?n, er= 06- ne- nit >rt, die des ein ten hen >ll." mch un- unb Gietzeimzamilienbliitter Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger Jahrgang ^93« 8reitag. den 24. Oktober Nummer 82 bas uffe inkt. aris jens ileffe ifjen iucie »ach; nug, des alles den Zeit ndi." ltzlos feine ; war habia d, in , das > dem Tlachtbeginn in einem fremden Zimmer. Von Anton Schnack. Vor allen Scheiben Nacht. In allen Gaffen Nacht. Vor jeder Türe Schweigen. Im Dunkel meiner Zimmer geh'n die Uhren nicht. Ich fitze da in Trauerstummheit bei einem tiefgebrannten Licht, In besten Schein sich alle Dinge halb verfchattet zeigen... Vielleicht war «inst im Erker ein Gesicht; vielleicht ging eine Frau vor Jahren hier umher; Ein Duft ist leichthin über der Kommode, zart von Lavendel und verschäumter Seife. Was es auch sei: Dust, Traum und hingehauchtes Wort, das ich nicht mehr begreife — Ich bin allein. Ich bin im Einsamen zu Haus. Ich bin vor Trauer schwer. Ich sehe durch ein dunkelgrünes Fenster... nah an feinem Glas Geht ein Gesicht vorbei, ein Arm, ein Fuß. Ein Garten ist davor. Der Wind. Ein später Bogetflug. Von fernher wehen Stange von Geigen und Hoboen aus Fenstern des Hotels ... o Schmerzliches, o Unbekanntes, das — Was kann es fein: Ein Engel, eine Magd, ein Kind? Wer ist am Tor? Will die vergang'ne traumverfall'ne Frau vielleicht nur lautlos lächelnd ihre fußen Singe sehen... ehe». die er elcifk* Rico- I) rächte | sehen, l Das rwerk Nlbra. t und Boot Kajüte feine ir ein d her as sie fin in । über it und h das ls mit linnen lb der Ich beihören, luerte. |t und lwuhte Ridame Inbelle kannte Rerfuhr fconalb warten wartet. Mochter ■r dem R nicht Moden, Mnden, Igegen. Huberte R ging 1 Ende Moenken Mn. In ■elfen, ■t frech Witiko. Von Albrecht Schaeffer. Da am 23. Oktober dieses bewegten Jahres der Geburtstag Adalbert Stifters sich zum 125. Male jährte, so weiß ich nicht, ob im deutschen Volk an dem Tage besonders des Mannes gedacht worden ist, dessen Leben — arm an Begebnissen, reich nur an Lewen der Seele und des Körpers — ganz ein innerliches war und von den Göttern in Stille gesenkt wurde. Auch bedürfte es eines besonderen Aufrufes zu seinem Gedenken nicht; denn in der stillen Art, die einen der schönsten Zauber seiner Dichtung bildet, breitete auch fein Nachruhm sich ans, aber grabe dadurch gefestigt von Anfang an, kaum jemals erschüttert, wie umstritten, ein still gebotener und still empfangener Edelbesitz der Nation. Wie der Held seines Romanes Witiko an einem Tage ausreitet, in bescheidener Bewaffnung und Kraft, auf grauem, langsam schreitenden Pferde, und wie er seine Bahn über Berge und Walder und durch friedliche und kriegerische Begebnisse vollendet, weder Hohes noch Prächtiges erreichend, sondern Einfaches nur, Weib, Haus und den Ruf edler Mannestüchtigkeit, o vollendete auch Adalbert Stifter die Bahn seiner Dichtung. Unter einen Werken ist, wie mir scheint, dieses das am wenigsten gekannte und gepriesene; sei es uns darum heute bas, durch dessen liebevolle Betrachtung wir das Andenken des Dichters feiern, ihm zum Dank, uns zum Trost. Denn wie nicht allzuviele unter den Erzeugnissen unseres Dichters, ist die Gestalt Witikos — aber wir werden sehen. In den Literaturen der europäischen Völker, solveit ich sagen kann, daß ich sie kenne, ist mir nicht in einziges Werk bekannt, dessen Form mit der dieses Werkes gemein« ame Züge aufwiese. Hier ist alles anders; und ein solches Anderssein ist es, daß es wunderbar, ja recht als ein Wunder anmutet: es scheint den uns bekannten Gesetzen künstlerischer Hervorbringung nicht unterworfen, so wie bas Wunder des Heiligen den Naturgesetzen widerspricht. Dies ist eine Sache, die auch kennengelernt noch wie unbekannt bleibt; sich nicht iinreihen läßt ins Erfahrene; und die trotz ihres einfachen Charakters — nichts weiter als ein „historischer" Roman aus der Geschichte Böhmens — eines so bestimmten und gesonderten, vom Tumulte der Weltliteratur, •n dem uns Hören und Sehen zuzeiten vergeht, so abgelegene, unendlich vereinsamten Wesens ist, daß es sich kaum begreifen, nur immer wieder bestaunen läßt. Glaube man auch nicht, Stifter, den bekannten Verfasser der „Studien", niet zu finden; dies ist ein anderer Stifter, vielleicht der Meister, dem die Stnbien waren, was er sie nannte: Studien, Bemühungen und Versuche J“r Erlernung der in diesem Werk vollkommen reinlich erhobenen Form. Man erwarte nicht, die beschreibende Kunst des „Hochwaldes", nicht jene oouber der Natur, der Fernsichten, des Mondlichtes, im geschliffenen Spiegel gefangen; man erwarte keine Ueberraschungen, Einzelentzückun- Nn, Traurigkeiten des Herzens, noch Unendlichkeiten der Seele; man «»arte keinen Schein mehr von Kunst. Die letzte Einfachheit erwarte die äußerste Schlichtheit, die erreichteste Kargheit des Worts, — fveiches aber so gültig und so voll, so eingewachsen, gerade und atmend ft. von einer so vollkommenen Reinigung wie die des Himmels nach . ® Gewitter, wo über der noch verhaltenen Natur noch kein Geruch ist der Luft als der von Reinlichkeit und Erfrischung. Des wolkenlos reinen Himmels. Hölderlins „Heilige Nüchternheit, ?uc sei die erwartete. Die heilige Nüchternheit eines Sonntagmorgens, i "Kirn die im Gebete gereinigte Brust des Frommen gefaßt ist, aufzunehmen die unendliche Wolkenlosigkeit der Frühe, über den Zaun sich bewegenden Kornfeldern das Schweigen der schon sich erwärmenden Lüft«, und aus der heiligen Leere des überall offenen Raumes die leise Stimme der Lerche, endlosen, immer gleichen, in die Ewigkeit sich hineinsingenden Jubeltons. O ja, höre man über dem gleichmäßigen 2Banbern der Druckzeilen und ihrer Berichte bas Reine tönen mit der Stimme der Felderlerche. — Oder fürchte man, sich zu langweilen? Ganz gewiß: Wer sich langweilen kann in diesen ernsten Gefilden, der wird es tun. Er findet hier keine Reizung; hier ist die Nüchternheit: der graue Krug von Stein, das Wasser vom Quell, ohne Ring die Hand, die es bietet, im Gruß kaum ein Lächeln, — und blickst du über den stumpfen Rand des Gesäßes, so wirst du im Dunkel auf der Flut nur das Blatt einer Hagerose schwimmen sehen, tiefer blickend den Widerschein des Himmels; langsam schiebt sich ein Weihes ins Dunkel des Grundes, die reine Gestalt der Wolle, — und so beginnt der einfache Zug der Gesichte ... Zwei Eigenschaften machen das Wesen des Ganzen aus, so glücklich einfach wie ihre sich reimenden Namen: Reinheit und Einheit. Reinheit aller Sinne und der Gesinnung, Reinheit des Empfindens, Reinheit der Kontur und der Farbe, der Gestaltung; eine solche Reinheit, daß ihr Duft zu berauschen vermag, wie der Dust aus der Schattenkühle eines Schrankes voll Leinzeug, voll aufgesparter, ursprünglich naturhafter Frische, die uns anatmet, ein inbrünstig starkes Strom, rein, kräftig, ruhig, aber innerlich machtvoll wie der Obern eines orkabischen Flurgottes. Die reinen Dinge, die Pflanze, Flachs, der kunstlose Rocken, der uralte Webstuhl und das Wasser, und die Sonne des Himmels: die wirkten zusammen die edle Köstlichkeit des Gewebes. Wie in ihm Faden bei Faden, so kannst du dahier Wort neben Wort und Satz an Satz zählen, Reihe an Reihe, im Gleichmaß unwandelbar, in vollkommener Gelassenheit, Figur an Figur, so kunstlos, so aus sich selber heraus sich verflechtend, aneinander sich haltend wie die kunstlose aus einem Faden geschlungenen Maschen eines Strickzeuges, aneinander sich haltend so mühelos leicht, wie sich die Liebenden halten, mit einem Lächeln. Eine Flut rinnt so ununterbrochen und unaufhaltsam wie aus dem Mund der Erde in die unkünstliche geformte Schale: was vom Himmel fiel, in den Erdboden drang, was hundert Male gefiltert durch Untraut und Ungeziefer, durch Verwesendes und Totes, durch Gestein und Gase, gesammelt wieder heraufstieg und im silbernen Bande des Quells über die Schale fällt: oh, das vollkommen gereinigte, wie ist cs rein! — Nun vergiß deine Zeit, deine Umwelt, dich selbst; alle deine Begriffe und Gesetze wie deine Wünsche bleiben hier unbeachtet. Keine Steigerungen findest du hier, fein Gipfelungen; niemals nur die geringste Verschlingung, geschweige Verstrickung ober Verwirrung. Denn es ist die vollkommene Einheit. Deine Verwicklungen und Verästelungen, deine Flutungen und Ballungen, der Nachtkrampf aller Gegensätze, Bewußtsein und Unterbewußtsein, Verschleierung, Unterdrückung, deine Verfinsterungen und Verworrenheiten, deine „Probleme", ja, dein Schmerz, deine Erschütterungen, deine Nöte, der ganze Dostojewski, ja der.ganze gordische Knoten, den du Seele nennst: von alledem weiß hier weder der Meister noch die Vernunft seiner Geschöpfe. Hier sind Denken, Empfinden, Reden, Handeln, allezeit eins. Was jemand dachte, erscheint, indem er es tut; was jemand empfand, indem er es sagt. Wer spricht, hat etwas zu erklären; wer handelt, spricht nicht. Und die Farben, feie uns gezeigt werden, sind die der Natur, ihr Grün und ihr Braun, ihr Gelb und ihr Blau. Wie sie nicht gebrochen oder gewandelt werden, so finden keine Erregungen statt. Ein Auge unerschütterlich gleichen, steten, ruhigen Blicks sieht dich doch jo klar an wie der Spiegel des Bergsees. Du wirst Seiten lesen und nichts tun, als einen Reiter auf seinem einsamen Wege durch Wälder und über Berge, über einen Strom, an einem Meiler, einem Dorf, einer Kapelle vorüberbegleiten, und auf diesem Wege wird kein Wort fallen, kein Gefühl sich regen, kein Gedanke sich bilden. Ein Trunk aus dem Bache, das ist eine Handlung, und mitunter wird der Reiter halten und einen Ausblick tun von der Höhe des Berges zu anderen Bergen, in Täler, und du wirft alles mit den genauen Namen genannt hören, die Moldau und die Jls, diese Höhe und jene. Du wirst erfahren, um welche Tageszeit gerastet wird, und wann wieder ausgebrochen, wie es Abend wird, wie die Nacht vergeht und mit dem Morgen ein neuer Tag des Reisens und der Wälder anbricht. Endlich wird das Ziel da fein, ein Haus auf einem Plan, und Schritt um Schritt, Gebärde um Gebärde, Handlung um Handlung wirst du erfahren, wie dem Kämmling aufgetan, wie er begrüßt wird, und wie er grüßt, wie er absitzk, und was er zuerst tut, rote er ins Haus geht, wie er die Kappe abnimmt, und wie er das erste Wort spricht. Ein andermal wird Versammlung fein. In ihr wird es keine Charaktere geben, sondern nur Gestalten, einen Alten und einen Jugendlichen, einen Greis in weißen Haaren und einen besonders alten, einen blonden Jüngling und einen braunen, einen Mann mit einem Bart und einen in rauher Wolle, einen mit einer roten Feder an der Kappe, einen mit einer weißen, einen mit einer Geierfeder. So werden sie beschrieben. Du «S alle °Scbälen und Hüllen ge allen sind die du an fo auffallend und so leicht nachweisbar, wie die mit Zahlen begangenen Ä.® &enfU Irrtümer; aber nU kann mit Sicherheit annehmen, daß,,ede falsche wirst ste sprechen hören, was klar ist, was sich nur auf eine Weife ver- stehn läßt, was weder Hinter- noch Vordergrund hat, was da ist. Ich sage voraus, daß du dir von dieser Schlichtheit keinen Begriff und kein Bild machen kannst, bevor du sie erfahren. Aber in dieser äußersten Fehler, als das angeführte „5 und 3 macht 17", denn es fehlt das gemeinsame Maß; es ist als würde man sagen: „5 Meter und 3 Pfunde betragen 17 Stunden". ' Leider ist die Absurdität der gangbaren Jdeenrechenfehler nicht immer Philosophie der Zahlen. Von H. I h s m e r. Sl See i möget ein gi Wüns einzel und d reiten, vorhet dem „ werde zeiten Pelzti zur N licher Bi aber e meiste geschri als in bleibei einem in An entgeg mehrei oder n brüten lichen Humm Ein ei Alter: Schon ivirklic Humm also d sichern Lebens Nächste Eiern von I eine U die gei zusamr lich ini an der Entwic Seh bereitet mehrut kostbar der no unterhc feit un Mitteil anstatt und zu sehr ur mit bei im br> suchte . der jur brüt zu gebrach Entwiä die ges etwa f mikrosk »Mause und du sich die Greifklc sucht d ist abei sünf Ti Summe Boden nahrtm nicht sä der klei vbgewo Zug ist Geschwi schon al Nahrun Bemüht Erad 5 8u brin daß die befallen hauptsä Wasserti anfällig ein Crs Ehrlich währt am längsten" dennoch manche Betrüger florieren; datz Falschspieler ein Vermögen gewinnen, daß Dirnen von Fürsten geheiratet werden; aber die große Zahl zeigt doch, daß die grundsäßlichen Ansichten im Rechte sind: daß der Betrüger zu Schaden kommt, der Spieler zugrunde geht, die Dirne im Spiiale stirbt. q Was gibt es wohl auf dieser Welt, das sich nicht beziffern ließe? M Wallung des Gefühls? Der Pulsometer kann genau die Schläge zahlen, die das von Haß, Liebe oder Furcht bewegte Herz in der Minute pocht Die Effekte der Kunst? Hier ist die Zahl erst recht im Spiel. Was i|t Harmonie anderes als Zahlenverhältnis? Wenn unter den taufenden w Schwingungen eines wohlklingenden Akkordes nur einige fehlen wurden, so wäre der Akkord schon falsch. Eine aufgelöste Dissonanz, die beruhigend oder entzückend unserem Sinne schmeichelt, ist weiter nichts als — W momentanen Rückhalt — das Eintreten der richtigen SchwmgungsM. Zahlen beweisen." ” > der befriedigende Dreiklang am Schluffe eines Stückes ist sozusagen °i° Was wir in Ziffern auszudrücken vermögen, ist eine der Wirklichkeit I Summenziffer, der in den letzten Takten enthaltenen..^dttwnskoloM. abgerungene Erkenntnis, auf deren nimmerschwankende Beharrung wir I Jeder Wohlklang der Intervalle beruht auf Uebereinstlmmung der Z fortan rechnen können. Was einmal gemessen, gewogen und gezahlt ist,! Unbewußt ist die Musik eine Rechnerin mit J-onen. Und die Sd ) « das ist auch - wenigstens nach einer Seite hin - erkannt und zwar 1 fünft, - Malerei, könnte sie wohl der Zahl entraten? aus eine Weise, die keinen Zweifel mehr zuläßt. Das ist das Schöne an I färben nicht gleich den schwingenden Tonen gezahlt, — st Peype den in Zahlen zu formulierenden Erkenntnissen, daß sie eine feste, nicht I nicht strengstes geometrisches Verhältnis? Und die Dichtkunst, w rv t^ den geringsten Widerspruch zulassende, leidenschaftslose Sicherheit mit sich I nicht vom Rhythmus getragen? Und die Anmut der Tanzbeimgung führen Annahmen die sich nicht auf gleiche Selbstevidenz berufen können, I die Schönheit der architektonischen und skulpturalen Werke — beruy sollten niemals apodiktisch austreten, sich nicht auf Ueberzeugungseifer nicht auf Linienharmonie? aip, stützen wollen, sondern sich einfach als Hypothesen, als Vermutung, als I Die Natur geht überall nach inathemattfchen ReMn vor, m den e oute Hoffnung oder sonst mit einem bescheidenen Namen einführen, nicht I tischen Kurven der Sternenpfade, als auch in der Bildung der um aber, je unsicherer sie sich sllhlen, desto lauter beteuern, daß sie „Wahr- I Alle Formen der letzteren lassen sich auf Systeme von drei 0°er Seit" eien I geraden Linien beziehen. Gewaltige und dabei haarspaltgenaue seh "P- Logik ist weiter nichts, als die Arithmetik des Verstandes. Jede I Rechnungen füllen rings die Welt. Da wo die Menschen Men an v , unsinnige Behauptung ist ein geistiger Rechenfehler. Ob ich sage, 5 und 3 I scheu Mysterien auf die Spur kommen, wo es ihnen geling 1 macht 17, oder ob ich behaupte, daß der Freitag ein Unglllckstag sei, in I strenge, jenes Ebenmaß, jenen Zahlenemklang herauszusuyten. beiden Fällen habe ich das Verhältnis der Dinge zueinander nicht richtig I zurechnen, oder nachzuahmen, da werden sie Weise, Gelehrte ooer u verstanden. Freitag und Unglück stehen zueinander in gar keiner Be- I genannt. ziehimg; sie in Zusammenhang bringen, ist sogar ein noch größerer 1 -- rnnn t hi» hn« ffinbr rfs der Stimmuna der Stunde der Leidenschaft, Jrrtüiner; aber man kann Mit Sicherheit anneymen, daß leoe M,cye der kunstvollen Darstellung: wirst du die' Dinge sehen, wie die Kerne, I Behauptung auf einen geistig falsch berechneten Satz zuruckzufuljren ist. so weiß so blank so geschält jedes Kleid, jede Waffe, das Steinhaus und I Mit den Zifferrechnungen nimmt man es sehr genau. Zeigt sich da der LJJmnJLnr hiJ 3-ri ben unh hie li efe bie aetäklten Zimmer und geringste Wider pruch im kleinsten Bruchteil eines Fazit, so wird so lange dL ausaesch-äaenen die^ Gasttafel, ^das Geschirrs und die Speisens rmd so nachgerechnet, probiert und der Fehler gesucht bis sich der Widerspruch jede Bewegung jede Rede jeden Gedanken, jedes Wort. Nein, keine! gelöst hat, weil man gewiß weih, daß em solcher in Wirklichkeit nicht Attribute keine'Beschreibungen kein Reiz, kein Versuch, dich anzuziehen, I bestehen kann, daß daher ein Irrtum vorliegen muß. Aber, wie viele m f h^ mfrfpn } fnnhprn mie in fer Natur steht jedes Ding, wie Lehrsätze, Glaubens atze, Lebensansichten und dergleichen laßt man ruhig sss " I-?» IMchL"'l-'-Kn Äch-"»»«L- L- in d-r in ihnen sich ft-i-nd-n. «mrnter «nsh-b-nda der lange espruch t nicht > viele ruhig Wider- : hohe lältnis. ! Dinge wenn diesen r viel- > mehr rtannt, ch eine tonten« chkeits- Seltorb« r wohl In und Trschei- Welch' ren den Anord- irtigteit Einheit, ie herr- Mittels »breitet, if allen die mir andere ie flim- zahleu- daß er bleich- illionen nm uns her als ist von men... nndelnd Gesetze wieder- cheinbar ndsätzen ern wir ischnllts- ergeben gen gar -kannten en; daß sheiratet Ansichten .ugrunde ße? Die zählen, ie pocht Was ist den van würden, ruhigend — nach ngszahst ngen die stolonne. ■er Zahl, chwesteo Prismen« irfpettiw wird st egungen, eruht ste icn eW Krlstaste, iber vier -hlerstt'/ ritfjtneir e R-gel- n. nach KunM Neues vom Hummer. Von Dr. E. Feige. So verschiedenartig die beiden vornehmsten Vertreter der küstennahen See im Kuchenreich des Menschen, Hummer und Auster auch sein wogen einige gemeinsame Eigenschaften besitzen sie doch: bei beiden wohnt Kern in rauher Schale und beide sind durch die kulinarischen Wuisiche des Menschen arg bedroht. Die Liebe des Menschen, die dem einzelnen dieser ^gehrten Tiere gilt, wird für die ganze Art verderblich und dann erst sucht man, aus Eigennutz natürlich, auch die ganze Art zu retten. Schonzeiten und künstliche Zucht sollen wiedergutmachen was v^her em ^hemmungsloses Gaumengelüst verdorben hat. So erging es dem „Wild auf dem Lande, es muhten besondere Schonzeiten eingelegt werden, und ähnlich wird etwa der Helgoländer Hummer durch Schonzeiten geschützt, um ihn nicht ganz aussterben zu lassen. Wie die kostbaren Pelztiere sucht man aber auch den Hummer jetzt in Hege zu nehmen und ce mehr oder weniger berechtigter Kücheninteressen zu reichlicher Fortpflanzung zu bringen. 0 1 Bisher waren die Erfolge nicht besonders groß; sobald die Menschheit aber ein wichtiges »Kulturgut" zu schützen hat, erwacht ihre Energie. Am meisten sind diese Bestrebungen natürlich wieder in Nordamerika vor- geschritten, wo der Hummer ein ungleich wichtigeres Nahrungsmittel ist als in Deutschland oder überhaupt in Europa. Es mag dabei dahingestellt bleiben ob das reichlichere Angebot oder die größere „Prosperität" dort einem stärkeren Hummerverbrauch günstig sind. Jedenfalls blicken auch in Amerika die beteiligten Kreise der Zukunft des Hummers sorgenvoll entgegen, und bereits Anfang des Jahrhunderts bemühte man sich an mehreren Insten platz en den Hummer künstlich zu vermehren. Doch vor oder nach dem Weltkriege hat man die Arbeit in den staatlichen Hurnrner- brutereien aufgegeben, die Schwierigkeiten sind größer als bei der künstlichen Austerproduktion. Gleich diesem seßhaften Schalentier macht der Hummer nämlich eine Entwicklung durch, während der er anfällig ist Em einziges Hummerweibchen entwickelt immerhin je nach Gröhe und Alter 10 000 bis 80 000 tiefgrüne, etwa anderthalb Millimeter große E^er Schon diese Zahl beweist, daß nur ein sehr kleiner Teil der Hummerbrut wirklich bis zur Reife gelangt, denn sonst müßte bald eine unerschöpfliche Hummerflut eintreten. Das Problem für die künstliche Züchtung beruht also dann, aus dieser reichlichen Entwicklung von Eiern die Brut zu sichern und aufzuziehen. Dazu bedarf es genauerer Kenntnisse über die Lebensgewohnheiten der jungen Hummern und eines Schutzes gegen Nachstellungen durch andere Tiere. Die kleinen Larven, die aus den Eiern nach einer Entwicklungszeit von 10 bis 11 Monaten gewöbnlich von Juli bis September ausschlüpfen, zeigen nur in den Grundzügen eine Uebereinstimmung mit den erwachsenen Tieren: es fehlen ihnen noch die gewaltigen Scheren, die fünf Beinpaare sind am Vorderkörper dicht zusammengedrängt und der Hinterleib sieht noch wie eine Anzahl beweglich ineinander gesteckter Trichter aus. Diese bald nach der Entwicklung an der Wasseroberfläche frei umherfchwimmenden Larven machen mehrere Entwicklungszustände durch, bis sie die küchenreife Form erhalten. Schon der Fang reifer Hummerweibchen zur (Erlangung der Eier bereitet erhebliche Schwierigkeiten, weil sich die Tiere während der Ver- mehrungs- und Entwicklungszeit der Eier sehr wenig bewegen, um ihre kostbare Last nicht zu gefährden. Die zahlreichen Brutanlagen, die von der nordamerikanischen und auch von der kanadischen Regierung früher unterhalten wurden, bewährten sich aber sehr wenig, well die Sterblichkeit unter den Jungtieren zu groß war. Nach den jüngst veröffentlichten Mitteilungen eines Sachverständigen, M a ck a y, konnte eine solche Brutanstalt von über 27 Millionen Eiern mir rund 100 000 Larven erzielen Und zur Bevölkerung dem Meere wieder übergeben. Dieser Weg ist also sehr unzweckmäßig, die aufgewendeten Kosten stehen in keinem Einklang mit dem erzielten (Erfolge. Sehr schwer hält es bereits, junge Hummern tm brutfähigen Alter überhaupt zu erlangen. Der erwähnte Forscher suchte zunächst Näheres über die Entwicklung und Lebensgewohnheiten der jungen Hummern selbst festzustellen, um Grundlagen für die Kunst- brut zu schaffen. In besonders konstruierten Gefäßen, die ins Seewasser gebracht wurden, gelang es, eine größere Anzahl von Hummereiern zur Entwicklung zu bringen und die Jungtiere zu beobachten. Zunächst steigen bie geschlüpften Hummerlarven an die Oberfläche des Wassers, wo sie etwa fünf bis sieben Tage umherschwimmen und sich wohl von dem Eroskopisch kleinen Getier (Plankton) ernähren. Danach erfolgt die erste „Mauserung" ober Häutung, wobei die ganze Schale abgeworfen wird und die eigentlichen Schwimmer erscheinen. Bei warmem Wetter häutet sich die Larve wiederum und nimmt eine dritte Form an, bei der die Gttifklauen bereits erheblich größer sind als die Laufbeine. Die Neuerungs- fucht des immer noch an der Oberfläche schwimmenden Hummerkindes ist aber auch mit dieser Häutung noch nicht erschöpft; nach vier bis fünf Tagen mausert er wiederum und sieht endlich wie ein vernünftiger »lummer aus, wenn er auch noch sehr klein ist. Jetzt beginnt er am •öoben zu leben, die größten Gefahren durch die Nachstellungen anderer nahrungslüsterner Tiere sind also vorüber — falls das Hummerkind ihnen nicht schon vorher zum Opfer gefallen ist. Während dieser Entwicklung ist der kleine Hummer außerordentlich gefräßig, er muß ja wachsen und die vbgeworfene Umhüllung mehrmals ersetzen, und ein wenig erfreulicher ^vg ist ihm dann eigen: er vergreist sich sehr gern auch an den eigenen Geschwistern. Die Entwicklungszeit in den Hochsommermonaten deutet schon an, daß die Hummerlarve zu ihrer Entwicklung neben ausgiebiger Wahrung auch ziemlich viel Wärme nötig hat, und danach müssen sich alle ^vflihungen, „Hummernparks" zu schaffen, richten. Bei mindestens zehn wrad Temperatur des Seewassers gelingt es, die Eier zur Entwicklung ) 'vnngen, doch ergaben die Versuche an der nordamerikanischen Küste, ,*'p bie kleinen Hummerlarven nach der ersten Häutung von Ungeziefer fim wurden, und deshalb gelang keine völlig normale Aufzucht. ®nii t b an dem Fehlschlagen dieser Versuche dürfte der zu geringen ortsii- emperatur Zuzuschreiden fein, wodurch die kleinen Hummern „8 wurden und verkümmerten. Bei anderen Versuchen (1922) wurde i Erfolg bei WassertemperatE« von 15 bis 25 Grad erzielt, und Mackay selbst entdeckte viele junge Hummern bei über 18 Grad. Die Stunftbrut muff demnach, sobald die Ernährung sichergestellt ist eine künstliche Erwarmung des Wassers herbeiführen, ^nn bür te ber (Erfolg S ftusvieiücn. ° J Die jungen Hummern suchen nach ber letzten Häutung ben Meeres- hoben auf unb fmb gewöhnlich erst zu entdecken, wenn sie nach etwa 4 vis S Vahren völlig ausgewachsen sind. In dem ziemlich flachen Küsten- gewasser ber Richmond Bay bei der Prinz Eduardinsel konnten viele junge Hummern von etwa 1H Zentimeter Größe gefangen werden; dieser dang ift ziemlich schwierig, da die jungen Hummern recht furchtsam sind und sich nach dem Fang tot stellen. Die neuen Nachforschungen ergaben, baff diese kleinen Hummern in Gruben und Höhlungen auf dem weichen Meeresboden verborgen sind; in vielen Fällen hatten diese Bauten sogar zwei Oeffnungen und gestatteten ein Entweichen in anderer Richtung. Gelegentlich finden sich die jungen Hummern auch auf felsigem Meeresgründe, wo sie sich jedoch unter Tang verbergen. Sie scheinen jedoch immer flaches, warmes Gewässer zu lieben. Diese Lebensgewohnheit 100(1)1 es erklärlich, daß ein systematisches Absuchen nach Hummern wenig Aussichten auf Erfolg hat. Gewöhnlich erfolgt der Fang der Küchen- kandidaten in Körben, die mit Köder (Fischen usw.) besetzt sind und im Wasser versenkt werden. Die Tiere erreichen, bis sie verwendungsfähiq werden immerhin ein Alter von vier bis fünf Jahren. Das jährliche Wachstum betragt nicht mehr als etwa fünf Zentimeter, besonders große Tiere besitzen also bereits ein beträchtliches Alter. Doch wollen wie hoffen da,; die Bemühungen, die natürlichen Lebensbedingungen der Hummern besonders während ihrer Jugendzeit aufzuklären, bald zu einem restlosen (Erfolg fuhren. Da bie Lebensbedingungen unserer westeuropäischen Hum- mem denen der kanadischen sehr ähnlich sind, würde der Feinschmecker das Aussterben dieses begehrten Meereskrebses nicht zu befürchten haben. Dunkle Blätter. Aus dem Taschenbuch eines deukschen Ingenieurs. Von Max C y t h. (Fortsetzung.) Aber sie sahen sich lebendig nicht wieder. An der Schwelle des Haruns in Zohras Garten, wurde er erschossen. Abbas Bey hatte seinen Großvater benachrichtigt. Dieser hatte ihm sechs Arnauten gegeben, gute, zuverlässige Schutzen. Er stellte sie ins Gebüsch an den Weg, den der Eng- tauber kommen muhte, und O'Donald hatte sechs Kugeln im Leib, ehe er am Ende dieser feuerspeienden Gasse zusammenbrach. Dann kam Zohra aus dem Hause wie eine Löwin. Zwei der Arnauten hatten die Leiche schon auf ein Maultier geladen, das ebenfalls im Gebüsch des Gartens rnn Akibas war kein schlechter Organisator. Die andern sollten vls er der Prinzessin lachend entgegentrat. Sie hatten keine große Muhe. Zohra stürzte von selbst zu Boden, von einem Afrit gerissen und mit den Händen im Blut ihres Geliebten wühlend. Solche Frauen werden nicht ohnmächtig wie die euern im Westen. Aber es kam noch Schlimmeres. Der Teufel in Abbas war munterer geworden wie noch nie zuvor. Er ließ die Leiche des Engländers nach Schubra fuhren und sie dort in einem abgelegenen Felde begraben, aufrecht, mit bem Kopf nach unten, bie Füße unbebeckt von (Erbe. Denn er fprarf): .Allah tue, was ihm gut dünkt! Die Hunde mögen die Füße Treffen, bie mich getreten haben/ Eine Woche lang ließ er bas Felb be- roaajen. Bei Tag burfte es niemand, betreten; bei Nacht hatten Hunde und Schakale eine luftige Zeit. Nach drei Tagen war nichts mehr zu sehen. Du kennst bas kleine Feld in der Nähe deines Hauses, hinter Mustapha Beys Garten. Es wächst nichts darauf als Disteln und Stachelkaktus, Niemand getraut sich, es auszupflügen. Dort im Boden steht noch heute ein fußloses Gerippe auf bem Kopf. — Allah wird dich segnen, wenn du mir noch eiy klein wenig Wein gibst, o Baschmahanbi!" Ich nahm selbst einen Schluck. „Die Gouvernante war in berfelben Nacht, nur von zwei Dienerinnen begleitet, nach Alexanbrien abgereift und befand sich am folgenden Abend auf bem ersten Schiff, bas am nächsten Morgen ben Hafen verlassen sollte. Die Prinzessin hatte nach einer Stunde der Betäubung dies an- geordnet und sie reichlich mit Geld und kostbaren Steinen versehen In Alexandrien hatten bie Freunbe ihres Brubers sie roeiterbeförbert, so daß nichts ihrer Flucht in ben Weg trat. Was in jener Nacht geschehen war, blieb im dunkeln. Die O'Donalbs hatten keine Verwandten von Einfluß, die in Aegypten Nachforschungen anstellen konnten; bie englische Gesellschaft wußte genug von ber Sache, um zu schweigen. Weber unsre Basars noch eure Zeitungen erfuhren von dem Geschehenen. Was hätten sie auch sagen können? Der junge Engländer hatte fein Leben an feine Liebe gewagt und hatte das Spiel verloren. Wochenlang war Zohras Geist nicht unter den Lebenden. Sie de- merkte kaum, daß ihre alte Dienerschaft verschwunden war — wohin, können Sie sich denken —, und gewöhnte sich wie ein Kind an die neuen Gesichter. Auch sie hatte ein neues Gesicht: finster, verzerrt vom Schrecken und voll heißer Sehnsucht nach dem, was nicht mehr fein konnte. Einmal, als sie schon ruhiger geworden war, gelang es ihr, in der Abenddämmerung mit zwei Dienerinnen nach dem Felde hinter Mustapha Beys Garten zu fahren. Dort brach es wieder aus. Sie wühlte sich in die Erde. Aber sie wußte nicht, wo er begraben lag; die Hunde hatten ihr Werk getan. Und mit Not und Mühe und laut schluchzend brachten die Dienerinnen sie wieder in die Kutsche und zurück nach ihrem Harim. Sie wurden schwer bestraft. Zohra sah das Feld nie wieder, denn sie wohnte von jetzt an im Palast ihres Vaters und wurde gut bewacht. Das war die Zeit, in der der Defterdar Achmed Bey nach feinen blutigen Feldzügen im Sudan nach Kairo zurückgekehrt war. Er kam aus Kordofan. Dort war der dritte Sohn Mohammed Alis, Ismael, von den Arabern, die er zu unterjochen ausgesandt war, hinterlistig überfallen und mit seinen MamelMen im eignen Zelt verbrannt worden. Der Defterdar hatte diesen Mord zu rächen und- schwur bei dem Allwissenden und Allgerechten, daß zwanzigtaufend Kopfe für den einen Kops des Sohnes Mohammed Alis fallen sollten. Er hielt sein Work, wie es der Türke hält. Jahrzehnte nachher sprach niemand im Sennar seinen Namen aus, ohne zu zittern. Er war furchtbar wie das Unglück und glatt wie eine Schlange. Aber solche Leute konnte der große Pascha gebrauchen und ehrte sie, wenn sie seine Befehle ohne Zagen ausführten. Man sagte manchmal in Kairo, er habe ihm die höchste Ehre erwiesen: er habe ihn gefürchtet. Doch ist dies eine Lüge. Der große Pascha fürchtete Jblis, den obersten der Teufel, nicht. Aber er ehrte ihn, wie er keinen seiner Diener geehrt hatte, und gab ihm Zohra zur Frau. ,Die Tigerin dem Tiger von Sennar', sagte er lachend. Es fehM nur, daß auch Zohra gelacht hätte. Doch sie schwieg. Achmed war stolz auf seine Frau und liebte die Pracht. Er baute sein Harim am Ufer des Kanals el Chalig, der durch die Stadt zieht, und schmückte es, wie seit der Zeit der Mameluckensultane kein Harim in Kairo geschmückt worden war. Dort lebten Tiger und Tigerin, wie Abbas höhnisch zu sagen pflegte, indem sie sich gegenseitig bewachten. Damit war Abbas wohl zufrieden, denn er fürchtete sich vor der Fürstin wie vor einer tollen Wölfin. Ob Achmed seine Frau liebte, weiß niemand. Er war kein Mann der Weiber. Er wartete auf ein zweites Sennar und verbarg seine Ungeduld nicht. Aber er wartete umsonst. Denn kurze Zeit nachdem er in sein neues Haus gezogen war und alle Frauen Kairos, die des Vizekönigs nicht ausgenommen, vor Neid krank geworden waren, nachdem sie Zohra besucht hatten, starb ihr Herr und Gemahl plötzlich. An einem Schlag, sagten die Hakkims: an Gift, sagte Abbas. Gott weiß es; Gott und Zohra Pascha. Nun lebte sie wieder allein in ihrem Palast am Chaligkanal, und Jahre gingen vorüber. Mohammed Ali kämpfte mit der halben Welt. Nicht immer gab ihm Allah den Sieg, aber er blieb der größte Bizekönig der Welt, und seine Familie erhielt die Herrschaft über Aegypten für immer und allezeit. Aber das Land verblutete sich fast, und alles brauchte den Frieden, den uns Gott zuletzt schenkte. Von Zohra hörte man lange nichts, bis wunderliche und böse Gerüchte die Stadt durchliefen, erst leise, dann lauter. Die Leute erzählten sichs in den Winkeln des Basars. Man sprach davon in den Diwans und in den Konsulaten, und die jungen Herren wurden bleich, wenn es wieder aufs neue ausbrach, nachdem das alte Geschwätz verstummt und halb vergessen war. Ein schöner Levantiner, der an der Ecke der Muski einen Waffenladen gehabt hatte, war plötzlich verschwunden, dann der Drago- man des griechischen Konsulats, dann zwei Dalmatiner aus Triest, die im Sudan jagen wollten, dann ein Seidenhändler aus Lyon. Zwei-, dreimal fand man die Lerchen der Vermißten in dem Kanal hinter Zohra Paschas Palast. Du weißt, was man sagte; man kann es heut« in Büchern lesen, und ich glaube, man sagte die Wahrheit. Die Tigerin war toll geworden, hieß es. Aber sie war schlau und wußte törichte Männer zu locken, daß sie ihr von selbst in den Rachen liefen. Die Schoara sangen die alte Geschichte von der Kattalet-efch-Schugan, der Männertöterin, öfter als gewöhnlich, und die Leute winkten ihnen, zu schweigen. Das Treiben dauerte mehrere Jahre. Man erzählte sichs entsetzt, wenn wieder eine Leiche im Kanal gefunden wurde, doch wagte niemand, weiter zu suchen. Zu entdecken war so gefährlich wie zu verstecken. Selbst wir Mamelucken fürchteten uns und schlichen scheu an dem verschlossenen Palast der Prinzessin vorüber, wenn uns der Weg durch die enge Gasse der Sarno el Senat führte. Wir zeigten uns das Türchen, durch das sie all« hineingegangen waren und keiner von ihnen herauskam. Ein totes Krokodil aus Sennar war über demselben aufgehängt wie über mancher andern Haustür« in der Stadt. Doch war dies ein ganz besonderes Krokodil. Man sagte, als es noch lebt«, habe es der Defterdar mit den Kindern der Araber gefüttert, die er in Sennar erschlagen ließ. Nun hing es vor der Türe seiner Witwe. Und unter dem Krokodil mußten sie durch, die Narren, die sie liebte. Abbas, der jetzt Pascha und Gouverneur von Kairo geworden war, schlief nicht. Seine Kundschafter lauerten, aber vergeblich. Schließlich, als-der Leibmameluck des kleinen Raschid Pascha in dem vertrockneten Graben gefunden wurde, ging er zum alten Vizekönig, erzählte ihm, was die Stadt sich erzählte, und fragte, was zu geschehen habe. Da schickte Mohammed Ali dreißig Maurer und Steine und Mörtel auf fünfundzwanzig Eseln und fünfzig Mann Soldaten und ließ an einem Morgen alle Fenster und Türen am Palast Achmeds, des Defterdars, zumauern, bis auf das Türchen unter dem Krokodil. Dem Türchen gegenüber stand das Haus eines koptischen Schreibers. Der Mann wurde in weniger als einer Stunde samt Weib und Kind auf di« Straße gefetzt und mußte froh fein, am folgenden Tag fein Hausgerät holen zu dürfen. Ihr Europäer sagt, es gehe alles so entsetzlich langsam bei uns. Wallah! Sie hätten die Arbeit dieses Morgens sehen sollen. In das Haus aber legte der Pascha eine Wache von fünfundzwanzig Mann, die alle Freitag gewechselt mürben und nichts zu tun hatten, als das Türchen zu bewacl>en. Das Menschensischen im Kanal war zu Ende. Niemand außer ihren Dienerinnen und einem alten Eunuchen Mohammed Alis sahen Zohra in langen fünf Jahren. Ihre Schätze und der Reichstum ihres Mannes blieben ihr. „Nein, nicht Gott allein!" fuhr Rames Bey nach einer Pause flüsternd fort, so daß ich mich zu ihm beugen muhte, um itjn zu verstehen. „Auch Halirn, der feine Schwester nicht vergaß. Sie erschien ihm ein Engel, als er noch ein kleiner Junge war, wie ich dir erzählt habe. Er glaubte nicht, daß sie anders geworden war. Er glaubt es heute noch nicht. Er kannte die meisten Offiziere und bestach die Wachen. Dennoch war es nur selten möglich, daß er die Eingemauerte besuchen konnte, denn die Offiziere wußten, daß sie um ihren Kopf spielten. Der Mameluck, der di« Frauenkleider aufbewahrte, die Halirn zu seinen gefährlichen Besuchen bei seiner Schwester brauchte, erzählt« mir dies. Aber niemand hat bis jetzt erfahren, was Hakim im Innern des Hauses gesehen und gehört hat. Das dauerte, bis die Seele von Mohammed Ali wich, «he er starb, und nach feinem Tode Abbas Herr von Aegypten wurde. Nun wußte Zohra, daß es an ihr Leben ging. Doch in der Verwirrung jener Tag« gelang es ihr, auf der Kanalseite aus dem Hause zu brechen und mit einem Diener Hakims auf Kamelen nach El Arisch und von dort nach Syrien zu entkommen. Sie floh nach Stambul und klagt« dem Sultan ihre Not. Dieser gewährte ihr Schutz und befahl, das ganze Vermögen der Frau herauszugeben, was auch geschah. Damit baute fie sich einen kleinen Palast am Bosporus. Aegypten aber, ihre Heimat, vergaß si« nicht, und auch nicht Abbas und (ein Hans. Nun verstehst du wohl, was du gehört hast, ehe Halirn Pascha heute davon sprach; denn man weiß es in den Basars von Kairo und von Stambul. Sie lebte am Bosporus wie die heimliche Königin des Nils und schützte und regiert« ihre Vasallen aus der Ferne. Wenn Abbas einen Verwandten bedrohte, so wußte sie es; wenn er an der Vernichtung seiner Brüder arbeitete, so kannte sie seine Pläne. Und auch er wußte, von wo ihm das Verderben drohte: er zitterte bei jedem Mahl vor dem Gift, das sie in Stambul braute, jede Nacht vor den Zauberfprüchen, di« sie den Nordwinden mitgab. Aber etwas ahnte er nicht, daß sie zwei Tscherkessenknaben für ihn erzog, und daß sie es war, die die schönen Mamelucken Hassan und Hussein verschenkt hatte. Schritt für Schritt, leise wie Katzen, geduldig und sicher wie die Bergpferde an den senkrechten Wänden unfers Kaukasus schlichen die zwei neben ihrem Herrn her, Jahre lang, bis zur marmornen Badewanne zu Benha. Er merkte nichts. Zohra Pascha wußte, was sie wollte und was sie konnte. Noch in ihren alten Tagen — ein heißes Leben wie das ihre macht alt in wenigen Jahren — wußte sie die Männer zu verzaubern, daß sie für sie starben und für sie töteten, wie sie gebot, und Erbarmen kannte sie nicht feit jener Nacht, in der sie auf dem Felde bei Schubra die Füße ihres Geliebten vergeblich gesucht hatte." „Aber Rames Bey", unterbrach ich ihn endlich, fröstelnd, denn es war spät und kühl geworden, „das ist schauderhaft, das ist bunt!" „Nein, Baschmahandi", entgegnete er heftig, „bas ist nicht zu bunt. Das sind die Farben unfers Ostens, wenn du genauer zusiehst. Und es ist noch nicht alles. Du hast von II Hami gehört, dem Sohn Abbas Paschas, den die Narren seines Baiers zum Vizekönig machen wollten an Saids Statt. Der arme Junge wußte nicht wohin, obgleich ihm Said nichts zuleide getan hätte; denn Said hat ein gutes Herz und konnte niemand elend sehen in seiner Nähe. Aber es litt ihn nicht in Kairo, wie wenn ihn die Erinnerung an seinen ermordeten Vater quälte. Auch er ging nach Stambul und lebte dort, wie junge Prinzen leben. Vor vier Jahren fuhr er an einem der schönen Abende, in denen sich das Paradies im Bosporus spiegelte, in einem Kajak am Ufer hin. Du weißt, wie dort die Wasser ziehen und wirbeln, an Stellen, wo man die Stille eines Teiches erwartet. Solch ein Wirbel packte das ungeschickt gesteuerte Boot. Der Schisser und Jl Hami stürzten ins Wasser und trieben rasch vom Ufer ab. Das geschah bei Zohra Paschas Villa. Sie saß auf dem Dache, um die Abendluft zu trinken. Ihre eignen Boote lagen am Ufer; ihre Leute saßen müßig am Strande. Sie befahl ihnen, die Ertrinkenden zu retten. Aber sie hörte jetzt Rufe. Leute am Ufer hatten Jl Hami erkannt. Sie schrieen: ,Der Prinz! Jl Hami, der Prinz!‘ Da murmelte Zohra wie von Sinnen: ,3er Prinz, Jl Hami ben 2lbbas!‘ und befahl mit kreischender Stimme ihren Schiffern, sich nicht zu rühren. So versank Jl Hami mit einem Schrei. Sie wartete, starr wie eine Bildsäule — fünf Sekunden — zehn — er tarn nicht wieder herauf. Da warf sie die Arme gen Himmel und schrie: .Allahu! Allahust siel auf ihr Angesicht und dankte Gott." „Betrunkener Lügner!" zischte in diesem Augenblick eine scharfe, zorn- erstickte Stimm« über uns weg, alles im Zelt wie mit einem elektrischen Schlag erschütternd. Gleichzeitg krachte es, wie das Zerreißen eines großen Stücks Leinwand, und durch di« weitgeöffnete Zelttüre strömte das tageshelle Mondlicht, den kleinen Raum bis in den hintersten Winkel überflutend. In der Oeffnung stand Halim in weißem Mantel, mit blitzenden Augen, braunschwarz im Gesicht, die Zähne weißglänzend, den Arm zum Stoß erhoben, wie ich ihn noch nie gesehen hatte Rames und ich waren gleichzeitig aufgesprungen. Die geleerte Teetasse klapperte zerbrochen am Boden. In jähem Schrecken warf sich der Bey auf die Kniee, beugte den Kops bis auf die Erde und blieb in dieser Stellung regungslos liegen — ein häßlicher Anblick. Halim, sichtlich außer sich vor Zorn, erhob den Fuß und schnellte ihn gegen den Kopf des Daliegenden. Doch berührte er ihn nicht, und ich, alles vergessend — in solchen Augenblicken steht der Mensch dem Menschen gegenüber ohne Rang und Stand, frei und bloß, wie er geboren —, trat zwischen beide, um das Aeußerste zu verhindern. Da faßte sich Halim plötzlich. Man sah die gewaltige Anstrengung in dm sich versteinernden Zügen. Er warf mir einen Blick zu, eher matt als zornig, eher traurig als finster, dreht« sich um und ging nach feinem -Seite zurück. Und wie das Alltagsleben, das wir zu führen gezwungen sind, uns auch in den erschütterndsten Augenblicken mit seinem kleinen Hohn nicht verschont: als Halim mit gesenktem Kopf über den mondbeglänzten Platz zwischen unfern Zelten hinging und ich ihm, selbst ein wenig zitternd vor Aufregung, nachblickte, denn die Minute, die wir verlebt hatten, war kein Scherz gewesen, da sah ich, daß er nur einen Pantoffel trug und sein rechter Fuß, in einem glänzend anilinblauen Strumpf, vorsichtig, auf der harten Erde auf trat. Der andre Schuh, roter 'Saffian, auf den eine goldene Mondsichel und ein Stern gestickt waren, in dessen Mitte ein Edelstein funkelte, war über Rames Bey weggeflogen und lag breit unb trutzig auf meinem Bett. Der Tscherkess« hatte sich langsam erhoben. Wir betrachteten den greifbaren Beweis, daß das alles nicht geträumt war, ohne ein Wort zu faoen. Ich sehe die goldene Sichel und dm blitzenden Stern noch heute. Das Symbol des Islams sah aus wie eine funkelnde Pupille, wie das zornige, blutunterlaufene Ange eines der alten Sultane von Mufr el Kahira. Nach einer Minute nahm Rames, der bleich wie das Zelttuch geworden war, den Schuh mit bebender Hand und folgte, ohne gute Nacht zu wünschen, langsam feinem Herrn, hinter dessen Zelt er verschwand. (Schluß folgt.) Verantwortlich: Dr. HanSLhhrivt. — Druck und Verlag: Brühl'sche UniversitäiS-Buch. und Steindruckerei. N. Lange, Gießen-