Freitag, -en 2. Mai Kummer 3^ uns^Tet^ergeben^roürbe/" ®^e,mni5> um welches zu wissen jeder von nid;t"' °"Ew°rtete Tomski sehr gewichtig. I eine" nach de/ ander "n"^er>'ät" und "du ‘w’t Großmutter, die drei Karten, I nicht entwunden?" ' l^r ^I5- KÖt dieses Geheimnis „Nein, Zum Teufel", antwortete Towiki _____ | unter war mein Vater. Alle wer wären w'abckcknM Sohne, dar- emem von ihnen hat sie ihr ©cheimnis iJrrn^„ ??'eJer' aber nicht geschadet hätte, ebensowenig wie mir ^nVh^'r0»100-’’ ®nen bas nicht Zählt, der Graf IwaiJlschunPm!tl°M^rr^^ nur mein Onkel er- verstorbene Tschaplitzki,derF'bederL BeÄ7rt bekräftigt: der honen verschwendet batte bat in seiner .starb, nachdem er Mil- erinnere n„ 'Gefahr 300 LLel mLrln. Er^r dS verurteilte, hatte "Mitleid nist'Tsthäckckki ^SfVn6”9 JOl^C Jugendstreiche er sollte auf sie der Reihe nack leV '.nkl- nm,,’fe drei Karten, Ehrenwort ab, künftighin keinesKarte meb?anE„^'" '^m zugleich das Ä K .9* 6™ -K W^ÄS’Äg' Lttk gegen den Herzog zu sehen Sie zoa hr»i Geschichte und begann der anderen der Reibe nack- oll» si ? Karten, setzte auf eine nach hatte alles zurück, was sie verloren^ hatt?""""^"' UP'b bie Großmutter "raüß/1!', rifJ ei,ler von Öen Gästen. < warf Hermann ein. Dritter mQren bic ^rten irgendwie gekennzeichnet", meinte ein I st- in ^’Ä^on^aris^einÄffferaSr®*9?6“ We' unZ> daß I toarntoro, kurz, er erklärte ihr rimbmal besaßen wie um Moskau und I Pur Großmutter gab ihm als Antwart^einPohrfpiP^ *£tytn 311 wollen. I schlafen — zum Zeichen ihrer Ungnade Am nörftft»9« toÖ ^G sich allein I Mann n der Hofsnuno hr>6 - ^lm nächsten Mann ließ sie ihren nicht verfehlt hätt zu fick ruk-n Strafe ihre Wirkung au ihn das erstemal iär ß^n Nßsisi'ch^t ’Ä unerbittlich9 Es w7r I rungen einließ,- sie glaubte hm ins @eSffe„ f2Prn^9Un0e1 ,mb Crklä- I sehr von oben herab ffanunL^ reden, indem sie ihm I Schulden seien, und daß es ei mm Un^rk'cki^ h'cht alle Schulden Prinzen und einem Fuhrmann Wober?-EP Zwischen einem | so Diell Die Großmutter wußte nun nickt nv>« Pr Großvater. .Nicht I uT mit einem sehr merkwürdigen Mann^b/^ tUP" war seit kur- I haben wohl vom Grafen St ftiprm/./L k . bekanntgeworden. Sie alle Wunderbares erzäk?»rt. 6 ’S ?!“" be»' seinerzeit so viel I 3uöcit ausgab, für den der das ’ er sich für den Ewigen I uno anderes mehr gefunden bot und den Stein der Weisen hielt ihn für ein n Sch rl an L^n, ?k fu? über ihn lustig und Memoiren, daß er Spion gewesen Ki lw von ihm in seinen I trotz alles Geheimnisvollen um ibn ein PL’ bLI9e- .besaß St. Germain in Gesellschaft von großer Liebeswtwblackl^^9^m^^ores und heute iwch in ihn sterblich verliebt und bwieb^tnUa^'n. 3,e Großmutter ist Ehrfurcht gedenkt. Die Großmutter wubt?Ä ^7^u man seiner ohne große Summen verfügen konnte b^r?P .Germarir stets über I wenden, schrieb ihm ecken Br?e ' ,md bat ibn"^'° ™ on ihn zu al e Zauberer erschien auch Mort und fnnVn»' -3 -®r 3U kommen. Der Wlung. Sie schilderte ihm mit den Mwämes enschrecklichen Ber- Mannes und erklärte ihm endlick hnfi £I3T Warben die Roheit ihres Freundschaft und Gefälligkeitfetostß?rrm9-n3C-P°rffnun9 auf feine Ihnen mit der Summe, die Sbrmck^i'" überlegte. .Ich kann weiß, daß Sie sich nicht eher beruhinf fe btcnc.n' sagte er; aber ich Geld zurückgezahlt haben, und ich möchte^nick Sie mir das •* »ÄK SÄ Jhnen^daß'ivck absolut Mn'Geld me^r^haben.®toBmutter' M sagte mi/anhörei?'" fCin ®Clb ba3U' erwiderte St. Germain. .Wollen Sie MehemZamilienbMer Unterhattvngzbeilage zum Gießener Anzeiaer zährgängWy^— d Pique-Dame bedeutet heimliches Uebel- wollen. Letzte Ausgabe des Traumbuchs. Winternacht"waP ohne"dafPman9"/^iwrfP Karten gespielt. Die lange morgens setzte man sich iu J vergangen; um fünf Uhr Appetit; We anöeren' «ßen mit großem htzen. Doch Champagner kam l unb blieben vor leeren Tellern nahmen daran teil ~ ®esprach belebte sich - und alle l^^9 uüd doch1.7rL L"aS "reg'. N'chk- bringt mich! ein"unbl^°^!>"n®e®" •"* 5 Ä «m«. « M (w ä ich bin nicht hi' tvr beschäfstgt mich," wandte Hermann ein dock I d-r Hoffnung, nür damst'das^ziMckMckP^ ßebcn brauche, zu opfern, in ,Hermann ;» V" .b 311 srhassen, was zum Leben überflüssig ist." I Tomsti. „Wemr itö tlQfPrUt,il$Cr' m- s^ibt jeden Pfennig an", bemerkte | '.'tsch^kömi" m^de ^mik |flPe,nr war jetzt allgemein di« Frage. I N'Utter nicht fpielt" 9 ' fu&r Tomski fort, „warum meine Groß- I '^Ärau ckcht"mchr?cheM-^' fa0te 9innm!Oro- »daß eine achtzig- , "Z° wißt ihr nichts von ihr?" 8ar nichts, wirklich." wahren nach^stckiü/9em wissen, daß meine Großmuter vor sechzig WZZZMZW?i-ssMW Zerzog Don Orleans eir l Lu P^rao. Einmal verlor sie an den -Fliegen- von ihrem Gekickt,S''mn,e Sie fuhr nach Hanse, klebte -roßvatcr den Berlnü m. V 7^' 'J°3' 69,18 ihr Fichu weg, gestand dem ?er »erstorbene örnLnu* 9°U ®nt’ "uch gleich den Auftrag, zu bezahlen. L^-noaller erinnere,' so eine Art braAlb‘esn,a[ geriet e/ ®d'a sr surchkete sie sonst wie das Feuer; ^le gleich dos B-ick mif Ln%r° °^(c Summe vernahm, außer sich, -«uch nut den Ausgaben herbei, rechnete ihr vor, daß Schlummerlied. Bon Leo Sternberg. Schlafe nun, wirbelndes Haupt! Rufe den Schwarm der Gedanken fern aus den Welten zurück! Gegen die Wände der schwarzen Himmel, der rings geschloffnen taumelt ihr Flügel sich müd ... -Iber du, wiegendes Blut, nimm mir das Steuer und führe weiter das treibende Boot, Fährmann über die dunklen Fluten, auf denen wir schwammen lang vor dem Anfang der Zeit, vahre! Schon wandelt das Leben wie der vergessnen Gestade ferne Erinnrung vorbei ickhre ins Ungesehne, iDo auch die Träume verlöschen, bis uns die schweigende Pforte wieder entläßt - in den Traum. Z>ique-Name. Novelle von Alexander S. Puschkin. fi(«)en. nlffifrfie Romane? Nun, so schick mir einen!" "Lebe^Sie wohl, Grandmaman! Ich habe Eile ... Adicu.Lisawea vwänowna Warum haben Sie geglaubt, daß Narumow Ingenieur fei? gaÄS'Ä3XES °>- w* rti* Aum lenster heraus. Gleich daraus zeigte sich unten auf der Straße beim ^au/an der Ecke ein junger Ossizier. Rote bedeckte ihre Wangen; sie nahm ihre Arbeit wieder auf und beugte den Kopf über die Leinwand. Da i" diesem Augenblick, kam die Gräfin hervor, ganz angezogen. ’ anwannen, ßifanfa! $ßir führen ^pn3i6ren. Ljsanka stand vom Stickrahinen auf und raffte die Arbeit zusammen. „Was ist das? Bist du taub?" schrie die Gräfin. „Laß an,pannen. II. Di- alte Gräfin *** saß in ihrem Ankleidezimmer vor dem Spiegel. Drei Kammerjungfern waren um sie. Die eine hielt einen Tiegel mit Sckininke die zweite ein Schächtelchen mit Nadeln, die dritte ein hohe^ Täubchen infeuerroten Spitzen. Die Gräfin hatte auch nicht mehr d,e ge- SÄ«»1» 'm '»‘»S -Ä ***» «"sjRgÄ 3icr" „®uten Morgen, Mademoiselle Lise. Grandmaman, ich komme zu Ihnen mit einer Bitte." 3l>»»«- F,-und- »«d Äb d- f««nfl d- mir Ihn b.«n .... Ä'wMuiii »ir »ab«n bis fünf Uh. g-i»n-h »i- e™'&.rÄ‘.,Mms™ an K WH*t -h» bk Fürstin Daria Petrowna, ja, die war hübsch. A propos, sie muß doch "ÄSkLKSÄS «- - °°- i-b>» =*- fiCftÄeniäulein hob den Kopf und machte dem jungen Mann ein «„icken Ihm siel gleich ein, daß man der alten Gräfin den Tod ihrer Altersa'enossinnen verheimlichte, und er biß sich m die Lippe. Doch die Grättn nahm die für sie neue Nachricht mit großer Seelenruhe auf Di- iit aei orben" sagte sie. „Das wußte ich gar nicht. Wir sind beide^zusammen zu Hofdamen ernannt worden, und als wir vorgestellt ""'S 'täf?« Ä in» hn-d-M.» Mal- b.m ih» 2lnS; Paul," sagte sie, wie sie damit fertig war, „hilf mir ausstehenl ^'^Dk'cbüfin ging"mit ihrem^Mädchen hinter den Wandschirm, um ihre Toilette zu vollendeten. Tomsk! blieb mit dem Fräulein allein. .Wen wollen Sie vorstellen?" fragte leise Lisaweta Iwanowna. "Narumow. Kennen Sie ihn?" „Nein. Ist er Offizier oder im Staatsdienst/ des phantastischen Orangenhainchens ihr zuliebe ein Kreisrund in die Kweiae geschnitten, das ihr zum himmelhellen Glorienschein wird. Um sie eüi musikalisches Wogen lenzesfroher Jugendgestalten, die sich im rischen Tau biegen und dehnen. Und Zephyr, der laue Fruh ings- wind schwebt um die Bäu>ne. Und Flora, der Geschäftigen, fallt die meiste Arbeit an dem großen Naturereignis zu. Allerdings eine ne,denswerte Mühe, und sie verrichtet sie auch freudig: Blumen muß sie über das Gefilde streuen. Sie schreitet kräftig aus, die energische Saernann- bewegung ihres Armes hält den ganzen leichtgeschürzten Hofstaat zu? sammen. Die Italiener der Renaissance haben aus alten Anschauungen neue Geschöpfe geboren, haben sich willig von dem Reichtum der griechischen Vorstellungswelt anregen lassen. Aber nicht nur durch das Italien des 18. Jahrhunderts geht das kindliche Sehnsuchtsatmen, das triebhaft entschlossene Tasten nach schöner Gegenständlichkeit. Mittelrheinische Meister zaubern uns Fruhlmg-land vor. Noch erschöpft sich nordisches Kunstbilden um diese Zeit im Religiösen doch gern ergreift es jeden Anlaß, daneben seine Freude an allem, dessen'man irdisch habhaft werden kann, zu zeigen. Geschwind frelllch, in eifriger Abkürzung, sind auf solchen Bildern die Lilien und Rosen, die Maiglöckchen und Narzissen aus dem von Kraft überströmenden Erdreich gesprossen. Doch nicht zu sommerlich üppiger Fülle verbindet sich das saftige Pflanzenwerk. Noch schüchtern und allem, noch wartend steh jede Blüte da. Und aus demselben Geiste sind auch die Figuren die zu schöngeistiger Unterhaltung um die Madonna versammelt sind. Die I Szenen spielen im Märchenland, wo man mit goldenem Löffel an goldener Kette Wasser schöpfen kann, wo der heilige Georg seinen erlegten Drachen neben sich ins Gras geworfen hat und stolz die Arme in die Hüfte stemmt, während freundliche Jungen mit offenem Munde leinem ivannenden Bericht lauschen. Und nun wird noch gar das Christkind von einer lieblichen Heiligen mit Schneeglöckchenkrone im Zitherspiel unterr chtet; das ist höchste Glückseligkeit, wie man sie nur empfindet, wenn leuchtende Frühlingstage ins Freie locken. Das ist d,e sentimentale Minnestimmung gotischer Wirkteppiche, die französische Hos.schkeit und I Ritterart über die ganze abendländische Welt wehte. j Der Geist der Liebeshöfe ist der Geist des Lenzes. Das Jahrhundert I h„r Frührenaissance, das sich nach langer Dumpfheit seiner Vorgänger | tüieber der Schönheit der Gebirgswelt bewußt wird, knüpft unmittelbar I an Wochenendeqedanken der Römer an. Und die eleganten Fruhllngsfeste, SL XX ns Vür tenhof beging, erinnern an den Wonnetaumel der Römsr der sie in den letzten Apriltagen im Kultus der Göttin alles I Gedeihens gesellte. Will man Francesco del C oj j a s Bildern Glauben I schenken sollst auch diese Lust in Ferraras von Flötenspiel, Lautenklang, I Dichterwort und ungenierten Kußszenen erfüllten Parks wieder aufgelebt. I Doch immer hält trotz aller glücklichen Freiheit eine schwärmerische I Befangenheit vor sommerlich glühendem Bacchanal Zurück. So schnell ikt Amors Sieg nicht entschieden. Die Keuschheit zahlt viele Anbeterinnen und nicht selten geschieht es dem lockeren Knaben, daß er uber- I munden und gefesselt im Triumphzuge der Keuschheit aufgefuhrt: wird. I Die Blütenspenderin Flora hat sich nicht nut dem Jahrhundert, da I mre Glanzzeit bedeutete, einfangen lassen. Auf farbenum^ponnenem | Wagen ist sie durch die Zeiten gereist, umjubelt und geliebt, von eitle Prinzessinnen in prangenden Porträts vorgetauscht, aber in Wahrheit ist sie doch älter geworden. . I Rack dem Verlassen jenes holdseligen Gartens voll jugenbjwn I Empsindens der die Renaissance heißt, wendet sie sich üppigeren. - I fiihpn xu Ihr Wesen verliert die ursprüngliche Fn che, sie wird galanter, ihre" Reize bewußter,"gezierter. In'den Bildern Watte aus ist mchk mebr von der Unbefangenheit der ersten Blute zu finben. Die (entimen I täte Minnestimmung ber Gotik ist verflossen, man siebt den itruhli g nur noch um ber Liebe willen. Ihr Prinzip erweist sich m ber ganzen höfischen Barockkultur herrschend. Die geputzten Meiischen in den 1 von Versailles finb zwischen ihren geraden T°kusheck^ wie Pap blumen, bis man mit spitzen Fingern zerpflückt, ohne Saft, ade g und auftraqend in ihrer Erscheinung. Unb sie wachen kern Hehl au h unverschämt werbenben Gesinnung. Flitter, Buntheit und Lausch, darunter "in alles verzehrender unb mißachtender Lebens rieb, en halten jener Zeit alle zarten Regungen, alle Frühlingssch e.er, in bu> rerfg benbe Kindheit sich hüllt, vor. Die Barockmenschen fmb voll gereift, hr Reise hat sie sogar schon Ueberbruß am Genossenen empfinden ! Sie spiAen um das Leben unb mit der Liebe, sie ruhen nach schwu A lebenschäumendem Tage unter schattigen Baumen voll Armende^ $ gj- <7vr Titnn NubenS hat ben Nacken, die urucienue OlUt ul I mers am Tage Abst an .-halten, er wirkt im heißesten Licht u watet durch das kälteste Wasser, ohne daß ihm eines °der bas an^ etwas anhaben kann Der Abend leuchtet ® Sonn® Aucsi ihm ist alles Sommer und Fülle, aber er zieht aus oen - strahlen ihr Seelisches, Wohltätiges und Erhaltendes Heraus, Bnnurbsn S ".« unb ,ouM unb «Jß.WÄSS Sengende unb Wilde. Wenn er eine Flora malt so ii es eine « göttin, die Sommerblumen in den Haaren tragt, reich u ^"Anmuftg^Frühlingsbilder besitzt diese Zeit nicht weil |ie f« 9.“' nicht begehrt, unb ein Naturempsinben wt« (» Jembican^ ^5 j,, bet j gesenkt war, ist in ihr überhaupt selten. Es erstarrt. volleno Geistesschärfe bes 18. Jahrhunderts, das nur noch Darstellung Flora als schmeichlerische Anspielungen kennt. Es ist ein tr en , Herbst geworden. Ein vielfarbig glanzendes Bild, b(u au.g I von ber kalten Tusche der klassizistischen Malerei. Der Gang der europäischen Kultur und Kunst laßt sich i n @(1 seit dem Anbrechen der Neuzeit bis zum Untergang der ständisch^ sellschaft vergleichen mit dem Ablauf eines Iahres wahreno 1 u f die verschiedensten Prinzipien des Gedeihens abloscn. ®'ncaUc9llllberci' I reicht dem nächsten die Hand; es kommt nicht wieder jm an der Herrschaft gewesen sind- Seine Wirkung waltet nur M I weiter. Eine ausgesprochen fruhlinghaste Kunst hat Romantik I nur einmal im 15. Jahrhundert gegeben. - Das haben Die Gleich" antwortete das Fräulein leise und ging hinaus. Ein Diener kam herein und überbrachte der Gräfin die Bucher vom ^"?Mut.dJch wsft"dan°ken"?sagte die Gräfin. „Lisanka, Lisanka, wohin „Offizier." "N"ein"'Kavallerist. Warum dachten Sie, daß er Ingenieur sei? neuen Roman! Nur keinen von den modernen, bitte. 1 ijUnr, Hir einen also, Grandmaman? . . , «. "Einen in dem der Held weder Vater noch Mutter umbringt und wo niemand ertränkt wird. Ich habe eine schreckliche Angst vor Ertrunkenen. Zolche Romane gibt es jetzt nicht. Wollen Sie vielleicht e.nen rus- S-Hst du?" . „ „Es lst"noch Zeit. Setz dich her! Mach den ersten Band auf und lies mir" etwas vor daraus!" _ Das Fräulein nahm das Buch und las ein paar Zellei. (Fortsetzung folgt.) Oer Frühling in der Kunst. Don Wilhelm B 0 e ck. Die Physiognomie der Jahreszeiten ist so vieldeutig und wandel- gestaltig, daß es schwer ist, ihr Mienenspiel festzuhalten. Jahreszeiten sind wie Menschen, die sich schlecht photographieren. So hat auch die Kunst es unterlassen, den Duft der Frühlingsscholle und des reisenden Kornes, der Herbstesnebel und der Eisesklarheit in bestimmten, symbolisch wiederkehrenden Prägungen einzusangen. Doch hat sie es sicy nie entgehen lassen, einen Zipfel ober eine Falte des schnell vorubertanzelnden Lenzes loszutrennen, ein Strählchen der alljährlich erwachenden Gluck- $CliUnb ftltchm"°"gerade die Stillen, die Beiseitestehenden, die Gedrückten sind es, die hier am flinksten zur Hand waren. Der leise Sanetro Botticelli hat es sogar gewagt, offen auszusprechery daß er wirklich den Frühling malen wolle. In einem Streusel von Bluten unb Farbigkeit schreitet bei ihm die Göttin des Frühlings dahin. Zart bewegen ihre Füße die linden Kräuter, zaghaft winkend neigt sie das Haupt. Alles an ihr ist noch sittsam scheue Zuruckhaltung österliches Ahnen. Wie eine Heilige tritt sie auf. Es scheint, als habe der Gartner n. i- 15 rr ib li- lN, ch. m, üblich eht Job jtcn die nem kind Spiel ibet, itale und ndert inger eibar -feste, l der alles auben klang, gelebt, .erifdje Schnell Inbete- ■ über« : wird, rt, das menem . eitlen ahrheit dfrohen en @c= alanter, t nichts ntimen« Frühling ganzen Gärten Papier« er grell us ihrer sch, und nthalten verscheb -ist, ihr- ii lassen, hwiilew, r Vögel chte und s andere randt. Sonnen- übctlW itur alles Somnrer- ,ll stolze" > sie 9«r ' tief ei"- 5 in der ngeu 6cr ,r bunter 'sitzt «'l° m gr°k" ischen u>e dessen N geht"" e ande", n Gesole" ■r MÄ fannf wenn sie mit ihrer Kunst an die religiöse Zartheit und Um Mittelbarkeit des Quattrocento wiederanknüpfen und einen neuen Früh- r na der Empfindung heraufführen wollten. Sie waren aber gar nicht imstande so unbewußt schöpferisch zu werden, wie sie es als notwendig ’.' nnten und beabsichtigten. Sie waren zu sehr Nachkommen einer um neben« geistigen Generation von Denkermenschen, um von den Ergeb- nilien der väterlichen Forschung absehen, ja sie verachten zu können. Wenn sie vor ein großes Bild der Natur oder Kunst traten, so kam es nickt über sie wie ein brausender Wind, sondern in ihrem Herzen, das beariff stieg die Forderung nach Ergriffenheit und Verehrung auf. Vr Geschlecht war ein unmännliches Geschlecht der Hingabe. Frühling ab« ist Zeugung und Kraft. Diese wird eher gefunden in den zwar nock romantisierenden, aber lebensvolleren Werken eines Thoma und Bocklin mehr aber in den zum wahren Dasein ringenden Menschen der Kunstmärtyrer F e u e r b a ch und M a r e e s. Lob -es Bocksbeutels. Zu Würzburg im 1730er Jahr Beschloß die städtische Räteschar Den Wein der Lagen „Leisten" und „Stein" In Bocksbeutelflaschen zu gießen Und sie mit dem Stadtsiegel zu schließen. * Ich will meinen Gesang von dem braunen Bocksbeutel damit beginnen: Hunderte lagen im weihrauchduftenden Pfarrerhaus Bauch an Bauch, gehüllt in Spinnen. Der Pfarrer war weise, liebte den Honig der Kleeäcker und stammte aus Franken. Sein Sinn war zur Hälfte Gott, zur Hälfte waren es Weingedanken. „Ich überschaue den Zug der Trinker," sprach er, „seit 200 Lebensjahren, Es sind Mönche, lächelnde Kranke, Siebte, Soldaten und wettergebräunte -Scholaren. Es sind dickbäuchige Bäcker, Studenten, Räte und viele Schultheißen Und der edelste Zecher von allen: Max Dauthendey ist er geheißen." Dabei trat der Pfarrer ans Fenster und sprach ergriffen: „Guten Abend, glitzernder Main, ffluten Abend Heiligenbrücke aus fränkischem Erdenstein. ffluten Abend schöner Berg mit Festung und geweihter Wallfahrtskapelle, ffluten Abend Dächer von Würzburg, Segen Gottes über dich hüglige Welle!" Ich sah vor seiner Hand die holdselige Stadt, heiter, turmfröhlich, barock, Und über dem Maine drüben die Zeilen der Weingärten Stock an Stock. „Ich liebe," sagte der Pfarrer, „von allen Lagen am meisten Den glühenden Tropfen vom „Stein" und den schlafverklärenden „Leisten". In beiden ist alles, was Franken bedeutet, geläutert, gefiltert und duftig enthalten: Die Lindenblüte, der Klee, die schwingenden Hügel, der Iulinacht stern- silberne Himmelsfalten. Ein schimmernder Tropfen vom Main, die ganze Sonne, der Mond, das Domgeläute von unten. D a s ist das Geheimnis, warum die Kranken genesen und fröhlich sind die Gesunden. Der heilige Kilian, der auf der kalkigen Weinbergsmauer steht, Schickt das ganze Jahr für die Trauben zum Herrgott sein Bittgebet. Ich habe es selbst gesehen, daß die Jungfrau herabstieg vom Sockel, wo sie saß, Und zur Herbstzeit eigenhändig mit den Mägden vom Spital die honighäutigen Beeren las. Wir wollen das einmal probieren!" Und er holte eine Flasche, darauf stand 1911: Da sang ein Sommer darinnen und es schwebte heraus eine Els'. Gesiegelt war sie vom Wappen, sie war ein Echter vom „Stein" Und hotte gewaltiges Feuer, das sprang mir süß ins Gebein. Dann kam ein 21er: er roch nach blühenden Mandeln und betupfte die Zunge mild Und zauberte mir in die Seele ganz Franken als grünendes Frühlings- gefild. * D möge die Reblaus von diesen herrlichen Lagen fernbleiben, Kein Gewitter mit Hagel blutige Rinnen in ihre Zeilen schlitzen und schreiben, Keine Schmarotzerpilze ihre zarten Blüten und Blätter vergrauen, Sondern möge an ihnen immer ein glühender Sommer und heiterer Herbst kochen und brauen! ßciber weiß ich über die Jahrgänge, die kamen, 26, 27, 28, 29 nichts zu malen und bildhaft zu deuten; ^ch kam seitdem nicht mehr zu einem Pfarrer und ähnlichen „echten Bocksbeutelleuten. Aber man sagt von den Ernten, vielfältig, betörend und innerlich fei ihr Geschmack. -menn ihr sie trinkt, Würzburger Zecher, denkt an den Schreiber dieses Lobes, Anton Schnack. Oie vier Zsiiaiter der Nervosität. Von Heinrich K a h a n e. Das lateinische nervus, die Sehne bezeichnend, selbst ein Lehnwort aus dem Griechischen, wanderte als Fremdwort ins Deutsche, wo wir es im 16. Jahrhundert in der Bezeichnung „Sehne, Band" finden; daneben tritt im 17. Jahrhundert das Adjektiv nervös auf, dem lateinischen nervösus entlehnt und in der Bedeutung „nervenvoll, nervenreich, sehnig, kräftig" oder allgemein „die Nerven betreffend" belegt, das späterhin unter dem Einfluß des französischen nerveux die Form nervös annimmt. Durch häu-- igen Gebrauch in der medizinischen Fremdsprache entwickelt nun das Wort Nerv seit etwa Mitte des 18. Jahrhunderts einen neuen Inhalt. Neue heilkundliche Kenntnisse und Erfahrungen, vor allem Anton Mesmers epochemachende Entdeckung des tierischen Magnetismus — — Goethe schreibt 1787 in einem Briefe: „Ich werde auf den Magnetismus aasten, die Sache ist weder leer noch ganz Betrug" — ließen die Bedeutung „feinempfindlicher Empfindungsleiter des menschlichen Körpers" (die unser heutiges Nerv noch hat) allmählich durchdringen. „Nervös, das ja allgemein „die Nerven betreffend" bedeutete, mußte nun, bei solcher Entwicklung der Nerven, mit der Zeit mitgehen und selbst sich ver- einern; was früher „fehnig und kräftig" gewesen war, wurde jetzt „emp- findungsreich, fein empfindend, die Nerven angreifend". Die französischen Damen — berichtet eine Modezcitung von 1758 — „deren Delicatesse bekannt ist, und nachgeahmet wird, bedienen sich des Eau de Luce nach Wunsch bey Kopfschmerzen, Ohnmächten und bey allen nervoesen und hypochondrischen Kranckheiten." Entscheidende Beeinflussung erfuhren die beiden Worte von England her. Ein englischer Arzt, Robert W h y t t s, hate 1763 eine Schrift veröffentlicht, deren Titel in der deutschen Uebersetzung, die schon im nächsten Jahre erschien, lautet: Beobachtungen über die Natur der Krankheiten, die man gemeiniglich nervenhypochondrische und hysterische Zufälle nennt. Der Einfluß war ungemein nachhaltig. Wir finden in einer englischen Wochenschrift der Zeit den Stoßseufzer eines bedauernswerten Lords: „Meine eigene Constitution ist, Gott sei Dank, ganz robust, doch bin ich zu meinem Unglück mit einem nervösen Weibe geschlagen... Einer Person, die hastig treppauf, treppab hetzt, die Türen zuknallt, die Feuerzange auf die linke, das Schüreisen auf die rechte Seite des Kamins legt ... jeder von diesen kleinen Zwischenfällen hat eine unmittelbare und unwiderstehliche Wirkung auf das Nervensystem meiner. Frau." Und kaum 25 Jahre nach dem Erscheinen des englischen Buches ereifert sich der große deutsche Arzt Hu sein nd in einem Artikel „lieber die neuesten Mode- arzneyen und Charlatanerien": „Es waren einst glückliche Zeiten, wo kein Mensch wußte, daß er Nerven habe. Man wurde vojt ihnen aufs beste bedient, ohne ihre Gegenwart zu ahnden, ohne fichs möglich zu denken, daß sie auch untreu werden könnten. Wie sehr haben sich die Sachen geändert! vor 40 Jahren hatte ein Englischer Doktor (Whyit ist sein Name) den unfertigen Einfall, ein Buch von den Nerven und ihren Krankheiten zu schreiben. Ein Apotheker, der sich schon lange über die Zufälle einer gewissen Dame den Kops zerbrochen hatte (denn in England praktizieren auch Apotheker), ließt das Buch. Er kommt wieder zur Dame, und da sie ihn abermals mit einem ganzen Heer von Beschwerden überhäuft, und endlich einen kategorischen Ausspruch von ihm verlangt, so durchschneidet er den ganzen Gordischen Knoten mit den vier Worten: Es sind die Nerven, Madame; — und der Einfall glückte. Man fand den Ausdruck völlig befriedigend, er wurde Mode und Hypochondrie, Vapeurs ufw. mußten ihm Platz machen. Selbst die Aerzte mußten sich nach dem Willen der Mode richten, und fanden bald das Wort fo bequem, daß sie es um alles in der Welt nicht missen möchten. — Jetzt will alle Welt Nerven haben, und zwar piquirt man sich, scharfe, reizbare, delikate Nerven zu haben, denn fo will es der Ton. Ein neruigter Mensch hieß sonst ein fester, kraftvoller Adomssohn, jetzt heißt es ein Wesen, das jeden Eindruck tausendfach fühlt, das von dem Getrampel einer Mücke in Ohnmacht fallt, und von dem Geruch einer Rose Konvulsionen bekommt." — Die Macht des Wortes oder „die ich rief, die Geister, werd' ich nun nicht los". Was in reichem Maße zum Thema medizinischer Abhandlungen und Werke geworden war, sickerte allmählich in die Umgangssprache und fand in der Literatur deutlichen Niederschlag: das beliebte Motiv der kranken Nerven wird in Theaterstücken, Romanen, Zeitschriften immer wieder angeschlagen, immer wieder variiert. Der Affektstil der Zeit, süßlich und weinerlich, rührend und sentimental, moralisierend und intellektualistisch- sensibel, war ein fruchtbarer Boden für die Entstehung und Verbreitung des neuen Begriffes. Und wie im Deutschen Nerv und nervös, im Französischen nerveux vom Englischen in ihrer Bedeutung beeinflußt worden waren fo hatte sich — seltsamer, nicht zufälliger Parallelismus! — der neue literarische Stil ebenfalls von England aus über ganz Europa verbreitet- zu einer empfindsamen Literatur gehören eben empfindliche Nerven- Moritz August von Thümm el 1764 in seinem heroisch-komischen Prosagedicht „Wilhelmine": „Ihr hüpfender Busen war ein zu ungewöhnlicher Anblick für ihn, und fetzte feine Nerven in ein fieberhaftes Erzittern ; Goethe 1774 im „Werther": „Sie ist mir heilig. Alle Begier schweigt in ihrer Gegenwart. Ich weiß nie, wie mir ift, wenn ich bei ihr bin; es ist als wenn die Seele sich mir in allen Nerven umkehrte." Auch im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts ändert sich noch nichts. Die Befreiungskriege mit ihrer körperlichen, die Romantik mit der geistigen Anspannung aller Kräfte, waren keine Atmofphäre, in der die Keime der neuen Wortbedeutung gedeihen konnten. Um 1830 wirds anders. Gutzkow fängt die Stimmung der Zeit ein: Das allmähliche Herunterkommen der Romantik erschlafft die bisher angespannten Nerven der Nationen. Es waren Deutsche genug, die an H o ff m anns Tode litten, Franzosen genug, welche die üblen Algen von Victor Hugos ruhendem Federkiel spürten. Sic alle wollten Reiz. Und gibt es ein Wort, das die seelische Situation der solche Sehnsucht mich Reiz entspringt, besser auszudrücken vermag als das Wort nervös? Das iunae Deutschland, unzufrieden, negierend, in sich zwiespältig, nahm nervös zur Bezeichnung krankhafter Unruhe oder ohnmächtiger Erichlafsung aus, dessen medizinische Färbung bei der stets erweiterten Gebrauchssphare , Gießen. Verantwortlich: vr. Hans Thyriot. — Druck und Verlag: Drühl'sche Universitä ts^Buch-uridSteindruckerei. D. Lange eine Nebenerscheinung betrachten wollte, die nur bei gewissen Kombinationen von Materie und Licht austreten sollte, diese Quantentheorie hat ich allmählich als einer der wichtigsten Fortschritte der Physik erwiesen und sowohl die Theorie der Materie wie die Theorie des Lichtes gründlich umgewandelt. Es war Einstein, der zuerst erkannte und es aus- prach, daß aus der Quantentheorie die Körperlichkeit des Lichtes hervorgehe, also eine Anschauung vertrat, die der Wellentheorie des Lichtes zunächst widersprach und sich der alten Newtonschen Theorie näherte. Diese Einsteinsche Anschauung wurde zuerst von den Physikern mit großem Zweifel ausgenommen, da es sich nicht einsehen ließ, wie die unzweifelhaft vorhandenen Wellenerscheinungen des Lichtes sich mit dieser Korpuskulartheorie vereinigen lassen könnten. Indes hat die Folge Einstein immer mehr recht gegeben, und insbesondere war es eine Versuchsreihe, dis der Amerikaner C o m p t o n mit Röntgenstrahlen anstellte, welche eine glatte Bestätigung der Körperlichkeit der Lichtquellen lieferte. Denn dieser Versuch bewiest daß die Lichtquanten nicht bloß Energie mit sich ühien wie bewegte Körper, daß sie auch mit den Elektronen Zusammenstößen können und sich bei einem solchen Stoßgang ebenso verhalten wie ein bewegter Körper. Sie zeigen also durchaus Körperlichkeit. Ja noch mehr. Da nach der Relativitätstheorie von Einstein das Licht von den Körpern angezogen wird, und da diese Behauptung bekanntlich von den Sonnenfinsternisexpediiionen vorzüglich bestätigt wurde, so müs- en diese Lichtkörperchen auch der Gravitation unterworfen, also schwer ein und träge Maße besitzen. In der Tat haben wir nun durch diese Lichtkörperchen neben den Elektronen und Protonen noch ein drittes Urelement. Man hat ihnen bereits den Namen Photonen gegeben, und die genaue, nähere Unter- üchung dieser Photonen wird die Aufgabe der Physik der nächsten Jahr- zehnte sein. Hat sich also das Licht als etwas anderes bewiesen, als man em Jahrhundert lang annahm, so ist eine ebensolche und noch wichtigere Aende- rung in der Anschauung über die Materialteilchen, speziell über die negativen Elektronen, eingetreten. Von diesen wußte man bisher nur, daß sie zwar Strahlen bilden konnten, nämlich die Kathodenstrahlen, daß diese aber durchaus korpuskularer Art waren, d. h. in der bloßen Bewegung von Projektilen beruhten. Hier aber trat durch den ausgezeichneten französischen Physiker Louis de B r o g l i e eine fundamentale Aenderung ein. Er stellte aus theoretischen Gründen zuerst die Behauptung auf, daß mit jeder Bewegung eines Elektrons auch eine Welle verbunden sei, und daß diese Verbindung von korpuskularem und undulatorischem Charakter eben das Wesen des Elektrons ausmache. Eine solche theoretische Behauptung würde an sich noch keine große Aenderung in der Physik hervorbringen. Solange nicht neue Tatsachen durch sie vorausgesagt und an der Erfahrung bestätigt wurden, so lange bilden theoretische Spekulationen nur einen unwichtigen Zweig der Physik. Aber diese Theorie von Broglie wurde bereits jetzt, nach wenigen Ähren, von dem Experiment glänzend bestätigt. Niemand hatte früher daran gedacht, nachdem die Kathodenstrahlen als Korpuskular- strahlen erkannt waren, bei ihnen auch noch Wellenerscheinungen zu suchen. Aber die Vorstellung von Broglie verlangte dieses, und tatsächlich wurden schon im.Jahre 1927 Versuche von Davison und Germer gemacht, welche zeigten, daß die Kathodenstrahlen bei der Reflexion an Kristallen ganz ebenso gebeugt werden, wie man es bei den Röntgenstrahlen seit der Entdeckung von Lasse wußte. Und so, wie man bei den Röntgenstrahlen aus diesen Beugungserscheinungen schließen mußte, daß sie Wcllennatnr besitzen, so mußte man denselben Schluß auch für die Kathodenstrahlen ziehen, bei denen doch andrerseits der korpuskulare Charakter sichergesteltt war Diese Beugungsversuche an beweglichen Elektronen wurden dann von G. B. T h o m s o n in England und namentlich von E. R u p p in Deutschland in vorzüglicher Weise weitergeführt und vervollkommnet Wenn man eine Glasplatte mit feinem Pulver bestreut, z. B. mit Lywpo- diumpulver, und wenn man einen Lichtstrahl durch diese bestäuvte Glasplatte hindurchgehen läßt, so sieht man ihn von einer Reihe von bunten Ringen umgeben. Es ist das dieselbe Erscheinung, auf der auch die zuweilen sichtbaren Höfe um Sonne und Mond beruhen. Diese Ringe entstehe» durch die Beugung des Lichtes. Genau ebenso entstanden nun um einen Kathodenstrahl, also um gradlinig fliegende Elektronen, wenn dieser E eine dünne Metallschicht oder Glimmerschicht hindurch gesendet rouroe, solche kreisförmige, also abgebeugte Ringe. Rupp gelang es sogar, an den gewöhnlichen Gittern, an denen im» die Lichtbeugung nachweift, solche Elektronenbeugungen herzustelleii u»o die Wellenlänge dieser Elektronenwellen damit zu berechnen. Sie stumm sehr gut mit der Theorie von de Broglie überein. So hat sich in doppelter Weise in den letzten Jahren ein enger * sammenhang von korpuskularen und Wellenbewegungen ergeben. fixe em- gegengesetzten Anschauungen von Newton und H u y g h e n s über Licht werden verschmolzen, und die undnlatorische Mechanik, r»eldK den deBroglieschenAnschauungen folgt, bildet einen neuen und erftjem Angriff genommenen Zweig der Physik. Allerdings sind diese <2■ ■■ bisher vielfach Gegenstände mathematischer Akrobatik, und vonJW ist keine große Förderung der Physik zu erwarten. Es müssen aue w hörigen Theorien, soweit sie mit diesen fragen Zusammenhängen, formt werden für die neuen Anschauungen. Dadurch ergeben sich u einzelnen kleine Verbesserungen der Resultate, aber seltenwesterm Tatsachen. Die Physik ist und bleibt eben eine experimentelle WchenWU und nur neue experimentelle Tatsachen führen weiter. Solche -I / die aus der undulatorischen Auffassung der Materie sich ergeben, - hoffentlich noch recht viele gefunden werden. Und allein durch oin Tatsachen wird man über die begrifflichen >md anschaulichen G $ ketten Hinwegkommen, die heute nach in der Kopplung von torp und undulatorifcher Bewegung liegen und bei denen man yeu ,, durchaus nicht sagen kann, was sich nun eigentlich undulatans ) wie es sich bewegt und wie diese Bewegung sich fortpflanzt.__ allmählich verblaßte. 1860 schildert Bogunul Goltz die Modekrankhet, in einem Kapitel „Nervöse Damen-Pathologie seiner „Typen der Gesellschaft": „Am nichtsnutzigsten, unerträglichsten und inkurabelsten zeigen sich aber die nervösen Frauenzimmer. Sie sind des Morgens, des Mittags, und des Abends und selbst im Traume schachmatt. Zum Sterben sind sie zu kräftig, zum Leben und Arbeiten viel zu schwach. or„ ...... Und eine dritte literarische Strömung trug das Wort; der Aisektstll hatte der alten Form neues Leben eingehaucht, das lunge Deutschlano hatte dem Inhalt neue Richtung gewiesen, der Dekadenz, der Dichtung des fin de siede, ist dieses, dieses Wort zum Symbol geworden Hermann Bahr, der Künstler und Theoretiker dieser Moderne, schreibt 1891: „Die Formel der Decadence stammt von Naturen, in welchen das Nervöse jede andere Potenz ausgetilgt und alle Triebe umgeworfen hat, welche überhaupt blos Nerven find ... Diese begehren eine Kunst die ist wie sie selbst die nur aus den Nerven kommt und nur auf die Nerven geht, die allen Erwerb aller bisherigen Kunst verwendet, um Nervöses auszudrücken und Nervöses mitzuteilen." Der Gipfel ist erreicht; eine Steigerung konnte sich nicht mehr vollziehen. Das Wort hatte feine Macht bewiesen. Wie Dschinghis-Khan war es über die Welt hereingebrochen, von der Literatur getragen, von her Mode freudig aufgegriffen; feiner Suggestion konnte, wollte man sich nicht inehr entziehen und wurde nervös um des Wortes willen. Aber zu jedem Gifr findet sich ein Gegengift, was die Kunst der Aerzte nicht vermocht, war einem Worte gegeben. Das Wort, an dem sich die Menschheit heute berauscht, heißt: Sport. Lichtstrahlen und Elekironeriweilen. Von Geheimrat Professor Dr. Leo Graetz, München. Bis vor wenigen Jahren hatte sich die Physik nach langer Arbeit ein verhältnismäßig einfaches Schema gebildet von Dingen, die zu ihrer Domäne gehören, nämlich von der Materie und dem Licht. Die Materie, die Stoffe, aus denen alle Körper bestehen, wurde zurückgeführt auf zwei Grundelemente elektrischer Art, das negative Elektron und das positive Proton. Diese beiden Grundelemente bilden, wechselnd an Zahl und Anordnung, die Atome aller bekannten, zirka 90 chemischen Grundstoffe Aus diesen wieder setzen sich, wie es die Chemie im einzelnen nachweift, die Moleküle aller bekannten Körper, und damit die Korper- welt zusammen. Was die Elektronen und Protonen eigentlich sind, diese Frage läßt sich, wie auch sonst in der Physik und Chemie, nur durch die vollständige Aufzählung aller ihrer Eigenschaften beantworten. Als solche Eigenschaften lassen sich anführen, daß beide je einen kleinen Raum einnehmen, der gewisse Eigenschaften zeigt, die man eben als negative und positive Elektrizität bezeichnet. Es ließ sich aber weiter exakt festftellen, daß dieser Raum bei den Protonen ein sehr viel kleinerer ist, als bei den Elektronen, daß dagegen umgekehrt die Masse jedes einzelnen Protons viel größer ist als die jedes einzelnen Elektrons. Stellt man sich die,e als kleine Kugeln vor, so hat ein einzelnes Elektron einen Radius von kiwa dem zehnmillionsten Teil eines Zentimeters, während der Radius eines Protons noch 1900mal kleiner ist. Anderseits ist die Masse eines Protons etwa 1900mal größer, als die eines Elektrons. Man kann me|e Masse sogar in Gramm angeben, aber es läßt sich dabei nichts vorstellen. Es fei nur erwähnt, daß die Masse eines Protons in Grammen mit 24 Nullen hinter dem Komma anfängt, die des Elektrons sogar mit 28 Nullen. Warum sich die Elektrizität gerade in solche kleinen Volumina eintet», und warum das Volumen der positiven Elektrizität ein so viel kleineres ist, als das der negativen, darüber fehlt bisher fast jede Vermutung. Im übrigen nahm die Physik bisher an, daß diese kleinen, elementaren Grundkörper sich ebenso bewegen können, wie wir es von den uns bekannten Körpern gewohnt sind, daß sie also insbesondere fortschreitende, drehende und schwingende Bewegungen ausführen können. Ganz im Gegensatz dazu verhält sich nach der bisherigen Anschauung das Licht. Das Licht beruht nicht, wie es Newton bekanntlich annahm, auf einer fortschreitenden Bewegung von Lichtkörperchen, sondern es tft eine Wellenbewegung in einem Stoff ganz besonderer Art, den man den elektromagnetischen Aether nennt. Die Wellenbewegung und die Fortpflanzung in Wellen ist nach der bisherigen Auffassung das Wesentliche, Charakteristische des Lichtes. Diese Vorstellung hat seit über 100 Jahren Triumphe auf Triumphe gefeiert. Die subtilsten und wunderbarsten Erscheinungen des Lichts, die man in der Natur von selbst nie sieht, und die nur von der Theorie vorausgesagt und dann durch das Experiment gesunden wurden, bilden eine fortlaufende Reihe von Erfolgen dieser Wellentheorie des Lichtes. Dagegen die Lichtstrahlen, die jeder bei dem Licht zunächst zu erkennen glaubt, und die bei der Newtonschen AnsckMi- ung als das Primäre beim Licht gehalten wurden, gibt es nach der Wellentheorie nicht, sie sind nur ein täuschender Schein. Dieser Schein entsteht dadurch, daß die Wellenlängen des sichtbaren Lichtes sehr klein sind, bn der Tat findet man bei sehr großen Wellen, wie den elektrischen Wellen des Radios, keine Strahlen und kann solche nur durch besondere, künstliche Hilfsmittel Herstellen. Das sichtbare Licht ist bekanntlich nur ein spezieller Fall, ein sehr kleines Gebiet von Wellen, welche sich durch den Raum sortpslanzen. Es gibt Wellen von größerer Wellenlänge, die man als ultrarote bezeichnet, und von noch größerer Wellenlänge, die reinen elektrischen Wellen, deren Wellenlänge bis zu vielen Kilometern geht. Andererseits gibt es aber auch kürzere Wellen als die des sichtbaren Lichtes, nämlich die ultravioletten, und endlich als allerkürzeste bekannte die der Röntgenstrahlen und der Gammastrahlen. Dies ungefähr war das Schema, welches sich die Physik von ihren Untersuchungsobjekten machte. Aber dieses Schema hat sich in den letzten Jahren gründlich und fast bis zur Umkehrung geändert. Die Ursache dieser Aenderung lag in der Entdeckung der Energie- guanten. Diese Quantentheorie, die zuerst als ein unverständlicher Fremdkörper in der Physik erschien, und die man anfangs möglichst als