mpen :rnbe, enden wenn )eren. seine -chloß t kein , sollt kosten . eine ■ steht hegen er sei ldigen )o die Kopf le der iei, so habe, ) und he ich tsfrijt i, bis werfe e von rgsben , und oberen w ge> terlich, tut zu töt, so ) zum ge die f, und nutzten , zwei lange t alles seinem K will in den >m zu> i Jam< oen, sie us dem lammt« lgcspitz. Zestein, >atz ihr d A-ste hielt er ter das mer im ch aus> te, n>as bis es Himmel Wenn meinen, ien und ultet es rsmann so kom- iter, ihr as man So soll klagen, »r weih, ne oder en allen l^en aus : Es sei auf dem , daß er lehr als au, leid n Manaus im atz einen ließen- SiehenerKmiilienblAter Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger Jahrgang ^93« Montag, den 26. Mai Kummer w Saat und Ernte. wollte ihnen Tin des einen Mafalda. Von Albert D a u d i st e l. Im Herbst kam ich in Rotterdam an und ging durch die Abenddäm- inerung zum ^>afen, um mir (am liebsten zwischen gestapelten Baumwoll- ballen) ein Versteck für di« Nacht zu suchen. Als ich jedoch auf jener hssenstrahe so ermüdet dahinlatschte, kamen immer mehr und mehr Kolonnen heimwärtsgehender Arbeiter aus dem " ' Bon Leo Sternberg. Sammetbraune Erde, die mich ließ entstehen wie die Aehrenfelder, die da golden wehen. Alles, was wir haben, ist von dir genommen; alles, was wir geben, ist von dir gekommen. Bald wird man mich säen wieder in die Erden. — Wird mein Leid und Lieben einst geerntet werden? «weichen; aber ich wurde gerempelt von dem linken .......„„ uni) von dem rechten des anderen. Manche prallten in ihrem Eifer gegen mich. Es war mir nicht möglich, gegen diesen Menschenstrom anzugehen. Ich empfand vielmehr auf einmal all die Stötze, die ich da bekam als hark Hinweise auf die nicht geäußerten Motte: „Schau, wir gehen' all» nach Hause; und du...?" Ich horchte darüber auf und — wurde von der Flut der heimkehrenden Arbeiter mitgerissen. Und (wie es kam, weiß ich nicht) da starrte ich in des -Schaufenster eines Ladens. Und hinter mir dröhnten und dröhnten die Schritte der Arbeiter... Und als es stille geworden war, erschrak ich über mich selbst; denn ich vermochte fast nicht zu glauben, daß der, der sich da so einsam und so befremdet in der trüben Schaufensterscheibe wie- Mpiegelte, kein anderer war als ich. Und da war mit einem Male die Begeisterung, mit der ich die vielen tausend Kilometer über die verschieden Grenzen und Gefahren hinweg zurückgel«gt hatte, in mir erloschen, öum ersten Mal« in meinem Leben fühlte ich mich unglücklich. Ich sehnte mich nicht mehr nach Cardiff und nicht nach Liverpool; ich sehnt« mich « aus meinem unglücklichen Zustand heraus. Aber ich wußte keinen Ausweg, auf dem ich hätte dahin gelangen können, wohin sich meine veele eigentlich so sehnte... Schon am folgenden Tag lief ich in der Nähe des Hafens einem Marüing- und Heuerbas in die Hände. Ich war, da ich seit meiner An- !* m Rotterdam weder gegessen noch geruht hatte, seelisch und körper- 7 ^schöpft. Der Boarding- und Heuerbas, der meine Zerrüttung er- St mtö, obwohl doch genug Seeleute, die bei ihm Chance Wen, hmter ihm standen, ob ich zur See fahren wolle. Ich antwortete, Mem ich mckte. Er trat nun ein paar Schritte zurück, schaute mich so von En^her prüsend an, näherte sich mir wieder, indem er ein für mich ^Eedienstbuch einem Bündel entnommen hatte, blätterte es auf lu K? ert8 °uf mich ein: „Du heißt von jetzt an Peter Feldmann..." no chon eine Stunde später hatte er mich „als Kohlenzieher für wilde «Dtt auf zwei Jahre" an den Frachtdampfer „Peruoia" verschachert, ein n -1 m2r tin Bord der „Peruvia" angekommen, da mußte mich (f 7e,3er. der wohl im vierzigsten Lebensjahre stand, über das brni»»\nnc£ DDrnc fuhren. Ich stolperte einige Male über dicke Stahl- b»!-,"' • v 0° Ui der Dunkelheit herumlagen. Und gerade als sich der lwnis oem Dunkel duckte, stieh mir irgendeine schwarze, eisenharte u u Segen die Stirne, daß ich mich vor Schmerz krümmte, em'em vu ®c^[- uls sei ich nicht auf einem Schiff, sondern in liinnk» bang, zumal ich nunmehr dem Heizer auf einer m d> Leitertreppe,rach stieg, hinunter in einen Raum, in dem kh i*nr • immerhin doch zur Einsicht kommen ließ, irWrani,111?jn einem geheimnisvollen Katakombenabteil, sondern aus des Logis der Heizer befand. Während sich der Heizer Jjch ble an einem eisernen Haken über dem schmalen SSanf m /ine b lecker ne Tasse goß, setzte ich mich auf die RUt-e 0eranrnt hin zu den Kojen, in denen da und dort die in offene» (s^8!$er starr schliefen, daß es aussah, als lägen Leichen er mick ‘r9.en- der Heizer seinen Kaffee getrunken hatte, sprach bk $oie" ^en on- indem er sagte, ich solle mich „da oben in geweckt toerhon' rcm iihr in der Nacht würde ich zum Aschehieven v-schen ®r legte sich zur Ruhe. Ich jedoch stocherte leise das Wöijlid)' hipff '."o- Dann fetzte ich mich wieder auf die Bank. Und Uchriet nl,t beii>en Händen die Ohren zu, da die „Peruvia" . ^i~an.n 311 Jittern. Ich fühlte das Stampfen der da lauschte ich, weil kein Mensch mit mir sprach, hin zur Bordwand, an deren Außenseite es nun, da wir bereits fuhren, so merk- würdig gurgelte, plätscherte, raunte. Um 12 Uhr nachts stieg ich dann in ein Luk, das gerade vor der Kom- mandobrucke wgr, und kletterte an einer Strickleiter hinunter in den Kohlenbunker. Der andere Kohlenzieher übergab mir mit ein paar Worten, di« ich nicht verstand, die Schaufel und — nachdem er den Bunker verlaßen hatte, brüllte mir jener große Heizer, der einzige Mensch an Bord, ber meine Muttersprache zu verwerten wußte, die notwendigen Anweisun- gen zu. Und dann begann ich, Kohle nach dem kleinen Schott hinzuschau- feln, durch die sie in den Heizraum rutschte. Und ich schaufelte und schaufelte. Und es dauerte nicht lange, da waren meine Hände wund Und Schweiß drang unaufhörlich aus all meinen Poren. Der aufgewirbelte Staub verfinsterte die Funsel, die mir leuchtete; und er verstopfte meine Nasenlöcher. Aber ich schaufelte feste drauflos. Später rechnet« ich mal aus, daß ich für die zwei Heizer, die die beiden Dampfkessel bedienten, pro Stunde zwanzig Zentner Kohle jenem kleinen Schott in den Rachen schmeißen mußte, und zwar immer vier Stunden lang. Uns wir fuhren und fuhren. Niemand an Bord sprach mit mir. Die Heizer, zu deren Wache ich gehörte, grübelten immer, schon während des Essens so vor sich hm. Und drüben, im Logis der Matrosen, erscholl auch nie ein erwärmendes Wort. Mir schien, als litten all di« Seeleute an jenem Leid, an beui ich so litt. Es verwunderte mich daher ganz besonders, als ich gewahrte, daß jener große Heizer am fünften oder sechsten Tag unserer Reise „schon den ganzen -rag über" so vor sich hinlüchelte; ja, es verwunderte mich so, daß ich ihn, als wir unsere letzte Wache des Tages hinter uns hatten mal fragte, ob er Geburtstag habe. Und da sah ich, obwohl er schwieg ba& er sich nun offensichtlicher freute; seine Augen lugten nicht mehr fö verkniffen; und fein Gesicht machte nicht mehr den Eindruck auf mich, als sei er ein gewalttätiger Mensch. Er setzte sich in unserem Logis auf di« Bank und antwortete mir: „Geburtstag habe ich heut« nicht; aber — Er hielt inne und ging an Deck. llnb da ich aus der Betonung, in der er zu mir gesprochen hatte, lAuhlt zu haben glaubt«, daß er hätte gleichzeitig auch sagen wollen: „Komm aber mal mit..deshalb folgte ich ihm. An Deck setzte ich mich neben ihn auf die Kante eines geschlossenen Ladeluks. Und während wir beide so aus das ruhige Meer hinausschauten, sagte er: „Geburtstag habe ich bereits gehabt; aber — heute feiert etwas anderes, das ich mal erlebte, feinen Geburtstag, feinen ...", murmelte er nackchenklich, „feinen zwanzigsten .. Ich rückte mich zurecht, zunral ich merkte, daß er das Bedürfnis verspürte, mit mir darüber zu sprechen. Und er begann: „Heut vor zwanzig wahren kam ich in der Nacht zu Fuß nach Mailand an, von Karlsruhe aus. Ich wollte nach Genua, mir von dort aus mein Brot durch Seefahtt verdienen. Ich war von zu Hause abgewandert im Glauben, irgendwo da draußen in der Welt eine neue Heimat finden zu können; denn — durch den Tod meiner Mutter war mein Elternhaus ausgestorben. 3a...*, seufzte der Heizer und beteuerte: „Mir gefiel das Vagabundieren nicht. Ich ivollte mit den anderen Menschen, die sich an ihrer Arbeit, an ihrem Heim, an ihrer tatkräftigen Sorge um Frau und Kind freuen, ebenbürtig werden. Natürlich fühlte ich all das, ivas ich damals so wollte, noch nicht so bestimmt wie dann... Allerlei Illusionen, die so aus der Kraft der Jugend entstanden waren, beschönigten erst mein Vagabundendafein iniofern, als ich fest daran glaubt«, einmal endlich doch recht glücklich zu werden. Run ja", sagte der Heizer, „einmal bin ich glücklich gewesen, damals, in jener Nacht, vor zwanzig Jahren: totmüde ging ich da durch die Straßen Mailands; manchmal setzte ich mich auf den Trottoirrand, stund aber bald wieder auf und ging so weiter in jener Nacht, bis ich am Hanptportal des Mailänder Domes ankam; da hockten auf der Haupt- treppe Menschen, zerlumpte Menschen, so sieben Stück; die kauerten; und manche schnarchten; manchen klapperten die Kieferladen. Cs war kalt. Und mich fror erst recht. Ich stieg die Haupttreppe des Domes hinauf und fetzte mich auf die oberste Stufe, ganz dicht an die rechte Mauer. Ich kauerte mich, wie es die anderen unter mir taten, und schlief ein. Auf einmal erwachte ich, weil jemand an mich heranrückte. Ich schaute auf und sah ein armes, schlotterndes Mädchen neben mir; es war vielleicht bloß zwei oder drei Jahre jünger als ich; fein Gesicht war so schön, daß es edel aussah... Weißt du", sagte der Heizer zu mir: „So was hatte ich bis dahin noch nie gesehen. Alle Hauptstädte der Welt, alle Kunstschätze, die schönsten Pflanzen, die elegant gefiedertsten Vögel und alles, was sonst noch schön ist, und mir innerhalb der letzten zwanzig Jahre zu Gesichte kam, ist zu keinem Vergleich berechtigt, mit, mit..." Er schwieg und lächelte geradezu glückselig vor sich hin. Mir gefiel das, was er mir (wie man so jagt) „von seinem Herzen* heruntererzählte so, daaß ich (was ich mir sonst ihm gegenüber nie getraut haben würde) an seiner blauen Leinenjacke zupfte und in ihn drang: Erzählen Sie weiter, weiter... Und da lächelte er fast mitleidig Leben mit hundert Bildern. Holland: Landschaft und Kunstwerk. Von Felix P a n t e n. Holland, das Land der deutschen und französischen Impressionisten: eine theoretische Tatsache, deren Notwendigkeit aber erst auf dem niederländischen Boden begriffen werden kann. Auch wer das Land noch nie gesehen hat, kennt es von Ausschnitten: die holländischen Maler hängen in unseren Museen, ihre Interieurs sind auf Ansichtskarten tausendfach vervielfältigt, die Delfter Porzellane und ihre Nachahmungen bilden einen vertrauten Begriff, und jedermann weih, was eine Gracht ist, sprichwörtlich ist auch die holländische Sauberkeit, die ziegelgepflasterten Stuben und die glänzenden Messinggeräte, die Holzpantinen, und der Mynheer, der auf feinem Tabaksack thront und seine Tonpfeife schmaucht, wurde zum Urbild eines behäbigen und gelassen wohlhabenden Volkes. Aber alle diese verstreuten Vorstellungen vereinen sich erst in Holland gbst zu einem großen Bilde, alle Erinnerungen an die niederländischen elfter erwachen, werden wesentlich und bekommen einen greifbar-sinnlichen Charakter. Hat man die Grenze überschritten, beginnt ein neues Leben, man lebt sozusagen inmitten von hundert Bildern. Ist Holland, ein malerisches Land? Wer hierunter alte Ruinen, Waldesdüster und hohe Berge versteht, wird es verneinen. Die Impressionisten aller Nationen haben es begeistert bejaht, denn das flache Land ohne Erhebungen, merkliche Wälder und Hügel ist beinahe schattenlos, es ist ein Land des vollen ungehemmten Lichteinfalls; auch im Osten gibt es keinen „deutschen Wald" mit romantischen Dämmerungen, es gibt nur parkartige Landschaften und ein jeder Park ist gerodet, gepflegt und kultiviert und aller mythischen Geheimnisse bar. Aber er ist lichtdurchlässig und auf seinen glatten gesunden Rasenflächen tanzen und spielen die kleinen Scheine. Für alle Künstler, die Licht malen, für alle Menschen, die Licht sehen wollen und können, ist Holland vielleicht das malerischste Land der Welt. Ein Ausländer, der Deutschland nur aus mittelalterlichen Meistern kennt und dieses Deutschland heute sucht, wäre bitter enttäuscht, weil es sich nach Rothenburg, Nürnberg und an den Rhein zurückgezogen hat — aber das alte Holland seiner Meister ist noch vorhanden und kann nicht schwinden, denn es trägt das Gebot seines Bestandes in sich selbst. Man lernt es schon in der Schule, daß dieses ganze Land bis fünf Meter unter dem Meeresspiegel liegt, daß es in jahrtausendelanger opferreicher Arbeit dem Wasser durch Deiche und Kanäle abgerungen wurde, und wenn auch auf den Straßen die hohen zweiräderigen Karren durch Autos, Lastkraftwagen und Scharen von Radfahrern verdrängt werden, so lebt doch das Land noch immer in seiner Vergangenheit. Noch immer spannt sich über die fetten holländischen Wiesen jener wolkenhohe Himmel, den die alten Meister malten, immer noch gleiten durch die Grachten die Schuten mit ihren dreieckigen Segeln, die wir von Delfter Porzellanen kennen, die großen Mühlen stehen am Horizont und ihre Flügel kreisen in einer grau verhangenen Lust wie vor Jahrhunderten auch. Ein Land, das selbst bis ins einzelne durchgearbeitet und ein künstliches Land, eine eigentlich technische Sache geworden ist, wird, merkwürdig genug, durch zahllose Kunstwerke bestätigt, durch die alten Bilder alle, die mit uns gehen und wieder zum Dasein erweckt wurden. Eine Landschaft läßt sich durch die Kunst bestätigen, die vor manchen hundert Jahren aus ihr entstand: dieses Phänomen ist in solchem Umfange nur in Holland möglich, das eine einzige Tradition darstellt. Und noch immer wird das Land so gewonnen wie vor Jahrtausenden, durch Eindämmung und Baggerung. So geschieht es eben trn Zuiderseegebiet, dessen Entwässerung eins der großartigsten technischen Projekte bedeutet, nur, daß man heute nicht mehr mit dem Spaten gräbt, sondern sich aller modernen Mittel bedient. Diese Landschaft, flach, übersichtlich, nur von langen Weidenalleen durchschnitten, ist vielleicht eine der gcheimnislosesten, und wenn es bis zu einem gewissen Grade doch wohl wahr sein wird, daß ein Volk durch sein Land erzogen wird, so kann man aus dem Lande den Charakter zu mir her und sagte: „Ohne es so gewollt zu haben, streichelte ich rhr schwarzes Haar. Und — da fragte sie mich etwas. Ihre Stimme klang rein, fast ein bißchen mütterlich. Im Geiste höre ich sie immer noch ziemlich deutlich..Er horchte hin. Ich zupfte ihn wieder. Und bn bedauerte er: „Ich verstand aber nicht die Sprache, in der sie zu mir redete. Und darum antwortete ich ihr mit irgendwelchen netten Worten, die nun sie allerdings nicht verstand. Auf einmal deutete sie aus mich und richtete drei fragende Worte an mich. Ich erwiderte ihr so ganz von selbst nur ein Wort, meinen Vornamen. Und da rückte sie dicht an mich heran und lächelte und sagte ganz erfreut: ,Masaldctt..." Er schwieg da wieder, eine ganze Weile. Und er schaute nieder auf seine großen, harten Hände und bekannte: „Mit den knorrig gewordenen Händen kann man Mafalda nicht mehr fein genug behandeln. Ich liebte sie, basta!", betonte er und nickte versonnen: „Aber — ich war arm; ich hatte kein Geld, um für Mafalda sorgen zu können; ich suchte Arbeit; ich fand keine; ich bettelte sogar die Straßenbahnen ab, aber umsonst; ich geriet ganz von Sinnen; ich hätte mich, als es dunkel wurde, aufopfern können für Mafalda. Und als ich, so um Mitternacht, wieder auf der Domtreppe erschien, war Mafalda nicht mehr da. Fünfzehn oder mehr Nächte verbrachte ich dann auf der Treppe dort. Aber nie traf ich Mafalda wieder. Und ich kann es nie vergeßen, daß ich mich dort mal glücklich gefühlt habe...' Er schwieg. Und sein Antlitz verfinsterte sich wieder, da die Sonne unterging. Und ich stieg den Niedergang hinunter ins Logis der Heizer, legte mich in meine Koje und — dachte, da ich nun zum erstenmal ganz verliebt war und mich nicht mehr unglücklich fühlte, an — Mafalda. Ja, als wir am nächsten Abend am Pier in Lissabon angelegt halten, konnte ich nicht mehr auf dem Schiff bleiben. In der Dunkelheit schlich ich mich an Land und ging, obwohl ich niemand mehr hatte, der sich um mich bekümmerte, meinen Gedanken an Mafalda nach, nach Hause... Und das war meine schönste Reise... seiner Bewohner Weiten, ohne fehlzugreifen. Sie sind so unfompii^j und geheimnislos, wie chre Kunst, die sich im Haager Mauritshuis und im Amsterdamer Rijksmuseum in überwältigender Fülle darstellt: eint sachliche Malerei des Sinnlich-Wahrnehmbaren, keine Abstraktionen, keine Gigantenkämpfe, keine Mythen, keine Gedankenmalerei, die mit dem Göttlichen ringt. Das Genrebild, das Interieur, die Landschaft, das Poo ttiit: alles sehr irdische und nahe Dinge des alltäglichen Lebens. Rijksmuseum hängen die gewaltigen Rahmen, aus denen uns Männer und Frauen in ihren alten Trachten anschauen, das sind die Gildebilder auf denen sich Vorstände von Zünften und Korporationen abinale»' liehen, denn solcher nützlichen Art waren die „Aufträge"; die Kirchen sind beinahe schmucklos. In dieser nüchternen Umgebung versteht man erst völlig die menschliche und künstlerische Gröhe eines Genies, das hinter die sichtbaren Dinge schaute und in Farben dichtete und deutete, di! titanische Meisterschaft R e m b r a n d ts. Und von den Bildern wieder in die Landschaft. Eine Gracht zieht durch eine Stadt, Körbe, Kisten und Ballen frischen Gemüses werden einer Schute entladen und am Ufer gestapelt; ein Bündel roter Tulpen leuchtet aus dem Hellen Grün, das Licht schwimmt, sättigt sich und fangt an den Farben: das hat etwa Max Liebermann gemalt und es Delfter Gemüsemarkt genannt, aber ob Delft oder anderswo, es ist gleich, gültig, dieser Anblick ist hundertfach. Die Mädchen in Landestracht, die alten Männer in Holzpantinen, die in der Abgeschlossenheit eines Gört chens vor Ziegelmauern auf einer Bank warten, nach Liebermann find fk immer wieder gemalt worden. Wie am Strande von Scheveningen jetzt die Mädchen ihre Fahrräder in die Ausläufer der Brandung Icnten, so daß die Wasser durch die blitzenden Speichen schlagen und sich im Sonnenschein spritzend brechen, so tummeln sich, im Hochsommer, hier dk Badenden und die Reiter zu Pserde und auf Eseln, die wir aus den Bildern der Impressionisten kennen. Wenn der gelbe Sand der Düne» in der sinkenden Dämmerung ergraut, der bleiche Strandhafer rocket und die Schatten trüber werden, belebt sich eine Bodensenke, und bk Frau mit den Ziegen, die Liebermann gemalt hat, kommt mit ihre» Tieren leibhaft daher. Das ganze Land wird ein einziges Gemälde. lieber alledem spannt sich der hohe Himmel, soweit man sehe» kann. Er ist selten ganz heiter und blau, und die Sonne hat Widerstände der Wolken zu überwinden. Um so wechselvoller und malerische! wird ihr Weg. Die Luft ist immer staubfrei, aber von der Feuchtigkeit der unendlichen Kanäle und Gräben gesättigt, und im Schatten der User- roeiben entsteht ein silbern-nebliges Flimmern. Fest und satt ist bas Grün der Wiesen, glänzend von Feit das Schwarz der Erde. Dicht a» einem Kanal steigt eine Mühle mit ragenden Flügeln empor und spiegelt sich gebrochen und zitternd in seinem Wasser. In den Sttahen die schmale» Häuser, deren Giebel sich in die Lust schwingen und den fortlaufende Rhythmus betonen. In jedem Augenblick kann man ein neues Bild erhaschen, und an allen arbeitet das volle Licht des schattenlosen Lande«, um alle flimmert die Feuchte der Luft. Holland ist das malerische ßanb des freien Lichtes. Der Tag ist von'Nebeln begrenzt. Er hängt am frühe» Morgen dicht an den Straßen, er steigt an den Abenden langsam aus den Feldern, und die Weiden, so alt und grau werden zu den Töchter« Erlkönigs, die Dunkelheit ist gespensterhast und lebt von romantisch» Gesichten. Am Tage ist der kurze Spuk zerstreut. Die Tulpenfelder flammen eben in diesen Frühlingstagen, und wenn der Himmel jetzt noch oft schwer und verhangen ist, wenn die Dünen auch jetzt nichts von ihrer nordischen Herbheit verlieren, so breitet sich dicht hinter ihre« der farbige Segen der blühenden Blumen, das Land brennt von exotisch» Farben und über allem Strahlen die Blütenkränze der Obstgärten, heiter, zierlich und japanisch in diesem Lande des Nordens. Einiges über Kurzwellen. Von Dr. Hellmuth Thomasius. Das große Gebiet der elektrischen Wellen ist bisher in • einseitiger Weife bearbeitet worden. Die Wellen dienten und biw hauptsächlich der Nachrichtenübermittlung, sei cs auf telegraphischem, sei es auf telephonischem Wege. Der zu so hoher VollkomM- heit durchgebildete Rundfunk ist mit allem was damit zusammenlM also mit Bildfunk und Fernsehen, ein Zweig der drahmfi Telephonie. Er kann «iso nicht als ein außerhalb dieses Gebietes liegen» Betätigungsfeld betrachtet werden. An Versuchen, noch weitere Anwendungen der elektrischen Wellen i- schaffen, hat es nicht gefehlt. Im allgemeinen ist man damit jedoch M sehr weit gekommen. Der Geist der Techniker mar zu sehr von de» gaben erfüllt, die sich beim Nachrichtenwesen ergaben. Hier boten M ständig so viele neue und meistenteils äußerst reizvolle Fragen, daß i* darüber zu nichts anderem kam. Wo wettere Bemühungen einsetzren, w lagen sie hauptsächlich auf dem Gebiete der Kraft ü b ertragw Schisse wurden aus der Ferne drahtlos gesteuert. Es ist auch gelungen drahtlos übertragene Energie zum Schmelzen von Metallen und zu w Reihe weiterer Zwecke auszunützen. Hier handelte es sich allerdings sß um Laboratoriumsversuche, nicht um eine Verwertung im pro"1!™ Betrieb. - Das mag vor allem daran liegen, daß sich die Energie vom ociw draht aus nach allen Richtungen hin verbreitet. Jeder kann sich aU5 * Aether davon einen Teil entnehmen und ihn sich dienstbar machen. u« Ueberwachung, eine Verhütung von Mißbrauch ist kaum möglich. halb bleibt man schon aus grundsätzlichen Erwägungen heraus uever der Kraftübertragung in Drahtleitungen, hat man hier noch heil daß die in die Ferne gesandte Energie wirklich nur dem aufiroinr, i den sie bestimmt ist. Schon aus diesem Grunde hatten die SBerfuax . drahtlosen Kraftübertragung in erheblichem Maße die Merkmale « interessanter Experimente, denen aber vorerst weiter keine pranW beutung zukam. -u Das kann sich vielleicht einmal ändern. Im Gegensatz zu de» lich gebrauchten Telegraphie- und Telephoniewellen lassen sich "- ig nannten „kurzen Welle n" richten. Unter „kurzen Wellen lin" ' 1 'plizmt US und lt: eine n, keine ui dem ns Por- ns. Jin Männer debilder, abmalen Kirchen cht inan is hinter tete, die cht zichi werden : Tulpen mb ianzt : und es ist gleich rächt, die ies Gard m sind sie ngcn jetzt g lenken, b sich im t, hier die aus den er Dünen er weißer , und die mit ihre» emälde. non sehe» int Wider- malerischer Feuchtigkeit t der Uten itt ist dar Dicht an mb spiegelt ie schmalen rtlausenden es Bild eien Landes, rische Land ; am frühen ngsam ans m Töchter» amantijchcn lulpenfelda mmel auch jetzt nichts toter ihnen n exotisch« rtcn, heiter, er in en* und diene« aus telegr» Zollkor.un» mmenhänK • drohilch« es liegend» t Wellen k- jedoch nik on den # r boten I« m, daß * nnjetzte«,» trogiin» ch gclungcl’ mb zu ei"» lerbings» , prakbs^ vom Sench sich aus täglich "f. as liebes die Ge°» zuströml- r Veruch^ erkmal- ( mktisch * den ich die A t" sind im allgemeinen die Wellen von Weniger als 100 Meter Lange zu verstehen. Di« von einer Lichtquelle ausgehenden Strahlen verbreiten sich gleichfalls nach allen Richtungen, in ähnlicher Weise, wie sich die elektrischen Wellen vom Sendedraht aus verbreiten. Stellt man aber hinter das Licht einen Hohlspiegel, so werden sie zusammengerafft und in Form eines Lichtbündels, eines einzigen dicken Strahls, in einer bestimmten Richtung hinausgeworfen. Genau so die kurzen elektrischen Wellen. Auch für sic gibt es eine Art von Hohlspiegel, der es ermöglicht, sie zusammenzufassen und in Form eines einzigen Strahls nach einer bestimmten Rich- nmg zu senden. Von dieser Möglichkeit wird bereits Gebrauch gemacht. Zunächst wiederum auf den Gebieten der Telegraphie und Telephome, in erster Linie beim überseeischen Verkehr. . Freilich erscheint es auch hier nicht ausgeschlossen, daß sich jemand mit einem Empfänger in den Lauf des Strahlenbündels stellt und sich etwas abzapft. Beim telegraphischen und beim Fernsprechverkehr läßt sich dem durch Chiffrierung entgegenarbeiten. Es sind neuerdings sogar Einrichtungen gebaut worden, dte das ins Mikrophon gesprochene Wort derart verzerren, daß es imvMtandlich wird. Am Empfangsort wird es selbsttätig wieder in die richtige Sprache nmgesetzt. Wie man freilich bei einer dereinstigen Kraftübertragung von der Verwendung kurzer Wellen, falls diese überhaupt in technischem Maßstab möglich sein sollte, vorgehen mühte, um eine unbefugte Entnahme von Energie zu verhüten, läßt sich heute noch nicht sagen. Jedenfalls aber bieten die kurzen Wellen den Vorteil, daß sie gerichtet werden können und den weiteren, daß sie in reichlicher Menge Sc Verfügung stehen. Bei den langen muß man nämlich stets erhebliche vischcnräume lassen, damit keine gegenseitigen Störungen eintreten. Dadurch wird die Zahl her ausnutzbaren Wellenlängen beschrankt. Bei den kurzen können die Zwischenräume äußerst klein genommen werden, sd daß man also auf zahlreichen dicht aneinanderliegenden Wellen gleichzeitig arbeiten kann, ohne Störungen befürchten zu müssen. Damit sind neue Möglichkeiten für eine ausgedehntere Anwendung drahtloser Wirkungen geschaffen, von Wirkungen, die außerhalb des Gebietes der Telegraphie und der Telephonie liegen. In diesem Sinne sind die nachstehend beschriebenen Neuerungen zu verstehen. Es muß bei ihrer Beurteilung immer bedacht werden, daß es sich erst um einen Anfang handelt und daß die weitere Durchbildung, Vervollkommnung und schließlich die allgemeine Anwendung vielleicht in erster Linie durch Benutzung kurzer Wellen begünstigt werden wird. Einen bemerkenswerten Versuch der mechanischen Ausnützung drahtloser Energie stellt das Oeffnen von Garagentüren dar. Der Autofahrer, der in bie Garage einfahren wollte, mußte bisher immer erst absteigen, die Türe öffnen, hierauf wieder auffteigen, einfahren, wieder absteigen, sie schließen. Bei der neuen Vorrichtung genügt ein Druck auf einen im Auto angebrachten Knopf und die Türen fliegen auf. hinter ihnen ist eine Antenne angebracht, die die vom Wagen kommenden elektrischen Wellen aufnimmt und sie einem Empfänger zuleitet. Nach entsprechender Berstürkung wirken sie auf einen Schalter. Dieser schaltet einen Elektromotor ein, der die Türen öffnet. Im Innern des Autos befindet sich der schon erwähnte Knopf. Ein Druck auf ihn genügt, um einen Sender in Tätigkeit zu setzen, der Wellen von bestimmter Länge aussendet. Der Empfänger in der Garage ist ein für allemal auf diese Wellenlänge eingestellt, spricht also immer an. Nach der Einfahrt kann durch einen Druck auf einen andern Knopf die Tür wieder geschlossen werden. Ebenso öffnet sie sich durch Betätigung eines Knopfes bei der Ausfahrt und schließt sich nach einem weiteren Druck, sobald der Wagen draußen ist. Wie gesagt — ein Anfang, der sehr vielseitiger Ausbildung fähig ist. Schcm seit längerer Zeit benutzt man die elektrischen Wellen, um den auf See befindlichen sich der Küste nähernden schiffen ihren Standort kundzugeben. Das Schiff, das im Nebel nicht weiß, wo es ist, peilt zwei drahtlose Sender an. Die Richtung, wo diese liegen, läßt sich mit Hilfe der Peilantenne, einer drehbaren Rahmenantenne leicht finden. Eine Unterstützung dieses Verfahrens bildet ein neues, durch das es dem Schiff ermöglicht wird, auf einfache Weife feine Entfernung von der Küste zu ermitteln. Es ist vor kurzem auf dem Cumbrae-Leuchtturm in her Nähe von Glasgow eingerichtet worden. Hier tritt bei Nebel neben dem Lichtstrahl noch eine Sirene in Tätigkeit. Sie ist bei dichter Vernebelung auf weitere Entfernung hörbar, als man den Lichtstrahl zu bemerken vermag. Vernimmt man sie, so weih man noch nicht, wie weit man von der Küste weg ist. Deshalb wurde st« mit einem Rundfunk- stader verbunden. Beide arbeiten in folgender Weise miteinander. Die Sirene ertönt. In dem Augenblick wo sie schweigt, beginnt der Sender leine Tätigkeit. Er zählt eins, zwei, drei und so weiter. Die Pause je zwei Zahlen entspricht genau der Zeit, die der Schall braucht, um eine Seemeile zurückzulegen. Aus dem Schiff befindet sich ein Empfänger, durch wn die Zahlen abgehört werden. Die elektrischen Wellen legen 300 000 Kilometer in der Sekunde zurück. Sie erreichen also das Schiff in dem gleichen Augenblick, in dem sie ausgesandt werben. Deshalb vernimmt man auf dem Schiff die Zahlen genau so schnell, wie wenn man sich auf wm Leuchtturm selbst befände. Der Schall der Sirene breitet sich lang- lotner aus. Er legt in der Sekunde im Mittel, also bet gewöhnlicher Tem- etwa 335 Meter zurück. Vernimmt der Beobachter auf dem Schiff also die Zahl „zwei" zugleich mit dem Verstummen der Sirene, r er, baß er sich zwei Meilen von der Küste entfernt befindet, bei Nmern Meilen, und so weiter, Auch hier eine ausbaufähige Q niefjr trifft das Merkmal der Ausbaufähigkeit bei einer eigen- rif e'tk^crir*n^un!> kurzer Wellen zu, die man kürzlich ans einem ame- ,?fmcyen Flugplatz erprobt hat. Hier schickte man einen gerichteten, nach Win r ? gebogenen Wellenstrahl in die Höhe. Der Flieger kreist um den fein «: er dieses sieben Meter breite Wellenband findet, das ihm ihn, „^Pfanger a n zeigt. Dann bleibt er in ihm. Jedes Ab weichen wird er n» ■« r durch den Empfänger kundqeqeben. Auf diese Weise gleitet einer Straße, gebildet durch bie elektrische kurze ' 'Mer aus den Flugplatz, und zwar aus die richtige Stelle nieder, x ■* v 4--— Oie schwarze Spinne. Erzählung von Jeremias G o 11 h e l f. (Fortfetzung.) Da machte der Grüne ein gar mitleidiges Gesicht, hob drohend die lange, magere, schwarze Hand gegen das Schloß empor und vermaß sich zu schwerer Rache gegen solche Tyrannei. Ihnen aber wolle er helfen. Sein Gespann, wie keines sei im Lande, solle vorn Kirchstalden weg, diesseits Sumiswald, ihnen alle Buchen, soviele sie dorthin zu bringen vermöchten, auf Bärhegen führen, ihnen zu lieb, den Rittern zum Trotz und um geringen Lohn. Da horchten hochauf die armen Männer bei diesem unerwarteten Anerbieten. Konnten sie um den Lohn einig werden, so waren sie gerettet, denn bis an den Kirchstalden konnten sie die Buchen führen, ohne daß ihre Landarbeit darüber versäumt und sie zugrunde gingen. Darum sagte der Alte: >So sag an, was du verlangst, auf daß wir mit dir des Handels einig werden mögen!1 Da machte der Grüne ein pfiffig Gesicht; es knisterte in seinem Bärtchen, und wie Schlangenaugen funkelten sie seine Augen an, und ein greulich Lachen stand in beiden Mundwinkeln, als er ihn voneinander tat und sagte: ,Wie ich gesagt, ich begehre nicht viel, nicht mehr als ein ungetauftes Kind/ Das Wort zuckte durch die Männer wie ein Blitz, eine Decke fiel es von ihren Augen, und wie Spreu im Wirbelwinde stoben sie auseinander. Da lachte hellauf der Grüne, bah bie Fische im Bache sich bargen, bie Vögel das Dickicht suchten, und grausig schwankte die Feder am Hute, und auf und nieder ging das Bärtchen. ,Besinnet euch, ober suchet bei euren Weibern Rat, in der dritten Nacht findet ihr hier mich wieder!1 so rief er den Fliehenden mit scharf tönender Stimme nach, daß die Worte in ihren Ohren hängen blieben, wie Pfeile mit Widerhaken hängen bleiben im Fleische. Maß und zitternd an der Seele und an allen Gliedern stäubten die Männer nach Hause; keiner sah nach dem anderen sich um, keiner hätte den Dals gedreht, nicht um alle Güter der Welt. Als so verstört die Männer dahergeftoben kamen, wie Tauben vom Bogel gejagt zum Taubenschlag, da drang mit ihnen der Schrecken in alle Häuser, und alle, bebten vor der Kunde, welche den Männern die Glieder also durcheinander warf. In zitternder Neugierde schlichen die Weiber den Männern nach, bis sie dieselben an den Orten hatten, wo man im füllen ein vertraut Wort wden konnte. Da mußte jeder Mann seinem Weibe erzählen, was sie un Schloß vernommen, das hörten sie mit Wut und Fluch; sie muhten erzählen, wer ihnen begegnet, was er ihnen angetragen. Da ergriff namenlose Angst die Weiber, ein Wehgeschrei ertönte über Berg und Tal, einer jeden ward, als hätte ihr eigen Kind der Ruchlose begehrt. Ein einziges Weib schrie nicht den anderen gleich. Das war ein grausam handlich Weib, eine Lindauerin soll es gewesen fein, und hier auf dem Hofe hat es gewohnt. Es hatte wilde, schwarze Augen und fürchtete sich nicht viel vor Gott und Menschen. Böse war es schon geworden, daß die Männer dem Ritter nicht rundweg das Begehren abgeschlagen; wenn es dabei gewesen, es hätte ihm es sagen wollen, sagte es. Als sie vom Grünen hörte und seinem Anträge, und wie die Männer davongestoben, da ward sie erst recht böse und schalt die Männer über ihre Feigheit, und daß sie dem Sie wüßten nicht, wie das vollbringen in dieser Frist mit ihrem ab gekarrten Vieh, und wenn sie es vollbrächten, was hülfe es ihnen? Anpflanzen könnten sie nicht und müßten nachher Hungers sterben, im Fall die harte Arbeit sie nicht schon tötete. Diese Botschaft dürfte sie nicht heim- tragen, möchten nicht zum alten Elend noch den neuen Jammer schütten. Grünen nicht kecker ins Gesicht gesehen, vielleicht hätte er mit einem anderen Lohne sich auch begnügt, und da die Arbeit für das Schloß fei, mürbe es ihren Seelen nichts schaden, wenn der Teufel sie mache. Sie ergrimmte in der Seele, daß sie nicht dabei gewesen, und wäre es nur, damit sie einmal den Teufel gesehen und auch wüßte, was er für ein Aussehen hätte. Darum meinte dieses Weib nicht, sondern redete in seinem Grimme harte Worte gegen den eigenen Mann und gegen alle anderen Männer. Des folgenden Tages, als in stilles Gewimmer das Wehgeschrei verglommen war, saßen die Männer zusammen, suchten Rat und fanden keinen. Anfangs war die Rede von neuem Bitten bei dem Ritter, aber niemand wollte bitten gehen, keinen schien Leib und Leben feil. Einer wollte Weiber und Kinder schicken mit Geheul und Jammer, der aber verstummete schnell, als die Weiber zu reden begannen; denn schon damals waren die Weiber in der Nähe, wenn die Männer im Rate saßen. Sie wußten keinen Rat, als in Gottes Namen Gehorsam zu versuchen, sie wollten Messen lesen lassen, um Gottes Beistand zu gewinnen, wollten Nachbarn um nächtliche geheime Hilfe ansprechen, denn eine offenbare hätten ihnen ihre Herren nicht erlaubt, wollten sich teilen, die Hälfte sollte bei den Buchen schaffen, die andere Hälfte Haber säen und des Viehes warten. Sie hofften, auf diese Weise und mit Gottes Hilfe täglich wenigstens drei Buchen auf Bärhegen hinauf zu schaffen; vom Grünen redete niemand; ob niemand an ihn dachte, ist nicht verzeichnet worden. Sie teilten sich ein, rüsteten bie Werkzeuge, und als der erste Mattag über seine Schwelle kam, sammelten sich die Männer am Münneberg und begannen mit gefaßtem Mute bie Arbeit. In weitem Ringe mußten die Buchen umgraben, sorgfältig die Wurzeln geschont, sorgfältig die Bäume, damit sie sich nicht verletzen, zur Erde gelassen werden. Noch war der Morgen nicht hoch am Himmel, als drei zur Abfahrt bereit lagen, denn immer drei sollten geführt werden, damit man auf dem schweren Weg mit Hand und Vieh sich gegenfeitig helfen könne. Wer schon stand die Sonne im Mittag, und noch waren sie mit den drei Buchen nicht zum Walde hinaus, schon stand sie hinter den Bergen, und noch waren die Züge nicht über Sumiswald hinaus; erst der neue Morgen fand sie am Fuße des Berges, auf dem das Schloß stand, und die Buchen sollten gepflanzt werden. Es war, als ob ein eigener Unstern Macht hätte über sie. Ein Mißgeschick nach dem anderen traf sie: die Geschirre zerrissen, die — Druck und Verlag: Brühl'sche LlniversitäiS-Buch- und Steindruckereü -R. Lange, Giebe Verantwortlich: Dr. Hans Thyrivt. nicht ab. v Es war eine wilde Nacht. In Lüsten und Klüften heult« und toste es, als ob di« Geister der Nacht Hochzeit hielten in den schwarzen Wolien, di« Winde die wilden Reigen spielten zu ihrem grausigen ^anze die B lltz die Hochzeitfackeln wären und der Donner der Hochzeüsegen. In di.j« Jahreszeit hatte man eine solche Nacht noch nie erleot. In finsterem Bergestale regte es, sich um ein großes Haus, und E drängten sich um sein schirmend Obdach. Sonst treibt Gewi erstur die Angst um den eigenen Herd den Landmann unter das ei^n«- Dach, und sorgsam wachend, solange das Gewitter am Himmel steht, wahre >'>'» hütete er das eigene Haus. Aber jetzt war d-e gemeinsame Not große als die Angst vor dem Gewitter. Diese tneb sie in diesem Hause zusam men, an welchem vorbeigehen muhten die welche der Sturm aus den Münnebera trieb, und die, welche von Barhegen sich gefluchtet, -uen Graus de? Nacht ob dem eigenen Elend vergessend, horte man sie klagen und orollen über ihr Mißgeschick. Zu allen, Unglück war noch das Toben der Natur gekommen. Pferde und Ochsen waren schcu geword n bctaM, hatten Wagen zertrümmert, sich über Felsen gestürzt und schwer wundet stöhnte mancher in tiefem Schmerze, laut auf schrie manche-, man zerrissen« Glieder einzog und zusammenband. In das Elend hinein flüchteten sich auch in.schauerlicher Angst welche den Grünen gesehen, und erzählten bebend die wiederholte EM- nrmg. Bebend hörte die Menge, was d.e Manner erznh ten drEe sich aus dem weiten, dunkeln Raume dem Feuer zu, um welches die ner saßen, und wenn der Wind durch die Sparren fuhr,, oder Donner über dem Hause rollte, so schrie laut auf. die Menge.und me.nte eM durchs Dach der Grüne, sich zu zeigen in ihrer Müt^ Als er aber n kam, als der Schreck vor ihm verging, als das alte Elend blieb urw « l Jammer der Leidenden lauter wurde, da stiegen allmählich die Ge^m auf, die den Menschen, der in der Not ist, so gern um seine «eele bung Sie begannen zu rechnen, wieviel mehr wert sie alte seien als em emz» ungetauft Kind, sie vergaßen immer mehr, daß die Schuld an etnet: tausendmal schwerer wiege als die Rettung von tausend und averi tau end Menschenseelen. (Fortsetzung folgt.) U1UUCH, uv« vv der einzige, der nii. Darum sagte sie.------ er sich mit dem Lohne begnügen, i Mtten gegenwärtig in keinem Hause ein uugew^i '“‘"i “"''“'"Tß frist gebe es Teins, und in dieser Zeit muhten die Buchen geliefert fein. Ä schwänzelte gar höflich der Grüne und sagte: ,Ich begehre das Kind ja nicht im voraus. Sobald man mir verspricht, das erste, zu liefern, uw getauft welches geboren wird, so bin ich schon aufneben. Das gefiel Christine gar wohl. Sie wußte, daß es in geraumer Zeit kem Kind geben inerte in ihrer Herren Gebiet. Wenn nun einmal der Grüne sein besprechen gehalten, und die Buchen gepflanzt seien, so brauche man ihm aar nichts mehr zu geben, weder ein Kind noch was anderes, man lasse Messen lesen zu Schutz und Trutz und lachte tapfer den Grünen aus, so dachte Christine. Sie dankte daher schon ganz herzhaft für das gute Anerbieten und sagte: Es sei zu bedenken, und sie wolle nut den Mannern darüber reden. .Iah sagte der Grüne, ,da ist gar nichts mehr weder zu denken noch zu reden. Für heute habe ich euch bestellt, und letzt will ich den Bescheids ich habe no chan vielen Orten zu tmr und bin nicht bloß wegen euch da. Du mußt mir zu- oder absagen, nachher will ich von dem niTjLn Aanbet niete mehr wissen.' Christine wollte die Sache verdrehen, denkste nahni sie nicht*gerne auf sich, sie wäre sogar gern zärtlich gewor- ben um Stündigung zu erhalten, allein der Grüne war nicht aufgelegt, mnnffp nidit* ipht ober nie^ f-aote €r. Sobulb üb-CT ber 5)iinbe[ gefd)loffen & um ein einzch Kind so wolle er in jeder Nacht so viel Buchen .aus Bärhegen führen als man ihm vor Mitternacht unten an den Kirch- stalden liefere dort wolle er sie in Empfang nehmen. >Nun, schone. ^rau, bedenke dich nicht!' sagte der Grüne und klopfte Christine holdselig auf die Wange. Da klopfte doch ihr Herz, sie hätte lieber die Manner hmein- gestoßen, um hintendrein sie schuld geben zu tonnen. Aber 3«t brangte, tein Mann war da als Sündenbock, und der Glaube verließ sie nicht, daß sie listiger als der Grüne sei, und wohl ein Einfall kommen werde, ilm mit langer Nase abzuspeisen. Darum sagte Christine: Sie für ihr« Person wolle zugesagt haben, wenn aber dann Ipater die Manner nicht wollten, so vermöchte sie sich dessen nicht und er solle es s» nicht entgelten lassen Mit dem Versprechen, zu tun, was sie könne, sei er hm [ärmlich zufrieden, sagte der Grün«. Jetzt schauderte es Christine doch an «eib und Seele, jetzt, meinte sie, komme der schreckliche Augenblick, wo sie mit Blut von ihrem Blute dem Grünen den Akkord unterschreiben inusi^ Aber der Grüne machte es viel leichtlicyer und sagte: Von hübschen ^n- bern begehre er nie eine Unterschrift, mit einem Kuß sei er suftieden. Somit spitzte er seien Mund gegen Christines Gesicht, und Ehristme konnte nicht fliehen, war wiederum wie gebannt, steif und starr. Da berührte der spitzige Mund Christines Gesicht, und ihr war, als ob von spitzigem Eisen aus Feuer durch Mark und Sein fahre, durch Leib und Seele und ein gelber Blitz fuhr zwischen ihnen durch und zeigte Christine freudig verzerrt des Grünen teuflisch Gesicht, und ein Donner fuhr über sie, als ob der Himmel zersprungen wäre. Verschwunden war der Grüne, und Christine stund wie versteinert, als ob tief in den Boden hinunter ihre Füße Wurzeln getrieben hatte m jenem schrecklichen Augenblick. Endlich war sie ihrer Glieder wieder mach tiq fite im Gemüte brauste und sauste es ihr, als ob em mächtiges Wasser seine Fluten wälze über turmhohe Felsen hinunter m W^en Schlund. Wie man im Donner der Wasser die eigene Stimme nicht hort, so ward Christine der eigenen Gedanken sich nicht bewuflt im Tosen, da donnerte in ihrem Gemüt«. Unwillkürlich sloh sie den Berg hinan, und immer glühender suhlte sie ein Brennen an ihrer Wange da wo d s Grünen^ Mund sie berührt; sie rieb, sie wusch, aber der Brand nahm SiSSESK-ä war noch oben keine vierte Buche über Sumiswald hinausgeschafft. - Ser von Stoffeln schalt und fluchte; je mehr er schalt und fluchte, um WWWSKMtzW- Stoffeln neues Schloß auf dem nackten Gipfel. Da Halle der geichworem in Monatsfrist müßte ein schöner Laubgang droben sein. Darum f ch er darum lachten die Ritter, und meinen taten die Bauern. ' Eine fürchterliche Mutlosigkeit erfaßte diese, keinen Wagen^hatten.sie mehr ganz, keinen Zug unbeschädigt, in zwei. Tagen nicht drei Buchen wr Stelle gebracht, und alle Kraft war erschöpft. ° M ttär e“ geworben, schwarze Wolken fliegen auf, es blitzte zum ' m>ni» jn bieiem Jahre An den Weg hatten sich die Manner gesetzt, esf war bte gteiche Beugung des Weges, in welcher sie vor drei Lagen gelegen waren, sie wußten es aber nicht. Da sah der itinhauerin Mann mit zwei Knechten, und andere mehr saßen auch der Türen Sie wollten da auf Buchen warten, die von Sumiswald kommen sollten, wollten ungestört sinnen über ihr Elend, wollten ruhen laßen ihr zerschlagenen Glieder. , kam ralcn daß es fast pfiff, wie der Wind pfeift, wenn er aus den Kammern entrannen ist, ein Weib daher, einen großen Korb auf dem Kopfe '($5 war Christine, die Lindauerin, des Hornbachbauern Eheweib, m dem derselbe gekommen war, als er einmal mit feinem Herrn zu Ielde gezogen war. Sie war nicht von den Werbern, die froh sinch daheün^zu sein in der Stille ihre Geschäfte zu bejchicken, und dre sich r-m nichts kümmern als um Haus und Kind. Christine wollte wissen, was gang, und wo sie ihren Rat nicht dazu geben konnte, da ginge schlecht, so meinte sie. , Mit her Speise hatte sie daher keine Magd gesandt, sondern r-en Korb auf den eigenen Kops genommen und die Manner lange mstucht umsonst; bittere Worte ließ sie fallen darüber, sobald sie dieselben gefunden. Unterdessen war sie aber nicht müßig, bie konnte noch reden und schaffen zu gleicher Zeit. Sie stellte den Korb ab, deckte ben ftuoel ab ii? welchem das Hafermus war, legte das Brot und den Käse ««= rorfit und steckte jedem gegenüber für Ätann und Knecht die Löffel ins Mus unb' hieß auch die anderen zugreifen, die noch fpewlos waren- Dann frug sie nach der Männer Tagewerk, und wieviel gefchaffet worden in d°n zwei Tagend Aber Hunger und Worte waren den Mannern aus- gegangen unb teiner griff zum Süffel, und keiner hatte eine Antwort- Itur ein 'leichtfertig Knechtlein, dem es gleichgültig war, regne ober ionnentoeine es in der Ernte, wenn nur das Jahr umging, und der erahn kam und zu jeder Essenszeit das Essen auf den Tisch, griff zum Löffel und berichtete Christine, daß noch kein« Buche gepflanget sei, unb alles gehe, als ob sie verhext wären. Da schalt die Lindauerin, daß das eitel Einbildung wäre und die Männer nichts als Kindbetterinnen; mit Schaffen und Weinen, m11 Zacken unb Heulen werde man keine Buchen auf Barhege bringen. Ihnen würde nur ihr Recht widerfahren, wenn der Ritter seinen Mutwillen an ihnen ausliehe; aber um Weib und Kinder willen müsse die Sache anders zur Hand genommen werden. Da kam plötzlich rwer die Achsel des Weibes eine lange schwarze Hand und eine gellende Stimme rief' Ja die hat recht'/ Und mitten unter ihnen stand mit grinsendem Gesicht der Grüne, und lustig schwankte die rate Feder auf Auern Hu.e. 2a hob der Schreck die Männer von bannen, sie stoben die Halde au, wie Spreu im Wirbelwinde. Nur Christine, die Lindauerin, konnte nicht fliehen, sie erfuhr es, wie man den Teufel leibhaftig kriegt, wenn man ihn anjne Wand male. Sie blieb stehen wie gebannt, mußte schauen die rote yeber am Barett, unb wie bos rote Bärtchen luftig auf- unb ntebergmg tm schwarzen Gesichte Gellend lachte der Grüne den Männern nach, aber gegen Christine machte er ein zärtlich Gesicht unb faßte mit höflicher ©ebarbe ihre Hand. Christine wollte sie wegziehen, aber sie entrann dem Grünen nicht mehr, es war ihr, als zische Fleisch zwischen glühenden.Zangen., Und chone Worte begann er zu reden, und zu den Worten zwitzerte lüstern sein ro, Bärtchen auf unb ab. So ein schön Weibchen habe er lange nicht gefehlt, sagte er, das Herz lache ihm im Leibe; zudem habe er fie gern mutig, unb aerobe die seien ihm die liebsten, welche stehenbleiben durften, wenn die Männer davonliefen. Wie er so redete, kam Christinen der Grüne immer weniger schreckhaft vor. Mit dem sei doch noch zu reden dachte sie, unb sie wüßte nicht warum baoonlaufen, sie hätte schon viel Wüstere gesehen. Der Gedanke kam ihr immer mehr: mit dem liehe sich etwas machen, und wenn man recht mit ihm zu reden wühte, so täte er einem wohl einen Gefallen ober am Ende könnte man ihn übertölpeln wie bi« anderen Männer auch. Er wüßte gar nicht, fuhr der Grüne fort, warum man sich fo vor ihm scheu«, er mein« es doch so gut mit allen Menschen, unb wenn man so grob gegen ihn sei, so müsse man sich nicht wundern, wenn er den Leuten nicht mehr täte, was ihnen am liebsten wäre. Da faßte Christine ein Herz und antwortete: Er erschreck« aber die Leute auch, daß es schrecklich wäre. Warum habe er ein ungetauft Kind verlangt, er hatte doch von einem anderen Lohn reden können, bas komme den Leuten gar verdächtig vor, ein Kind sei immer ein Mensch, unb ungetauft eins aus ben Händen geben, bas werbe kein Christ tun. ,Das ist mein Lohn, an ben ich gewohnt bin, unb um anberen fahre ich nicht, unb was fragt man doch so einem Kind« nach, bas noch niemanb kennt? So jung gibt man sie am liebsten weg, hat man doch noch keine Freude an ihnen gehabt unb feine Mühe mit ihnen. Ich aber habe sie je jünger je lieber, je früher ich ein Kind erziehen kann auf meine Manter, um so weiter bringe ich es, dazu habe ich aber bas Taufen gar nicht nötig unb will es nicht.' Da sah Christin« wohl, bah er mit (einem anderen Lohn sich werde begnügen wollen; aber es wuchs in ihr immer mehr der Gedanke. Das na.r ,o.h ■ icht zu betrügen wäre. r Wenn aber einer etwas verdienen wolle, jo mutzte ben man ihm geben könne, sie aber i ein ungetauft Kind, unb in Monats-