GietzenerZamilienbMer Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger Jahrgang Ml Montag, den 30. März Nummer 26 Er ift's. Von Eduard Mörike. Frühling läßt sein blaues Band Wieder flattern durch die Lüfte; Süße, wohlbekannte Düfte Streifen ahnungsvoll das Land. Veilchen träumen schon, Wollen balde kommen. — Horch, von fern ein leiser Harfenton! Frühling, ja, du bist's! Dich hab' ich vernommen! Ali fängt an zu denken. Eine erlebte Geschichte aus Persien. Von Leo Matthias. Eine der schönsten Geschichten, die ich in Persien erlebt habe, war die mit dem Schlüssel. Ich weih nicht, ob es Ihnen bekannt ist, wo Kirman liegt —; sollten Sie es nicht wissen, schadet es nichts. Es wird Ihrer Phantasie genügen, wenn ich Ihnen sage: daß Kirman grade dort liegt, wo eine der siidpersischen Wüsten aushört und eine andere anfängt. Kirman selbst sieht aus wie alle südpersischen Städte; denn alle diese Städte bestehen von der Straße bis zum Windfang aus Lehm und ähneln sich wie eine Apfelsine der anderen. Es gibt nur einen Unterschied in der Größe. Kirman ist eine große Stadt. Dis besten und teuersten Perserteppiche lammen aus Kirman. Ich hatte die Absicht, nur zwei oder drei Tage dort zu bleiben, denn ich wollte weiter: quer durch die Lut (auch eine Wüste) und dann nach Beludschistan und nach Indien. Aber Kirman gefiel mir. Die Stadt liegt auf dem Dach der Welt, über 2000 Meter hoch: um bis zur nächsten Stadt zu kommen, braucht man beinahe eine Woche. Nirgends lebt man daher so ungeschoren wie hier und kann die Zeit vergessen. Auch leben in Kirman sechs Europäer und vier Europäerinnen, und diese zehn Menschen, die dort unter 40 000 Persern ihr Dasein mit tea, Geschäften und Golf verbringen — es gab einen wundervollen Golfplatz — waren die reizvollste Gesellschaft, die ich in Persien getroffen habe. Ich blieb in Kirman acht Tage, dann vierzehn und schließlich mietete ich mir ein Haus mit einem Koch, einer „Badji" — der unvermeidlichen Haushälterin — einem Diener und allem, was sonst noch zu einem persischen Haus gehört. Der Diener hieß Ali. Er wurde von dem Koch und der Badji der Philosoph genannt, weil er schreiben und lesen konnte. Aber ich fand, daß seine größte Kunst darin bestand, Zigaretten zu drehen und sich mit jedem Menschen, der ihm begegnete, lange und angenehm unterhalten zu können. Schickte ich Ali am Vormittag fort, so kam er meistens erst gegen Abend wieder. Eines Tages waren ich und Ali allein in dem Haus. Der Koch war in den Basar gegangen, und die Badji brachte meine persischen Pantoffel zum Schuster. Es war an einem Samstag und etwa.10 Uhr vormittags. Ich hatte ganz vergessen, daß an jedem Samstag um' 12 Uhr die Kamelpost nach Indien geht; es fiel mir erst ein, als ich kurz vor 11 meinen Hut aufsetzte, um eine Verabredung in der Stadt einzuhalten. So wie ich war, den Hut auf dem Kopf, erledigte ich schnell einige Briefe, und da in der Eile in und auf meinem Schreibtisch vieles durcheinander geraten war, und die Zeit drängte, ließ ich alles wie es lag, gab Ali die Briefe, die er zur Post bringen sollte und schärfte ihm ein, das Haus abzuschließen, damit niemand in meinem Schreibtisch herumkramen könne. Ich sagte ihm dann noch, daß ich spätestens in einer Stunde wieder zurück sei und gab ihm den Torschlüssel. Es war das ein mo- deimer Patent-Schlüssel, ein Ding, das wie eine winzige gekrümmte Hand nussah. Ein zweites Exemplar dieses Schlüssels hatte ich in der Tasche. Dann fuhr ich in die Stadt. Die Unterhaltung dort dauerte etwas länger. Ich kam sehr viel später, als ich gedacht hatte, zurück und war hungrig. Aber ich bekam nichts zu essen. Vor dem Tor stand der Koch, mit allem was er im Basar eingekauft hatte, und die Badji, neben ihm, hielt meine persischen Pantoffel in der Hand. Das Tor war verschlossen. Wo war Ali? Er kam nicht nach zwei Stunden, nicht nach drei Stunden — endlich, nach beinahe vier Stunden erschien er. Er war traurig und hatte Den Blick eines verlausenen Hundes. Ich sah ihn toternst an. „Wo bist du wieder gewesen?" „Ich bin nirgends gewesen", beteuerte Ali. „Du bist doch auf der Post gewesen?" „Ja. Auf der Post bin ich gewesen." „Und dann?" , „Dann bin ich hier gewesen." „Ich bin seit vier Stunden hier und habe dich nicht gesehen. Die Badji hat dich auch nicht gesehen." Ali erregte sich. „Die Badji ist ein Weib. Ein Weib lügt. Ich bin hier gewesen und habe die Badji gerufen. Es ist niemand gekommen." „Warum bist du denn wieder weggegangen, wenn du hier warst? Du hast doch den , Schlüssel gehabt?--Oder hast du ihn verloren?" Mir war erst jetzt dieser Gedanke gekommen, der eigentlich am nächsten lag, um das ganze Rätsel zu lösen. Ali warf den Kopf zurück und schnalzte mit der Zunge, was soviel wie „Nein" bedeutet. „Herr, was glaubst du von mir? Kann ich einen Schlüssel verlieren, der dir gehört? Aber was ist das für ein Schlüssel? Ich wollte ihn in das Schlüsselloch stecken. Da sah ich, daß er unten, am Bart, gebogen war." „Na und", fragte ich. „Ich fing an zu denken und sagte mir, es kann nicht mit rechten Dingen zugehen, daß ein Schlüssel am Bart gebogen ist. Deshalb ging ich zum Schmied und bat ihn, mir den Schlüssel grade zu machen. „Gut", sagte der Schmied, „gib mir zehn Schai, dann will ich dir den Schlüssel grade machen." Ich gAb ihm zehn Schai. Aber als ich mit dem Schlüssel vor das Tor kam und ihn in das Schloß stecken wollte, sah ich, daß das Schlüsselloch auch gebogen war, genau so wie früher der Schlüssel. Ich ging deshalb zum Schmied zurück. „Du Dummkops", sagte ich, „dieser Schlüssel muß doch gebogen sein. Das Schlüsselloch ist auch gebogen; ich habe es genau gesehen. Bieg mir den Schlüssel wieder krumm." „Gut", sagte der Schmied, „gib mir zehn Schai, dann will ich dir den Schlüssel wieder krumm biegen." „Ich gab ihm zehn Schai. Dann ging ich mit dem Schlüssel wieder zurück. Als ich aber vor dem Tor stand, sah ich, daß der Schmied den Schlüssel nach der verkehrten Seite gebogen hatte. Ich ging deshalb wieder zu dem Schmied zurück. „Du Dummkopf", sagte ich zu dem Schmied, „du hast den Schlüssel nach der verkehrten Seite gebogen!" Der Schmied sah mich groß an. Dann aber sagte er: „Gib mir zehn Schai, dann will ich dir den Schlüssel nach der richtigen Seite biegen." Ich gäbe ihm zehn Schai. Aber ich sagte dir schon: der Schmied war ein Dummkopf. Er hat den Bart an dem Schlüssel abgebrochen." Ali holte zwei Schlüsselteile aus seiner Tasche. „Ich habe in der ganzen Stadt nach einem ähnlichen Schlüssel gesucht, Herr. Aber es ist ein seltsamer Schlüssel. Auch du wirst keinen zweiten finden." Er war einzigartig, dieser Ali. Er wollte grade anfangen, mich zu trösten, als mir einsiel, daß es vielleicht doch noch eine Möglichkeit gibt, den Ersatzschlüssel — den ich gebrauchte — zu beschaffen. Es würde nur 32 Tage dauern. „Hole schnell ein starkes Kuvert." Als Ali es brachte, tat ich den zerbrochenen Schlüssel hinein und adressierte es mit dem Namen einer indischen Firma, von der mir bekannt war, daß sie verschiedene Patentschlösser führt. Dann gab ich den Brief Ali. „Lauf schnell zur Post. Vielleicht kann der Brief noch mit der Kamelpost mitgehen." Es kam häufig vor, daß diese Post Kirman mit einigen Stunden Verspätung verließ. Ali, glücklich, so billig davongekommen zu sein, legte seine rechte Hand auf das rechte Auge und beteuerte bei diesem seinem Licht, daß der Schlüssel mit der Kamelpost mitgehen würde. Der Weg zur Post betrug hin und zurück etwa 30 Minuten. Ich erwartete All nach einer Stunde. Aber er kam nicht. Er kam auch nicht nach zwei Stunden und nicht nach sechs Stunden. Am Abend muhte die Badja den Tisch decken, weil Ali immer noch nicht zurück war. Arn nächsten Morgen war er dann plötzlich da. Zu seiner Ueber- raschung empfing ich ihn nicht mit offenen Armen. „Wo warst du solange, — du Nichtstuer, du Schriftgelehrter, du Hundesohn!" „Herr, beteuerte Ali, „die Kamele waren schon in der Wüste. Ich muhte ihnen nachlaufen. Wirst du mir glauben, daß ich schneller ge- lausen bin als ein Kamel?" — Am Ende der Woche fand ich im Wirtschaftsbuch folgende Eintragungen von der Hand Alis: 10 Schai für das Biegen eines Schlüssels, 10 Schai sür das Biegen eines Schlüssels nach der anderen Seite, 10 Schai sür einen abgebrochenen Schlüssel, 30 Schai für den Kameltreiber, der den Brief mit dem abgebrochenen Schlüssel in seine Tasche gesteckt hat. Unser Kuh- hoch- grüne ten der Besuvwolke hinter uns. Sie ändert sich nur ganz langsam, mit dem Wind, nimmt diesem oder jenem Dors für einen ganzen Tag die S°®ir^°Hnben den „Fiorenza-Weg"; ein Serpentinenpfad durch die Asche Reiter kommen uns von weit unten entgegen, hinteremander, klein wie Insekten. Sie klettern mühelos und tänzelnd, zierlich mutige glänzende Tiere. Ein schönes englisches Mädchen und zwei Herren^ am Ende der italienische Treiber, auch zu Pferd. „Cavallo, Signonna. — Cavallo?" fragt er, zurückbleibend. Als wir schütteln sprengt er den °l b<5ie find' schon °weit über uns, eine schöne fremdartige Karawane m dieser Verlassenheit. Wie auf spanischen Bildern. Sonst m Stunden kein Mensch. Erhabene Einsamkeit, v . ... . , „ Tief unten über dem Land in gelber Sonne und über dem sanften Gebirge am Angelo ruht ein still leuchtender Sonntagnachmittag. Der Wind treibt uns verlorene Töne eines Knabengesanges entgegen, seltsam rührend in dieser Stille. Ein Lied ohne Rhythmus und Text, klar und stark ausschwebend wie Wolken und Wind, getrieben wie sie, voll unerweckter Knabenreinheit. Nun sehen wir ihn auch. Sechzehnjährig, braun, schmal, lehnt er vor der flachen weißen Fiorenza-Hutte auf der halben Hohe, wo wir Wegegeld geben sollen. Er versucht uns zu beschwindeln, spr cht nut Leidenschaft vom padrone3 * 5, wir sollen roten vmo trintcn aus dem einzigen Glas und Lavaftückchen kaufen, und wollen gar mcht verstehen. Wir geben ihm alle soldi, die wir haben, und noch ^rancodollr- dazu, viel ru viele: aber er ist etwas verstimmt und es dauert eine Weile, vis wir fein zögerndes Lied wieder hören, nun schon hoch über uns, hell in den späten Nachmittag verklingend. 1*. «uf °.m 8chl°-.n,.id -I» weißes flaches Häuschen, von hochgeftauter starrer Lava halb erstickt, UCr(3ewirb Abend. Ein flattriger Wind streicht über die weißen Lupinen mit blaßblauen Spitzen, die in zarten tanzenden Reihen auf dem schwarzen Lavageröll stehen, auch weiß und gelbe, wie tausend Kerzen. Wunderbare Gärtchen. . , hinter den Mauern manchmal ein viereckiger Brunnentrog von süßem, sehnsüchtigen Kinder-Hellblau. .. Bor der tiefen abendblau-goldenen Bucht von Castellamare die ersten Häuser von Boscotreease; ein breiter, sacht fallender Straße eine rosa und weiße Reihe, menschenleer, zauberisch wie von innen her leuchtend im sanften gläsernen Schein des Zwielichts. , Im Dorf steht die Lava wie Felsen. Kinder spotten uns nach, wollen führen. Sie lachen, sind nicht an Fremde gewöhnt, die zu Fuß gehen. Wir sitzen wartend im Abendwind und Dunkelwerden vor dem kleinen Bahnhofsgebäude von Torre Annunziata. Fledermäuse. Wir sind müde und wie im Traum. Das Aquarium. «us einem Heisetagebuch. Bon Wera W a g e n s ch e i n'. Vesuv. Wir fahren mit der Circumvesuviana zwischen Gärten. Dielfentöpfe auf den Mauern. Das Dorf Pugliano. Hier steigen wir aus. Heller moraenheißer Platz. Ein hellblau-buntes Leierklavier auf einem Karren, der lölann schiebt, die Frau leiert, geht mit schweren wiegenden Tritten, abwesende Augen unter dem blauen Tuch. Brauner Bursche bietet uns Apfelsinen, lächelt: er trägt die goldroten Kugeln im aufgespannten ^Einchmer schwüler Hohlweg, dem Besuv entgegen. Zwischen schwärzlichem Lavagervll stehn Blumen mit Blüten wie Wespen, gelb und braun. Zyklamendüfte ziehn über den Weg, frisch und hold in der großen Schwüle. Ziegenherde klettert vor uns her, wir sehen die langhaarigen Ziere hierhin und dorthin ste.gen; lässige launige kleine Sprunge, die großen gedrehten Hörner oft nach uns umgewandt, das Fell der Jungen in der Sonne wie Seide. ., Wir vergessen, sind müde und offen; Deutschland 'st weit. Der sehr kleine Hirt, 7jährig; nackte Fuße, lange zerschlissene Hasen. Er tUttert wie seine Tiere, findet und betrachtet allerlei; blaß und hungrig und ernst, ist er doch voll stillen Lebens. Er sieht sich ost nach uns uni,9ab9weifenb zuerst und forschend, später so, als ob wir zu den Seinen 9Cl)Gitnnbauernbe5 leises Rascheln: zahllose grüne Eidechsen spntzen da- von der dünnen Lust. Kälte. Die Sonne verdeckt durch die Rauchwolke. Wir überholen die Herde. ...... s ' Ein Kind in hellblauem Kleid geht neben uns, war plötzlich da. Wir verstehen nicht, was sie sagt, nur daß sie unsere Apfelsinen will. Die wilden rotgelben Ringelblumen. „ Es ist so hell und heiß. Ist der Weg recht? — Ein Lavastrom ver- ^^Äter^Mann führt uns seitlich durch Weingärten auf die richtige eÖ2ln beiden Seiten nichts als Asche. Kein Vogel kein Halm. Kein Geräusch als des Windes Sausen und das trockene Rollen der Aschenkrümel. . . , , Aber der Berg lockt, zieht nach oben. Hört, spürt man ihn beben? ~ Auf der halben Höhe ein kleines Haus mit schwarzen Fensterhohlen. Wir wollen ein bißchen ausruhen. Der Wind stöhnt wie auf Schissen. Kühle. Modrig drinnen, draußen flimmernde Luft und Asche. Es ist nicht geheuer, als seien wir nicht allein hier. Ich fürchte mich. Mittagsgespenft. '^Untere Stufen verschwinden eine Zeitlang, wir müssen dw steilen Geleise überqueren, tun es mit geschlossenen Augen, auf allen Vieren. Noch acht Absätze. Nock) drei. „ , Oben hocken fünf alte Führer. 5 Sire. „Avanti/ los! Wir drei auf dem Grat. Hintereinander. M. und ich mit leerem Kops von der dürren Luft. Kälte. Die Sonne verdeckt durch die Rauchwolke. Fahles ^LichO unten. Nebel brodeln. Es wirkt traumhaft, mondlich, unbestimmt in den Dimensionen. Aus dem ebenen Grunde des erstarrten äußeren Kraters steigen schwefelige Raumsäulchen, unheiin,ch und erregend Schwefelgelb sind auch die Jnnenwandungen des Kraters und der Auswurfskegel in der Mitte, grünlich-gelb leuchtend, seltsam in dem sah- len Licht des Ganzen. Man denkt zuerst an Moos ober Flechten. Der Auswurfskrater stößt Rauchmassen aus sich empor, wie Gewitterwolken, unaufhörlich. „ , Einmal in der kurzen Zeit, die der brangenbe Führer laßt, bonneit «s in der Tiefe, im Innern, und wir fehen mit Schrecken als etwas Erstes, noch nie Gesehenes feurige hell glühende Fetzen — ihre Form verändernd — im dumpf-roten Rauch sich erheben, sehr langsam und wieder zurücksinken. Dazu ein schauerliches Geräusch, nicht sehr laut: dumpfes Donnern, unterirdisches Schießen, Knallen, Helles Rauschen, als ob ein Ungeheuer Schl Sch! macht. Dies feurige, drohend-ernste Aktive im Gegensatz zu der tönernen, tödlich jenseitigen Ruhe des äußeren Kraterranbes. Beides aber unwirklich wie ein marnenbes Bilb nur ber übcrnienfchlichen Wirklichkeit. Die Drahtseilbahn ist vermessen. Der Führer läßt uns am Kraterranb stehen. Wir Horen noch hinter uns bas stumpfe Tosen unb beginnen ohne Weg und Ziemlich bewußtlos bergab zu rutschen. Durch bie tiefe graubraune Asche, die gleich die Schuhe füllt den {teilen unsagbar sremben Berg hinunter, ber kahl unb schwärzlich, düster unb hoffnungslos 1200 Meter bis nahe ans Meer sollt das hellblau unb abseitig unten im Mittag schlummert, mit ver- °m »-« * 2 M. duM-n 3««««=»; Lavaströme, schwarze auf dem Gelbbefonnten, neben dem Ichweren Schat- * Bgl. den ersten Artikel in Nr. 2S. Ein unwirkliches Abenteuer wie der Vesuv, hold wie jenes grausig war Diele Wesen sehr fremd, schillernd und scheinend im allerlieblichsten Bunt: Hellblau, Lila, Golden, durchsichtig und sanft wie Perlmutter, sind f'e In ^die Glasgehäuse strömen Luft und Meerwasser in glitzernden Perlen. In manche fallen grünliche Sonnenscheinbuschei, in denen die Tiere, aus dem Dämmerlicht kommend, kurz aufleuchten. Es wohnen Lebensgemeinschaften zusammen. Durch Reflexion sieht man das Ganze doppelt. Seesterne, violette und hellrote, halten sich mit Saugsühen an ber Scheide und bewegen sich langsam davon. Ganz durchsichtige Gebilde wie aus bläulich opalisierendem Wasser wedeln wellig mit den zarten Flossen, schwiiumen vor und zuruck; man ist gebannt durch ihr großes tiefblaues Auge. Quallen, wie gläserne Gurken; sie schweben, unb in ihren Abern steigen rhythmisch Lichtpunkte in silbernen Schnüren. Manche stehen angewachsen am Boben wie winzige Palmen unb stiu- beln mit ben Armen. . ,, . , Herben von Fischchen burcheilen biese Traumwelt, immer in Harmonie, niemals sich stohenb. Am glitzernben Boben liegen kleine Muscheln in großer Zahl; bis plötzlich unvermutet wie eine Marionette eine sich erhebt, schnappend und schnell im Zickzack hochstrebt, oben Lust holt, sorglos sich wieder sinken laßt und wieder bei ben andern liegt. . Schildkröten, groß wie ein Kind, fliegen langsam im Wasser. Schreckliche Schlangenfische, violette und leopardige, gedreht mit gierig-wachem Jltiskopf. Manche liegen lange wie M, ruf)en fleroUt auf Felsen bis sie beginnen, sich mit unbeschreiblicher Schonheck durchs Wasser zu schlängeln; plötzlich bleiben sie stehen in senkrechter Starr^ Es gibt Gebilde, wie eine Hand groß, die es heben, sich rasch in ben Sand zu buddeln und da ganz verschwunden zu liegen; nur bas Auge auckt heraus wie ein blankes schwarzes Steinchen. Furchtbare Tintenfische, pulsierend, lange Arme mit weißen Saugern, bas Schlimmste: ein vollkommenes Menschenauge starrt mitten hergus. Man ist noch sehr befangen in ber Physiognomik des Menschen und der verwandten Tiere. Wenn es gelingt, ein allgemeines biologisches Ausdrucksgesetz zu spüren — aus ber Form, bie in ihrer IBewegung spricht (Abbildungen taugen nichts) —, sehen wir ergriffen nur bie Vollkommenheit jebes Lebenbigen. Das amoralische, grausam Schone unb unbewußt Gute des Lebens. . ( Die höheren Tiere sind uns zu nah. Wir überschauen vieles nicht, weil es unser ist. Die höheren Tiere, vom Aquarium aus gesehen was sind s i e? (Schluß folgt.) 2 Ein Pferd, Fräulein? 3 Von feinem Herrn. * Wein. 5 Briefmarken. Um uns nichts als grauschwarze Lava, gefaltet wie riesige staden, Höhlen, ein grausiges Feld. Der Aschenkegel nah und Unten, schon tief die weihe Stabt unb das Meer. Am Wegrand noch tief violette Samtblumen. Bienen. Zwei Eidechsen jagen sich, werfen sich um. Auf halber Hohe bas Observatorium. Dann kein Mensch mehr Längs ber Bergbahn auf schmalem Pfad. Heiß. Dann ber steile Aschenkegel, noch mehrere hundert Meter hoch. Pfab ist weq, verschüttet, ganz verweht. So müssen wir bfe großen mühsamen Stufen neben ber Drahtseilbahn hachklettern, Mnz langsani. Ich bin vorn. Ein starker Winb saust in ben Ohren, bie Höhenluft legt ich verwirrend um bie Schläfen, beim Abwartsschauen an den Draht, eilen schwindelt uns und wir müssen uns auf die steinernen Stufen t gestrichenen Zimmer ihre !. Gelingt es- aber, sie durch Oie Karbe und die Tiere. Was Tierbeobochkungen lehren. Von Dr. Herbert S ch m i dt - L a m b e r g. was allerdings mehr in Erscheinung tritt, wenn es sich um ein junges Tier handelt. Ueberhaupt ist bei den Vögeln testzustellen, datz das alt- werdende Exemplar für Licht- und Farbenwirkungen keineswegs mehr derart empfindlich ist wie das junge Tier. Es ist deswegen für die Bescher von Papageien oftmals unverständlich, wenn ein junges, eben neu beschafftes Tier im selben Käfig, den der alte Papagei bewohnte, sich trotz liebevoller Pflege nicht wohlfühlen will. Ganz besonders empfindlich gegenüber allen Warben scheint uns jagdbares Wild zu sein. Man kann im übrigen in allen Kontinenten der Erde feststellen, daß vieloerfolgte Tiere gegenüber den Farben sensilber sind als solche, die ein ruhiges Dasein ohne menschliche Nachstellung führen dürfen. Durch zahlreiche Untersuchungen kommt man zu dem psychologisch beachtenswerten Resultat, daß durch grelle Farbeneinwir- kungen die Tiere naturgemäß in ihrer Sicherheitsarbeit gestört werden, sowohl Blick wie Geruch können in nervöser Art durch grelle Farben beeinflußt werden. Ganz ähnliche Einwirkungen sind ja auch beim Fuchs sestzustellen, der sogar die Witterung guter Beute verläßt, wenn man ihm leuchtende Farben vor die Augen führt, denen er nicht durch Wendungen und Flucht entgehen kann. In diesem Fall wird selbst die größte Freßsucht ausgehalten, Reineke geht mit eingezogenem Schwanz ins Weite Hier liegt naturgemäß eine Charakterverwandtschaft des Raubtieres mit dein Wild vor, merkwürdige Uebereinstimmung des Jägers mit seiner Beute. Lebend gesungene Hasen geraten ins Zittern, wenn man ihnen in schneller Folge ein Farbenkaleidoskop vor die Augen fuhrt, man tonn fie hinterher noch fünf bis acht Minuten angftdurchichauert aus einem Fleck an der Erde sitzen sehen, ehe sie das Weite suchen. Hiermit sind auch gewisse Aussagen erklärt über den „hypnotisierenden Blick der Schlange, die kleines Wild durch ihren Blick derart fesseln soll daß dieses ohne Regung dem sürchterlichen Feinde als Beute zufallt. Auch hier handelt es sich um das Farbenfunkeln der Schlangenaugen, die begehrlich auf der Beute haften, nicht aber um eine den Schlangen eigentümliche Methode, ihre Opfer zu lähmen. Eine Maus wird in einem grün und rot gestrichenen Zimmer ihre Schlupfwinkel sofort und ohne Zögern finden. Gelingt es aber, fie durch einen plötzlich erfolgenden Farbenwechsel zu überraschen etwa grell- weißes Licht einzuschallen und die Wände weih abzudecken, so wird auch die Maus verwirrt hin und her laufen und oftmals erst nach Minuten ihren Unterschlupf finden. Dieses Experiment ist mit Mau en gemacht worden, die man 400maI in dieselbe Umgebung gelockt hatte, die dieselben Auswege besaßen und auch diese unter plötzlichem Farbenwechsel einfach verfehlten, obwohl sie bereits mehrmals an den Oefsnun- aen vorbei gelaufen waren. „ . Was wir mit der Darlegung dieser wenigen Beispiele wünschen und wollen ist die Erweckung des Verständnisses für das Innenleben der Tiere und die Beeinslussung dieses Innenlebens durch die umgebende Farbenmanniqfaltigkeit, die man im praktischen Zusammenleben mit Tieren aller Gattungen nach unseren Erfahrungen nun auch benutzen kann, um bessere Zucht- und Dressurerfolge zu erzielen. Meister Martin der Küfner und seine Gesellen. Erzählung von E. T. A. Hoffmann. (Fortsetzung.» Als am andern Morgen Friedrich erwachte, vermißte er den neuerworbenen Freund, der ihm zur Seite sich auf das Strohlager geworfen hatte und da er Laute und Reisebundel nicht mehr sah, so glaubte er nichts anders, als daß Reinhold aus ihm unbekannten Ursachen ihnve^ lassen und einen andern Weg eingeschlagen habe. Kaum trat F^-^nch aber zum Hause heraus, als ihm Reinhold, Reisebundel auf dem Rucken, Laute unterm Arm, ganz anders gekleidet als gestern, entgegentrat Er hatte die Feder vom Barett genommen, das Schwert abgelegt und statt des zierlichen Wamses mit dem Samtbesatz ein schUchtes Burgerwams von unscheinbarer Farbe angezogen. „Run , riefet. ^°hl'ch lachend dem verwunderten Freunde entgegen, „nun, Bruder, halst du mich doch gewiß für deinen wahren Kumpan und wackern Kameraden — Aber höre, für einen, der in Liebe ist, hast du tüchtig genug geschlafen. S,eh nur, urte hoch schon die Sonne steht! Laß uns nur gleich sortwandern! -Friedrich war still und in sich gekehrt, er antwortete kaum auf Reinholds Fragen, achtete kaum auf seine Scherze. Ganz ausgelassen (prang Reinhold hm unb her jauchzte und schwenkte das Barett in den Lüsten. Doch auch er mürbe stiller unb stiller, je näher sie ber Stabt tarnen. „Ich kann vor Angst, vor Beklommenheit, vor süßem Weh nicht weiter, laß uns hier unter biefen Bäumen ein wenig ruhen! So sprach Friedrich, als sie schon beinahe bas Tor von Nürnberg erreicht hatten, unb warf sich qan erschöpft nieber in bas Gras. Reinholb setzte sich zu ihm unb fing nach einer Weile an: „Ich muß dir, mein herziger Bruder, gestern abend recht verwunberlich vorgekommen sein. Aber als bu nur »on bemer Liebe eraahlteft als bu so trostlos warst, ba ging mir allerlei einfältiges Zeug durch ben Kops, welches mich verwirrte und am Ende hatte toll machen können vertrieb nicht dein schöner Gesang unb meine Laute bie bösen Geister' Heut-, als mich der erste Strahl ber Morgensonne wecke war nun vollenbs, ba schon vom Adeub ber schlimme Spuk gewichen, alle Lebenslust in mein Gemüt zurückgekehrt. Ich lief hinaus, unb >m Gebüsch umher kreuzenb, kamen mir allerlei herrliche Dinge tn den Sinn. Wie ich dich so gesunden, wie mein ganzes Gemüt sich bir zugewanbt — (Sine anmutige Geschichte, bie sich vor einiger Zeit in Italien zutrug eben als ich dort war, siel mir ein; ich will sie dir erzählen da st« recht lebendig zeigt, was wahre Freundschaft vermag. Es begab sich, baß em edler Fürst, eifriger Freunb unb Beschützer der schonen Künste, einen lehr hohen Preis ausgesetzt hatte für ein Gemälde, dessen herrlicher, aber anr schwer zu behandelnder Gegenstand genau bestimmt war. Zwei junge ^al!r Re? durch das engste Freundschaftsband verbunden, zusammen m arbeiten pflegten, beschlossen, um ben Preis zu ringen. Sie teilten sich ihre Entwürfe mit unb sprachen viel barüber, wie bie Schwierigkeit bes Gcqenftanbes zu überwinden. Der Weitere, im Zeichnen, im Drbnen ber Gruppen erfahrener, hatte halb bas Bilb ersaht unb entworfen unb staub Durch bie eifrige unb dankenswerte Mitarbeit so sachverstünbiger Mitarbeiter wie bes Pros. Mackenzie vom Reuyork-Tierpark des weltberühmten Dompteurs Capt. Schneider, des Zoologen G er - • [off unb vieler anberer Kapazitäten bes Pariser, Londoner unb Brüsseler Zoo, sowie ber Tierärzte Dr. Jerome Parry in Sybney unb Dr. Marc Torrington in Hongkong, ist es bem Verfasser gelungen, zum ersten Male wirklich authentisches Material zusammenzutragen über ben Sinn ber verschiebenen Tierarten für Farben unb Farbenwirkungen. Bisher beschränkte sich unsere Kenntnis von der Wirkung der Darben aus die Tiere auf ganz wenige, meist auch nur legendäre Erfahrungen, bie noch bazu burch eine ganze Reihe von Ammenmärchen reichlich verfälscht waren. Die Arbeit, bie sich notmenbig machte, um zu wirklich einwandfreien Resultaten zu gelangen, erstreckt sich über bie letzten funs- Mhn Jahre unb hat nur burch Hunberttausende von ost schwierigen, langwierigen Beobachtungen zu einem einheitlichen Resultat fuhren können. Zunächst einmal ist es wichtig, baß bas berühmte „rote Tuch" nicht nur ben Stier wütend machen kann, unb in Erregung versetzt, fonbcTn daß bie rote Farbe unsere gesamte Haustierwelt in Revolution bringen kann. Es ist sehr einfach festzustellen, wie in «nein mit knallroten Wänden umrahmten Hof selbst bie Hühner unb «chase in einen Zu- ftanb ber Aufgeregtheit versetzt werben, ber dazu fuhrt, daß diese Tiere in einem Zeitraum von einem Vierteljahr Eingeschlossenheit hier um etwa 1 Pfund bei den Hühnern unb 5 bis 6 Pfunb bei ben «chasen unter Normalgewicht ihrer gleichaltrigen Artaenossen aufweisen, die nicht in roter Umgebung ausgezogen würben. Ganz ähnliche Erfahrungen kann man mit unserem treuesten Hausgenossen, mit bem Punb, machen, ben man als junges Tier nur in eine grell eingestrichene Umgebung zu versetzen braucht, um bei ihm die Voraussetzungen zur spateren Bissigkeit und Heftigkeit bes Temperamentes zu erwecken, yur bie Aufzucht der Polizeihunbe kann diese Methode durchaus zu praktischen Ergebnissen anqeroenbet werden, denn schon 3 bis 4 Wochen in -wer solchen, grellfarbigen Umgebung erzielen bas gewünschte Resultat. Dr. Mackenzie will oaar bei Hunden 'festgestellt haben, baß bei hellgrüner, leuchtender, alfo in"Lackfarben cmsgeführter Umgebung ber junge Hund zu größerer Aufmerksamkeit gebracht werden kann, als wenn man ihn in eine scharfe rote ober blaue Umgebung bringt. f ,, . . „ ™ ., Unsere Hauskatze hat eine Abneigung gegen leuchtend helles Weih. Sie ist z. B. in Neubauwohnungen, deren Decken niedrig unb strahlenb weiß sind, erfahrungsgemäß stets unruhig unb streicht scheu von einem Zimmer in das andere. Daß ihr Benehmen tn der hellweißen, luchtend Umgebung überhaupt eine Charaktereigenschaft der Katzen aller Arten ist zeigt uns ber Löwe, über besten Farbenausfassung uns der berühmte Dompteur Schneiber gerabezu klassisches Material lieferte. Der ßoroe — Capt. Schneiber besitzt heute selbst 155 dieser Tiere in allen Lebensaltern —, wird von einer weihgestrichenen Wand st-ts unruhiger, je schärfer bas Licht baraus spiegelt. Deswegen versagen Wirkungen von Rot oder Grün fast stets, was auch bet Dressuren mit ber Hauskatze unb mit Tigern sestzustellen ist, bie stets vor schwarzen ober braunen Hintergründen bie besten Dressurresultate geben. Dem -owen ist c5 auch noch eigentümlich, bah er sogar auf Mischungen ver- idnebener Farben ober nebeneinanber wirkende yarbenfolgen reagiert, o auf bie schnelle Abwechslung von Weih, Rot unb Grün wobei bie grüne Farbe sogar bei ihrem Erscheinen bas Abbrechen bes wütenden Gebrülls erreichen kann, das eben noch vor ber weihen Einwirkung beutlichft Zeugnis ablegte. Man könnte also Re yolgerung mit Recht ziehen, bah bie grüne Umgebung bei allen Katzenarten die Erzielung eines fünften Wesens förbert. Die Entwicklung eines geschärften Farbensinns hat im übrigen zwei unserer als bunuit verschrienen Haustiere rehabilitiert, namhd) bas Schaf unb das Schwein. Selbst unser Haushunb reagiert nicht auf mehr Farben als bas Schaf, bas beutlidj Ausdruck d-r.Nervenanspaw nung bei etwa 20 verschiedenen Farben zeigt und auf diese Weise auch am besten zu irgendwelchen Dressuren gebracht werden kann, die beim Schaf gerade deswegen so selten sind, weil man bisher diese Verwendung der Farben zu Dressurzwecken hier noch gar nicht kanme. Auch bas Schwein, bas in seiner jugenblichen yertelgeffalt immerljin bes öfteren auf Varietebühnen erscheint und bork erstaunliche DressurlelMn- gen vollbringt ist auf zwölf bis fünfzehn yatben eingestellt, man kann mit ihm nicht' so gut durch akustische als gerade durch Jungen bie gewünschten Resultate erzielen. Sehr eigenartig verhalt sich bas'Pserb zu ben verschiebenen Farben. Wahrenb nämlich bie Vollblüter oftmals vor Schlagsarben aller Nuancen eine große ^.usll-regchelt b - weisen, schwächt sich bleie Empsinblichkeit ab, je mehr die Mischung ber Rassen in bie Nachfolgeschaft sich ausbehnl. Bei Rennpferben kann man feststellen baß sie vor gelben unb blauen Leuchtfarben gerabezu auf- faUcnbc 'Furcht äußern, weswegen man baraus für bie Semalung ber Umgebung von Ställen, Sattelplätzen unb Tribunen eine praktische Lehre riehen feilte Auch für diejenigen Rennbahnen, bie Wbcnbrennen bet eie trUcher BelluAung veranstalten, möge ber Rat gegeben werben, alle Reklameaufschriften, bie unter Einfluß ber Beleuchtungsanlagen erscheinen nur in Rot ober Grün malen zu lassen. Die 'Vogelwelt zeigt sich ebenfalls als farbenempfinblidj, und zwar in oftmals ganz erstaunlicher Auswirkung. Der weihe Strich, mit bem man bas Huhi?in einen hypnotischen Zustand ""sttzt^ist eme Veremze- luna ber Wirkima greller Farben aus Vogel aller massen, wegi man einen Zimmervogel vor eine Wanb, an ber in kurzen ^^wichen grelle weihe, grüne ober rote Striche gezogen sind so werden halb Ermubungs- ertd)cinungen austreten, nachbem zunächst eine gewisse Aufgeregtheit, os^aüch Aengstlichkeit an bem Tiere wahrzunehmen war. 2-der^Star wirb von seinem Käsig aus bem ausfallenden Wechs ^ustretenben S"LL.°, nun bei dem Jüngern, der schon im Entwurf ganz verzagt von dem Bilde abgelassen, hätte 6er Aeltere ihn nicht unablässig ermuntert und guten Rat erteilt. Als sie nun zu malen begannen, wußte der Jüngere, ein Meister in der Kunst der Farbe, dagegen dem Aeltern manchen Wink zu geben, den dieser mit tüchtigem Erfolg benutzte, so daß der Jüngere nie ein Bild besser gezeichnet, der Aeltere nie ein Bild besser gefärbt hatte.. Als die Gemälde vollendet waren, fielen sich beide Meister in die Arme, jeder war innig erfreut, entzückt über die Arbeit des andern, jeder dem andern den wacker verdienten Preis zuerkennend. Es begab sich aber, daß der Jüngere den Preis erhielt; da rief er ganz beschämt: „0 wie konnte ich denn den Preis erringen, was ist mein Verdienst gegen das meines Freundes, wie hätte ich denn nur ohne feinen Rat, ohne feinen martern Beistand etwas Tüchtiges hervorbringen können?" Da sprach aber der Aeltere: „Und hast du mir denn nicht auch beigestanden mit tüchtigem Rat? Mein Gemälde ist- wohl auch nichts Schlechtes, aber du hast den Preis davongetragen, wie sich's gebührt. Nach gleichem Ziel zu streben, warter und offen, das ist recht Freundes Sache; der Lorbeer, den der Sieger erhält, ehrt auch den Besiegten; ich liebe dich nun noch mehr, Da du so tapfer gerungen und mit deinem Siege mir auch Ruhm und Ehre gebracht hast. — Nicht wahr, Friedrich, der Maler hatte recht? — Wacker, ohne allen türtischen Hinterhalt um gleichen Preis ringen, sollte Das wahre Freunde nicht nort) mehr, recht aus der Tiefe des Herzens einigen, statt sie zu entzweien? Sollte in edlen Gemütern wohl kleinlicher Dleiö oder gar hämischer Haß Raum finden können?" — „Niemals", erwiderte Friedrich, „gewiß niemals. Wir sind nun recht liebende Brüder geworden, in kurzer Zeit fertigen wir beide wohl das Nürnberger Meisterstück, ein tüchtiges zweifudriges Faß, ohne Feuer getrieben, aber der Himmel mag mich davor bewahren, daß ich auch nur den kleinsten Neid ipüren sollte, wenn das deinige, lieber Bruder Reinhold, besser gerät als das meinige." — „Ha, ha, ha", lachte Reinhold laut auf, „geh mir mit deinem Meisterstück, das wirst du schon fertigen, zur Lust aller tüchtigen Küper. Und daß du's nur weißt, was das Berechnen der Größe, Oer Proportion, das Abzirkeln der hübschen Rundung betrifft, da findest Ou an mir deinen Mann. Auch in Ansehung des Holzes kannst du dich auf mich verlassen. Stabholz von im Winter gefällten Steineichen, ohne Wurmstich, ohne weiße oder rote Streifen, ohne Flammen, das suchen wir aus, du kannst meinem Auge trauen. Ich stehe dir in allem bei mit Rat und Tat. Und darum soll mein Meisterstück nicht geringer ausfallen." — „Aber du Herr im Himmelsthrone", unterbrach hier Friedrich den Freund, „was schwatzen wir denn davon, wer das beste Meisterstück wachen soll? — Sind wir denn im Streit deshalb? — Das beste Meisterstück — um Rosa zu verdienen! — Wie kommen wir denn darauf? — mir schwindelt's im Kopfe." — „Ei, Bruder", rief Reinhold immer noch lachend, „an Rosa war ja gar nicht gedacht. Du bist ein Träumer. Komm nur, daß wir endlich die Stadt erreichen." Friedrich raffte sich auf und wanderte ganz verwirrten Sinnes weiter. Als sie im Wirtshaus sich wuschen und abftäubten, sprach Reinhold zu Friedrich: „Eigentlich weiß ich für meinen Teil gar nicht, bei welchem Meister ich in Arbeit gehen soll, es fehlt mir hier an aller Bekanntfchaft, und da dächt' ich, du nähmst mich nur gleich mit zum Meister Martin, lieber Bruder! Vielleicht gelingt es mir, bei ihm anzukommen." — „Du nimmst mir", erwiderte Friedrich, „eine schwere Last vom Herzen, denn, wenn du bei mir bleibst, wird es mir leichter werden, meine Angst, meine Beklommenheit zu be- Iiegen." So schritten nun beide junge Gesellen rüstig fort und dem Hause >es berühmten Küpers Meister Martin. — Es war gerade der Sonntag, an dem Meister Martin seinen Kerzenmeister-Schmaus g->b, und hohe Mittagszeit. So kam es, daß, als Reinhold und Fried: ; in Martins Haus hineintraten, ihnen Gläsergeklirr und das verwirrte Getöse einer luftigen Tischgesellschaft entgegentiang. „Ach", sprach Friedrich ganz kleinmütig, „da sind wir wohl Zur unrechten Stunde gekommen." — „Ich denke", erwiderte Reinhold, „gerade zur rechten, denn beim frohen Mahl Ist Meister Martin gewiß guter Dinge und aufgelegt, unsere Wünsche zu erfüllen." Bald trat auch Meister Martin, dem sie hatten sich ankün- Digen lassen, in festlichen Kleidern angetan, mit nicht geringer Glut auf Naf und Wange heraus auf den Flur. Sowie er Friedrich gewahrte, rief er laut: „Sieh da, Friedrich! Guter Junge, bist du wieder heimgekommen? — Das ist brav! — Und hast dich auch zu dem hochherrlichen Küperhandwerk gewandt! — Zwar zieht Herr Holzschuer, wenn von dir die Rede ist, verdammte Gesichter und meint, an dir sei nun gar ein großer Künstler verdorben, und du hättest wohl solche hübsche Bildlein und Geländer gießen können, wie sie in St. Sebald und an Fuggers Hause zu Augsburg zu sehen, aber das ist nur dummes Gewäsche, du haft recht getan, dich zu dem Rechten zu wenden. Sei mir tausendmal willkommen." Und damit faßte ihn Herr Martin bei den Schultern und drückte ihn an sich, wie er zu tun pflegte, in herzlicher Freude. Friedrich lebte ganz auf bei Meister Martins freundlichem Empfang, alle Beklommenheit war von ihm gewichen, und er trug frei und unverzagt dem Meister nicht allein sein Anliegen vor, sondern empfahl auch Reinhold zur Aufnahme. „Nun", fprall) Meister Martin, „nun in der Tat, zu gelegenem Zeit hättet ihr gar nicht kommen können, als eben jetzt, da sich die Arbeit häuft und es mir an Arbeitern gebricht. Seid mir beide herzlich willkommen! Legt nur eure Reifebündel ab und tretet hinein, die Mahlzeit ist zwar beinahe beendet, aber ihr könnt doch noch Platz nehmen an der Tafel, und Rosa soll für euch noch sorgen." Damit ging Herr Martin mit den beiden Gesellen hinein. Da saßen denn nun die ehrsamen Meister, obenan der würdige Handwerksherr Jakobus Paum- gartner, mit glühenden Gesichtern. Der Nachtisch war eben aufgetragen, und ein edlerer Wein perlte in den großen Trinkgläsern. Es war an Dem, daß jeder Meister mit lauter Stimme von etwas anderrn sprach, and doch alle meinten, sich zu verstehen, und daß bald dieser ober jener laut auflachte, er wußte nicht warum. Aber wie nun der Meister Martin, beide Jünglinge an der Hand, laut verkündete, daß soeben sich ganz erwünscht die beiden mit guten HandwerkKZeugnissen versehenen Gesellen bei ihm eingefunden hätten, wurde alles still und jeder betrachtete die schmucken Leute mit behaglichem Wohlgefallen. Reinhold schaute mit hellen Augen beinahe stolz umher, aber Friedrich schcug Die Aug.n niei.r und drehte Das Barett in den Händen. Meister Martin wies Den Jünglingen Plätze an Dem untersten EnDe Der Tafel an, aber das waren wohl gerade die herrlichsten, die es nur gab, denn alsbald erschien Rosa, setzte sich zwischen beiden und bediente sie sorglich mit köstlichen Speisen und edlem Getränk. — Die holde Rosa, in hoher Anmut, in vollem Liebreiz prangend, zwischen den beiden bildschönen Jünglingen, mitten unter den alten bärtigen Meistern — Das war gar lieblich anzuschauen, man mußte an ein leuchtendes Morgenwökllein denken, das einzeln am büftern Himmel heraufgezogen, ober es mochten auch wohl schöne Frühlingsblumen sein, die ihre glänzenben Häupter aus trübem, farblosem Grase erhoben. Friebrich vermochte vor lauter Wonne unb Seligkeit kaum zu atmen, nur verstohlen blickte er bann unb wann nach der, die sein ganzes Gemüt erfüllte: er starrte vor sich hin auf den Teller — wie wäre es ihm möglich gewesen, nur einen Bissen herunterzubringen? Reinhold Dagegen wandte die Augen, aus denen funkelnde Blitze strahlten, nicht ab von der lieblichen Jungfrau. Er fing an von feinen Reisen zu erzählen auf solch wunderbare Art, wie es Rosa noch niemals gehört hatte. Es war ihr, als wenn alles, wovon Reinhold nur sprach, lebendig anfginge in tausend wechselnden Gestalten. Sie war ganz Äug', ganz Ohr, sie wußte nicht, wie ihr geschah, wenn Reinhold in vollem Feuer der Rede ihre Hand ergriff und sie an seine Brust drückte. „Aber", brach Reinhold plötzlich ab, „aber Friedrich, was sitzest du da so stumm und starr? Ist dir die Rede vergangen? Komm! laß uns anstoßen auf bas Wohl der lieben, holden Jungfrau, die uns so gastlich bewirtet!“ Friedrich ergriff mit zitternder Hand das große Trinkglas, das Reinhold bis an den Rand gefüllt hatte, unb bas er (Reinhold ließ nicht nach) bis auf Den letzten Tropfen leeren mußte. „Nun soll unser braver Meister leben", rief Reinhold, schenkte wieder ein, und abermals muhte Friedrich das Glas austrinken. Da fuhren die Feuergeifter des Weins durch fein Inneres und regten das stockende Blut an, daß es siegend in allen Pulsen und Adern hüpfte. „Ach, mir ist so unbeschreiblich wohl", lispelte er, indem glühende Röte in fein Antlitz stieg, „ach, so gut ist es mir auch ja noch nicht geworden." Rosa, die seine Worte wohl ganz anders deuten mochte, lächelte ihn an mit unbeschreiblicher Milde. Da sprach Friedrich, befreit von aller Bangigkeit: „Liebe Rosa, Ihr möget Euch meiner wohl gar nicht mehr erinnern?" — „Ei, lieber Friedrich", erwiderte Rosa mit niedergeschlagenen Augen, „ei, wie wär's Denn möglich, daß ich Euch vergessen haben sollte in so kurzer Zeit? Bei dem alten Herrn Holzschuer — damals war ich zwar noch ein Kind, aber Ihr verschmähtet es nicht, mit mir zu spielen, und wußtet immer was Hübsches, was Artiges aufs Tapet zu bringen. Und das kleine allerliebste Körblein von feinem Silber- draht, das Ihr mir damals zu Weihnachten schenktet, das habe tcfj noch und verwahre es sorglich als ein teures Andenken." Tränen glänzten in den Augen des wonnetrunkenen Jünglings, er wollte sprechen, aber nur wie ein tiefer Seufzer entquollen der Brust die Worte: „O Rosa — liebe, liebe Rosa!" — „Immer", fuhr Rosa fort, „immer hab' ich recht herzlich gewünscht, Euch wiederzusehen, aber daß Ihr zum Küperhandwerk übergehen würdet, das hab' ich nimmermehr geglaubt. Ach, wenn ich an die schönen Sachen denke, die Ihr damals bei dem Meister Holzschuer verfertigtet, es ist doch schade, daß Ihr nicht bei Eurer Kunst geblieben seid!“ — „Ach, Rosa", sprach Friedrich, „nur um Euretwillen wurde ich ja untreu meiner Kunst." Kaurn waren diese Worte heraus, als Friedrich hätte in die Erde sinken mögen vor Angst und Scham. — Das unbesonnenste Geständnis war auf seine Sippen gekommen. Rosa, wie alles ahnend, ma;.bte das Gesicht von ihm weg, er rang vergebens nach Worten. Da schlug Herr Paumgartner mit dem Messer hart auf den Tisch und verkündete der Gesellschaft, daß Herr Vollrad, ein würdiger Meistersinger, ein Lied anstimmen werde. Herr Dollrad stand denn auch alsbald auf, räusperte sich und fang solch ein schönes Lied in der gülbnen Ion« weis Hans Vogelgesangs, daß allen das Herz von seiner schlimmen Bedrängnis. Nachdem Herr Vollrad noch mehrere schone Lieder in andern herrlichen Weisen, als da ist, der süße Ton, die Krummzinkenweis, die geblümte Paradiesweis u. a., gesungen, sprach er, daß, wenn jemand an Der Tafel was von der holdseligen Kunst der Meistersinger verstehe, er nun auch ein Lied anstimmen möge. Da stand Reinhold auf und sprach, wenn es ihm erlaubt fei, sich auf italische Weise mit der Laute zu begleiten, so wolle er wohl auch ein Lied anstimmen und dabei die deutsche Weis ganz beibehalten. Er holte, als niemand etwas dagegen hatte, sein Instrument herbei und Hub, nachdem er in gar lieblichen Klängen präludiert hatte, folgendes Lied an: „Wo steht das Brünnelein, Was sprudelt würzigen Wein? Im tiefen Grund, Da tunt Ihr fröhlich schaun Sein lieblich golden Rinnen. Das schone Brünnelein, Drin sprudelt goldner Wein. Wer hat's gemacht, Bedacht Mit hoher Kunst Und wackrem Fleiß daneben? Das luft'ge Brünnelein, Mit hoher Kunst gar fein, Allein Töt es der Küper machen, Erglüht von edlem Wein. Im Herzen Siebe rein; Jung Küpers Art, Gar zart Ist das in allen Sachen." (Fortsetzung folgt.) verantwortlich: vr. HansThhriot. —Druck undDerlag:'Lrühl'scheUniverfilä!s-Buck> undStein Druckerei. R. Lange, Gießen. Jahrgang <931 Montag, -en 2. März Nummer <8 Colour & Grey Control Chart Dieser Brillant gehörte dem erhabenen Mohini Padischah, einem in London und in seinem Heimatland» Eleaan/» bekannten L imil 'J2un Imüa >«i> früh«.. äh».. mit ci. 8 1 Z £ fr £ 9 L 8 6 ; ft!ß । (5pM T gurt' beinah hrend P1 ebianiit« Schließlich, als wir schon hinter Aden waren, schien er sich der allgemeinen Meinung anzuschließen, und indem er den Straußenwärter beiseite nahm, schlug er vor, er wolle ihm seine fünf Tiere abkaufen. Das gab am nächsten Morgen beim Frühstück eine nette Auseinandersetzung. Der Wärter erklärte, er könne nicht über die ihm anvertrauten Vögel verfügen, und nichts brachte ihn dazu, sie zu verkaufen; aber wie es scheint, erzählte er Padischah, daß ein Eurasier, ein gewisser Potter, sie ihm schon hätte abkaufen wollen; Padischah beeilte sich, uns mitzuteilen, was er von diesem Potter dachte. Ich glaube indessen, die meisten von uns waren der Ansicht, Potter hätte großen Scharfblick bewiesen, und ich erinnere mich — als ich erfuhr, besagter Potter hätte während unseres Aufenthalts in Aden wegen des Vogelkaufs nach London telegraphiert — daß ich mich Dummkopf titulierte, weil ich eine so schöne Gelegenheit nicht wahrgenommen hatte. oanes, picta „ -------- (J— —.. W.»|V* ° uni ÖietriA ®ült, ie Oe. °u 1)01 Junten ionbets iu awj da $1 veil (it klaube« nie ji als eii 1 etwas m auij idaulei es hin. ilaufenG -r Ziil hundnill himmei l! der e» wut anben öiinjlit hrbarei ie Hoile Seifte irteilch rounbeo bis btt der m it habt, her feil weichet d mH» jüngfle, l manch« urch bit und ji er amt er Non ebenhech sich w e Eigen- )er war, n Sieben es dich gemein1 Herons befWi oben M uf, 3°6 ettich «j arnis J gjieiP" r nächlls - * «n und. indes p "fe ag,c 's «j \\W, ^7l.cDllly i iw rs uer onuuntenganoier kur Den Preis von Hundertfunfundsiebzig Pfund, und gerade in dem Augenblick, als der Hammer fiel, schrie Padischah hundertachtzig Pfund — wenigstens behauptete es Potter. Auf jeden Fall gehörte es jetzt dem Händler, und als man es ihm übergeben hatte, bewaffnete er sich mit einem Gewehr und schoß es tot. Potter gebärdete sich wie ein Irrsinniger und erhob Einspruch, weil dies dem Verkauf der vier andern schaden würde, und was Padischah anlangt, so brauche ich Ihnen wohl nicht erst zu sagen, daß er sich wie ein richtiger Strohkopf benahm. Der kleine Händler beklagte sich nicht übermäßig wegen seines Mißgeschicks — er hatte keinen Brillanten in dem Strauß gesunden — aber Potter wollte den Verkauf nicht fortsetzen, bevor ausdrücklich abgemacht sei, daß künftig die Vögel ihren Käufern erst übergeben werden könnten, wenn die Versteigerung vollständig beendet wäre. Da die Diskussion sich ins Unendliche zu ziehen drohte, vertagte man die Angelegenheit bis zum nächsten Morgen. Beim Diner ging es wieder los, und ich versichere Ihnen, es herrschte ziemliche Aufregung; aber zum Schluß behielt Potter die Oberhand, da niemand ihm bestreiten konnte, daß er seine Strauße besser verkaufen würde, wenn er sie bis zuletzt zurückbehielt. Der alte Grssn Grey 2 Blue White In Suez meinte Padischah richtige Tränen, als er erfuhr, Potter fei Besitzer der Strauße geworden, und bot ihm umgehend für die fünf zweihundertfünfzig Pfund, was zweihundert Prozent des Betrages oorfteUte, die Potter für sie bezahlt hatte. Potter entgegnete, er würde für keinen Preis auch nur eine ejnzige Feder abgeben, und er beabsichtigte, sie nacheinander umzubringen, bis er den Brillanten gefunden hätte; später zeigte er sich zugänglicher. Dieser Potter war ein wilder Spieler und hatte eine besondere Art mit den Karten umzugehen; ich glaube infolgedessen, daß er in dieser Angelegenheit nur das Mittel zu einem großen Schlag sah. Sicher ist, daß er wie zum Scherz vorschlug, die Vögeln einzeln zu versteigern, jeden an einen anderen Käufer, zu einem Erftgebot von achtzig Pfund pro Tier, wobei er für sich das Recht beanspruchte, einen zurückzubehalten, um selbst sein Glück zu versuchen. Ich muß Ihnen sagen, daß der Brillant, von dem ich Ihnen erzähle, sehr großen Wert hatte (ein kleiner Edelsteinhändler, der mit uns reifte, hatte ihn auf drei- bis viertausend Pfund geschätzt), und der Gedanke, um die Strauße zu spielen, wurde mit allgemeiner Begeisterung ciufgenom- Yellow Grey 3 Cyan Grey 1 Magenta Black Red Grey 4 ieUen«J indem! Uten u« I und W jette. 6|l|l)m -er Straußenwärter zu den beschränkten Menschen, ch ist, ihnen einen neuen Gedanken einzuhämmern, mckig, den Vögeln ein Abführmittel zu geben, wie geraten wurde. Er hatte Auftrag, sie auf eine bereu, und er würde seine Stelle verlieren, wenn er immte Art ernährte. Dieser Padischah war, wie die t richtiger Krakehler und sprach von nichts ge- jel mit Beschlag zu belegen und einen Prozeß an» r ein alter Herr, der einen Anwaltssohn in London was von einem Vogel verschluckt wäre, würde ganz ' Bestandteil dieses Vogels, und der einzige Aus- äre, Schadenersatz zu verlangen; aber der Gegner 'and der Fahrlässigkeit erheben. Er könne keinerlei gegenüber in Anspruch nehmen, der ihm nicht ge- ngen verstörten Padischah um so mehr, weil die Ansicht als richtig bezeichenten. Kein Mann des i» iw—> n»»——~-b. um das Problem zu lösen, so daß jeder behauptete, sich am besten darauf zu verstehen. Siebener $ümilicnblättcr Unterhaltungsbeilage zum Lietzener Anzeiger