SietzenerZamilienbliitter Unterhaltungsbeilage zum Eichener Anzeiger Jahrgang 1950 Montag, den 14-April Nummer 50 Traumbesuch. Von Po Chü - i *). In der Nacht träumte ich Verbannter Mich zurück nach Ch'ang-an. Ich sah wieder die Gesichter Alter Freunde. Unterm Aprilhimmel der Träume Nahmen sie mich bei der Hand, In die Frühlingswinde zu wandern. Zusammen kamen wir in das Dorf Des Friedens, der Ruhe. Unsere Pferde hielten vor dem Tor meines Freundes: Jüan Chän faß ganz allein. Als er mich sah, lächelte Licht Ihm über Aug und Mund. Er zeigt auf die Blumen im sonnigen Hof, Er öffnet Wein im Sommerkühlhaus. Er schien zu grüßen: nichts hat sich verändert. Er schien zu bedauern: daß unser« Seelen Sich treffen mußten im Flug. Schon zerfielen die Tore des Dorfes — Hart ist die Zeit! Ich erwachte und dachte Ihn noch bei mir. Ich streckte aus meine Hand — Da war er nicht mehr. Mster U Von Paul Morand. „Verzeihung, mein Herr, ist hier die fünfte Avenue Nummer 489?" „Ja, tönen Sie nicht lesen?" „Nein, mein Herr!" Um drei Uhr morgens versuchte Mister Doolittle, der von Texas Guinan kam, seine Behausung zu erreichen. Cs regnete. Er dachte nicht mehr an die niedrige Decke des Nachtlokals und die amüsant buntfarbenen Lampen, sondern fuhr durch die fünfte Avenue, indem er zu dieser einsamen Stunde die Breite der Straße ausnützte und seinen Wagen im Halbschlaf lenkte, als ein Mann auf dem Trottoir ihm ein Zeichen zum Anhalten gab. Mister Doolittle bremste, machte kurz kehrt, kletterte fluchend von seinem Sitz, gleichwohl erfreut über diese letzte Gelegenheit, sich nicht schlafen zu legen. Vor ihm stand ein großer magerer Chinese, staubig, voller Spinnweben: durch zwei alte, wie ein Meßgewand mit Bindfaden zusammengebundenen Matten schlecht vor dem Regen geschützt, und hielt einen weißen Hahn am Seil. Mister Doolittle glaubte es mit einem zweifelhaften Zutreider für Oviumhöhlen zu tun zu haben und wollte gerade den Wagen wieder in Gang setzen, als der andere sagte: „Verzeihen Sie mir, mein Herr, ich bin unwürdig, ich bin sehr unwürdig. Ich mochte Sie um einen Dienst bitten, der Sie nichts kosten wird. Mein Name ist U. Ich bin weder aus Neuyork, noch von 1930: ich bin aus Kansu und dem neunten Jahrhundert." Mister Doolittle war so berauscht, daß er es ganz natürlich fand, in per fünften Avenue von einem Manne angefprochen zu werden, der tausend Jahre älter war als er. »Sind Sie ein Gespenst?" fragte er. „Ja," antwortete der Chinese, „und ein notleidendes Gespenst. „Ich bin Ire, wie Sie wohl bemerken werden", entgegnete Mister Doolittle, „und ich liebe die Geister leidenschaftlich. Was kann ich für Sie tun?" . „Nun wohl", begann das Phantom von neuem. „Sie wissen, daß man wahrend der Epoche der Tang — ich lebte unter dieser Dynastie und starb im Jahre 837 Ihrer Zeitrechnung — mit den Toten Statuen ans gebranntem Ton beisetzte, die, sowie sie unter die Erde gelangten, zu leben begannen und ihren Dienst bei den Verstorbenen aufnahmen. Mein Crad umschloß nach dem Brauch Diener mit gekreuzten Händen, U.«n- äermnen, wildblickende Krieger, Dromedare, verziert mit Schmelzguß ans b-unem Email, Wildschweine, Pferde aus roter Erde, eine ganze prach- “9..e„ iHeilerei; Schattenbild dessen, was ich auf Erden hatte verlassen wusfen, wo ich Gelehrter und Ehren-Vizekönig von Kansu war. Diese *) Nachdichtung nach dem Chinesischen von Albert E h r e n st e i n. chinesisches Sprichwort sagt: „Eine häßliche Frau ist ein Schatz in der Familie". Man könnte das Gleiche von den Begräbnisstatuen behaupten, denn diese Schönheit machte sie begehrenswert. Es ist zwei Monate her, Statuen behüteten meinen Schlummer, meine Mahlzeiten, wie es der Ritus vorschreibt. Das Unglück wollte, daß sie sehr schön waren. Ein ungefähr um den achten Mond herum, daß ein Kaufmann aus Neuyork, der in Kansu Altertümer zusammenscharrte, sich bie Gesetzlosigkeit zunutze machte, der diese unglückliche Provinz verfallen ist, um mein Grab öffnen zu lassen. Die Anzahl der allegorischen Inschriften und der Reichtum des Grabmahls hatten feine Aufmerksamkeit erregt Ich selbst hatte es zu meinen Lebzeiten aufgezeichnet. Achtezehn Astrologen waren zuvor über die Wahl und Lage des Geländes befragt worden, das st« unter hundert mit Hilfe des magischen Kornpaß und Spiegels erkoren: kein Stern von oben, kein Drache von unten störten meine Ruhe... Eines Morgens höre ich hämmern, Licht blendet mich und ich sehe einen kleinen schwarzen Mann in grauem Anzug und weißen Gamaschen, eine Rose im Knopfloch, der sich über mich beugt; sein Haar war wie das Fell des neugeborenen Lammes. Hinter ihm stand — beladen mit Geldsäcken — ein Wagen mit vier Rädern ahne Pferde, wie der Ihrige. Der so gewogt hatte, die Weit des Lichtes mit der Welt der Schatten zu vereinigen, ließ durch feinen .Comprador' dem Orts-Unterpräfekten eine Entschädigung anbieten und nahm alle Statuen mit sich, die mein Grab schmückten und verteidigten. Aehnlich den Füchsen, die in unseren Legenden in die Häuser einbrechen und sich dessen bemächtigen, was ihnen gefällt, fuhr dieser Mensch, nachdem er meine Grabstätte geschändet hatte, alsbald mit seiner Bente in einer Dschunke mit Feuer über das Meer. Seitdem, mein Herr, kenne ich keine Ruhe mehr. Die Toten der Umgegend, die wissen, daß ich nun ohne Verteidigung bin, stehlen mir die Lebensrnittel, das RhizinusA, den Jngwertrank, die Wohlgerüche und Kerzen, welche meine Nachkommen ehrfurchtsvoll mir bringen...Ich muß fortgehen, um zu essen. So bin ich einer dieser .Bettelgeister' geworden, vor denen jeder ehrbare Chinese einen Abscheu hat. Ich muß mich von den Eingeweiden der Hühner ernähren, von toten Katzen. Es kommt vor, daß ich um die Häuser schleiche, in denen man Schweine schlachtet, daß ich mich — ich, ein Vizekönig — flach aijf den Bauch lege und das Blutgerinnsel aus dem Staub der Straße ausleck«. Ohne von der gemischten Gesellschaft der Gfpenster ohne Grabstätte zu reden, mit denen ich gezwungen bin von jetzt ab zu verkehren. So bin ich — sehen Sie selbst — nur noch ein Faden... Meine Seele wird niemals mehr genügend Kraft haben, um sich wieder in Fleisch und Blut zu verwandeln. Das ist tragisch; ich kann zu keinem höheren Rang ernannt werden und ich bin ein Schatten, der um jede Beförderung nach dem Tode gebracht ist!" Der Chinese lüftete feine Strohmatten: fein hohler Bauch war transparent; durch ihn hindurch erblickte Mister Doolittle ein Skelett und — kaum das Skelett mit einem grünlichen Ring umrandenden Astralkörper, und im Innern dieses Körpers die erleuchteten Fenster der Plaza. „Nachdem ich lange gesucht habe", fuhr Mister U fort, „entdeckte Ich, daß mein Dieb Willy I. heißt und in Neuyork wohnt. Meine Nachforschungen wurden ungemein erschwert, weil ich am Tage unbeweglich in meinem Grabe liege und nur des Nachts hinter ihm her sein tarnt. Jetzt ist das Schwierigste getan: ich habe fein Haus gefunden. Aber vor wem Klage erheben? In China ist eine Trommel nahe der Tür der Mandarine aufgehängt: wenn ein Kläger darauf schlägt, muß der Würdenträger alsbald den Fall anhören und sein Urteil abgeben. Allein, ich finde nichts Aehnliches in Amerika. Wo ist Ihre Justiz?" „Davon weiß ich nichts", entgegenete Mister Doolittle, „ich habe Ihnen gesagt, daß ich Ire bin. Ich bin Politiker. Meine Angelegenheiten mache ich ohne Justiz ab." „Und beachten Sie wohl, mein Herr, daß mir nicht einmal das Hilfsmittel bleibt, mich an Mister I. zu rächen, indem ich mich in seinem Hause vor ihm töte — wie es der Brauch ist —, da ich schon verstorben bin Sonst würde ich natürlich, um ihm Unannehmlichkeiten zu bereiten, zu sterben suchen, und zwar auf die schlimmste Art: durch Erhängen. Ich würde, um ihn öffentlich dafür verantwortlich zu machen, meine Anklagerede in meinen Schuh stecken oder aus Raffinement, damit er völlig entlarvt wird, den genauen Beweggrund meines Selbstmordes auf meine Haut schreiben. Aber das Unmögliche kann niemand verlangen... So bleibt mir nichts übrig, als meine Angelegenheiten mit Ihrer Hilfe selbst zu erledigen. Hier ist also Nummer 489, wie ich schon vorhin fragte, als ich Sie ansprach?" ~ Und Mister U zeigte mit feinem fleischlcyen Finger auf einen großen Renaiffavcepalast aus Ziegeln und Steinen, im Tudorstil, an dem nichts auf ein Geschäftshaus deutete außer zwei fpitzgefchnittenen Taxnsbäumen und einer entzückenden Tafel aus schwarzem Marmor, die so unauffällig wie eine Visitenkarte war und auf der zu lesen stand: Willy I....... Sachverständiger und Händler in chinesischen Altertümern der besten Zeit. der weite Sim W i e der 3 einer esse s bloße wird, ds M lassen, antike Magu- 5 auf slügeln Leben 875 eir Weise dabei, j Lnst vc diums : die Wu Wagl)al i'ertriip: später, ] Turm i einer ge weißes Musik im Leben der Tiere. Bon Peter Bauer. Ein Gang durch die frühlingsfroh erwachenden Wälder, die überfüllt sind von den Liedern und Lockrufen der Vögel, wird uns leicht überzeugen von dem Musikverständnis der Gefiederten. Viele von ihnen besitzen nicht nur ein feines musikalisches Gehör, sondern sind auch außerordentliche Gesangskünstler. Hören wir nur den prachtvollen vielstrophi- gen Schlag der bald wiedergekehrten Nachtigall, des Sprossers und der Singdrossel. Ein besonders musikalischer Gesell« ist der allerliebste, bei uns einheimisch gewordene Gelbrock von den Kanarischen Inseln, der die Gefangenschaft im Käfig glänzend verträgt und mit seinen Liedern lohnt. Verschiedentlich haben Kanarienvögel und auch Dompfaffen vorgepfiffene Melodien nachschmettern gelernt. Junge Kanarienvögel im Waldhaus eines Försters ahmten in auffallender Weife die Stimmen von Waldvögeln nach. Klavierspieler haben beobachtet, daß Kanarienvögel bei ihrem Spiel verstummten, aber nach einer kurzen Zeit des Zuhörens von neuem zu singen begannen und zwar in der Tonart des Spielers. Weniger bekannt ist das Musikverständnis bei S ä u g e t i e r e n. Man hat im Gegenteil vielfach die Meinung, daß Tiere, die solche ohrenbeleidi- aenden Töne ausstoßen wie etwa der brüllende Löwe, der trompetende Elefant, der röhrende Hirsch, der bellende und heulende Hund, die miauende Katze keinerlei musikalisches Empfinden besäßen. Und doch kennt man das feine Gehör des Hundes, der seinen Herrn schon am Tritt errät. Vielleicht ist die Musik, die den Hund zu heulen veranlaßt, für sein empfindsaines Ohr zu laut. Jedenfalls bezeugt sein im Wasser lebender Namensvetter, der Seehund, wie die Beobachtungen lehrten, eine ausfallende Vorliebe für Musik, besonders für Gesang und Glockenklänge. Man hat bemerkt, daß Seehunde beim Gesang der Matrosen ihre Köpfe über den Wasserspiegel hoben und lauschten. Interessant in dieser Hinsicht ist auch die Beobachtung, die man auf den Orkneyinseln gemacht hat: Die Kirche zu Hoy liegt in der Nähe einer schmalen seichten Bucht, die von den Seehunden besonders gern ausgesucht wird. Und zwar dann, wenn die Glocken der Kirche läuten. Man sah die Tiere heranschwimmen und ihre Augen starr in die Gegend richten, aus der die Töne herüberhallen. Sympathischer als dem Haushund scheint im allgemeinen der Katze die . Musik zu sein. Wenigstens weiß ich von einem schwarzen Kater, daß er mit bemerkenswerter Anhänglichkeit das Klavier umschlich. Und so oft sich ihm Gelegenheit bot, spazierte er langsam und bedächtig über die Tastatur, hin und zurück, offenbar aus Behagen an den Tönen. Unzweifelhaft ist das Musikempfinden beim Rinde eine gut ausgeprägte Fähigkeit. Von den Alpenkühen schreibt T s ch u d i: „Man bring« nur jene große Vorschelle, welche bei der Fahrt auf die Alp und bei der Rückkehr ihre weithin tönende Stimme erschallen läßt, im Frühling unter die Viehherde im Tal, so erregt dies gleich die allgemeine Aufmerksamkeit. Die Kühe sammeln sick brüllend in freudigen Sprüngen und meinen das Zeichen zur Alpfahrt zu vernehmen." Und Brehm hat in den Bezirken des Thüringer Waldes folgende Beobachtung gemacht: „Jede Herde besitzt ihr eigenes vollstimmiges Geläute, und gerade in ihm suchen die Hirten ihren größten Stolz. Es gibt gewisse Tonkünstler, die Schellenrichter, welche im Frühjahr von Dorf zu Dorf ziehen, um das Geläute zu stimmen. Jede Herde muß wenigstens acht verschiedene Glocken haben, welche großer, mittler und kleiner Baß, Halbstampf, Auchschell, Beischlag, Lammschlag und Gitzer genannt werden. Man hat beobachtet, daß die Rinder das Geläut ihrer Herde genau kennen, und verirrte Kühe durch dasselbe sich zurückfinden." Achnliches weiß Brehm von einer südamerikanischen Maultierart, die Tropa heißt, zu erzählen: „Ein Leittier, Madrinha genannt, führt die ganzen Tropus an. Es ist das schönste, kräftigste und erfahrenste Maultier von allen und auch äußerlich durch sein prächtiges Geschirr ausgezeichnet. Auf dem Kopfe trägt es einen roten und bunten Panafch von Baumwolle, auf dem Stirnriemen ein großes silbernes Schild mit dem Namenszug feines Eigners; an einem eigentümlichen Gestelle sind eine Anzahl helltönender Glöcklein angebracht, welche bei jeder Bewegung des Kopfes lustig klingen, und das ganze Leder des Kopfzeuges und Brustriemens, zuweilen auch des Hinterzeuges, ist mit großen oder kleinen silbernen Zierarten bedeckt. Das Tier ist sich seines Wertes bewußt und daher stolz auf feinen Platz: Tropeiros versichern, daß das Leittier, dem sein Schmuck und fein« Glöcklein genommen werden, traurig und oft krank werde. Alle übrigen Maultiere gewöhnen sich an die Glöcklein der Madrinha und folgen ihr in der Regel freiwillig nach." Ausfallend hat sich wiederholt die Musikliebe der Hirsche bestätigt. Besonders die Töne des Waldhorns, der Schalmei und der Flöte scheinen sie zu locken. Einmal wurde bei einem Waldfest mit lärmender Blechmusik ein starkes Rudel Rotwild gesehen, das sich dem Töneschall bis auf einige hundert Meter näherte. Ein andermal folgten einige Rehe spielenden Waldhornisten durch einen Busch und zwar in einer Entfernung von nicht hundert Metern. Weniger bedeutend ist das Musikverständnis des Pferdes. Doch kennen die Militärpferde die Signale, und viele Zirkustiere sind auf den Takt der Musik abgerichtet. Entschieden musikliebend sind die Elefanten, wie die Wärter dieser Tier« in den Zoologischen Gärten berichten. Auch die Kamele bekrmden sehr überzeugend ihre Empfänglichkeit für Musik. Bei manchen Karawanen tragen die Wüstenläufer Schellen oder Glöckchen, deren Klänge ihre Freude erregt. Wenn der Abend kommt, und die Tiere ermüden, treibt der Nubier sein Kamel durch Gesänge zu frischerem Tempo an. Wohl das musikalischste unter den Säugetieren ist der langatmige Gibbon, eine Affenart auf Sumatra. Er reiht in einer Folge von Lauten, die man als Gesang bezeichnen muß, eine chromatische Tonleiter von elf Tönen aneinander, die auf und ab gesungen wird und mit ihren melodischen Klängen den Wald füllt, kennet beschreibt den Gesang eines gefangenen Gibbons auf folgende Weise: „Man konnte das Geschrei sehr gut in Noten wiedergeben. Es begann mit dem Grundton E und stieg dann in halben Tönen eine volle Oktave hinauf, die chromatische Tonleiter durchlaufend. Der Grundton blieb stets hörbar und diente als Vorschlag für jede folgende Note. Im Aufsteigen der Tonleiter folgten sich die einzelnen Töne immer langsamer, im Absteigen aber schneller und zuletzt außerordentlich rasch. Den Schluß bildete jedesmal ein gellender Schrei, welcher mit aller Kraft ausgestoßen wurde. Die Regelmäßigkeit, Schnelligkeit und Sicherheit mit welcher das Tier dis Tonleiter herschrie, erregte allgemeine Bewunderung." Selbst unter den Insekten gibt es bedeutend« Musikliebhaber. Am bekanntesten sind die Zikaden, von denen über tausend Arten die warmen Länder, besonders Asien bewohnen. Sie tragen einen aus zwei Trommelhäuten bestehenden Singapparat am Hinterleib. Die durch stark« Muskeln in Schwingung versetzten Häute geben sehr laute, schrille Töne von W Die Zikaden leben gesellig auf Baumgipfeln und wenn ein Männchen seinen Gesang erschallen läßt, so stimmen all« übrigen ein, daß der Wolo widerhallt von einem tausendstimmigen Zikadenkonzert. Darwin, der sich viel mit diesen Insektenarten beschäftigt hat, schildert ihren Gesang und seinen Zweck sehr eingehend: „Wer je in einem tropischen Wald gewandert ist, der wird über den von männlichen Zikaden hervorgebrachten Klang erstaunt gewesen fein. Das von ihnen hervorgebrachte GeraiG konnte ich an Bord des „Beagle" noch hören, als das Schiff eine Merlen meile von der Küste Brasiliens entfernt geankert hatte. Fritz Müll«' schrieb mir von Südbrasilien, daß er oft dem musikalischen Wettstreit zwischen zwei oder drei Männchen gelauscht habe, die einer Art ongeho", welche eine besonders laute Stimme besitzt und die in beträchtlicher b-N' fernung voneinander saßen. Sobald das «ine seinen Gesang beendet haue, begann sofort das andere und dann wieder ein anderes. Wahrfchelnu / werden die Weibchen,- gleich den weiblichen Vögeln, von den Aicmnch angelockt, welche die anziehendste Stimme haben." Viele Arten bring ; geradezu melodische Töne hervor, andere mehr gellende. Daher ihre v«' | „Cs stimmt", sagte das Gespenst, als Mister Doolittle ihm die Inschrift -entziffert hatte. „Wir müssen schnell fertig werden... Ich fühle mich verloren hier in dieser entlegenen Gegend, wo di« Häuser mehr als ein Stockwerk haben, die Frauen große platte Füße, und wo man weder einem gelben Lama noch einem Kamel begegnet... Hören Sie nun, lebender Mensch, was ich von Ihnen erwarte: Sie sollen auf'chinesisch folgenden Satz schreiben: .Pu-tche li-k'o chang Kan-Su. K'iu K-inn Tse/ Das heißt ungefähr: ,Auf kaiserlichen Befehl hat das Lumpenpack unverzüglich nach Kansu zurückzukehren'. Bei den Worten ,auf kaiserlichen Befehl' werden meine Diener und meine Garde aus gebranntem Ton — die aus einer Zeit sind, wo die Untergebenen noch Respekt vor ihren Herren hatten — gehorchen und sich wieder auf ihren Platz in meinem Grabe zurückbegeben. Allein es ist unerläßlich, daß Sie rufen, denn, wie Sie vielleicht nicht wissen, erstreckt sich die irdische Gewalt auch auf die Wesen der Unterwelt und da, wo ein Phantom nur mehr ein Phantom von Macht hat, bleibt das Ansehen eines Lebenden unvermindert." Mister Doolittle gab zu erwägen, daß er das Haus von Mister I., dessen Türen durch Selbstschüsse und Detektive geschützt würden, nicht betreten könne. „Nähern Sie sich nur der Mauer", antwortete das Gespenst, „meine Diener sind auf der anderen Seite — ich sehe sie — sie stehen in Gruppen in der Marmorhalle des Erdgeschosses in hohen Glasschränken ausgestellt; sie werden Sie hören. In Ermangelung eines Säbels, der so nützlich ist, um die Geister einzuschüchtern, schwingen Sie Ihren Regenschirm und wenden Sie sich zuerst nach den vier Himmelsrichtungen, wie es die Beschwörungsformeln anbefehlen. Dann atmen Sie und schreien recht laut." „Uu-tche li-k'o chang Kan-Su. K-iu K-inn Tse", heult« Mister Doolittle zweimal mit dem Organ eines Redners auf öffentlichen Versammlungen. Alsbald hörte man ein entsetzliches Krachen. Dann Totenstille... „Ich danke Ihnen, mein Herr", sagte der mit Matten bekleidete Mann. „Indessen — sehen Sie — beginnt der weiße Hahn, den ich am Seil führe und der der Gefährte aller Schemen ist, Zeichen von Unruhe zu geben. Sein erster Schrei ist nah«. Ich muß wieder in meinen Körper und mein entweihtes Grab zurückkehren. Für Sie, den Lebenden, liegt es fünfundzwanzig Tage weit von hier: ich werde in einigen Sekunden dort fein, weil ich den Weg durch die Unterwelt abkürze. Nehmen Sie einstweilen dieses kleine Geschenk als Zeichen meiner Dankbarkeit entgegen." Mister U verstaute, während er diese Worte sprach, in dem Wagen von Mister Doolittle einen sehr schweren Geldsack, der — wie er hinzufügte — tausend Liang enthielt. Dann glättete er seine verwest« Maite über den Schultern, zog seinen Hahn, erreichte Central Park und verschwand dort unter dem Rasen. ♦ Mister Doolittle kam zu Haus« an. Nachdem er sich mehre Mal« im Stockwerk geirrt hatte, gelang es ihm endlich, sein Zimmer zu finden, in seinem Zimmer feine Tür und in seiner Tür das Schlüsselloch. Er stellt den Eeldsack unter das Bett und schlief ein. Am nächsten Morgen beim Erwachen bemerkte er, daß er noch völlig angekleidet war. Man brachte ihm bi« Neuyorker Zeitung. Dort las er in fetten Buchstaben, daß in der Nacht in das Haus des hervorragenden Sachverständigen Mister I. eingebrochen worden wäre, und daß eine einzigartige Sammlung chinesischer Gegenstände aus der besten Zeit, für die das Bostoner Museum unlängst eine Millon Dollar geboten, in Trümmern auf dem Boden herumlag, während die seltensten Stücke — Begräbnisstatuen, die erst kürzlich aus China eingetroffen — verschwunden seien. Da erinnerte sich Mister Doolittle, daß er seine Belohnung unter das Bett gestellt hatte, als er sich hinlegte. So streckte er die Hand danach aus. Er lehnte sich bald heraus, um den schweren Sack besser heben zu können, allein zu seiner Ueberraschung wog dieser Sack jetzt nicht mehr als die Zeitung. Er stand auf, nahm eine Nagelschere und öffnete seinen Schatz mit einem großen Schnitt. Der Sack war angefüllt mit feinen, kleinen vergoldeten Häutchen, di« er nachträglich für aus Texas Guinan versehentlich mitgenommenes Konfetti hielt, während sie in Wirklichkeit das Scheinpapiergeld vorstellten, das man in China bei den Bestattungen verteilt. (Autorisierte Uebersetzung von Käthe Mintz.) aus Pcr feit der weitem ' diese Lei scheu Se üalicnifd geben m «uf, wäh v In d den Aog darüber' verwand Physiker «s nicht feine Ab untern-h wir nicht Vögelst», weisterhä wollt- e, bilden , Mehr luin 165t d-fchästig «n, bei ! artrieb, ! T-Hu In 3** SBarf gestellt, t wußte ih S?L Von ^onnenr -,-Jwed flache,, ii enter auf» äuge. Köpfe inficht :: Die n den n die > ihre »allen. ;e die . aß er fo oft er die . Un- prägie e nur Rück- ier die it. 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Es geschah so plötzlich, daß man ernsthaft befürchtete, die Speisen des Feier- tagsmahls mochten irgendwie vergiftet gewesen sein. Daß der Speck ranzig geschmeckt hatte, das wußten sie ja. Vielleicht lag es am Metall der Becher, das sich im Rum gelöst hatte. Niemand wußte es genau. Jewell klagte zuerst, dann Israel und Croß. Gardiner klagte über Zahnschmerzen. Aber es war nur das Zahn- fleisch das dick und hochrot geschwollen war. Es bildeten sich Geschwüre, die sich rasch zersetzten und die einen pestilenzartigen Geruch verbreiteten, daß die andern Kameraden sich beklagten. Wenn es nicht tief im Winter gewesen wäre, hätten sie den Kranken am liebsten eine zweite Hütte gebaut. Sie konnten vor dem Geruch kaum essen. So entsetzlich war das. Schneider und Lynn lagen völlig ermattet in ihren Pelzfäcken. Ihre Glieder waren schwer wie Blei geworden und die Lider lasteten dick über den müden Augen. Immerfort wollten sie schlafen und ließen sich kaum noch wecken. „Etwas zu essen? He?" Eine müde Geste der Abwehr. „Aber zu trinken." Man netzte ihnen die Lippen und das Schneewasser brannte auf dem wunden Zahnfleisch. Kauen konnte keiner der Kranken mehr Bef Croß und Gardiner bildeten sich auch Hautblutüngen, zuerst punktförmig klein, dann sich ausbreitend und sich zu Blasen wandelnd Die Muskeln schmerzten und die Gelenke. Elison lag mit wachen Augen und beobachtete seine Kameraden. Dies Leiden schien schlimmer als fein Brand. Geisterhaft fahl lagen sie nur und ächzten. Dr. Pavy hatte die Krankheit sofort erkannt. Er bestätigte Greelos Vermutung. ’ „Skorbut!" Die Konservennahrung, der Mangel an Zufuhr frischen Fleisches und das Fehlen frischen Trinkwassers war schuld an der Seuche, die mehr als die Hälfte der Mannschaft dienstunfähig machte. Dr. Pavys Leistung war bewundernswert. Er kam keinen Augenblick von den Krankenbetten. Er schien überhaupt keinen Schlaf mehr zu brauchen. Oh, jetzt konnte er schaffen wie ein rechter Arzt. Jetzt hatte er in der Krankheit einen Feind, den es zu bekämpfen lohnte. Nichts mehr von Lässigkeit und Gleichgültigkeit. Und keine Hilfe durch andere. Jens Edvard und Christiansen gaben sofort die doch erfolglosen Streifen auf Wild auf lfie hatten seit Wochen nichts mehr vor die Flinte be- kommen) und mühten sich nur um eins, das Wasserloch wieder aufschlagen zu können. Stunden um Stunden, einen ganzen Tag und noch eine Nacht. Dann gelang es und sie brachten frischen Trunk in den Eimern. Die beste Medizin. Und Dr. Pavy, der Arzt, blieb Sieger. Jewell erholte sich am schnellsten.'Es war, als ob das Wasser ein Wundermittel enthielte, so rasch heilten die Entzündungen und gingen legung des Körpergewichtes und unter Ausnutzung des Windes lenke« dE^Ä?f!ri«b"dIeuei^"0b^ ^llten nicht der Vorwärtsbewegung, sonder« Jean „ Llugkünstlern des 18. Jahrhunderts feien nur noch frhn^t hV n ber aber nach Erfindung des Gasballons lÄ'E bie beßere Koniunktur auszunutzen verstand, und der badische Bau- .^,1789^. Führich Ms er wein genannt, die ziemlich gleichzeitig, um 1782,83, Versuche mit großen Flugmaschinen unternahmen, Meerwein &,u; a-'» eimr Tabelle die Gewichte und die Flügelflächen der verschie- densten Vogel zusammengestellt und danach Berechnungen über die Größe hlf, v Sraar^n «Er- Flugmaschine angestellt. Er kam zu dem Ergebnis, Tragflächen 12 Quadratmeter betragen müsse, und danach hat er seinen Eindecker wohl auch ausgeführt. I. H. Campe Sufammentreffen mit Meerwein in- n (1783). Er hielt es jedoch, wie er meldet, nach Besichtigung der u° '9' €tm9e Tage langer zu verweilen, um einem tflugüerfuct) be,zuwohnen. m und 20. Jahrhundert hat im allgemeinen das Prinzip des Vogelsegelfluges verlaßen und sich fast ausschließlich mit dem Typ der Zugmaschine mit starren Tragflächen und Propellerantrieb beschäftigt, entwarf z.B. der englische Ingenieur William Samuel Henson 1^7?"d^alchme, die mit Dampfkraft bewegt werden sollte. Sein Patent enthalt eine Reihe brauchbarer Einzelheiten, wie die geschlossen« Kabine, n™ ^ZUsrader für die Erde, die sich entgegengesetzt drehenden Lustschrau- I m «regte großes Aufsehen, aber zur Ausführung kam «2 nicht. Er hatte aber zur Folge, daß sich nunmehr überall erfin- mit dem Problem zu beschäftigen begannen. Als 1868 3U London die erste Luftschlffahrtsausstellung stattfand, sah man schon eine Menge von Modellen und Entwürfen. Karl Czerny hat nach vielfachen Vorversuchen schon 1908 kleine Modelle seines Schwingenfliegers mit faltbaren Flügeln fertiggestellt. Wiener Flugtechnischen Verein vorgeführt sinder Mittel zum Bau seiner Maschine zur Verfügung Stellt. 1914 trat Czerny mit einer flugfähigen Maschine in Wien vor eine Prüfungskommission, und der damit angestellte Versuch verlief viel- versprechend. Aber dann kam der Krieg. Die Versuche mußten abge- brocken werden, und nach dem Kriege fehlte es Czerny an den Mitteln, tue begonnene Arbeit fortzusetzen. Schließlich hat er in der Verzweiflung, fein Lebenswerk scheitern zu sehen, den Freitod gesucht. Erfinderschicksal! schieden- Beurteilung. Während der Römer Vergil sich über das Schreien der Zikaden beklagt, preist der Grieche Anakreon sie in folgender Ode: 1 „Glücklich nenn’ ich dich, Zikade! Daß du auf den höchsten Bäumen, Von ein wenig Tau begeistert, Aehnlich einem König singst." Schwingenflieger. Von Graf Carl v. Klinckowstroem. Im Herbst 1929 machte der österreichische Erfinder Karl Czerny in Wien seinem Leben em Ende, weil er keine Mittel besaß, seine technischen Ideen zu verwirklichen. Er war ein unermüdlicher Vorkämpfer des Schwingenfluges, hat aber fein „fliegendes Motorrad" nicht vollenden können und das Geheimnis feiner Erfindung mit ins Grad genommen. Czerny war der Ansicht, daß die heutige Art des Fliegens, der Schrau- benflug, unrationell fei und dem Flieger nicht jene Sicherheit biete, wie der dem Vogelflug unmittelbar nachgeahmte Schwingenflug. Ein Modell semes fliegenden Motorrades hatte er im Herbst 1928 in den Räumen einer großen Wiener Firma ausgestellt, aber kein hinreichendes Interesse ^r sem« Ideen gefunden. Seine Flugmaschine bedurfte keines Propellers. Der Antrieb sollte direkt auf Flügel von sieben Meier Spann- Aiu/ftln stllten "n 0e" narf> 2(rt Tragflächen eines Aeroplans Czerny hat damit an die zahlreichen alten Versuche angeknüpft, den ~ra“m bes Menschen, es den Vögeln gleichzutun, zu verwirMchem Uralte Sagen und Mythen^ wie die von D a e d a l u s und Ikarus oder von ®1 e‘a "bbe m S chmi e dsind der Ausdruck dieses Wunschtraumes ^Menschheit, den kühne Manner schon sehr früh zu realisieren ~-®cr ,cn°ri$ i?^?^ubigte Flugversuch dürfte im Herbst des Jahres 67 n. Chr. stattgesunden haben: der Flug und Absturz des S'won Magus unter den Augen Neros. Dieses von zahlreichen alten Klrchenfchrifistellern erwähnte Ereignis ist wohl in feinem Kern nicht als bloße Legende aufzufassen. Legendenhafte Zutat ist freilich, wenn berichtet , m d«r Apostel Petrus habe durch fein Gebet den fliegenden Magier als Verhöhner und,Nachahmer der Himmelfahrt Christi zu Boden stürzen lassen. Aber auch toueton in seiner Lebensbeschreibung Neros und untere (mfife Profanschriftsteller kennen den Vorfall. In der mittelalterlichen ^Wu-sage finden wir Simon wieder fliegend, und auch ter Zauberer o -dessen Erzählung sich auf ter Magussage aufbaut, fliegt. ((-7„r -.chEnke, daß es möglich fein müsse, mit nachgeahmten Vogel- flugeln sich m die Lüfte zu schwingen, hat seither manchem Waghals das Äben gekostet oder Mindestens Beinbrüche zugezogen. So versuchte um 87o em Araber namens Abül Quafim den FirnLs, genannt der Äei[e von Andalusien, mit künstlichen Flügeln zu fliegen, verunglückte K?ernerrfl°9 EL* e'nem aus dem 14. Jahrhundert stammenden Be- Mt de senglischen Chronisten Henri Knighton im Jahre 1085 der Mönch o,f*“enr "US dem Kloster zu Malmesbury „auf der zusammengedrängten v. , , °°u der hochstenSpitze eines Turmes über den Raum eines Ska- S 125 Schritt) und noch mehr dahin, aber ängstlich geworden durch Wucht tes wirbelnden Windes, vielleicht auch in der Erkenntnis seiner Waghalsigkeit, stürzte er schließlich, wodurch seine Schenkel für immer ähnlicher Fall trug sich rund 100 Jahre !r ' oder 1159, in Konstantinopel zu, als ein Sarazene von einem tr ippOmOmÄ aus in Gegenwart des Kaisers Komnenos und m?iL9 rol l9Cs ^?r''^,"'enge herabzufliegen sich anschickte, wobei fein »e(6«s Gewand, dessen Aermel durch Weitenstäbe versteift waren als 'M^apparat dienen sollte. Nach längerem Zögern und durch Zurufe'auf- g-muntert, wagte er endlich den Absprung und stürzte sich zu Tote. von einem gewissen Giovanni Battista Banti Arugia berichtet wird. Dieser soll dort im Jahre 1496 bei Gelegen- ,°er Hochgeltsfeier des Feldherrn Bartolomeo d'Alviane vor versam- »ü-ka -r, rmen erfolgreichen Flugversuch ausgefllhrt haben, ja, er soll iJJ wijtung mehrfach vollbracht und einmal sogar über den Trasiineni- tohLwA ߀^f.0r!n > Das klingt freilich so unglaubhaft, daß man dem ^Crn ^stänker der Luftschiffahrt, Giuseppe Soffito, Recht wenn er diesen Bericht anzweifelt. Denn er taucht erst 1648 r^roabrenb bie Schriftsteller des 16. Jahrhunderts davon schweigen. $eit fallen auch Leonardo da Vincis Studien über terrh? n ,m.lb .bas Flugproblem. Er hat uns einen ganzen Traktat or-rmnnxt kn»^nftlid) hinterlassen, der uns zeigt, welche Mühe er darauf IP.bniipd, Leonardo ist der erste, ter dieses Problem als Techniker, Mathematiker in Angriff genommen hat. Zweifellos hat er fein» skrüi theoretischen Untersuchungen bewenden lassen. Ob er jedoch untorJnm Schwanenhügel bei Florenz einen Flugversuch zu unrklich ausgeführt hat, und mit welchem Erfolg, wissen Boa-m.m Cr berechnete und entwarf auf Grund sorgfältiger Studien des meifwJ»3 ^s^d«rte Arten von Flugmafchinen, von denen uns seine wollt” pr .p^nungen einen lebendigen Begriff geben. Die Flügel bilbeii ‘ "'M den gefieberten Vögeln, fontern der Fledermaus nach- hoben sich ter englische Physiker Robert Hooke beirfsäftinf rc r» Emanuel Swedenborg (1714) mit dem Flugproblem an. 'bei r •r ^rtigte wenigstens das Modell einer Fluginafchine ertrieb hi« Windrad verwendete, das eine Schraube ohne Ende Zehn ' m^s die Flügel des Separates in Bewegung fetzen sollte. 3U SßnririM.,0^ ’?.m hatte auch ter Italiener Tito Livio Burattini atffröt „Drells ein derartiges Modell aus Stroh und Bast her- n,,16ie'ihmJ n; n r eine ^otze zu tragen vermochte. Aber naturgemäß W Von ihm 1er*ra9un9 ins Große mißlingen, falls er sie versucht Svnnenrovmn 7ein„?yrano be Bergerac für feinen phantastischen Ewetenbor-aAnregung gewonnen zu haben. stochen und Gleitflugapparat mit leicht gewölbten Trag- >n Pendelstabilisator gedacht, den der Führer durch Der- ' sich da Du hast (Fortsetzung folgt.) , ©icB«1 tfe Blutungen zurück. Am nächsten Abend konnten vier der Kranken schon wieder ihre Suppe mitlöffeln. Nur Croß und Gardtner waren noch nicht Verantwortlich: vr. Hans Thyriot. — Druck und Verlag: Drühl'sche Universitä tS^Duch-undSteindruckerei. R. Lange .Jetzt!" Sechs Gewehrschüsse halten herüber über das Eis. Das war der Ehrensalut für einen braven, toten Soldaten der Vereinigten Staaten, der nicht heimkehren sollte. Croß blieb übrigens der einzige, der mit Salut bestattet wurde. Bei den nächsten wurden die kostbaren Kugeln gespart, und die Worte aus der Bibel mit einem kurzen Gebet muhten genügen. Als die Kameraden vom Begräbnis zurllckkamen, hatten Henry und Salor schon den Schlafsack des Toten untersucht. Sie fanden eine Menge Brot und Butter, die Croß sich gespart hatte, um an diesem Tage andern mußten in der Hütte bleiben, weil sie krank waren oder weil den meisten die Ueberschuhe fehlten. Schweigsam sahen sie um das Feuer und warteten. sollte er bestattet werden. Kislingbury und sechs Mann gaben ihm das Geleit. Der Leichnam wurde auf einen Schlitten gelegt und mit dem Sternenbanner zugedeckt. So fuhren sie ihn in die Schneeeinsamkeit hinaus, dicht unter den Eis- Hügel, der dem Grabe Windschutz geben sollte. Kislingbury und sechs Mann. Die anbei und Gleichgültigkeit. . Lynn und Henry hatten Dienst und erwachten zuerst. Brainard war froh als er diesen wahnsinnigen Lockwood nicht mehr allein zu bewachen hatte. Es war eine aufpeitschende Nacht gewesen. Jetzt richtete sich Jewell auch auf, schlaftrunken tastete er nach der Pfeife, rauchte einige Züge und beobachtete den neben ihm tm Schlassack ruhenden Croß. t „ ... , Croß lag ausgestreckt neben ihm, seine Hande waren krallig verbogen ""^Irgendetwas in der Haltung des Kameraden schreckte ihn, beun- ruhigte ihn. „He, Croß?" Croß antwortete ihm nicht. „Kommt doch einmal her und leuchtet!" Henry riß einen Span aus der Glut und hielt ihn Croß ins Gesicht. Mit gläsernen Augen lag er da und weit offenem Munde. Seine Stirn war schon kalt wie Eis. Der fröhliche Croß sollte am nächsten Tage vierzig werden. Und jetzt hatte er sich heimlich davongeschlichen, er, der so überzeugt war, daß er zurückkommen würde in die Heimat. Dr. Pavy wurde sofort geweckt und untersuchte ihn. „Skorbut und verhungert!" ,, , ., o .. Ehe die anderen Kameraden und Greely erwachten, lag Croß Leich- nam schon draußen vor der $ütte. Uni) Salor und Israel nahten ihn in einen weiten Sack, in dem er bestattet werden sollte. Henry kochte unterdes gleichmütig die Frühfuppe. Dann weckte er die andern. „ , Lynn hatte heute die Verteilung der Suppe. Um den ewigen Streit zu vermeiden, damit sich keiner benachteiligt fühlte, wurden die Suppenschüsseln ausgelost. Die umständliche Prozedur hatte den Nachteil, daß die Brühe unterdes meist kalt wurde. Aber das war nicht so schlimm als das Gefühl, um ein paar Bissen betrogen worden zu fein. „Wo ist Croß?" fragte Kislingbury. Jetzt vermißten sie den Kameraden. Israel machte eine Kopfbewegung. Deutete nach draußen. Da verstanden sie, was geschehen war. „Tot also." „Der erste." „Wer wird der nächste sein?" Schweigen. ,. t t Wenn es noch Elifon gewesen wäre, für den der Tod Gnade bedeutete. Nein, dieser fröhliche Croß war bestimmt. Vor Tagen noch war er gesund gewesen. Das sollte einer verstehen. t m . Einen Tag lang blieb der Tote noch bei seinen Kameraden. Bramard und Bierderbick hielten ihm die Totenwache. An feinem Geburtstage Seht war es unerwartet Lockwood, der bie. anbern in Schrecken versetzte. Brainard saß allein wach am Feuer unb hatte es in Glut zu halten. Pavy hatte sich zum ersten Male roieber seit Tagen hmgelegt unb war sofort eingeschlafen. Greely hatte bemerkt, wie er sich vorher eme Injektion gemacht hatte. Es war das kostbare Morphium, das er dem armen Eltson vorenthielt. Wie ein flatternder Schatten hatte Lockwood aufgerichtet und taumelte Brainard entgegen. „Was ist geschehen, Kamerad?" Brainard verstand ihn nicht. Der Kranke erschien ihm wie ein Schlafwandler. J „Willst du zu trinken?" „Nein. Oh, nein. Aber weshalb hast du zwei Kopfe, David. . doch auf einmal zwei Köpfe bekommen. Man muß es dem Alten melden. Du hast einen Kopf zuviel und du willst nur doppelte Portionen haben. Der arme Lockwood war wohl ein wenig verrückt geworden „Ich muß dir den einen abschlagen, David, wenn du dich auch wehrst. Das' ist notwendig, verstehst du?" -.... Lockwood griff nach einem Reisigbesen, der zum Auskehren der Hütte diente, unb schwang ihn über sich, um Brainard zu treffen. Da warf sich der Sergeant ihm entgegen und stieß ihn um, daß er zu Boden taumelte. Hilflos wimmernd lag Lockwood am Boden und begann 3« meinen. Laßt mich doch endlich nach Haus! Draußen wartet das Schiff und wir sollen nicht an Bord gehen. Laßt mich's versuchen. Ich kann schwimmen. Seid doch barmherzig. Ihr!" , Stundenlang wimmerte er so und hatte Helmatgesichte. Aber keiner kümmerte sich um ihn. Alle schliefen einen tiefen Schlaf der Erschöpfung feinen Geburtstag mit den Gefährten feiern zu können. Jetzt verzehrten sie es als Totenmahl. Schweigend und dankbar. Israel erzählte, während sie aßen, was er mit Croß erlebt hatte, da- maks auf der Hügelkuppe. „ „Er hat immer geträumt, daß er nach Haufe käme , sagte er leise. Unb Jewell saß in ber Ecke unb meinte fassungslos „Ich merbe der nächste fein!" schrie er. „Paßt auf. Draußen trieb eisiger Winb Staubschnee gegen einen nteberen Hügel, ber kein Kreuz unb keinen Namen trug. . , Unbekannt gestorben in Eislanb. Gott sei seiner jungen Seele gnädig. * Enbe Januar mären drei Monate der Dunkelheit vorüber, die schlimmsten, die Greely und seine Leute bisher zu überstehen hatten. Durch Geizen mit allen Vorräten, bie immer mehr zur Neige gingen, war bie Mann- chaft bis zum Aeußersten geschwächt unb vor Hunger krank geworden. Noch aber bestand Hoffnung, die letzten Wochen bis zum Frühlingsanfang durchzuhalten. Dann konnte man aufbrechen und bei den Eskimos in Grönland Hilfe suchen. Wenn dann der breite Smith-Sound noch zugesroren war, mußte der Fußmarsch nach Etah gelingen. Die Eskimos würden die völlig Hilf, kosen nicht im Stich lassen. Dies war die allerletzte Möglichkeit, wenigstens das nackte Leben zu retten. Bis zum Sommer auf ein Schiff zu warten, das sie vielleicht suchte, war ausgeschlossen. . ,, Immer kleiner wurden die ausgeteilten Rationen. Jede Unze mußte berechnet werden, um den Retiungsplan im letzten Augenblick nicht schei- ^^"Mevie? Macht hat doch ein gutes Wort über Verzweifelte. Wenn nur einer ist, der noch an Rettung glaubt ... Hilflose sind Kinder, die selbständig nicht zu handeln vermögen, die Schutz suchen unter starker Führerschaft. .., , , Greely war solch ein Führer, den nichts entmutigen konnte. Was wollt ihr denn, Leute? Wir haben die härteste Zeit ber Polar- dun'kelheit überstanden. Mit bem Frühling können mir aufbrechen. Bas zwecklose Warten war für uns alle größere Gefahr als ber Winter. Glaubt boch nicht, baß unser Vaterland uns vergessen hat! Nein Es ist selbst ohnmächtig, uns zu helfen. Es wartet auf bie Zeit, baß die Schiffe roieber burch ben Packeisgürtel Vorbringen können. Dann sollt ihr sehn baß ich euch bie Wahrheit sagte. Noch haben mir Nahrungsm-ti-i unb'Munition. Unb wir müssen mit eigener Kraft versuchen, uns zu retten Hier in Camp Clay sinb wir verloren, wenn mir noch langer untätig warten. Wißt ihr aber Besseres, bann redet!" Nein, keiner wußte einen besseren Rat. Sie wollten gehorchen, wollten mit ihren wunden, schmerzenden Füßen marschieren, wohin Greely befahl. Einmal mußte bie entsetzliche Polarnacht ja enben. Dann flieg ta Feuerball ber Sonne roieber über ben Horizontsaum empor unb bas WM kehrte nach Norden zurück. 6. . „ .. Wieder hatte sich Rice freiwillig gemeldet, um die Eskimos in tiron- I land zu benachrichtigen unb mit Nahrungsmitteln zurückzukommen. Der prächtige Rice, ber auch noch an Rettung glaubte! Die Mannschaft sollte unterbes zum Aufbruch bereit sein, um gleich I falls nach Osten marschieren zu können. . Mit neuer Hoffnung ging man sofort ans Werk. Fünfundzwanzig Mann waren sie im Fort Songer gewesen, nur einen einzigen batten sie durch Hungertod verloren. Croß. Keinen weiter wollten sie m E>s- land zurücklassen. Lieber das letzte opfern, um die kranken Gefährten nicht zu verlieren. Auch Elison nicht. Was blieb anders zu tun, um die am meisten Geschwächten am Leben zu erhalten, als einen Teil der eigenen kargen Mahlzeiten avp geben! Elison wußte von diesem Opfer nichts. Er wimberte s ch m h einmal, daß er jetzt reichlicher zu essen bekam. Stumpfsinnig schluckte « jeden Bissen hinter, den man ihm gab. I Manchmal meinte er, weil er noch immer ungesättigt mar, ober |q)w, in seiner Zeltecke, bis er enblich einschlief. | Greely Kislingbury, Lockwoob, Brainard, Israel, Schneider, 1®' I schöpfte sich einen halben Löffel roeniger in bie Eßschale. Nur Henry unb Benber mürben aufsässig, roenn sie einmal abgeben *O!ttJßo3u müßt ihr beim biesen Krüppel durchfüttern ber zu nicht! I mehr nütze ist! Wie? Er mirb uns noch alle ins Unglück bringen, l märe besser, wenn er endlich verreckte!" 6r I Elison lag mit glasigen Augen, reglos und beroegte die Lippen, muhte jedes Wort hören, aber er begriff mohl den Sinn nicht mehr. „Gebt ihm doch ein Messer, statt der Gabel, bindet es ihmi an m I Armstümpfe. Dann rotrb er hoffentlich missen, mas er zu tun hat, I er ein guter Kamerad ist." I Ein guter Kamerad! . i Wenn Bender so hetzte, schwiegen sie alle. Er hatte ja recht, baß Tod für den Krüppel Erlösung bedeutete. Aber keiner von ihnen wo zum Mörder werden. Sie gaben schweigend von ihren Matronen ar, könnten sie durch dies schwere Opfer von Gott die eigene Jia ^atber" was nützte alle heldische Opferbereitschaft, roenn der Dieb o». die Diebe weiter heimlich das Magazin plünderten! Einmal fehlten im Provianthaus zwölf Buchsen Milch, am n Tage war die Zeltplane zerschnitten und Schweinefleisch gestohlen ! den, habet war es unmöglich, ben Täter zu entdecken. J(|| Wieder begann bas sich gegenseitige Belauern, das einander uw1 j Bissen Beneiben, bas hetzerisch sich Beschulbigen, Streit bis 3urJjn> Der Freund vertraute bem besten Freunbe nicht mehr uno i > [ seinen heimtückischen Mörder. @i ber S deschä Töpfe verfer Mette ber si weiche Aber seiner ba an men u Weint Au unb ri voller Gassen niemai 'n glei oerscha treten, Gut zi cs. der Wh in eine Zeilen Füße, l'chtbnr Abe ber Ar! immer gern m machen ber es , Gichenb „ Mit beuchte Und Li! schlvist-, ihm ihr nie so । füllten f . Der schwerer zwischen baumelt ,?DPf ui Jtameit waren Q