SichemrLainilienbMer Nummer 42 ®en6e $finaflbaUm 'n».6" 6ie$ geschehen, werde der !I1M "Sitoaum m feierlichem Zug und jetzt unter Absingen »um Marktplatz geführt, wo das übrige Z>rf nun der- bebuschte Jüngling E gegen en Dichtig. äffe ziehen e des Erd. falle, wie ertrisst er. die bejon. sehen, $|e te ist etwa oalls. Legi Wasser das die irdische ir nur 1,8. kleiner als r folgt mit fläche zum gs für den dem spezi. i Annahme rfte dürste starren Verhältnisse 8 der Erde lerangabeit, ezeichneten, die älteren n Gestein- Tier- und wie schnell 1 Zeitraum t noch viel , und 3wat leckung bet leimnis der ist zunächst iungen der- nt nämlich te sich bas eraus. Aus itzlich Ra< rlust starke t man bit iabium und Magisches, ng der »er. physikalisch- n, die biet er irdische« und letzten rium ergab mation 150 berste Erd. zeit fanden troa 12000 ar. hicht, bett« darin auf' sonders ln rgebirg« r Erde IN’ !, von de» neuerdings rischen Snt1 1 in diese» 1 daß W l sein mut' Jahren, die i«n Spa"»' diese h nur M PanzerM 'tronomis" rare Ep°* ebel So»»* dieser » m, die « Sonne s daß unfert [bfteige* ne ME , abaek'W m Sri«11" >it üerftn»' t Otebes. Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger 1928 —— Don Walter Petrh. sM SusÄ^Lb?'^^ zeitgenössischer Bericht an, in der Gräflichen, überliefert»» Pfingsten nach der eigentüm- verbindet dM Ke» ben heutigen Tag erhalten. Man eigentlich aetrennk^s^r & aten öer Maihuldigung: bis man überftm,^ x F ?eien allmählich ineinander übergegangen: Kult ftf, biS^Lr"Vr'»T^nteC Oberen verstand und ein eilen Teilnehmern als ™ uf!10 heidnischen Tlrsprungs, von Zum friik-n a» 16 heilige Pfingsten begangen wurde. KbÄÄTJ -L8 Mtages begänne man einen jungen Körper und aL" ^^^ckten Birkenreisern so ,u be/leiden »-ehr einem fo *u belauben, dah er endlich ®«nmen, bznänne E lonft etwas gliche. Hier schon, im Dev- N wohl .Zeremonie. 3n der Art eines heiteren, glanzet, älter>^^e^n^rrles werde Zweig für Zweig ihm ange« fe*te nicht meftv einen Gesang gekannt haben, der lebende Pfingstbaur' ungen wird. Ist dies geschähen, werde der 8ts° wa Ä6 Äbflan^t“ t nim bebuschte"2üng^ M 3Iiair«!3en. S^ben öerum entwickle sich bann eine M die Mite eta<=^>An^ ^bchen umschritten in gemessenem D dem eä ^ufDmm6»^ ^86^8- touröc dabei ein Mädchen ans- N- den toaimann 3“ 2hre Aufgabe ist &kbu”9 i« küssen kratz seiner UMrsmarm M>r ansprechende Art. versichert unser ^b4ens Lmch md im gefälligen, die DemWung des und das Ganze etwa im Stil einer besonderen- -* -»»-Id» üe forlftreuen und alle Äünalinoe 6ie e» £a.9e’ entledigen, bemächtigen suchen wo dies^ni^^»ü" ®t,ne8 dieser Zweige zu Unglück, an welches Spottredei^ den ^Detre^^-.^ toer$bafte8 über erinnerten. Jeder also greife un& erfömbfT tiA 2ahr und renne damit eine erkämpfe sich einen Zweig Bild der geschmückten^ festlich ^nunter zum Fluh. Daun d dem tauten 2rnfbn!5»„ Lr teTt ^gend, wie sie unter Lachen srün ringen, sodMn^b^ zvchuel"1ick^en^-<3^ zmn Flusse eilen sei eirr^ k^, ^1'4 entwinden und im Wettlauf wieder entzücke Am Fluß .^ewegtgeit und Farbe tmmev worin sich wohl Ich W ^u&tbnrÄ fTVen ins Wass^ des ersten ®riins oruchtbarkeitssymbol abwandle, die Gabe &e‘- f” ----- t»Ä "-E ?äÄ£-7^ä*ä ®“ÄU t-AffS HP" M ää unb^gktS™8NU? L"' Ä 9e9<^ Nachbarin zuzutrinken sÄnem Aachbarn und seiner zum Ausdruck ge^ baß bk ©Waffen j ungereimt dünke tt » c 9?nchüars chm fremd und schritte die DerwuLung ^aller über f± " bleibe^ ! Getvirve fort das onffoim? s rr ?* einem CBtdufen und | beängstigenden'TumE^chnere^nb^nur"°!^r Sprachwirrwarr, an ZUhLMZZSM FSFSRsii,$^* e iss»*«äAäää I WWMZAM die solge des Wunders des Geistes daß wir °h • Tage der Ausgieh.rng bS Geistes begMam k^n X^£>I^ram Mangener gründlicher Reinigung der Wo^Rätten der^E^'^"' gerichtet fei. Die Teilnehmer Umstch ch Kresssor^^^ Gebet springen in den Kreis PÜppen von rin^n afie Widersacher des christliche/^Lns bauerten7X (mit* am finbcn maile mit sten hülst ftförmigen Sechsunb. höre kaum Pstngstgang. Von Wilhelm Schüssen. Ein Falter so rot Weht wie ein Gedicht Dort sonnwcirts und loht Und funkelt im Licht. 2lm Wege der Baum Yarft leise im Glanz Sein Gebet in den Raum und Gott hört es ganz. Die Lerchen im Feld, Die Röslein am Strauch Die Wasser der Welt, Sie hören es auch. Sie stimmen mit ein. Sie fingen es mild. Sie hauchen es fein, Sie brausen es wild. Die Blumen im Grulch, Die Wolken, der Rauch Sie öffnen den Mund Unb beten es auch. Die Falter find voll Davon übers Herz, Die Mücklein wie toll Tun geigen allwärts. Was Zungen nur hat. Und wer hat ste nicht! Wird jetzt nimmer satt Zu preisen das Licht. Es blühet ein Fest Durch Lüfte und Flur, Im ärmlichsten Rest Bis an den Azur. Die Hoffnung schwillt an, Die Erde ergleiht: Es braust durch den Plan Der Heilige Geist. Der Zeithader fällt, Ein Stündlein im Licht Trägt trunken die Welt Ihr Gottesgeficht. Pfingsten dreierlei Gestalt. icl&en wie XometbcIuKit usw.), bie eine gebundene Jungfrau, die ffhriftrnbpit in ihrer Mitte schleppen, um sie zu verbrennen. Das ffft aber E, die Jungfrau ouf den Stapel niedergeworfen, erhebe sich plötzlich ohne Sesseln und wie seht unter den Heiden, die das Opfer umtanzen, cm (Streiten ausbricht beginne die Jungfrau mit heller Stimme em Gebet das immer lauter, immer klarer den Lärm übertönt, und die greulichen Widersacher in Schwachheit und Starre wirft Die Manner so die Puppen tragen, beginnen sie nunmehr abzustre,fen und alle auf den Holzstoß zu häufen, der auch gleich zu brennen beginnt. Die Jungfrau aber, gehoben und umhergetragen, zerstreue auf ihrem Weg ihr zugereichte Zweige und die ganze , Gemeinde, die sich erhoben hat, umgeht singend und an den Händen sich haltend das lodernde Feuer. Den Beschluß des Festes macye ein 2.ka.)I J M) geschlachteten Lämmchen und Tanzen, an dem auch die Aeltesten ^^Dm-'Chronist führt an, wie in diesen Ritus die Christeiwerfolgung und das Märtyrerwesen hineinspiele, der ganze ungebrochene Optimismus der Gläubigen sich spiegle, die auf das Wort der Berheihung und des geglaubten Wunders stehend auf sehr sinnfällige Art ben Sieg des Göttlichen über alle rohen Fesselungen feiere 2m Der- lauf des Festes, fügt er hinzu, seien unter ben Teilnehmern öfter welche gewesen, die Gesichte ausriefen und neue Weissagungen verkündeten, ob echt, ober gespielt, oder vom Wein und der Erhöhung des festlichen Tages eingegeben, sei nicht mit Sicherheit zu sagen. Dis Enttäuschung. Von Ina Seidel. Es war Pfingsten, und Lusche ärgerte sich. Zwei -e-age Sonntag, I und Lusche sah nicht ein warum! Wahrscheinlich Ware es leichter gewesen, wenn nicht jedermann getan hätte, als sei dies etwas I Aehnliches, Gleichberechtigtes wie das eben verflossene Osterfest ober gar wie Weihnachten! Ostern natürlich war reizend, und es hatte Sinn und Verstand, sich anläßlich all der feinsinnigen Erfindungen des Osterhasen ungeheuer 8U freuen — so »»freuen, daß eä ausreichte, zwei Tage lang dem Müßiggang der großen Leute i mit Ruhe zusehen zu können. Man tat ihnen ben Gefallen an den Osterhasen zu glauben, denn es glaubte sich gut anihn., Erne m sich | abgerundete, sympathische, ernst-freundliche Persönlichkeit, bewohnte . er ^behagliche Höhlen und lebte ganz seiner Aufgabe. Dachte man über ihn nach, so stieß man wohl auf Probleme doch glitt man leicht darüber hinweg. Die runden bunten Eier, daß er sie legte, ce war begreiflich — warum sollte ein Hase nicht können, was ledes Huhn spielend fertig brachte? Die Eier aus Marzipan, Schokolade und Zucker — nun 'ja — dafür war es ein einmaliger, war es cm s Nebenfrage: versorgte wirklich ein einziger Hase ganz Deutschland, I von den übrigen Ländern zu schweigen? Oder gab es emen Over- I Osterhasen der die Fäden in der Hand hielt und einer Reihe exakt arbeitender Unter Hasen Vorstand? Es war anzunehmen, bet der Einheitlichkeit der Produktion, ja diese Theorie hatte den Vorzug i vor jener, die viele selbständige Osterhasen annahm, einen für jede Stadt. Die schokoladenen und marzipanenen Gegenstände nämlich, die Großmama aus Danzig zu schicken pflegte, vorgebend der Hase habe sie ihr für Lusche aufs Fenster gelegt — (wunderbar! Oben im dritten Stock!) —, glichen aufs Haar denen, die es hier m Berlin gab, hatten durchaus keine persönliche Rote und ,hielten sich streng an eine entschieden allgültige Formtradition. Em Oberhase also, wahrscheinlich der Patriarch eines über ganz Deutschland verzweigten Künstlergeschlechts: vermutlich sah er in ober auf dem Kyffhauser, welchem Berg Lusche viel zutraute. r re- I Um aber auf das Urproblem zuruckzukommen: Eier, ja die glaubte man ihnen gern — aber nun die zackigen Gegenstände? Die ; Rester, auf denen Hennen brüteten, die Küken, die spitz aus Giern । hervorschauten, die Hasen, die Schiebkarren schooen, und die, bte Kiepen trugen ? Endlich so etwas wie das Federballspiel, das Lusche das letzte Mal mit ihren Eiern gefunden hatte, und ähnliche Dinge, Bilderbücher zum Beispiel, und riesige aufklappbare Pappcler die Püppchen mit Ausstattung enthielten, — wie machten die Hasen das k Mit den Pfoten, kein Zweifel, und darum eben Kunstlergefchlecht, märchenhaftes — und hiermit war das Problem zur Seite gestellt, so weit es eins war, als ein höchst anregender Stoff zmn Denken vor dem Einschlafen. Was nun aber die großen Leute mit ihrer Auffassung der Sache betraf, so konnte man nichts anderes tun, als ihnen mit zuvorkommender Höflichkeit begegnen. Alles, was sie vom Osterhasen wußten, war ja so merkwürdig primitiv und es war ganz klar, daß sie eigentlich nicht an ihn glaubten, und daß sie einfach bei Hildebrandt und Eyliax eintauften, ohne sich werter Gedanken darüber zu machen, woher benn nun eigentlich Eyliax und Hildebrandt... Aber natürlich, sie taten, als wüßte man seinerseits nichts von Eyliax und Hildebrandt, mirafetten vom Osterhasen und hatten ferne Ahnung, wie sehr man alles durchschaute. . Ja, das war Ostern und es war doch wirklich reizend, die Spannung vorher und jenes Gefühl kostbarster Ueberfättigung wahrend der festlichen Tage! Zwei Feiertage trug Ostern, diese eine himmlische Stunde des Suchens und Findens gut und gern, so lange hielten ja auch die neuen Schätze bestimmt vor. Mit Weihnachten freilich war es nicht zu vergleichen, Weihnachten war völlig Wirklichkeit gewordenes Märchen, und eine Woche reichte kaum hin, uni es voll und ganz zu erschöpfen. Ueber Weihnachten Betrachtungen anzustellen, erübrigte sich, denn was auch vom Weihnachtsmann und vom Ehristkinb erzählt werben mochte, biese beiden nicht nachprüfbaren Gestalten, auf deren Existenz aber die meisten großen Leute ja Stein und Bein zu schwören bereit waren, sie waren letzten Endes merkwürdig unintereffant. Sie hatten etwas Rüchtern-Moralisches, wie sie da so gezogen kamen, jahraus, jahrein mit dein Sack voll Segen einerseits und der Rute andererseits, — es fehlte ihnen so ganz bas Putzige, Geheimnisvolle und Abenteuerliche, was das Leben und S ^RÄn,^die °etgentnä) mystische Persönlichkeit des WeihnachtsfesteS war ungemein real, es war der Weihnachtsbaum selbst Wild und süß riechend, stand er mitten im Zimmer, herbeigestiegen aus Gott weiß welch entlegenen Gebirgen, und in einem unfaßbaren Opfer* tästmel schimmernd, schenkend und sterbend Das war Sanz gleich, i>b ihn wer geschmückt hatte und wer ihn geschmückt hatte, danach fragte Lusche so wenig wie der Gläubige danach fiagte, wer den Gott, wer die Göttin aus dem Marmor erstehen ließ. Er war da, er veNvandelw das ganze Haus durch seine Gegenwart, und wenn bte Geschenke auch burchaus nicht Rebensach-e waren, bte Weihe erhielten sie doch erst Endlich war im Verlauf des Jahres da noch ber ®eburtätag ~- auch sehr schön! Man selbst hatte annäh ernb bie Rolle des Weih' nachtsbaumes, war Anlaß unb Mittelpunkt allen Feierns, unb zugleich ber genießende Teil. Wirklich sehr schön! Zumal da die großen Leute an diesem Tage doch zumeist nicht frei waren, sondern bei ihren Geschäften blieben und iiicht weiter störten. Run aber Pfingsten! Zugegeben, bah wie für alle Feste, auch für bieses eine Begrün, düng vorhanben war, die stillschweigend anzunehmen die Ueberlegen- beit der Erwachsenen einen nötigte. Aber, nicht wahr, wenn die Geschichte, bie sie Weihnachten erzählten, wunberschon war, von Marrn und Joses, von ben Hirten und Königen, vom Ochs und Eselein, vom Stall unb von dem Kindlein in ber Krippe, das so gar nichts nut dem offiziell Herumreisenden Christkind zu tun hatte, , toenn in der Ostergeschichte eine unfaßbare Traurigkeit unb em unfaßbarer Jubel geheimnisvoll lockten unb zogen, obgleich man lm Grunbe mit seinen sieben Jahren nicht bas Geringste von allem begriff, so war doch mit ber Erklärung für Pfingsten nichts anzwangen, aber auch gar nichts! Lusche freute sich kein bißchen über ben heiligen Geist, unb das mit ben feurigen Zungen war unheimlich. Unb nun diese Dirke, die am Sonnabend aus der Halle geholt und vor ber ®tagentut angebunden warb, wie ein Hund, ber nicht Weglaufen sock. Mit leder Stunde trauerte sie mehr, am Psingstmorgen bmgen ihre Zweige i schwer und erstorben herunter und sie roch nach Maikäfern, sand ! Lusche, — ja, aber Maikäfer waren keine darauf. Wenn bas noch ! ^^!chesfin^hatte ber Papa schon feit Sonnabendnachmittag frei und war unruhig Er wollte wissen, was Lusche machte, unb mischte sich £ «in Ä bas nun eben gar nicht gespielt nur gedacht werden sollte. Es bestaub in stillem Sitzen unter bem Klavier und der Vorstellung: ba hatte man nach ber mühseligen Flucht nun endlich em Dach über bem Kopse... Dieser Vorstellung srch hinzugeben und alle Abenteuer ber vorhergegangenen 'Flucht sich auszubÄiken^ das war das Spiel! Der Papa aber fragte, warum sie bann basaße, oo das I Klavier wohl ein Häuschen fei unb wo bie Puppen alle waren, «aS j^ nur bie Puppe Johanna! (Was er nicht sah, war, daß I Johanna zu Tobe erschöpft von ben Strapazen der Flucht bringen!) ber Ruhe beburftel) Unb ob er die andern Kinder mal holen tollte. I Schon kam er mit dem Puppenwagen herbei und tat prustend und | pfeifend, als sei er selbst eine Lokomotive. Es blieb nichts ußng, als alle Pläne aufzugeben unb eben mit ihm zu spielen. hiermit ist eigentlich schon alles über Pfingsten gesagt, — AeueS kam^ nicht mehr ^dazu. Lusche hatte zunächst noch die unbestimmte Hoffnung gehegt, es möchte sich, ber Erfahrung früherer Gapre 8 jüdischen und griechischen Geistes in Alexandrien traten dera ig ftetlungen und Glaubensansichten der Inden m Verblndilng . der Griechen. Auch diese hatten den göttlichen Geist als eine deude Kraft, als eine Quelle von Offenbarungen erkannt, «n . heilige Feuer (die feurigen Zungen des Reuen Testam n .^, »zurück) waren ihnen die Anzeichen solcher gottlmM J gtfi uf diese Quellen sind die christlichen Dogmen und Glauve über i Johan eigentl bei Mi daß P Geist i bar m „Ui tigen S Uni setzte si Uni tigen i In stellu (le den ausble! des he ; 6o trii rechnur komben Ist es I und di Thema Himmel Messias den nai dieser^ der Ku Ueber i dende t — und Symbol Im oben zi mäßig | mag de rnälde, liche his die letzt Platz v kommen die ung dem Bl chon in >65 schN läschehe ähnliche ohne di war, im diesem Typ de Maria \ scheu B charakte Kleine n dieser S machen! bedecken kiärung putatioi lichsten wie in dem Da der Ape dem räi am sich Giotto es das und ein Händen ®ännet nehmen vermute Slbgefar verhält Venedig Apostel Geistes Länger Um Todesta Kraft. ( Starte ift'f oud) ei und ste! bie in hefange °us ihr ihren herrscht gibt (id wänder über den heiligen Geist zurückzusühren. Schon in den Schriften des Johannes-Evangeliums wird der heilige Geist als der Fortsetzer und die eigentlich treibende Kraft in Jesu Werk angesehen. Dieselbe Ansicht ist bei Matthäus und Lukas und schließlich auch bei Paulus zu finden. Nur bafj Paulus, der große Begründer der Mystik, von sich aus den heiligen Geist mehr als eine mystische Kraft auffaßt, die den Gläubigen unmittel- bar mit Gott verbinden kann. „Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewaltigen Windes, und erfüllte das ganze Haus, da sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen zerteilet wie von Feuer; und ersetzte sich auf einen jeglichen unter ihnen. Und wurden alle voll des heiligen Geistes und fingen an zu predigen mit andern Zungen, nach dem der Geist ihnen gab auszusprechen/' In dieser Form gibt die Apostelgeschichte eine legendenhafte Darstellung von der Ausgießung des heiligen Gei st es, wie ie den Aposteln anläßlich des Pfingstfestes zuteil wurde. Es konnte nicht ausbleiben, daß man schon sehr frühzeitig versuchte, die göttliche Kraft des heiligen Geistes in der christlichen Kunst auch bildlich darzustellen, ko tritt denn auch bereits im ersten Jahrhundert der christlichen Zeitrechnung allenthalben in den Wand- und Deckenmalereien der Kata- (omben eine künstlerische Fassung des heiligen Geistes hervor. Und zwar ist es die G e st a l t der Taube, die als Symbol der Reinheit galt und die vornehmlich auf den Bildern, welche die Taufe Christi als Thema haben, eine hervorragende Rolle spielt. Hier kommt sie vom Himmel herunter, und sie ist das Kennzeichen, daß der heilige Geist in Messias macht. Aus späterer Zeit ist eines der schönsten Kunstwerke den natürlich erzeugten Menschen Jesu eingeht und ihn dadurch erst zum bieferv2trt die Taufe Christi, die in einem wundervollen Farbenmosaik in der Kuppel des Baptisteriums der Arianer in Ravenna zu sehen ist. lieber die Jahrhunderte hinweg läßt sich dann feststellen, daß die bildende Kunst gerade immer im Zusammenhänge mit der Taufe Christi — und diese war ein sehr beliebtes Motiv — an der Taube als dem Symbol des heiligen Geistes festgehalten hat. Im Gegensatz hierzu ist die eigentliche Pfingstgeschchite, wie sie das eben zitierte zweite Kapitel der Apostelgeschichte erzählt, nur verhältnis- mäfjtg selten als dankbares Motiv von Künstlern erzählt worden. Gewiß mag das nicht zum wenigsten daran liegen, daß im Zyklus der Gemälde, die beispielsweise in der Apsis irgendeiner Kirche neutestament- liche historische Szenen zeigen sollten, die Herabkunft des heiligen Geistes die letzte solcher Szenen sein mußte, und daß oft für ihre Darstellung kein Platz vorhanden war. Als der wichtigste Grund für das seltene Vorkommen ist aber doch wohl letzten Endes ein anderer anzusehen. Das ist die ungeheure Schwierigkeit, den Stoff sinnfällig zu bewältigen und ihn dem Betrachtenden erkenntlich vorzuführen. Trotzdem finden sich auch chon in der byzantinischen Zeit der christlichen Kunst umfassende Bilder les schwierigen Stoffes. Das älteste ist vielleicht auf einem syrischen Oel- laschchen zu sehen, das sich heute in Manco befindet. Während dies und ähnliche Kunstwerke die Jünger ohne die Anwesenheit der Madonna, ja ohne die Taube, die in dem Katakomben-Symbol des heiligen Geistes war, im Halbkreis versammelt zeigen, ist man in der italienischen Kunst diesem Schema nicht gefolgt. Langsam bildet sich hier ein ganz anderer Typ des Pfingstfestes heraus: die Apostel — freilich auch wieder ohne Maria — sitzen oder stehen nebeneinander und in diesen frühen italienischen Bildern treten zum erstenmal die feurigen Zungen auf, die als charakteristische Merkmale des wunderbaren Vorganges zu gelten haben. Kleine Flämmchen werden auf ihren Häuptern sichtbar. Einen Höhepunkt dieser Kunstübung bildet Giotto. Unter seinen weltberühmten epochemachenden Fresken, welche die Wände der Chiesa dell’ Arena in Padua bedecken, befindet sich innerhalb des Zyklus von Jesu Tod und Verklärung auch eine Ausgießung des heiligen Geistes. Wie zu einer Disputation sind die Jünger in einem gotischen Gehäuse, einem der trefflichsten Beispiele giottesker Raumkunst, versammelt. Sie sitzen beinahe wie in einem Trancezustand, und vom Himmel fahren unmittelbar unter dem Dach hervor Strahlenbündel, deren einzelne Teile auf die Häupter der Apostel zielen. Ein großartiges Bild, dessen Wirkung ebenso sehr auf dem räumlichen und figürlichen Aufbau wie auf der inneren Anteilnahme um sich vollziehenden Wunder beruht. Merkwürdig wenig ist neben diesem Giotto ein Bild in der spanischen Kapelle zu Florenz bekannt. Obgleich es das wohl verdiente. Denn es stellt die ganze Szene viel umfangreicher und eingehender dar. Richt nur, daß Maria und die Taube hier vorhanden sind, neben den Aposteln gibt es noch eine große Schar von Mannern zu sehen, die außerhalb des Hauses an dem Wunder teilnehmen. Ihre phantastischen, zum Teil orientalischen Gewänder lassen vermuten, daß in diesen Männern die im Neuen Testament erwähnten Abgesandten aller Völker und Länder gekennzeichnet sein sollen. Aehnlich verhalt es sich übrigens mit einem Kuppelmosaik in San Marco in Ilenedig. Dort sind 32 Vertreter verschiedener Völkerstämme um die Apostel versammelt, und von der Mitte aus, wo die Taube des heiligen Mistes auf einem Altar sichtbar wird, senken sich Strahlen auf die öunger herab. Um 1510 stand Albrecht Dürer, der deutsche Meister, dessen 400. iMestog die gesamte Kulturwelt vor kurzem feierte, auf der Höhe seiner mast Seine Kunst, namentlich seine Graphik, hat einen Grad innerer , ynb äußeren Könnens erreicht, wie sie die Kunstgeschichte nur ö ,en hervorbringt. In diesem Jahre schenkte Dürer dem deutschen We seine kleine Passion, ein echtes Volksbuch, und in ihm findet sich nn? t*7e Ausgießung des heiligen Geistes. Auf flachem Grunde fitzen dio • r1? Jünger in bewegten Gruppen. Es sind deutsche Männer, t,.r tn "vfen Gesprächen über die Fragen ihres Glaubens und Lebens °',Wn sind. In ihrer Mitte sitzt Maria, sie hat das Buch der Bücher i^p.'uvem Schoße aufgeschlagen liegen, als wenn sie eine Stelle über ben-sAj Heiland nachlesen wollte. Unruhe und Aufregung aihi den Jüngern und auch bei der Frau. In lebhafter Gebärde wann!?, c der Hände, es bauschen sich die langen faltigen Ge° »er. aber in der Höhe ist die Ruhe. Von oben aus der wunderbaren Klarheit des Firmaments senkt sich das himmlische Wunder herniedtr. Die Taube schwebt in göttlicher Einfachheit und wahrer Reinheit herab. Eine Korona des Lichts umgibt sie, und dieses Licht teilt sich den Jüngern des Herrn mit; in unendlich feinen Strahlen geht es über die Erde, und auf den Häuptern der Apostel wird es als kleine züngelnde Flamme sichtbar. Bei aller Finesse und Erfindungsgabe der Italiener — dieser Deutsche mit seinem kindlichen vertrauenden Glauben spricht zu unserem Herzen. Er versteht, uns das große Geheimnis durch sein gläubiges Künstlergemüt glaubhaft zu machen. Diese Töne tiefer Religiosität, die Dürer hier angeschlagen hat, lebten denn auch fort; sie feierten eine Auferstehung in der Kunst der Nazarener und in unserer Zeit durch die Arbeiten von Steinhausen und Thoma. Wahrlich nicht das geringste an dieser deutschen Kunst ist die Tatsache, daß kein wie auch immer gearteter Zwang auf den Betrachter ausgeübt werden soll. Wie anders ist da z. B. einer der berühmten spanischen Maler, nämlich Greco. In einer großen Tafel von den Maßen 3 und 11 Meter behandelt er das Pfingstthema. Er legt in zwei Ellipsen ein ganz bestimmtes Schema zugrunde, in das er die Ereignisse hineinspannt. Im oberen Teil des Bildes sitzt die Madonna. Inbrünstig hat sie ihre schmalen zarten Hände vor der Brust gefaltet, um sie herum bewegt sich die Schar der Apostel. Das sind Männer von überschlanken Proportionen, die wie von Aufregung gefoltert hin- und hergerissen werden. Aller Blicke sind wie hypnotisiert nach oben gerichtet, denn im Scheitel des Bildes zeigt sich die Taube. Wie eine phantastische Erscheinung kommt sie aus einer Lichtung des Himmels hervor, und stichflammenartige feurige Zungen haben sich auf den etftatifierten Männern gebildet. Die heftigen Bewegungen der Körper, die züngelnden Flammen, die verschränkten Gliedmaßen, alles zusammen gibt etwas Suggestives, etwas Uebersinnliches, ober doch wenigstens immer ein Streben nach ihm, wie es aus dem Katholizismus Spaniens erklärbar ist. Selbstverständlich, daß die Komposition durch eine Ueberfülle von Farben noch gesteigert wird. Moosgrün und kristallenes Grün, Blauweiß, Krapp und Gelb bilden ein einziges Fludium. Es ist, wie Hugo Kehrer, der große Kenner spanischer Kunst, sagt, ein Animismus von ganz ungewöhnlicher Wirkung, der in dieser Malerei Grecos Gestalt gewonnen hat. Selten hat sich — das zeigen schon die wenigen Beispiele, die hier angeführt wurden — die bildende Kunst mit dem Pfingstmotiv auseinander gesetzt. Aber immer haben an ihm die besten Künstler der Nationen mitgewirkt: denn es ist ein geistiges Problem, das nur Führerpersönlichkeiten einigermaßen befriedigend bewältigen konnten. Legendchen. Von Max Sidow. Und immer, wenn auf Erden neu ein Seelchen Leben und Licht gewann, pflanzt Gott im Himmelsgarten treu ein Blütenbäumchen an. Und immer, wenn von Erdenland ein Seelchen ging zum Himmel ein, wird droben es durch Gottes Hand ein kleines Vögelein. Das vtzt in feinem Seelenbaum und singt im hellsten Jubelton und singt den schönsten Himmelstraum um Gottes golbnen Thron. Pfingsten auf dem Schlosse. Erzählung von Hans B e t h g e. Ich, Konrad Tedrahn, Kunstmaler von Beruf, erzähle eine Geschichte. Ich spiele eine traurige Rolle darin, dennoch erzähle ich sie. Ich war zu Gaste bei dem Grafen Lockwitz auf Schloß Karnin. Das Schloß ist ein altes Herrenhaus mit hohen Fenstern und einer Terrasse vor der Auffahrt. Auf dieser Terraffe saßen wir oft. Sie war bas Zentrum, wo man sich traf — hier nahmen wir ben Kaffee nach Tisch, hier saßen wir an ben Abenden, in leichte Mäntel gehüllt, plauderten und pafften blauen Rauch in die Luft, während aus den Wiefen das Gebrüll weidender Kühe herüberdrang ober vom Dorfe her ein Lied der jungen Mädchen, die durch den Abend gingen. Ein runder Rasenplatz, von Kieswegen eingefaßt, lag vor der Terrasse. Dann ging der Blick in eine Allee getappter Linden, die die Zufahrt zum Schloß bildete. Hinter der Allee sah man Felder, und in ihnen eine Mühle mit Sparrenflügeln. Der Raps blühte in den Feldern, zitronengelb, und Wolken seines Duftes quollen herüber, wenn ein Luftzug kam. Zu beiden Seiten des Schlosses lag der Park. Er hatte köstliche, alte Bäume, die weit in das Land ragten, und war von einem Gewässer durchslofsen, das sich an manchen Stellen teichartig erweiterte und in dessen versteckten Winkeln giftgrüne Algen und unentwirrbare Froschlöffel wucherten. Hatte man den Park durchwandert, so kam man an den Deich. Und war man den Deich hinangestiegen, fo blickte man in die Niederung der Elbe, in der Weiden an schmalen Wasserprielen wuchsen und wilde Enten flogen. Ganz hinten, ein fiibergraues Band, sah man den Fluß. Große Schiffe fuhren auf ihm zu Tal, gefpenftifd) wie Phantome, und in der Ferne, meilenweit, ahnte man das Meer. Pfingsten stand bevor; es fiel in die zweite Juniwoche. Ich wollte das Fest noch auf Karnin erleben, bann wollte ich Abschied nehmen von diesem einsamen Hause, von diesem Park und diesen Menschen, die mir teuer waren. Ich hatte mancherlei auf Karnin gemalt. Der Graf war kunstliebend und zeichnete mit Geschmack. Wir saßen oft vor den gleichen Motiven, ich malte und er zeichnete. Die Gräfin, scheinbar jünger als ihre Jahre, war musikalisch. Nicht selten, wenn ich im Park saß, drangen ihre Melodien herüber; sie spielte Klavier und sang mit einer seelisch bewegten Stimme. Zuweilen fang sie auch kleine Lieder zur Laute, abends, wenn mir auf der Terrasse saßen. Tagsüber widmete sie sich ihren Kindern. Die älteste Tochter, Komtesse Anna, war siebzehn Jahre alt und schien eher die Schwester der Gräfin zu sein. Auch äußerlich ähnelte sie der Mutter, nur daß sie größer war. Ja, wenn die beiden schlanken Gestalten Arm in Arm durch den Garten gingen und man sah sie von weitem, so hätte man schworen mögen, daß sie Schwestern seien. Dann kam ein dreizehnjähriges Komteßlein, namens Charlotte, ein ernstes Kind mit zarten Gliedern ltnd einem regen Geist. Sie machte Verse und schrieb sie in ein rosaseidenes Buch; sie ging oft allein und nachdenklich unter den Bäumen des Parkes oder fuhr in der Gondel, Blumen im Schoß, und man hörte dann, wenn man in der Nähe vorüberging, wie sie sang. Sie war ein reich und fast zu früh entwickeltes Kind, und ihre träumerischen Augen waren oft weit entfernt, in heimlichen Regionen der Wünsche und der Gedanken. Sie hatte Tage, an deiren sie sich müde fühlte und bleich aussah, und gerade an solchen Tagen trieb es sie, ihre Verslein zu dichten und sich einsamen Gedanken hinzugeben. Wir hatten Freundschaft geschlossen und wandelten häufig zusammen die Lindenallee hinunter in die Felder, pflückten Feldblumen und sahen den Flügeln der Mühle zu, die, wenn man näher kam, unheimlich durch die Luft rauschten und knarrten, so daß man, wenn es gerade dämmerte, Angst verspürte und am liebsten schnell davongelaufen wäre. Ferner gab es zwei Buben von acht und zehn Jahren, Fred und Klaus, zu allen tollen Streichen aufgelegt, zu denen sie nicht selten auch mich zu verführen suchten. Sie wurden von einem Hauslehrer unterrichtet, einem jungen, blauäugigen Theologen aus Husum. Außerdem war eine Gouvernante da, ein gescheites Wesen, das mehr zu beobachten als mitzuerleben liebte. Das waren die Menschen auf Schloß Carnin. Ich hatte die blonde Charlotte gemalt, wie sie auf einer'Bank unter einer blühenden Kastanie saß, dicht neben dem Schlohgraben, über den eine weiße Brücke führte. Ich hatte die beiden Jungen gemalt, wie sie im Grase lagen. Und in der Dämmerung hatte ich das Schloß gemalt, als ein graues, mystisches, weltentlegenes Haus, mit den weißen, geheimnisvollen Gestalten der Gräfin und der Komtesse Anna auf der Terrasse. Dies Bild schien mir das beste zu Jein, das ich auf Carnin gemacht hatte. Cs hatte etwas Mystisches, die Luft der Dämmerung war weich und lau, man spürte den Frühling darin. Nun kam Pfingsten. Komtesse Anna erwartete den Besuch einer Freundin, der Graf den eines jungen Freundes, eines Assessors aus der Kreisstadt. Zwei Tage vor dem Fest kamen die beiden an. Die Komtesse war ihrer Freundin bis zur Eisenbahnstation entgegengefahren. Es war gegen Abend, ich hatte bei Tage im Sonnenlicht gemalt, nun schlenderte ich mit Charlotte durch den Park, dann durch die Felder, wo wir im Westen die Glut des Himmels anstaunten, in der ungeheure goldene Wolken schwammen. Charlotte hatte ein leichtes Sommerkleid an, das die dünnen Aermchen freiließ. Die Luft war schwül und windstill, und der gelbe Raps duftete verschwenderisch. Wir gingen schweigend. Da fuhr die Kleine plötzlich aus, rotes zur Chaussee hinüber und rief: „Sie kommen!" Man sah den Jagdwagen mit den Schimmeln, eine Staubwolke schwebte hinter ihm. Charlotte und ich faßten uns bei der Hand und liefen zur Chaussee hinüber. Dort pflanzten wir uns auf und winkten mit den Taschentüchern, während der Wagen vorüberfuhr. Auch Komtesse Anna winkte und die Freundin und der Assessor. Die Freundin war schwarzhaarig, sie hatte schöne, freie Augen und einen ernsten Mund. Es war etwas Sicheres und Feines an ihr, eine bezaubernde Anmut. Ich sah sie gleich als Bild in meiner Vorstellung. Ein feines Kind, dachte ich, das wäre etwas für deinen Pinsel, Tedrahn! Ich schlenderte mit Charlotte zum Schloß zurück. Wir hatten den Wagen so lange vor uns, bis et in die Lindenallee einbog. Charlotte hatte unterwegs Blumen gepflückt, sie gab mir davon ab, als ich auf mein Zimmer ging, um mich zum Essen umzukleiden. Ich wohnte nicht im Schlosse selbst, sondern in einem alten, weißen Haus, das quer daneben lag und das man das „Kavalierhaus" nannte. Als ich dann zum Schloß hinüberschritt, stand Komtesse Anna mit ihrer Freundin auf der Terrasse. Die Komtesse hatte ein weißes Tuch um die Schultern und rote Monatsrosen auf der Brust. Die Freundin war kleiner von Gestalt. Ich wußte, daß sie auch siebzehnjährig war. Sie hatte ein bordeauxrotes Tuchkleid an, das Haar lag ihr üppig im Nacken. Ich schritt die Stufen zur Terrasse hinauf, Komtesse Anna stellte vor: „Herr Konrad Tedrahn, Kunstmaler von Beruf, Fräulein Leonore Helfinger aus Lübeck." „Ah, Lübeck!!" sagte ich sofort. „Ich kenne die Stadt und liebe sie. Ich glaube, ich könnte mich dort wohlfühlen. Wie lebt man da eigentlich? Haben Sie viel Verkehr? Gehen, Sie viel aus?" In dieser Weise fragte ich sie. Es geschah etwas lässig, sie war ja siebzehn Jahre alt, also ein Kind. „Nein," entgegnete st« in gleichgültigem Ton, „ich gehe nicht viel aus." Sie wendete sich wieder an die Komtesse und plauderte mit ihr, als ob ich nicht vorhanden sei. Etwas eigensinnig, dachte ich; aber schön, mit allen Reizen der Jugend, {eingliedrig und stolz, vielleicht etwas hochmütig. Hier ist etwas zu tun Tredahn; etwas zu schaffen ist hier! Diesen ernsten Kopf mit öem schwarzen Haar und den Augen des erwachenden Mai — wo bringe ich ihn hin? Vor einem Rosenbusch am Morgen ober direkt vor oen blauen Himmel, der von dünnen, weißen, wehenden Wolken be- Ich möchte sie tanzen sehen, ich möchte auch sehen, wie sie laust. Ich mochte die Bewegungen ihres Körpers sehen, die Art ihrer Schritte, und wie sie die Arme wirst beim Tennisspiel aber beim Reifenschlagen. Durch meinen Kops schwirrten zahllose lockende Malereien. Ich verwünschte es im stillen, daß Leonore Helfinger nach Carnin gekommen war, denn ich fühlte, sie würde mich malerisch beschäftigen, ich würde Bilder der Phantasie komponieren, während ich mit meinen wirklichen Bildern während dieser letzten Tage noch gerade genug zu tun hatte Denn in drei Tagen mußte ich reifen, also wozu diese unnütze Verwirrung in meiner Arbeit. Ein Diener erschien in der Glastür und bat zu Tisch. Wir gingen hinein, die andern waren schon in dem blauen Vorsaal versammelt Der Graf machte mich mit dem Assessor bekannt. Man begab sich ch das schöne Eßzimmer, in dem schon die Lichter brannten und die Gar- dlnen gegen den Park zu herabgelassen waren. Ich hatte meinen alten Platz neben der Gräfin. Leonore Helfinger saß mir schräg gegenüber. Der Graf begrüßte sie und den Assessor, indem er fein Glas erhob. Es wurde Champagner getrunken, wie immer, wenn ein neuer Gast auf Carnin einzog. Ich sagte leise zur Gräfin: „Die kleine Helfinger ist ja wundervoll. Ich bin ganz weg. Durch meinen Kopf schwirren Bilder auf Bilder, wie ich sie malen möchte? „Ich kenne sie kaum," sagte die Gräfin, „nur aus Annas Erzählungen. Die Mädchen haben die Pensionszeit zusammen verlebt. Ich finde, sie ist schön zu nennen." Rach Tisch warfen wir die Mäntel über und gingen auf die Ter- raffe. Die Herren rauchten englische Zigaretten. Auch Komtesse Anna zündete sich eine Zigarette an, lehnte sich in einen Korbstuhl zurück und stieß kleine Wölkchen in die Luft. Leonore stand am weihen Geländer der Terrasse und sah in den Abend. Es war ein schöner Abend, im Dors Carnin fangen die Mädchen wieder, der Mond stand am Himmel. Der Graf und der Assessor tarnen in ein Gespräch über Brahms. Sie begaben sich in das Musikzimmer, und man hörte, wie zuweilen auf dem Klavier ein Thema angeschlagen wurde. Charlotte stand neben mir und hatte Ihren Arm vertraulich unter meinen geschoben. „Heute steht der Mond schon über dem Kavalierhause," sagte fit, „gestern stand er noch über den gescheckten Ulmen." Jetzt sah alles den Mond an, Leonore sah mit strengem Mund hinauf, aber so streng dieser Mund erschien, es lag etwas Schwärmerisches um ihn. Cs war wunderbar, zu sehen, wie sich das Mondlicht auf den feuchten, jungen Lippen brach. Der Mond stand über dem Dach des Kavulierhaufes und wandelte dem riesigen Wipfel einer Kastanie zu. Nicht die mindeste Bewegung lag in der Lust. Der Hauslehrer, der an der geöffneten Glastür lehnte, sagte etwas von allzu lauen Frühlings- nächten, es wurde einen regnerischen Sommer geben. „Wir sollten eine Gondelfahrt machen", schlug die Gräfin vor. Alles stimmte ein, Charlotte war ganz entflammt, aber gerade [k mußte zurückbleiben, da ihre Mutter meinte, es fei auf dem Wasser zu kühl für sie. Wir verließen die Terrasse: die Gräfin, Komtesse Anna, Leonore und ich. Wir schritten um das Schloß herum und durch den dunklen Park hinab zum Teich. Die Gräfin setzte sich an das Steuer des Bootes, ich nahm die Ruder. Wir trieben sacht dahin. Mitunter hörten wir am Ufer ein Plumpsen, es waren aufgeschreckte Frösche, die in das Wasser {prangen. Leonore und Komtesse Anna faßen dicht vor mir, der Mond schien in ihre Gesichter. Ich spürte den Dust dieser frischen, jugendlichen Gestatten. Leonore hatte ein grünes Jäckchen an, ihr Kopf war unbedeckt. Sie sah herrlich aus. Einmal merkte ich, wie si« zusammenschauerte. Es war die Abendluft über dem Wasser. Ich lenkte zum Bootssteg zurück. Plaudernd schritten wir über den Rasen zum Schloß hinan. Leonore lachte ein paarmal hell auf, ich weiß nicht mehr, worüber. Das Lachen höre ich noch, es war wie das Plätschern eines Brunnens. Ich fühlte immer deutlicher, daß ich sie malen müßte. Als ich ihr gute Nacht wünschte, sagte sie: „Morgen zeigen Sie mir Ihre Bilder." „Gewiß!" sagte ich. Meine Augen umfingen ihren Kops mit dem schwarzen Haar wie ein Gemälde. In meinem Zimmer brannte die Lampe schon. Ich setzte mich bin, nahm Kreide und Papier und suchte den Umriß von Leonores Kops zu zeichnen. Dann machte ich einen Umriß von ihrer ganzen Figur. Dann wieder nur die Stirn mit dem Haar. Dann strich ich alles aus, da alles Unsinn war. Ich zündete eine Zigarette an und schritt im Zimmer auf und ab. Ein schöner Kopf, ein süßer Kopf. Am schönsten so: halbes Profil und ein klein wenig nach unten geneigt. Bei Tisch hatte ich sie so gesehen und dicht vor mir im Kahn. So, dachte ich, müßte sie mir einmal sitzen, mit dieser geneigten Nase, mit dieser großen Linie des Haares. Ich ging wieder an den Tisch und machte von neuem ein paar Zeich' nungen aus der Erinnerung. Warum war dieses Mädchen jetzt nach Carnin gekommen! Sie nahm mir beinahe das Interesse an meinen großen Bildern fort, an denen ich noch zu arbeiten hatte. Wäre sie doch geblieben, wo sie war! Unwillig warf ich die Kreide fort, entkleide« mich und legte mich schlafen. Draußen schrie eine Eule in den Ulmen. Durch die Dunkelheit sah ich noch immer ein junges, holdes Profil, 3‘'0( von einer verhaltenen Leidenschaft, zartrosig« Wangen und schwarzes Haar ... Pastell, dachte ich, in Pastell muß man es machen. Lockere, , leichte Farben, das Ganze war nur wie ein Hauch. Mit diesem Gedanken schlief ich ein. (Fortsetzung folgt) ___ Verantwortlich: Dr. Hans Thhrivt. — Druck und Verlag: Brühl'fche AniverfitätS.Vuch, und Steindruckerei. A. Lange, ®iefielL