und alle l«n Floh- Kanonen h geweht, ■eppe hin- r gelassen e, und jie es wahr? zählte die illwischen, sm Welle- to«rf sich hte erwischte der Stadt der König Ne ganze und ließ ; Schulter nd Stein, Abend tn ist" sagen, roartc, ich e meinen . denn sie lorb unter bald ein iß er ihm tachs noch schauderte, und fraß itgc wilde i Stunden Das war nb in den la pper- Bäumen alle selbst scheu war e so, daß du kitzelst liebe ans." an einen Der Mond Seite fehlte Kunst ge- rrum, und im Wind itlang rwr Sie gefaßt ahren und rdnetl M schätz, aus nze Turm rden. Wie atzt« Wi«- ochen. mit lauter gte Welle- agtc Äm- ebse ruhig ,en," sagte träumen; n lade ich ng «J®“ be Stunde ganz non aushalten, tzk sich in >rs andere tarum bin wollte ja ms diesem 5 folgt.) Gießen. Zahrgang <928 bamstag, den 29. September Nummer 78 das ihm rote ein Höhenzug zu. müssen eilen. ,e= Der Motor aus Wenn die Traube reift... Von Leo Sternberg. Eidechsen flitzen über Ufermauern, u"d überm Rainfarn flügelt Bläulingspiel .. Der Leinpfad glüht ... Gebräunte Schiffer kauern barfüßig hinter frisch geteertem Kiel. Dem Strom enttauchen Sande, kahl und trocken sonst überflutet, wo im schlaffen Wind auf e l n e m Bein nun weiße Möwen hocken und trotz dem Hellen Tag Geheimnis spinnt. Verborgen im gezackten Rebenlaube belauschst du Leben, das Gestein durchkreist plötzlich durchsonnt die blind gewesene Traube und das umrankte Land mit Süße speist Kahleubaum erlebt ein Abenteuer. Von Friedrich R a n i tz s ch. Siebener,fymilienblättcr Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger iiberlegle, ob er absteigen soll und zu Fuß nach Hause gehen ob er nicht dazu ftiUen ^droeg retten soll. Aber er entschließt sich bei in Wtndrmgen den Berg hinauf, an nebligen Gründen vorbei. Die Mondsichel steht zwischen schwarzen Tannenwipfeln. ... ®',e erreift)an die Hohe, die Straße senkt sich wieder. Bekanntes Ge- Dank ^ße des Berges beginnt die Stabt. Gott fei lauf, seufzt Kahlenbaum wenn ich denn fterben soll, so sterbe ich roenia- s.ens auf heimatlichem Boden. Und er erwartet ein Unglück, als sie bro Motto: „Dem war ein Eselchen vorgespannt." tKft? Ä Führersitz sein Freund einnahm iS r,-fTJ,ener Sportkleidung, mit Lederkappe und Schutzbrille bald wie ein >e.8.r”S"*"' — =” 9™"»"« «Wfi k^ü^'S Sing es noch einmal durch Kahlenbaums Schädel, wie son- hn(f air-Ct5 s1’ man fiü) letzt in seiner Heimatstadt befand und eine habe Stunde spater in dem fernen Fischerdorf a!n Strand seta sollte 'h?n wie ein entlegenes, kaum erreichbares Paradies gewelen war' ;Acr da fuhren sie schon über das holperige Pflaster und Kahlenbamn beiden Händen fest an dem breiten Griff vor sein m SU Ä&ÖV-V«1 "*9*8» u”b '°"dS N fuhren wegen des. Pflasters noch recht langsam; die Einaeweide müder tfeTsifft ^ntenh' f^„%baS lic6 luh ertragen, wenn man hin und brr holend sein Inneres elastischer machte nmÄ-dedie. glatte Landstraße am Ende der Stadt erreichten mürbe hie IPasS verW- "Nicht ZU heftig!", schrie Kahlenbaum; ihm war als mußte er rücklings herunterfallen ' Aqst brauch/'wnl^lo der Freund. Es feien nur die Kinderkrankheiten, j misn toucye nian nicht zu hnbe>l, er fahre aanz sicher' nur fdinn [tat "feman hinten drauf sitzen. „Wenn es dir''zu Kell'geht faqte er ?XÖ"flbC‘ n°d) ethd)e Geschwindigkeiten zu, „so brauchst du dich nur ■ 1 : u«? j u6t?3Äi« ton®, Wä -. , , „Dom war ein Eselchen vorgespannt" ii. l«6 fcrr.U E, _. /-.Dem war ein Eselchen vorgespannt" EE'"" "MpIWW- ss m.,?er Wold ist erreicht, es geht aufwärts. Ein Wagen fährt vor ihnen Mitten auf der Straße. Der Freund gebraucht die Huve der Mao-» kümmert sich nicht darum. Sie fahren näher heran, verlang am^n Äe inenn’ nochmals. Jetzt werden sie bemerkt. Der Wagen biegt ein Gnfln Ä rArf) Sf lp'niber. Es bleibt eine schmale Durchfahrt auf der 'okon «eite. Sie fahren langsam am Wagen vorbei, die Pferde sind I!N- ruhig 2lls der Motor neben ihnen ist, werden sie wild und gehen hock «ÄÄÄMÄZ SUS BiSÄ- $ebrberbÖ"Ube^aUPt ^u,ten drauf, ausgeliefert auf Gedeih und "HE!", schrie Kahlenbaum, „zu schnell!" lasten D^M^^ühnung", sagte der Freund beruhigend, ohne nachzu- Si'/'^nr eo l" dem Tempo und du findest es zu langsam “ ihnen n- n" die Landstraße entlang, der waldige Höhenzug lag vor Märtg hL ^Ust?" zwischen stillen Wäldern dahin, auf- Eciil>minhi„e^"lle senkte sich wieder, und nun raffen sie mit äußerster j)n«n en SfOr f3“;?«C‘ Kahlenbaum hielt sich krampfhaft fest, die Augen ous deni Walde hervor, ein Dorf schloß sich an mit g triumpl ere?hr 5(ld)rer bremste, fuhr langsam, und wandte sü zu mnrfJn h äu Kahlenbaum, der bereits wieder fein Inneres elast fi., muf)t tnar, mit der Frage: „War das nicht schön?" Mten Z oo^'ber, bie ihre Hälse nach ihnen ausstreckten, Sabri big r % clnc Kuhherde und fausten wieder in freier ßhrlich fief3 einJJn? len ^°r ’ ouf ,ctner ®traße, wo die Wagenspureii ge- Als K>!,iÄ'^°ben waren, nut einem abschüssigen Buckel dazwischen. ir !>iiks kim^üoum eilln?5l,[ somen Kopf zur Seite zu drehen wagte, sah bian„ix,, °s.^rh dunkelblau ben waldigen Höhenzug. Auf den Feldern M-n uLdas herbstliche Land lag in satten und schweren Straf?,; erreichfen r,arf)nuttags'onnc. 21 (s sie jetzt aber die Höhe der »schma e Ne > ' °°r'huen d.e O,tsee weitgedehnt und davor, durch h ieber iRe'irnn^r Meere getrennt, der See, dem sie sich näherten. Ncifaufen ‘^hn? Kahlenbaum sah alles nur flüchtig im ®eüu6' in ewiger Unruhe, und als ein paar brachte, da ti°s> Ä lagen, deren eine das Rad etwas ins Schwanken 1, Jetzt km>, » er die Augen kaum noch vom Boden. "'"'fpitze luat- Dorf. Kahlenbaum kannte es wohl. Dir Kirch- I I »e zwischen hoyen Baumwipfeln hervor. Das hätte er auch ■ I «tÄ »Ä p- MWWWU-K-i-B WWW ses# MMM LMSMLStzS Ü K gFahilichen Wagen puren und dem Buckel dazwischen an hm WMZMUW8 " Dick Beslekari" hat das norwegische Volk,, „i de tusend hjem wie cs in Biörnsons Nationalgesang heißt, das Volk in den tausend ^eims ausgerüstet, jur Fahrt „hinter Amundscn her, auf der Suche nach der dies hier "sieht in Grans Bericht, hier zusammengestrasft, und ^ ^m^2S^Jun^hockten ratlos Amundsens Freunde durch dick und iünn in feinem schienen, verlassenen Landhaus in Evartskog vor Oslo. Lmc Mackie nidi Amundsens Start von Tromsö, in diesem Landhaus, um da^ kein Beksirer wie ein Löwe gekämpft hatte, es zu behalten, das Gläubiger ihm hatten nehmen wollen, das er, um Schulden sur seme Posi sahrten zu bezahlen, verpfändet und wieder verpfändet hatte, dcw er dw sranzöfische Rc- aieruna gewandt: die „Latham" war doch ein französisches Flugzeug... AuKer Ämundsen und seinem Allergetreuesten Dietrichson waren doch auck vier Franzosen an Bord der Maschine. Man wartete vierundzwanzig Kunden Daris aab keine Antwor . Gab nie Antwort Wer versteht das? Da Lr handelten die Norweger selbst. Um Mitternachtkame.i die Cbeiredakieure aller Osloer Zeitungen in das verlassene ^.anohaus in' Svartskoa. Und am nächsten Morgen brachten Ire Zeitungen einen Aufruf: Hilft für Ämundsen! Wir brauchen em Schiff! W»r brauchen Geld! Und vierundzwanzig Stunden später war das tinderspielzeug- fÄ Motorschisfchen.Ve-lekari" gechartert, und vier Tage spater am 1. Juli verließ es mit Gran und dem alten Johan O l s e n, Eismeer- sahrer den jeder Robbenfänger dort oben kennt, von Aalefund m »»! »em SO.®.«» .50 «»*« Breite und 18. Grad östlicher Länge vor dem Osteis. Durch dicken Polar- nebel aina die Fahrt, von dann ab fast ununterbrochen zwischen inach- Uaem Weis die winzige „Beslekari". Am 10. Juli ankert man in der Kvalbucht auf der Ostseite Spitzbergens. Erste Etappe. In tieurcr -t!o0-r. iolle acht an Land Nichts als Moranengeroll, ödes, viele Ruotneter weu flaches Gelände mit roten und weißen sprühenden. ^ord oinmer-Blumen- tevvikben. Ob hier ...? Irgendwo findet man eine langst, langst verlesene, verfallene Hütte einer jener Annektionskolonnen, die. hier \y Königreich finden wollten ... Man fand niajte ... , .. . hi Wieder Aufbruch nach vergeblichem Suchen Tags darauf icgt d>e minriae Beleskari" im Storfjord vor undurchdringlicher Ureismauer. Ä er kann nicht einmal Johan Olsen durch. Im Zickzackkurs biegt man mühfelia sich /ine Rinne bis zur Südwestspitze der Edgeinsel, wo wieder eine verlassene .Hütte, eine Homestead für Leute, die keine Heimat Haven, oder doch keine andere al- die Heimatlosigkeit, das Meer ... Und wieder keine Spur von Lebendigem, wie weit man auch durch Schnee- und Eiswüstenei vrstwärtiMorgen^'der^eGe^Eisbär. Ahnungslos und ohne D«. «muacheuMor^. ^ftg hatte der Eng- X’ Ä.Ä A ÄÄ ini) ut1s Sam fear All ^erle'geru Zum ersten Male wohl färbte WWNMM v->rn<>bliche Etappe. Neuer Ausbruch. blinde Gigantenbuffel, hnötttmgreuen ' u tet lK.uer Nebel, wieder öffnet sich das Eistor Doch.patt w« Finnland und LßWLMM-R ZSWKSW io unter Explosionsgsdrohn geht e- „- . 'jj h ^sie Enttäuschung — ist die Barent-Jnsel erreicht Sie vlgastraße^ 6(@n an Land gesetzt. UMHKWMM finörf am 24.3a« 3nKm^--I''--l°» rm®« «>» - •* tennt dann seinen Namen. Siebte, vergebliche Etappe. . £si?ä ä'ÄS»?* L weist, mit allen Wurzeln und dem Silbermoos gesponnen . Kem ^gbi sein Denken preis: ob wohl je, jemals diesem L inen i ) x beckieden sein wird? ... Und man zieht wieder nach der Küste. jmw vergeblichem Suchen. Wind ist in der Luft, ganz leiser Wind ... Achte, ift man >«k»c,. auf »**• Beslekari". Hochwasser, Flut muß nahe sein ... (j, r " Hurtig aufs Schiff. Der Wind ist noch immer m der Lust ganz leg Wind, wie ein Streicheln Segel werden ^etzll De. Motor ,um die müde „Beslekari rührt sich nicht. Man will » aufgeben. Da, eine harte Dünung, «n heftiger Anprall wie 0 schlag aus der Luft, noch cur knallender Sturmstoß 9 9 .„ ,^tt, •Beug der winzigen,' bebenden „Beslekari", -und das «$t ffMnjjt g- raieqt sich in den Hüften, hüpft wie auf seUgem --an,5b v ocutcn dahin, dahin, dahin. Mehrals^eingeringes "ult Spitzbergens auf der winzigen „Beslekari . Und man setzt -mu snrot)iant geht Südkap ... nach achtmal vergeblicher Streife ... Der auf die Neige ... auch der Mut. Drei Tage spater ist man1 W«? ' tags darauf vor Hornsund. Dort steht der Wandersmann » . n uch! nach Mineralien, rüst Ahoi! Ahoi! und hort. raß Aut- kvmmen, steht nachdenklich zwischen Gran und Johan1 Dlf, eftrt losen. „Hallo! Wisting mar hier! Ist jetzt auf seiner ,, 0 g . vor der Küste!" - „W i ft in a?!", rufen ® ran und Johan »n (uicber einem Munde, „er kann- chaf en, sonst keiner. —. Uno wüiZ.f an Bord, alles Zeug wird gesetzt, der Motor knattert, ,.0« g,u|^ „Beslekari" ist wieder das tapfere kleine Schlfscheu k i ü e^^^ , später hat sie Wisting und seine „Borgermefter diaubr''i 8 t b ji)r en> Ahoi! Wisting hat sie von fern schon erkannt. Ruft W Aalesund, der gegen, - denn er weiß, was die winzige „Bes ekari von |ricbcn—• Stadt in Rosen und Lee vor Norwegens Küste, nach Norde m Straße die sich kaum noch übersehen läßt, hinabjagen und an den bleichen Steinen am Rande der Buchung ^ruberflwgc MKZWMZM sMUZ-Ä--«-« --- ■ÄlÄHl Ku’S A^d0däs^ad"aus'dem Wem'schaff., das am meisten mit- genommen ist. , bt,r greUni) und sieht ihn kläglich aus sSs- » « er enteilend den Kops, wie merkwürdig gut es gegangen, und sag. mehrmals dke letzte Zeile des Gedichtes von L-lieneron vor sich hm. „Dein war ein Eselchen vorgespannt. Die Legende vom weißen Wer Rseüd- Bon Niels Hoyer. Roald Ämundsen sei tot? Mag cs die ganze Welt glauben. Der m»; L Ä &»*WÄ SS&wÄf ' n ntnnben maa " Tas sagte heute ein Landsmann und guter Be- s s$? z» Lnüflcinc Motorsegelschisfchen von Tromsö aus zu zweiter Streisfahrt vmb den Verschollenen ausgezogen ist. Diesmal hat ein anderer^ Kamc- Sskmundse!? der alte, wetterharte Kapitän Wisting d.e Führung übernommen. Gran konnte wohl nicht mehr • • • { , ilnh wenn aud> Wisting ohne ihn wiederkehrt? fragte id). "Er ifWouch dann nicht kok' Kann nicht tot sein. Das Bott ro.lt es nicht erträgt den Gedanken nicht. Und schon deshalb wird er roeitcr- Ä dort oben wo er nur leben konnte, weil dort die Freiheit war wenn er auch wie er selber so oft gesagt hat, mit der Freiheit nie etwas anders anzKngen vermochte, als eben frei zu fern." Das antwortete der Neues?"---Und Gran ruft zurück: „Nein ... le,der ... £ riebt von der „Veslekari", daß Wisting langsam, sehr langsam Kops schüttelt und schweigt. zwanzig Minuten liegt Schiff neben Si w Hande werden wortlos geschüttelt. Kein K'per Bericht Grans an ! Ad dann stellt sich Gran vor Baron HüpferMch. Bon Clemens Brentano. (Schluß.) Während sie so jammerte, hörte sie im Walde reden und glnubie schon, Wellewatz kehre mit einigen guten Freunden zurück. Sie wollte ge- chwind wieder in das Knochen Wog lausen, aber sie siel über ein Bein und stürzte vor Mattigkeit laut schreiend an d,c Erde. Als sie wieder zu sich kam, war die Sonne ausgegangen, und sic lag in den Armen einer sreundlichen alten Frau, welche ihr Zuckerbroi und Wein aab und zu ihr sprach: „Ei, Kind Willwiseqen, ww lange habe ich dich nicht gesehn, und in welchem elenden Zustande muh ich dich wiederfinden!" Willwischen erstaunte sehr, daß die Frau ihren Namen nannte, aber sie fragte gor nicht, wer sic sei, weil ihr die Neugierde auf ewig vergangen war. Die Frau aber fing von selbst an und Zagte: „Mein Kind Willwischen, ich kenne dem ganzes Unglück, und ich will Dir helfen. Als deine sterbende Mutter dich in den Armen hatte, sagte sie: ,DIe Woche, welche du zu früh aus die Welt kamst, möge dir^cmst gute Dienste leist«,.' Nun sieh! ich bin die Woche; ich habe dich sieben Nachte neben meinen sieben Söhnen an meiner Brust ernährt, bis dein Vater mich fand und fortschickte, und da hab' ich den Hupfensttck) zu ihm geschickt, den verzauberten Floh, dessen Haut dich in da-> Elend nut dem Welle- watz gebracht. Aber em andermal mehr; halte dich nur ruh^und gehe in das Schloß, und lasse dir nichts merken, wenn der Wellewatz w.eder- kömmt. Morgen nacht um ein Uhr komme ich mit meinen sieben Söhnen, das sind erstaunlich geschickte und kluge Bursche, di« sollen dich nach Haus führen." Nun gab sie dem Willwischen noch Wem und Zuckerbrot und befahl ihr, heimlich davon zu essen, küßte es und ging weg. Willwischen sah ihr lange mit -tränen nach und schlich dann in Mj qriißliche Schloß zurück. Gegen Mittag kam Wellewatz zuruck; er trug ein Wildschwein an einer jungen Fichte gespießt auf der Schulter und brachte noch ein Nest voll junger wilder Kaizen. „Holla! Willwischen! schrie er „da ist Mundvorrat, hungern sollst du mir nicht, und Gesell- chaft kriegst du auch; ich muh heut abend wieder weg, ich mich mir einige Handwerksbursche zum Hochzeitsbraten emsaiigen,, die Backer- knechte in deines Vaters Stadt schmeckten vortresslich; ich habe dir deswegen eine Dame von hohem Stande aus heute nacht zur Gesellschaft Meten. die Frau von Euler; das wilde Katze.mest kannst du ihr vorsetzen- daß du nur keine von den kleinen Katzen herausfr,ßt eh« d. Dame kömmt." - „Ach, gewiß nicht, mir ekelt und gar lebendig! sagte Willwischen. — „Ja, ja, Papperlapapp, ich kenne euch Leckermäuler, ihr sprecht immer von Ekel, und dann leckt ihr die Fingei ^"^Unterdessen hatte er ein Feuer angemacht und das Wildschwein an den Spieß drüber besestigt; Willwischen muhte es umdrehen, und er *6 ein Stück nach dem andern herunter und verschlang es mit Haut und Haar. Als er wieder wegging, sagte er: „Daß du mir nur die Frau hon Euler gut unterhälst, sonst gibt s Prügel. Willwischen saß wieder allein in dem Knochenhaus und zitterte und bebte wegen der Frau von Euler. Was konnte sie sich von einer Dame 13 llnb wenn auch Wisting ihn nicht wiederbrmgt, ,o werden die Lskimos dort oben, Amundsens allertreueste Freunde, ihn bergen ... in ewigem Leben ... in einer ihrer Legenden. Und unsere Enkel wer- L sie dort oben einmal hören und niederfchreiben, wenn ein altes Mmoroeibdjen weise und wissend sie ihnen vorsingt, die Legende vom miken Adler Roald, der vom Süden kam, wo man ihn Amundsen Mimte ..." Das sagte heute ein Landsmann Amundsens zu mir, als wir Uans Bericht zu Ende gelesen hatten. Die Oper vom Manuskript bis zur Rampe. Bon Rudolf M e i ß n e r. Als ich das erstemal eine handgeschriebene Opernpartitur sah, erschrak Iii, Mein die Niederschrift erschien mir eine fo ungeheure quantitative ülrbeit wie ich sie mir eigentlich nur im Mittelalter vorstellen konnte, zu jener Zeit, da der Baumeister noch tausend Säulchen an tausend Säulen lichte und der Mönch noch die unendliche Reihe der biblischen Worte. Buchstabe für Buchstabe, reich verschnörkelt, mit der Hand kopieren mußte. Wie einfad) läßt sich der Gedanke des Dichters mit dem rasenden Msederhalter auf jedem schiefen Fetzen Papier sesthalten. xer musika- üldie Gedanke, den ein halbes Dutzend Worte des Operntextes tragen, beansprucht eine ganze Partiturseite; die Sopranstimme, die ersten Geigen, die zweiten Geigen, die Celli, die Harfe, die ersten Chorsttmmen, die zweiten, die dritten Chorstimmen ... Aus der Partiturseite 12 steht der iert für die Sopranistin: „O wie selig" und der Text sur Den ^enoriften: O wie .. ", auf der Seite 13 geht der Text für den Tenorchen weiter: " . selig, clig" und beginnt der Text für den Frauenchor: „O ... Richard Strauß hat an der „Aegyptifchen Helena fünf Jahre ge- ^Si«1 Geburt einer Oper ist wirklick) komplizierter, schwieriger und von Milchen Beziehungen abhängiger als die Geburt irgendeines anderen Kunstwerks. Eine Wertung braucht man aus dieser Behauptung nickst zu machen. Kunstgattungen an sich sind überhaupt nicht vergleichend st> werten. Einen Komponisten ohne jahrelange sorgfältige Ausbildung in musiktheoretischen Fächern, Harmonielehre, Kontrapunkt und ohne vollem,neue Ausbildung in der Beherrschung mehrerer Instrumente gibt es nicht. Die Besruchtung des musikalischen Genies ist also in erster Linie schon von einer glücklichen Finanzlage ober glänzenden Unterstützungen ickisf. Wisting entert hin- , ............ Fragen mehr. Nur nod) Wisting. Und bann wieder Schweigen. — r Wisting und sagt dies: „Johan Olsen und Tfjjnnen' jetzt'nicht mehr. Wenn einer nod) kann, {inb eie es ... sannen Sie? ..." Das ist die einzige Frage, die es gab. Und sie wud L hartem Ja beantwortet. Und die winzige „Veslekari und die „Bor- Ämefter" setzen Kurs auf Tromsö. Und Gran knecht in seine Ko e. ob chläft. Und als er erwacht, streicht das kindersplelzeugkleine Schis - Veslekari" über die blauesten Wellen des Nordmeers, das schwillt md schwingt und lebt ... und vielleicht, meinte Tryggve Gran in diesem N aenblick, teilt der Kiel des Schisschens gerade d.e Wogen jener Stelle er, den sie suchten und suchten, mit seinen Kameraden fein feuchtes ungefähr, zufammengestrafft, fchlieht Grans Bericht. Und wenige Tage, nachdem die winzige „Veslekari Hemikehr in Iromfö gehalten, ist Wisting, der alte, wetterharte Amundsen-Kumpan E ihr zu neuer Suche nad) der Legende Roald Amundfens hinaus- Jm Hause Unter den Linden sind Kapellmeisterschaft mid Direktion ebenfalls getrennt, indem Opernregisieur Wörth als Direktor zeichnet. Höchste Instanz bleibt Generalintendant Tietjen. Kenn das eingereichte Werk vom Kapellmeister und vom Drama- turgen für gut befunden wird, ist die Wahrscheinlichkeit, daß es die Direktion zur Aufführung annimmt, noch nicht gegeben. Aeuhere Umstande sprechen ein wesentliches Wort. Lassen sich alle Rollen besetzen. Es kann Vorkommen, daß die Frage gegenüber diesem und jenem musikalischen Einzelfall selbst von den Opern Berlins oder Wiens mit Nein beantwortet werden muß. Ist die Aufsührung buhnentechnisd) mogttch? Mittlere Provinztheater müssen ost auf die besten Werke verzichten, well ihnen die modernen Bühneneinrichtungen fehlen. Denn die Oper erlaubt die Vereinfachung des Bühnenbildes nicht im gleichen Maße rote das Schauspiel. Frage auf Frage. Wenn wir uns im Schauspielhaus „Rosmersholm ansehen, roijfen wir daß die Gesamtatmosphäre der Aufführung, ihre „Plastik , aus dem Wirken des Regisseurs entstand, das der Bühnenbildner und der Beleuchtungsmeister leise untermalen. Eine „Tannhauser -Einstudierung hm- argen verteilt sich auf eine ganze Reihe von Meistern; eme ganze Reche von künstlerischen Faktoren müssen zu einem Gan3 e n m u 111 pl i e rt werden. Die Darsteller stehen unter dem Führertum des Regisseurs, des Kapellmeisters, des choreographischen Leiters, des Kapellmeisters des Chors, des Ballettmeisters. Der choreographische Leiter dirigiert die Bewegungen Opernsänger zu werden ist wiederum nicht nur von Talent, sondern auch von pekuniären Möglichkeiten bedingt. Denn rote beim Komponisten selbst ist die Begabung erst nad) kostspieligem Studium praktisch zu verwerten Es ist vorgekomnien, daß ein Mäzen eine gute Stimme rm Volk entdeckte und ans' Licht hob. Einer der bekanntesten dänischen Opernsänger war früher Gemüfehändler und hatte die Schönheit feines Organs offenbart, indem er ausrief: „Weißkohl 20 Oere, Kohlrabi IS Oere!.bis er mit feinem Wagen durch die «trotze kam, in der der Opernbircftor wohnte. Der Direktor kaufte ihm einen Kohlkops ab, und dies blieb des Künstlers letzter Gemüfeumfatz. Laufbahnen von solcher Romantik sind selten, und man soll nicht mit ihnen rechnen, wenn man sich vornimmt, ^Welches Matzen Begabung, welches Matz an Studium, welche Verschwendung von Kräften, Finanzen, welche verzweigte Organisation bereitet den Genutz eines Opernabends vor! Wir sind im akustischen Element gebadet. Wir verlieren das _\ad)bar- ,.ch. m ^"'Äbe'r'es gibt Zyniker, die immer iüfleu: „Golk, es wer mager. Und die Altistin sand id) geradezu verheerend." In' den seltensten Fällen hat der Künstler, der Opern komponieren mitt, eine so starke dichterische Ader, daß er Die Texte, wie etwa Richard Wagner oder wie Schreker, selbst verfassen kann. Ader die Suche nach dem geeigneten Operntext gleicht dem Suchen des Schatzgrcwers nach dem Golde. Die Dramaturgen der Opernhäuser, denen Texte mit der Anfrage vorgelegt werden, ob es sich lohnt, die Vertonung einem Komponisten vorzuschlagen, stellen sest, daß ouch diejenigen, die wirtuch dichten können, keine Ahnung Haden, welche Ansprüche die Musik an dw Dichtung stellt und wo die Möglichkeiten der Musik aushoren. D>e Hand- luna der Oper muh einfach und möglichst sd)on aus den auf der Buhne sichtbaren Geschehnissen zu erfassen sein, sie darf, tm Gegensatz zum Drama, stark lyrischen Gehalt haben. Intellektualismus bleibe dem Opern- tm fern, vor allen Dingen aber muß die Sprache selbst schon mufik- gesöttigt sein. Diese Dinge erscheinen so selbstverständlich, und doch tjt das Finger pitzengesühl für all dies fo selten. . Wenn endlich Dichter und Komponist einander gejunden haben und ihre Arbeiten verschmolzen sind zur Schöpfung, — wird sie wahrscheinlich nicht angenommen. . , . , u • Man kann die Oper dem Musikverlag anbieten, her fie coentueU in Vertrieb nimmt. Da die Zahl der Musikverleger klein ist, laßt sch der Vyp des Schmierschriststellers, der sein Romanmanuskript „mttterfrau Metas -unglückliche Liebe" zwanzig Jahre lang von Verleger zu Verleger ragt, nicht auf das Gebiet der Musik übertragen Vor der erfolgreichen Uraufführung wird die Drucklegung der Oper gescheut. Denn der Druck Mn Noten, worauf nur wenige Druckereien eingerichtet sind, kostet em Vielfaches des Textdruckes. Deshalb reichen die Opernkomponiften meist ihre Werke bei den Theatern direkt ein. . ~ Dpernbramaturg für die Staatlichen Theater in Berlin ist Dr. Kapp, dm die vorläufige Beurteilung der Opern und vorwiegend uu » teilung des Tortes obliegt. Er gibt das Werk, wenn ihm die Aufführung Möglich erscheint, an einen der Kapellmeister, an Otto K le mp er °der Erich Kleiber, weiter. Die letzte Entscheidung liegt aber in Han- ben der Direktion. Während der letzten Saison war Otto Klemperer alle - dmgs selbst Direktor des Hauses am Platz der Republik, hat jedoch d>e ^Ukklionsgeschäfte für die kommende Saison Ernst Legal ubertragci. versprechen, die lebendige wilde Kaizen fraß. Sie guckte die armen wilden Kätzchen recht mitleidig an: „Ach!" sagte sie, „ihr armen Dinger? euch geht es nicht besser als mir" — und gab ihnen etwas von dem Wildschwein zu fressen — „wenn es möglich ist, will ich euch erretten", und somit trug sie die Tierchen in einen entlegenen Teil des Hauses. Als es dunkel ward, vernahm sie einige gräßliche Töne; sie wußte nicht, woher; aber auf einmal flatterte mit abscheulichem Geräusch und Gekrächze etwas den Schornstein herunter in die Stube. Willwischen sah mit Angst nach dem Winkel, da glühten ihr zwei runde Augen entgegen und knappte es entsetzlich mit dem Schnabel; es war eine ungeheure. riesenhafte alte Nachteule, sie raschelte auf Willwischen zu; aber die floh mit großem Geschrei zur Türe hinaus und schlug die Knochentüre zu. „Scharmante Frau von Wellewatz!" rief die Eule ihr nach, „wie schreckhaft und blöde sind Sie; hat der Herr von Wellewatz mich nicht gemeldet? ich habe Sie gewiß in süßen Schwärmereien gestört; kommen Sie doch wieder herein." Willwischen sagte: „Ich will nur Licht an- zünden." — „Nein, das wäre mir zu naiv," schrie die Eule, „ich habe kranke Augen, ich verbitte mir das Licht; allons! kommen Sie herein und bringen Sie mir mein Abendbrot mit." Willwischen goß den Wein, den ihr die Frau Woche gegeben, in eine Schüssel voll Brot und machte so eine kalte Schale, die schob sie zur Türe herein und sagte: „Bedienen Sie sich einstweilen, gnädige Frau!" und hielt die Türe fest zu. „Delikat! Delikat!" hörte sie die Frau von Euler sagen, „aber eine kuriose scheue Person hat sich der Wellewatz geholt, sie muß vom Land sein." Heber solchem Geschwätz fraß die Frau von Euler die Weinsuppe aus und schlief berauscht ein. Willwischen saß in rechter Herzensangst auf der Schwelle der Haustüre. Ans einmal hörte sie Gesang im Walde, und der kam immer näher; da sah sie die Fran Woche anspaziert kommen mit ihren sieben Söhnen, und der erste hatte eine blaue Jacke an und sang recht handwerksburschenmäßig vor den andern her: Willwischen, liebstes Willwischen mein, Wann werden wir wieder beisammen sein? Am Montag! Ei, so wollt' ich, daß alle Tag' Montag war'. Aus daß ich bei meiner Willwischen wär'! Kaum waren sie heran, so sagte Frau Woche: „Nun, ihr Bengels, da habt ihr endlich eure Prinzessin; jetzt zeigt eure Künste und macht, daß wir sie sicher nach Haus zum König Haltewort bringen." Dann sagte sie zur Prinzessin: „Sieh, Willwischen, ich bin die Woche, und die Jungens sind der Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag." — „Erzählt nicht so lange," sagte der Montag, „wir müssen fort; hast du dein Bündel geschnürt, Willwischen?" — „Ach, ich will nur die jungen Wildkützchen mit in den Wald nehmen", sagte sie und ging, das Nest zu holen. Montag trat aber in die Stube, wo die Frau von Euler an der Erde schürf, und nahm sie auf den Rücken und schleppte sie vor den Knochenpalast und nagelte sie mit den Flügeln an das Tor und schrie ihr in' die Obren: „Sie können dem Herrn Wellewatz nur alles erzählen, es liegt uns gar nichts dran." — Nun wachte die Frau von Euler auf und zappelte und schrie gewaltig. Aber die Woche zog mit Willwischen, von den sieben Söhnen umgeben, den Montag an der Spitze, immer in den Wald hinein, und da Willwischen Katzen schreien hörte, dachte sie: das ist gewiß meiner Katzen Mutter, und stellte das Nest in eine Vaumhöhle. So waren sie bis um zwölf Uhr der folgenden Nacht gegangen, als plötzlich die Frau Woche sich an die Erde legte und lauerte. „Aufgepaßt, Montag!" schrie sie, „Wellewatz ist nach Haus gekommen, die Frau von Euler hat ihm alles gesagt, er hat die Seine auf die Schultern genommen und wird gleich hier fein." Kaum hatte sie dies gesagt, als sie auch schon ein Gekrache und ein Geräusch im Wald von Wellewatzens breiten Fußtritten hörten. Da sprang aber der Montag vor, nahm die Feder, die er Hinterm'Ohr hatte, tauchte sie in das Tintenfaß, das er am Gürtel hängen hatte, und spritzte die Feder aus: da entstand ein Tintenklecks zwischen ihnen und dem Wellewatz, wie ein kleines schwarzes Meer. Wellewatz wollte anfangs durchwaten, als es ihm aber zu tief ward, schrie er: ,',Jch komme ohne Laschpapier nicht durch", — und lief nach Haus, solches zu holen. Die Reisenden eilten immer fort, und Dienstag sang an der Spitze dasselbe Liedchen, wie gestern der Montag, nur daß er statt: Am Mon- tag! — Am Dienstag! sang. Nachts um zwölf Uhr lauerte die Frau Woche wieder an der Erde und sprach: „Dienstag! mache du nun dein Kunststück; der Wellewatz hat soeben sein großes'Löschpapier über den Klecks gelegt; gleich wird er da sein." — Kaum hatte sie das gesagt, als sie den Wellewatz bereits ganz in der Nähe singen hörten: Löschpapier und Fließpapier Und grüne Petersilien! Da nahm der Dienstag seine Streusandbüchse und streuete sie hinter sich aus, und es entstand auf einmal ein so tiefes Sandmeer hinter ihnen, daß der Wellewatz bis an die Knie einsank. „Ich muß nach Haus und muß mir meine Chaussee holen", sagte er und kehrte wieder um. Nun ging der Mittwoch an der Spitze, und der Dienstag war der letzte. Der Führer sang wieder wie fein Vorgänger, nur sang er: Am Mittwoch! statt: Am Dienstag! um zwölf Uhr lauschte die Frau Woche wieder und sprach: „Geschwind, Mittwoch, mache deine Kunststücke! Wellewatz hat eben einen langen Steinweg über das Sandmeer geschlagen und fährt mit sechs 1tmPle*96t;ippen Extrapost an." Als sie dies gesagt hatte, hörten sie : ichon das Posthorn blasen und den Wellewatz dazu fingen: * Fahr, fahr, fahr auf der Poft! Frag, frag, frag nicht, was es kost't! Spann mirs Willwischen ein, Ich will der Postknecht fein. Da legte der Mittwoch fein Lineal hinter sich, und sieh da! ein un geheurer Schlagbaum lag quer über dem Weg, an dem die Schimms, gerippe so anrannten, daß sie zu tausend Knochensplittern zusammenprasselten. „Holla!" schrie ein schnauzbärtiger Kerl, der hinter einem Baum hervortrat, „Er fährt wie ein Narr! ich bitte mir den Wegezettel von bet letzten Station aus." — „Ich habe keinen Wegezettel", sagte W-llewatz — „Ja, da müssen Sie wieder zurück und sich einen holen " — Wellewatz ärgerte sich abscheulich, und weil sein Fuhrwerk zertrümmert war, mußte er zu Fuß zurück. Als er umgekehrt war, kam der Zolleinnehmer z» Willwischen, und sie sah, daß es niemand anders war als der wilde Kater, dem sie seine Jungen gerettet hatte. Er freute sich, daß er ihr habe seine Dankbarkeit erweisen können, und sie zogen weiter. Nun trat der Donnerstag an die Spitze, und alles ging wie bas vorigemal. Als sie nachts der Wellwatz wieder einholte, steckte der Donnerstag feine Schreibfeder in die Erde, und es entstand daraus ein großer Wald von entsetzlich großen Gänseflügeln, die immer durcheinander- wehten, daß der Wellewatz nicht durch konnte und wieder nach Hau? mußte, um sich eine Axt zu holen. In der folgenden Nacht führte der Freitag den Zug; die Frau Woche hörte den Wellewatz den Wald niederhauen. „Jetzt, jetzt kömmt er" — schrie sie, „jetzt mache deine Künste, mein Freitag!" Der Freitag nahm sein Bleistift und machte einen langen Strich an den Boden, der warb sogleich ein breiter wilder Fluß. Der Wellewatz aber war schon entsetzlich ungeduldig, er riß die Kleider vom Leide und schwamm hinüber; aber das Wasser war reißend und trieb ihn weit hinunter. In der folgenden Nacht, als der Samstag den Zug führte, schrie Frau Woche auf einmal: „Er kömmt! er kömmt!" Da stieß der Samstag seine blecherne Federbüchse in die Erde, und es ward auf einmal ein ungeheuer hoher Turm daraus, auf welchen sie alle miteinander hinauf- ftiegen, und da Wellewatz ankam, lachten sie ihn von oben herunter brav aus. Er ließ sich aber nicht irremachen, sondern lief wieder nach Haus um eine große Leiter zu holen. In der nächsten Nacht kam der Sonntag an die Spitze der Gesellschaft und als die Frau Woche ausrief: „Ich höre den Wellewatz schon seine große Leiter heranschleifen", befahl er, daß alle den Turm verlassen unb sich verstecken müßten. Das taten sie; nun legte Wellewatz die Leiter an und stieg oben in den Turm hinein, da nahmen sie die Leiter weg unb machten den Turm zu, unb der Sonntag stieß an den Turm, der fiel um und mar nichts als eine entsetzlich große Federbüchse, worin der Wellewatz stak. Nun sagte der Sonntag: „Liebe Prinzessin, liebe Mutter, liebe Brüder! Der Wellewatz ist glücklich gefangen, die Gefahr ist vorüber, lasset uns Gott danken." Da knieten sie alle nieder und dankten Gott, und Willwischen weint- vor Freuden; denn sie hörten die Glocken ihrer Vaterstadt läuten, so nahe waren sie. Sie setzten ihren Zug nun fort, und siehe da! der Wellewatz wälzte sich ihnen in der großen Federbüchse nach, was ihnen recht lieb war, denn so konnten sie ihn lebendig gefangen bringen. Nun zogen sie in die Stadt hinein, und die Federbüchse rollte immer nach. Der König umarmte seine Tochter mit vielen Tränen der Freude; da sie ihm aber sagte, daß Wellewatz in der Federbüchse stecke, sagte er: „Ei, ei, mein Kind, wenn er noch lebt, so mußt du wieder zu ihm, weil ich mein Wort halten muß"; ba tat die Prinzessin einen lauten Schrei vor Schmerz und bat den Vater, doch erst darüber nachdenken zu lassen. Das versprach der König Haltewort. Nach Tisch waren sehr große Lustbarkeiten in der Stadt, alle Hcmd- werkszünfte brachten der Prinzessin Willwischen ein Geschenk; auch ließ der König ausrufen: Wer seine Tochter von dem Wellewatz freimachen könne, der solle begehren, was er wolle. Als die Bäckerzunft eben einen schönen großen gebackenen Husaren von Butterteig vor die Prinzessin zum Geschenk niedersetzte unb alle Über die große Aehnlichkeit mit dem seligen Hüpfenstich lachten, rief der Herold jene königliche Aufforderung aus. Willwischen sah mit trauriger Erinnerung auf den gebackenen Husaren und schrie auf einmal aus: „O, mein Hüpfenstich! sie haben einen guten Mann in Butter gebacken, und mir war er mehr! O, wenn du noch lebtest, du wärest flink, mir zu helfen; ach, ich habe dich immer geliebt; Hüpfenstich, Hüpfenstich, abgeschiedener Geist, hilf mir!" Bei diesen Worten der Prinzessin sprang der Kuchenhusar auf, und seine Wacholder- augen funkelten, und fein Mund von Rosinen sprach laut und vernehmlich : „Geliebteste Prinzessin! teuerster König! Hüpfenstich lebt noch. Als mir die Haut abgezogen wurde, floh meine Seele bei dem Hosbäcker vorbei, und da dieser gerade meine Figur zum Spott gebacken, kroch ich in den Teig hinein. Da habe ich den gräßlichen Anblick gehabt, wie der Wellewatz zwei Bäckerknechte morgens ohne Brot gefressen." „Da steht der Tod drauf," schrie der König, „Viktoria! nun sind wir ihn los." Der Wellewatz sollte mit samt der Federscheide in das Wasser geworfen werden; weil er sich aber immer herumdrehte, so nahmen sie ihn als Mühlwelle, und hat er nachher lange Jahre die königliche Mühle getrieben. Das närrischste ist, daß er immer noch meint, er laufe hinter Willwischen her. Weil der gebackene Herr von Hüpfenstich durch seine Angabe die Prinzessin gerettet hatte, fragte ihn der König Haltewort, was er zur Belohnung wolle. „Die Prinzessin soll mich aufessen", sagte er. Willwis- cfjen wollte nicht, aber er bat so dringend, daß sie ein tüchtiges Stück aus ihm herausbiß. Aber kaum hatte sie es getan, als ein wunderschöner Prinz vor ihr stand unb sagte: „Nun ist alles richtig." — „Ja, es ist mies richtig", rief Willwischen aus und umarmte den schönen Prinzen und der König war es zufrieden und schenkte ihm die Hälfte seines Reiches. Der alte König Haltewort aber heuratete die Frau Woche zur Belohnung ihrer ebeln Handlungen, und die sieben Söhne kriegten jedcr ein Regiment. eraniwortlich: Dr. Hans Thhriot. - Druck unb Verlag: Drühl'fche Aniversitäts-Duch. und Steindruckerei. A. Lange, Gießen.