GiehenerZamilienbliitter Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger Jahrgang $928 Samstag, den 30. Juni Nummer 52 Sonett. Von August Graf von Platen. Wer wußte je bas Leben recht zu fassen, wer hat die Hälfte nicht davon verloren im Traum, im Fieber, im Gespräch mit Toren/ in Liebesqual, im leeren Zeitverprassen? Ja, der sogar, der ruhig und gelassen, mit dem Bewußtsein, was er soll, geboren, frühzeitig einen Lebensgang erkoren, muß vor des Lebens Widerspruch erblassen. Denn jeder hofft doch, daß das Glück ihm lache, allein das Glück, wenn's wirklich kommt, ertragen, ist keines Menschen, wäre Gottes Sache. Auch kommt es nie, wir wünschen bloß und tvageni Dem Schläfer fällt es nimmermehr vom Dache, und auch der Läufer wird es nicht erjagen. „Pustekuchen!" Meine erste Unterhaltung mit Hermann Löns. Bon Georg August Grote, Hannover. „Verwandte Seelen finden sich zu Wasser und zu Lande". Heinrich Heine wußte das auch. Aber wenn wir, Hermann Löns und ich, uns auch „nicht gleich im Kote fanden, um einander zu verstehen", so fanden wir uns doch bei den Objekten unserer besonderen Lebenspassion, den Tieren, und zwar erstmalig vor dem Käfige deS Königstigers „Hans" im Zoologischen Garten zu Hannover, dem damals der ernste Direktor vr. Schäff, Dozent für Zoologie an der „Tierärzllichen Hochschule", Hannover, und nachmaliger verdienstvoller Redakteur der „Deutsche«: Jägerzeitung" Vorstand. Und es wehte vor jenem Käfige immer eine scharfe Heinrich Heinesche kotige Ver- stäirdigungsluft. Ich stand mit meiner „Gildemeistcrschen" roten Sckuirdaner Mütze vor „Hansens^ Käfig und beschäftigte mich unter den ab itnb an argwöhnisch zu mit von dem, bei« Gang abkratzenden Reiserbesen auf- blickendeu Späheraugei« des kleinen schmächtigen, rotköpfigcn Raubtierwärters dainit, den rechten Arm hochzuwerfen, um meinen Freund, den Königstiger, zu veranlassen, sich in ganzer majestätischer Größe aufzurichten und seine Vorderprauker« gegen den oberen Steinbogen der Gitterwand zu stemmen. Hans war in seiner Lange dann, von den Hinter- zu den Vorderpranken gerechnet, gute drei Meter lang. Just glückte mir das Experiment, als sich hinter mir knarrend die von einem Schwebegewicht regulierte, innere zweite Tür des Raubtierhauses öffnete und ein schlanker, geschmeidiger Herr in grünem Hute, grünem Anzuge, mit feschem Durchzieher auf der Wange, cintrat und „Famos!" rief. Er beäugte den Tiger wohlgefällig, und ich rief dessen Namen: „Hans! Hans!" Ha««s antwortete, indem er heftig durch die Nase schnob, was sich wie das „Gusfeln" einer Wildsau anhörte und mit kurzen, «nehrinalS schnell aufeinanderfolgenden rhythmischen Luftausstößen verursacht ward. „Sie sind wohl gut Freund mit dem da!" meinte Löns; denn er war der elegante Herr, und als ich chn aublickte und bejahte, nannte er kurz seinen Namen und nahm mit einem leichten Kopfnicken meine korrekte, mützenschwenkende Vorstellung entgegen. „Kann der noch n«ehr?" fragte er mich, auf Hans deutend. „O ja," erwiderte ich, „aber dabei heißt's sich etwa? vorseheu!" Ich lachte ein wenig in inich hinein. „Wieso?" meinte er. „Werden gleich sehen." Ich ahmte Hansens zärtlichstes Rasengeschnaube nach, machte lieblich zischelnd: „Guff, guff, guff!" Hans drehte sich um, kratzte kurz mit einer feiner Hinterpranken den Boden, seine Flanke«« vibrierten unter einen« leichten Druck, und zisch! spritzte ein feiner „Wasserstrahl" zwischen Löns und mir hindurch. „Das «st die höchst verächtliche Visitenkarte des Dschungelprinzen an seine nord- deutfchen Bewunderer!" erklärte ich dem entsetzt znrückgewichenei« Löns. „Großartig"! kam es dann aus feinem Munde; er schlug sich mit der Hand auf den Oberschenkel und blitzte mich mit seinen Stahlaugen bewundernd an. „Kann er noch mehr?" — „O ja", antwortete ich, „schnurren kann er, verliebte, falsche Augen mache«« und sich spielerisch den Kopf an Wand und Gitterstäben reiben!" — „Vormachen!" kommandierte Löns. Ich nahm die Mütze von meinem krausen Wollschopfe, schwenkte sie, die rotlcuchtende, Hegen Hans, rief zärtlich ein ums andere Mal seinen Namen, guffelte, tzwg in gleichem Schritt mit ihm vor dem Käfig auf und ab. Hans reckte lenseits des Gitters lang ben Hals, schnob, schielte, wie verloren, ab unb an »on der Seite und rieb da«««« zärtlich seinen dicken, dreieckigen Riesen- wterkopf rasselnd an den Gitterstäben enüang. .„Jetzt sollen Sie dem ttstigen Schmeichler näherkommen", meinte Löns, „unb sich vor lauter Mbe auffressen lassen". - „Pustekuchen!" erwiderte ich, und Löns erwiderte lachend: „Pustekuchen? Was sind denn das für Drnger?" - „Kuchen, 0,e Fressen zu heiß sind und die man, um ranzukommen, erst bepustten muß, weil sie einem sonst was pusten". — „Wie Sie dem da?" — „Ei wohl". — „Sagen Sie", forschte Löns, „was sind Sie fm?n Landsmann?" — „Schorfe heiß ich, bin also „Hannoveraner", echter Niedersachse, aber nicht mit Leine-, sonder«« Weserwasser e'dofft, das heißt getauft". — „Weiß ich", sagte Löns, „Schorfe heißt manch ein lustiger Kerl und „dofft" oder „bufft" sind se alle. Ich führe den Namen, den guten deutschen Name«« Hermann" . . . „Weiß ich", fuhr ich nun ebenso fort, „und Fritze auch, Fritz voi« der Seine", um ihm anzudeuten, daß er mir seit Gründung des „Hannoverschen Anzeigers" als dessen Chefredakteur und Woche««plauderer „Fritz von der Seine" längst bekannt war. Diese Kenntnis verdankte ich auf Umwegen einem Reporter namens „von der Sippe", den man fälschlich vielfach im Verdacht gehabt hatte, „Fritz von der Seine" zu sein. Alsdann war mir und meinen Freunde«« der stets „schneidig" daherkommende LönS, vielfach in der Begleitung des Zoo-Direktors oder am Arm einer schlanken und ranken Dame längst dem „Personale" nach aus Rimdfragenergebnisse» heraus bekannt. — Löns „biß" jedoch auf diese Stiftung des „Leinefritzen- Jnkognitvs" nicht, sondern markierte abweisende Verständnislosigkeit gegen meinen „Fürwitz", drehte sich kurz um und schritt zum Löwenkäfig weiter. Nach einigen Schritten fragte er aber doch über die Schulter weg: „Kommen Sie mit?" — Natürlich war ich gleich danach auch vor dem Löwenkäfige. Der alte „Pascha", so hieß der einzige würdige Insasse des Löwenkäfigs, schritt gewohnheitsgemäß auf und ab. „Soll er mal brüllen?" fragte ich SbnS. Er «lickte. Ich begann kurz unb stoßweise: „Ho, ho, ho" durchaus löwcnmäßig zu schmusen. Pascha blieb stehen, sah mich sehr groß an, bemerkte, daß ich nichts Wüstenkönigliches an mir hatte, und setzte seine aufgeregte Gitterpromenade fort. Ich nahm meine Mütze ab, streckte meinen krausen Haarschopf vor, wühlte mit beiden Händen darin und brüllte: „U—ah! nah!" Das zog immer. Pascha glotzte mich erst verwundert an, stellte sich alsdann in Gebieterpositur, senkte den Kopf, sog Luft ein, daß die Flanken schlenkerten, öffnete kreisförmig den Rachen, und gleich darauf erdröhnte, ohrenbetäubend von den Wänden widerschallend, fein majestätisches Gebrüll, dem zuletzt der „Abgesang" mit ruckweisem „Hö—hö—hö!" folgte. — „Blendend!" bemerkte Löns, „reagiert er immer auf den Anhieb Ihrerseits?" „Meistens", entgegnete ich, „mit den Schlußtönen der Löwen- n«ufik „hö—hö—hö", also gleichsam aus der Fermate eines „anderen" (eingebübeten) Brüllöwen heraus, zwinge ich ihn immer zur viel besseren eigenen Arie in den Konkurrenzkampf hinein!" — Löns sah mich eigentümlich nachdenkend an. „Versuchen Sie's, bitte, boch noch mal!" bat er. Ich wiederholte das Manöver, und Pascha brüllte abermals. Doch jetzt mischte sich verwarnend der Wätter ein: „Die Tiere dürfen nicht geneckt werden!" Löns meinte: „Na, weh tuts doch den« alten Herrn dort nicht, wenn er mal brüllt!" — Wir gingen, unb Löns fragte mich: „Nun sagen Sie mal, verehrter Tierpftichologe, wie sind Sie eigentlich auf die Tricks mit den beiden famosen Bestie«« gekomnien?" — „Ans Sympathie, Ueberlegung und Beobachtung: Bei „Hans" ergab sich das Spiel aus einer gewissen Freundschaft heraus; denn ich besuche ihn fast täglich. Bei „Pascha" sah ich, daß er beim Anblick eines Herrn mit starkem, krausem Vollbart zu brüllen auhob, als dieser sich gegen ihn neigte und auf keine Anregung hin „hö—hö—hö" schrie. Ich täuschte mit vorgehaltenen« Haarschopf später einmal die vermeintliche Mähne, ben Banschcbart jenes Herrn, vor, schrie ebenfalls „hö—hö—hö" und hatte Erfolg. Seitdem klappt's regelmäßig." — „Sie scheinen ein guter und echter Tierfreund und für Ihre Jugend ein selten scharfer Beobachter zn sein, das freut mich als Zoologen ganz besonders", bemerkte Löns. — Wir ließen den Waschbären alsdann einen kurzen, blanken Bleistift „ivaschen", de«« er immer wieder hin- und herzwirbelte und dennoch nicht genußfähig z«« gestalten vermochte. Darauf gings zur nächsten „Attraktiv««", z«« „Marlby", dem große«« weiblichen Elefanten, den ich „bitte schön"! und „danke schön!" mache«« ließ. Löns waren diese Experimente von „Fräulein Marlby", welche dabei ben Kopf fentie, ein Vorderbein zurückzog, die Ohren auf- und nieberllappte und vernehmlich durch den Rüssel schnob, ebenfalls gut bekannt. Marlbys Nachbar, Freundchen „Hypopott", das Nilpferd, bekam einige schnell vom Rande der Bassin- einfriebigung abgerissene Grashalme in gebührender, durch das Gitter bedingter gntfernung vor dem breiten Maule emporgeschwenkt unb zeigte uns gemächlich, wie erstaunlich weit es den Rachen zu öffnen vermochte, wobei es seine großen, runden, abgestumpften und recht vereinzelt stehenden, gelben Zahnstangen blicken ließ. — Löns sah nach der Uhr unb fragte habet: „Können die Affen auch was Besonderes?" — Ich erzählte ihm vom „alten Fritz" int runden Käsig, wie der sich Würfelzucker ins Wasser zu tauchen pflegte und aussog, gelegentlich auch ben Fontänenstrahl mit seinem Gesäß zuhielte, plötzlich abspränge und sich an dein darauf unverzüglich wieder emporschnellenden Wasserstrahl ergötzte; wie er, der Pavian, weiterhin Ordnung unter den jüngeren zänkischen Assen hielte, seine spezielleuFreunbe unter ben Besuchern des Gartens mit Handgeben durchs Gitter erfreue, auch mit freundlichem Zähnegefletsch und durch eigentümliches Reiben des Unterleibes mit beiden Borberhänben, wobei er aus kreisrundem Maule und mit vielsagenden Blicken „ö, ö, ö!" (ö kurz ausgestotzen I) riefe, seine ganz besondere Zuneigung auszudrücken beliebe. — „Das müssen Sie tmr gelegentlich auck einmal vorführen!" meinte Löns. „Leider habe ich «etzt keine Zeit mehr — höchste Eisenbahn oder — Pardon' — wie heißt'S doch gerade?" Er sann nach: „Pustekuchen — es brennt!" Er lachte, winkte: „Servus!", und fort war er. DaS war 1897 meine erste Unterhaltung mit Löns, den ich seit 1893 bereits als Chefredakteur des „Anzeigers" und vom Anfehen her kannte. Eine zweite Begegnung mit ihm trug mir, als ich sie neidischen Konpennälern erzählte, für einige Zeit den Spitznamen „Bulle" ein, weil es sich dabei um den Bison gehandelt hatte. —- Doch darüber mehr, wenn mir's gelegentlich paßt, weil man sich eigentlich mit Begegnungen späterer Berühmtheiten nicht „dicke" tun soll, anders denn, man sei auch berühmt, um nicht das Odium auf sich zu laden, man wollte durch Sichanhängen an die Rockschöße anderer steigen, und Löns selbst kann nicht mehr wahrheitsgemäß bekunden, daß ich ihm dieserhalb nicht nachgelaufen bin. Course de Toros. Von Hans Siemsen. In Nimes ist Stierkampf. Stierkampf? Das muh etwas außergewöhnlich Scheußliches sein! Nicht Weil mal ein Torero ums Leben kommt — viele Menschen kommen ums Leben, und kein Mensch braucht ja unbedingt Torero zu werden. Mit den Menschen habe ich weniger Mitleid. Sie kämpfen und setzen ihr Leben aufs Spiel für Ruhm und Geld. Sie wissen: weshalb. Aber die Stiere! Die werden nicht gefragt, ob sie kämpfen und sterben wollen. Und erst die Pferde, die armen alten Pferde! Ich weiß, daß es Schlachthäuser gibt. Aber Schlachthäuser als Amüsement? Die sehfreudigen Maler, für die auch Blut bloß eine Farbe ist, und die so gern nach dem malerischen Spanien reisen, haben mir gesagt: „Ja, wissen Sie, scheußlich ist es. Aber schön ist es doch!" Wenn sie selber Nasenbluten haben, sind sie die ersten, die jammern. Plötzlich ist Blut doch mehr als bloß Farbe. Nein, ich mag nicht, ich mag keine Stierkämpfe! Schönheit auf der Basis von Leiden (anderer Wesen), auf der Basis von Grausamkeit — solche Schönheit kann mir gestohlen bleiben! Aber wenn man über eine Sache reden oder gar schimpfen will, muß man sie wohl erst mal kennen, selbst gesehen haben. In Nimes sind Stierkämpfe? Auf nach Nimes! Von Marseille über Tarascon nach Nimes, das sind immerhin ein paar Stunden Bahnfahrt. Also: früh heraus! Es ist Sonntagmorgen und der Zug ist proppenvoll. Alle diese friedlichen Bürger mit Frauen und Küidern, Butterbroten, Apfelsienen und Rotweinflaschen, alle wollen zum Stierkampf? Pfui! Es war ein Irrtum. Das Ganze lvar ein Irrtum. Die friedlichen Bürger mit ihren Frauen und Butterbroten fuhren über Sonntag aufs Land zu Großvater, Großmutter, Schwiegereltern und Tanten. Und ich stand ganz allein in Nimes — ein Fremder, der nicht wußte, daß der Stierkampf längst abgesagt war, weil der erwartete spamsche Torero sich den Fuß verknaxt hatte, nicht in der Arena, nicht im Kampf, sondern ganz alltäglich auf der Straße. Was soll ich am Sonntag in Nimes? Niemes ist eine französische Provmz- stadt mit Sehenswürdigkeiten. Ich kenne französische Provinzstädte-und ich kenne Sehenswürdigkeiten. Und die Provinzstädte ohne Sehenswürdigkeiten sind mir lieber als die mit Sehenswürdigkeiten. Die römische Arena, die riesige alte Ruine, in der auch der Stierkampf stattfinden sollte, naja, groß ist sie, sehr groß. Wieviel Menschen können hier sitzen? „Viermid- zwanzigtausend". Danke schön, Herr Baedeker! Sie ivissen wirklich alles. Bierundzwanzigtausend Sitzplätze. Die alten Römer waren größenwahnsinnig. Nie im Leben ist diese Arena vollbesetzt gewesen! Soviel Menschen gab es hier nie! Die Römer haben dieses Kolossalgebäude hierher gesetzt, um der eroberten Provinz, um den Barbarenvölkern zu imponieren. Künstler haben das nicht gebaut! Ingenieur-Architekten, Kolonial-Bau- meister. Mir imponiert das nicht. Das ist bloß äußerlich groß. Ich klettere über viernndzwanzigtausend Sitzplätze (alles aus Stein) zu bcm obersten Rang oder Ring hinauf, sozusagen aufs Dach, und sehe in die Landschaft. Eine schöne Landschaft! Nicht von den Rö'mern und nicht von den Franzosen erfunden. Eine einfache, klare, ländliche Landschaft. Straßen, M g ■. Meinberge, Olivenwäldchen,! Felder, Gärten und kleine Häuser in d n erlmutterfarben: rosa, braun, blau, grau und wenig grün. Alles von Eez >e gemalt. mzn ist nun die pompöse Arena gut, weil sie kein Dach hat, daß man von ihrem obersten Rang aus in diese schöne, klare Landschaft hineinsehen kann. Den Bahnhof sieht man auch. Was soll sch hier in Nimes? Ich werde nach Hanfe fahren, nach Marseille. Ohne Stierkampf. In Beaucaire ist Aufenthalt und an der Bahnhofsmaner klebt ein Plakat: Grande Course Colossale. Heraus aus dem Zug! Denn „Course“ heißt hier soviel wie „Course de Toros“. Und „Course de Toros" ist eine friedliche Abart des Stierkampfs. Kein Kampf, sondern ein Spiel. Beaucaire liegt gegenüber von Tarascon auf dem andern Ufer der Rhone. Tarascon ist eine kleine französische Provinzstadt. Dreihundertundzwanzig Tage im Jahr scheint hier die Sonne. Ein Wein wächst auch. Das merkt man der Stadt, der Landschaft und den Leuten an. Tartarin stammt «es dieser Gegend und hat hier sein Wesen getrieben. Tartarin kennen Sie? Nun also: so ist das hier. Es ist hier, mit Sonne und Wein, Oliven und Tomaten, leichter zu leben als anderwo. Und ein roter Schlips genügt, um sich dicke zu tun. Vor den Toren von Beaucaire, an der Rhöne liegt ein Platanenwäldchen. Da geht am Sonntag nachmittag die Familie hin. Genau wie bei uns. Mutter sitzt im Sand, unterhält sich mit Madame Tartarin und paßt auf den Proviant auf. Die lieben Kinder spielen Räuber und Gendarm und quälen die Tiere, die sie erwischen können. Und Vater spielt Boccia mit Herrn Tartarin. Mitten in diesem Wäldchen liegt der Stolz Beaucaires: die Arena. Keine Ruine, nicht von den Römern erbaut, eine hübsche kleine Arena, vielleicht fünfzig Jahre alt und das ist für eine Arena sehr wenig. Ihr Portal leuchket unter den Platanenbäumen hervor und in ihrer ovalen Manege stehen Platanenbäume am Rand der Barriere entlang. Eine reizende kleine, ländliche Arena. Eine Arena, die in einem Platanenwäldchen liegt. Hier finden Stierkämpfe statt. Aber ich habe cS besser getroffen. Heute ist nicht „Stierkampf“, sondern „Course de Toros“. Da gibt es keine armen, alten, dem blutigen Tod geopferten Pferde. Und auch dem Stier geschieht nichts Böses. Man hat ihm an jedem Horn eine Kokarde mit fliegenden Bändern befestigt. Er wird in die Arena gelassen. Und nun kann jeder kommen, der will und kann, und muß dem tvilden Stier eine dieser Kokarden abreißen. Wenn ihm das gelingt, dann bekommt er einen Preis und ist in Beaucaire und Umgebung ein berühmter Mann, ein Held. Ganz ungefährlich ist das nicht. Er muß sehr schnell und sehr geschickt sein. Denn der Stier ist böse wie jeder Stier, dem mau zu nahe kommt. ES gibt auch wohl mal eine Verwundung. Aber sie geschieht nicht einem armen, unschuldigen Pferd oder dem Stier, der auch nichts dafür kann, sondern schlimmsten Falls einem vorwitzigen Menschen. Und das ist nicht so schlimm, wie wenn' es einem unschuldigen Tier geschehe. Verletzen kann man sich bei jedem Sport, sogar beim Tisch-Tennis. Und Unfälle gibt es auf offener Straße. Heute aber geschieht gar kein Unfall, nichts Böses, nichts Häßliches geschieht. Ganz Bemccaire und halb Tarascon sitzt schon in der Arena. „Was sagen Sie," sagt der Pistazienverkäufer zu mir, „hier auf den feinen Plätzen verkaufe ich weniger als unten im Parterre." — Also genau !vie bei uns! — Der Bürgermeister sitzt in der „Fürstenloge“, die es hier nicht gibt. Und neben ihm sitzt der Stadttrompeter. In der Arena stehen ein paar Dutzend Jungens, junge Männer und Familienväter. Die Familienväter halten eine Zigarre in der Hand, sehen zum Publikum hinauf und winken ihren Bekannten zu. „Na, was sagst bit? Hier stehe ich. In der Arena. Gleich kommt der Stier. Soll er kommen! Ich —" Der Stadttrompeter trompetet einen gutgemeinten, aber etwas komplizierten Trompetenstoß. Eine Tür öffnet sich. Ein unwahrscheinlich kleiner, gefährlich schwarzer Stier erscheint — und die Familienväter sind ver- schwunden. Die Arena ist fast leer. 9hir ein Dutzend junger Männer bleibt übrig — und der Stier. Der Stier ist nur ein paar Schritte weit gelaufen. Nun steht er still, sieht vor sich hin imb ist böse. Er riecht wohl, suhlt ivohl, was da los ist. Er sieht es nicht. Eine Arena? Menschen? Lärm? Böse scharrt er mit seinen festen, kleinen Hufen den Erdboden, daß der Sand, wie man so sagt, aufstiebt. Dann hebt er den dicken, gewaltigen Kopf ein wenig, sieht ein paar Menschenbeine — und prescht los. Und nun begreift man, weshalb die Familienväter so eilig verschwunden sind. Dieser feste, kleine, gedrungene, schwarze Stier ist schnell wie eine Lokomotive, wie ein gutstartendes Auto. Er läuft nicht, er rast los wie eine Bombe, schnellt auf den Hinterbeinen herum wie eine Drehtür und ist im Nu ganz wo anders als man denkt. Eine schöne, gefährliche, kleine Bestie! Wenn er bloß besser gucken wollte! Wenn er den Kopf ein wenig höher heben wollte! Er sieht immer bloß die Beine. Und diese Beine können laufen •— na! Der Stier ist eine wilde, kleine Tierschönheit. Aber die jungen Leute, die darauf lauern, ihnr seine Kokarden abzureißen, sind schnelle, gewandte, kleine Menschenschönheiten. Ihre Schnelligkeit sitzt nicht wie beim Stier bloß in den Beinen, sondern auch im Kopf. Hübsch haben sie sich zurechtgemacht, mit ihren weißen Hosen, weißen Turnerschuhen, weiß, blau, rosa Hemden, Baskenmützen und kokett wehenden Halstüchern. Lässig lehnen sie an der Balustrade, Helden, die mit dem Tode spielen, und lassen kein Ange von dem wilden, kleinen Stier. Wenn er auf sie zukommt, sind sie mit einem eleganten Schwung jenseits der Barriere. Wenn er nichts ahnt, ihnen den Rücken dreht, laufen, rasen, schnellen sie auf leisen Sohlen auf ihn los — strecken die Hand aus —, und wenn sie merken, daß er kommt, sich herumwirft auf sie zu, biegen sie in elegantem Bogen ab. Er, der Stier, hinterher! Und gerade im letzten Moment bringen sie sich vor seinen bösen Hörnern mit einem wunderbaren Schwung über die Barriere in Sicherheit. Seine Hörner fahren, den Bruchteil einer Sekunde später, krachend in die Balken. Aber schon ist ein anderer herangeschlichen, herangelaufen in kühnem Bogen, in einem wohlabgemessenem Bogen, der ihn, wenn er die Kokarde abgerissen hat, sicher zur rettenden Barriere bringen wird. Aber der Stier hat ihn gesehen, den Bruchteil einer Sekunde früher als vorgesehen war. Und nun geht ein Rennen los auf Tod und Leben. Es wurde vielleicht mit „Tod" enden, wenn nicht die andern wären, die Konkurrenten, die auch auf Preis und Kokarde lauern. Nie habe ich so hilfsbereite Konkurrenten gesehen. Es handelt sich nicht mehr um Kokarde und Preis, es handelt sich nm Tod und Leben. Schreiend, brüllend, mit ihren Halstüchern und Mützen winkend, rasen sie aus ihrem sicheren Versteck auf den Strer los, der dem Konkurrenten und Kameraden auf den Fersen sitzt. Sie bringen sich selbst in Lebensgefahr, um den Konkurrenten und Kameraden zu retten. Der dumme Stier läßt sich ablenken, verläßt seine Spur, verläßt die Spur der beiden Beine, die um ihr Leben rennen, schnellt wie ein Fisch herum, um zwei neue Beine zu verfolgen, die hell und blitzend auf ihn losgeschossen sind. Nun drehen sie ab, so schnell lvie er, und ihr klug, für einen Stier zu klug angesetzter Bogen endet hinter der rettenden Barriere, einen Moment, einen ganz winzigen Moment, bevor sich die gefährlichen Hörner krachend in die Planken bohren. Verdrießlich trabt der Stier von bannen, steht still und scharrt den Boden. Und plötzlich löst sich aus einer ganz entfernten Ecke ein ganz junger, schlanker, federleichter Junge. Auf unhörbaren Sohlen läuft er geradeaus auf den wütenden Stier los. Ist er wahnsinnig? Will er geradenwegs in die Hörner rennen? Schon hat die schöne, wilde Bestie ihn gesehen, senkt den Kopf und — da schlägt der Junge einen Haken, steht einen Moment, den Bruchteil einer Sekunde, aufgereckt auf den Zehenspitzen, wie eine schlanke Säule, Seite an Seite neben dem Stier, erwischt die Kokarde, setzt mit einem wunderbaren Schwung über den Rücken des Stieres hinweg, kommt mit einem Saldo wieder auf die Füße, rast davon und endet mit einem Hechtsprung, Kopf voran, Füße hoch in der Luft, ein paar Zentimeter vor den Hörnern des heranrasenden Stieres, hinter der rettenden Barriere. Ist das schön? Ob das schön ist! Sie kennen Fußball-, Box-, Eislwckey- kämpfe? Aber kaum jemals werden Sie dort so viel Schnelligkeit, Kühnheit und Anmut finden wie hier bei den „Coursee de Toros". — Nicht immer ist es so schön. Es ist auch nicht immer ganz harmlos. Aber im Vergleich zum Stierkampf ist es ein nobles, sportliches Spiel. Es werden nicht arme Pferde als Schutzchild mißbraucht, nicht Degen und Lanzen als Waffen/ „Das ist der Seelen Sammelplatz, wo unter der gekrümmten Klippe Schilde gebettet ruht das weiße Sandgefilde, und auf dem silberweißen Sandgebreit der Puma liegt im goldnen Federkleid, wo über weißes Röhrichtbeet die weiße Weide weinend weht, und durch die weißen Binsenbreiten' die nebelblauen Wasser gleiten. Wo farbenschimmernd bunte Baumwoklblüten und Wasserrosen hüten den Zauüerballspielplatz." — Hier lüftet dichterische Intuition einen Zipfel vom Vorhang jenes Kolossalgemälde, das tue Spanier schauten, als sie von der Höhe der Kor» dlllere m üas Hochtal von Tenuchtitlan hinabsahen, der feierlich gleißenden ÄL-LKK' in Aiekischer ei?ber Wirkung zu bringen. Dein Besucher dieser Veranstaltung wird bte( Hymne auf „die Erdgöttin" unvergeßlich bleiben, deren 016 9 ules.nbe Kultmusik klang. Wenn wir jetzt das Hymnenbuch durchblättern, nachdem wir die beiden inhaltreichen Einführungen in uns nKp“b-en' uu§ diese kultische Umwelt einfühlend bewußt, -»-chottel.uv faßt >eme Anschauung über diese Dichtungen in die Worte: „Ich denke mir diese Sieber nu^t gelesen, nicht einmal gesprochen, oder von ein» ?St und Abenteuerlichkeit jener Völker, die Kunst. Wie stark mwimd^beweM eben erst entgegengehenden Kulturwerte K p'vW die Tatsache, daß die verfchiedensteu Kmistziveige von entzündet und zur Gestalt gedrängt ivurden. Es wa bezeichnenderweise die Zeit.des Weltkrieges, dessen ungeheuerliches teCrÄUhben S3obe?I furx®«ptenun(jen jener Kriegerkulturder Azteken meitete, die man mit Recht die Römer Altamerikas genannt hat. I- ,?etrC dlntvn Hoffmann, der Münchner Maler, in Wort und N "D'e Eroberung von Mexiko durch Ferdinand Cortez" und gab in n " bewegten, zum Teil bunten Kampf- und Figurenbildern eine Bor- ZXaä‘e£”$e'-1 Kriegertums für unter heutiges Auge. Da ließ Gerhart ^btman u in seinem „Weißen Heiland" jenen milden Gott Quetzaleoatl i ÄÄCfia? e,ls' deften stellvertretendes Blutopfer so eigenartig an erinnert. Da breitete vor allem Eduard Stucken H 'ÜClßcu ®öttcr" »n unerhört farbiges Gemälde des k „ „„'-.Aztekenreiches vor uiis aus, so liebevoll ins einzelne gestaltend, omerita iÄ bb tote die nf.b'eieu Märchen von der „Erschaffung der Erde" »Ztoej @äff2 eA u Ite, dachten: - Himinel fiernft ^"etzaleoatl und Tezcatlipoca, brachten die Erdgöttin vom ,it>tnterbtarhtp‘n ?'e beiden Götter die Erbgöttin vom Himmel w n, gab es schon das Wasser, von dem niemand weiß, wer nicht viel Unierüeamte zur Ermüdung des. Stiers, bis dann Se. Exzellenz der Hen^orero auftritt, um das ermüdete Tier zu töten. Hier kämpfen Gewandtheit und Schnelligkeit des Menschen gegen Schnelligkeit und Wut des Stiere. Und wenn einem was passiert, dann ist es der Mensch, der listige/ schnelle, kleme Mensch und nicht der Stier, der nichts dafür kann. Draußen im Platanenwaldchen sitzt noch immer Familie Tartarin Aiäuber und Gendarm", „Boccia" und Tierquälerei sind beendet. Der Proviant ist an der Reihe. Und wir, die wir müde und aufgeregt vom „Course de Toros kommen, tehen neidisch aus Salami, Tomaten, Käse yttu %bClTle Neuland AkLamerrka. Von Dr. Alfred Weise. .Wer ivußte vor wenigen Jahren etwas von Altamerika? Wer zweifelte mcht, wenn er erstmalig davon hörte, an der Glaubwürdigkeit des Wörtchens „ast , weil seine Borstelliingvbilber sich zwischen Leberstrumpf unb Wolken- i »,■ stt....iy/p.. $... v..n ._,r. 5^ ■ - pOoithes, wcUti er aal. I ....e <<- .. feinem reichen Schatz an Bilbern, Er» „Amerika, buhast es bester als unjer Kontinent, der alte, j gerungen unb Quellennachweisen als wertvolles Hanbbnch anzusprechen hast keine versallenen Schlösser unb keine Basalte." | ?,em ?"wn das Eindringen in die ebenso neuartige wie reizvolle ' Und doch wisten wir heute, baß es auch in Amerika verfallene Schlösser | Welt Alt-Amerikao bentbar erleichtert. S L-bt/. so monumental unb archäologisch I .. .Eine willkommene Ergänzung zu Krickeberg bieten Schottelius' Nach- reich, daß lebe. Tag bte breiteste Oeffentlichkeit ähnlich stark in Bann schlagen | dichtungeu „Altmaxikanischer Hymnen", Schottelius unternahm bereits vor vor kurzem mit Altägypten unb seinem Tutaiichamon »ähren im Kreise der Gemeinde des Berliner mmtte ‘(Suro’n' genannten Neuen Welt („neu" vom Stand- I tgtorifaje Wiedererweckung dieser Hymnen und wußte sie, unterstützt von mite Europa^ und seiner vocdrmgenden Erkenntnis aus gesehen) gibt es » einer kongenialen Vartnerin. in mfpfiWipr ... AtrJL.m."... I «umenstadte mit Akropolen, Tempeln unb Palästen, wie wir bis vor gar mcht so langer Zeit nur für unsre Erbhälfte glaubten in Anspruch nehmen j|ll OllT| Cll« . Diese archäologischen Felber beschränken sich allerdiiigs auf einen relativ kleinen Bezirk des gewaltigen Doppelkontinents Amerika unb liegen auf imer sthmalen Landbrücke zwischen seiner Nord- und seiner Südmasse und firhpnL@>iihniunTiVrt gleich großen Küstenstreifen des norbwest- i —"«-iv «m« ihuji geieien, nicyr einmal gesprochen, ober von ein» dodtisch angesehen, verteilen sich biese Trümmerfelber I seinen gelungen. Ich höre unb sehe sie, im Geiste wieber erweckt aeiunaen bU.i/f»!,9,^s^i^'?9oblete von?Nexiko bis hin nach Peru unb Boli- I getanzt und bargestellt. Ihre Ideen werden Fleisch und Blut'm viewn' ■Sp0 hinr ^nrt 1)ffentc tiäinlid) bei f£otcitgiübct in bei tvo tuteten I hp'witterten Raum hinein, bis et jie entbccfte. x,x , < Eabre^e t seim Gehnaeneil mnzilsperren, während er sie über den Winter 1 ® Äomm heran, Hexenmädchen!» flüsterte er heftig und halblwi, js . ZZa?sii dle Stub! nahm und mit einer leichten eisernen Kette an emen ^b mir beide Hände nnd deinen Mund, denn du mußt mn Helles scheUe^nhEAiechkG7gen^ MnÄnrn dem Gitter anbrachte, sagte, das könne mcht ein und der ernste I ~ demselben Augenblicke kam aber Dietegen, sah den Vorgang uno v Aufensiml?qereichechr^imrznr wohltätigen Buße für ihren sündigen Sinn. ^iSchaüran der Schulter. Der schrie wild auf und rooItteW Da laat^ Dietegen: ,M ruhig, ich fürchte mich nicht vor bc-.t Toten °A^ D°ch Dietegen hielt ihm die Handelest nnd rang mü und Gespenstern und will des Nacht? so lange hierher kommen und vor em | beilvungen hatte. Er besann sich, ob er ihn gcsang aujaiiwo ©ittce wachen, bis du dich auch daran gewohnt hast. , f. n r. | zeigen, oder ob er ihn bloß verjagen solle, r ‘•tierroidhuii® Da« sagte er aber so zu ihr, daß die Fran es nicht Horen tonnte, und begab | » ^s Vorfalls noch nicht kannte, rmd mcht eme neue Verw« sicki hierauf nach Hause. Dort fand er den traurigen Forstmeister, w>e er I ^iiugo£t herbeiführen wollte, ließ er den ,krummen -^am > ' ,r ' sich eben mit Biolande« verständigt hatte, daß sie ihre »ochzert erst halten I e). Sicherheit seines Lebens verbot, je wtcbct an b wollten wenn Küngolts Strafzeit vorüber und die sajlimme Sache einiger- I qUl,fc;cß Q(jCr ging er in das Haus htnem und veranlaßt niaren ausgeglichen wäre. SSieiav.be hielt sich dabei mäuschenstill, zufrieden, I die Gefangene nunmehr in die Stube zu nehmen, da ja r>) hn daß^ sie als die eigentliche Urheberin der unglücklichen H^erei und ih«r I tior x^r sei und die Nächte zu kühl würden für denm>) 0 • ftofaen so gut davongekommen war. Bei dem strengen Verhör, dem sie I eima„rt mürbe also noch in dieser Rächt nut der herkömmliche auch imterworfen gewesen, hat man ihrer Aussage, daß sie jenen Liebes- I 0 Ofen gefesselt. Es war das em schlankes ° Lk nm7evv'ahr, batU'ei nicht in unrechte Hände gerate, zur Rot ge- ^te mn Fuße^an den^OM , *$$$ machte sich Dietegen ungesehen auf, nahm sein Schwert und em t eine? YS Asiens stanven mc n e ein nicht unzierlich gegliedertes R°n» Fläschchen mit gutem Wem und stieg wwder '» die Stadt lmninter^wo er I hingeschmiegt nun Küngolt auf d" Ofenbank sa^ . unverweilt sich über die Kirchhofmauer schwang und furcktlos uver on i . > . < aeschntzteren Lage und der Rettung, ' * Grüber hin vor Küngolts unheimliche Wohnstätte ging. Sie saß laut^ I f dankte und schrieb alles seiner treuen Gesinnung Wür ste B auf ihrem Strohsack znsammengekauert hinter deinVorhang und. lau ste I ( n. dieser Nackt kein Wort mtt ihr gesprochen und sich ™ • »SO Sa «ttfc «£$ Kitschen weggestrichen, so daß dieselben sachte etwas geklappert hatten. I _ '«j^baber ihrer Schönheit ein in der Person eines Kaplan Dann wurden vom Nachtwind die Sträucher über den Graoern bewegt, | £/eine Priestergeschäfte an der Kirche besorgte und den orhang i auszutreiben und sichchabei chres schonen zirtüMchob, bn^ bei rßclhiionb bsn Raum ct^elfte, uub ,i 1 b I y. v Mpshns ru erfreuen. Denn feit bet Aeit chtes 2eibe - « da stand sie eilig ans, lief ihm eiltgegen und streckte a»- N* — d°- ®'*5id=6=«>" .!-! W «nb »mch in ««», » c,r.«, He He M dem Unglückstag vergießen konnte; denn sie hatte bw jetzt lote m emer ftarren | wie c;n Wied des Hauses gehalten, m demauch-A^ msyswHe ».Nb -ich,>nb-m d.- mm -1 s » ftSÄ’ÄS sagte: „Nimm einen Schluck Wein, es wird dir gut tun. Sie trank und nahm auch von dem guten Brot ihres Vaterhauses, das er ihr gebracht. So wurde es ihr besser zu Mut, und als sie sah, daß er nicht iveiter mit ihr spMchen wollte, zog sie sich schweigend auf ihr Lager zurtick unb weinte leise, ms sie in einen ruhigen Schlaf versaiik. Dietegen aber hielt sie nach seinen jugendlich spröden Begriffen und in seiner Unerfahrenheit für ein bös gewordenes Wesen, das nicht recht tun sich befanden, und wenn der Kaplan kam, lo wurvr .^ „r» Bein oder Bier bewirtet, für welches der Forstmeis er nun der Geistliche sein Sprüch em getan W ®t etm ei"Z nahm und ersichtlich nur noch blieb, um.die getröstete Äun fo AH anzugucken und etwa bescheidentlich ihre ff eft, >»Ä sich Küngolt einer aufwachenden, klemen ff®ehtuti6/ ” bedachte, welch einen prächtigeit Liebhaber sie, nach iy __________________...v...... , gegenüber in Dietegen besaß. __— - Druck und Berlag: Brühl'sche AniverfitätS-Buch- und Steindruckerei, D. L-nS'-