»ilbcni >n alle Teufel Misse. ; Loche i Gifte * Freu- in, dem ihnen t Wölfe ;ib bald Christen, is seien er den Siebener ^amilienblötter Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger Jahrgang 1930 Freitag, den 27. Juni Nummer ^9 cher Jam> alle Tage linne jetzt Gietze"- rangen hochaus- ►er, und iften die j untere ikammer .lief) ent- ütze den hlug die chlungen >fen her- oar nicht Uten ins i, wie es mmt und innen an ihen; ihn erzählen. Jinb und tjähriger, zuerst die chte, aber m mochte. jeglichem agend um >re Schrei i müßten. ! Angst in d! An die ; auf den meist hier selten ein den, setzte rg, als ob in sie auch n herze", iften E alle, daß sich fejbft • für sei" solle übet teden und ia( hojsuri irfte Höll« noch "ot er fromm osenkränze mer gleich nicht da« ittlos fe>"- nd war« Hunden >" ne sch"^ t er wO in, borui" wr, ** ;rtrf ober als e auf ein- die Toten unten am te plötzlich chreckliche« Rann um je lag und ib um den >ne liegen, zur Kirche ?r Tod sie Gommer. Bon Josef Maria Lutz. Irgendwo, weltverloren rast' ich in Korn und Ried. Es schrillt in meinen Ohren der Grillen einsames Lied. Es blühen in meiner Nähe Kornblumen, wunderblau —, als ob ich dein Auge sähe, kornblonbe, reife Frau. Unb gleich dem Schmetterlinge aus flimmernder Mittagsrast hebt sich der Seele Schwinge und ist bei dir zu Gast. Stiefel retten einen Kopf. Erzählung von Ernst Sander. Unter den wunderlichen Gestalten, den kauzigen Sonderlingen, die, ost von Schicksals, öfter noch von Charakters wegen, auf absonderliche Weise in sich verstrickt sind, geschlagen in selbstgeschmiedete Bande und also unfähig, ihre häufig beträchtlichen geistigen und seelischen Kräfte zeugend zu entladen. Gestalten, wie sie kein Volk der Erde in gleich merkwürdiger Geprägtheit hervorgebracht hat wie das deutsche, ist eine der seltsamsten der Graf Gustav von Schlabrendorf, der 1824 in Paris starb. Seine Zeitgenossen, allen voran Varnhagen von Ense, haben ihn gerühmt, geehrt und gepriesen, den greifen Einsiedler, als welchen sie ihn kannten, und das einzig seines menschlichen Wertes wegen. Sie alle jedoch haben gehofft auf ein Werk, ein lebendig fortdauerndes Zeugnis seiner mannigfachen Gaben; aber er, der das Zeug zum Politiker, zum Staatsmann, zum Wirken im Großen hatte wie kaum ein anderer, blieb unfruchtbar, blieb sich selbst genug und war zufrieden, die Fäden, aus denen des Weltgeschehens Gewebe sich zufammenfügt, unbeteiligt, in nahezu spielerischem Leerlauf, durch seine Finger gleiten zu spüren, ohne daß in ihm der Wunsch wach geworden wäre, teilzuhaben an der Gestaltung seiner außerordentlichen Zeit — vielleicht aus jenem letzten Wissen heraus, daß alles Tun ein vermessenes Unterfangen ist, weil es „an den Schlaf der Welt rührt"; vielleicht, weil ein grausig-groteskes Erlebnis, in das fein erster Versuch zum Handeln ihn gestürzt hatte, fortan fein Wollen lähmte und abtötete, während fein Leib und fein (Seift roeiterlebten. Graf Gustav Schlabrendorf, schlesischen Geblüts, Empfänger von Pfründen und Renten und überdies nicht unvermögend, hatte sich, nach ausgedehnten, dem Erwerb weltmännischer Bildung unterstellten Reisen übet den Kontinent, um die Mitte des vorletzten Jahrzehnts des 18. Jahrhunderts, in England niedergelassen. England besagte ihm. Den aüf Menschenwürde, auf größtmögliche Freiheit des einzelnen innerhalb einer organtfd) gegliederten Gesamtheit bedachten Sohn der Aufklärung dünkte "es britischen Reiches alte, erprobte Verfassung ein Wunderwerk; seinem Machen, zukunftswitternden Geiste erschien des Landes hoch entwickelte Mdustrie der gründlich betrachtenden Studien eines werdenden Staatsmannes nicht unwürdig; als Menschenfreund lernte er mit Genugtuung Englands auf kirchlichem Boden gewachsene philanthropische Anstalten aesto mehr achten und der Nachahmung wert befinden, je länger fein Aufenthalt dauerte. Er hatte in London ein Haus gekauft und es ein- gmchtet, er hatte sich mit Dienerschaft versehen; er gedachte noch viele öuhre, womöglich immer, in England zu bleiben, geruhsamer Arbeit, ge- uUigem Umgang und tätiger Menschenliebe hingegeben. ... gewitterschwangere Sommer des Jahres 1789 indes führte eine ff '~?,]btung herbei, eine Wandlung, deren Ausmaße für fein perfön- Sein unb Ergehen Schlabrendorf mitnichten geahnt haben dürfte, v," Mer tiefgegründeten Kenntnis von Europa politischer Konstellation: foh» on^ würde er sich schwerlich mit nichts als einem Mantelsack Der« L „'n jenem Sommer nach Paris begeben haben, als die Nachrichten bi»« re ur *m Ballhaus, der Verbannung Reckers, vom Sturm auf ihm drangen und in feinem für die Menschheit glühenden, nensdurstenden Inneren jubelnden Widerhall fanden. Ein ganzes toürhJ0 glaubte er, war dabei, sich aufzuraffen, sich auf feine Menfchen- bioiPrMVefmnen- sich die Freiheit, die man ihm weigerte, mit gran- uni ,„>ie zu nehmen. Er mußte dabei fein, als Zuschauer zumindest — mu Ä" nach Paris, in aller Eile, nicht zu spät zu kämmen; nur nem Mantelsack ausgerüstet, und mietete ein bescheidenes Zimmer im zweiten Stock des Hotels Des Deux Siciles, Rue Richelieu. Er plante einen Aufenthalt von Tagen, höchsten Wochen: es wurden dar« aus fünfunddreißig Jahre. Denn Gustav Schlabrendorf erkannte alsbald, daß eine weltgeschichtliche Wende sich vor feinen Augen zu vollziehen begann; die rasende Folge der Ereignisse schlug ihn in Bann. Tätigen Anteil beschloß er vorerst nicht zu nehmen; er beobachtete, er notierte, er verschaffte sich die zahllosen Flugblätter und Broschüren, die Tag für Tag erschienen, Manifeste lodernden Wollens, stählernen Hasses. Er machte Bekanntschaften, er gewann das Vertrauen Condoreets, Merciers, Brissots. Seine Notizzettel türmten sich zu Bergen; er war überall dabei, wo es etwas zu sehen gab:; er war einer der wenigen, die den König bei seiner Flucht erkannten^ und nickte schmunzelnd und billigend, als der schwerfällige Reifewagen davonknarrte; ein Zufall führte ihn des Weges, als die königliche Familie zurückgebracht wurde — diesmal schmunzelte Schlabrendorf nicht. Zwei Jahre war er bereits in Paris. Die Mahnungen nach Rückkehr aus London wurden immer dringlicher, immer ratloser gebärdete sich der Verwalter — weshalb Gustav Schlabrendorf ihn kurzerhand anwies, das Haus samt der Einrichtung zu verkaufen, die Dienerschaft zu entlassen. Er erinnerte sich, daß er verlobt fei, und löste sogleich die Bindung — er hatte Wichtigeres zu vollbringen. Frankreich von feindlichen Heeren bedrängt und siegreich sich ihrer erwehrend, die Hauptstadt im Fiebertaumel politischer Leidenschaften, in einer Krankheit, von der niemand wissen konnte, ob sie Genesung und neues Leben ober Untergang barg: und in seinem Hotelzimmer Gustav Schlabrendorf, den Finger am Pulse der Zeit, jede Schwankung, jedes Zucken notierend; alles wissend, aus mächtig gewachsenen Kenntnissen, aus helläugiger Einsicht des öfteren ratend — immer jedoch im Verborgenen, ein Mann im Schatten. Er plante ein riesiges Werk, Denkwürdigkeiten über die große Revolution; Macchiavellis Diskurse über Livius schwebten ihm als Muster vor; eine durchaus neue Philosophie des Staates sollte entstehen. Allein, er kam niemals zur Ausarbeitung feiner Entwürfe; die Ereignisse in ihrem tollen, überstürzenden Ablauf ließen ihm keine Zeit; er beobachtete uni) notierte. Der König wurde gefangengefetzt, die Septembermorde hinterließen eine grausige Blutspur; des Königs Haupt fiel, die Girondisten stürzten und wurden gerichtet, unter ihnen viele von Schlabrendorfs Freunden. Er wollte helfen, er wollte eingreifen, er mahnte zur Menschlichkeit — und über Nacht fand er selbst sich verhaftet, in der (Eonciergerie, und bald daraus zum Tode verurteilt gleich den Gefährten. Sie warteten der Urteilsvollstreckung, Schlabrendorf, reich und menschenfreundlich, half mit Geld, setzte Erleichterungen bei dem gegen Trinkgelder nicht unempfänglichen Schließer durch, — einem gutmütigen Burschen übrigens, trotz allen Ariftokratenhasses —, unterstützte die Mitgefangenen bei der Aussetzung ihrer immer vergeblichen Verteidigungsschriften. Morgen für Morgen fuhr der Karren vor, kam ein Bevollmächtigter des Revolutionstribunals und verlas die Namen derer, die an jenem Morgen gerichtet werden sollten. Und auch Über diese Schar Wartender kam die erschütternde Lustigkeit der Todgeweihten, die be- taumelte Todestrunkenheit, für die aus jener Zeit so verwunderliche Zeugnisse vorliegen. Des Karrens wartend, erdachten sie letzte epigrammatische Aussprüche vor dem Fallbeil, voll pathetischen Hohnes, voll Zynismus oder beizend-unnahbarer Würde. Sie neckten einander, versteckten nachts einer des anderen Kleidungsstücke, so daß am Morgen ein kindisches Suchen und Sichbeschuldigen anhub, ein bubenhaftes Balgen und Gelächter — und so geschah es, daß, als wiederum der Karren vorsuhr und der Bevollmächtigte des Tribunals die Namen aufrief, Gustav Schlabrendorf, als er, unter jähem Ausfetzen des Herzens, den feinen vernahm, ohne Stiefel daftand und sie, die notwendigen, im hastigen Suchen nicht zu finden vermochte. Der Schließer half; die Stiefel blieben verschwunden. Und nun begab sich das Unglaubliche: Gustav Schlabren- borf, der zum Tode verurteilte Aristokrat und Reaktionär, trat auf den Mann mit der Lifte zu und sagte dem Ungeduldigen freundlich und treu* herzig, daß er ohne Stiefel nicht fortkönne. Man müsse das einsehen. Man könne ihn hinrichten, gewiß. Aber die letzte Fahrt ohne Stiefel —f das gehe nicht an. Man könne ihn töten, aber niemals könne man zu- geben, daß er ohne Stiefel, eine lächerliche Erscheinung, das Treppchen zur Guillotine hinauffteige. Darum möge man ihn erst anderntags mitnehmen; bis dahin gelinge es ihm wohl, die Stiefel zu finden. Es komme ja wohl auf einen Tag nicht an. Und unter dem Gelächter der Gefangenen, der Zurückbleibenden und derer, die sich anfchickten, auf den Karren zu steigen, nickte der Bevollmächtigte des Tribunals Gewährung und ging. Weder er, noch der Graf, noch einer der Gefangenen hatten gesehen, daß während Schlabrendorfs kleiner Rede der Schließer stillschweigend die Stiefel in einen dunklen Winkel geschoben hatte. Immerhin fand Schlabrendorf sie bald, und am nächsten Morgen stand er bereit, klaglos, voller Fassung. Aber fein Name wurde nicht aufgerufen; und als er nach einigen Jahren Helen nicht nur volle alles Wie man neue nun Helen Keller. Zu ihrem SO. Geburtstage. Don Dr. Bertha Badt-Strauß. Tod: sein Haar und fein mittlerweile gewachsener Bark wurden weiß — aber der Tod wollte ihn nicht. Längst sah er nur mehr neue Gesichter um sich. Menschen, die ihn nicht kannten; nur der Schließer blieb blickte ihn bisweilen an und knisf ein Auge ein. Aber er ließ ihn nicht frei. Erst nach Robespierres Sturz wurde er entlassen. Er kehrte in sein Hotelzimmer zurück, und verließ es nicht mehr, bis kurz vor seinem Tode, dreißig Jahre später. Dort hauste er, langhaarig, weißbartig, em Patriarch im zerrissenen Schlafrock, auf gebrechlichem Stuhl an wurmstichigem Schreibtisch sitzend, zwischen Stößen von beschriebenen Zettelch Stapeln von Büchern. Er überdauerte Direktorium, Konsulat, Kaiserreich, Restauration die Hundert Tage und den achtzehnten Ludwig; man ließ ihn unangefochten, weil man ihn für harmlos hielt, ihn, der alles wußte^ alles beobachtete, was an politischen Ereignissen vor sich ging oder sich vorbereitete; scharfsinnig im Urteil und voll prophetischer Gaben für das Kommende, alle Fäden in seiner Hand spürend und niemals zupackend. Als lebendiger Mittelpunkt der Tagesgeschichte hat er Jemen Kopf, den das zufällige Fehlen der Stiefel ihm bewahrt hatte, trefflich zu nutzen verstanden; er galt als ein Meister des Gesprächs, wurde angestaunt von Fremden, häufig besucht und um Rat befragt von durchreisenden Diplomaten. Allein die geplanten Werke hat er niemals abgeschlossen, vielleicht niemals begonnen. Und um die großartige Verfehltheit dieses Lebens zu vervollständigen, ist nicht einmal fein handschriftlicher Nachlaß, nicht e>nz mal seine unschätzbare 'Sammlung von Dokumenten über die Revolution, die er der Preußischen Staatsbibliothek zugedacht hatte, dorthin gelangt, nachdem Gustav Schlabrendorf als Vierundsiebenzigjahriger an einer Erholungskur in Batignolles gestorben war: es fand sich kein Testament und unverständige Erbberechtigte ließen zu, daß der Nachlaß teils als Altpapier verkauft, teils in alle Winde zerstreut wurde. ein harmonisches, fröhliches Menschenwesen, das weder auf seinen Teil an der Arbeit der Gesunden noch auf seinen Teil an den Freuden der Welt zu verzichten brauchte. Es ist kaum glaublich, wenn man hört, wie mitten unter den gesunden Studentinnen an der Universität von Redcliffe College studierte und ihre Prüfungen zur selben Zeit und unter den. selben Bedingungen bestand wie ihre glücklicheren Kolleginnen. Die un«. müdliche Lehrerin sitzt in jeder Vorlesung neben ihr und ihre Geschickllch- feit im Buchstabieren des Finger-Alphabets ist Jo groß, daß sie es fertig bringt, jedes Kolleg der aufmerkenden Helen in bte Hand zu buchstabieren. Freilich muß es in Eile gehen; aber die dankbare Schülerin meint später, daß sie ebenso rasch habe ausmerken können wie die anderen Studentin, neu, die jedes Wort des Professors angestrengt mitstenographierten. Zu jener Zeit gelang es der unablässig weiterstrebenden Stumme» auch wovon ihre alle Fachleute, selbst ihre eigne Lehrerm, abneten: dieses Mädchen, das nie ihr eigenes Wort gehört hat, lernte spreche» und baute sich so eine neue Brücke zur Gemeinschaft der Menschen. Sie hat später die wundersame Geschichte ihrer Menschenwerdung m einem schönen Buche „Die Geschichte meines Lebens" beschrieben, das auch ins Deutsche übersetzt wurde und, wie ein Geistlicher sagt, allen Leidende» und Unzufriedenen in die Hand gelegt werden sollte. Denn hier sprich! ein Mensch, der, wie es scheint, ausgeschlossen ist von fast allem, Wadas Leben uns an Genüssen und Freuden bietet: und doch klingt hm eine fröhliche, tapfere, niemals verzagende Stimme. „Meine Wch" nannte Helen Keller eins ihrer späteren Bücher; und hier zeigt sich, wie sie gleich allen starken Menschen nur vor.einem zuruckscyreckt: vor bei» Mitleid Darum wird sie nicht müde zu zeigen, wie viel Anteil an aller Schönheit in Natur und Kunst auch ihr — manchmal scheint es: gerate ihr und ihren Leidensgenossen — dennoch vergönnt fei. Wie sie die Scho», heit der Venus von Milo" tiefer vielleicht nacherlebt als mancher Sehende, wenn sie mit ihrem „beseelten Finger" die Formen des Körpers nach, tastet; wie sie die Gesichter ihrer Liebsten vor dem inneren Auge sieht, wenn man ihr erlaubt hat, mit leiser Hand die Züge des Gesichts nachzufühlen, so nimmt sie an dem Gespräch geliebter Menschen ober an der Kunst großer Schauspieler teil, wenn man ihr gestattet, die Lippen des Sprechenden leise zu berühren. Ergreifend ist «s zu lesen, wie ihr di« Sinne die ihr noch blieben, Geruch und Gesühl, Brücke wurden zu de» Freuden der Welt. Wenn sie frühmorgens mit ihrer Lehrerin über die Wiesen ging und die tauschweren Zweige des Rosenbusches zaghaft berührte, den Duft der Blüten einsog, dann schien es ihr, als empfinde sie die Schönheit der Blumen so lebhaft, wie es nur ein Sehender konnte, Auch ließ sie sich in ihren Befchäftigungen so wenig wie möglich durch ihr Leiden hemmen. Da sie offenbar großen persönlichen Wagemut beschi, nahm sie sogar an den sportlichen Betätigungen teil. SieerzahU nicht nur von unermüdlichen Märschen, wobei sie die Eigenart jedes Weges, ter Landstraße wie des Waldpfades durch Busch und Gestrüpp genau auf. faßt, sondern auch von Ritten mit einer Freundin auf ihrer treuen Stute Peggy; sie scheute sich nicht, in den letzten Jahren einmal sich in ein Flugzeug zu wagen, und genoß das Gefühl der unendlichen Weite m nie in ihrem Leben zuvor. I Einer ihrer liebsten Freunde, der große amerikanische Humorist Mar! T w a i n, hat einmal gesagt, neben Napoleon sei Helen Keller der interessanteste Charakter der gesamten neueren Geschichte. Mag dies Freund» wort ein wenig hoch gegriffen fein — ein ursprünglicher kluger Menst spricht aus Helen Kellers Büchern zu uns und vor allem ein fast ansteckender Wille zum Leben und zum Arbeiten. Jeder Kleinmütige, der ihn Bücher gelesen hat, schämt sich seines Kleinmuts. Schon das wäre genug, um Sinn und Bedeutung dieser Bucher J dieses Lebens zu kennzeichnen. Aber die Krönung dieses Lebens wuck Helen Keller erst zuteil, als sie so weit gelangte, ihren eigentlichen Lebens- beruf zu finden: in der Arbeit für ihre unglücklichen Leidensgenossinnen I die Taubstummen und Blinden in aller Welt. Sie war lange Zeit fW „Viel des Gewaltigen gibts — doch nichts ist gewaltiger als der Mensch!" — An dies Wort des Altertums wird man erinnert, wenn man das Leben einer Frau vor sich vorüberziehen läßt, die in diesen Tagen 50 Jahre alt wird: das Leben Helen Kellers. Ein Heldenleben — wenn irgendeines diesen Namen verdient. Denn wenn die Helden der Vorzeit mit Riesen und Drachen zu kämpfen hatten, so nahm hier em junges Wesen den Kampf auf mit den furchtbarsten Machten einer erbarmungslosen Natur: mit Blindheit, Taubheit, Stummheit. Und trug den Sieg davon. Wie ging das zu? Als Helen Keller am 27. Juni 1880 in Tuscumbia, einer kleinen Stadt im amerikanischen Staate Alabama, geboren wurde, war sie ein Kind wie alle andern Kinder, kräftig, normal, im Besitze all ihrer Sinne. Erst im zweiten Lebensjahre beraubte sie eine heute noch nicht ganz erklärte Krankheit des Gesichts, des Gehörs und der Sprache. Dann hat sie fünf Jahre in völliger Abgetrenntheit, fast wie ein kleines Tier, verbracht; kaum daß fie sich durch ungelenke Zeichen mit ihrer Familie verständigen konnte; wenn man sie — wie häufig — nicht verstand, so stampfte sie vor Wut mit den Füßen und schlug wild um sich. Später, ass sie so weit war uie ^uuu|tuillll.tll „„„ ------- ----- ----- -- -7- . rY , .... selbst die Ereignisse ihres merkwürdigen Lebens zu erzählen, hat sie selbst I Ii(L, Inspektorin für bas Blindenwesen in ihrer Heimat MassachufeW, als den wichtigsten Tag ihres Lebens jenen Frühlingsmorgen im Jahre I uni) [Jt durch ihre unermüdlichen Vorträge in allen Teilen Amerms 1887 bezeichnet, an welchem ein junges Mädchen aus der Perkinsschen I unendlich viel Menschen dazu veranlaßt, des Schicksals der Blinden Pi- Blindenanstalt, Annie S u l l i v a n, ihr Elternhaus betrat, um der kleinen I renb 3U geentert. , , Helen zur Lehrerin und in ungeahnter Weife zur Führerin zum Licht zu I Por etwa einem Jahre erschien ein neues Buch von H^ten werden. Ohne diese geniale junge Lehririn wäre — das war Helen Keller I &a5 icf) ffir das lehrreichste ihrer Bücher halte; „Midstream" (Mitten« später völlig klar — die ungeheure Leistung ihres Lebens nicht denkbar I gfrom) nannte sie es; und mitten in den Strom eines arbeitete* gewesen. Und mit Recht nannte es William Stern eine wundervolle I Gebens führt es uns hinein. Und in diesem Buche stehen die ergreife* Fügung, daß das Schicksal zwei außergewöhnliche Menschen, die zur I sjgorte man fast den Sinn ihres Lebens nennen könnte: „Gott« Durchführung einer einzigartigen Mission zusammengehörten, auch I $err handelte an mir wie ein Vater am Kinde. Meine Stummheit m zusammenführte. t I zum Munde derer, die nicht sprechen können; meine Blindheit ward z Man muh bedenken, daß vor 50 Jahren jene unglücklichen Menschen, I gfuge derer, die nicht sehen können." denen die grausame Natur nicht nur das Auge sondern auch das Ohr I __________ verschlossen hatte, die Taubblinden, von aller Gemeinschaft des Lebens I völlig ausgeschlossen waren; nicht nur in Amerika wurden sie rechtlich | awH OCr tSTuyyCii. gleich den Idioten betrachtet. Ein einziger Mann, Dr. Howe, Jatte damals den Versuch gemacht, ein taubblindes Mädchen, Lara B r i d g - man, zu unterrichten; aus seinen Berichten schöpfte nun Annie Sullivan, die Lehrerin Helen Kellers, ihre eigene Methode, die fie aber in genialer und höchst individueller Art weiterbildete. Von den ersten Wochen an ward es ihr klar — wir haben in ihren Briefen aus dieser Zeit wert- Dokurnente zur Geschickte der Blindenerziehung —, daß zunächst darauf ankomme, das Kind zu erziehen als sei es ein normales, man einem normalen zweijährigen Kinde Worte beibringt, indem sie es ihm vorspricht, so brachte sie der kleinen Helen täglich Worte bei, indem sie sie ihr in die Hand buchstabierte. Und schon vortreten wollte, um sich zu melden, fühlte er sich am Aermel gezupft — der Schließer, ein Auge einkneifend, hielt ihn zurück. Schlabrendorf blieb, blieb und wartete. Allein auch am folgenden Morgen stand fein Name nicht auf der Liste; und er wurde niemals verlesen. Fast drei Monate lang wartete Graf Gustav Schlabrendorf Tag für Tag auf den Von Dip!.-Jng. Arnold Meyer, München. Keine Angst, «s soll hier durchaus nicht die unter uns Mensche* einigermaßen verbreitete Eigenschaft wohl gar moralisierend e werden, nur über jene den gleichen Namen führende Neigung auer per, von der die menschliche Trägheit gleichsam einen Sondersall mn ' wollen wir uns ein wenig unterhalten. Es ist wohl schon jedem W daß er bei gar zu schnellem „Anfahren" eines Straßenbahnwagen- » nach rückwärts geschleudert wurde, und auch das Gegenteil rennen alle: wird plötzlich scharf gebremst, bann hat man Muhe, nicht a i Nase zu fallen! Die Zumutung, einen Straßenbahnbeiwagen durchs kam der aufgespeicherte Äufnahmewille der hochbegabten Schülerin I stemmen mit der Schulter schiebend in Bewegung zu setzen, j|g,, ihr mit Riesenschritten entgegen. Einer der nächsten Schritte zum Wissen I meisten Leser ebenso zurückweisen wie das Ansinnen eine war das Lesenlernen. Die Braille-Schrift, die ein französischer! Bewegung befindlichen Wagen auf entsprechende Art zum Blindenlehrer, selbst ein blinder Mann, erdacht hatte, stellt jeden Buch- I bringen. Und doch ist es für einen Menschen von normaler staben durch erhöhte Punkte bar; so eröffnete sich durch den Tatsinn der I keineswegs schwierig, einen solchen Wagen, falls er einmal >u -j. g;j wissenseifrigen Helen der Weg zur Welt der Bücher — jener Welt, von I Bewegung ist, in dieser Bewegung zu erhalten, zumal w der sie später einmal schrieb, baß sie in ihr allein ihres Gebrechens ver- I geraber Strecke fährt und keine besonderen Hmbernitze o gessen konnte. Aus der kleinen Wilden wurde in überraschend kurzer Zeit I Schienen und dergleichen die Ausgabe über Gebühr erschwer ■ ■ ' * Wenn man sich von der menschlichen Trägheit — wir sigen k„|| meist derber: Faulheit — ein recht drastisches Bild t* m glaublich, wenn man hört, wie I man am besten an den krassen Fall, daß der ausgemachte i 0 sß fremde Sprachen lernte, sondern 1 möglich gar nichts tut, am liebsten, ohne ein Glied zu fuyr - Redcliüe iter den. [ Die uner= efchicklich es fertig ftabiereii. nt später, -tudentin- ten. Stummen ab rieten: : sprechen schen. Sie in einem auch ins Leidenden ier spricht lleni, nxts ilingt hier ne Wetz" t sich, wie : vor dem l an aller es: gerade die Schön, r Sehende, pers nach. !luge sieht, fichts nach, der an der Rippen de- )ie ihr die >en zu den n über die es zaghaft s empfinde der könnte, ögiich durch :mut besitzt, It nicht nm Weges, der genau auf. reuen Stute sich in ei« Weite wie )rift Mart r der intet. > Freunde?, ger Menfch ft anftetfen. ,e, der ihn Bücher uni bens rourbt hen Lebens, genoffinnen, : Zeit find' :affachusetts: n Slmerifei Künden hä' eien Selter, (Mitten i« rbeitsreidp ergreifend« : „Sott her tmheü war! t ward zW Mensch-"!' >nd erörkri g aller » all darM :m begegn' agens heft'- kennen ff iid)t aus t* mrch Keg' , werden d t bereits i> Stehen i Körpers n langl”" .enn « » der M PN, mitt, saulBÄ ten, v°r I” hindöst. Dtep hystkalische Trägheit äußert sich in ganz entsprechender Weise, wie das erste und dritte der erwähnten Beispiele zeigen: unser eigener Körper wehrt sich dagegen, beim Anfahren der Straßenbahn dem sich in Bewegung setzenden Wagen zu folgen und plötzlich aus dem bisherigen Ruhestand herausgerissen zu werden, genau so wie der Wagen, den ich in Belegung bringen will, meinem Bemühen, ihn aus dem Zustand der Ruhe in den der Bewegung zu versetzen, entschieden Widerstand leistet. Sie beiden Falle 2 und 4 aber liegen, so scheint es wenigstens, völlig anders: hier ist jebesmal ein Körper in Bewegung; statt aber froh zu fein, daß er zur Ruhe kommen kann, sucht er seine Bewegung vielmehr fortzusetzen! lind doch läuft es, wenn man fich die Sache ein wenig über» legt, auf dasselbe hinaus wie dort. Der Körper will in Bewegung blei» be n, d, h. nachdem er einmal in Bewegung ist — zur Herbeiführung dieses Zustandes mitzuwirken, würde er sich nie ein fallen lassen im Segenteil — soll es schon dabei bleiben, nur keine Aenderung! Genau so hat es der in Ruhe befindliche Körper lediglich darauf abgesehen den einmal vorliegenden Zustand bestehen zu lassen. Die Trägheit im physikalischen Sinn ist also nichts anderes als das Bestreben eines jeden Körpers, feinen Bewegungszustand beizubehalten und jedem Versuch seiner Aenderung mit entsprechendem Widerstand zu begegnen. Eme Straßenbahn» oder Eisenbahnfahrt ist eine wahre Fundgrube zum Studium solcher und ähnlicher physikalischer Erscheinungen. Wir sitzen behaglich im Abteil des gerade recht langsam, weil bergauf fahrenden Zuges und plötzlich, obgleich doch hier keine Rede ist von „Anfahren" wirft es uns wieder mit Macht nach rückwärts. Warum denn jetzt? Die Strecke ist neuerdings auf ebenes Gelände getreten und da fetzt die Loko- motive ihren Ehrgeiz darein, möglichst rasch in volle Fahrt zu kommen. Also? Run, die Steigerung der Geschwindigkeit paßt unserem Körper wieder einmal nicht, natürlich nicht, wie wir jetzt rasch folgern, denn sie bedeutet ja auch nichts anderes als eine Aenderung des bisherigen Be- wegungszustandes, der Körper will in der alten Geschwindigkeit ver- Ijarren, roill Zurückbleiben. Die Folge: wir werden im Sinne der Fahrt nach rückwärts geschleudert. Das umgekehrt kennen wir eigentlich schon. Wenn scharf gebremst wird, sucht unser Körper in der bisherigen schnelleren Bewegung zu. bleiben, d. h. er wird im Sinne der Fahrt nach vor- ^s.gelchleuderi Keineswegs ist es hierzu nötig, daß der Wagen tatsächlich zum Stillstand kommt, jede Verringerung der Geschwindigkeit die ja eben eine Aenderung des bisherigen Bewegungszustandes darstellt' genügt, jene Erscheinung hervorzurufen. Wenn wir aber meinen, daß es sich nur immer darum handelt, nach ?vra^F,t5 ober rürfroärts geschleudert zu werden, so kann uns auch hier lebe Eisenbahnfahrt in oft recht unliebsamer Weise eines besseren belehren. 3n eine interessante Reiselektüre vertieft lehnen wir in der Fensterecke unseres Abteils; plötzlich bekommen wir einen derartig heftigen Stoß zur Seite, daß wir es nur unter Aufbietung aller Kräfte verhindern können unserem Nachbarn mit dem Kopf auf den Schoß zu fliegen Was ist denn nun wieder geschehen? Höchst einfach: der Zug hat eine scharfe Kurve durchfahren, und auch das stößt auf die heftigste Abneigung unseres Körpers. Nach dem, was wir von der Trägheit hörten, muß es ja auch p fern; denn überlaßt man einen in Bewegung befindlichen Körper sich selbst, dann denkt er nicht daran, ohne Grund eine krummlinige Bahn ju verfolgen, er läuft oder fliegt hübsch geradeaus. Jedes Bestreben, ihn aus seiner gradlinigen Bahn herauszulocken, stellt einen Versuch dar, ihm einen neuen Bewegungszustand aufzuzwingen, und dem widersetzt er sich, ef. null seine Ruhe haben, Ruhe im physikalischen Sinn verstanden, d. h. mso nicht unter allen Umständen Bewegungslosigkeit, sondern Verharren >m gerade vorhandenen Bewegungszustand. Dieser letzte Fall ist besonders interessant; er zeigt, daß jeder Körper sich dagegen sträubt, eine krummlinige Bewegung auszuführen, dies nur geäinungen tut. Von sich aus hat der Körper unbedingt das Bestreben, NI“ gerade weiterzubewegen, d. h., wenn wir uns die krummlinige •oapn der Einfachheit halber als einen Kreis vorstellen, er hat das streben, nicht einen bestimmten Abstand vom Mittelpunkt des Kreises Mzuhalten, wie es ja sein müßte, wenn er sich auf der Kreislinie hielte, sondern diesen Abstand fortgefetzt zu vergrößern. Es muß eine Kraft vorhanden sein, die ihn daran hindert, ihn also im Sinne der Krüm- •nung nach innen zieht, während er selbst infolge feiner Trägheit — denn on ihr liegt es, wie nach allem vorhergegangenen klar ist — sich fo vemmmt, als wäre eine Kraft vorhanden, die ihn nach außen zieht, ihn veranlaßt, dem Mittelpunkt des Kreises zu entfliehen. Diese Kraft führt „"tter ouch den Namen „Fliehkraft" (in bezug auf den Krümmungsmittel- puntt) oder, wie man sie früher nannte, „Zentrifugalkraft", was ja mit u .. Bildung genau dasselbe besagt. Wir erkennen also hier, »atz die berühmte (und berüchtigte) Zentrifugalkraft aufs engste mit der g/;!8yeit zusammenhängt. Beileibe dürfen wir sie nicht einfach mit der innKV 1 ,'oentiftzieren. Denn die Trägheit ist überhaupt keine Kraft, f?' n eme Eigenschaft. Sie stellt aber die unmittelbare Veranlassung fnrm iv r ens 6er Fliehkraft dar, sie ist nur eine andere Aeußerungs- ' „ o'estr allen Körpern innewohnenden Neigung, besser gesagt Abnei- pin("; 8<9e.n Bewegungsänderungen nämlich. Es läßt sich nun auch leicht eri.’fn' daß die Fliehkraft um so größer fein muß, je schärfer die 11 n9 ist; denn um so heftiger ist dann die dem Körper auf» biernn Abweichung von der ursprünglichen Richtung. Man kann bn6 u? e'n® levr eindringliche Vorstellung gewinnen, wenn man bedenkt, lQuf<>nEtm9 t'^er Geschwindigkeit ein kleiner Kreisumfang schneller durch- mu6 als ein großer, was nichts anderes heißt, als daß-der iur ihr •• „per im ersten Fall, bei schärferer Krümmung, eine volle, 'anbpn™|,ri!n9 Richtung zurückkehrende Drehung bzw. Richtungs- nur in l9 JnI.,.?ur3erer Zeit durchzumachen hat. Und denselben Einfluß, wie tnnhr • stärkerem Grade, übt die Bewegungsgeschwindigkeit selbst aus, erprobt n ^der als Kind, zum mindesten unbewußt, am eigenen Leibe Irincn a ; Schwingt man einen an einer Schnur befestigten Stein um start hi«0*’ j. ° bekommt man mit größter Deutlichkeit zu spüren, wie Wan hi« rarL. ziehende, die Schnur straffende Kraft wächst, wenn Geschwindigkeit steigert. Durch den Einfluß der Geschwindigkeit wirkt sich die Fliehkraft zuweilen mit vernichtender Gewalt aus, wenn Ke Umlaufgeschwindigkeit einer Maschine infolge eines Fehlers weit über b?5 storgesehene Maß steigt, die Maschine, wie der Techniker sagt, „durchgeht , und z. B. ein umlaufendes schweres Schwungrad den nach außen drängenden gewaltigen Kräften nicht mehr standhält, sondern aus- einandersliegt geradezu explodiert. Es ist durch solche zum Glück sehr seltenen Vorfälle schon schweres Unheil angerichtet worden. Wenn sich bei einer Zirkusvorführung, wie dies wohl schon jeder zu beobachten Gelegenheit hatte, ein schnell in der Manege herumlaufendes Pferd stark nach innen neigt, so tut es damit nichts anderes, als sich ganz instinktiv gegen die Zentrifugalkraft wehren, die feinen Körper nach außen zu drangen, d. h. umzustürzen sucht. Wir selbst machen es, wenn mir im Sport oder Spiel schnell lausend eine scharfe Krümmung beschreiben, unwillkürlich genau jo. Aber es gibt auch leblose Körper, die von berufsroegen schnelle Bewegungen auszuführen haben, wobei es ohne mehr oder weniger scharfe Krümmungen niemals abgeht, vor allem die Eisenbahn. Wie begegnet man hier der Gefahr des Umtippens? Nun, es mirb schon manchem Leser beim Kreuzen einer Eisenbahnstrecke an einer Siuroe, besonders deutlich, wenn die Strecke zweigleisig ist, ausgefallen fein, daß die beiden Geleise nicht in einer (wagrechten) Ebene liegen wie auf geraden Strecken, sondern „überhöht", d. h. fo ausgeführt sind, daß die im Sinne der Krümmung äußere Schiene höher angeordnet ist. Erfolg: Der Zug wird gezwungen, sich beim Durchfahren der Kurve den^Fall ’nnen 3U legen wie jenes Zirkuspferd im entjpredjen» Wir sehen, die Trägheit ist eine uns auf Schritt und Tritt begegnende, allentkplben in der Natur wiederkehrende Eigenschaft. Wir sehen aber auch, daß überall, wo sie sich zeigt, sofort Bestrebungen auf dem Plan erichemen, die es meist verhüten, daß die Trägheit sich in schädlicher Weise auswirken kann. Wir dürfen also aus ihrer Allgegenwart beileibe nid)t den Schluß ziehen — und damit lassen wir uns nun doch eine “eine moralisierende Entgleisung zuschulden kommen — daß es keinen Zweck hatte, der Trägheit oder sagen wir gleich Faulheit entgegenzuarbeiten; es ist und bleibt des Menschen Los, im schweiße seines Angesichtes fein Brot zu essen, und damit auch den in ihm stets lebendigen Regungen der Trägheit durch Taten, durch Handlungen ein Paroli zu bieten. Die schwarze Spinne. Erzählung von Jeremias Gotthelf. (Schluß.) Er aber betete Tag und Nacht zu Gott, daß er das Uebel wende, aber es ward schrecklicher von Tag zu Tag. Er ward es inne, daß er gut wachen müsse, was er gefehlt, daß er sich selbst zum Opfer geben müsse, daß an ihm liege die Tat, die feine Ahnfrau getan. Er betete-zu Gottz bis ihm so recht feurig int Herzen i>er Entschluß emporwuchs, die Tak- schaft zu retten, das Übel zu sühnen, und zum Entschluß kam der standhafte Mut, der nicht wankt, immer bereit ist zur gleichen Tat, am Morgen wie am Abend. Da zog er herab mit seinen Kindern aus dem neuen Haus ins alte Haus, schnitt zum Loch einen neuen Zapfen, ließ ihn weihen mit heiligem Wasser und heiligen Sprüchen, legte zum Zapfen den Hammer, setzte zu den Betten der Kinder sich und harrte der Spinne. Da saß er, betete und wachte und rang mit dem schwarzen Schlaf, festen Mutes und wankte nicht; aber die Spinne kam nicht, ob sie sonst allenthalben war; denn immer größer war der Sterbet, immer wilder die Wut der Ueberlebenben. Mitten in diesen Schrecken sollte ein wildes Weib ein Kind gebären. Da kam den Leuten die alte Angst, ungetauft möchte die Spinne das Kindlein holen, das Pfand ihrer alten Pacht. Das Weib geberbete sich wie unsinnig, hatte kein Gottvertrauen, desto mehr Haß und Rache im Herzen. Man wußte, wie die Alten gegen den Grünen sich geschützt vor Zeiten, wenn ein Kind geboren werden sollte, wie der Priester der Schild war, den sie zwischen sich und den ewigen Feind gestellt. Man wollte auch nach dem Priester senden, aber wer sollte der Bote sein? Die unbegrabenen Toten, welche die Spinne bei den Leichenzügen ersaßt, sperrten die Wege, und würde wohl ein Bote über die wilden Höhen der Spinne, die alles zu wissen schien, entgehen können, wenn er den Priester holen wollte? Es zagten alle. Da dachte endlich der Mann des Weibes, wenn die Spinne ihn haben wolle, so könne sie ihn daheim fassen wie auf dem Wege; wenn ihm der Tod bestimmt sei, so entrinne er ihm hier nicht und dort nicht. Er machte sich auf den Weg, aber Stunde um Stunde rann vorüber, kein Bote kam wieder. Wut und Jammer wurde immer entsetzlicher, die Geburt rückte immer näher. Da riß das Weib in der Wut der Verzweiflung vom Lager sich auf, stürzte hin nach Christens Haus, dem tausendfach Verwünschten, der betend bei seinen Kindern saß, des Kampfes mit der Spinne gewärtig. Weither schon tönte ihr Geschrei, ihre Verwünschungen donnerten an Christens Tür, lange, ehe sie dieselbe aufriß und den Donner in die Stube ihm brachte. Ms sie herinstürzte so schreck» lichen Angesichtes, da fuhr er auf, er wußte erst nicht, war es Christine in ihrer ursprünglichen Gestalt. Aber unter der Tür hemmte der Schmerz ihren Lauf, an den Türpfosten wand sie sich, die Flut ihrer Verwünschungen ausgießend über den armen Christen. Er sollte der Bote sein, wenn er nicht verflucht fein wolle mit Kind und Kindeskindern in Zeit und Ewigkeit. Da Überwallte der Schmerz ihr Fluchen, und ein Söhnlein war geboren vom wilden Weibe auf Christens schwelle, und alle, die ihr gefolgt waren, stoben ins Weite, des Schrecklichsten gewärtig. Das unschuldige Kindlein hielt Christen in den Armen; stechend und wild, giftig starrten aus des Weibes verzerrten Zügen dessen Augen ihn an, und es ward ihm immer mehr, als trete die Spinne aus ihnen heraus, als fei sie es selbst. Da kam eine Kraft Gottes in ihn, und ein über- )ahr< Verantwortlich: Dr. Hans Thhriot. — Druck und Verlag: Lrühl'fche Llnivrrs itäts-Duch- und Steindruckerei. Jt. Lange, Eine welchem geigte, r wähl, de für die l Jeden die Bratj Haus, di« Neuhaus Der ! ins Musi nicht, da- und ließ er selber ihn vor o Pedanten hier war den Höchs die Hand gewesen i Priester, ! Jeder der Morg üuartettzi wente an das Theri der Frech Wohnräu! aber den gibt, nach Mozart, t «benden j !>otz barfti .. Zahllo, !- lästig h sind ei, merherx ; kitzle zu Ganze Srogr ""d vernn 11,1 Geist« welches de ans den r gangen« $ hörten ur Musik'blo' erinn in T-b n -Conen es, so Gott will, auch bleibän, solange hier ein Haus steht, solange Kinder den Eltern folgen in Wegen und Gedanken." Hier schwieg der Großvater, und lange schwiegen alle, und die einen sannen dem Gehörten nach, und die anderen meinten, er schöpfe Atem und fahre dann weiter fort. Endlich sagte der ältere Götti: „An dem Scheibentisch bin ich manchmal gesessen und habe von dem Sterbet gehört, und daß nach demselben sämtliche Mannschaft in der Gemeinde daran Platz gehabt. Aber wie punktum alles zugegangen, das konnte mir niemand sagen. Die einen stürmten dies und andere anderes. Aber sage mir, wo hast du denn alles das vernommen?" „He", sagte der Großvater, „das erbte sich bei uns vom Vater auf den Sohn, und als das Andenken davon bei den anderen Leuten im Tale sich verlor, hielt man es in der Familie sehr heimlich und scheute sich, etwas davon unter die Menschen zu lassen. Nur in der Familie redete man davon, damit kein Glied derselben vergesse, was ein Haus bauet und ein Haus zerstöret, was Segen bringt und Segen vertreibt. Du hörst es meiner Alten wohl noch an, wie ungern sie es hat, wenn man so öffentlich davon redet. Aber mich dünkt, es täte je länger je nöter, davon zu reden, wie weit man es mit Hochmut und Hoffart bringen kann. Darum tue ich auch nicht mehr so geheim mit der Sache, und es ist nicht das erstemal, daß ich unter guten Freunden sie erzählet. Ich denke immer, was unsere Familie so viele Jahre im Glück erhalten, das werde anderen auch nicht schaden, und recht sei es nicht, ein Geheimnis mit dem zu machen, was Glück und Gottes Segen bringt." „Du hast -recht, Vettermann", antwortete der Götti, „aber fragen muß ich dich doch noch: war denn das Hans, welches du vor sieben Jahren einriffeft, das uralte? Ich kann das fast nicht glauben." „Nein", sagte der Großvater. „Das uralte Haus war gar baufällig geworden schon vor fast dreihundert Jahren, und der Segen Gottes in Feldern und Matten hatte schon lange nicht mehr Platz darin. Und doch wollte es die Familie nicht verlassen, und ein neues bauen durfte sie nicht, sie hatte nicht vergessen, wie es dem früheren ergangen. So kam sie in große Verlegenheit und fragte endlich einen weisen Mann, der zu Hasle- bach gewohnt haben soll, um Rat. Der soll geantwortet haben: ein neues Haus könnten sie wohl bauen an die Stelle des alten und nicht anderswo, aber zwei Dinge müßten sie wohl bewahren, das alte Holz, worin bis Spinne fei, den alten Sinn, der ins alte Holz die Spinne geschloffen, dann werde der alte Segen auch im neuen Haufe sein. Sie bauten das neue Haus und fügten ihm ein mit Gebet und Sorgfalt das alte Holz, und die Spinne rührte sich nicht, Sinn und Segen änderten sich nicht. Aber auch das neue Haus ward wiederum alt und klein, wurmstichig und faul fein Holz, nur der Pfosten hier blieb fest und eisenhart. Mein Vater hätte schon bauen sollen, er konnte es erwehren, es kam an mich. Nach langem Zögern wagte ich es. Ich tat wie die Früheren, fügte bas alte Holz dem neuen Haufe bei, und die Spinne regte sich nicht. Aber gestehen will ich es: mein Lebtag betete ich nie so inbrünstig wie damals, als ich das verhängnisvolle Holz in Händen hatte; die Hand, der ganze Leib brannte mich, unwillkürlich mußte ich sehen, ob mir nicht schwarze Flecken wüchsen an der Hand und Leib, und ein Berg fiel mir von bet Seele, als endlich alles an feinem Orte stund. Da ward meine Heber« zeugung noch fester, daß weder ich noch meine Kinder und Kindeskinder etwas von der Spinne zu fürchten hätten, solange wir uns fürchten vor Gott." Da schwieg der Großvater, und noch war der Schauer nicht verflogen, der ihnen den Rücken heraufgekrochen, als sie hörten, der Großvater hätte das Holz in Händen gehabt, und sie dachten, wie es ihnen wäre, wenn sie es auch darein nehmen müßten. Endlich sagte der Vetter: „Es ist nur schade, daß man nicht weiß, was an solchen Dingen wahr ist. Alles kann man glauben, und etwas muß doch an der Sache fein, sonst wäre das alte Holz nicht da." Sei jetzt daran wahr, was wolle, so könne man viel daraus lernen, sagte der jüngere Götti, und dazu hätten sie noch kurze Zeit gehabt, es dünke ihn, er fei erst aus der Kirche gekommen. Sie sollten nicht zu viel sagen, sagte die Großmutter, sonst fange ihr Alter ihnen eine neue Geschichte an, sie sollten jetzt auch einmal essen um) trinken, es fei ja eine Schande, wie niemand esse und trinke. Es solle doch nicht alles schlecht fein, sie hätten angewendet, so gut sie es verstanden. .,, Nun ward viel gegessen, viel getrunken und zwischendurch geroyJ manche verständige Rede, bis groß und golden am Himmel der Mono stund, die Sterne aus ihren Kammern traten, zu mahnen die Menschen, daß es Zeit sei, schlafen zu gehen in ihre Kämmerlein. Die Menschen sahen die geheimnisvollen Mahner wohl, aber sie saßen da so heimelig, und jedem klopfte es unheimlich unterm Brusttuch, wenn er ans Heimgehen dachte, und wenn es schon keiner sagte, so wollte W keiner der erste sein. ’ Endlich stund die Gotte auf und schickte mit zitterndem Herzen M Weggehen sich an, doch es fehlte ihr an sicheren Begleitern nicht, und im' einander verließ die ganze Gesellscl)aft das gastliche Haus mit viele Dank und guten Wünschen, allen Bitten an einzelne, an die GesamM, doch noch länger zu bleiben, es werde ja nicht finster, zum Trotz. . , Bald war es still ums Haus, bald auch still in demselben. Fries) lag es da, rein und schön glänzte es in des Mondes Schein dast Sm e - lang, sorglich und freundlich barg es brave Leute in süßem Sshlumm - wie die schlummern, welche Gottesfurcht und gute Gewissen m tragen, welche nie die schwarze Spinne, sondern nur die freundliche »o aus dem Schlummer wecken wird. Denn wo solcher Sinn roobtiei, sich die Spinne nicht regen, weder bei Tage noch bei Nacht. Was >yr für eine Macht wird, wenn der Sinn ändert, das weiß der, »er weiß und jedem feine Kräfte zuteilt, den Spinnen wie den MenMif__ menschlicher Wille ward in ihm mächtig; einen Innigen Mick warf er auf seine Kinder, hüllte das neugeborene Kind in fein warm Gewand, sprang über das glotzende Weib den Berg hinunter das Tal entlang, Sumiswald zu. Zur heiligen Weihe wollte er das Kindlein selbften tragen, zur Sühne der Schuld, die auf ihm lag, dem Haupte seines Hauses, das übrige Überlieh er Gott. Tote hemmten seinen Lauf, vorsichtig mußte er seine Tritte setzen. Da ereilte ihn ein leichter Fuß, es war das arme Bübchen, dem es graute bei dem wilden Weibe, das ein kindlicher Trieb dem Meister nachgetrieben. Wie Stacheln fuhr es durch Christens Herz, daß feine Kinder alleine bei dem wütenden Weide feien. Aber fein Fuß stund nicht stille, strebte dem heiligen Ziele zu. Schon war er unten am Kirchstalden, hatte die Kapelle im Auge, oa glühte es plötzlich vor ihm mitten im Wege, es regte sich im Busche, im Wege sah die Spinne, im Busche wankte rot ein Federbusch, und hoch hob sich die Spinne als wie zum Sprunge. Da rief Christen mit lauter Stimme zum dreieinigen Gott, und aus dem Busche tönte ein wilder Schrei, es schwand die rote Feder, in des Bübchens Arme legte er das Kind und griff, dem Herren feinen Geist empfehlend, mit starker Hand die Spinne, die wie gebannt durch die heilige Worte am gleichen Flecke sitzen blieb. Glut strömte durch fein Gebein, aber er hielt fest; der Weg war frei, und das Bübchen, verständigen Sinnes, eilte dem Priester zu mit dem Kinde. Christen aber, Feuer in der starken Hand, eilte geflügelten Laufes feinem Haufe zu. Schrecklich war der Brand in feiner Hand, der Spinne Gift drang durch alle Glieder. Zu Glut ward fein Blut. Die Kraft wollte erstarren, der Atem stocken, aber er betete fort und fort, hielt Gott fest vor Augen, hielt aus in der Hölle Glut. Schon sah er fein Haus, mit dem Schmerz wuchs sein Hoffen, unter der Tür war das Weid. Ms dasselbe ihn kommen sah ohne Kind, stürzte es sich ihm entgegen, einer Tigerin gleich, der man die Jungen geraubt, es glaubte an den schändlichen Verrat. Es achtete sich seines Winkens nicht, hörte nicht die Worte aus seiner keuchenden Brust, stürzte in seine vorgestreckten Hände, klammerte an sie sich an, in Todesangst mußte er die Wütende schleppen zum Hause herein, muß frei die Arme kämpfen, ehe es ihm gelingt, ins alte Loch die Spinne zu drängen, mit sterbenden Händen den Zapfen vorzuschlagen. Er vermags mit Gottes Hilfe. Den sterbenden Blick wirft er auf die Kinder, hold lächeln sie im Schlafe. Da wird es ihm leicht, eine höhere Hand schien seine Glut zu löschen, und laut betend schließt er zum Tode seine Augen, und Frieden und Freude fanden die auf seinem Gesichte, die vorsichtig und angstvoll kamen, zu schaiien, wo das Weib geblieben. Erstaunt sahen sie das Loch verschlagen, aber das Weib fanden sie versengt und verzerrt im Tode liegen; an Christens Hand hatte sie den feurigen Tod geholt. Noch ftanden sie und wußten nicht, was geschehen war, als mit dem Kinde das Bübchen wiederkehrte, vom Priester begleitet, der das Kind schnell getauft nach damaliger Sitte und wohlgerüstet und mutvoll dem gleichen Kampfe entgegengehen wollte, in dem fein Vorgänger siegreich das Leben gelassen. Aber ein solch Opfer forderte.Gott nicht von ihm, den Kampf hatte schon ein anderer bestanden. Lange faßten die Leute nicht, welch große Tat Christen vollbrachte. Ms ihnen endlich Glaube und Erkenntnis kam, da beteten sie freudig mit dem Priester, dankten Gott für das neu geschenkte Leben und für die Kraft, die er Christen gegeben. Diesem aber baten sie im Tode noch ihr Unrecht ab und beschlossen, mit hohen Ehren ihn zu begraben, und sein Andenken stellte sich glorreich wie das eines Heiligen in aller Seelen. Sie wußten nicht, wie ihnen war, als der so schreckliche Schreck, der fort und fort durch ihre Glieder zitterte, auf einmal geschwunden war, und sie mit Freuden wieder in den blauen Himmel hinaussehen konnten, ohne Angst die Spinne krieche unterdessen auf ihre Füße. Sie beschlossen viele Messen und einen allgemeinen Kirchgang; vor allem wollten sie die beiden Leichen bestatten, Christen und seine Drängerin, dann sollten auch die anderen eine Stätte finden, soweit es möglich war. Es war ein feierlicher Tag, als das ganze Tal zur Kirche wanderte, und auch in manchem Herzen war es feierlich, manche Sünde ward erkannt, manch Gelübde ward getan, und von dem Tage an wurde viel übertriebenes Wesen auf den Gesichtern und in den Kleidern nicht mehr gesehen. 21(5 in der Kirche und auf dem Kirchhose viele Tränen geflossen, viele Äsbete geschehen waren, gingen alle aus der ganzen Talschaft, welche zum Begräbnis gekommen waren — und gekommen waren alle, die ihrer Glieder mächtig waren — zum üblichen Imbiß ins Wirtshaus. Da geschah es nun, daß Weiber und Kinder an einem eichenen Tische saßen, die sämtlich erwachsene Mannschaft aber Platz hatte an dem berühmten Scheibentische, der jetzt noch im Bären zu Sumiswald zu sehen ist. Er ward aufbewahret zum Andenken, daß einst nur noch zwei Dutzend Männer waren, wo jetzt an zwei Tausende wohnen, zum Andenken, daß auch das Leben der Zweitausende in der Hand dessen stehe, der die zwei Dutzend gerettet. Damals säumte man sich nicht lange an der Gräbt; es waren die Herzen zu voll, als daß viel Speise und Trank Platz gehabt hatte. Als sie aus dem Dorfe hervor auf die freie Höhe tarnen, sahen sie eine Röte am Himmel, und als sie heimkamen, fanden sie das neue Hans niedergebrannt bis auf den Boden; wie es zugegangen, erfuhr man nie. Aber was Christen an ihnen getan, vergaßen die Leute nicht, an feinen Kindern vergalten sie es. Fromm und wacker erzogen sie dieselben in den frömmsten Häusem; an ihrem Gute vergriff sich keine Hand, obgleich keine Rechnung zu sehen war. Es wurde gemehret und wohl besorgt, und als die Kinder aufgewachsen waren, so waren sie nicht nur nicht um ihr Gut betrogen, sondern noch viel weniger um ihre Seelen. Es wurden rechtschaffene, gottesfürchtige Menschen, die Gnade bei Gott hatten und Wohlgefallen bei den Menschen, die Segen im Leben fanden und im Himmel noch mehr. Und so blieb es in der Familie, und man fürchtete die Spinne nicht, denn man fürchtete Gott, und wie es gewesen war, so soll