>« toll; :c,n iitif ‘wen |f tatt. wchs it ’elomni:- forberic ftatt , n, MH ‘ Md ß aus k.. । SietzenerZaiMenbMer Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger Jahrgang 1951 Montag, -en 3t. August Nummer 68 .rltn ine Kahn schleuiN weite. korst k m eig« Zahne n MpsbM vchmG ertunk an ein tleich Itf in Soje i n Aiixl ‘ ödsinnW mte h«. iahen. $ gelät* , t auf t mit if e ein Ile Hosen ui eneitnti! en <|# aber, M ien... nd sie i‘" sie i* hatte. Saufen $. für fei# ben tnfi FeD'l f), bei H n röt« aus n* )C(ft ter, platt in !<* > inil w oefelS^' .in(aiii sM jfim* !k»Ä crÄ ijlfflUW teil. 5 im F eit 6t5" Ä *;* >* 5 lleberlaß es der Zeit! Van Theodor Fontane. Erscheint dir etwas unerhört. Bist du tiefsten Herzens empört, Bäume nicht auf, versuch's nicht mit Streit, Berühr es nicht, überlaß es der Zeit. Am ersten Tag wirst du feige dich schelten, Am zweiten läßt du dein Schweigen schon gelten, Am dritten hast du's überwunden. Alles ist wichtig nur auf Stunden, Aerger ist Zehrer und Lebensvergifter, Zeit ist Balsam und Friedensstifter. Spiel -es Schicksals. Erzählung von Ralph Urban. An der Ecke der Rue du Mauborget, einer der Billenstraßcn von Paris, stand täglich ein kleines Mädel und bot den Borubergehenden Rosen an. Nur selten erbarmte sich jemand und erstand für weniges Geld «in paar Blumen. Die Kleine kam stets nach der Schule und blieb dann bis in die Nacht hinein auf ihrem Poften. Eines Abends als die Lichter schon brannten, hielt an der Ecke ein vornehmer maftroagen, und eine Dame rief das Kind heran. Sie wollte nur eine Rose haben, die sie mit einer Banknote bezahlte. Die Kleine sah verzweifelt auf das Geld, sie hatte nur ein paar Sous in der Tasche, die lange nicht reichten, um herauszugeben. Mit einem Entschluß ringend, zögerte sie ein -usetl* chen, dann nahm sie einige Rosen und gab diese samt der Note der eleganten Dame in den Wagen. , „Bezahlen Sie ein andermal, Madame , sagte das Blumenmadel Sßzügig. Die Frau aber reichte dem Kind nochmals den Schein und r, ohne Weiteres abzuwarten, gutgelaunt davon. An diesem Slbend halte die sizilianische Sängerin Lidia Santini einen noch nie da gewesenen Erfolg und, abergläubisch wie alle Bühnenkünstler, dachte sie, daß die Rosen ihr Glück gebracht hätten. Nun hielt stets das Auto der Sangerm, wenn sie auf dem Weg von ihrer Villa nach der Oper bet ber Vlunwn- Verkäuferin vorbeikam, und so entstand eine kleine Freundschaft zwischen der gefeierten Schönheit und dem armen Madelchen. Die Künstlerin fand Gefallen an dem aufgeweckten, hübschen Kinb, das schon so früh den Kamps ums Dasein aufnehmen mußte; es erinnerte sie °n ihre eigene freunblofe Jugend. Einmal lud sie Mania nachmittags zu sich. Es gab für den Gast viel Herrlichkeiten an Kaffee und Kuchen, und Lidia Santin erfuhr bei dieser Gelegenheit Näheres über ihre kleine Freund,n. Obwohl in Paris zur Welt gekommen, war sie Russin; ihre Eltern hatten infolge der Revolution aus der Heimat fluchten muffen. Ihr Vater, Dstlzlerber russischen Kriegsmarine, lieh sich nach dem Umsturz in ^«.s meber um mit bem Wenigen, das er von seinem Vermögen retten konnte , eine bescheibene Existenz zu grünben. Dann kam Mama zur Welt, und die kleine Familie lebte eine kurze Weile glücklich, b'^ dw Mutter krank würbe und starb. Von ba ab kam das Unglück bas Geschäft des Vaters Sing zugrunde, so baß er mit seiner Hande Arbeit für bas Kinb sorgen mußte. Seit einigen Wochen liege er nun krank, urch wenn h ch schon besser ainae so würbe es boch noch eine Weile bauern, bis er wieder arbeiten könne. Schweren Herzens hatte ber Vater em rangen der Kleinen nachgegeben; seitbern verkaufte sie auf ber ' Die Sängerin, bie auch bie anbere Seite des Lebens kannte, war Berührt burch die e Erzählung, und beschloß zu helfen. Mts Ma j g 9, empfahl sie ihr, nun täglich zu ihr zu kommen und übergab ihr m einem geschlossenen Brief einen Geldbetrag °n die Adresse V^ers. Am nächsten Tag erhielt Lidia Santini «n Mtreiben von Tanjas_ Jat , dem Kapitän Wladimir Sokoloff. Er bedanke sich für die grop3l,9^ Hilfe, gestatte sich aber, den Betrag als Darlehen anzunehmen um fein Kind nicht mehr auf bie Straße schicken zu müssen; es werde seine vor mehmste Aufgabe fein, bie Summe ba b zuruckzuers atten NachnMtag kam Manja wieber zu Besuch und bat bie Künstlerin e n Hernes schenk anzunehmen; es sei nicht wertvoll, werde ihr aber sicher Muck tringen. Dabei nahm sie ein silbernes Medaillon von 'hrem Halsend überreichte es der Dame. Sie sagte noch, baß sie es 9 bekommen habe, ber viel darauf hielt, aber bie Sanger n horte nicht m^hr Zu, sie starrte auf bas eingravierte Datum, das Datum ihres eigenen Geburtstages, unb auf ben Namen ßibia, dann ~ „ Erinnerung. Das Wunder kam über sie mienne »agunns- los fah die kleine Manja auf bie Tränen, die der schonen Frau über o.e Wangen liefen. Zwanzig Jahre vorher lebte in der blühenden Handelsstadt Messina der Oelhändler Santini in bescheidener Häuslichkeit. Aus kleinen Anfängen arbeitete sich der junge Mann empor, er liebte feine Frau und fein Töchterlein Lidia, und fein Glück war vollkommen, als das Verderben wie ein Blitz herniederfuhr. An einem frühen Morgen, da dl« kleine Familie noch in tiefem Schlaf lag, riß sie ein Dröhnen aus ihren Träumen. Im nächsten Moment schwankte alles wie eine riesige Schaukel, bann folgte ein Donnern und Krachen, als wollte die Erde bersten. Den Händler Santini trieb ein fürchterlicher Schmerz aus seiner Betäubung, die kleine Lidia schrie in Todesangst, laut betete die Mutter. Finsternis lag über allem und dichter Staub machte bas Atmen schwer. Die drei waren eng nebeneinander in den Betten, und Santini bemühte sich, den Schmerz zu verbeißen und die Seinen zu beruhigen. Irgendetwas tag zentnerschwer auf feinem Fuß, so daß er sich nicht regen konnte. Als nichts weiter geschah und bie Frau sich wieder gefaßt hatte, begann sie umherzutasten, aber der Raum, der noch blieb, war nur bis zu greifbarer Höhe oberhalb der Betten frei, alles andere war mit Mauerwerk ausgefüllt. Nun bestand kein Zweifel mehr, das Haus war eingestürzt. Hierbei war ein Wunder geschehen, denn die Treppe, die nach den oberen Stockwerken führte und natürlich auch abgestürzt war, hatte sich gerade über jene Ecke des Zimmers, in welcher die Betten standen, gelegt, und so die Familie vor dem Tode bewahrt. Als Santini dies begriffen hatte, dankte er Gott und sprach den Seinen Mut zu, weil man sie sicher bald aus ihrer schrecklichen Lage befreien würde. Er konnte nicht ahnen, daß achtzigtausend Tote unter ben Trümmern von Messina begraben lagen. An biefem Tag, bem 28. Dezember 1908, nähert« sich ein Geschwaber ber russischen Kriegsflotte ber Straße von Messina. Um fünf Uhr zwanzig Minuten früh bemerkte ber biensthabenbe Offizier auf der Kommandobrücke des Admiralschiffes, daß bie Magnetnabel bes Kompaßes verrückt zu werben begann. Gleich barauf ging ein Zittern burch bas Schiff, unb bald schlugen hohe Wellen über bas Deck. Das war bas Seebeben. Als es hell würbe unb man sich ber Meerenge näherte, sahen bie Russen mit ihren Fernrohren an ben Stellen, wo früher bie Stäbte Messina unb das gegenüberliegende Reggio Calabria standen, nur noch rauchende Schutthaufen. Dem Admiral war es sofort klar, daß eine der größten Katastrophen bie Menschheit betroffen habe, unb er eilte mit seiner ganzen Macht zu Hilfe. In Rom erfuhr bie Regierung erst zwölf Stunden später von bem schrecklichen Unglück, ba mit Messina auch alle Behörben und technischen Hilfsmittel zugrunbegegangen waren. Mittlerweile leisteten bie Russen Unvergeßliches. Es galt, vor allem nur Verwundete und Verschüttete zu bergen, und die blauen Jungens schafften, bis sie vor Erschöpfung nicht mehr weiter konnten. Wo man aus ben Trümmern Rufe vernahm, wurde die oft unendlich schwere Arbeit bes Bergens in Angriff genommen. Es kam bie Nacht unb bann würbe es wieber Tag, unb noch immer arbeiteten Matrosen wie Offiziere rastlos an dem Rettungswerk. Am Morgen kletterte ber Schiffsleutnant Sokoloff auf ben höchsten erreichbaren Punkt und hielt mit feinem Fernglas Umschau im Trümmerfeld. Irgendwo sah er etwas Weißes flattern und begab sich mit einigen Matrosen nach dieser Stelle Aus einer kleinen Oeffnung zwischen Bergen von Mauern und Steinen, sah ein Stück Stange heraus, an deren Ende ein Kinderhemd befestigt war. Dem Anruf der Russen antworteten schwache Stimmen, daher wußte man, daß Lebende hier begraben seien, unb ging an bie Arbeit. Weil es nicht genug Werkzeug gab, mußte man sich mit den Hänben behelfen. Bald nach ber Katastrophe hatte bie Familie Santini einen Spalt in ihrem Gefängnis entbeckt, burch ben man den Himmel sah. Die Frau zerbrach ben Rahmen eines Bilbes, bas oberhalb ber Betten hing, riß das Bettuch in Streifen und band damit die verschiedenen Holzteile zusammen, so baß eine lange Stange entftanb, an deren Ende sie das Hemdchen des Kindes befestigte. Als die mühevoll erzeugte Fahne fertig war, steckte sie diese durch bie Oeffnung ins Freie. Stunbe auf Stunde verrann, bie Schmerzen bes Mannes würben unerträglich, bie Hoffnung auf Hilfe sank. Enblich würbe bas Signal ihre Rettung. Sie hörten Stimmen unb faßten Mut. Sie hatten keine Ahnung gehabt, was vorgefallen war, unb staunten, als sie in ihren Rettern riesengroße Männer vor sich sahen, bie in einer unbekannten Sprache rebeten. Einer davon, der Leutnant Sokoloff, hatte sich blutige Hände geholt, unb ben hatte die kleine Lidia in ihrem Leben nimmermehr vergessen. Er war es auch, der seinen Rock auszog, das zitternde Mädchen darin einhüllte und zum Hilfsplatz beim Hafen trug. Er drückte noch bem Vater, dem ein Fuß zertrümmert war, ein Paket Banknoten in die Hand. Als et dann ging, um anderen Unglücklichen zu helfen, lief ihm Lidia nach, nestelte ein Medaillon von ihrem Hälschen und gab es in kindlicher Dankbarkeit dem großen, fremden Mann. Und ber hob bas Kinb auf unb küßte es lachenb auf den Mund. — Auch als Lidia fchon ein großes Mädchen war, schloß sie chr Abendgebet mit den Worten: „Lieber Gott, gib, daß ich noch einmal bem Manne mit bluknben Hänben begegne.“ * Zwanzig Jahre waren dahingegangen mit ihrem Wandel und Schicksal. Aus der kleinen Lidia war die große geworden, der die Welt zu Füßen lag, aus dem russischen Offizier ein Mann, der hart mit dem Leben rang. „Wohltun trägt Zinsen", so heißt es in einem alten Sprichwort; diesmal hatte es recht. Am nächsten Tag saß die Sängerin Lidia Santini neben ihrer jungen Freundin Manja dem Retter von damals gegenüber, und die drei Menschen waren glücklich. Sie gaben sich gegenseitig neuen Lebensmut, Heimatgefühl und Daseinsfreude. Und wenn jemand glaubt, daß die Drei auch weiterhin beisammen bleiben, wird er recht behalten. Cholera über Europa. Vor hundert Jahren. Von Carl Zimmermann. Das Jahr 1831 brachte Europa nicht allein politische Wirrnisse: die Nachwehen des Revolutionsjahres 1830, den polnisch-russischen Waffengang, Aufruhr in Italien, der Graf P lat en am Heile der schönen Halbinsel verzagen ließ, die Kämpfe um Englands Parlamentsreform, sondern noch die Heimsuchung durch eine der fürchterlichsten Seuchen. Ueber frühere Besuche der besonders in der Ganges-Niederung heimischen Cholera asiatica liegen keine verbürgten Nachrichten vor. Epidemien der sogenannten Cholera nostras, die schon von den altgriechischen Aerzten beschrieben wird, entstehen, wie der Name sagt, auf europäischem Boden selbst, ohne Einschleppung von außerhalb und pflegen lange nicht so mörderisch aufzutreten wie ihre asiatische Schwester, die über fünfzig Prozent ihrer Opfer getötet hat. Es hängt wohl mit den schwierigeren Berkehrsverhältnissen früherer Jahrhunderte zusammen, daß diese damals noch nicht in das zivilisierte Westeuropa ihren Weg gefunden hat. Aber seit dem Jahre 1817 wußten Zeitungsmeldungen von einem langsamen Vordringen der Geißel Indiens nach dem Westen zu berichten. Sie wählte damals den Landweg für ihre Wanderung. Ueber Persien und das Kaspische Meer gelangte sie nach Rußland. Vielleicht ist sie in dessen weitem Raum schon früher gelegentlich erschienen, aber zum Stillstand gekommen, wie Wüstenflüsse im Sand versickern: waren doch die Verbindungen mit jenen entlegenen Gebieten noch im 18. Jahrhundert so mangelhaft, daß über den furchtbaren Aufstand des Kosakenhauptmanns P u g a t s ch e w gegen Katharina, der sich für ihren ermordeten Gatten ausgab, kaum gleichzeitige Gerüchte zu unseren Vätern gelangt sind — beiläufig hat noch vor einem Dutzend Jahren der dortzulande überhaupt niemals geschwätzige und wahrheitliebende Draht das Gemetzel, das die siegreichen Bolschewisten in der Koltschak-Armee angerichtet haben, schamhaft verschwiegen. Möglicherweise hätte die Seuche, obwohl sie im Jahre 1830 schon weite Gebiete des Zarenreiches ergriffen hatte, auch diesmal noch den Westen verschont, wenn nicht die Erhebung der Polen den Selbstherrscher veranlaßt hätte, Truppenmassen aus dem Innern gegen das Nachbarvolk heranzuziehen, das ihm den Personalunions-Vertrag aufgekllndigt hatte. Das schnelle Fortschreiten der Gefahr wird am besten durch den plötzlichen Tod des russischen Oberbefehlshabers beleuchtet, des Generals Diebitfch, bekannt durch feine Tauroggen-Convention mit dem Preußen Porck am Silvestertage von 1812 und durch seinen Balkanübergang im Türkenkriege von 1829, der kurz nach seinem Siege über die Polen bei Ostrolenka im Mai 1831 der Krankheit erlag. Die Auswirkungen der Heeresbewegungen, zumal die Flucht der besiegten Polen, haben dann den Einzug des seit langem drohenden Gespenstes in die preußische Monarchie beschleunigt. Vor allem erlebte Berlin im Herbste des Jahres eine schwere Epidemie. Es ist beachtlich, daß sie im Unterschiede von manchen anderen Infektionskrankheiten, die Stände ziemlich gleichartig befiel, daß die Totenliste so zahlreiche Namen von kulturgeschichtlichen Berühmtheiten ersten Ranges aufweist: Gneisen au, von Clausewitz und den Philosophen Hegel! Noch schwerer wurde im nächsten Frühjahre die Schwesterstadt Paris von dem jetzt unaufhaltsamen Siegesläufe des furchtbaren Hebels betroffen. Dort soll die Zahl der täglichen Todesfälle auf dem Höhepunkt des Wütens das zweite Tausend überschritten haben! Das namhafteste Opfer war der Ministerpräsident Casimir Peri er, der noch nach dem Heberstehen der eigentlichen Krankheit durch ihrer Nachwirkungen aus seine von Heberarbeitung geschwächte Konstitution hingerafft wurde. Geschichtsschreiber wollen das schnelle Ende der wesentlich durch die politischen Instinkte dieses Staatsmanns mitbegründeten Juli-Monarchie auf feinen allzufrühen Tod zurückführen. Sein Enkel ist im Jahre 1874 auf sieben Monate Präsident der franzöfifchen Republik geworden. — In Heinrich Heines französischen Briefen findet sich eine lebhafte Schilderung von den moralischen Einflüssen der Krankheits-Angst auf die Pariser Psyche, die freilich bei weitem nicht an die klassischen Vorbilder des T h u k y d i - des und des Grafen Manzoni heranreicht. Daß von Frankreich aus die Epidemie alsbald den Kanal überschritt und die englische Hauptstadt heimsuchte, war so aut wie selbstverständlich. Interessant ist, daß der alte Goethe, der Zeit feines Lebens von Krankheit nicht viel Aufhebens gemacht hat — nur in feiner „Campagne in Frankreich" kommt die Rede auf jene Ruhr-Epidemie, die vielleicht mehr als der Mißerfolg von Vcllmy an dem Rückzug von den Argonnen schuld gewesen ist — und trotz seiner naturwissenschaftlichen Neigungen ein Hineinpfuschen in das medizinische Gebiet nicht liebte, die Cholera einmal erwähnt. Er schreibt nämlich, daß die Schrecken ihrer Annäherung weit übertroffen seien durch die Aufdeckung einer Mörder-Organisation im britischen Königreiche, die gewerbsmäßig Menschen zu dem einzigen Zwecke getötet haben, um ihre Leichen an die Anatomie verkaufen zu können: Untaten, die natürlich zum Teile auch der AnatomieVerwaltung zur Last fallen. — Von England aus hat dann der Würger natürlich auch durch den lebhaften Seeverkehr den Weg nach dem Columbus-Erdteil gefunden und so seine Weltumwanderung vollendet. Auch die späteren europäischen Cholera-Perioden standen meist in zeitlichem und auch ursächlichem Zusammenhänge mit kriegerischen Vorgängen. So die in den unruhigen Jahren 1848/50, die während des Krim- Krieges, die von 1866 und 1867, die wiedrum die Stadt Berlin in besonders schwere Mitleidenschaft zog und wegen ihrer gefährlichen Ausbreitung im preußischen Heere sogar die Früchte des Sieges von Königgrätz zunichte zu madjen drohte. Einzig eine Epidemie von 1872/74, die wiederum der sanitären Mißwirtschaft im Zarenreich ihren Ursprung verdankt und die in Hamburg und München mit ihren trostlosen Trink- wassereinrichtungen Verheerungen anrichtete, fällt in eine allgemeine Friedenspause; während eine unmittelbar voraufgegangene heftige Pocken-Seuche, die letzte ihrer Art auf deutschem Boden, durch die französischen Kriegsgefangenen von 1870 eingeschleppt war. Im Gedächtnis der Gegenwart ist noch das Hamburger Schreckensjahr 1892 lebendig. Seine Vorgeschichte führt wahrscheinlich auf eine verheerende Epidemie zurück, die während des für die französischen Waffen nicht gerade rühmlich verlaufenen französisch-chinesischen Krieges im Jahre 1884 durch Krankheits-Urlauber aus dem fernen Osten zunächst nach dem Kriegshafen Toulon eingefchleppk wurde. Von dort und Marseille setzte sie sprunghaft nach Neapel über, dessen Hekatombenopfer noch den Pariser Rekord von 1832 Überschritt. Aber auch nach Paris gelangte sie wieder im Spätherbst desselben Jahres und scheint daselbst auch in den folgenden Jahren niemals völlig erloschen zu sein: die sanitären Verhältnisse der Seinestadt sind zu keiner Zeit glänzend gewesen und die Vertuschungsjünste ihrer Gesundheitspolizei waren stets berüchtigt. So gewann in dem schon recht warmen April des Jahres 1892 die Krankheit wieder einen größeren Umfang und gelangte in der Folge nach Le Havre und Antwerpen, wo die Sorge vor Verkehrsstörungen gleichfalls das Gewissen der Behörden und die'Rücksicht auf die Nachbarländer abstumpfte und erstickte. In Hamburg aber hatte der bürokratische Schlendrian die eindringlich« Warnung vor neunzehn Jahren so arg in den Wind geschlagen, daß ein damals eingesetzter Ausschuß zur Besserung der Trinkwassereinrichtungen noch (einen Entschluß getätigt hatte. Ein paar Wochen wurden dann noch die ersten Krankheitsfälle totgeschwiegen, bis in der zweiten Augusthälfte, als das Thermometer in ganz Deutschland tropische Grade zeigte, ein explosionsartiger Ausbruch die furchtbare Wahrheit an den Tag brachte. An einem Septembertage mußten fünfzehnhundert Leichen auf die Friedhöfe gebracht werden. Die Aetioloaie der Seuche ist lange in der Wissenschaft umstritten gewesen. Der Münchener Professor Pettenkofer wollte ihre unverkennbare Periodizität auf zeitliche, erbliche und individuelle Dispositionen zurückführen. Aber der Berliner Bakteriologe Koch, der sich schon durch die Entdeckung des Tuberkulose-Bazillus einen Namen erworben hatte, fand, im Jahre 1883 von der Reichsregierung zur Bekämpfung einer Epidemie nach Aegypten entsandt, dort in den Leichen die sogenannten Komma-Vibrionen auf, welche er als die Erreger des Hebels bezeichnete. Pettenkofer aber hat, um Koch zu widerlegen, den Forfchermut betätigt, eine ganze Schüssel von bazillengesättigter Gelatine zu verzehren, nachdem er seine Magensäure, den zuverlässigsten Schutz eines gesunden Körpers gegen Choleraansteckung, mit einer Dosis kohlensauren Natrons abgetötet hatte. Die Koch-Schule aber hat dieses Experiment nicht als beweiskräftig anerkannt. Wiewohl aber gegenwärtig die medizinischen Fakultäten geschlossen auf dem Standpunkt Kochs zu stehen scheinen und unsere entwickelte Hygiene sich vorbeugend in solchem Grade bewährt hat, daß eine leichte Cholera-Welle in den gefährlichen Weltkriegsjahren ohne Aufsehen in Breslau zum Stehen gebracht werden konnte, so sind doch Hinsichtlid) der Heilung ausgebrochener Krankheitsanfälle ernstliche Fortschritte seither nicht erzielt worden. Therapeutiscl-e Erkenntnisse sind eben von ätiologischen unabhängig! Eine vorsichtige Diät wird einstweilen das beste Abwehrmittel gegen den Feind darstellen. Hoffen wir, daß die argen Notzeiten des europäischen Gesundheitszustandes im verflossenen Jahrhundert in unserem eine historische Erinnerung bleiben! Waifjsch-Odyssee. Von Fred Hagenmeyer. Es gab eine Zeit, da zogen Walfischjäger mit Segelschiffen auf drei und mehr Jahre hinaus, um mit dem größten aller lebenden Tiere zu kämpfen. Ihr Schiff war nicht viel großer als der Walfisch selbst und die Boote, mit denen der eigentliche Kamps geführt wurde, waren wie Nußschalen neben dem riesigen Leib des Hngeheuers. Das war die heroische Zeit des Walfischfangs. Sie ist längst vorbei und lebt nur noch in der Erinnerung, freilich hat sie auch eine grandiose literarische Verherrlichung gefunden. Wenn in den letzten Monaten häufig vom Walfisch die Rede war, so hing das mit einem bedauerlichen Hmstand zusammen: der Walfisch, der König der Meere, benötigt heute den Tierschutz, da er in Gefahr ist, ausgerottet zu werden. Man hat ihn zuletzt mit so grausam vollkommenen Instrumenten gemordet, daß er keine Chance mehr hatte, zu entkommen oder gar Sieger zu bleiben. Man harpunierte ihn vom Schiff aus mit Kanonen und, um die Wirkung zu erhöhen, brachte man an der Harpune selbst eine Explosionsvorrichtung an, die das getroffene Tier vollends zerfleischte. Vielleicht hat man dadurch die Leiden des Tieres abgekürzt, zur Tötung waren immerhin oft noch drei bis vier Schuß nötig. Jedenfalls ist es keine Freude mehr, über den modernen Walfischfang anders als unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu berichten. Oder richtiger: auch vom Standpunkt des nackten Nutzens aus ist über den Walfang augenblicklich nicht viel Gutes zu sagen. Von dreieinhalb Millionen Faß Tran, die in der letzten Saison gewonnen wurden, scheinen nur zwei Millionen absetzbar zu sein. Als die gute alte Zeit des Walfischfanges kann man noch die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts bezeichnen. Sie war zwar schon damals nicht gut für die Wale. Gut war sie zu Hiobs Zeiten, aus denen uns die Bibel berichtet: „Leviathan machte feinen Weg, der hinter ihm leuchtete, fo daß man hätte meinen können, die liefe fei mit Jtet, bedeckt". Gut für den Walfisch war sie zu Zeiten des Propheten Ionas. Schlecht zu werden fing sie an, als die alten Norweger auf SMfonfl fuhren und als später auch die Basken, die Holländer und die Engländer , ihren Walschiffen in die nördlichen Meere zogen. Und vollends schlimm >urbe sie, als die Amerikaner in den südlicheren Meeren den Pottwal zu strengung an die Längsseite des Schisfs und machten ihn dort mit Ketten fest Mit Hilfe von Ankerwinden und Speckhaken schälten sie dann den Speck in Streifen vom Körper los. Vorher aber wurde der Wahl enthauptet. Denn im Kopf des Pottwals ist eine riesige Oel-Wabe, das „große Heidelberger Faß" des Wals, das das reinste und wohlriechendste Oel liefert und eine Tiefe und Ausdehnung von 6 bis 7 Meter hall Schließlich wurden dem Kopf noch die Zähne ausgezogen. Der Speck wurde dann auf eingemauerten Steinherden auf Deck zu Tran ausgekocht, was vor allem bei Nacht einen phantaftifchen Änblick geboten haben muf}. Den abgeschälten Rest des Wals, ein „Ungeheures, weißes, kopfloses Phantom" lieh man hinaus ins Meer treiben. „Es ist ein furchtbar trauriges und noch dazu spöttisches Begräbnis" sagt Melville. „Die See- aeier erscheinen in stummer Trauer und die Lufthaie sind alle schwarz oder mit Punkten gesprenkelt. Zu Lebzeiten würden nur wenige dem Wal Hilfe gebracht baden, wenn er zufällig ihrer bedurft hatte. Aber bei seinem Leichenschmaus fallen sie in stummer Trauer darüber her. Es ist noch etwa zu ergänzen, daß die Walfische sehr gesellige ->ere sind, die in Herden leben und in friedlicher Gemeinschaft durch die Ozeane wandern, merkwürdigerweise meist in gleichen Bahnen, so daß man sie fast wie Schiffslinien in Seekarten einzeichnen könnte. Ihr einziger gefährlicher Feind ist der Mensch. Das Weibchen bringt immer nur ein Junges zur Welt und umgibt es mit derartig sorglicher Mutterliebe, daß es schwer ist, im ganzen Tierreich eine ähnlich rührende Mutter zu finden. Wird ein Junges verwundet, so ist die Mutter verzweifelt, kommt ihm unter Lebensgefahr zu Hilfe und läßt selten von ihm, solange es noch lebt Die norwegische Regierung hat jetzt verboten, weibliche Wale, die von Jungen begleitet sind, oder junge Wale Zu toten allerdings nicht aus Tiersreundlichkeit, sondern weil das Walfischgeschast schlecht geht und man die Wale daher ruhig leben lassen kann. Auch in anderen Ländern sucht man den Schutz des Walfisch-Geschlechts zu organlsieren. Hoffentlich kommen die notwendigen Maßnahmen noch so rechtzeitig zustande, daß die sympathischen Riesen des Meeres vor der Ausrottung bewahrt bleiben. Oer Kampf der Tertia. Erzählung von Wilhelm Speyer. Alle Rechte beim Rowohlt Verlag, Berlin W 35. (Fortsetzung.) Natürlich gab es jetzt Hader und Streit genug. Denn von den Knötzingianern zahlte niemand auch nur einen Pfennig. Sie hatten aber gestempelte Ausweise erhalten, und so konnte kein Zweifel bestehen, daß sie zu ihrem Amte berechtigt waren. Um die Mittagszeit war es ihnen tatsächlich gelungen, die noch verbleibenden Tiere einzusammeln, eine beträchtliche Anzahl. Kem Tertianer schien es zu wagen, sie bei ihrer Verrichtung zu stören. Kundschafter hatten gemeldet, man habe Räder und Motorräder in der Richtung nach dem Schulgut davonfahren sehen. . In der Tat hatte der Kurfürst mit der ganzen Bande e>n Täuschungsmanöver unternommen. Mit großem Lärm hatten sie sich auf ihre Rader geschwungen und waren die Straße nach Lindenau hinabgefahren. Dann aber kehrten sie auf Schleichwegen in Falks Haus am Rande der Kies- g^Der^Große Kurfürst hatte einundzwanzig Jungens dort im Hause versammelt. Zwei nur, außer Schabzieger, fehlten, Hartwig und Borst, denn diese hatte er auf Repperts Motorrad mit einer geheimnisvollen Mission in das Schulgut zurückgeschickt. . Zweiundzwanzig Jungens standen «ng aneinandergedrangt in der Küche des alten Falk, wuschen sich die Gesichter tranken Wasser aus der Leitung und besprachen sich aufgeregt im Flüsterton, wahrend sie das Treiben in der Kiesgrube mit den Augen oder mit dem Fernstecher des Häuptlings beobachteten. ^Achtundfiebzig Knötzingianer!" rief „er, begeistert kauend und speichelnd. „Meine Herren, das gibt Arbeit!" Es war nicht ersichtlich, wie viele von den Knötzingianern sich an dem Katzenmord beteiligen und sich zur Wehr setzen wurden, wenn die Tertia sie anqriffe, wie viele nur als Schaulustige herbeigeeilt waren. Ueber die Stimmung dort drüben war man sich bei der Bande im unklaren. Wurden sie nicht mit ihrem Kampf um die Tiere Bundesgenossen gewinnen können? Bis heute hatten sie nur immer in Feindschaft SU allen Knotzm- gianern gelebt Dennoch, — lag es nicht im Bereich der Möglichkeit den einen ober den andern für ihre Sache zu gewinnen? Wie, wenn sie den Häuptling mit einer weißen Fahne herüberschickten und er eine feiner cieeronianischen Ansprachen an die Jungens dort drüben richtete? Frei- lick, hätte die Tertia dies damit erkaufen muffen, ihre Anwesenheit hier im Hause kundzutun. Aber wäre der Gewinn nicht doppelt reich gewesen? Sie flüsterten dem Häuptling zu, aufgeregt wisperten sie ihm ins Ohr der mit seinem Fernglas das Gewimmel dort drüben beobachtete. 'Geh herüber, Kurfürst! Sprich zu ihnen!" . Der Häuptling gab keine Antwort. In einem langen Schweigen wandte er sich um, er sah die Kameraden zornig und großartig an: „Unsere Schwerter und HandknLchel werden sprechen! Da kicherten die Jungens alle, und sie freuten sich mit klopfenden Herzen auf den Kampf gegen die dreifache Uebermacht. Nun aber wurde Hornbostel als Spion in die Kiesgrube entsandt. Sobald dort drüben die Knüppel sich erhoben, um auf die Sacke emzu- schlagen, sollte er einen Pfiff ertönen lassen. Kaum war Hornbostel, zwischen Kartoffelstauden emherschleichend drüben bei den Feinden eingetroffen, als er schon sein Signal Crt°3n3rosten hatte sich hinter Falks Haus die Schlachtfront gebildet. Drei Trupps. Der linke Flügel unter dem Kommando von Luders. Der rechte kommandiert von Reppert. Die Mitte vom Großen Kurfürsten persönlich. Hier auch wehte die Standarte der Tertia, ein ockerbraunes Tuch, auf das mit himmelblauer Farbe ein Wolfshund und eine Katze JMber9gerabe bas ist bie Zeit ber heroischen Walfisch-Obysseen, wo bie Slalfitofänqer auf kleinen Schiffen vor allem aus ben Orten New Bebsorb ^nd Nantucket ausfuhren unb, wie der göttliche Dulder Odysseus, eine uhrelanqe Irrfahrt durch alle Ozeane begannen. Einziger Wegweiser urer Kreuz- unb Querfahrt war bie aufzischenbe Wassersaule, bte ben i tem bes Walfisches anzeigte. Man mußte monatelang fahren, bis man uf Beute stieß, unb ehe nicht alle Fäffer mit Tran unb Walrat gefüllt -jaren trat ber Walfischsänger nicht bie Heimfahrt an. So kam es, baß „ne solche Walfisch-Obyssee vier, fünf Jahre bauern konnte. In bieser mnien Zeit zehrte bas Schiss von ben mitgenommenen eigenen Vorräten i ntz lief nur selten einen Hafen an. Schließlich wuchs dem Schiffsbug in Bart, bie Schiffsfarbe bleichte, bas ganze Fahrzeug sah aus wie bas Skelett eines an ben Stranb getriebenen Walrosses" unb bie Besatzung ilich mit ihren langen unb zerrissenen Kleibern einer Schar gottverlassener *£• Walfischfänger verachtete alle Walfischarten außer ber einen, nach >er er jagte: ben Pottwal. Nach Brehm finb bie ungeschlachten Wale im Verhältnis zu ihrer Größe ungefährliche Gegner. Der Pottwal aber „acht eine Ausnahme. Er war für bie Harpuniere jener alteren Zeit ein iurdjtbarer Gegner, ber Erzfeinb, gegen ben sie mit lener Haßliebe tnftürmten, die ber Torero vor feinem Stier empfinben muß. Ein solches Gefühl ber Achtung spricht aus einem Walsischlieb: „Ja ber alte Wal ist, bei aller Gefahr, In bem Ozean Herr bes gesamten Heeres; Er ist ein Riese an Macht, unb wer bie Macht hat, ber hat Recht. Er ist der König des unendlichen Meeres." Ein anderes Lied preist dagegen die Kühnheit des Walsischjägers: „Habe frischen Mut und laßt mir nur bas Klagen; I Der Harpunier ist ein verwegner Mann, Der wird schon ben Wal erjagen." Mit Trophäen von biesem ebenbürtigen Gegner schmückte man nach bem Siege bas Schiff, man hing überall bie Walfischzähne auf, ließ bie laue statt über hölzerne Haltepflöcke über Rollen von Walfischbein lausen ober brachte am toteuerrab Knochenteile des Walfisches an. Schließlich mag solch ein Schiff wirklich ausgefehen haben wie ein Kannibale in vollem Kriegsschmuck. Man versteht diesen Triumph, wenn man stch den Pottwal etwas genauer vorstellt. Es ist ein Riesentier, bis zu 23 Meter lang unb leuf/t 100 000 Kilo schwer. Der kolossale Kopf allein nimmt ein Brütet bes ! Körners ein er ist eckig „keulen- ober kastenförmig aufgetrieben (Brehm), ein Charakterkopf, ber eine „übermältigenbe Würbe" au^ruckt. Die Augen fitien wie bei allen Walen etwa bort, wo ber Mensch bie Ohren hat, während bie Walfischohren sich ein wenig hinter ben Augen b-sinben Man versuche banach, sich auszubenken, aus welcher Perspektive ber Wal bie Welt betrachtet! Obwohl Augen unb Ohren von einer gerabezu ladjer- lichen Winzigkeit finb, scheint ber Walfisch boch ausgezeichnet zu sehen unb zu hören. Wenn der Pottwal das Maul aufrecht, muß dem Zuschauer das Herz vor Schreck stillstehen, denn er steht em wahres Fall- fiitter von Zähnen (nicht Barten). Und wenn er mit dem Schwanz Wagt, verwandelt sich stille See in stürmisches Meer, das auch große Boote mim Kentern bringen kann. Dabei ist ber Pottwal mutig unb ungewöhnlich Wau und weiß von feinen Waffen °°rzüglich Gebrauch zu machen Kein Wunber, baß ber Aberglaube sich an ein solches Tier hangt und feine Macht noch ins Unermeßliche übertreibt (fi[ h ey n Der Kampf mit bem Wal spielt sich bei ben alten Wastifch-Jagern etwa folgenbermaßen ab: hatte ber Ausguck oben vom Mast: eine Wal- sisch-Fontäne bemerkt, so brachte er mit bem trabüioneUen 5Ru . „5Dort bläst sie!" bas Schiff in gewaltige Erregung. wachsten Augenb ick ertönte ber Befehl bes Kapitäns „Boote ^erunteriaffen! kürzester Zeit fielen bie Boote, etwa vier an ber Zahl, ms Wasser, in maghalstger Turnerei nahmen bie Mannschaften barin 'h" BW° °m unb^egannen unter anfeuernben Kommanbos auf ben Wal laszurubern. Wenn o Wal fortschwamm ober untertauchte, konnte es «kunben bauern d,s man in bie nötige Nähe tarn. Alles harrte nun in atemfofe ®Rannu"32a“' den Moment, in bem ber Harpunier stehend d'e Harpune m den Le^ des Ungetüms schleuderte. Jetzt kam ber gesahrlichs e , 9 hrobte Wal schäumte in Wut unb Schmerz, bas Boot schwankte und broM umuitinnen das Seil an bem bie Harpune befestigt war, wurve vvnl sliehenben Wal in rase'nber Geschwinbigkeit non ^"^STmuSÄ daß es zu rauchen begann unb m>t Wasser begas stürmisches unb Wal sausten in größter Geschwinbigkeit e J?- -> fumtcnieria. verwildert und verwahrlos daß einsame Spazier- Red Grey 4 ist hinter den beiden Tippelbrüdern. Mit den ähe, kurze Regengüsse, fegen schräg herab auf igere wirft einen schwermütigen Blick auf feine «. „Ob bie Wohlfahrt in Hattingen wohl ein ten", murrte ber Alte. JDie werden dir wat [:rft, roennfte über zwei Monate auf der Stenn» Gabelung. Schwarze Schrift auf gelbem Blech, groß und deutlich, für die Autofahrer berechnet: „Hattingen. 9 km/ „Halt dich nicht auf", brummt der Stoppelbärtige dem stehestbleibenden Kollegen zu. „Mach voran, bat wir noch einijerrnaßen trocken unter Dach kommen." Der Jung« schneidet ein Gesicht und schleppt feine gequollenen Füße rascher vorwärts. „Haste noch ’ne Kippe, Willem?" Im Weiterschreiten zieht der Aeltere einen Zigarettenstummel aus der Tasche. „Da! Kannste haben. Aber'n Streichholz hab ich nich." Schweigend verstaut der Junge das Endchen in seiner Westentasche. Die Landstraße, die den Autofahrern «ntgegenstürzt, fcheint vor den mühsam Schreitenden zu fliehen. Cyan Grey 1 rberge um Arbeit. Die Wandererarbeitsstätte nur noch ein Asyl für bie Nacht, ein warmes enden Tag, nach vierstündiger Arbeitszeit, eine es wieder weiter tippeln, die Rennstrecke ent- Herberge, ruhelos, rastlos wie ein geschlagene» „Die Wanderer-Arbeitsstätten haben den Zweck, mittellosen, arbeitsfähigen deutschen Männern, die außerhalb ihres Wohnsitzes Arbeit suchen, solche zu vermitteln unb ihnen vorübergehenb gegen Arbeitsleistung Unterkunft unb Verpflegung zu gewähren." Also steht es in ben Statuten ber beutschen Wander-Herbergen. Aber ber erste unb wichtigste *1 *1" ' J" = h • fd> a f f u n g , ist illusorisch geworben. Die Zeit, °p'!öfäw' *1 Gunst" bei seinen „Krautern" um Arbeit ein- ” an. Heute fragt ber Wanderer gar nicht mehr Tag die erste Kühle weht Colour & Grey Control Chart