losen Stirn :nbeu Sorte, er... mt er ch die denn raben, lernen st ent« SietzenerZWilienblütter Unterhaltungsbeilage zum Eichener Anzeiger Jahrgang l93v Montag, den 28. April Nummer 33 le und fen zu öffnete »eraden r Jens n leife, junger. Dann zweiten Jlörbern Wirkung eigenes m ihnen Aufbruch. Bon Peter Bauer. Der Wölber grüne Fahnen weh». Wir taffen leer die Städte stehn. Bunt Hügeln sich die Fluren her Mit Lerchenlied und Blütenfeuer Wie Inseln in dem ungeheuer Umarmenden und blauen Meer. Der Wasser Sturz im Talritz saust. Von stolzer Wanderkraft geschwellt. Sturmatmend uns entgegenbraust Der Berge wilde Felsenwelt. ely Fre- gsgemäh Frederick in besten ; Edvard da Lock- ilor eine mhte un> :gen, das rnxxrteten ibere, der >erte nicht [enmi ad- betreuen es keine em Sriip; m Schtas- ihm selbst ibig über- s wie die et hätten, lichtgesühi wollte den lochten sie cht länger reit keinen sich seiner en äurU r erab hoUr slichtgeM« | hristianse« freudigsten | Dr. Pa°t mlich ctr‘. Ä mb könnt ifchaft er!' ürden. zur Seile* eine 5er** ‘ert wo* , ®ie6e"' Und fällt der Tag und Nacht verdammt Zur Rast im jungen Gras und Laube — Der Fernen Glück bleibt unser Glaube, Der wach mit tausend Sternen stammt. Oer Quellensucher. Von Georg ch i r s ch s e l d. Es ist lange her, daß ich die kleine Geschichte von Werner Siemens, dem Quellensucher, gehört habe. Ein Freund hat sie mir erzählt, ein Mann der Literatur und ein Quellensucher auch — Otto Brahrn. So fern auch sein Wirken dem großen Ingenieur von Charlottenburg stand — er hat das Schöpferische verspürt, ob es in einem Wissenschaftler ober in einem Schriftsteller war. Er fühlte sich von ihm angezogen. Schabe, bah Otto Brahm die Geschichte nicht mehr selbst erzählen kann. Aber ich versuche, seinem Ton und seinem Bilde folgend, sie wieder- zugeben: „Es war in Locarno, im Herbst des Jahres 1891. Ziemlich arbeiis- mübe und ein bihchen menschenscheu suchte ich ein paar Erholungswochen. An dem beliebten „Anschluß" lag mir wenig. Schweigsam setzte ich mich jeden Tag an die Table b’tjote — schweigsam stand ich wieder auf. Da bekam ich eines Abends ein neues Visavis. Es war eine deutsche Familie. Besonders der Vater, ein sehr alter Herr, interessierte mich. Er mar nicht gesprächiger als ich und erwies sich immer mehr als auch einer, »vn denen nämlich ... siehe Friedrich Theodor Vischer. Ich mutzte ihn mir immer wieder ansehen. Professor, Praktikus, Genie sagte ich mir. Jawohl, Genie — das war er sicher. Ich schildere sein Aeutzeres nicht — es kommt immer etwas Verkehrtes dabei heraus. Das besonders Anziehende des Mannes für mich war: er gehörte nicht zur Kunst, er war kein Dichter und selbstverständlich auch kein Schauspieler. Aber er kam mir nicht aus dem Sinn, ich wünschte fast, daß unsere Dichter recht viel m>n ihm haben möchten. Es war wohl der unbestechliche Blick und ein memiit dahinter, das alles lenkte. Ich beobachtete ihn unauffällig. Er mich auch — er warf mir, während ®r mit feinen Domen sprach, zuweilen forschende Blicke zu. Aber es kam durchaus nichts Aufmunterndes in diese Blicke, auch nichts Abweisendes — «mfte, reservierte Objektivität. Dabei blieb es. Der alte Herr wurde mir immer sympathischer, aber !ch saß ihm fast eine Woche gegenüber, ohne datz es über stumme Begrüßungen hinauskam. Eines Tages aber, »ach dem Lunch, half der Zufall. Ich trank in der yalle Kaffee, und der Wirt ging mit meinem Unbekannten an mir vor- l?cr- Aach einer Weile kam er zurück und sagte: „Entschuldigen Sie,। ™ Doktor Brahm, ich habe mich gewundert, kennen Sie denn den E°n Herrn, der Ihnen bei Tisch gegenübersitzt, nicht?" — „Ich hatte noch miyt bas Vergnügen." — „Merkwürbig — zwei berühmte Berliner? — M.ch mache keinen Anspruch auf Berühmtheit. Aber sagen Sie boch, Herr iu ~ u>or ist denn eigentlich ber Herr? Er interessiert mich, seitdem er OT an Ihre Table d'hote gesetzt Hot." — „Das glaube ich gern, Herr Wtmrat von Siemens, ber große Erfinder." — „Werner Siemens? — mSie 'hm nie begegnet?" — „Nein." — „Es würde mich freuen, ^ihr- Bekanntschaft zu vennitteln." n ; Sä sich mii flig [eir mei Lek Studie feit, gefe scha Frei 2 und Eitel nchn eine fofor da if Z.B. höhe in di nach, bei d Entla Disku kämpf finnm zu fch ist, bii Be herau- materi er hat Nachal spreche gleichsi Da- Affe. - Verhol diese V mit bie nachive! zcugun Ein auf ein haben, das sch kurzem Eh o t experin Wo Klassen auch, a ersten und ert Tiere i ongeler Die Gründe ässchen also an der „Hc Sutter dressiert einiger Antwor blieb er 3ent sch Ä-tzt 'nen, so schilderr Qm Kci „Herr" sie doch A; Der Tiere j, sieigt er dem Kä den De bespann die Tier daß jedc sehr gef getrennt Ichasten. 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Der oben erwähnte Sinn des Künstlers für starke Farben erscheint wir bis etwa 1890 und noch in der „Nacht" gehemmt durch die Abhängigkeit von der Natur und von der Ueberlieferung. Von da ab werden seine Farben lichter und farbiger, von einer starken Farbigkeit, die für mein Gefühl manchmal ans Bunte streift, bis er schließlich in den letzten Lebensjahren von etwa 1910 bis 1918 zum Höhepunkt des malerischen Ausdrucks kommt. Ich habe eine Anzahl von Porträt- und Studienköpfen, die in diesen Jahren entstanden sind, gesehen, bei denen die Ursprünglichkeit, Kraft und Naivität, mit der das Farbige, intensiv und übertrieben gesehen, Form und Ausdruck mit selbstverständlicher, rücksichtsloser Meisterschaft wiedergibt, ein Analogon nur etwa in der genialen künstlerischen Freiheit Rodins oder etwa den Altersfkulpturen von Degas haben. Lteber den Nachahmungstrieb. Von Dr. H. Richter, Leipzig. Der Mensch ist oft ein wenig eingebildet auf fein Wissen und Können und blickt so ein bißchen von oben herab auf die Tiere. Es gefällt feiner Eitelkeit, bei ihnen z. B. nur „unverstandene, blinde Nachahmung" anzunehmen, wenn bei ihm „sinnvolles Uebertegen" vorliegt. Er lacht über eine Herde Schafe, wenn das erste Tier über einen Stein springt und sofort die ganze Menge dasselbe tut, obwohl für sie gar kein Hindernis da ist. Haben Sie sich einmal in unbemerkten Momenten knipsen lassen? Z. B. wenn der Weltmeister zum entscheidenden Sprung in neuer Rekordhöhe ansetzt; schon ist er an der Latte und schnellt das eine Bein mächtig in die Höhe, und — alle Zuschauer machen es unwillkürlich ein wenig nach, heben ihr Bein, wenn auch nicht so hoch, und wer es gar nicht tut, bei dem kann man doch wenigstens eine Gewichtsverlagerung, nämlich Entlastung des einen Beins, deutlich feststellen. Bei Zufchauerbildern von Diskuswürfen, sieht man die eine Schulter meist etwas gehoben, bei Boxkämpfen die Faust geballt, ... von Kriegserlebnissen, wo man ohne Besinnung „instinktmäßig" das Tun des Vordermannes nachmachte, ganz zu schweigen. Man sieht also, daß das Nachahmen eine Angelegenheit ist, die tief in die Problematik unseres ganzen Handelns eingreift. Beim wissenschaftlichen Untersuchen dieser Angelegenheit stellt sich aber heraus, daß der Mensch durchaus nicht das geeignetste Untersuchungsmaterial darstellt, da er viel zu sehr erzogen und „kulturbelastet" ist, d. h. er hat schon so viel erlebt, daß bei allen Versuchen die Lösung als variierte Nachahmung aufgefaßt werden kann. Darum ist es zu begrüßen, daß entsprechende Untersuchungen auch bei Tieren gemacht werden, um Vergleichsmaterial und Parallelen zu finden. Das Tier, dem man nun das Nachahmen besonders nachsagt, ist der Asse. Haben doch die Sprachen sogar ein Wort „nachäffen" für dieses Verhalten geprägt. Die immer kritische Wissenschaft hat »in letzter Zeit diese Volksanschauungen unter die Lupe genommen und — ist gar nicht mit diesem Worte einverstanden! Wie kann man denn überhaupt exakt Nachweisen, ob ein Tier nachahmt ober bewußt auf Grund eigener lieber« zcugung handelt? Wie kann man das speziell beim Affen tun? Eine Lösung ist folgende: Man läßt die Tiere abgeschlossen für sich, auf einen Reiz reagieren, den sie vorher in der Gemeinschaft nicht erlebt haben. Handeln sie alle gleich, obwohl kein Anführer da ist, so spricht das schon für Selbständigkeit. Noch feiner und spitzfindiger haben es vor kurzem zwei russische Forscher Dr. A. G. Aronowitsch und Dr. B. C h o t i n in Leningrad gemacht. Sie benutzten die sog. „Methode des experimentellen Konflikts" die einwandfreie Ergebnisse liefert. Worin besteht sie? Man teilt die zu untersuchenden Tiere in zwei Klassen, und übt den einen Teil auf gewisse Reize ein und den anderen auch, aber so, daß für ihn die Reize gerade das Gegenteil wie bei der ersten Gruppe bedeuten. Dann läßt man die Tiere Zusammenkommen und erteilt wieder die Reize. Dabei kann zweierlei eintreten: entweder die Tiere im Käsig B, wirft auch einen Blick auf feinen Futternaps, doch angelernten Wissen, oder sie ahmen nach. Die beiden Forscher entschieden sich aus psychologischen und anderen Gründen für den Gesichtsreiz. Sie trennten von einer Herde Rhesus- äffchen den Affen, der sich als der Herr der Schar zeigte, von dem man «Ifo annehmen mußte, daß ihm am meisten nachgeahmt würde. Dieser, der „Herr" genannt, wurde nun fo erzogen, daß er bei blauem Licht stets Futter in einer Kiste fand, bei rotem Licht nicht. Die Herde wurde so breffiert, daß für sie die Farben gerade das Gegenteil bedeuteten. Nach einiger Zeit gab von den Tieren der „Herr" fast 100 Prozent richtige Antworten (b. h. also, er lief bei blauem Licht zum Futter, bei rotem blieb er fitzen), wahrend sie bei den anderen zwischen 62,5 und 100 Pro- z«ut schwankten. Jetzt wurden die Latten, die die beiden Käsige trennten, weagenom- jnen, jo daß die Tiere sich gegenseitig sehen konnten. Die beiden Forscher schildern bas Verhalten ber Prüflinge folgendermaßen: „Rotes Licht. 6 B: Alle drei Affen sehen gespannt auf ben Käfig A (wo ber „/ferr" brin ist) und zögern, an ihren Futternapf zu gehen, endlich laufen ä . 5$$ 311 'hm hin, heben den Deckel und fressen die Weintrauben. Käfig A: Der „Herr", auf seinem Wandbrett sitzend, verfolgt das Betragen ber -wre im Käfig B, wirst auch einen Blick auf feinen Futetrnapf, boch ii 8U ii),n hinab. Blaues Licht: Käfig A. Der „Herr" sieht nach ocin Rasig B, steigt bann langsam herab, geht an seinen Futternaps, hebt r? Deckel und frißt bie Weintrauben. Käfig B. Die Affen betrachten 8 spannt bas Vorgehen bes „Herrn", boch rührt sich keiner." Auch als bnhT'x’6 ?)ie®>er in einen Käsig kommen, bleibt es im großen ganzen fo, iehr „ c wie er es gelernt hat. Nur bei einem Affen, ber an sich adr«Si ’g kommen Nachahmungen bis zu 50 Prozent vor. Wieder tdinffo« «r'el9ieren f’e voll nach ihren erworbenen individuellen Eigen- JrfL 2tu“) als man zu dem „Herr" einen neuen Affen sperrt, der gar ben c?0,1 „ Zusammenhängen von Licht und Futter weiß, ahmt er '-affiger'^Affe in 17 Prozent ber Fälle nach. Also burchaus kein Dabei muh man bedenken, daß viele ber Nachahmungen nur scheinbar sind. Der Affe ergreift eben Jebe Gelegenheit, die sich ihm biekel, um etwas Abwechslung zu haben. Er ist ja nicht im Freien, sondern sitzt hinter Stäben. Die Beobachtung im Urzustand, die bedeutend mehr Einblicke und Schlüsse gestatten würde, ist ja durch unvernünftige Jagd auf die hochentwickelten Tiere, die sie teils ausrottete, teils furchtsam gemacht hat, fast unmöglich geworden. Man denke sich einmal einen Menschen in fo einem Würfel von wenigen Kubikmetern eingesperrt, und als Betätigungsmittel ein Wandbrett, ein Trapez und eventuell noch eine Schaukel. Ob er sich sehr intelligent benehmen würde? Ob er nicht schon aus San« gerweile auch beim falschen Licht zum Futterkasten liefe? Damit ist die Theorie, die Thornbicke aufgefteöt hat, „Die Affen sind schlechte Nachahmer" wieder einmal bestätigt worden. Auch andere Forscher fanden bas gleiche, z. B. M. E. H a g g e r t y. Bei ihm wurde einer Aeffin bas Oeffnen eines etwas komplizierten Verschlusses zum Futternaps von einem Affen 253 mal vorgemacht, wobei sie 204 mal richtig hinschaute, unb trotzdem begriff sie es nicht. Mit Hilfe eines Stockes lernte sie es bann felbftänbig in wenigen Minuten, unb konnte es bann immer roieber repetieren. Auch bei Arbeiten mit 13 Affen fanb ber amerikanische Forscher gleich anberen nicht viel Nachahmung, unb biefe auch nur bann, wenn ein nützliches Ergebnis zu erwarten war! Nun aber ist noch eine interessante Folgerung aus biesen Ergebnissen zu ziehen: bie Wissenschaft lehrt uns, bie Tiere in eine gewisse Reihe vom Urtierchen angefangen bis zum Menschenaffen unb Menschen hinauf einzuordnen und unser entwicklungsgeschichtlich eingestelltes Denken fordert infolgedessen einen gewissen Zusammenhang zwischen Nachahmung und Jntelligenzstufe bes Tieres. Bei Tieren mit geringerem geistigen Horizonte wie z. B. Fliegen unb Krokobiken sind Zusammenrottungen unb Nachahmungen hauptsächlich durch ben für gewisse Lebensbedürfnisse günstigen Ort bedingt. Bei einer zweiten Art findet man ben Nachahmungstrieb nur für gewisse Zeiten, z. B. bei Mäusen, Wolfen unb Zugvögeln. Bei einer dritten hüt es sich als nützlich unb arterhaltend erwiesen, immer zusammenzubleiben unb unbebingt einem Führer zu folgen. Es sei hier besonders an die Herden ber wildlebenden Wiederkäuer erinnert. In der nächsten Gruppe, zu ber auch bie Affen gehören, kann matt zwar eine Bereinigung unb ein Nachahmen feststellen, es ist aber, —■ wenn ber Ausbruck gestattet ist — bewußter, unb bie Tiere führen nebenher ihr eigenes Jnbivibualleben. Man sieht also auch hier roieber, rote sinnvoll bie Natur schafft, und wie sie ein lebenerhaltendes Prinzip, hier bie Nachahmung, roieber fallen unb verkümmern läßt, wenn sich bie Art fo weit entwickelt hat, baß ihr Weiterbestehen im Kampf ums Geben burch bie erlangten Fähigkeiten bes einzelnen gesichert ist. Eisland. Roman einer Expedition. Von Hellmuth Unger. Copyright by Carl Schünemann, Bremen. (Schluß.) Uebriggeblieben war nur ein kleiner Kajak, in dem Jens Edvard und Lang täglich auf Jagd fuhren. Eines Tages ging der Eskimo mit dem Fahrzeug unter. Mit ihm feine Flinte, bie Harpune unb die Beute von mehreren Raben. Lang wußte nicht einmal, wo es geschehen war und nach kurzem vergeblichen Suchen mußte man ihn verloren geben. Mit ihm hatte bie Mannschaft einen ihrer Besten verloren, der unersetzlich war. Er war treu gewesen bis in ben Tob, ein berounbernsroerter Mensch, der im Dienst für bie Kameraben fein Ende gefunden hatte. Vielleicht hatte er es auch freiwillig gesucht. Es mar ein unerhörtes Glück, daß Frederick kurze Zeit später eilten mächtigen Bären töten konnte, der sich neugierig in die Nähe der Hütte wagte. Es war bas letzte frische Fleisch, bas die Mannschaft genoß unb das ihr Leben um zwei Wochen verlängerte. Anfang Mai waren die allerletzten Vorräte aufgezehrt. Jede neue Jagd blieb vergeblich, Lockwood gelang es, einen Seehund zu schießen, aber er versackte, ehe ihn die Kameraden bergen konnten. Am 10. Mai starb Ellis, vier Tage später Ralston. Wistter war der nächste. Der Tob in Camp Clay war jetzt schon zur Gewohnheit geworden, daß bie lleberlebenben ihre Gefährten voll Gleichmut begruben. Hügel reiht« sich an Hügel. Unb es galt als Glück, wenn einer frühzeitig starb, bah man ihm ben letzten Dienst noch erweisen konnte. Und jetzt war bie Reihe an Israel gekommen, ben Benjamin, den ©reell) wie einen Sohn liebte. War es nicht ein Verbrechen an ben an« bern, daß er ihm mehrmals einen Söffet Rum einflößte, ber ihm doch nichts mehr nützen konnte? Wie dankbar er doch lächeln konnte unb wie beglückt er war über biesen letzten fiiebesbienft! * „Wenn Sie boch noch heimkommen sollten, Kommanbeur, grüßen Sie meine Mutter unb meine Schwester unb sagen Sie ihnen, ich hätte meine Pflicht getan." . „Allright my boy!" sagte Greely leise unb druckte ihm die Augen zu. Unb bann weinte er. Die Kameraben trugen seinen Leichnam ein toturf abseits. Acht Tage waren vergangen, seitbem sie bie letzte Mahlzeit eingenommen hatten. Sie hatten nicht bie Kraft mehr, ben^besten Gefährten zu bestatten. Unb in ber Nacht tarn ber Sturm über die Zurückgebliebenen die Verzweifelten. Ein Sturm wie sie ihn in Eislanb noch nicht erlebt hatten. Der demütige Sommer ist wieder über Eislanb gekommen. Em paar Gräser wagen sich scheu hervor unb mit violett-roten Kelchen beginnt ber Steinbrech zu blühn. . . . Greely entbeckt ihn auf einem Erkunbungsgange, pflückt ihn und legt ihn dem toten Israel in die Hände, ber auf dem Eise wie ein ^Srainarb* Song unb Bierberbick schaufeln ihm doch noch ein Grab. Inzwischen ist auch Kislingbury gestorben. Unb so betten sie die beiden Kameraden gemeinsam ein. Völlig erschöpft kommen sie zurück und finden Korporal Salor erstarrt im Schlafsack. Es ist ein trauriges Amt, das sie verrichten müssen. Ihre Kräfte reichen jetzt nicht mehr aus, auch diesen Kameraden zu begraben. So tragen sie ihn abseits und verhüllen ihm nur das welke Gesicht. In wenigen Tagen, am 14. Juni, werden drei Jahve vergangen sein, seitdem sie von Baltimore aufgebrochen sind. Drei Jahre in Eisland, drei Menschenleben voll Leiden und Qual. Nur zwölf von fünfundzwanzig haben die furchtbare Zeit überstanden, und nicht einmal sie alle werden den Erinnerungstag erleben. Krank, verhungert, verdurstet liegen die meisten in ihren Pelzsäcken und warten auf das Ende. Bender ist der nächste. Gardiner erliegt einer Bauchfellentzündung. Der Name seiner Mutter und seines Weibes ist sein letzter, leiser Ruf, auf den er keine Antwort erhält. Der Tod kommt lind über ihn. Gardiner hat den Kopf zur Seite gedreht, als lausche er immer noch. Stach ihm sterben Schneider und Dr. Pavy. Das Verhalten Dr. Pavys war Greely stets ein Geheimnis gewesen. Als ausgezeichneten Arzt hatte er ihn immer geschätzt, in den ersten beiden Jahren auch als Kameraden wegen seiner Liebe zur Arktis, seiner guten Manieren und seiner Klugheit. Leider war sein Wesen zu launenhaft und unbeständig. Niemals war er wie die anderen Gefährten mitteilsam und keinem schloß er sich näher an. Man wußte nie, ob man ihn zum Freunde ober Feinde hatte. Daß er auch unehrlich war, wußte wohl keiner von der Mannschaft. Und hätte Greely ihn auf frischer Tat gestellt und überführt wie den Sergeanten Henry, dann hätte er der Expedition die beste Stütze nehmen müssen, den Arzt, den sie alle so dringend brauchten. Die kleinen Nahrungsdiebstähle, die Dr. Pavy an Elison und den anderen Kranken beging, konnten ihm nicht allzuviel nützen. Sie sättigten ihn noch nicht. Daß er heimlich auch Morphium stahl, mochte ihn seelisch langsam so hemmungslos machen, daß er das Schimpfliche seiner Handlungen gar nicht mehr empfand. Die regelmäßigen Morphiuminjektionen, Diebstahl, wenn auch nur von Arzneimitteln, die er den Kranken vorenthielt — (und wieviel Schmerzen hätte Dr. Pavy doch lindern können, als er dem Krüppel Elison Beine und Hände amputierte) — mochten ihm zwar die Leiden des körperlichen Zusammenbruchs lindern helfen, sein Heroismus in den letzten Tagen ließ sich dadurch nicht erklären. Dr. Pavy war der einzige, der dem Ende voll Ruhe und Gleichmut entgegenwartete, als bekümmere es ihn nicht. Der Tod schien keinen Schrecken für ihn zu haben. In sachlicher Art führte er bis zur letzten Stunde Krankenjournal und Tageoticher. Wie ein unbeteiligter Zuschauer lebte er neben den andern her, die ihm unter Einsatz des Lebens die Eislandtragödie vorspielten. Irgendein Geheimnis mußte er wohl haben oder seine seelischen Kräfte waren übermenschlich. Ja, er hatte ein Geheimnis, das ihm solche Sicherheit gab. Als er erkannte, daß es auch für ihn keine Hoffnung mehr gab, machte er feinem Leben freiwillig ein Ende. Er kommandierte den Tod herbei, als wäre er der Sieger. Mit dem letzten aufgesparten Becher Wasser trank er eine Phiole voll Mutterkorn und verschied ohne Schmerzen. Die Kameraden brauchten seine Hilfe nicht mehr. Jede Mühe wäre doch vergeblich gewesen. Die letzte Eintragung ins Krankenjournal, die er machte, betraf seinen eigenen Tod. Sachlich malte er hinter seinen Namen ein Kreuz und notierte: Gestorben durch Gift. Acht Tage später kam das Ende für die letzten Ueberlebenben. Es waren noch sieben Mann mit Greely. Das letzte Wasser war getrunken und keiner vermochte mehr aus eigener Kraft frisches vom Teich zu holen. Die Eislöcher mochten auch wieder zugefroren fein. Bereits zwei Tage hatte sie keiner kontrolliert. Staubschnee rieselte lautlos aus niedern Wolken über Cisland und häufte sich um die unbestatteten Toten. Alles Farbige und Schwarze sollte wie unter weißen Tüchern verschwinden. Aber hoch und trotzig ragt noch immer das Braun der Schutzhütte in die Unendlichkeit auf. Es mußte wohl erst ein Sturm kommen, der sie umlegte. Noch aber sind die letzten Menschen in Eisland nicht besiegt. Noch steigt der Rauch ihres Lagerfeuers grau und schwelend empor und verliert sich zwischen den glitzernden Schneekristallen. Und seht, da kommt ein Mann aus der Hütte und versucht sich aufzurichten. Er ist so schwach, daß er sich kaum auf den schwankenden Füßen halten kann. Es ist Brainard, der die Hoffnung immer noch nicht verloren hat. Er hat das zersetzte Fahnentuch des Sternenbanners an der letzten Ruder- ftange befestigt und stößt sie in die Schneewehe vor dem Eingang. Es entfaltet sich und knattert in der schneidenden Luft. Brainard versucht kniend, den Schaft mit den Händen zu halten, damit er nicht umfinkt. So bleibt er. Drinnen am Feuer sitzt Greely und liest in seinem Gebetbuch. Die anderen Kameraden liegen stumm und schlafen. Greely wagt nicht, sie anzurufen aus Furcht, keine Antwort mehr zu erhalten. Ist es ihm bestimmt, der letzte zu fein? Gegen Mitternacht schreckt er auf. Er' hat wohl mit wachen Augen geträumt und glaubt den Ton einer Schiffspfeife gehört zu haben. Er ruft mit gebrochener Stimme nach Brainard, aber der Sergeant ist nicht wiedergekommen. Langsam erlischt das Feuer. Die letzten Scheiter Holz sind verbrannt und zu Äsche geworden. * Der Wind über Eisland frischt auf und vertreibt die trägen Schneewolken nach Süden, lieber ihnen leuchtet die Unermeßlichkeit des Polar- h'mmels und die Mitternachtsonne durchdringt strahlend die Nachtzeit. Zwischen kleinen Inseln und Bruchstücken von Treibeis steuert ein Walfischdampfer an Cap Sabine vorbei und hält auf die Pim-Jnseh zu. Verantwortlich: Dr. Hans Thhriot. — Druck und Verlag: Brühl Es ist 8er Dampfer „Thesis" unter Sein Kommando Kapitän Schleus auf der Suche nach der Mannschaft vom Fort Conger, von der man an= nimmt, daß sie längst nach Süden vorgedrungen ist, um das Lebensmitteldepot bei Cap Sabine zu erreichen und dort auf ein Schiff w warten, das sie retten kann. Kapitän Schley, der mit Leutnant Emory und dem Ingenieur Melville auf der Kommandobrücke steht und das Land mit dem Fernrohr absucht, ist der erste, der in diesem Sommer in die Arktis vordringt. Er steht nicht im Dienste Amerikas, er handelt aus eigenem Entschluß, um die Verschollenen aufzufinden und wenn noch möglich in die Heimat zurückzubringen. In kurzen Zwischenräumen dröhnen die Nebelhörner durch die schweigsame Nacht und das Echo der gellenden Schiffspfeife hallt von den nahen Bergen zurück. Immer wieder. Rastlos. Wie unberührt liegt hinter einem schmalen Gürtel aufgetürmten und von Föhnwinden schon zersprengten Packeises die grenzenlose Weite. Eis- quader werfen unregelmäßige, zackige Schatten weit am Boden aus- gestreckt. Wieder die Nebelhörner. Wieder die Schiffspfeife. Aber keine Antwort von Menschen. „Greely! Greely!" Auch der Ruf durch das Megaphon verhallt. ' „Wir finden sie doch nicht, Kapitän," sagt Emory mutlos. „Dann fahren wir noch weiter nach Norden hinauf, und wenn ich bis Grinnelland vorstoßen sollte. Wir müssen sie finden." „Wenn wir am Cap landeten, könnten wir leicht feftftetten, ob sie dort am Depot gewesen sind." „Ich kehre nicht mehr um, Melville." Emory ließ die Blicke nicht vom Land. „Wenn sie Hilfe erwarten, werden sie doch Notsignale aufgestellt haben und selber Äusschau halten. Hier entdecke ich nicht die geringste Spur..." „Mein Gott, was ist das?" Schley hatte irgend etwas Auffallendes gesehen. Ein niederes Zelt mochte es fein, neben dem ein gebrochenes Ruder im Schnee steckte. Am Holz wehte das Sternenbanner. Die „Thetis" war am Lager schon fast vorbei, als der Kapitän das Fernrohr nochmals rückwärts richtete. Erregt gab er in den Maschinenraum den Befehl zu stoppen. Brausend drehte sich die Schiffsschraube entgegen der Fahrt und zog die hinter dem Heck zusammenschließenden Eisschollen in ihren milchigen Strudel. Der Walfischdampfer drehte bei und legte an der Pim-Insel an. Leutnant Emory begab sich sofort mit einigen Mann der Besatzung auf die Suche. Nach kurzem beschwerlichen Marsche entdeckten sie die Fahne wieder uckd erreichten die Schutzhlltte. Vor dem Eingang lag ein Mann mit verglasten Augen, die Hände um den Ruderschaft gekrampft. Er war noch am Leben, aber er vermochte sich aus eigener Kraft nicht mehr aufzurichten. Emory ließ ihm sofort zu trinken reichen, während er selbst weiter in das Zelt vordrang. „Greely! Greely!" Er fand mehrere völlig ausgehungerte Männer, die ihm hohlwangig entgegenstarrten. Wieder fragte er. „Greely?" Einer nickte und zeigte auf sich. Zu sprechen vermochte er nicht. Aber alle streckten Emory ihre skelettmageren Hände entgegen. Elison, der Krüppel flüsterte: „Durst! Hunger!" „Ich bin Leutnant Emory von der .Thetis'. Wir sind gekommen, euch mitzunehmen. Begreift ihr?" Nein, sie starrten ihn nur an. „Ihr seid gerettet!" „Wasser! Wasser!" - , . Gierig neigten sie sich über die gefüllten Becher. Sie waren unersättlich. Emory mußte sorgen, daß man ihnen nicht zu viel gab. Die Fülle hätte sie fonf£ getötet. Kapitän Schley ließ die letzten Ueberlebenden von Fort Conger an Bord tragen und brachte sie in die Heimat zurück. Nur ein einziger starb unterwegs, der Krüppel Elison, dem man in Godhavn nochmals ein Stück Schenkel amputieren mußte. Er wurde während der Heimfahrt ins Meer versenkt. * Dies ist die Geschichte von Greely und seinen Leuten, die größte Tragödie, die sich jemals in Eisland ereignet hat. Es ist die Geschichte von fünfundzwanzig Helden, von denen nur sechs gerettet wurden. ♦ Wieder wird es Herbst über Eisland im ewigen Wechsel der Jahreszeiten. Hier ist Niemandsland. Ewigkeitsland. Doch gleich der blauen Spitze der Kompaßnadel ist die abenteuerliche Sehnsucht der Menschen polwärts nach Norden gerichtet. Manche erreichen das Ziel und du wenigsten kehren zurück. ' Noch schläft in der großen unendlichen Stille mit offenen Augen du Ewigkeit. Aber der Mensch ist stärker als alles. Eines Tages wird er auch den Pol bezwungen haben. Und die großen Vögel mit stählernen FlüW werden ihn überfliegen, ohne Furcht vor dem Tode, der in der -tiefe lauert. Noch ist es nicht an der Zeit. „11 Und der Sturm über der unermeßlichen Weite ebnet unterdes du Gräber der Helden und verwischt ihre Spuren, als wären sie niem-n» gewesen. Wann ist das gewesen? Gestern? , Heute, heute beginnt eine neue, heute beginnt unsere | 'sche Aniverfitäts--Duch° und Steindruckerei, R. Lange, Gießen. Be Stinte Marge Appel! sitzen, nähme „A nicht e aus de „Ui einmal „Ur Gülten, 1,1 fein geboten „Da fch bin der Hos ~ „Hei Tomski. Eroßmi „Wa „8ch mutter lahnge „So „Nict 3.Ä" »Us der "ilgemeir fersich-rt ssschießei Wjoa t ®ro£(( r verj Jüiisuen d°ch dies "achte q