men." Wjj 6ei, °den. 5ßolle !n- 2 H und als lutunft" f einer I, Wer $e, efem 2Iuge„. ; ;.r begann ,.y toterblut Wichen 9(. n Charalt» cheln mußte, ’ann (am « aterfarrieren, ift Rose (|( tte, er sprach unch er nun den Sirettor Macht Hatz eines neuen en zu Haden. )ie SBirtung roarf Rest, le sind meist erer gamifit iche handele. inte. „Wissen haben. Denn . Sie müssen n - Km» kn auf. Sie den wir dach Bühne v». einmal nicht Maral Ihr« Aber es ist ile, besandei! ist heule ein viel Sännt«, n sich doch ib die Krs mb die Liedt ;rb volle eler genau I« arbeitet * e müssen PZ wer, daß ll! wirklich 1555 .... Ech > wir h"t>" bloß ®eil I* ,fer den * denn fax i ““lut 101 ’ sie bei W e"-' «schelt r*,5 h 3^t f'‘ -üK (»«’S Siebener ^mnilienblättcr Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger Jahrgang 193| Montag, den 3V. November Nummer 9^ Zrankfurter Brenten. Von Eduard M ö r i k e. Mandeln erstlich, rat' ich dir. Nimm drei Pfunde, besser vier (3m Verhältnis nach Belieben): Diese werden nun gestoßen Und mit ordinärem Rosen- Wasser feinstens abgerieben. 3e aufs Pfund Mandeln akkurat Drei Vierling Zucker ohne Gnad', Denselben in den Mörsel bring'. Hierauf ihn durch ein Haarsieb schwing'! Von deinen irdenen Gefäßen Sollst du mir dann ein Ding erlesen, — Was man sonst eine Kachel nennt: Doch sei sie neu zu diesem End'! Drein füllen wir den ganzen Münder Und legen frische Kohlen unter. 3etzt rühr' und rühr' ohn Unterlaß, Bis sich verdicken will die Mass', Und rührst du eine Stunde voll: Am eingetauchten Finger soll Das kleinste nicht mehr hängen bleiben; So lange müssen wir es treiben. Nun aber bringe das Gebrodel 3n eine Schüssel (der Poet, Weil ihm der Reim vor allem geht, Will schlechterdings hier einen Model, Indes der Koch auf ersterer besteht)! Darinne drück's zusammen gut; Und hat es über Nacht geruht, Sollst du's durchkneten Stück für Stück, Auswellen messerrückendick (3e weniger Mehl du streuest ein. Um desto besser wird es sein). Alsdann in Formen sei's geprägt, Wie man bei Weingebacknem pflegt; Zuletzt — das wird der Sache frommen, Den Bäcker scharf in Pflicht genommen, Daß sie schön gelb vom Ofen kommen! beiden lachen. Fallada", sagt er zu mir. Oer Gänsemord von Tüh. Von Hans Fallada. Alle Rechte im Rowohlt-Verlag. Geht man die Straße vom Dorf her, so tomtfft erst das Schloß mit >em großen, alten Park. Da sitzt der Ritterschaftsdrrektor von Pratz. Dann ’olgt der Gutshof mit seinen Ställen, Scheunen und dem Beamtenhaus, ich, der Rendant, Hause. Die Straße geht weiter und was folgt, ist e.rst einmal wieder ein ganzes Stück Park, der also im Halbkreis die jofftötte umschließt, und dann die Villa des jungen Herrn, des Rittmeisters. Die Sache ist so, daß vor ein paar Jahren der alte Herr das Gut an Tochter und Schwiegersohn übergab. „Wirtschaftet, junge Leute", sagte er. .Ich habe genug Kartoffeln gebaut in meinem Leben." Für sich behielt Schloß, Park und Forsten. 3n die fährt er täglich mit seinem 3agd- Jagen und er ist ein alter Rauschebart derart, daß er von jeder Aus- ahrt mit einem Bündel Reisig heimkommt. „Zu schade zum Verfaulen , hgt er. „Damit kann ich im Winter Heizen." Auf die jetzt schwiegersöhn- chen Felder geht der alte Pratz, von Pratz bitte, nicht gern. „Hat Land- virtsthaft studiert, der junge Herr", sagt er zu Elias, seinem Kutscher. .Merkst du was?" Elias merkt was, und die beiden lachen Wenn nun auch der Rittmeister von der Landwirtschaft nichts versehen soll, seine Felder liebt er doch. Er hört nicht gerne über sie lachen. -Der Alte ist ja ein Rest aus der Steinzeit, Fallada , sagt er 311 mir, ••enn wir ihn mit seinen Knüppeln aus dem Wald kommen sehen. Und rnnn lachen wir beide. ,, . ... Der Gänsekrieg jedoch, der mich stellungslos machte, wurde gar nicht Zwischen dem alten Herrn unb dem jungen geführt, sondern zwischen dem jungen Herrn unb ber gnäbigen Frau. Die gnädige Frau ist natürlich die trau vom alten Herrn. Die Frau vom Rittmeister heißt die junge Frau. ?eber der einmal in hinterpommersche Rittergüter gerochen hat, weiß ^ns. So daß im Grunde dieser Gänsekrieg der uralte Krieg X Schwiegermutter unb Schwiegersohn war. Nur war ich, ber Renda , °-r Leidtragende. Nebst sieben Gänsen. Davon ist nun zu erzählen. , Es ist schon gesagt worbe», daß der Schloßpark alt war sihar uralt und besaß als Prachtstück einen tuet bewunderten -i.Ipen- baum. Ich sand immer, der Tulpenbaum war ein Versager. GradeherauS gesagt, war er langweilig; seine Blüten hatten nicht die Idee einer Stehn- lichkeit mit Tulpen. Ader bei den alten Herrschaften konnte solch Aus- st>ruch von mir nicht überraschen. Ich war anrüchig, seit Elias das ' Faktotum, mich mal erwischt Haie, wie ich die Geflügelmamsell ab'küßte. Ich bin schon auf dem rechten Wege mit meiner Geschichte. Es geht alles der Reihe nach. Die Geflügelmamsell zum Beispiel war eine An- gestellte der gnädigen Frau: sie hatte die Hühner unter sich und die Ganse^ Wenn die alten Herrschaften auch das Gut abgegeben hatten, den Wunsch nach einem frischen Ei hatten sie doch. Die Hühner liefen auf dem Gutshof: auf der Dungstötte und in den Scheunen wurden sie satt: dagegen sagte auch ber Rittmeister nichts. Die Gänse aber ergingen sich offiziell im Park, jenem großen Park mit ben uralten Bäumen. Nun ist es mit ben Gänsen so, büß die Gans ein belitater Vogel ist, nicht nur, wenn man sie ißt, sonbern grabe auch, wenn sie frißt: das Beste ist ihr kaum gut genug. Die Gans, ein heiliger, schwieriger, kapriziöser Vogel, ist scharf auf junges, delikates Grün. Und gab es das in diesem uralten Park? Man kann das eine haben, man kann das andere haben, man kann nicht beides haben. Uralte Bäume und junges Grün, bas verträgt sich nicht. Im Schatten wächst altes saures, schlampiges Gras. Es schmeckte ben Gänsen nicht, unb eine Gans bentt natürlich nicht daran, sich mit schlechtem Futter abzufinben. Die Ganter mit den vergißmeinnichtblauen Augen führten ihre Schönen zielbewußt burch ben ganzen Vark. Dann durchstieß die breibutzenbköpfige Schar ben Zaun, überquerte tn ber nächsten Nähe ber rittmeisterlichen Villa ben Weg, flatterte burch den Graben — welch Geschnatter, welche Aufregung! — unb siehe ba, Kanaan ist erreicht, das gelobte Laub, bie Gras- unb Schnabelweibe! Sie finb im Wickgemenge, wo sie gar nichts zu suchen, noch weniger zu finben haben. Es war ein belikates Wickgemenge. Sie bachten hierzubleiben. Der Park konnte ihnen gestohlen werden. Sechsunddreißig Gänse haben einen beträchtlichen Appetit; sie zerdrücken was. Es hätte nicht des Geschnatters bei ber Grabenüberquerung beburft, um ben Rittmeister auf ben Einbruch in feine Felder aufmerksam zu machen. Es ist schon gesagt, daß er seine Felber liebte, unb nun war es eine Schanbe, wie bies Gemenge aussah, unb grab an bem Wege, ben all seine Gäste fuhren! Es fing wie alle Kriege mit Verwahrungen, Einsprüchen, kleinen Reibungen an. Der Rittmeister sagte zu mir: „Hören Sie mal, Fallada, bas können Sie aber ber (Beflügelfee ausrichten: Mit ben Gänsen, bas geht unmöglich. Sie sollen ja ba Beziehungen haben..." Ich sagte es ihr. .. Der Rittmeister sprach: „Herr Fallaba, bie Schweinerei mit den Gänsen hört mir auf! Wozu stichelt denn meine Schwiegermutter ewig über Sie und bie Mamsell, wenn Sie bas nicht mal erreichen?" Ich sagte es ihr. Die Dörte sah mich an mit ihren schönen, bummen Kirschenaugen und klagte: „0 Gott, Hannes! Die Gnädige hat doch gesagt, daß die Gänse sich schon mal in ben Wicken sattfressen bürfen. Wozu steckst bu ewig mit bem Rendanten zusammen, hat sie gesagt, du sollst ja sogar auf feinem Zimmer gewesen sein, hat sie mich gefragt." Die Dörte meinte. Sie war auf meinem Zimmer gewesen. Machtlos war ich. Der Rittmeister sagte ... vieles sagte er. Sahn sagte er nichts mehr. Er schritt zur Selbsthilfe. „Unser" Kutscher, Kaspar, erzählte mir, daß ber Rittmeister wie ber Teufel aus bem Wagen zwischen bie Gänse gesprungen war unb sie mit ber Fahrpeitsche verbroschen hatte. Am Abenb meinte Sorte. Sie Gnäbige hatte sooo gescholten: eine Gans war lahm! Nun kann man Gänse einmal verbreschen, man kann sie auch zweimal verbreschen, breimal aber bestimmt nicht. Sie kannten ihren Rittmeister. Kam der Wagen leer, so ästen sie weiter; kam er gefüllt mit ber jungen Frau, so ästen sie weiter; kam er gefüllt mit bem Rittmeister, fo breiteten sie ihre Flügel. Unter wilbem, höhnischen Geschnatter zerstreuten sie sich über ben ganzen Gemengeschlag. Ser Rittmeister probierte es mit einem Reitpferb unb einer Reitpeitsche. Sas Gansgetier zerstreute sich einzeln in allen Himmelsrichtungen, bem Tobenden zu entgehen. Der Rittmeister ritt seinen Gaul schäumend naß und sein Blut ins Sieben. Das Geschrei ber Gänse gellte höhnisch in seinen Ohren: er erreichte nichts. Es ist morgens, fo um fünf; die Knechte füttern; ,Dor einer Viertelstunde ist auch bas Geflügel aus bem Statt gelassen. Zwei Schüsse tönen, „ttianur denke ich. „Ser Förster schon im Gang. Unb so bichtedei?" Dann geht bei mir bas Telephon. Der Rittmeister sagt atemlos: „Fallaba, kommen Sie gleich rüber zu mir." „Ja, Herr Rittmeister", sage ich. „Bringen Sie 'nen Jungen mit", sagt er. „Irgenb jemand, der die Leichen trägt." „3a", sage ich. Der Pott ist entzwei, denke ich. 3ch hole mir einen Pferdeknecht aus Gruß damit feigen, "(Beben Sie ihr die Gänse", sagt er. „Sie soll sehen, was sie macht. Und sagen Sie ihr, ich wollt' sie ihr bezahlen. Sie soll was sie dafür haben will." 8C%e'r Rittmeister sitzt in einem Sessel und trinkt Kognak, am frühen Morgen, auf nüchternen Magen. Das Mordgewehr liegt noch auf der Fensterbank. Vom Fenster aus hat er sie geschossen, sieben junge Ganse, vielversprechend. . „Morsen", sagt er. -------——<->—-— .■■ ■ -..,Q Frau weint. Finden Sie, daß das^ein Grund zum Weinen ist? meine Wicken hat sie nicht geweint." „Die Frau Mutter wird ungehalten fein , sage ich. , Wird sie", bestätigt er. „Also, bestellen sie ihr einen schonen von mir. Und es täte mir ja leid. Aber sie wäre an allem schuld. Wir suchen au zweit. Der Junge läßt die Hände sinken. „Hier waren sie bestimmt, Herr Rendant. Sehen Sie, hier ,st noch blutiges Stroh Ich seh ihn an, er sieht mich an. Der Junge hat sie nicht geklaut. Der ist ehrlich! soviel kann ich sehen. Er sagt kummervoll: „Ja, Herr Rendant, das ist ja nun nicht leicht. Was der junge Herr ist, der ist ein duschen hitzig " , , ,, , Stimmt wieder. Mir bubbert das Herz als ich anrufe. „Nun?II!" , _ . .. Ich beichte. „Und nun hat einer doch die Ganse gestohlen ...I Soll ich „Wutschrei" sagen? Nun gut, ich sage „Wutschrei . Jeden, falls habe ich den Hörer fein sachte hingelegt. Ich konnte ans andere Ende vom Bureau gehen, der Wutschrei blieb klar verständlich. Auch dauerte er noch länger. Nach einer Weile habe ich dann angehangt, bin auf mein Zimmer gegangen und habe meine Sachen gepackt. Kasper hat mich noch in derselben Nacht zum Bahnhof gefahren. Aus. Fertig. Schluß. Arme Dörte. Und der verdammte Kerl, der die sieben klapperdürren Ganse im Jahre 1929 auf Rittergut Tütz aus der Scheune geklaut hat, der soll sich nun endlich bei mir melden und sich wenigstens entschuldigen, ver- dämmt noch mall Oer Paulus der Lustschiffahrt. Bon Hans Rosenkranz. Sonderbarerweise gab es bisher keine große Zeppelin- biographic. In diesen Tagen erschien ein Buch von Hans Rosenkranz „Graf Zeppelin, die Geschichte eines abenteuerlichen Lebens", dem wir mit Erlaubnis des Derlags Ullstein auszugsweise den folgenden Abschnitt entnehmen. Im Jahre 1899 saß Zeppelin einmal im Hotel Marquardt in Stuttgart und erläuterte mit ausfälliger Lebhaftigkeit einem Kreis von Offizieren feine Pläne. Ein Schauspieler aus Wien, fremder Gast, der an einem anderen Tische saß, fragte einen Einheimischen, wer denn dieser lebhafte alte Herr wäre. Da sagte der Einheimische: „Dos sicht e Narr — ein Gras Zeppelin! der guate Mann meint, er könnt durch d Lust Dieser „guate Mann", dieser „Narr" ließ am 2. Juli 1900 in bet Bucht von Manzell am Bodensee sein erstes Luftschiff steigen. Es stieg empor, wie ein kommendes Jahrhundert heraufsteigt, und es hat schon die Bedeutung eines Symbols, dah das erste Jahr eines beginnenden Jahrhunderts den Aufstieg Zeppelins erlebt. Dieser erste Aufstieg sollte am ersten Tag nach dem 28. Juni, dessen Witterung günstig sei, erfolgen. So säumten denn schließlich am 30. Juni und am 1. Juli, an zwei Tagen, die strahlendes Wetter brachten, Tausende von Menschen die User des Bodensees. Hunderte von Dampfern ankerten in weitem Umkreis um die schwimmende Halle, die das Luftschiff barg. Hohe und höchste Gäste waren geladen, Tag und Nacht arbeiteten Zeppelin und seine Mitarbeiter in der Halle in fieberhafter Tätigkeit und immer wieder mußte der Aufstieg verschoben werden. Man hatte geglaubt, die Füllung des Luftschisss mit Gas rourbe ungefähr fünf Stunden erfordern, aber es erwies sich, daß die Rechnung falsch war, daß mindestens fünfundzwanzig Stunden erforderlich seien. Der und jener Defekt trat bei der Überprüfung des Schiffes auf und mußte beseitigt werden. Von Stunde zu Stunde warteten die Tausende und warteten vergeblich Die Ungläubigen und die Höhnischen schienen im Recht zu bleiben, als am Abend des 1. Juli auf der Hatte im Bodensee eine blaue Fahne ausgezogen wurde, zum Zeichen, daß mit ber Auffahrt für diesen Tag nicht mehr zu rechnen sei. Dasselbe Schauspiel der Arbeit und der Erregung in ber Halle, der Neugier, des Wartens und der Ungeduld außerhalb der Halle wiederholte sich auch am 2. Juli, und am spaten Nachmittag dieses Tages hatten die meisten der Neugierigen den Schauplatz höhnisch, enttäuscht, ernüchtert verlassen. Da, am Abend gegen 8 Uhr wurde unter der Leitung des Hauptmanns Barsiq v. Siqsfeid das auf einem Floß befindliche Luftschiff von dem kleinen Dampfer Buchhorn — Buchhörnle genannt — aus der Halle gezogen. Nach wenigen kurzen Manövern erhob sich bas Schiff von seinem Floß in die Lust, gelbe Zigarre unter leuchtendem Abendrot, und fuhr in grobem Flug über den See. Die wenigen hundert Menschen, die auegeharri hatten waren belohnt. Sie erlebten einen Augenblick, von dem sie trog aller Skepsis spürten, daß er eine historische Stunde einleitete, sie sahen das leuchtende Wunder über dem See, die sichere Fahrt und den graben Flug, und sie alle sühlten in ihrem Herzen, daß der alte Mann im weißen Haar, der dort am Steuer stand, in diesem Augenblick den Lohn für zehn Jahre der Arbeit, der Enttäufchung und des Hohns gesunden hatte. Nachdem das Schiff etwa achtzehn Minuten in der Luft gewesen war, muhte es wegen mancher eingetretener Defekte bei Jmmenstabt, nahe bei Konstanz, ein wenig rasch und überstürzt landen. Die Spitz« wurde von einem Psahl, der aus dem See herausragte, gerammt un durchstoßen, aber mit Ausnahme dieser Beschädigung waren Schiff uno Passagiere unverletzt. Die Dampfer waren bald zur Stelle, man brachte das Schiff auf sein Floß und zog es zurück über den See, um es in der Halle zu bergen. Das Echo dieses Ausstiegs und vor allem das Echo der Tage der Enttäuschung, die Dorauegcgargen waren, war verhältnismäßig start. Doch kann man nicht sagen,' daß es durchweg freundlich gewesen wäre. Diejenigen Blätter, die zu einer freundlichen Haltung sich entschlossen, m handelten im großen und ganzen die Zeppelinsache als ein Ereigim dritten Ranges. Man spürte auch oft, daß nur der Respekt vor Mw hohen Rang Zeppelins und vor dem guten Namen, den er im Sri 9 von 1870,71 sich erworben hatte, die Presse daran hinderte, ihrem Niw' trauen und ihrer Skepsis deutlichen Ausdruck zu geben. — Eine n m geringe Anzahl bedeutender Blätter war in den Tagen vor dem l r stieg, als immer wieder der Start verschoben werden wußte, von sonderer Schärfe des Tons. Auch der Flug selber wurde von ihnen o Sie haben wohl schon den Salat gesehen. Meine -• • - - ■ m----— !“? lieber »em Statt, und wir tippeln los. Vor der Villa im Vorgarten liegen sie gewissermaßen ausgebahrt, sieben Stück, so jung noch so mager noch, m der Blüte ihrer Wochen dahingerasst. „Warten Sie, Karl , sage ich und „Ja", sage ich. „ , Kein angenehmer Auftrag. „Fallada , sagte er, „Trinken Sie neu Kognak. Nehmen Sie ’ne Zigarette. Das Leben ist kompliziert. Ilm Halblechs kann ich nicht mit den Gänsen ins Schloß rücken, ich komme um halb acht. Da weiß die gnädige Frau schon alles; sie hat Wv in der Küche auf mich gelauert. „Nehmen Sie die Tiere wieder mit , weint sie. „O Gott, ich kann sie nicht sehen. Zwei Zuchtgänse sind dabei. Dörte, sieh nur, die mit dem grauen Stoß am Flügel ist auch dabei, o Gott!" .... Dörte sah mich an wie ein flammender Engel. Die Gnädige weinte haltlos. Ich komme mir ziemlich schäbig vor. „Sagen Sie meinem Schwiegersohn, daß er ein schlechter Mensch ist, ein Mörder.. " Durch den Sonnenschein gehe ich mit meinem Stalljungen und den sieben Gänsen zur Villa. Siehe da, mein Chef ist nicht aufs Feld geritten; er hat auf mich gewartet. Er verfinstert sich, als er die Leichen sieht. „Sie haben die Gänse immer noch? Habe ich Ihnen nicht ausdrücklich befohlen...?" . Er sagt „befehlen", er sagt überhaupt sehr viel, und kleinlaut berichte ich. — „Alles Unsinn! Wie können Sic sich von Weibern dösig meinen lassen! Grüßen Sie meine Schwiegermutter und bestellen Sie ihr, die Gänse gehörten ihr, nicht mir. Daß Sie mir nicht wieder mit den Gänsen kommen!" „Nein, Herr Rittmeister", sage ich. Kehrt! Ein Rendant, ein Stattbursch, sieben tote Gänse in die Schloßküche. Heißer Empfang. Die Tränen sind versiegt. „Ich verbiete Ihnen das Haus, verstehen Sie! Es ist Hausfriedensbruch, wenn Sie noch mal mit den Gänsen kommen! Sagen Sie meinem Schwieger- Ich werde mich hüten. Wieder stehen wir auf dem Hof. „Wat malen Se nu, Herr Rendant? lacht der Stattbursche. „Grien du und der Affe", sage ich wütend. „Schmeiß die Biester hier ins Bureau hinter meinen Schreibtisch. Schmeiß ’nen Sack drüber. Am Ende wird doch einer Verminst annehmen." Die Stunden gehen dahin. Um zwölf kommen die Knechte vom Feld, ich geh auf den Boden, gebe Pferdefutter aus. Ms ich wieder aufs Bureau komme, steht der Rittmeister hinter dem Schreibtisch. Den Sack hat er mit dem Fuß weggeschoben, starrt auf den Salat. „Was heißt das?" fragte er scharf. „Haben Sie nicht verstanden, was Ich Ihnen befohlen hatte, Herr?!!!" Jawohl, ich hatte verstanden. Und ich erkläre. „Quatsch! Hausfriedensbruch! Bestellen Sie meiner Schwiegermutter, sie hat ’nen Vogel. Hysterische Schraube. Wegen ein paar dammlichen Gänse sich so zu haben. Ich will die Biester nicht mehr sehen. Verstanden?!!!" „Jawohl, Herr Rittmeister", sage ich und mach mich wieder auf den Weg. Mönchlein, du gehst einen schweren Gang. Und ganz nutzlos. Elias hat auf der Lauer gelegen, er verpfeift mich. Gleich ist die Gnädige da. Man trägt mir wieder Bestellungen an den Rittmeister auf, dann stehe ich wieder draußen ... „Und nun?" fragt der Stallburfch. „Das will ich dir erzählen", sag ich wütend. „Die Gänse können mir den Buckel runterrutschen. Komm mit." Ich geh gar nicht erst mit ihm auf den Hof; heimlich gehen wir hintenrum in die große Scheune. „Da! Steck die Biester unters Stroh. Gut tief rein. Gottlob, nun sind sie weg.” „Dat's gaub", sagt er. „Nu denkt die Gnädige, er hat se, und er denkt, die Gnädige hat se." „Richtig, mein Sohn", sage ich und gehe aufs Bureau. Gegen Abend besucht mich der Rittmeister. Wir klöhnen über dies und das. „Uebrigens", sagt er im Gehen, „die Sache mit den Gänsen ist erledigt?" „Ist erledigt", sage ich. „Gut", sagt er und gebt. Eigentlich ist längst Feierabend, aber ich habe viel Zeit versäumt; ich muß noch Löhne eintüten. Das Telephon rasselt. „Ja? Hier Fallada!" „Sie haben die Gänse meiner Schwiegermutter gebracht, was? Sie haben meinen Befehl erledigt, wie? Belogen haben Sie mich, Herr!!! Aus der Stelle bringen Sie die Gänse der gnädigen Frau! Sie will sie nun doch haben, der Federn wegen. Aus der Stelle ..." Diesmal holte ich mir nicht erst jemand. Ich stürze allein in die Scheune. Ich wühle im Stroh. Nein, hier ist es nicht gewesen, mehr links. Verdammt dunkel ist das hier. Rechts? O Gott, nur schnell ... Eine Stallaterne ... Licht. Rechts. Links. Oben. Unten. Hier. Dort. Nichts. Ins Dorf. „Jung, wo haben wir die Gänse hingcsteckt? Rasch!" Am Bureau vorbei, ich höre das Telephon drinnen schreien, brüllen, ächzen, gellen. „Nur rasch. Jung!" Zwei wollen zum Theaier. Roman von Hans-Caspar von Zabeltitz. Copyright 1930 by Carl Duncker-Verlaa. Berlin. (Nachdruck verboten.) (Fortiegung.) Er reichte Rose die Hand. Der nahm sie, drückte sie sest. „Ganz auf meiner Seite. Mir ist nun eigentlich ein Stein von der Seele. Haben Sie schönen Dank. Ich sehe Sie hoffentlich boch wieder. Kommen Sie doch mal zu uns heraus. Sie trinken doch sicher auch gern einen guten Tropfen. Sie können dann auch meiner Frau alles erzählen, die hat sich immer sehr fürs Theater interessiert." Plötzlich hielt er erschrocken inne: „Ja, lieber Doktor, wie bringe ich denn nun die Sache mit Gertie meiner Frau bei?" Da lachte Büchner laut und herzlich auf. „Das müssen Sie schon allein wissen, Herr Rose. Ich wünsche Ihnen viel Glück zu der Aufgabe. Großmutter saß schon beim Frühstück, als Isa ins Eßzimmer trat. Isa war ein klein wenig blaß, unter ihren hellen Augen lagen dunkle Schatten. Nervös. Uebermübet. Sie hatte sich aufs Bett geworfen, als sie von Büchner geflüchtet war; ihr Blut hatte bis in die Schlafen geklopft; ein Zittern war in ihr gewesen. Doch auch ein Gefühl der Frohheit: nun würde es noch gut mit Gertie, wo Büchner alles in die Hand nahm. So erklärte sie sich diese Leichtigkeit, dies Erlöstsein vom Druck. Irgendwie wußte sie, daß diese Erklärung Lüge war, daß sie mehr an Büchner als an Gertie dachte; aber dies Wissen, schob sie zurück, wollte sie nicht wahr haben. Sie hatte die Augen geschlossen und in sich hineingelächelt. So war sie auch eingeschlasen, tief, sest, traumlos, bis em Frösteln sie Übersiel, wie es Schlafende überfällt, die keine Decke über sich gebreitet. Da war es Zeit zum Frühstück gewesen, ja schon über Großmutters Pünktlichkeit hinaus. Die alte Dame sah Isa an, wohlwollend, gütig: „Doch^ schon da, Kleines? Ich dachte, ich müßte heute ohne dich auskommen." Nein, es war kein Vorwurf in der Stimme. „Bist du sehr müde? Ist Gertie gut fortgekommen?" Isa erschrak. „Gertie?" fragte sie gedehnt. Nun hatte Großmutter nur ein feines Lächeln. „Willst du mich an« flunkern, Isa?" Rot wurde Isa. „Woher weißt du, Großi? Die Kaffeekanne zog sich Großmutter heran, goß sich langsam eine Tasse voll, tat ein Stück Zucker und ein wenig Milch hinzu. Alles langsam, überlegend. „Ach, Jsakind, wenn man erst so alt geworden wie ich, dann lieft man mehr von euren Gesichtern, als ihr denkt. Dann hat man auch einen leichten Schlaf, man liegt wach, man hört. Und in der Nacht klingt jedes Geräusch lauter. Da nützen Zehenspitzen und Flüstern nichts. Man liegt, denkt und reimt sich alles zusammen. Der gute Doktor Büchner hat mir ein bißchen was von dem dicken Mann aus Weimar erzählt, als ich ihn zufällig im Flur traf. Bei bir ftanben zwei Koffer. Die Eltern Rose kenne ich. Es war nicht schwer, Isa. Sie trank ein paar kleine Schlucke; ein ganz klein wenig zitterte wie immer bie Hanb, die bie Tasse hielt. Sie wartete wohl, daß Isa nun etwas sagen würbe. Ader Isa schwieg und sah vor sich hm. Ja Kind wenn man alt wird, ist das eigentlich merkwürdig: man wird wieder jung. Im Denken, im Mitdenken, weißt du. So bis zu den Sechzig will man immer nur klüger sein als bie jüngeren. Man hat noch soviel Kraft, zu verurteilen unb zu verbessern. Unb so wenig Zett, nachzudenken unb zu verzeihen. Das wird später anders. Man weih, daß man bald fort muß und es schade ist, seine Stunden an Merger und Mäkelei zu verschwenden, daß es besser ist, aus allem noch schnell eine Freude herauszuholen. Eben wie es bie Jugenb macht. Unb mit einem Male weiß man, daß die Jugend recht hat. Mit ihrem Leicht- nehrnen. Mit ihrem Wegspringen über Sorgen unb Hindernisse. Mit ihren Umwegen unb Nichtsehenwollen. Dann macht man s selbst so. Unb ift tüieber jung." ©ic lächelte, „^Jlcitürlid) nur mit bcm j)erjen, ^°Noch immer sagte Isa nichts, aber sie sah jetzt die Großmutter an. Was Großmutter doch für gute, schöne Augen hatte. Und Großmutter fuhr fort: ,^Das Mädchen hat überdies nichts gemerkt, trotzdem die kleine Kaffeemaschine gebraucht war. Das ist auch gut so. Domestiken spinnen sich da immer gleich Romane und klatschen an den Hintertüren unb beim Bäcker. Das kommt, weil sie selbst so wenig erleben unb ihre eigenen kleinen Schicksale soviel ärmer sind als die der Herrschaft. Und lange nicht so interessant. Auch das muß man veHtehen. Aber man muß auch vorsichtig sein, Isa. Domestikenklatsch kommt nämlich wieder in die Vorderzimmer. Es gibt Herrschaften, die sich von ihren Leuten etwas erzählen lassen, weil ihre eigenen Gesprächsstoffe für bie Geselligkeit nicht ausreichen. So ist schon mancher gute Rus oer- bcrben worben." Nun war Isas Kopf roieber tief vornüber gesunken. Auf was spielte Großmutter an? Ader ba sprach Großmutter schon weiter, fragte noch einmal: „Also, ist die kleine Rose gut fortgekommen?" Jetzt fühlte Isa, sie müßte berichten. So sing sie an, erzählte schnell, hastend etwas zu schnell, zu hastend. Aber Großmutter schien das nicht zu bemerken, sie hals sogar, fragte nach Fleischmann, fragte nach Weimar. War für alles interessiert, sagte bann: „Ja, bie Gertie, ich glaub 5 wohl, bie roirb’s schassen. Die Roses. Das ist noch junges Blut. Unbelastet. ! Weißt bu, ich glaub' manchmal, bas Blut solcher Menschen hat ein anberes Tempo wie unseres, es pulst irgenbroie schneller. Wir haben uns durch Generationen zu wenig bewegen müssen, unb nun, wo wir bas Bewegen wieder bitter nötig haben, können wir es nicht mehr recht. Auch bei bestem Willen. Unsere Flußläuse sind schon vor Jahrhunderten reguliert worden, wie sollen wir da noch brausen und Mühlen treiben t — Aber nun mußt du frühstücken, Kind. Trink' aus, ich gieß dir noch einmal ein." . „ , Später, als Isa das Kaffeegeschirr zuiammenstellte und das Ttzchtuch abnahm, sagte Großmutter plötzlich vom Fenster her, wohin sie sich mit mißglückt angesehen. Zu diesen Blättern gehörte u. a. die „Frankfurter Zeitung". Ihr Friedrichshafener Korrespondent meldete noch am Mittag des 2. Juli — wenige Stunden vor dem Ausstieg — eine ausführliche Nachricht nach Frankfurt, die die Uebertorift trug: „Eine Ballonfahrt mit Hindernissen". Es heißt in diesem Aussatz: „Die Leiter des Unternehmens hätten alles bedacht, nur eins nicht, daß ein Lustschiff sich genau so wie eine Feuerspritze verhält, und daß es nach dem bekannten tiefsinnigen Ausspruche — .probiert sein will, wie e Kumedie' — an den Proben, an den nötigen Vorbereitungen gefehlt habe." Mit Bezug auf die Nachricht, daß die Füllung statt der erwarteten fünf ganze fünfundzwanzig Stunden dauerte, führte der Korrespondent der Zeitung aus: „Ein derartiger Rechnungsfehler kann Vorkommen, allein er läßt doch die ganze Art unb Weise, wie der erste offizielle Aufstieg des neuen Ballons inszeniert worden war, in etwas eigentümlichem Licht erscheinen ... Man war seiner Sache so sicher gewesen, daß man ... das ganze Land in feierlicher Weise zu einem Schauspiel entbot, zu dem ... nicht einmal die Ouvertüre gespielt werden konnte." Der Berichterstatter, der dieses schrieb, der von „eigentümlicher Art unb Weise" bei ben Vorbereitungen bes ersten Ausstiegs sprach, ber berichtete, daß das Schweizer Schiff „Helvetia unter großen Gegenkund- gebungen der Passagiere den Schauplatz verlassen hätte, der nach dem Aufstieg ausführte, bie Lenkbarkeit „erscheine problematisch", unb ber es rügte, daß man bas Laub „zu einem Schauspiel entboten habe, zu bem nicht einmal die Ouvertüre gespielt werden könne", der Berichterstatter, der dieses schrieb, hieß — Hugo Ecke.ner. Im Begriff, sich auf eine Privat-Dozentur vorzubereiten, mit den Vorarbeiten zu einem großen Buch beschäftigt, hatte er sich damals als Korrespondent der „Frankfurter Zeitung" in Friedrichshafen niedergelassen. Aus diesem Berichterstatter ist erst fünf Jahre später unter sehr drastischer Einwirkung des alten Zeppelin ein bekehrter Saulus, gewissermaßen ber Paulus ber Zeppelinfahrt, geworben. Er war ein Gegner Zeppelins, der Dr. Eckener. Er hatte vom Fluge des Luftschiffs nicht den Eindruck ber Sicherheit gehabt, bie man von einem roerbenben Verkehrsmittel verlangen mußte. — Die Bewegungen bes Schiffs in ber Luft erschienen ihm — unb nicht nur ihm — verdächtig; er glaubte nicht recht, baß alle diese Bewegungen willkürlich Vom Steuer bewirkte gewesen seien, es kam ihm im Gegenteil vor, als ob bas Schiff — burchaus nicht bem Steuer gehorchenb — einige recht gefährliche Kapriolen in ber Luft roiber ben Willen seines Meisters gemacht habe. Unb als im selben Jahr noch bie „Gesellschaft zur Forderung der Luftschiffahrt", die das Schiff erbaut hatte, unter Verlust ihres gesamten Kapitals liquidiert werden mußte, als der zweite Aufstieg bes Schiffes mit recht schwerer Beschäbigung enbete unb fein dritter mehr folgte, da schien es, als ob ber Korrespondent der „Frankfurter Zeitung" recht behalten sollte. Vier Jahre müssen ungenutzt nach dem ersten Ausstieg verstreichen ehe es Zeppelin, ber inzwischen sechsundsechzig Jahre alt geworden ist, gelingt, einen erneuten Anlauf zur Verwirklichung seiner Idee zu unternehmen. - Viele Bemühungen hatten es zuwege gebracht bafe eine Anzahl von Fabriken, wenn auch nicht Gelb, so boch wenigstens Material zur Verfügung stellten, unb schließlich genehmigte berJiomg von Württemberg eine Lotterie zugunsten bes Bausands für em steues Schiff. Der Ertrag bie er Lotterie, aus bem Vermögen Zeppelms nicht unerheblich aufgefüüt, ermöglichte im Laufe bes Lahres 1904 ben Baubeginn bes zweiten Schiffes. Der Horizont hellte sich allmählich für Zeppelin auf, ber neue Anlauf wirb mit allen Kräften vorbereitet unternommen, unb so geht die alte Exzellenz, wie ein Junger, «mut ans Werk. Aber immer wieder gibt es neue Schwierigkeiten. Auch die „F T Zeitung" hat noch immer einen Korrespondenten in f5rieond)sf)afen sitzen, der auch diesen erneuten Anlauf mit ^^freundlichen Kommentaren begleitet, unb ber immer noch Hugo Eckener heißt. Es ist wirklich recht lästig, einen so unfreundlichen Kommentator m ber eigenen Stabt zu haben. Zeppelin erkunbigt sich nach diesem Dr. (Frfi>npr härt bnü bas ein kluger, gebtlbeter, ernsthafter JJiann sein soll datz Eckener wirklich sein Gegner sei aus ehrlicher Ueberzeugung Lnb ffneÄÄ& bei'seinen unfteunblichen KommeMaren betreibe. Da fährt im Spätsommer bes Lahres 1905 — Saturn , CWÄ? S^sMeL vor unb verlangt von .Jm er ^oUe D°fn b?s alten Lnnes,' b" mit solchem Glauben, solcher Selbstverstänblichkeit unb von solchem Schwung getrieben ferne Sache bewegst i tzt ich v stimmen, dem Wunsche Zeppelins noch m derselben ^ninuw^ zu prechen unb er fährt gemein am mit Zeppelin hinaus SA -wersi unv Apostest Mit diesem Bekehrten und Mit di w Aposte tritt und ein wesentliches Element m den Zeppelmschen Kre . wachen eine bessere Navigation liajrr q) t mcrben> unb seiner Hamburg, er soll — so scheint es a L m zuwenden. Doch Wissenschaft, ber Nationalökonomie wieder ?anz ,ia) ^llen ber ÄSTK S» « schassen. _____ einer Handarbeit gesetzt hatten „Der Queis hat gestern noch einmal angerufen, der Leo. Er läßt dich grüßen. Er ist nach Scherkalden zurllck- gesahren. Ich hab' ihm von Peter erzählt. Er will ihn mal in Jena aufsuchen, ihm ein bissel helfen, ihn auch Sonntags mal zu sich holen. Der Peter, es macht mir doch Freude. Vielleicht hat der doch noch einen Schuß junges Blut. Vom Vater deiner Mutter vielleicht: Die Berstendorffs stammten aus Oesterreichifch-Schlesien, da hat so allerlei zufammen- geheiratet." Isa hörte zu. Aber sie erwiderte nichts. Peter hatte einen Brief geschrieben: er arbeite im Motorenwerk, es sei ein bißchen stumpfsinnig, aber das mässe eben durchgehalten werden: er verdiene ganz gut im Akkord: nur die Seife sei so verflucht teuer und Seife brauche er viel. Sie trug das Geschirr hinaus in die Küche. Die Minna war nicht da. Sie machte schon Besorgungen: es war wohl später geworden als sonst, so streifte Isa ihre Blusenärmel zurück und wusch ab. Sie mußte an Peter denken. Der stand jetzt wohl an seiner Maschine. Komisch an einer Maschine —, der feine Peter. Lange würde es wohl nicht dauern. Rach den Handtüchern griff sie, trocknete Teller und Tassen, stellte alles auf das Tablett, ging ins Eßzimmer zurück, um die Sachen ins Büfett einzuordnen. Da faß Großmutter noch immer auf ihrem Fensterplatz. „Ja, der Leo", sagte sie, „der. Leo Queis. Ob ich wohl noch mal nach Scherkalden komme? Weißt du, als Leos Vater noch lebte, waren wir, das heißt dein Großvater und ich, fast jedes Jahr da. So um diese Jahreszeit etwa. Wenn die Hirsche schrien. Der alte Queis machte sich immer Sorgen um Leo: Der große Besitz und nur ein Junge. „Onkel Arthur", sagte er dann wohl zu meinem Mann, „Onkel Arthur, ich habe immer so das Gefühl, ihr kommt noch mal hierher." Sie war eine Weile still, stichelte weiter. Dann nahm sie ihre Stahlbrille ab, sah zu Isa hinüber, die vor dem Büfett kniete. „Ja, ich war lange nicht in Scherkalden." Isa stand auf, sie hatte genug gehört. Leo Queis — Scherkalden — kein Erbe. Ja, sie wußte es, sie kannte auch die Geschichte von Großvater Treutsch und Leos Vater, oft genug hatte die Großmutter sie schon erzählt und immer war der Unterton dabei gewesen: Du mußt Scherkalden den Erben gebären, das wäre das Richtige. Wie heute auch wieder. Rein, sie hatte genug. Ihr Denken war nicht dort, ihr Denken war anderswo. Am liebsten dachte sie überhaupt nicht. Sie stieß die Büfetttüren zu und drehte den Schlüssel um. Zu — fertig — aus. „Du gehst wohl heute nicht in deine Stunde zu Pistorius?" {ragte Großmutter. Richtig, Pistorius. Henke war ja Unterricht. Sie hatte es ganz vergessen. Was sollte sie noch bei Pistorius? Die Minna von Bärnhelm! Ach, Gott, die lag plötzlich so fern. „Nein", sagte sie. Großmutter nickte nur. „Ich dachte es mir. Jetzt, wo Gertie fort ist." Und nach einer Weile: „Ja, das junge Blut fehlt, die Triebkraft." Da ging Isa aus dem Zimmer. * Aus dem trüben Morgen wurde ein schöner Vormittag. Gertie ließ ihren Wagen langsam laufen. Die Straßen waren gut, nur vor und hinter Bitterfeld gab es holprige Stellen, da war auch der Verkehr stärker: viel schwere Lastkraftwagen, Motorzllge. Industriegebiet. Das ging so bis Halle. Es hieß ständig aufpassen, viel hupen, immer bremsbereit. Und in Halle enge Straßen, Schupobeamte mit winkenden Armen, Verkehrszeichen. Plötzlich spürte Gertie eine gewisse Müdigkeit. Die Nachtruhe war doch nur kurz gewesen, nur halb. So hielt sie vor einer Konditorei, schloß den Motor ab, stieg aus. Sie setzte sich ans Fenster, daß sie den Wagen im Auge behalten konnte, und bestellte sich Kaffee, Brötchen, Butter, zwei Eier im Glase. Sie war der einzige Gast: es war ja auch noch früh für eine Konditorei. Etwas nach zehn. Jetzt war Vater längst auf seinem Büro, aber Mutter läutete wohl gerade erst nach ihrem Frühstück. Ob sie in Dahlem schon bemerkt hatten, daß sie fort war? Draußen pendelte ein Schupo langsam und gemessen die Straße entlang, blieb stehen, umrundete ihren Wagen, holte ein dickleibiges Notizbuch heraus. Was wollte denn der? Schnell ging Gertie vor das Haus. Der Beamte trat auf sie zu, freundlich fragte er, etwas breit mit dem Halleschen Mittelklang zwischen sächsisch u'nb thüringisch: „Das ist wohl Ihr Wagen, Fräulein? Dürfte ich mal^Jhre Papiere sehen?" Gertie kannte solche Kontrollen. Sie schloß die Tür auf, nahm die Papiere aus der Seitentasche. „Bitte." Der Uniformierte blätterte alles durch, dann nickte er, wieder heiter und freundlich. „Alles in Ordnung. Der Wagen gehört also dem Kaufmann Friedrich Rose in Berlin-Dahlem. Sie sind seine Tochter?" „Jawohl." „Dann geht das Mandat also nach Berlin." . Gertie siel aus allen Wolken. „Aber warum denn ein Mandat?" „Sie dürfen hier nämlich zwischen zehn und sechzehn Uhr nicht parken. „Das kann ich doch nicht wissen." Er zeigte die Straße hinauf in der Fahrtrichtung, aus der sie gekommen war: „Da vorn sleht's angeschrieben." Nun versuchte Gertie ihre Berliner Taktik, sie verlegte sich aufs Betteln: „Aber, bester Herr Wachtmeister, Sie sehen doch die Nummer, Sie sehen doch, daß ich hier fremd bin. Ich wollte doch nur schnell eine Tasse Kaffee trinken." „Hilft alles nichts, Fräuleinchen, hilft alles nichts. Parken ist Parken, und Vorschrift ist Vorschrift." „Kann ich die Strafe nicht wenigstens gleich bezahlen, Herr Wachtmeister? Mein Vater schimpft immer so." „Geht nicht. Ist gegen die Bestimmung. Das Mandat geht nach Berlin. Richtig auf dem Dienstweg." „Lieber, guter Herr BZachttneister.. „Nee, nee, Fräulein. Ich hab's mir schon aufgeschrieben, und was in meinem Buch steht, steht drin. Nun fahren Sie Ihren Wagen man da drüben an die Ecke, da in der Nebenstraße, da darf er stehen. Tut mir ja sehr leid, aber es ist meine Pflicht." Er hob die Hand an den Tschako, «nachte sogar eine Art Verbeugung: „Guten Morgen!" und ging davon. Ohne sich umzublicken. _ Gertie sah ihm nach. Sie wußte nicht, ob sie lachen oder heulen sollte. Sie hatte schon manches Strafmandat zudiktiert bekommen aber das erschien ihr doch das lächerlichste. „Sie dürfen hier nämlich nicht parken." Zu blöd. Da hing irgendein Schild, und nun wurde ihr erstes Lebens. Zeichen nach Berlin ein Strafmandat. Sie fuhr den Wagen nach der befohlenen Ecke und ging die paar Schritte zur Konditorei zurück. Jetzt konnte sie den Wagen nicht mehr jehen. Gut, mochten sie ihn ihr stehlen. Die Eier und der Kaffee "standen auf dem kleinen Marmortisch. Die Kellnerin wartete. „Hat der Wachtmeister Sie ausgeschrieben?" fragte sie harmlos und fuhr bann mitleidsvoll fort: „Ja, das tun sie gern hier " (Bertie antwortete nicht. Hastig trank sie den Kaffee, hastig aß sie die '.?lc Altchen ließ sie liegen. Ein Satz hatte sich in ihr Hirn festgehackt: „Der Wagen gehört also dem Kaufmann Friedrich Rose." Und der Satz arbeitete in ihr weiter, als sie wieder am Steuer saß und Rich- ^nng Merseburg-Weißenfels die freundliche Stadt ihres Strafmandats Natürlich: der Wagen lief auf Vaters Namen. Weil er ihn gekauft baUe mel( er ihn versteuerte, weil es einfacher gewesen. Aber er gehörte "ach