t einem so auch t>. kam stimmt« I« tel«, !erwirk> wo di« Grenze m statt ergeben in der leschieht m Cin- Bilder glichkeil -r ohne aufzu. vünschj, Glaub- 'b aber irt, wie einem an der s Bild it zahl. ie Per- werden, lersi im e betet- es sich wenden, enlänge r ultra- r einem ektions- n kann ir dem- 1. namens non der bermitt- ie Bild, eigenen lpfangs- n muß, einzelne eschwin- mS welches ne tek- chältnis- hen tat- io. aus- rk und e B«M- ltschland sellschaft r c o nn rechende 5 Fern> ,l«t sich in jeden en Erd- r Weise ig sehe" nsstäche precherr f einein rittelbnr ran von fernsten in For- ig einen hm dar- te schon man es weiter- lem be- -aendwo nkte der and üsen it" werden. iebe«. CietzenerZamilieiibMer Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger Jahrgang $928 Dienstag, den 21. März Nummer 25 Boot kentern. Ich fühlte !ln und roui und die Erde W flockigem, rosig umhauchten Schnee. Der Forschi sich aus dem großen Ueberseedampfer eingeschifft 1 langen Brief und bat mich, die Region, die er erst Der Fasching nzmusik drang tigten Empfangsschein; das Postamt von jenseits des Ozeans hat sie mir zunickqefchrckt. Niemand war gekommen, sie zu beheben. Don meinem rohr auch den Wein aus dem Keller fort, denn man muß ihn um einen bez^hlen^"'* t>ertel’m' roH( nw” bie Kosten dieser Neberfchwemmung Der Wind der Hoffnung tat aber das Seine: die Kerben auf dem Kanunrahmen stiegen immer höher, der Schnee schmolz i 1 • • ’ - - Zeigte schon da und dort ihr mütterliches braunes Ges''' ließ wieder seine bunttn Schellen ertönen und sinnliche bis zu dem Hause in Trauer. Tages klopfte ein kostümierter Mann an unsere Tür. Soll man u)in offen? Wir haben keine Feinde, niemand wird uns doch Uebles tun. Immerhin aber ist die Larve ein Zeichen von Geheimnis, und so empfängt man den tyremben mit einer gewissen ängstlichen Neugierde. Er ist hoch und schlank, seinen Körper umschließt ein altes Reiterkostüm aus grünem Sam.. Die -.rlmte, die er trägt, ist beruhigend, denn sie ist ganz aus Holz; noch mehr Vertrauen flöht aber sein Weidsack ein, denn er ist angesüllt M't bunten Süßigkeiten. Der Mann verbeugt sich nach allen Richtungen, küßt der Mutter die Hand, spricht liebenswürdig mit allen, sogar mit der Magd, die sich ängstlich hinter der Tür versteckt. Der Glanz seiner warmen, kastanienbraunen Augen wird durch die Larve noch erhöht. Mit schlägt das Herz wie einem verwundeten Bogel, denn seine Augen, die sich oft mir zuwenden, und seine Stimme, deren Klang ich noch nie gehört habe losten mich mehr erzittern als die kleine Magd hinter der Tür. Der Frühling kommt wirklich, und die Berge legen ihr weißes Kleid ab; nur bei den Mandelbäumen scheint es, als ständen sie noch immer in flockigem, rosig umhauchten Schnee. Der Forscher ist ab gereift; bevor er sich aus dem großen Ueberseedampfer eingeschifft hatte, schrieb er mir einen langen Brief und bat mich, die Region, die er erforschen wird, mit meinem Namen bezeichnen zu dürfen. Am Ende des Briefes steht seine Adresse von jenseits des Ozeans, damit ich ihm antworten könne. Ich notierte sie mir und schreibe ihm postwendend; erst nach zwei Monaten kann ein Brief von ihm wieder da fein. Der April vergeht mit der Safranblüte, der Mai mit seinen knospenden Rosen und den summenden Bienen; im Juni kommt das erste bange Gefühl der Verzweiflung, bei der auch die sonnigsten Tag« finster werden. Ich schreibe wieder, diesmal mit bezahlter Rückbestätigung. Der Juli, der schönste Monat des Jahres, der König unter den Monaten. Zieht in das Land; aber der Mondschein ist jetzt trauriger als das Leuchten des Schnees, und dem süßen Sang der Nachtigall wie der köstlichen Reife der Trauben steht die Erinnerung an den stürmischen Winter entgegen an das Krachen im Gebälk und die in der Asche gebratenen Kastanien. Im August sind Me Reparaturen am Hause beendet, die Speisekammern gefüllt. Der Weizen, die Mandeln, der Kork, ja selbst die Feigen werden zu Geld; ich aber sichle mich viel ärmer als im vergangenen Wmter, werde mit jebern Tag armer, werde bettelarm für die Ewigkeit. 3m September bringt man mir die beiden Briefe mit dem nirhf hoftn. Da mir der morscher geschrieben hat, daß die Vorbereitungen zu seiner Expedition vollendet seien, und er schon bald abreifen werde, erfüllt der Gedanke, er könnte in seinem schönen Urwaldkostüm vielleicht zu mir gekommen sein, mein Herz mit unaussprechlicher Wonne. Er ist gekommener ist der Verkünder des Frühlings, der Jäger, der die Träume nimmt uud sie den Jungfrauen in die Haare wirft wie Koriandoli im Fasching. O Mutter, warum läßt du zum Zeichen der Gastfreundschaft ein Glas Wem holen und bittest den Mann, zu trinken?" Unter der aufgehobenen Larve erblicke ich plötzlich das Gesicht des Hundefangers aus dem Dorfe. ® ivr^,...^r »SÄaTE alfe ftW"' J?s 'ch- 24 las beim Kamin in öer Küche, denn dort war es am wärmsten. Das schwache L-ickü des Oel- den ^Bückern^d? bekümmerte mich wenig. Von den Buchern, die ich so gelesen habe — zumeist ganz wertloses Zeug —, ni*?lL4rLn i*Äe5 in1* / rn Erinnerung, aber trotzdem verleugne ich sie nicht. Ihre schlechte Prosa war wie das alberne Libretto zu der Musik einer großartigen Oper: zum Brausen des Windes und des angeschwol- Woffers, bei deren mächtigem Orchester das vom Untergang be- ^te Haus m allen Fugen erzitterte. Es war tatsächlich, als befinde s üch 'N einem Kahl!, von niemand als von Gott beschützt, und als glitte dieser Kahn «mmer weiter auf eine mnamenlofen Fluß, einem ent- fernten, von Traumen umsponnenen Ufer entgegen. Eines Nachts aber schien es, als sollte unser Boot kentern. Ich fühlte em Unheil, dem nicht zu entrinnen war, und ich mußte im fielen inne, und röitter^ 'TUle£ prtons mischten sich undeutliche Jammerschr^te und sie rufe, der Hund begann zu winsel stell; zuletzt fegte der Sturm auch diese Klai Morgen kamen wir darauf, daß uns Siebe den Hund erwürgt hatten. RitorneAe. Bon Theodor Storm. Blühende Myrte — N hoffte, süße Frucht von dir zu pflücken; Die Blüte fiel; nun seh ich, daß ich irrte. Schnell welkende Winden — Die Spur von meinen Kinderfühen sucht' ich Lin eurem Zaun, doch könnt' ich sie nickst finden. Muskathyazinthen — Ihr blühtet einst in Urgrohmutters Garten; Das war ein Platz, weltfern, weit, weit dahinten. Dunkle Zypressen — Die Welt ist gar zu luftig; Es wird doch alles vergessen. Der Name des Fluges. Von Grazia D e l e b b a. Llu lchlvülen Hochsommertagen gebente ich manchmal nicht ungern der strengen Winter, wie ich sie oft in meiner Heimat erlebt habe. Sn jenem Jahr begann es schon im November zu schneien unb setzte vicht mehr aus. Da unser Besitz «in wenig vom Dorfe entfernt lag, so wußte man sich, wollte man mit den Leuten in Kontakt bleiben, einen Weg im Schnee wie burch den Urwald bahnen. Eine arme, schmutzige Magd, die in der Kalte noch dümmer wurde, kam und ging auf diesem engen Pfad und brachte uns Lebensmittel und die Post. Keine noch fo mächtige Persönlichkeit hat je für mich die Lebenskraft in dem Maße verkörpert, wie dieses hölzerne, verhutzelte Ding, gas ganz in Lumpen gehüllt war. Das wirb begreiflich, wenn man sich vergegenwärtigt, daß sie mir nicht nur die Zeitungen mit dem Lärm aus der Welt der Lebenden brachte, sondern auch die ersten Zuschriften von einem Serfeger und die Briefe, die mir damals mein Verlobter schrieb. Auch dieser Berlobte befand sich in einer beträchtlick)eu Entfernung, die mit ledern Tage geheimnisvoller und schrecklicher zu werden drohte Er war ein Forscher; eben bereitete er sich zu einer Expedition in großem Stile vor, zu einem Vordringen in noch unentdeckte Gebiete. Er kannte von mir nur ein Gedicht, ich von ihm nur den Namen: aber dennoch waren wir verlobt. Ich muß gestehen, daß mich an ihn nebst vielem sonstigen eine be- (oiiberc Eigenschaft fesselte, eine Eigenschaft, ohne die der Mut, die Phantasie, die Festigkeit und die seelische Schönheit bei einem Forscher wohl mrfjts anderes sind als Nullen ohne vorangefetzte Ziffern: diese Cigen- Ichaf war sein Reichtum. Man muß aber noch ein halbes Kind sein und einsam dahinleben, muß eine poetische Natur haben und arm fein zu- gleub, um die volle Bedeutung dieses Wortes zu erfassen. * Man ist mehr als einsam unb arm in einer zahlreichen Familie, wenn einem vor kurzem ber Vater entrissen würbe, wenn die Mutter schwach und krank ist und die kleinen Brüder und Schwestern sich um die Aelteste scharen, die jetzt allein die ganze Verantwortung trägt. Sie muß für alles Jörgen, sie muß mit den geringen Einnahmen die Rentensteuer vom I väterlichen Nachlaß bezahlen, sie muß herbeischaffen, was nötig ist. , U"d wenn die Steuern unb die übrigen Abgaben geleistet sind, bann I »leibt im Haufe nur noch wenig Geld unb man muß eben mit bem ! ausfommen, was die bescheidene Wirtschaft bietet: Zwieback und ge- ! pokeltes Fleisch, Schafkäse, der gelb ist wie Wachs, und violette Oliven, I ?.!f e*'ien bitteren Geschmack haben wie die Blüte ber Zichorie. Wem I s "ber auf? Die Entbehrungen, bie man leibet, unb die Unbilden I oes Jßrttters sind mit dem leuchtenden Schleier der Hoffnung bedeckt, j •oeber -tag der Woche wird im Rahmen des Kamins mit einer Kerbe I angePuchnet und diese geheimnisvolle Leiter steigt unb steigt bis zu dem I beginnen00 frönen Tage mit dem strahlenden Sonnenschein wieder I „. ^-’er die schönen Tage sind selten und fast immer von einem West- j rV™ begleitet, ber wie mit scharfen Zähnen die Mauern durchdringt; I «r„L'^°n ^llt der Schnee wieder in Flocken herab und ber Dachstuhl | seinem Gewicht. Man muß ihn stützen, unb so lebt man ! rote bie Bewohner ber Pfahlbauten in den ersten Zeiten ber Menschheit. ...Hf™ den Eindruck dieses vom Wasser unterwühlten Lebens noch zu s^,^' bücht plötzlich das nasse Element in den Keller ein, über« ' nm l$,n un,b würde uns alle wie bie Hasen ber sumpfigen Felder > »iorSv ivsireihen, beschaffte man nicht rasch ein Zinkrohr, bas die beute- - » tzten Fluten wieder wegsührt. Aber mit bem Wasser führt bas Zink I «ebenden Paläste. , , , ,, Denn auch das war ja erst dem eigentlichen Barock Vorbehalten, die Kunst des Zusammendenkens von Figur und Raum, von Denkmal und Platz. Leider ist diese so wesentliche Wirkung jetzt meist durch die jeglichen Maßstab tötenden Reubauten verlorengegangen. Der einzigartige Anblick der Piazza di Spagna mit der kaskaoenartlg zu der flachen „Barcaccia" des Pietro Bernini herabrauschenden Freitreppe drängt sich einem zuerst als Beispiel für den beglückenden Zusammenklang architektonischer und plastischer Form auf, doch ist Bon Dr. Margot Rieß. I l Der Brunnen in seiner vollkommensten Bildung — em architektonisch-plastisches Gefüge, angepaht dem rauschenden Element, das I ; von ihm ausgenommen wird, geba,t6igt geformt . von der Idee des Gesamtkunstwerkes. Wie die Musik erleben wir , Rauschen des Wassers als in der Zeit geschehenden Ablau, dem «amen räumlichen Gefüge Seele und Sinn verleihend 2st ein Brunnen in dieser Weise als Ganzes konzipiert, so empfindet man sofort den beängstigenden Widersinn, wenn das Wasser g sperrt ist- was übrig bleibt, ist em Gehäuse ohne Füllung, etn Körper Sinne »et D-r»e-islch,n>g. der Fülle und Pracht seiner Gestaltung weit über praktischen <5roea ^^"Dreihundert Brunnen zählt Plinius int alten Dom, wo man das ouellend/ Wasser als Symbol des ^Ursprungs der Dinge anbetete^ I bis es zum Schaustück profaniert, von der allgemeinen weltlichen | Musik ter Kaiserstadt ausgenommen wurde Än Kompest haben sch die auch für das alte Rom geltenden Typen erhalten, oer viien, mit dem geschulterten rinnenden Schlauch, der Knabe, der er ne zu I Boden geneigte Schale ausgieht, mosaikgeschmückte Quellenhau, er, in denen Löwenmäuler in wette flache Decren steten. ,,, Das Christentum hat dann den Brunnen wwder seiner heiUgen Bestimmung zurückgegeben, aber nun zog er sichvon dem Lärm de- Straßen in das Innere der Borhofe der Kirchen^und Rioper, später der Baptisterien zurück und machte, der ganzen.Entwicklung entsvreÄend die große Formenaskese mit. 2m Klostcryos man

pMit cf neuaeschaffen wurde. Der große Bierflussebrunnen, nut dessen Cntwur! Lorenzo Bernini seinen mächtigen Rivalen, den Papstgünstling Fr. D o r r ° m i n i. schlug, trag einen ägyptischen Obettsken, bie unregelmäßigen sich bäumenden Felsmassen des Posta. ments scheinen das schlanke lanzettförmige Gebilde in die choye zu schleudern, so voller Dynamik und ganz aus dem ^n des bewegten Elements empfunden erscheint die Komposition. Bon den vier mar kon ter h^er zum ersten Male deutlich anklingt hat spätere.An«- rationen von Brunnenarchitekten dazu verfuhrt, ihr weniger Instinkt sicheres Formempfinden hinter malerischer Scywelgerei gU verbergen. IlMoro“ wird seiner negerartigen Züge wegen die Hauptfigur des zweiten Brunnens auf dem gleichen Platze genannt, die nach Entwürfen Berninis ausgeführt worden ist. Beckens^zu schlürfen, ihre erhobenen Schwänze dienen einer. wmt- Ausladenden Muschelschale als ®er^.ti^3ermSeb^nK^gbebiun. STÄÄÄ SÄS ?f.i« KJÄtaiÄ«WÄMle,. 'S .S vorbereitender Ratur erscheint iabgeschen von Aoolstg a te^ Kompositionsgesetzen unterworfenen prachtvollen Brunnen uni) Dillen der Porta, Maderna, Bignola) wie auch die nach W geschaffenen Brunnen noch jahrhundertelang von seinem Erbe zey N tzorscher habe ich nichts mehr gehört, sogar seinen Namen habe ich mit der Zeit vergessen. * .Ä'ffS ESSÄ LNÄL'm« M«iWäSä* MSÄÜSS- fln q-Qoeu wie der heutige, wo mich die herabfallenden Stern- lckmuvven an die Funken im Kamin meines väterlichen Hauses enynern, te T ich wieder das Rauschen des fernen Flusses der mich fmtr-ttzt, und der die Macht der Poesie ist, des einzigen Reichtums auf Erden. (Autorisierte Uebersetzung aus dem Italienischen von s. O. F a n g e r.) Die Brunnen von Rom. °""Ld«r Ser in unglMli*. »» RS l«» «jg ssfsä s s floatete Aufstellung eines gleichen Gegenstückes rnnerhalb des R h mens der Berninischen Säulenkolonnaden seine beste Wirkung. ÄS in Wer Sei. immer dm ich-.».-; SXSSÄ ’S W "«« »W °n«e ««”»*«« «“ SS "Äe S«l«mme„|annM der nn.nrnllMchen mtt"e?n-r^wLrsch-inlkch im vollerchenden Arbeiter- Anstfthen fo der kürzlich vor S. Marco auf geteilte, ein schar, \ J umschließt einen mächtigen Pinienzapfen, an dessen H I Hs-rftiederira f nvi-pTä tmn 1927 in seiner bewußten Be- I Malerstaffeleien. Beringte Bogel. Bon Dr. E. Schütz, Heidelberg. In wem ist nicht schon der Wunsch aufg-taucht. dem.Bogel bei I seinen Flügen über Berg und.Tal Begleiter zu se . ch Zguber- I einen schnellen Weg in ferne Lander zu finden wie aus oem o teppich von tausendundeiner Dacht, sondern vm mb ^, viele Geheimnisse zu gewinnen, die uns die beschwl^ten, nge denen Kinder des Lustreiches nicht verraten wollen Was wißen denn Über das Schicksal des einzelnen Zugvogels? So gut wie Genaues, auch Wenn die Lebensweise der betreffenden Art im I gemeinen gut erforscht fein sollte. Lind wie Ware ma ctau(^n6en festzustellen, ob die im Fruhiahr am.alten Platz wiederausta I Böael dieselben sind tote un Boriahr, und ob fte in Bauerey oter^ob etwa die Ehegatten jährlich wechseln? Und wie konnte n üb^r das Alter der frei lebenden Vögel Auskunft bekommen? U ziw Beantwortung dieser und mancher anderen Fragen ausreichendes I Tatsachenmaterial zu sammeln, bedarf es eines b s ^B^enen fahrens, daß die Identität des einzelnen Bogels zu verfchle Zeiten und an verschiedenen Orten sicherstellt. D r e ^e t h o individuellen Kennzelchnung. Im Geslugelhos 'st I I praktischen Erwägungen heraus schon lange ub ch. Auch dr um | bedient sich gelegentlich ihrer, und zwar beim vierfuhigen muv, I l e .1 n t, s r n n li n i» N V. I- ch &• m en ö-> g« en >n- ut< ,n« :en >n« o a et« bte ifte ten t«n las g«r Be» as- nen bet um xr- i so iun« wir chts all« age, iBen eben man Um ades Der« enen der aus Sger um Ausschluß über seine Weiterentwicklung zu gewinnen. In den Fisch» arüuden der Ikordsee werden seit vielen Jahren gewisse Nutzfische mit Marken versehen, um über ihre Wanderungen und ihr Wachstum :n3 Klare zu kommen. Selbst bei Insekten — nämlich bei Menen — ^t man mit Erfolg (natürlich nicht durch Metallmarken, sondern durch sinnreich angeordnete Farbtupfen) die einzelnen Tiere gekennzeichnet und durch ihre Beobachtung neue Einblicke in ihre Lebens-« tveise getan. Die Kennzeichitung von Bögeln ist ihren Anfängen nach nicht neu. Denn man von der Markierung gezähmter Dögel — im Mittelalter besonders der so hochgeschätzten Beizfalken — abfieht, tauchen erstmals im 18. Jahrhundert Nachrichten über die Kennzeichnung ein- Mer Schwalben durch bunte, um den Fuß geschlungene Fädchen auf. Später markierte man Störche und Wildgänse durch Schildchen oder Ringe, die um den Hals gehängt wurden. Bei kräftigen Vögeln, wie es die genannten Arten sind, konnte man an diesem Aing leicht noch eine kleine Kapsel befestigen, in der ein Zettel mit Angaben über Datum und Herkunft des Bogels Platz fand und so den Finder instand setzte, den Fundort des Vogels an den Verfasser der Notiz zu- rückzumelden. Ein Jungfernkranich, den der bekannte Tierliebhaber Md frühere Großgrundbesitzer Falz^Fein in Taurien (Süd- rutzland) im September 1892 aus diese Weise gezeichnet hatte, erregte einst besonderes Aufsehen. Er wurde im Dezember desselben Jahres bei Dongola am Nil erlegt, und die ihm anhängende Kapsel kam in die Hände des damaligen Oberhauptes der Mahdisten, des Chalifa Abdullahi. Da der argwöhnische Herrscher und seine Kahdis die fremden Buchstaben nicht deuten konnten, wurde der als Gefangener bei den Madhisten weilende Slatin Pascha geholt, um die Schrift zu . entziffern. Erst da schwand das Mißtrauen des Kalifen, bei dem man freilich für solche „Teufeleien der Ungläubigen" kein großes Verständnis erwarten konnte, wie Slatin Pascha in seinem bekannten Merk („Feuer und Schwert im Sudan") berichtet. Planmäßige Markierung mit Fuhringen aus Aluminium tvird erst seit dem Jahre 1899 vorgenommen, und zwar vor allem unter dem besonderen Gesichtspunkt der Vogelzugforschung. Der Däne Mortensen hat damit den Anfang gemacht und durch prächtige Erfolge die große Bedeutung dieser Methode erwiesen. So war es nicht verwunderlich, daß der Versuch wenige Jahre später von der Vogelwarte Rossitten und mit der Zeit von einer ganzen Reihe weiterer Stellen ausgenommen wurde. Als die wichtigsten, heute noch arbeitenden Beringungsstationen seien genannt: Soffitten (auf der Kurischen Nehrung), Helgoland, Leiden, London, Kopenhagen, Göteborg, Stockholm, Helsingfors, Riga, Moskau, Budapest, Laibach. Liboch (in Böhmen), Berit und Versailles. Auch in den Vereinigten Staaten wird die Vogelberingung von einer besonderen Gesellschaft mit großem Eifer betrieben. Die Beringungen werden nicht nur von den offiziellen Vertretern der Stationen, sondern auch von vielen freiwilligen Mitarbeitern ausgeführt. Die Marken bestehen aus Aluminiumbändern, die mit den Fingern oder mit einer Zange um den Lauf des Vogels gelegt werden. Mit Rücksicht auf die verschiedene Derwendungsart sind mehrere Größen dieser Ringe im Gebrauch. Außer dem Namen der Station (z. B. Helgoland Germania) ist eine Zahl auf jedem Ning eingestanzt, so daß über die Verwendung jedes einzelnen Ringes übersichtlich Buch geführt werden kann. Da es sich herausgestellt hat, daß diese Ringe im Lauf vieler Jahre (besonders durch das Meerwasser) bis zur Llnleserlichkeit angegriffen werden können, benützt man neuerdings eine Legierung (Duralumin) von größerer Widerstandskraft. Naturgemäß sind es hauptsächlich Jungvögel, die zur Beringung kommen, weil man ihrer am leichtesten habhaft wird. Bei den zahlreichen Gefahren, denen der Vogel ausgesetzt ist, und denen in erster Linie die jungen Vögel zum Opfer fallen, erscheint jedoch gerade die Beringung der alten Vögel, die die schwierigste Zeit schon überstanden haben, besonders erwünscht, Mau hat daher durch sinnreiche Fangvorrichtungen (wie z. B. die Deigoldsche Fangreuse auf Helgoland) gerade die alten Vögel zu fassen versucht, was sich sehr Bewährt hat. Es ist klar, daß dis Mehrzahl der beringten Vögel niemals in die Hände des Menschen sollt oder doch wenigstens nicht an die Station zurückgemeldet wird. Vei den ganz kleinen Vögeln ist der Prozentsatz oft kaum 1, während man bei den jagbaren Vögeln wie z. B. dem Fischreiher den vierten »eil zurückerhoffen darf. Durch nunmehr sehr reichliche Erfähung sicht es außer Zweifel, daß das sachgemäße Beringen für den Vogel reinen Schaden mit sich bringt. Das Gewicht des Ringes — beim Kranich der 183., beim Rotkehlchen der 322. Teil des Körpergewichts hat gar keinen Einfluß auf den Vogel; auch ist es nicht richtig!, daß der Ring die Menschen zum Töten des Vogels anreizt, weil man aus der Feme des kleinen Ringes gar nicht ansichtig wird. Die E r g e b n i s s e dieser Forschungsmethvde können jetzt, nach einem Dierteljahrhundert ihrer Anwendung, natürlich noch keine rest- ,'c Klärung der in Angriff genommenen Fragen darstellen. Aber 6iet ist sicher, daß die vogelkundliche Forschung auf dem einge- lOnagenen Weg ein gutes Stück vorwärts gekommen ist. Sv weiß man jetzt, daß die für wenige Vögel wie z. B. die Gans schon früher ^kannte Dauerehe bei kleinen Vögeln selten ist. Oft wird von ^iatzr zu Jahr der Ehegatte gewechselt, auch wenn beide Vögel noch °m Leben sind. Wenn man, wie z. D. beim Mauersegler, sestgestellt daß ein und dasselbe Paar mehrere Jahre hindurch denselben onuttaffen bewohnte, so weisen verschiedene Beobachtungen darauf 6a6 ein solches Zusammenhalten nicht als eigentliche Dauerehe, n^.ni als Ortstreue zu bewerten ist. . , K,,. ™ größte Bedeutung des Ringverfahrens liegt auf dem Gebiete '°,gelöugforschung. Vis jetzt muhte man sich bei der bi» ta<$rUn8 des Vogelzugs auf Feststellungen beschränken, die für W> beobachtete Art im allgemeinen Gültigkeit haben mochte, ohne x®Isan das Verhalten der in einem engbeschränkten Gebiet brüten- t n -Vertreter dieser Art über seine Grenzen hinaus verfolgen konnte. Nur In solchen Fällen, wo eine Art in eine größere Anzahl deutlich unterscheidbarer geographischer Rassen gegliedert ist, besteht die Möglichkeit, die Durchzugs- und Lleberwinterungsgebi«te (bzw. •feiten) für die einzelnen Siedlungsgemeinschaften an Hand der natürlichen Kennzeichen zu ermitteln, wie es z. V. für die Rvtschwany» würger geschehen ist. Die künstliche Kennzeichnung arbeitet aber noch wesentlich genauer, als sie uns Aufschlüsse über das Verhalten deS Einzelwesens oder doch der Bewohner eines ganz kleinen Gebietes geben kann, was für die ersterwähnte Methode nicht zutrifft. Früher hatte man nur sehr allgemeine und zum Teil auch falsche Vorstellungen über die Dichtung- des Abzuges und über die Wahl der Winterquartiere. Man wußte, daß unsere Dögel eine durchschnittlich südwestliche Richtung wählen, um in die Winterherberge zu gelangen. Erst durch die Aingmethode ergaben sich genaue Unterlagen für die verschiedenen, zum Teil sehr erheblichen Abweichungen von dieser Regel. Wenige Arten wählen eine ausgesprochen südöstliche Richtung, wie es für den Kuckuck erwiesen ist (Wiederfunde: England — Thüringen, England — Oberitalien, Naumburg — Griechische Inseln). Ob diese Richtung für die westeuropäischen Kuckucke stets zutrifft, müssen weitere Beobachtungen ergeben. Die Störche (weißer und schwarzer Storch) ziehen ebenfalls nach Süd- vsten ab, so weit sie östlich einer Linie, die den Harz und Dänemark schneidet, wohnen. Die westlich davon brütenden Störche ziehen über Frankreich und Spanien in ihr Winterquartier. Dieses liegt in Südafrika, wo sich die beiden, am West- und am Ostrande des Mittelmeers vorbeiziehenden Stvrchgruppen, wieder begegnen. Der Rauhfußbussard, ein Brutvogel Lapplands und Wintergast im mittleren und östlichen Europa, hält eine südliche bis südöstliche Richtung ein. — Eigenartig verhält sich die Waldschnepfe. Drutvögel aus einem und demselben Gebiet bei Petersburg fanden sich im Winter zu beiden Seiten des Aernielkanals und in Istrien! Die in den britischen, besonders irischen Ebenen überwinternden Brachvögel sind teils Vrut» Vögel aus eben diesem Gebiet, teils Wintergäste aus Skandinavien und Island. Diesen Verhältnissen konnte man natürlich nicht ohne individuelle Kennzeichnung beikommen. Ebenso dem Befund, daß die britischen Kormorans zum großen Teil im Lnselgebiet überwintern, zum Teil aber an die französischen und spanischen Küsten wandern. Das sind nur ganz wenige Andeutungen von den reichen, zum Teil recht unerwarteten Ergebnissen, die das Beringungsverfahren bis jetzt zutage gefördert hat und weiterhin in Aussicht stellt. Es sei hier nur noch auf die „Rekorde" hingewiesen, auf die weitesten Flüge der Ringvögel. Das sind heute schon nicht mehr die Spießenten, die an der dänischen Küsten vorbeizvgen und zur Brutzeit weit im Osten (an der Petschoramündung und im Alral) angetroffen wurden. Man kennt jetzt schon eine ganze Reihe von Transozeanflügen : Zwei vstpreußische Lachmöven fanden den Weg nach dem Golf von Mexiko bzw. der Antilleninsel Barbados, zwei Drei» zehenmöven von der englischen Küste nach dem Gebiet von Neufundland, eine Seeschwalbe von Massachusetts zum Niger (Nordamerika — Afrika). Flüge von Europa nach den Azoren sind bei Lachmöven und beim Löffelreiher vorgekommen. Man darf als sicher annehme.n daß die genannten Wanderungen nichts Regelmäßiges sind, sondern als Irrfahrten zu gelten haben; abgesehen von der Dreizehenmöve, die als Kind der nordischen Meere nur zur Brutzeit an die Küste gebunden ist. So dürfen wir hoffen, daß sich im Lauf der Jahrzehnte mit Hilfe des Veringungsverfahrens und der älteren Forschungsmethoden ein genaues Bild von den so eigenartigen Zugverhältnissen unserer Vögel vor unseren Augen zusammenfügt — als könnten wir die Gefiederten auf ihren weiten Reisen selbst begleiten. Dann aber, ausgerüstet mit solchem Tatsachenmaterial, heißt es an die schwierigsten Fragen der Zugforschung gehen! Die Frage, wie sich der Vogel auf seinen Wanderungen zurechtfindet und wie man sich die Entstehung und die Auslösung des Zuginstinktes zu denken hat. Pierre Grassori. Novelle von Honors de Balzac. (Fortsetzung.) „Nun, haben Sie mein Bild verkauft?" „Nein," sagte Magus, „ich lasse einen Rahmen darum machen, damit ich es einem anbieten kann, der glaubt, er verstehe etwas von Bildern." 9ougeres wagte nicht mehr, sich auf dem Boulevard zu zeigen. Er arbeitete an einem neuen Gemälde. Mit der Unermüdlichkeit eines Mannes plagte er sich zwei Monate lang wie ein Galeerensklave. Eines Tages ging er, saft ohne es zu wollen, wieder zum Laden des Magus. Das Bild war nicht mehr da. „Ich habe Ihr Bild verkauft," sagte der Händler. „Ju welchem Preise?" „Ich habe meine Unkosten eingebracht und noch eine Kleinigkeit daran verdient. Malen Sie mir flämische Interieurs, eine Anatomiestudie, eine Landschaft. Ich werde sie Ihnen abkaufen," sagte Magus. Fougsres wäre dem Alten am liebsten um den Hals gefallen. Er blickte zu ihm wie zu einem Vater auf. Freude im Herzen, kehrte er beim. Also hatte der große Schinner sich doch in ihm getäuscht. Noch gab es in dieser Riesenstadt Herzen, die in gleichem Takt mit seinem eigenen schlugen. Man erkannte und schätzte seine Begabung. Dieser arme Bursche von siebenundzwanzig Jahren besaß die Einfalt eines sechzehnjährigen Jünüglings. Jedem andern würde die diabolische Miene des Elias Magus aufgefallen sein. Das Beben der Dartspitzen, die Haltung des Kopfes wären ihm nicht entgangen. / Wie ein Schüler, der eine Dame begleiten darf, stolzierte Fougsres mit freudestrahlendem Gesicht durch die Straßen. Er begegnete seinem ehemaligen Mitschüler Josef Bridau, einem vom Unglück verfolgten, trieb versprechenden Talente. Da Bridau, wie er erklärte, noch ein paar Sous Verantwortlich: Dr. Hans Thhrivt. — Druck und Verlag: Vrühl'sche Universttäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, ®i« e j in der Tasche hatte, nahm er Fougeres mir in die Oper. Aber Fangöres ßah nichts von dem Ballett, hörte nichts von der Musik; er entwarf Bilder, er rvatte. Noch während der Vorstellung verabschiedete er sich von feinem Freunde und eilte nach Hause. Er fing an, beim Schein der Lampe zu skizzieren, erfand dreißig Bilder voll von Reminiszenzen und hielt sich für ein Genie. , , ,, . . . „ < Gleich am andern Morgen kaufte er Farben und Leinwand in allen j Größen. Brot und Käse stellte er auf den Tisch, füllt« den Krug mit < frischem Wasser und hüuite Brennholz auf. Dann ging er an die Arbeit. ! Er hatte einige Modelle und Magus lieh ihm ein paar Gewänder. Rach i zwei Monaten völliger Zurückgezogenheit hatte der Bretone vier Gemache : vollendet. Wieder bat er Schinner um sein Urteil und lud auch Josef > Bridau dazu «in. Die beiden Maler bezeichneten die Bilder als treue . Kopien der Holländischen Landschaften und der Interieurs von Meisu, ivährend bas vierte eine mißratene Rachbildung von Rembrandts Ana- ; romi« sei. — . „Nichts als Nackzahmungen," sagte Schinner; „Fougeres wird es schwerlich dazu bringen, etwas Eigenes zu geben." „Du solltest etwas anderes tun als Bilder malen," sagt« Bridau. „Was denn?" fragte Fougeres. „Wirf Dich auf die Literatur," sagte Bridau. Fouqtzres ließ den Kopf hängen wie ein Schaf im Regen. Dennoch ließ er sich einige technische Winke geben und arbeitete danach noch an ; seinen Bildern, bevor «r sie zu Elias brachte. Dieser zahlte ihm fünfund- , zwanzig Francs für das Stück. FougLres verdiente dabei nichts, verlor aber auch nichts, denn er lebt« sehr anspruchslos. Wieder nahm er nun feine Spaziergänge auf, nm das Schicksal seiner Bilder zu verfolgen. Da hatte er eine merkwürdige Halluzination: feine so klar r.nd genau gemalten Bilder, die von der Haltbarkeit des Eisenblechs und glänzend wie Porzellan waren, schienen wie von einem grauen Nebel überzogen; sie glichen alten Gemälden. Elias war ausgegangen und fo konnte sich Fougsres keine Eiklärung dieses Phänomens einholen. Er dachte, es müsse eine Täuschung sein. Er kehrt« heim und fing von neuem an, alte Bilder zu malen. . ,, Rach sieben Jahren unermüdlicher, eifriger Arbeit brachte yongeres es so weit, daß er erträgliche Bilder komponieren und austtchven tonnt«. Er leistete etwas Mittelmäßiges wie viel« andere Maler auch. Elias kaufte und verkaufte alle diese Bilder des armen Bretonen, der jährlich mühsam hundert Louis verdient«, während er kaum zwölfhundert Francs verbrauchte. Bei der Ausstellung des Jahres 1829 wurden Leon de Vorn, t Schinner und Bridau, die von großem Einfluß waren und an der Spitze der künstle rischen Bewegung standen, so ergriffen von der Beharrlichkeit j und der Armut ihres einstigen Kameraden, daß sie eines ;«lner Bilder j zum großen Salon der Ausstellimg zuließen. Dies Gemälde zeigte einen > jungen Sträfling, dem die .Haare geschoren wurden. Er faß zwischen einem Priester und einem jungen und einem alten Weibe, die weinten, wiibrend em Schreiber ein gestempeltes Schriftstück laß. Unberührt standen aus einem schmutzigen Tisch« Speisen; zwischen den Gitlerstäben eures hochgelegenen Fensters fiel das erste Tageslicht herein. Em Etwas in diesem Bilde muhte die Bürger erschauern lassen — und sie erschauerten. Unverkennbar war Fougeres von Gerard Daus- bekanntem Meisterwerk < beeinflußt worden; er hatte die Gruppe im Gemälde „Die wassersüchtige | Frau" zum Fenster gedreht, statt sie von vorne zu zeigen und die Sterbende durch den Verurteilten ersetzt; es war dasselbe fahle Gesicht, derselbe Blick, derselbe Aufschrei zu Gott. Statt des flämischen Arztes hatte i er den schwarzgekleideten Schreiber mit seiner kalten Amtsmiene hinge- ■ malt, und dem Mädchen auf dem Bilde Görard Dous ein greises Weib ! zuge elli. Beherrscht wurde die Gruppe von dem brutal gleichgültigen - Gesicht des Henkers. Das Plagiat war raffiniert ousgeführt und niemand ■ erkannte es als solches. Der Katalog vermerkte: „Ro.518. Grassou de szou - gtzres, Pierre, 2. Rue de Ravarin. Toilette eines Nm Jahre 1809 zum Tode , verurteilten Verbrechers." , ' Trotz seiner Talentlosigkeit wurde dem Bilde ein beispielloser Erfolg zuteil; erinnerte es doch an den Fall der Heizer von Mortagne. Das Publikum sammelte sich Tag für Tag vor dem Bilde, das die Sensation von Paris bildete. Auch KarlX. blieb davor stehen. Madame, der man von dem kümmerlichen Dasein des Bretonen erzählt hatte, begeisterte sich für ihn. Der Herzog von Orleans bemühte sich um das Gemälde. Von Prälaten hörte Madame la Dauphine, daß das Bild eine gute Moral enthalte, und es war in der Tat von sympathischen religiösen Gedanken erfüllt. Monseigneur le Dauphin bewunderte, wie der Staub auf den Mauersteinen gemalt fei, worin er übrigens irrte, denn Fougeres hatte ; durch grünliche Reflexe die schimmlige Feuchtigkeit der Wände andeuten ’ wollen. Madame erwarb das Bild für tausend Francs und der Dauphin ■ erteilte dem Künstler den Auftrag auf ein zweites, ähnliches. Fougöres, I dessen Baler 1799 für die Sack-e des Königs gefochten hatte, wurde von Kart X. durch Verleihung lies Ehrenkreuzes ausgezeichnet, während Jofef Bridau, der große Künstler, leer ausging. Der Minister des Innern übertrug Fougeres die Ausführung zweier Kirchengemälde. Somit bedeutete diese Ausstellung des Salon für Pierre Grassou Reichtum, Ruhm und Zukunft. Schöpfer sein, heißt, am langsamen Feuer schmoren; nachahmen, Sas heißt leben! (Eine Goldquelle hatte sich Gvafsou eröffnet. In seinem skrupellosen Mißbrauch der Kunst war er wieder einmal ein Beispiel dafür, daß die überwältigende Mehrheit der Unfähigen in unfern Tagen überall das Auskommen der wahrhaft Begabten erschwert und einen erbarmungslosen Kampf gegen das wirkliche Talent führt. Fougöres wunderte sich selbst über seinen Erfolg, und feine Bescheidenheit und Schlichtheit liehen Neid und Mißgunst verstummen. Außerdem hatte er alle Grassous, die schon ihr Glück gemacht hatten, auf seiner Seite, mehr aber noch jene, die darauf hofften. Einige waren von der Willenskraft dieses Mannes, den nichts hatte niederwerfen können, begeistert und sagten: „Man muß seinen Willen zur Kunst anertennen! Grafsou hat sein Glück nicht gestohlen; der arme Kerl hat sich zehn Jahre lang hart darum geschunden!" Alle Glück- ! wünsche, die dem Maler dargebmcht wurden, klangen aus in diesem & I ruf: „Der arme Kerl!" Bom Mitleid wird ja ebensoviel MittelmStzigke» \ erhoben, als vom Neid Gröhe und Bedeutung gestürzt. Di« Zeitung hatten in ihren Kritiken nicht mit bitterer Schärfe gespart, aber Fonger« I schluckte sie, ebenso wie di« verbessernden Ratschläge seiner Kameraden'! mit Engelsgeduld hinunter. Nachdem er sich nun im Besitz von fünfzehntausenü Francs sah, k sauer genug verdient worden waren, richtete er sich in der Rue de Nm-om [ seine Wohnung und fein Atelier ein und gab sich an das vom DauM k in Auftrag gegebene Gemälde. Auch die vom Ministerium bestell!,n beiden Kirchenbilder lieferte er so genau am festgesetzten Termin ab, baH der Minister ebenso wie seine Kasse von der unerwarteten Pünktliches des Künstlers aufs höchste überrascht und in Berlegenheit gebracht rourbt, Allein den ordnungsliebenden Leuten ist das Glück wohlgefonnen. Grasfon mit der Ablieferung gesäumt, so wäre er wohl infolge der 9ufi,» revolution niemals bezahlt worden. Mit siebenunddreißig Jahren hatte Fougeres für Elias Magus nahezu zweihundert Bilder fabriziert. Sie blieben zwar gänzlich unbekannt, alter war zufrieden damit und diese Arbeit hatte sein Schaffen so zum HoiÄ werk gemacht, daß die Künstler die Achseln zuckten. Die Bürger lieblet * ihn. Die Freunde schätzten Fougöres wegen seines biederen und mitsch ( lenden Wesens, wegen seiner Freundlichkeit und Anhänglichkeit. Währet s sie seine Palette mißachteten, achteten sie doch den Mann, der si« M ■ „Ein Jammer, daß Fougeres dem Lasier des Malens verfallen ist,'! sagten die Freunde untereinander. Trotz seiner Talentlosigkeit war Grasfon ein schätzenswerter Berater,: wie es auch in der Literatur Leute gibt, die selbst fein brauchbares Buch; zustandebringen, aber einen guten Blick für die Fehler anderer Werl« haben. Dennoch war zwischen dieser Art literarischer Kritik und der geres ein Unterschied; Grassou war im höchsten Grade empfänglich für bat ‘ Schöne, er roar dankbar dafür und fo kamen seine Ratschläge aus eine» aufrichtigen Empfinden, dem man Wirklich vertrauen durste. Seit der Julirevolution schickte Fougeres zu jeder Ausstellung eit I Dutzend Bilder, von denen vier oder fünf durch die Jury zugelassen wurden. Der Maler lebte äußerst bescheiden und hielt sich zurBedieimq! nur eine Haushälterin, ©eine einzige Unterhaltung fand er in Besuche« | bei seinen Freunden, int Anschauen von Kunstsammlungen und hin uni > wieder in einer kleinen Reise, die ihn aber nie über die Grenzen Front reichs hinausführte. Er beabsichtigte aber, sich demnächst in der Schweiz t neue Anregung zu holen. Unser Künstler war ein durchaus einwandfrei« t Staatsbürger, "der feiner Wehrpflicht genügte, sich zu den Musterwiza . einstellte und seine Steuern ebenso wie sein« Miete mit peinlichster Pimlt lichkeit entrichtete. Da fein Leben in Arbeit und Sorgen aufgegangen war, hatte er feint | Zeit gesunden, an die Liebe zudenken. Dem armen Junggesellen kam « auch gar nicht in den Sinn, sein einsames Leben aufzugeben, und da n nicht wußte, wie er fein Geld nutzbringend anlegen könne, brachte er je weils die Ersparnisse des Quartals zu feinem Notar Cardot. Als bii Summe auf tausend Taler angewachsen war, legte dieser sie als erflil Hypothek an. Der Maler wartete auf bett glücklichen Augenblick, wo jeine | Papiere die imposante Summe von zweitausend Francs Rente abnwi I würden, um sich das otium cum dignitate des Künstlers zu geben urä Bilder zu malen, oh, wirkliche, vollendete Kunstwerke. Sein« Zukoni seinen Traum vom Glück, feiner Hoffnungen Superlativ — wollt ihr qu hören? Mitglied des Instituts werden und die Rosette ber Offiziere Ehrenlegion erwerben. Seit« an Seite mit Schinner und Leon de Lm! sitzen, früher als Bridau. Eine Rosette im Knopfloch tragen! Welch- Traum! — Welch kleiner Geist, der nur an diese Dinge denkt! ... Als Fougeres Schritt« auf der Treppe vernahm, fuhr er sich M| das Haar, knöpfte feine flaschengrüne Sammetweste zu und mar nm wenig entsetzt, als er gleich daraus ein Gesicht vor sich sah, das men n i ber Sprache der Ateliers treffend „Melone" nennt. Diese Frucht auf einem mit blauem Tuch bekleideten und mit einem Gehänge Ml gender Berlocks geschmückten Kürbis, dem zwei Steckrüben, die man 1 nur irrtümlichertveise als Seine bezeichnen konnte, zum Gehen dienm Die Melone schnaufte wie ein Walroß. Ein echter Künstler hätte ch hiermit charakteriesierten kleinen Flaschen Händl er unverzüglich vordie si«« gesetzt, mit dem Bedauern, daß er leider kein Gemüse male. Fongern i ober sah sich feine Kundsti-aft erst einmal, ohne ein« Miene zu verzieh«- k an, denn im Vorhemd des Herrn Bervelle prangte ein Diamant «k tausend Talern Wert. Der Blick, den hieraus Fougeres dem Magus i- i warst bedeutete etwa: „Ein feister Brocken!", während Herr Bervelle s k Stirn runzelte. . . mjUI| Der Ehrenmann führte noch zwei andere Gemüseforten in ■ seiner Frau und seiner Tochter mit sich. Die Gattin glich mit | mahagonifarbendn Gesicht einer auf unförmigen Füßen stehenden nutz, die nur mit einem Kopf gekrönt und von einem Gürtel eingttchm > war. Sie trug ein gelbes Kleid mit schwarzen Streifen. Ihre geschwollen - Hände staken in unvorstellbaren Fausthandschuhen, die einem Korpo r hätten gehören können. Ihren riesigen ^Hut überfluteten J’JK! Straußenfedern und ihre runden massigen Schultern waren mit geschmückt. Dergestalt war die elsenhafie Erscheinung der Kokosnutz. Füße, di« man trefsender als Wurzelklötze bezeichnen würde, quollen Z sechs Wülsten über die Lackschuhe hervor. Wie waren sie nur m "> I Schuhs hineingekommen?! Man weiß es nicht. J| Ihr folgte ein junger, grün-gelber Spargel, dessen Heinen I von Schleifchen gehaltene, rübenrote Sodenfrifur ziert«. Sie hatte IP1 ' dürre Arme, einen leidlich weihen Teint, der mit Somme rss-rohen i sät war, große Unschuldsaugen mit fahlen Wimpern, fast 9°r Augenbrauen, einen Florentiner Strohhcit, den züchtig zwei von we^ Satinlitzen eingefaßte Rosetten garnierten, die roten Hände der r « | und die Füße der Mutter. (Schluß folgt.) . I