenbilder Ludwig v. verts. Clemens Krauß dirigierte sie mit seinem Gefühl für ine tigteit und Wärme des Werkes, Lothar W a 11 e r ft e i n hatte sie gezeichnet inszeniert und das Ensemble hielt sich, wenn auch ohne so leiftungen, in Ehren. Tiefste Wirkung dagegen, wahre Festspielkraft ging von Dem w schen „Orpheu s" aus. Wie entband da Bruno Walter aus der La tur die klassische Monumentalität zugleich mit der edlen Gefuhlskraft, plastisch m. eite Sigrid Onegin — trotz stimmlicher Behinderung ° Einbuße — Me dramatischen Rezitative, wie herrlich dramaüsch r Maria M ü 11 e r die Euridike, wie erstand in diesem »usammenscyaue Trio Symbol und Weihe des Werkes! Das Orchester der Wiener p. Kaum war Friedrich außer Sicht, erschien Sepp in der Garage und sagte: „Gib den Mantel her, ich fahre morgen." Am nächsten Morgen sagte Evelyne nur: „Lyon! Unterwegs redete fip ununtcrbrcchen mit bern Ebousseur Emil. , , ■ ., „Gespräche mit dem Wagensührer sind verboten! witzelte Friedrich QUS Jetzt ^era&e!t''in»eim Mittagessen versicherte sie ihm, der Chauffeur lei ein hochgebildeter Mensch. Und Überhaupt sei ihr so em Mann aus dem werktätigen Volk lieber als mancher lackierter Gent. Womit sie natürlich keinen der anwesenden Herren gemeint haben wollte. „Wenn ich einmal heirate, bann gewiß keinen langweiligen Akademiker ober aufgeblasenen Jnbustriellen. Eher schon einen Chauffeur. Evelyne war nämlich ein kleiner Snob unb hatte auch einmal etroas von Statt» geruch gelesen. Sie war fest entschlossen, ben Chaufseur Emil immer netter $ Als man nach brei Tagen nach Juan-les-Pins zurückkam, beftanb Emil darauf auch weiterhin ben weißen Mantel zu tragen. Er trug ihn auf der ganzen Rückreise. Bis nach München, wo Evelyne bei einer alten Tante bleiben wollte, wenn ber Urlaub ber drei Jungen vorbei war. Friebrich unb Sepp würben immer wortkarger. Im Grunde genommen waren sie beide wütend aus das Mädchen, das sie an der Nase herumführte, aber viel zu verliebt, als daß sie ihr vernünftigerweise hatten sagen können: „Adieu, mein Kind, wir fahren allein weiter! Emil hingegen wurde immer ordinärer. Er tyrannisierte seine „Herrschaft nach Strich Uni>3nC'Bo3en sagte Evelyne, als Emil gegen Morgen sich von ihr verabschieden wollte: „Würdest du dich mit mir verheiraten wollen? Emil glotzte sie dumm an. Evelyne fühlte sich ganz als Marchenprmzesstn. „Ich werde meinen Vater schon rumkriegen. Seine Vorfahren waren Handwerker. Er nimmt lieber einen Chauffeur, der was schafft, in die Familie, als einen Grasen, ber sich auf bie faule Haut legt. farmoniter von schönster Leuchtkraft, auch die choreographischen Bilder von Margarete Wallmann zum Teil sehr ausdrucksvoll. Damit auch der internationale Gedanke zur Geltung komme, brachte ein von dem Pariser Philippe (Säubert dirigiertes Konzert einen Querschnitt durch die moderne sranzösische Musikliteratur. In der Hauptsache waren es Impressionisten, Debussy, Dukas, Florent Schmitt, von -dem eine 1907 komponierte „Salome" sehr interessierte und dem an- we enden Autor Hervorruse eintrug. Und Jaques Th iba ut spielte mit großer Delikatesse und bestrickendem Ton Salos Symphonie Espagnole, hem internationalen Publikum zu höchstem Dank. * Eines fehlt im Salzburger Festspielprogramm 1932 gänzlich: das Schauspiel. Nicht einmal für Iphigenie" oder „Stella" war Raum. Oder liegt's am Geld? Geblieben ist nur das Mysterienspiel vor dem Dom, der .Jedermann", wenn auch ohne Alexander Moissi, der sich klug 3urutf= gezogen hat. In der Eindruckskraft seiner asketischen Leldensgebarde bleibt er uns unvergessen: Paul Hartmann, sein Nachfolger, ist em männlicher, ein guter Sprecher, aber sonst nicht sonderlich überzeugungs- krästiq Dafür aber hat Max Reinhardt die Ausführung nur auf- «efrkscht. Nicht nur mit farbigeren Kostümen, sondern auch mit dem dringend notwendigen Zuschuß an künstlerischer Vertiefung und Disziplin Und wenn die Abendschatten sich über die herrliche Fasfade des Domes senken und aus dem Innern des Gotteshauses Orgel- und Engels- aesanqe den reuigen Büßer Jedermann in die Gruft geleiten, ein großartiges Unisono von erhabener Kulisse und religiöser Stimmung, wird auch der Setzte des vielsprachigen Publikums in feinem Innern getroffen. Einen Atemzug lang stockt jedes Menschenherz. _ . Allein um dieses Atemzuges willen lohnt sich der Salzburger „Jedermann". Haustiere machen Weltgeschichte. Von Dr. Ernst Feige. Europäisierung der Erde - das bedeutet nicht nur fu^itung des weihen Europäers, sondern auch den Sieg seiner Wirt chafts- und Kulturverfasfung in fremdartigen Gebieten. Manchmal hat nur ein glücklicher Zufall den Kampf entscheiden können, gewöhnlich steht der Sieg des europäischen Kulturgedankens aber im engen Zusammenhang mit den treuesten Hilfsgefährten des europäischen Menschen, mit seinen Haustieren. Nur in wenigen Gebieten der Erde haben sich uns Europäern vertrauten Haustiere nicht einbürgern können, und dort ist es auch dem Europäer nicht gelungen, sieghaft Fuß zu f aff en. Wir mögen babei: an die arabischen oder asiatischen Wüsten denken, wo nur ..komelfuhrend« Völker ihr Dasein behaupten können aber auch an "ordsichen Rand der Neuen und Alten Welt, wo das Dasein des Menschen an das uns.ere Renntier geknüpft ist, oder endlich an die tibetische H°^Ssbirgszone nu ihren Grunzochsen. Und umgekehrt brauchen wir "urdw Wirtschaft^ veriaisuna Amerikas uns zu vergegenwärtigen, wo nicht etwa der -ucais und das Lama dem Europäer die Ueberlegenheit über die Angeborenen Kulturen gesichert haben, sondern neben den europäischen Getreidearten das Schaft das Rind oder das Pferd. Freilich berichtet oon bieten frieb= lichen Ursachen des Europäerfieges in der Welt und kein Denkmal. Nur wenn das Haustier als Teilnehmer kriegerischer Handlungen auftritt, finden sich in unferen ÄÄ’Ä.“* EÄf i «. »’Än“ 5Srt S rifnfipn im Nähre 387 v. Ehr. geworden sein soll, die auch sonst vewayrie Wachsamkeit der Kapitoigänse 'kündigte den Ansturm der sremden Go ier unter Brennus an, so daß diese trotz der Eroberung der,St°dt selbst schließlich unverrichteter Sache umkehren mußten Vb^s-Anekdote wahr ist oder nicht, an der Wachsamkeit der Gans und ihrem Mißtrauen gegen jede fremde Erscheinung ist nicht zu zweifeln. Es besteht also durchaus v Möglichkeit, daß die Erzählung auf emern wirklichen Vorgänge beruyk Nur ein Zufall - die Anwesenheit der Ganse °uf dem befestigten Kapital — hätte demnach verhütet, daß ganz Italien ch 1 Schnattern der unter eine nichtrömifche Herrschaft gelangte, un römischen Welt- Gänse in jener Schicksalsnacht hat die Entwicklung bes römischen reiches gesichert. Ohne jenes klassische Schnattern h . Dorherr- römischen Pandekten zu plagen, die alte pd°uiz'sch-karthagi^ Vorher^ Sä! BFSäBS L her, denn wiederum vermochten Haustiere der erblherrn fr a n n i = ta » “ä -Sä* st bamit taud)ten in ber überlieferten europai[d)en !$./) über den euro- tiere anderer Weltteile auf, 6ie .Seitmeiüg ein e%rQqe aufwerfen, päischen Menschen gestatteten. Wiederum laß f $ b e 5 mnd)t be5 welche Folgen, der karthagischeSieg überd,i dam il J ent[$eibenbe europäischen Südwestens gehabtJatte. Si$erl ) 9 ^ s^önizier, Zurückdrängung der Römer durch ine TOaAt b« lartöaßtW™ w# « deren Spuren sich schon in der °°rgesch.chtl-ch-nZett^s no-y nien hie verfolgen baffen, poütvsch und k .