SiehenerKnnilienblätter Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger Jahrgang 1950 Montag, den 5. Mai Nummer 55 Maifeuer. Von Theodor Kramer. Im Licht der kühlen Maiennacht ruhn Tal und Höhen klar und leis; da fällt ein jäher Frost den Duft; es seufzt wie hohl die blinde Lust und knistert nach gekörntem Eis. Dumpf tutet Antwort Horn um Horn, auf allen Seiten wird es laut; viel Feuer lodern auf im Land und Weib und Winzer nährn den Brand, der zuckt und schwelt, mit Span und Kraut. Am Boden kriecht und kreist der Rauch, den schweren Frost noch auf der Brust, und hüllt und wärmt den jungen Wein und steigt empor von Rain zu Rain bis zu der Bäume Hellem Blust. Im Schein der Flammen öffnen sich die Blütenbüschel wie bei Tag; und fortgeführt vom fahlen Rauch des Reisigs, schwimmt ihr süßer Hauch hangab weit über Feld und Hag. Palaver über Karl May. Von Carl Zuckmayer. Hallo Boysl Nehmt die Hand von der Revolvertasche und laßt das Bowiemesser im Gürtel stecken. Bleibt ruhig am Lagerfeuer sitzen, ihr alten Skalper, und dreht den Ast, an dem die Bärentatze schmort, auf die andere Seite. Denn der Mann, der aus den Büschen tritt, um ein Palaver mit euch zu machen, gehört keinem feindlichen Stamme an, er ist kein Kundschafter der Ogallallahs und kein heuchlerisches Bleichgesicht, das mit zwei Zungen redet, — sondern ein einfacher Fährtensucher und Fallensteller wie ihr, der schon manche Büffelende unterm Sattel gargeritten hat, — ein Freund der roten Männer, mit denen er den Rauch der Brüderschaft aus dem tongeschnittenen Kalumet getrunken hat, — ein Schüler eures großen Scouts und Häuptlings Old Shatterhand. — Uff, uff, ihr jungen Krieger, die ihr gewiß alle schon in harten Kämpfen eure Adlerfedern und Kriegsnamen verdient habt, — ihr Westmänner und Waldläufer, ihr Riflemen, Lassowerfer und Büsfeljäger, — immer noch sind Winnetou und Old Shatterhand unsere Meister und Führer, wenn sie auch längst zu den Geistern ihrer Väter versammelt, in den ewigen Jagdgründen Manitus über die Savannen der Unendlichkeit sprengen. Immer noch wird uns der Knall des schweren Bärentöters vertrauter und kampfgewaltiger ertönen, als der Donner sämtlicher Kanonen des Weltkrieges, — und der Henrystutzen, die Zauberbüchse, bleibt uns ein größeres Wunder als das rapideste Maschinengewehr. Und wer von euch würde sich zu einem Ritt durch die unerforschte Kalahariwüste nicht lieber dem Sihdi Kara ben Nemsi anvertrauen, als einem Dragoman oder Karawanenführer? Auf dem Rücken des weißen Kamels von Bijahra würde er den verstecktesten Brunnen (Bir) ausspüren, mit seinen beiden kleinen Drehpistolen in den Fäusten würde er jede Ghum (Raubkarawane) in di« Flucht schlagen. Un daus der Oase al Biskra würden ihm immer wieder die Stimmen der befreiten Beduinentöchter entgegenhallen: Ma- harba Sihdi! Willkommen, Befreier! Sei unser Gast, du großer Emir aus Frankistan! Jnsch'Allahl Ich will von seinem Leben erzählen, das längst zu Ende tzt, — und von seinen Taten, von seinem Werk, das uns alle überleben und noch zu den Kindern unserer Kinder sprechen wird. Der Mann, der alle diese dicken Bünde schrieb, und aus dessen Nachlaß immer noch neue ^üande erscheinen, wurde in den armseligsten Verhältnissen geboren, als vohn eines erzgebirgischen Webers in einem richtigen Hungerland, Spar- vrot Elendsort, er kam auf die Welt mit einem schweren Augenleiden rAastet, und bis zu seinem vierten Jahr blieb er durch mangelnde Pflege, lcylechte und unkundige Behandlung blind. Ein schwächliches, unter- riA?^es Kind, das erst spät und mühsam sehen lernte, das die Wirk- chkeit erst mit den Augen begriff, nachdem es schon längst ein viel star- Li„es' "'cheres Bild von den Dingen und Erscheinungen der Welt m I« nem Innern trug. Die Kraft dieses inneren Blicks war es, die ihn °urchs ganze Leben begleitete, die ihn über Not und widrige Verhaltniße siegen ließ, die ihm in seiner einsamen Zelle, zwischen vier kahlen Wänden die Wunder aller Fernen vorzauberte und die ihm schließlich in seinem Werk die Fernen aller Länder und die unendliche Weite und das große grenzenlose Schweifen schenkte, das wir alle als Menschensehnsucht im Blut haben. Eine harte Kindheit, eine freudlose Jugend. Und mehr braucht man eigentlich von seinem Leben nicht zu erzählen: denn alles, was später kam, steht in seinen Werken: alle Versuchung der Phantasie, und alle Ueberwindung der Schwäche. Als junger Mann wurde er durch die Verhältnisse und die Verwirrung seines Innern in schwere Konflikte getrieben, die man ihm, ungerechterweise, später oft vorwarf. Aber es hat niemand das Recht, über einen Menschen den Stab zu brechen, der sich mit solcher Arbeitskraft und mit solcher Seelenstärke über all feine Not und alle Hindernisse emporschaffte. Karl May hatte viel unter dem Vorwurf zu leiden, den man seltsamerweise den sog. Dichtern nicht macht, daß seine Erzählungen nicht wahr seien, daß er die Länder, von denen er schreibt, nicht gesehen, die Abenteuer, die er berichtet, nicht wirklich erlebt habe. Uns ist das vollkommen gleichgültig, ob wir nun dreizehn oder dreißig Jahre alt sind, wir glauben ihm einfach, weil die Kraft des Glaubens, das ist die der Wahrheit, von ihm ausgeht. Und wenn ihr heute in die Villa Shatterhand nach Radebeul bei Dresden kommt, und haltet die Silberbüchse in euren Händen, die es dort wirklich gibt, dann werdet ihr nicht daran zweifeln, daß dies das Gewehr Winnetous ist, einst schon von seinem Vater Jntschuh Tschuna von Kampf zu Kampf getragen und später von ihm, von Old Shatterhand als Erbe aus den Händen eines toten Blutsbruders genommen. Das ist die große Wunderkraft Karl Mays: daß wir ihm glauben müssen, und daß die Frage nach der Wahrscheinlichkeit jedes Recht und jeden Boden verliert. So haben die alten Griechen ihrem Homer geglaubt und an die Kämpfe ihres Odyffeils, so die alten Germanen den Taten ihres Beowulf und Siegfried, ohne zu fragen, ob es den Lindwurm und den Polyphem, die Circe oder die Walküre wirklich gibt. Denn es ist der Beruf und die Größe des Dichters, uns eine Welt zu schaffen, deren geheime, innere Wahrheit über die greifbare und sichtbare Wirklichkeit triumphiert. Und es ist die Gröhe Karl Mays, die ihn weit über die Reihen der phantastischen oder spannenden Schriftsteller hinaushebt, daß er unserer Zeit, und vor allem der Jugend, in der die Zeit lebt und aufwächst, einen Mythos geschaffen hat, ebenso weitgespannt und gestaltenreich, wie die Mythen der alten Volkssänger. Die Odyssee ist heute ein Bildungswerk, Karl Mays Geschichten sind uns ein Lebenselement. Oder sollte es, wenn wir offen find und unter uns, auch nur einen einzigen Jungen geben, dem der göttliche Sauhirt Eumäus etwa so viel bedeutet wie Hadschi Halef Omar ben Hadschi, Abbul Abbas ibn Hadschi Dahmud al Gossarah? — oder gibt es einen unter uns, dem Hektors Ende so nahe gegangen wäre, wie Winnetous Tod, über den wir alle geheult haben, ohne uns der Tränen zu schämen? Oder für wen wäre nicht der Häuptling Tangua oder gar Abu el Mot, der Vater des Todes, eine verabscheuungswürdigere Gestalt, eine haftendere Inkarnation des bösen Feindes, des Widersachers, des Zerstörers und Verneiners als etwa Hagen Tronje oder Mephisto? Karl Mays Gestalten begleiten uns wahrhaftig durchs Leben, als hätten wir mit ihnen gelebt, sie find keine Schatten für uns, sondern Wirklichkeiten, wir werden sie nie vergessen und sie werden uns immer treu bleiben. Ich denke nicht nur an die großen heldischen Gestalten wie Winnetou, Old Shatterhand, Mohammed Emin, Old Firehand, Behluwan Bey, sondern auch an die ungeheure Fülle der lustigen, humorigen, sonderbaren, verkauzten, komischen, schicksalhaften, tragischen und lächerlichen Figuren, die eine ganze Welt bevölkern können; da ist das unzertrennliche Kleeblatt Sam Hawkens, Dick Stone und Will Parker, — dieser Sam Hawkens mit dem skalpierten Schädel und dem künstlichen Fell, mit der verbogenen Büchse Liddie, aus der kein Schutz danebengeht, und dem unbeschreiblichen Jagdrock, der steif auf der Erde stehenbleibt, wenn man ihn draufstellt, mit seinem Maultier Mary, an dem er mehr hängt als an seinem eigenen Leben, und mit seinen riesigen Mokassins unter den säbel- krummen Beinen — wer denkt nicht mit einem tiefen Schauer an die Stelle im zweiten Band Winnetou, nach dem Kampf um Old Firehands Versteck wo der alte Hawkens, einsam, geworden, berichtet: Dick Stone — ausgelöscht —, Will Parker — ausgelöscht, Old Firehand — aus- gelöscht — und wer erinnert sich nicht wie einer Erlösung des Jubels, wenn dann Old Firehand, der alte Jäger, trotz des Tomahckwkhiebs und trotz der Kugel in feiner Brust noch lebt?! Oder der unheimlich komische, schicksalumwitterte Old Death, der alte Tod, — ober Murad Nassyr, der dicke Türke im „Lande des Mahdi", ober Selim, ber Schleuderer der Knochen ober Krüger Bey mit seinem unmöglichen Deutsch, ober der Kantor emeritus Matthäus Aurelius Hampel aus Klotzsche bei Dresden, ober der Doktor Morgenstern mit feinem Megatherium, — ober aber Haukarapora, ber Urenkel ber Inkas, schön, stolz unb einsam, — ober Selma Puschi bie geheimnisvolle Rächerin, ober Apanatschka, der Halbbruder Old Shurehands vom Stamme der Commantschen, oder der Abu ite, wie die alten Generale, noch immer vorstehenden Abschnitt entnehmen. Verrat mit den Feinden einlaßt. Zwischendurch kam Trautmannsdorf an den Hof mit seinem Bericht r i aus Böhmen; er enthüllte die Lage, warnte aber noch vor der Macht i I des Heerführers, den auch am Hofe immer noch einige zu halten suchten. ! I Auf der anderen Seite wirkte durchschlagend eine neue Denkschrift des gemäßigten, aber klugen Lichtenstein. Sie sprach den Friedländer in schlüssigen Sätzen des Ungehorsams schuldig, auch der Nichtachtung J v JJ. u ____- OamSa« unh hrtv SRoftnmn firr rtpr hnrrt Hamsah Miah, der Vater der Fünfhundert der gleich jedem Fremdling ‘“ÄS Än d-r WH-nM- teuer, der Kämpfe, Niederlagen und Siege, die eine groß« Gestalt, der Führer auf allen Pfaden, der Retter und Helfer aus jeder Not, der Essendi der Westläufer Old Shatterhand, der Mann Karl May. * Wer in die verworrenen Vorgänge der Religionskriege tiefer ein« dringen will, findet in Brandis neuestem Werk „Gegenreformation und Religionskriege" (345 Seiten, in Leinenband 16 Mark, Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig) eine ausgezeichnet klare Darstellung, der wir den IT pcy ote Klagen gegen »uun'i« • | ms,mebr Herbst wußte man von feinen an offenen I nanmen die Dinge eine andere Wendung. einzelnen willkürlich über die kaiserlichen | Wallenstein ist am Abend des 24. Februar in Eger eingetroffen, umgeben von den Getreuen Trzka, Jlow und Kinsky, seiner Leibkompanie und schwachen Truppen. Unterwegs war noch das Regiment des katholischen Iren Butler zu ihm gestoßen. In Eger befehligte kalvinistische Schotte Gordon. Er öffnete Wallenstein die Stadt. Um Wallenstein sein / — ... ... n -iir: nm ’Rtnn an uhpr- Thronfolgers, die alten Feinde Wallensteins und die Spanier am Werke. Sie sparten nicht die schwersten Waffen. Ein Votum des kaiserlichen Kriegsrates kritisierte Wallensteins strategisches Verhalten. Slawata übertraf es an Schärfe in dem „Votum eines kaiserlichen Rates. Darm ist das Bild des Friedländers so gezeichnet, wie seine Feinde ihn sahen, als Atheist und Sternengläubiger, Anhänger der kalten Staatsraison und Verräter. Um Weihnachten lief eine Denkschrift um m der Form Die Jcy-Form oer meinen leiuei -i- "" | e;ner Ermahnuna des Schutzengels Oesterreichs, die scharf ms Ge- geheuren Wirkung. Cs wird dadurch etwas erreicht, "as das Geheimm I » der einen Heerführer bestellt hat, von der wahren lebendigen Wirksamkeit jeder-Dichtung ausmacht. bie“1' wußte daß er nicht Gottes, sondern nur den eigenen Ruhm mittelbare Identifikation des Lesers mit selnem Helden. Dieser „Ichj I den predigten der Ketzer im Lager duldet, statt Gottes Rat den Weiber den Schut verfolgt, die Ghum vernichtet, die Mädchen und Frauen Gestirne folgt, aus nackter Rache Kaiser, Kurfürsten und der Fessarah rettet und die Netzersklaven aus den Händen Abd Asl g »» richtet; der den Kampf haßt, 100 000 Mann stille befreit, dieser „Ich", über den wir »ns so oft ärgern und kranken, wen 8an einen törichten Frieden glaubt, und sich dabei in offenen er aus reiner Gefühlsduselei einen Femb en meichen laßt, der ihm | W^agi, ^.nhen U h “ Sckiädiauna des Landes und der Religion. Er riet dem Religion heißt bei Karl May in Wirklichkeit Nichtei andere->aStolz feiner „ob Euer Majestät, wenn sie kein auf seine Gesinnung, innere Sauberkeit, Mut Sst einem Bekenntnis »er- | b'e 3 fid)erc5 Mittel haben, ihn abzusetzen, ihn ohne Offenstem der nach über Coopers Chingachgock und Unkas hinaus, das letzte unste 1 -9. . ,, szwtlickier Regimenter für den Kaiser. Ein neues UZ Denkmal gesetzt hat. Und die Freundschaft zwischen„Winnetou und nach unnach fa^lich r Reg.menwr fur^ °e 1 gegen Old Shatterhand ist die größte und hinreißendste Ballade von einer aller Welt den Verrat des Herzogs kund. Männerfreundschaft, die uns die deutsche Literatur geschenkt hat. I Wallenstein sah deutlich das Vertrauen seiner Offiziere wanken und Ich sage wohl nicht zu viel, wenn ich behaupte - die Deutschen nach Pilsen. Die Zahl der Erschienenen auf* befriedigen Seite stehen" Menn ch/Olb^Shntterhands brennendes I Der mit sünszig Jahren allzu früh T«ali°ile fS'ienvollen ifete teZEELLLZW I Erhebung gegen den Kaiser. Ihm blieb nichts anberes mehr übrig Am Die Ermordung Wanenstems. I 22. gebruar zog er von Pilsen nach Eger, dem Feinde entgegen. Sern- Von Geheimrat Professor Dr. Karl Brandt*. | Hard von Weimar brach seinerseits von Regensburg auf, umi initger 45OH yjeijeuuuu 4-^1 i * i > Verbindung ober, mit berechtigtem Mißtrauen, zur Im Januar 1634 häuften sich die Klagen gegen Wallenstem in I °ereH.dU |vu d unerhörtem Maße. Seit dem 5 --------------------- Verrat grenzenden und im einzet----- -------- , „ Instruktionen hinausgehenden Verhandlungen mit den Gegnern. Bayern, jetzt auch Spanien, sahen in ihm den eigentlich Schuldigen für die Mißerfolge der letzten Jahre. Wallenstein entging das so wenig wie früher. Die alten Mittel waren verbraucht. Es bedurfte neuer Kräfte. Der W1>tuu„. ------- ------ -------- . .. alte Meister der Verhandlung suchte sie diesmal in Fühlungnahme nut Quartier in dem stattlichen Pechelbelschen Hause am Ring zu uber- den Gegnern des Kaisers, denen er sich innerlich, öum wemgsten politisch, ! cr aur die Burg. Noch in der Nacht auf den 24. gelangte immer mehr angenähert hatte. Das Mittel der Macht sah er nach wie I J Wallenstein die erste Ausfertigung des kaiserlichen Absetzungspatentes vor in der Ergebenheit seiner Armee; eben dieser wollte er sich besonders I SXanuar. Die Gefahr für ihn und die ©einigen stand also un- verstchern. .. I mittelbar vor der Tür. So verpflichtete Jlow am nächsten Morgen im Im Januar .1634 empfing er ZU Pilsen den Grafen Wilhelm Kinsky I * be5 Herzogs unter denselben falschen Vorspiegelungen, die die er und den Herzog Franz Albert von Lauenburg. Es handelte sich> jefet um ' 9 zuvor Butler gemacht hatte, die Offiziere noch einmal unter bestimmte Abmachungen mit Schweden, Frankreich, Sachsen und Brau- 'GibLtour L. unverbrüchlichen Treue. Allein schon am Abend vorher benburg gegen den Kaiser. Frankreich sandte den langst in den deutschen Iw unb Gordon zusammen mit dem Oberwachtmeister Leslie Dingen verwandten Herrn von Feuquieres mit Weitgehenden Ange- I bcm Gefühl peinlicher Unsicherheit untereinander davon geredet, daß boten, die Wallenstem ungefähr so gestellt hatten wie Gustav Adolf I alsbalb einen Ausweg zwischen dem Herzog und dem Kaiser finden im Vertrag von Bärwalde. Er sollte zu spat kommen. , müsiien und daß 1r vielleicht nur in der Tötung der Verräter gesucht Inzwischen verschrieb sich Wallenstem seine höheren Offiziere durch ^S'tönne. Butler, Gordon und Leslie haben sich erst nach und nach 58Ä@ÄJSÄÄf® Sä-L'L.„i-.-7 "" ....... W* d>- -UM '«61« b-i ihm au,».»™ -all'--. °«n ÄÄ * E Der Hof sah in dem Pilsener Revers mit Recht eine Verschwörung der ging mit Vorbereitungen unheimllchster I^do^ und^Butler° ubeUegien Offiziere und traf seine Lahnahmen. Noch vor Erlaß des Patentes Ziehungen zu den Feinden fester- Leslie, Gordonjnd'Butler uv er 8 vom 24. Januar über die Absetzung Wallensteins unter Vorbehcllt der ntnmer neue nicht ge''ugend schere Mogl'chke-tenderErmo^ Bestrasung versicherte sich die kaiserliche Regierung der Generale Gallas, Herzogs und seiner „Adhaerenten Aber chmi am Mittag wo Aldringen und Piccolomini. Sie wurden unbedingt kaisertreu befunden; j die drei Getreuen Wallensteins und den Rittmeister Niema , aber man erschrickt fast, wie leicht sie sich von ihrem Führer trennten. I Herzog auch als Kanzler gedient hatte, auf Re Burg zum... Piccolomini erhielt den bei seinem engen Verhältnis zu Wallenstein über- I Der im Srunbe feige %fiVsma6reaeIn^ie6 Buller aus fatalen Auftrag zur Mitteilung des Patentes an die Offiziere und I ihnen gelegte Schlinge. Nach umfassenden ^^Asmahregeln ß zugleich zu ihrer Trennung von dem Oberbefehlshaber, den er mitsamt I gegen Schluß des Gelages seiner Oberstwachtmeister Geralbm den Mitverschworenen „tot oder lebendig" in seine Hand bringen sollte. I Hausen Spießgesellen m das Gemach dringen. Geraldm rief. „ ' Der furchtbaren Entscheidung des Kaisers waren lange unb schwere I gut kaiserlich?" Butler, Gordon und Leslie ^rdea Erwägungen vorausgegangen. -An dem Sinne des Auftrags bestehen ] Ferdmandus! Sie wehrlosen Gaste, überrascht und uberrann, keine Zweifel. „Der Kaiser fällte ein Schuldurteil wegen Meuterei und I von der Uebermacht fast auf der Stelle umgebracht. . iie Hochverrats." Er verlangte die Gefangennahme der Verräter oder ihre I Die Mörder waren Herren der Stadt. Am wenigsten beftanö w Hinrichtung' im Felde; im zweiten Falle erfolgte die Verurteilung »hne Notwendigkeit, den ungeschützten Herzog selbst zu überfallen unb » „ -eit Anhörung der Angeklagten. Und eben diese Möglichkeit erforderte eine I Aber der Blutrausch der vollbrachten Morde und eine grobe 1 s besondere Begründung. Der Ansturm auf den Kaiser, dessen persönliche I der Besinnung riß die gedungenen Soldaten fort. Mit Geraldm w Entscheidung unumgänglich war, begann zeitig. Man sieht die Partei des j Kapitän Deveroux unter Schimpfreden m das Schlafgemacy ___ ____ I »eins ein und durchstach den Gnade stammelnden Herzog erbarmun»- ■ mit feiner Partisane. Das war noch vor Mitternacht des 25. Fevr - Der Mord war gemein und wäre zu vermeiden gewesen, unv wirkt das Ereignis noch heute wie die Vollstreckung eines lang bereiteten Urteils der Geschichte. Wie herausfordernd hatte der y Mann nicht fast zeitlebens das Schicksal heraufbeschworen! Mocy immer an der politischen Einsicht des Hofes verzweifeln und feit Jahren anderen Lösungen der deutschen • Frage nachhängen, — ernsthafte und würdige Mittel zur Durchführung einer solchen Lösung hat er nicht ergriffen- Mochte feine Krankheit, feine Entschluhlosigkeit und die müde Neigung zum Frieden feine alte Tatkraft lähmen, — er war zuletzt doch zum hilflosen Verräter geworden und verfiel dem Schicksal nicht des Helden, sondern des Uebeltäters. . Die Kaiserlichen aber hatten in ihm die letzte wirklich große Kraft verloren. Flötenmusik. Von Dr. Leo Valet. Die Flöte ist das modernste Instrument. Sie ist so modern, daß fast niemand sie spielt und fast niemand sie liebt. Ich spreche hier nicht von Vrotmusikern, die mit einer Flöte verheiratet sind, sondern von Hausmusikern, die mit einer Flöte in freier Liebe leben. Sie ist das Instrument der jetzt erst werdenden Zeit, die einstweilen noch jung ist für die Flöte. Jedes Instrument hat feine Zeit, wie jede Zeit ihr Instrument hat. Aus der Vorliebe für ein bestimmtes Instrument oder aus der Abkehr davon läßt sich sowohl der Charakter einer Zeit als der Charakter eines Menschen seltstellen. Die Hoch-Zeit der Flöte war die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts, also die Zeit von Bach und nicht, wie allgemein angenommen wird, die Zeit von Haydn und Mozart. Es soll damit nicht gesagt sein, daß in der Rokokozeit weniger Flöte gespielt oder in Vergleich Mit früher weniger Flötenmusik komponiert wurde. Es ist selbstverständlich, daß die Flötenspieler aus Bachs Zeit nicht daran dachten, um 1750 herum ihre Flöte wegzulegen, und ebenso selbstverständlich ist es, daß die Flötenkomponisten, die die betreffende Zeit- und Stilwende überlebt hatten, ihre Produktion nicht einstellten. Man denke bloß an den Flötenlehrer Friedrichs des Großen, Johann Joachim Q u a n tz, der wohl den größten Teil seiner 300 Flötenkonzerte und 200 Flötensonaten nach 1750 geschrieben hat. Das ist aber alles nicht maßgebend. Einzig ausschlaggebend ist die Tatsache, daß die besten Werke, und darunter verstehe ich die Kompositionen, die am meisten den besonderen Charakter des Instrumentes entsprechen, aus der Zeit von Bach und Händel stammen. Worin besteht das Besondere des Instrumentes? Es gibt kein Instrument, das einen fo unstofflichen Ton hat wie die Flöte, was wohl daher rührt, daß er wenig zahlreiche und schwache Obertöne hat und vor allem, daß er durch Mechanisches nicht verunreinigt wird. Bei den übrigen Holzblasinstrumenten hören wir das nasale Schnarren des Rohres oder des Rohrblattes, bei Streichinstrumenten das mechanische Streichen des Bogens über die Saiten. Bei einer Flöte ist das Mechanische bei der Entstehung des Tones so gut wie ausgeschlossen. Der Flötenklang ist eine durch den Atem in Schwingungen versetzte Luftsäule. Es ist schwer, dieses Unstoffliche, das wir bis jetzt nur negativ betrachtet haben, auch noch positiv zu denken. Wenn wir eine Geige spielen hören, sind wir nicht nur Verstandes-, sondern auch gefühlsmäßig keinen Augenblick im unklaren darüber, woher der Tod kommt. Wir sehen den Ton sozusagen aus der Geige aufblühen. Eine Flöte klangt ganz anders. Verstandesmäßig sind wir uns über den Ton vollkommen klar, aber wir haben durchaus nicht das Gefühl, daß der Ton überhaupt von einem Instrument erzeugt wird. Der Ton ist auf einmal da. Er ist überall wie Licht. Woher er auf einmal kam und wohin er geht, darüber läßt uns unser sich selbst überlassenes Gefühl im unklaren. Gerade dieses Geheimnisvolle des Flötentones macht es begreiflich, daß das Instrument in fast allen Zeiten und bei allen Völkern bei Kulthandlungen eine so große Rolle gespielt hat. Wenn wir versuchen, uns den Flötenton dreidimensional vorzustellem, mit anderen Worten, das Akustische ins Visuelle zu übersetzen, so werden unsere Vorstellungen immer direkt an das Unmaterielle grenzen. Der Ftötenton kann nur rund, kugelrund fein, wie z. B. ein Cembaloton immer spitz ist. Und die runde Form kommt der Urform, soweit sie vorstellbar ist, und was noch weiter zurückliegt, der Unform am nächsten. Versuchen wir uns den Flötenton farbig zu denken, fo kommt nur blau in Betracht, ein dunkles, mattes Blau. Und Blau ist bekanntlich die kälteste Farbe, die Farbe, die nicht ausstrahlt, in die man sich versenkt, verliert. Blau ist die meist passive Farbe. Blau ist mehr Tiefe als Farbe. Eo hat die Flöte den farblosesten Ton, was immer wieder gleichbedeutend ist mit dem unstofflichen Ton. Es wird uns ebensowenig gelingen dem Flötenton irgendein bestimmtes Gefühl zu unterlegen. Eine Geige, auch wenn sie ohne jeglichen Ausdruck gespielt wird, hat immer etwas Flehendes, ein Cello etwas Klagendes, ein Cembalo ist spritzig, heiter usw. Der Flötenton hat keinen bestimmten Ausdruck, was bereits B e r l i o z in seiner berühmten Jnstrumentationslehre festgestellt hat. Der Ton ist vollkommen neutral. Er ist nur Ton. Eine Flöte kann nur singen. Nach dieser Charakterisierung des Flötentones als eines klingenden und singenden Etwas, ohne ausgeprägte Form, fast ohne Farbe und vor allem ohne jeglichen Gefühlsausdruck, wird es verständlich fein, daß die Flöte nur w. einer Zeit voll zur Geltung kommen konnte, worin Musik auf alles subjektive, auf Gefühlsausdruck verzichtete, worin Musik nichts anderes fein wollte als reine Musik, reine musikalische Form. Und das war sie in der Zeit von Bach. Bachs Musik war durch keine außermusikalischen Elemente getrübt. ^ie wollte keine Vorstellungen wecken, keine Gefühle ausdrücken oder Gefühle auslösen. Sie wollte nur klingen. Also die richtige Musik für ein gWument, das nur klingen konnte. Dazu kam, daß das Unstoffliche, Un- mnliche, Vergeistigte des Flötentons niemals besser zur Geltung kam als ,!* dem Geistigen von Bachs Musik. Bachs Musik ist mehr geistig als I dmich-sDas Sinnliche liegt i n den Klängen, das viel wertvollere Gei- r'^äwischeu den Klängen. Bachs Wesentlichstes findet man nicht in er -Rotation, sondern in den leeren Zwischenräumen zwischen den Roten. liegt in den nicht mehr greifbaren Beziehungen, worin die Klänge ° manderstehen; in der vibrierenden Spannung, womit jeder Klang sich zu Bem vorigen und zu Bem nachfolgenden verhält. Das Ergreifende von Bachs Musik ist die kontinuierliche Entwicklung dieser Klangbeziehungen, der An- und Ablauf der Spannungen, die sich zuletzt in dem ganzen Satz oder in dem ganzen Werk zu einer großen Spannung kumulieren. Die Spannung der Musik wird zuletzt zu unserer eigenen Spannung. 1750 starb Bach. Mit ihm die Flöte. Die Flötenspieler und Flöten- komponisten der Rokokozeit haben ihr Instrument überlebt. Stand die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts im Zeichen Bachs, so stand die zweite Hälfte im Zeichen Mozarts. Auch Mozarts Musik ist noch absolut, abstrakt, und folglich „ausdruckslos" wie die von Bach. Was die beiden Größten aller Zeiten unterscheidet, ist ihre innere Veranlagung. Bach war mehr geistig und geistlich, Mozart mehr sinnlich und weltlich. Bach ist Mystiker, Mozart Kind. Bach meditiert gegenstandslos. Er meditiert, um zu meditieren. Mozart spielt, zwecklos und sinnlos. Er spielt, um zu spielen. Wenn man das Gemeinsame von Bach und Mozart in Betracht zieht, könnte man annehmen, daß Mozart das gleiche Verhältnis zur Flöte habe wie Bach. Bedenkt man jedoch das Differenzierende, so ist es doch wieder begreiflich, daß Mozart, wie er selbst einmal schrieb, das Instrument durchaus nicht leiden konnte. Die Flöte war ihm zu still, zu alt, zu dunkel, zu farblos, zu matt, zu ernst, zu wenig spielerisch. Er hat zwar einige Werke für Flöte geschrieben. Es waren aber alles bestellte, keine Herzenssachen. Haydn lag die Flöte ebensowenig. Was an Flötenwerken, die im übrigen sehr gering an der Zahl sind, vorliegt, sind meistens Gelegen- heitsbearbeitungen, Arrangements von Klavier- oder Violinsonaten für Rokoko-Herren, die ihre Flöte überlebt hatten. — Von dem jungen Beethoven gibt es auch noch ein paar schwache Flötenwerke. Sie sehen genau so aus, wie Beethoven in den Jahren selbst aussah. Er wird uns beschrieben mit seegrünem Frackrock, weißseidener geblümter Weste, grünen Kniehosen mit Schnallen, weiß- oder schwarzseidenen Strümpfen, Schuhen mit schwarzen Schleifen, Klackhut unter dem linken Arm, feinen Degen an der Seite und frisiert mit Locken und Haarzopf. Die frühen Flötenwerke waren ebenfalls frisiert mit Locken und Haarzopf. Der spätere Beethoven, der eigentliche Beethoven mit den wilden in die Stirn hängenden Haaren, schrieb nichts mehr für Flöte. Was sehr begreiflich ist. Denn um 1800 herum hatte sich eine noch viel durchgreifendere Umwälzung vollzogen als die um 1750. Der erste, der die neue Kunst bewußt formulierte, war der schwärmerische Wackenroder in seinen „Herzensergießungen eines kunst- liebenben Klosterbruders". Er erklärte, der Künstler müsse aus dem Gemüt heraus schaffen. Und wenn der Busen der Empfindung voll sei, stellten sich die technischen Hilfsmittel allein ein. Nach diesem herrlichen Rezept wurde komponiert. Das 19. Jahrhundert wurde genau das Gegenteil des 18. Die Form, die bislang das Allerhöchste war, kam an zweiter Stelle. Der Inhalt, das durch die Persönlichkeit des Künstlers Bestimmte, war fortan das Wichtigste. Musik wurde Gedankenmalerei, Gefühlsvertonung. Die Flötenmusik, die in der Rokoko-Zeit bereits ein ziemlich überflüssiges Dasein führte, wurde im Jahrhundert der Romantik vollkommen unmöglich. Die Romantik verlangt vor allem Expressivo. Und die Flöte ist, Gott sei Dank, das meist unexpressive Instrument. Schubert und Weber schrieben noch ein paar unbedeutende Sachen für Flöte. Dann wurde es auf einmal unheimlich still. Schumann, Mendelssohn, Spohr, Goldmark, Liszt, Wagner, Brahms, Bruckner, Bruch, Mahler, Richard Strauß, um nur die größten deutschen Komponisten der Früh-Romantik, Hoch-Romantik, Spät-Roman- tik und Neu-Romantik zu nennen, haben sich mit der ausdrucksarmen Flöte als Solo-Instrument überhaupt nicht mehr eingelassen. Nur als Orchesterinstrument konnte sie sich behaupten, rein wegen ihrer koloristischen Wirkung. Erst in unserer Zeit ist die Flöte als Solo-Jnftrument wieder lebendig geworden. Pique-Dame. Novelle von Alexander S. Puschkin. (Fortsetzung.) „Lauter!" rief die Gräfin. „Was ist heute mit dir? Deine Stimme ist ganz verschlafen. Was hast du? ... Warte ... Reich mir den Fußschemel! Näher. So!" Lisaweta las noch zwei Seiten. Die Gräfin begann zu gähnen. „Wirf das Buch weg!" rief sie. „Was für dummes Zeug. Schicke es dem Fürsten Paul zurück, ich laffe mich bedanken ... Und was ist mit dem Wagen?" „Der Wagen ist vorgefahren", sprach Lisaweta Iwanowna, indem sie zum Fenster hinaussah. „Und du bist noch nicht angezogen? Immer muß ich auf dich warten. Das geht nicht. Lisaweta ging in ihr Zimmer. Aber es waren nicht zwei Minuten vergangen, als die Gräfin aus allen Kräften zu klingeln begann. Die drei Mädchen kamen zu einer Tür herein, der Kammerdiener zur anderen. „Was heißt denn das? Wie lange muß man klingeln, bis ihr hört?" schrie die Gräfin sie an. „Man soll Lisaweta Iwanowna sagen, daß ich auf sie warte." Lisaweta Iwanowna trat im Mantel und Hut ein. „Endlich, meine Liebe. Was ist das für eine Ordnung? ... Und so fein? Wen willst du verführen? Wie ist das Wetter?" „Windig, scheint es." „O nein, Durchlaucht. Es ist ganz windstill", antwortete der Kammerdiener. „Du redest so aufs Geratewohl. Mach das kleine Fenster auf! Natürlich ist Wind. Und was für ein kalter! Laß ausspannen! Lisanka, wir fahren nicht. Du Hättest dich nicht so schön zu machen brauchen." „So ist mein Leben", dachte Lisaweta Iwanowna. In der Tat, Lisaweta Iwanowna war ein unglückliches Geschöpf. Bitter schmeckt das fremde Brot, sagt Dante, und schwer steigen sich die fremden Stufen. Aber wer kennt die Bitternis der Abhängigkeit fo wie fett schaffen." Während er also rasomerte, war er plötzlich in eine der « 1 , 4. ' r- m i i .. I.. CX »An fitnitnri' AtifAHAt verwöhnt, geizig und. v-rhärt-t in Egoismus wie alle alten Leute die in andern hielt in der erleuchteten Rampe. Und aus dem Wagen trat jetzt Zahl Im A SternI Mondi Die F Blau £ Die Li Von fü Aus h Der Fi Der W Weltchc Akkorde Verschli Ein Bo O blam Die Hof ... t ,n **' *— sie die ganze Stadt, beobachtete dabei ganz streng dieEtlkette und I P das Haus?" fragte er einen Wächter an der Ecke, kannte nicht ein einziges Gesicht. Ihre Zahlreiche: DEschaft ma,tele , 0«Jjjn antwortete dieser. wollte" und stahl ^isawe'w Iwanowna war das Opfer im Hause' I Hermann erbebte. Die merkwürdige Erzählung stellle sich neuerdings g“3 zuviel für Zucker vor seine Einbildungskraft. Er begann um das HausW gehen m @e- Sie goß den Tee ein uno e au g z - . ma^ natürlich I danken an dessen Herrin und deren wunderbare Macht. Spat kehrte ec gebraucht n,“ri3eLlief nul5t Autors- sie begleitete die Gräfin bei den in fein friedliches Gäßchen zurück; lange konnte er nicht einschlafen, und schuld an allen Fehlern des Amors, sie vegieiieie oie csru, als ihn der Schlaf überkam, da erschienen ihm im Traum die Karten, Ausfahrten und, war für das, W ttergrüne Tisch? Päckchen mit Bank cheinen und die Köpfe der Dukaten. Ihr war ein Gehalt bestimmt, das ihr nie ausgezaytl wur^e,^ oaoei w r^ neben die andere, bog die Ecken der Karten ent- vvn ihr verlangt daß s g 3 9 9 9 biefelbe erbarmungs- I schlossen um, gewann ununterbrochen, scharrte das Gold zusammen und würdiae Roll^ Alle kannten sie" und chemand^bemerkte sie; auf den Millen Fckte die Scheine in die Taschen Als er spät aufwachte, seufzte^-r über würdige Rolle. Alle kannten sie, uno m , > unb'bi(, Damen I den Verlust seines geträumten Reichtums laut auf, strich wieder durch die tanzte man nur- dann Mit ihr, wenn f Hn 'mu^te um etma5 I Gassen und blieb vor dem Haus der Gräfin stehen. Eine unbekannte Ge- Toilett?7u^richtenSiehat?Eigenliebe genug, um lebhaft ihre walt zog ihn hin. Er stellte sich davor auf und begann nach den Fenstern K« «Ä und sab um sich mit Ungeduld den Retter erwartend; zu spähen. In einem sah er ein schwarzhaariges Köpfchen, wohl über knL m/iunaen Leute waren berechnend, und windige Prahl- An Buch oder über eine Arbeit geneigt Das Köpfchen - hob sich, hänse zugleich9 sie schenkten ihr nicht die geringste Aufmerksamkeit, I Hermann sah ein frisches kleines Gesicht und schwarze Augen. Dies« obwohl^Lllaweta Iwanowna hundertmal liebreizender war als die frechen I Minute entschied über sein Leben. und herzlosen Damen, um die sie herumscherwenzelten Wie oft geschah I III. es nicht, daß sie leise den langwelligen und prunkvollen Saal Mit den 1 ^aum ()atte Lisaweta Iwanowna Mantel und Hut abgelegt, als schon Gästen verließ und, um> sich auszuweinen, m ihr armseliges Zimmerchen I Gräfin wiederum nach ihr schickte und anspannen ließ. Sie waren im ging, wo die vielen Wandschirme standen, mit Tapeten^ beklebt, die I $ einzusteigen. In der Minute nun, da zwei Lakeien bie Gräfin Kommode, der kleine Spiegel, das angestrichene Bett, und wo eine Talg I bje 2(rmae genommen und durch das Wagentor geschoben hakten, er. kerze im kupfernen Behälter im Dunkel brannte. m,ainn I blickte Lisaweta Iwanowna dicht beim Wagen ihren Ingenieur; er griff Eines Tages — zwei Tage nach jenem Abend, den wir zu Beginn I i {onnte ri(h „or Schrecken an nichts erinnern; der unsrer Erzählung beschrieben haben, und eine Woche u?r jener Sz , I . G schon verschwunden, und in ihrer Hand blieb ein Brief bei der wir eben gehalten haben blickte Listiweta Iwanowna beim ©ie oeebneg if)n im Handschuh, und dl/ ganze Fahrt über hatte' Fenster über ihrer Arbeit sitzend zufällig "»f die Straße und sah einen j 3 g mehr Auge und Ohr. Die Gräfin hatte im Wagen die Ge. jungen Jngenleuroffizier, der unbeweglich dastand und die Augen nach I J . jt er Lisaweta Iwanowna antwortete diesmal ungenau und zerstreut stand am selben Fleck. Da es n'tt ihre Gewohnheit war, mit vorüber- l TL n bamit sie Gräfin. gehenden Offizieren zu kokettieren, so ließ sie davon ab, hinauszusehen, I S. bu nur heute? Du bist ganz erschrocken, was ist bas? und nähte ungefähr zwei Stunden lang, ohne den Kopf zu heben. Man I bu börft mich nicht, ober du verstehst mich nicht. Gott sei Dank rief zum Gfjen. Sie stand aus, raffte ihre Arbeit 3«f~ unbinbem no^ unb Ä'e meinen Verstand nicht verloren." ber Off,3ier roar nicht mehr da und s^ Egaß steigen wollte, Mle? Ergebenheit und Wort für Wort aus einem deutschen Roman ab. sahlik ihn wieder El stand auf der Rampe und hatte sein Gesicht im geschrieben. Aber Lisaweta Iwanowna verstand kein Deutsch, und er ge- I " * »- ----- Wie. t.»«.uWU (le M gu wissen warum, und stieg mit einem unerklärlichen Zittern am ganzen Selbe in den Wagen. ~ r, < „ o,ffi Rach Hause zurückgekehrt, ging sie so ort an ihr Fenster — der Ossi- zier stand am selben Ort, das Auge auf sie gerichtet; sie wich zurück, von S ve7aan"g7n"an'dem sich nÄt der junge Offizier I 7rückscMen?'^r^U und ^/tfchUden 'd^auf antworten? Sie tonnte ää feras sässaäs s r Ä’“ SÄ »'L b,„s SÄ-«-! ""Ä"« Rat" seine bleichen Wangen übergoß, jedesmal, wenn ihre Blicke sich I jh„ wieder: dieser Ausdruck erschien zu herablassend lener wieder M trafen. Nach einer Woche lächelte sie ihm zu ... I grausam. Endlich gelangen ihr die Zeilen, m>t dei,en sie zusneben war. Als Tomski um die Erlaubnis bat, der Gräfin seinen Freund vorzu- „Ich glaube Ihnen", schrieb sie, »daß Sie ehrliche Adfichten haben, un stellen begann das Herz des armen Mädchens laut zu pochen. Da sie aber daß Sie mich nicht mit einem unbedachten Schritt kranken wollten, abc erfuhr daß Narumow nicht Ingenieur, sondern von der Garde fei, ärgerte unsere Bekanntschaft sollte nicht auf solche Welse beginnen. sie ich daß si'e mit ihrer vorlauten Frage ihr Geheimnis dem leicht- I Ih/en Ihren Brief zurück und hoffe, daß ich siirderh.n keine Ursachc finnigen Tomski preisgegeben habe ... | mehr haben werde, mich über unverdiente Unerhrerbietigkeit zu beklag ■ Hermann war der Sohn eines naturalisierten Deutschen, der ihm ein I ^tm nächsten Tag, als Lisaweta Iwanowna Hermann kommen W kleines Kapital hinterlassen hatte. Fest von der Notwendigkeit überzeugt, i -^^b «e von mrem Stickrahmen auf, ging in den Saal, öffnete die kleine feine Unabhängigkeit sichern zu müssen, rührte Hermann die Zinsen dieses ' im Fechter und warf den Brief auf die Straße, auf die Ec- Kapitals nicht an, lebte von feinem Gehalt, ohne jemals auch nur 6er I -chmindchkeit des Jünglings hoffend. Hermann eilte herzu, hob ihn au kleinsten Leute nachzugeben. Natürlich war er verschlossen und ehrgeizig, I [('b uerschwand in der Konditorei. Indem er das Siegel ausriß, fand« und feine Kameraden hatten wenig Gelegenheit, sich über seine Sparsam- I jeinen Bries und die Antwort der Iwanowna. Er hatte diese erwartet feit luftig zu machen. Hermann hatte heftige Leidenschaften und eine I unb ( „ach Hause, ganz und gar mit seiner Intrige beschäftigt. 8 I jsh?* drückte) 'das Notwendige zu opfern in der Hoffnung, damit das lieber, flü fige zu gewinnen ... Inzwischen aber verbrachte er ganze Nachte bei den Spieltischen und verfolgte mit fieberhafter Unruhe die verschiedenen