'« mich ü(j )ier meineil rumpenhW ^lhnen n[[0 b.^und bet J.ag »et, Zehen, suht Senugtuun, ! 'Vari, kn« £s ist Ei«, ^tragen m Verwendung haben mit 1 haben für gdessen her, i behaupies ' Fleisch in h so einen Zuschwer jn einem oie(, > setzte tz "Phator i« i und wärt 'S Etappen, den Enthu, Helden te wollte sich ses bringen, rte nur bas ehe Winseln Hmausenden cht auf ihn b- Zu «en i AugenM letade hott! ‘be darüber,! leschreibllch wieder sei, ■tcn. Es jei Strecke je, ch nur mit ilen getränt iß man ihn de, und an ht nur das, atfadje, dah die 2(nroe> itnnie eines indignierten und patzii ingshansen? :es Bürget, >gel zuriick- ein Bürget, aste Zeuge« >ch und des )er Polizei- lebendigem erben. 'ch mit ihm ilichen Dri' i füllte ihm den übrig- in ihn ohne ietütlos mit gern gut 3« >ute rückt« sich die dick- ns tausend- ■ üeidmaiE- meister v« m spätere« > bgeiretene« ammer unö ulen hinter liche W ■ Volksseele nandut w" usüben W mirden w« esucht. ugleich dos Misses, , Kietze"- Nummer 40 GietzenerLamiliechMer Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger I rin" SS$ *'«« M-»„ »„ d« Steppenwolf ein etwas ungewohmä^ie^So "nmerhin war dieser walte unb Fabrikanten hinter Amd iTnb ^ne Herren An- m der Brust verborgen trmaen o tr,m £ einen Wolf I m seiner festen haarigen rf angeblich dieser Wolf hier I differenzierte Gefühl/ Mo-iartmetem^lnen Menschen verborgen, | ungewöhnlichen Umständen und bon ^- £nö, dergleichen. Um den möglichst Rechnung zu tragen hatte de? be/ Publikums I fett Jahren wußte baß muh Ate n Erlüge Unternehmer (welcher führlich und unberechenbar tenfi mte^ ?^F ?/cht so launisch, ge- eine etwas besondere AuMat^ 6ur». | entfernt, kaute an feinen Dorderosm»9^-, bort den Zuschauern wäre da statt derGitterftäb^dte aa™ . t^rie vor sich hin, aIg I h> eilen ftanö er mtf i»r»s ; . ~ unenötlche ©tei>i)e Qn* dann to’ÄaufÜ auTunb aK I wackelte der gipsern- Pianino, und oben kümmerte sich das Tier wEte^.nb^- ^ »'-t. Lim die Besucher von seinem Anblick eher enttäusch^ ^Ab!r ersten waren eigentlich | «ab es verschiedene Meinunaen^m^i über diesen Anblick | ganz gewöhnliche Bestie ohne 'Ausdm^sagten, das Tier sei eine j ndrer Wolf und damit finfte "f.n* etn, stumpfsinniger ordi- I Zoologischer Begriff. Dagegen ^h'auvtek^^^' überhaupt fein schone Augen und sein gS Än &ag Tier habe ■ seeltheit aus, daß es einem vor ergreifende De- ' I Paar Klugen blieb indessen nicht das Herz umdrehe. Den über den Anblick m'SÄÄV“^ »iese Aeußerungen Tier der Menagerie gepaßt hätt^u 6 fl>9ut auf Ie&eä andere der dwi^WolMfig^Eefi ^von"echl^ktei^ ber Schaubude, I sich lange bei seinem Anblick aufbielt ^"ppe besucht, die zwei Kinder und deren Erzieberin E„ E waren drei Menschen, etn hübsches, ziemlich schwechsam^ lat" Kmdem war das eine | andre ein etwa zwölfjähriger krätti ^^uvon acht Jahren, das ! Steppenwolfe gut, ihre |aitf rodj iuna ^'^gefielen dem I straffem Beinen des Mädchens ihmte 9»rlU<;b 93 lml' den schönen I Demante, nun ja das wnn^^-9^ ser häufig hinüber. Die Gou- I möglichst wenigen beachten to 6 öderes, es schien ihm besser, sie batt?'der'Wofi Harr?"sich"dich^' ^^n und sie besser zu riechen lagert. Während . ?n bad Gitter der Schauseite ae- Kinder einsog, hörte er etwas^etenawr i"^"terung der beiden I Zu, die sich sehr fftr «arrt. 9 i>enr2^eu6erun9en der dreie lebhaft über ihn unterhielten tonnen unb sich höchst schieden. Der Knabe JinfAnJix-$ ^halten war dabei sehr der, aus die Achicht welche fert> leilte durch, baren. Solch ein Wolfsvieh meinte er ^atte äußern nagerie gerade am richttgen Ort m„ V6 term G-tter einer Me- ZU lassen, wäre <>ine unilra»^9«9«n frei Herumlaufen । man ja den Versuch mack^ ob Torheit Eventuell könne rM-Uss «»Ä Der Knabe gefiel ihm ^ V freundlich das Maul. L-LMMMMMU S' Ä «“ ^.ÄVnS Die Heimat. Von Friedrich Hölderlin. Mn^nMn tCr ?rf)iffer heim an den stillen Strom von Inseln fernher, wenn er geerntet hat, '"k ““r1,id) rur Heimat, hätt' ich ° ’ fo viele wie Leid geerntet. teuren Ufer, die mich erzogen einst •ltUtsmbrrs.^er Uie6e Leiden, versprecht ihr mir hr Walder meiner Jugend, wem, ich ' komme, die Ruhe noch einmal wieder? Am kühlen Bache, wo ich der Wellen Spiel ^'" brome, wo ich gleiten die Schiffe sah ' ?°rt bm ich halb; euch, traute Berge, bte mich behüteten einst, der Heimat Erehrte sichre Grenzen, der Mutter Haus beariÄbhnrh®etosU,![ter Umarmungen oegnifj ich bald, und ihr umschließt mich daß, wie in Banden, das Herz mir heile, & ^ßeMebenen! Aber ich weiß, ich weiß m S,!eb! ?eib' dies heilet so bald mir nicht Sterbli^ r‘n ^wgengesang, den tröstend ' Sterbliche singen, mir aus dem Busen. 11 ns 603 himmlische Feuer leihn die Gotter schenken heiliges Leid uns auch® Drum bleibe dies. Ein Sohn der Erde om ich, zu lieben gemacht, zu leiden. Vom Steppenwolf. Von Hermann Hesse. ™« to* ü»d'»di-k slff. dies oder senes über das ^ier Eten ^wordeii, jeder wollte SS T’uriiSa" «' 5*« LLMSSSW-MS ex nieftf L öfc^ppcntöDif zur ©triefe ßvinoen * i man keine Ruhe I Ansicht wurde abe?teteeswl^ 5le&r?re und wahrscheinlich richtige Partei, welcke bt>n 9tfen geteilt. Es gab eine zweite fei war der Anstedt anderen Auffassung huldigte; diese Var- j Der sei m J Steppenwolf zwar kein ungefährliches Steppenwolf im ‘Sufel ^Die^Äte^ U”r “"«!n9«ftanöen so einen I d>e Sprecher zu beuten 1 ’ auJ. welche bei diesen Worten Tamen der Geselllckmst brte hochachtbaren Dusen von I diese Dusen waren v^n tem Rechtsanwälten uiid Industriellen, und G-lets bedeckt. Indern non^.^ unb modern geschnittenen Leute, teten ?&n uns, so sagten diese liberal denkenden Steppenwolfs recht wobl^bpt^ Gefühle, Triebe und Leiden des Grimde auch so e n armer b-"/' ^der von uns sei eigentlich im Aten sie, wenn fte si^d ,^ 6«wtenber, hungriger Steppenwolf. So Steppenwolf unterfite te^ Ä ^t5e.n?n Hemden bedeckt, Über den unb bann setzten'ste ?fir» s^- ^^ öffentliche Kritiker sagten Pelzmäntel an, stiegen in Ifiro Fak™ ll3nrUt? Zogen ihre schönen an ih-re fchon-en Qluti>tnobilß und fußten au* e ie " -Dureaus und Redaktionen, SvrechzimE Dhtekh beil Dorschlaa onJ,6 m f£8ar ei,Kä Abends beim . «m Tage, an bein biXnn"? 4er Steppenwölfe zu gründen. benn auch niete t®r lte.ue8 Programm eröffnete, Lp^n, b^ff^n unr öuö &€Tücßti(ifcc ru Ä ft«in«n Käfig ^beu^^vorma's«" f?tr?m0^en gezeigt tourte. bewohnt hatte batte «in leider früh verstorbener 1 satte, hatte der Unternehmer nach Möglichkeit - Mensch. Fränkischer Frühling. Von Ilse R e i ck e. 6 Lirl) hatte indessen das Interesse fürs Klarer verloren er hattesich dicht vor dem Kinde ans Gitter Streßt, ucedergekauert, hatte die Stanze ganz am Boden wie em schmeichelnder Hund zwischen den Staden den, Mädchen zugekchrt und sah streichelte die dunkle spitze Tiernase^ Harry aber äugelte thr mch. munternd zu und begann ganz sachte die klein« Hand mit ferner i sah. war. ihr Entschluß gefaßt Auch nyr.rr.te Heb dem Harrt) als verständnisvolle Schwester zu erkennen I a^el, auch Ne WE« sich mit ihm verbrüdern. Eilig nestelte sie em kleines «Landes Päckchen aus Seidenpapier und Goldfaden «uf. enthülste au/ Staniol einen hübschen Leckeroissen. « Wolke Lin Schokolade, und streckte es mit bedeutungsvollem Blick dem Wolfe hm. Harrv blinzelte und leckte still an der Kinderhand: gleichzeitig nAMe er baarschars aus jede Bewegung der Gouvernante. Und ge- n?u in dem Augenblick! wo deren Hand mit dem Schokoladeherzen nahe genug war, schnappte er blitzschnell zu und hatte Herz und Hand zwischen den blanken Zähnen. Die d re,M e ns ch e ii s cy r ien . .. gleichzeitig auf und sprangen zuriick, aber di« Erzieherin konnte mchch sie war von ihrem Bruder Wolf gefangen, und es dauerte noch bange Augenblicke, bis fie ihre blutende Hand lwszerren und entsetzt betrachten konnte. Sie war durch und durch gebissen. Nochmals schrie das arme Fräulem gellend auf.. Bon ihrem Seelenkonflikt aber war sie in diesem Augenblick vollständig geheckt. Nein sie war keine Wölfin, sie hätte nichts mit diesem rüden Scheusal gemein, das jetzt interessiert an dem blutigen Schokoladeherzchen schnupperte. Und sie setzte sich sogleich zur Wehr. inmitten der sassunqÄosen Gruppe, die alsbald um sre gebildet hatte und in welcher der schreckensbleiche ^Euageriebesltzer ihr Gegenspieler war, stand das Fraulemhocham gerichtet htelt die blutende Hand von sich ab, um das Kleid zu schonen und^besteuerte mit blendender Rednergabe, daß sie nicht ruhen werde, bis dies rohe Attentat gerächt sei, und man werde sich wundern, welche Summe Schadenersatz sie für die Entstellung ihrer schonen und des Klavierfpielens kundigen Hand verlangen werde. Und der Wolf müsse getötet werden, darunter tue sie es niryt, man werde ^SchnÄ gefaßt, machte der Unternehmer sie auf di« Schokolade aufmerksam, die noch vor Harry lag. Das Füttern der Raubtiere sei durch Plakat auss strengste verboten, er sei ieder Verantwortung enthoben. Sie möge ihn nur ruhig verklagen, kein Gericht der Wett können also in absehbarer Zeit von der maßgebendsten SÄ Derlei oder ein -l «ÄÄ 5Ä"Ä“*Ö I mit einer asät«r*lt »ermlletl »«•<«. .»HA'ÄÄ »k er etwas zu fressen brin hätte. „ Fräulein „es ist ein ! 'LL ÄVmuni«* i«. i» w« ««;w {WffA SX Ä Ä'ÄS™« iE » »»i°- «"■ sSÄttrt' fiftg ßKWRMMMD -WWLeeckLZTMl- eigenen ^se77inen'Wolf^entdIt°1u haben memte^ fte g)örte zu den Leserinnen und VerehrerinnenHarrys für vessen^-« ZWMWNZ MMMHMZ-'N IMWWWWWM MZUW^WWWZ * er war großartig, sie hatte ihn einfach m>r , I, u r a Durch diese begnadete Stadt sprechen jahrhundertalte ®Stom?4e«n«?a6. »-»- m» d«»n-, d-ue und »unM £,-» mnnhern alle Viertelstunden, unentwirrbar und doch in em weseg ge 'Sbie Sterne; tat* die verwinkelten Gassen An rosaroten, sandsteinernen Prunkfassaden des Barock und Rokoko fließt der unab- Lrr:L (suntf enicball vorüber und schwebt weit hinaus an den ?leben- biiaeln um den Main Sie liegen braun und glatt Mit ihren gerichteten I -ELNTWWZM nsdroblem^in ihrer Brust. Eine schwache Ahnung über BischoMadt und Mainland. Hier oben aus der Festung, daß ihr wohlgehütetes, geselliges und gutburgerlick^s ! |ten Herzen deutscher Landschaft stwß F „instiae Glacis heute ver- mtlich keine Steppe und keine Einsamkeit sei, daß s« deutschen Zwietracht mitten ins Herz Das einstige Glacw, hem gut oder die Verzweiflung aufbringen wurde^ dies ! Uiandelt in grunschattende Wildni ) h - c^obriken und nüch- -- —«“1 -MöSLdLTM MUUWUMWZ würde ihr recht geben. Äebrige.ns sei er haftpflichtversichert. Di« Ä i *: rwrro« Küftg »>»-°. °» d-» --ix» WÄÄ Ä. -» »em e«« b.. . f,r:Xr für Tag die Oeffentlichkeit. Dl« klagende Part«, schastlgt seither Tag für Lag m« w ^kbst, und erst an LLZsAUMUMZUZ ?gIück" ^ß Üe Gitter Da^nschwimmendes aufhalten RÄÄSlÄft" SS sSs-Äss-aä Neumünster Kirche über das Weltkindvon ^eUy eitae'iftw'icten mag, dtt «>* *"""*'* w Iiinger zu den unvergänglichen «tasten entsendet ... Ü-S&3S&'® auch schon umschlossen. Dieser furstbischofliche Sitz soll a s oas i Schloß Deutschlands mir immer neu gepn^en em. Zauberhast sich, in den Ecken des großen Geviertes, der Sandstein der Fssad Scbwuna der großen Portale mit den anmutigen, vollen, s 5 iubeftb Kunstgittern Hinter ihrem schwarzen Spitzenwerk leuchtet da- junge Grün des Hofgartens. bemoosten Felsblöcken uni Die Springbrunnen steigen da aus den bemoosten . W lUpeln in hellem Silberton wie einst; der steinerne Etter naj^ Europa fort und noch immer raubt der greis und gru 9 regens: Pluto die Proserpina. Ileberall hängen die gelben .retz ^ ,„ als müßten sie alle dunklen Laubmassen des Parkes Uvettim Flieder biegt sich schwer im Vanille-Atem seiner Lasten ) . y dauern von weißem Schaum reihen sich die blühenden .£ln W sch en allen schmetternden Finken aber und allen flötenden l durch ringt sich das Schluchzen, Schlagen und Jubeln n O^Rachtigallenschlag und Glockenstimmen: das ist Würzburg. sein und naturselig sein: das ist Wurzburg. - Und diese , '____ . . Y aßit uni*1 •) Hermann Hesses Autobiographie erschien vor emiger o dem Titel „Der Steppenwolf". rges gedeihen. Ihr Gehäuse, der „Bocksbeutel" Krummstab gewachsenen Frankenwein unter Die -and fod- be- artet : an führt als igen, ilung Mag wird t ge» chsten e er- r ein ertalte iigcnbe etz geiroten, unab- Reben- ichteten kühlen ler der Türme innig« i Dolch ite ver- rsüchtig d nüchtert der ,en, ein ist über rüstigen Reeling , Schür- ht. Auch Wasser der die t Buben inden es riskieren die ge- a! wie eine krastwer! gewallig nmer die mche hol- wie fanft geschnitzt er in der ivie übermag, der mde feine ininuna feiert immer neues Auserstehen in jenen Weinen, die nur unter 83ntfen des Marienberg»« n»h»ih»t> shr Kebäule. der ..Bocksbeutel trägt den unterm L._...... „ „ einem barbarischen, bachantischen Namen hinaus in die Welt! tandarien, über: das ischossstadi llkommem herrliche« ijroingt Pf hn betritt, 15 schöA hast W ade in W »lgerW as jubeln! docken ui» trägt 6 ‘ geworden' goldregene lerlP«"1”"’ rus°L reen! y lmseln W ner Von fiurpfu^ern und WunderdoVtztoren. Bon Dr. med, Curt Thomalla. Der osfiziellen medizinischen Wissenschaft, vielfach als „Schulmedizin" bezeichnet, wird von vielen Seiten und zu allen Zeiten der Vorwurf gemacht, daß sie zu konservativ sei. Neuerungen in der Behandlung von Krankheiten sowie grundlegende Umwälzungen in der ganzen Bewertung neuer Probleme und Anschauungen setzen sich erst im Laufe von Jahren und manchmal Jahrzehnten durch. Demgegenüber greift der frei praktizierende und durch {einerlei Standesrücksichten und wissenschaftliche Bedenken gehemmte Kurpfuscher begierig nach jeder neuen Heilslehre, die irgendwo auftaucht. Wenn wir ehrlich fein wollen, müssen wir zugeben, daß die sogenannten „Naturheilvereine", die vor Jahrzehnten mit ihrer Propagierung der Licht-, Lust- und Sonnenbehaüdlung, mit ihrer Empfehlung der vegetarischen Kost und anderem allein standen, nur die Vorläufer der heute allgemein üblichen und selbstverständlich gewordenen, auch von der Schulmedizin voll anerkannten und geförderten modernen Lebensweise geworden sind, deren deutlichste Erscheinung die Sportbegeisterung unserer Zeit und neuerdings auch die Wochenendbewegung geworden sind. Freilich bewegen wir von der Schulmedizin uns nicht in den seiner Zeit propagierten Extremen, aber wir wissen heute sehr genau, daß es fehlerhaft ist, einzelne Krankheitssymptome und Krankheiten einzelner Organe schematisch zu behandeln, ohne auf den Gefamtorganismus Rücksicht zu nehmen, ohne die natürlichen und deshalb wirkungsvollsten Abwehr- und Hilfskräfte des menschlichen Körpers zu unterstützen und vielleicht erst zur Wirksamkeit zu entfachen. So haben die Licht-, Luft- und Sonnenbehandlung, die Wafsertherapie und sonstige „natürliche" Heilmethoden für uns Aerzte ihren hauptsächlichen Wert in derVorbeugungvor Krankheiten und in der Steigerung der Wider st andskraste des Menschen. ,m ... . Man könnte auch noch die Priesuitz- und hyoropathischen Verbände, die Hypnose- und Suggestionsbehandlung, die Autosuggestionstherapie und mancherlei Neuerungen der letzten Jahrzehnte auffllhren, um zu beweisen, daß die als Kurpfuscher bezeichneten, nicht studierten und nicht approbierten Personen in gewissem Sinne der Schulmedizin voraus waren. Wir dürfen auch nicht vergessen, daß Manches, was seit Jahrzehnten als sinnloser Mumpitz galt, überraschende wissenschaftliche Grundlagen erhielt: Schon die Alchimisten, „Hexen" und Wunderdoktoren arbeiteten mit Vorliebe mit tierischen Organen als Heilmitteln. Heute haben wir die wissenschastlich begründete „Organotherapie , die Schilddrüsen, Ovarien und andere tierische Drüsen als Pillen, Tropfen und Einspritzungen dem Menschen einverleibt. Wir wollen also ja nicht ins Extrem und in den Fehler verfallen, alles was nicht im augenblicklich gültigen Bestand der Schulmedizin enthalten ist, von vornherein zu verdammen. Wir dürfen dabei aber auch nicht übersehen, daß von den wenig ober gar nicht vorgebildeten Heilkundigen, deren Zahl in Deutschland mit feiner Kurierfreiheit sich in den Zehntausenden bewegt, neben diesen durch die Praxis allmählich bewährten und in den Wissensschatz der Schulmedizin hineingewachsenen Methoden auch unzählige üble, ja zum Teil lächerliche, verderbliche und gefährliche Quacksalbereien verübt worden sind ja auch noch ständig angewandt werden. Wenn die Schulmedizin ich erst im Laufe langer Jahre ober gar Jahrzehnte entschließt, neue Heilmethoden anzuerkennen, und was die Hauptsache ist, die Studierenden zu lehren, so tut sie dies aus dem schwer lastenden Verantwortungs- bewußtsein heraus, daß eine Irrlehre, die zu spät erkannt wird, Generationen lang Unheil anrichten kann, ehe sie wieder beseitigt wird. Der mit Gewissensskrupeln weniger behaftete Kurpfuscher lauft kein Risiko, wenn er das Neueste, möglichst das Allerneueste, das Sensationellste, das Jmponierendste in feine Behandlungsmethoden aufnimmt und als Allheilmittel gegen alle Schäden der Seele und des Körpers anpretft. Und damit haben wir das Charaktristikum der echten, verderblichen und gefährlichen Kurpfuscherei getroffen: Nämlich die Anpreisung der Allheilmittel. Kein Arzt wird irgendeine Heilmethode irgendein Heilmittel seinen Patienten als nützlich gegen jegliche Schaden empfehlen. Man leie ober höre aber einmal die Anpreisungen her Kurpfuscher, nach denen die gerade propagierten Apparate, die Methoden, die Instrumente, Trank- chen Pülverchen, und Salben für alles, mindestens aber für ein Dutzend verschiedenster Krankheiten und Leiden, wenn nicht gar für lebenslängliche garantierte Gesundheit und ein biblisches Alter nützlich fern sollen. In ehr vielen Fällen sind die Geschäftspraktiken der Kurpfuscher nicht gar zu gefährlich. Denn unter den Dummen, die niemals alle werden, sind es meist die wehleidigen, hypochondrischen und eingebildeten Kranken, die keinen ärztlichen Ratschlag wirklich durchführen, weil es ihnen un- beguem ist, und die deswegen die Sprechstunden und Portemonnaies der Kurpfuscher füllen. Verheerend wirkt sich aber die Kurpfuscherei aus, wenn durch irgenbroeldje „magnetopathische" Mätzchen, durch Hande- auflegen, Besprechungen, Gesundbeten und durch Tröpfchen oder Pülverchen, die fast nur Wasser ober Zucker enthalten, schwere Leiden geheilt werden lallen und wenn die unglücklichen, vertrauensseligen Kranken die rechtzeitige ä r z 11 i ch e H i l s e, die vielleicht noch Rettung und Gesundung bringen könnte, darüber versäumen. Man wird solchen Warnungen stets entgegenhalten, daß eine reichliche An,zahl von Wunderheilungen und überraschenden Erfolgen durch nicht approbierte Kurpfuscher, durch Naturheilkunbige, Magnetopathen, Laien- bnpnotifeüre Und wie sie alle heißen mögen, vorgekommen und nachweisbar seien. Das ist zuzugeben. Es handelt sich aber m diesen Fallen fast ausnahmslos um hysterische Patienten. Die Hysterie ist eine nervöse Krankheit die alle, buchstäblich genommen, wirklich alle Krankheitserscheinungen körperlicher, seelischer und nervöser Art in bem betroffenen ' Körper in ber aus bem seelischen Gleichgewicht gebrachten Konstitution Hervorrufen kann. Derartige Kranke verstehen es mit verblüffender Geschicklichkeit, die nervöse Grundursache ihrer Leiden dem untersuchenden und behandelnden Arzt zu verheimlichen und in der törichten Annahme, batz Hysterie und Nervosität eine gewisse Schwache und Minderwertigkeit bedeuten alle Sorgen und Aufmerksamkeit des Arztes auf ihre im Vor- * s»m nächsten Morgen — ein Frühlingssonntag leuchtet über alles pnnb — trägt uns das Auto hiigelauf und hügelab, durch blühende, timeienbe Apfelbaumchausseen, die das ganze fränkische Land umsponnen lattett. Junge Wälder, bunte Felder, dunkles, frisch gepflügtes Land, wies schon geeggtes, gelber Raps und lichtgrüne Wintersaat; wie ein K qeroürfelter Stoff liegt die Landschaft in den Tälern. Dies Muster Ht aber viel enger und kleiner gewebt als droben im deutschen Osten. $. verM sich schon dem Wanderauge das hier ansässige kleine Bauern- Hnn mit feinen kleinen Siedern — gegenüber den Riesenmustern des Krokarundbesitzers jenseits ber Elbe. — Kleine Dörfer, in die Wiefen aemalt unter einen ernftäugigen Kirchtum geduckt, immer eines in ber Nickweite bes anberen, und bann wieder unter greifen Ziegeldächern, ena und winklig, mit einem Torlein bei der Einfahrt, einem Törlein bei ber Ausfahrt, ein fränkisches, altfränkisches Städtchen! lieber einem blirft herrisch und trotzig eine wohlverwahrte, noch heute feste Burg: Rimpar, die Feste des händelsüchtigen Ritters von (Srumb ad), der Eckwaqer und Verräter Florian Geyers war. Fern auf den Hügeln grüßt ein Helles Schloß aus den Waldern: Aammelburg, einst großes Truppenlager und späteres Gefangen- laaer heute Kinderheim. Langgestreckte Baracken auf ber einsamen Höhe unb ein gewaltiges Wappentier bes Ortes als einziger sichtbarer Bewohner. Wie viele Männersocken ober Damenpullover schleppt biefer fiammel von Hammelburg wohl in seinem Vlies mit sich? Ein paar Schritte auf ber Landstraße: wir klinken eine Pforte auf, Muiütionsdepot Nummer 46 steht auf einem alt gewordenen Hause, bann umfängt uns ein ernstes Geviert schattender Eichen. Bier große steinerne Müler reden uns seltsam an in vier fremden Sprachen. Zur Linken ein riesiges Steinkreuz, geschmückt mit steinernem Kranze und bem eingemeifjelten Wappen von Savoyen: eine italienische Inschrift ehrt die gefangenen Kämpfer, die hier starben. An der Stirnseite des einstigen Friedhofes zwischen zwei basaltenen Säulen feiern französische Goldduch- ftaben die toten Helden, die fern bem ruhmreichen Vaterland als Gefangene heimgingen; in der anderen Ecke, in hoher Steintafel eingegraben, eine lange englische Inschrift, austlingenb in einen schwermütigen Sers, den gefangen gestorbenen Soldaten zu Ehren; endlich, rechter Hand, wirre und unverständliche Buchstaben in Stein, aber darüber Hammer unb Sichel unb ber Sowjetstern: die Russen. Fünfunbzwanzig ihrer Gräber liegen noch hier, unter gußeisernen Kreuzen mit ovalen Porzellanschilbern. Niemand wußte hier von bem russischen Kreuz, bas noch einen zweiten, schrägen Querbalken trägt. Michailow Andrejew, Maksimow Kutususs — junge Kerle waren es, in den neunziger Jahren geboren, im Gouvernement Perm ober Kiew ober Tobolsk —, gestorben 1920 unter fränkischem Himmel. Die anderen Stätten sind leer, die Erde trägt noch Wundspuren, ist noch nicht von Grün überwachsen; man hat die toten Krieger alle fortgeholt in ihre Heimat. Wenn hundert Frühlinge ihre Apfelblüten hinabgeschneit haben auf die Chausseen, werden noch immer diese vier steinernen Male in den vier fremden Sprachen zu den fränkischen Kindern reden von jener meeresbitteren- Hochflut von Weh. die einst alles Land Europas überschwemmte. Unsagbar rührend liegt ein paar Schritt von den Soldatengräbern ein kleiner Kinderhügel: ein dreizehnjähriger Junge aus bem Kinderheim drüben, ber sich hier zu Gaste lud, fern feiner Kinderheimat, seinem Elternhause. Im tiefen Wiefenlal ber fränkischen Saale, unter Himmel, Sonne und Vogelrufen ein Picknick am Ufer. Mit Maibowle, die der frische Fluß uns kühlte. Dann wieder Fahrten hügelauf und hügelab, über rosenrotes Sandsteingelände, zweimal vorüber am schonen steinernen Dreiklang eines hochgeschwungenen Viaduktes — der Bahn nach Bebra —, bann ein abgeschlossenes Waldtal voller Frieben und Festlichkeit: saubere Kurhäuser aus ber Biedermeierzeit, eine l)e,fe, gedeckte Promenade, ein Kur- gorten unter schonen Bäumen, und das alles in breiter Bahn sich hin- ziehend zu hohen, immer höher steigenden Terrassen voll buntester Blumenbeete. Ganz oben, Terrassen, Tal unb Kuranlagen trönenb, ein winziges Schlößchen, beinahe nur ein Pavillon: einst der Besitz König L u b - wigs von Bayern, Stätte seines großen Herzensabenteuers nut Lola Montez! Wie still unb wohlgepflegt unb harmonisch liegt unten bas sreunbliche Bad Brückenau. Hoch auf den Terrassen büftern, unterhalb des Schlößchens, zur Rechten und zur Linken, zwei herrliche Blutbuchen in all dem lichten Laub. Kein steinernes Mal, aber zwei unvergängliche, wachsende Denkmäler einer königlichen Leidenschaft, diese beiden einsamen Bäume. 9n Kissingen geht gerade bas Kurkonzert zu Enbe, als unser Auto im bunten Gewühl ber (onberbaren, oft exotischen, mitunter herausfordernden Gestalten kurze Rast macht. Prunk, Reichtum, Eleganz, alles Schöne unb Kostbare, was Menschenhand bildete, versammelt sich in Läden, die mitten im Grün der schönsten Parkwiesen stehen. Wir lassen das Weltbad wieder versinken, halten Abendrast am Wegrain, im tauig feuchten Klee, während singendes Volk überall auf den Straßen heimwärts wandert. Unb bann im Monbfchein, einem ganz betörenden Mondschein Eichendorsfs und Schwinds, Rückfahrt durch Dörfer unb Städtchen. Rote Lämpchen glühen vor den Marienbildern an den Giebeln toie winzige Blutströpfchen. Immer wieder wacht auf den Brücken der rührende alte Heilige, ber Nepomuk. Nur einmal, vom raschen Licht ber Scheinwerfer erhascht, kein Heiliger, sondern, eng umschlungen, im Kusse Erstarrt wie ein steinern Bild auf der Brücke, ein Liebespaar. Fränkischer Frühling, den Mond und Sterne segnen! ■g- 01L- ieltene ü" Zeit u”1*1 Verantwortlich: Dr. Sans Thyriot. - Druck und Berta«: Brühl',che Universitäts-Buch. und Steindruckerei. A. Lange. Gieße"- Die Abnagung der Küsten scheint verhältnismäßig noch schneller vor sich zu gehen, als man im allgemeinen annimmt. Friedrich berichtete Zu Anfang dieses Jahrhunderts, daß ein großer Steinblock am Bröthener Ufer bei Travemünde, der im Jahre 1880 nachweislich im Steilufer zuerst vom Wasser bloßgelegt wurde, einige zwanzig Jahre später schm siebenundzwanzig Meter vom Steilabfall und fünfzehn Meter vom User entfernt mitten im Meere lag. Ein anderer Stein in der Nähe, der um die Mitte des vorigen Jahrhunderts am Strande lag und von badenden Kindern zur Kleiderablage benutzt wurde, befand sich einige fünfzig Jahre spater bereits in vierzig Meter Entfernung im Meer, so daß hier olljähr- lich im Durchschnitt ein Meter Küste dem Meer zum Opfer gefallen sein muß. Trotz allen Vorsichtsmaßregeln kann dieser Vernichtungsprozeß nur aufgehalten, aber nicht verhindert werden. Die Zeit wird z. B. wohl kam sehr fern sein, wo die heutige Insel Usedom, die übrigens schon im Anfang des 14. Jahrhunderts ihren ganzen einstigen Nordwestgau in einer riesigen Sturmflut am Allerheiligentage an das Meer verloren hat, in Zwei Teile zerrissen ist. Westlich Coserow ist schon zweimal in großen Sturmfluten die Ostsee durch die schmale Landbrücke ins nahe Achterwasser der Peene hindurchgebrochen, am 13. November 1872 und in der Silvesternacht 1904. Angestrengte menschliche Arbeit hat die Durchbruchsstelle wieder verstopft, aber in etwa hundert Jahren mag sie in neuen Nuten doch so groß geworden sein, daß sie sich nicht mehr flicken läßt und zu einer dauernden Erscheinung wird. Eine heftig bedrohte Stelle bei starkem Nordoststurm, der glücklicherweise nur selten vorkommt, i[l auch die sog. Schabe, jene langgestreckte, schmale Landenge, die den Nar- den der Insel Rügen mit der Hauptinsel zusammenhält ... Die heutigen Nordseeinseln Borkum, Memmert, Juist und Norderney, bildeten ehemals eine einzige zusammenhängende Insel, bis die riesige Sturmflut vom 3. November 1170 sie in mehrere Teile auseinandersprengte. Aehnlich waren die ostfriesischen Inseln Nordstrand und Pellworm samt den hob ligen, Südfall und Hamburger Hallig, ehedem zu einer einzigen 9n[cl vereinigt, die ihrerseits sogar anscheinend — nach den Berichten der Thro- niken — bis zum Jahre 1240 als Halbinsel mit dein Festland zusammen- hing. Das im Jahre 1240 zur Insel gewordene Nordstrand wurde dann schon einmal in der großen Meeresflut vom 16. Januar 1362 äußerst hart mitgenommen: sein Hafen, das reichste Marschendorf der friesischen 3J1 feln, Rungholt, an der Stelle der jetzigen Hallig Südfall gelegen, wurde damals vom Meer verschlungen. Noch grauenhafter aber spielte die ungeheure Flut vom 11. Oktober 1634, eine der schwersten in der Geschichte der Nordsee, der Insel mit; diese mrurde in vier Teile auseinandergerissen uni die größere Hälfte von ihr ganz vom Meer hinweggespült. Die letzte, besonders folgenschwere Zerreißung einer deutschen Insel von Dauer ereignete sich am Silvestertage 1720 auf Helgoland. Bis zu jenem Tage hrug die aus rotem Sandstein bestehende Hauptinsel, mit der heuW" um eine halbe Ruderstunde entfernten Düne durch das sog. Weiße W! zusammen. Dieses wurde am genannten Tage durch eine Sturmflut gestört und die Insel in zwei Stücke von verschiedenem Charakter zerrtsse^ dergrund des Interesses stehenden körperlichen Krankheitserscheinungen zu lenken. Mag es sich nun um Lähmungen, um Magen- oder Darm-Erkrankungen, um Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, um allgemeine körperliche und geistige Leistungsunfähigkeit handeln, bei Frauen und Mädchen auch um Unterleibsleiden, die Grundursache ist in Tausenden von Fällen die hysterische Konstitution und nervöse und psychopatische Veranlagung der Patienten. In den tiefsten Tiefen ihres Unterbewußtseins ahnen oder wissen sie diese Zusammenhänge. Da sie sie dem Arzt aber verschweigen, gehen sie auch an all seine Verordnungen mit einem gewissen Mißtrauen heran. Dazu kommt, daß der Arzt gewöhnlich Forderungen in bezug auf Lebenshaltung, Tageseinteilung, Ernährung, vernünftige Ausnützung der Ruhezeit, Arbeitseinteilung und sonstige in den Tagesablauf einschneidende Verhältnisse stellt, die den Patienten so umwälzend, so schwer durchführbar, so unbequem erscheinen, daß sie meist gar nicht erst versuchen, diese Ratschläge zu befolgen. Nun kommen sie nach solchen selbstverschuldeten Mißerfolgen ärztlicher Behandlung zu einem Kurpfuscher, der im Gegensatz zu den Aerzten meist mit tönender Reklame, mit berauschender Selbstbeweihräucherung, mit suggestiv wirkender Sicherheit des Auftretens, arbeitet. Ganz gleich, was für Klagen der Patient vorbringt, die Methode des Kurpfuschers, seine Heilmittel helfen „garantiert" gegen alles! So wird der hysterische Organismus eines solchen Patienten gewissermaßen überrumpelt, von der meist irgendwie imponierenden Persönlichkeit des Kurpfuschers eingefangen, und es stellt sich das ein, was dem nüchtern, sachlich und wissenschaftlich arbeitenden Arzt gegenüber manchmal versagt: nämlich der Glaube an den Erfolg. Und damit ist meistens alles gewonnen. Glubt der hysterische Patient selbst, daß er durch diese oder jene Methode geheilt werden könne, so ist es ganz gleichgültig, ob man ihm destilliertes Wasser tropfenweise, Kochsalz löffelweise oder Zucker pillenweise fünfmal am Tuge, Bäder zu jeder Tages- und Nachtzeit verordnet und verabreicht, ob man ihn operiert ober hypnotisiert, ob man ihn massiert, elektrisiert oder sonst welche Manipulationen an ihm vornimmt, der Glaube macht ihn gesund! Von den Mißerfolgen freilich erfährt man nichts. Wenn ein Arzt einen Kunstfehler begeht, so kann er gerichtlich belangt werden. Nach deutschem Recht (im Gegensatz zu den meisten ausländischen Staaten!) kann ein nicht approbierter Heilkünstler erst dann belangt werden, wenn er nachweisbar einen Menschen vom Leben zum Tode befördert hat. . Die Schulmedizin erkennt alles an, was an Vernünftigem und Gefunden! in den vielfältigen Methoden wie Homöopathie, Biochemie, Suggestionstherapie, den vielfältigen physikalischen Heilmethoden und lonfttgen Heilverfahren enthalten ist. Sie verurteilt aber mit Recht alle Auswüchse dieser unberechtigt stark propagierten und dem Laienpublikum angepriesenen Methoden. Die Schulmedizin hat in den letzten Jahrzehnten ganz ungeheuere und früher ungeahnte Fortschritte gemacht, deren Erfolg in der ständig sinkenden Kurve der Säuglingssterblichkeit, der allgemeinen Sterblichkeit und der Erkrankungsziffern, sowie in der Erhöhung des durchschnittlichen Lebensalters sich dokumentieren. Es sei nur erinnert an die auch in Laienkreisen allmählich bekannter werdenden Forschungen über „Innere Sekretion , „Organ-Therapie", die „Serum- Therapie', die „Eiweiß-Reizkörperchen-Therapie", di« „Psychoanalyse", die „Psychotherapie" und andere therapeutische Anschauungen. — Das Laienpublikum kann einen gewissen Einfluß auf die Leistungsfähigkeit und die Leistungssteigerung des ärztlichen Standes ausüben, wenn es zuruckkehrt zur einst selbstverständlichen Gewöhnung an einen ständig beratenden, ständig bewachenden und sorgenden Haus- und Familienarzt. Gerade nach unseren modernen Anschauungen, die nicht die einzelne Krankheit, sondern den Gesamtorganismus eines jeden Menschen zum Ausgangspunkt der ärztlichen Maßnahmen nehmen, ist es unmöglich (von Sonderfällen natürlich abgesehen), durch einmalige kurze Untersuchung und vorübergehende Behandlung eine Beseitigung der unangenehmen Krankheitserscheinungen zu erreichen. Küsten, die das Meer verschlingt. Von Prof. Dr. R. Hennig. Vor einiger Zeit wurde aus Dänemark gemeldet, daß die Höjerup- kirche auf Stevns am Möensklintkap plötzlich ins Meer gestürzt fei. Mit dieser Kunde wurde uns erneut zum Bewußtsein gebracht, wie an den Steilküsten der Ost- und Nordsee unablässig das Meer nagt, wie bald t)tcr bald dort ein Stück der Küste dem unablässigen Anprall der Wogen i und den Einwirkungen von Wind und Weiter zum Opfer fällt. An ' unserer deutschen Küste haben wir ja gerade auch eine Kirche, ober, richtiger gesagt, eine Kirchenruine, bi« seit Jahrzehnten ihrer Bestimmung entzogen ist, weil ber Grunb und Boden, auf dem sie stand, unter- : waschen und abgebröckelt ist, Jo daß die Kirche eingestürzt ist. Es ist der 1 liest der Kirche von Hoff westlich vom hinterpommerschen Seebad Rewahl, I ber davon Kunde gibt, daß eine ganze Ortschaft allmählich vom Abstürzen der Steilküsten in Mitleidenschaft gezogen werden kann. In den weitaus meisten Fällen werden sich die Abbrüche nur auf ozu sagen t namenloses Land erstrecken. Bald stürzt ein Stückchen Wiese, bald Waldoder Felsgestein ober Lehmwand ober (auf Helgoland!) Sandstein in ' di« Tiefe hinunter und wird alsbald von den Wellen zernagt. Die große Oefsentlichkeit pflegt auf derartige Vorkommnisse kaum zu achten, ja, sie erfahrt nicht einmal davon und wird nur dann einmal aufmerksam, wenn irgendein bekannter, bei den Touristen und sommerlichen Badegästen berühmter Pmckt von dem Unheil betroffen wird. Was alljährlich in ^goland an Land verloren geht, wird vom Publikum kaum jemals veachtet, aber sollte eines Tages der bekannte „Mönch" oder das Nord- io Ed mit einem Schlage die gesamte deutsche ^ent chkcü auf die Tribute aufmerksam, die unser Küstenland dem zornigen Meere fortgesetzt darbringen muß. h.,rA ’e!lUerEabe °'"em Vierteljahrhundert ein Aufhorchen durch die Kreise der Ostseefreunde. Vor fünfundzwanzig Jahren, im Frühling, fand bei heftigen, Nordsturm eine nicht unbedeutende Siurmklm s Wee statt Diese rannte besonders heftig gegen das berühmte Nott«7 Rügens. Arkona an und brachte dort jene bekannte, „Adlerlwrll-- " nannte Schlucht der Steilküste zum Einsturz, deren Name besonders Schenksndorfs vielgesungenes Lied dem Publikum wohl vertraut a-m? den ist: Auf Arkonas Bergen steht ein Adlerhorst, wo vom Schlag ®ogen ferne Spitze borst". Obwohl in unseren Tagen an gefährde Steilküsten naturgemäß ein sehr sorgfältiger Küstenschutz unter Auiw? düng bedeutender finanzieller Mittel durchgeführt wird — der Streck , berg auf Usedom ist hierfür eine besonders charakteristische Stelle lassen sich derartige Zerstörungen bemerkenswerter Punkte der Küste ni*i völlig vermeiden. Schmerzlicher noch als ber Verlust bes „Adlertwrb' wog die Einbuße, die die dänische Insel Möen am Weihnachtstaq M m einem außergewöhnlich schweren Sturm erlitt. Die Ostufer dieser IM sind durch eine Großartigkeit der Kreidefelsen ausgezeichnet, die um 6Ü Vielfaches über das hinausgeht, was die Insel Rügen mit ihrem h, rühmten Königsstuhl und ihren Wissower Klinken darbietet. Der fto, Zeste Schmuck des Möener Kreidegebirges und sein höchster Punkt woi nun bis 1868 ein Felsen, der dem machtvollen „Bronnongeftolen" (@s, nigsstuhl) aufgesetzt war, „Königin Margarethes Auge" genannt Die!« Spitze stürzte im genannten Weihnachtssturm ins Meer. In die em Iah . hundert fand auf Möen am 5. November 1905 ein anderer bemerken?, werter Einsturz in ber großartigen Kreibemauer ber Küste statt. Sie Gesamtwirkung solcher Vorgänge tritt zumeist nur bort zutaae wo man ausnahmsweise in ber Lage ist, die Wirkung des Annagens de, Küste im Laufe von mehreren hundert Jahren zu verfolgen. Die charakteristischste Stelle dieser Art ist das schon genannte Kap Arkona. hiei stand ehedem, sechzig Meter hoch über dem Meer, das höchste Heiligtum der Wenden, der großartige Swantewit-Tempel, den die Dänen auf ihren verschiedenen Kriegszügen gegen die heidnischen Wenden der pomiiiev schen Küste am 15. Juni 1168 eroberten und niederbrannten. Noch weis! das Gelände Spuren jener berühmten Tempelanlagen auf, besonders einen erheblichen Teil des ehemaligen Tempelwalls. Aber man Dermal auch zu erkennen, daß in den 760 Jahren, die seit jenem kriegerischen Ereignis verflossen sind, der größere Teil des kreisförmigen Tempelwalls und dazu der Boden, auf dem das Hauptheiligtum mit dem Götzenbild selber stand, ins Meer gestürzt ist: die Enden des nicht mehr zur Halste vorhandenen Walles hängen über den leeren Abgrund. An solchen Stellen ahnt man, wie stark der Landverlust der Küsten in einigen hundert fahren ist. Eine ähnliche Vorstellung gewährt der berühmte Königs-1 stuhl auf Stubbenkammer. Nach Friedels Feststellungen trägt diese, ein Hünengrab, und es kann wohl kaum zweifelhaft sein, daß diese- Grab dereinst in grauer Vorzeit im tiefen Waldesfrieden, nicht an der offenen Küste angelegt worden ist. Allmählich aber hat sich das Meer soweit in das Land hineingefressen, daß das Grad jetzt auf die Ostsee hinausblickt und in abermals einigen Jahrhunderten voraussichtlich darin versinken wird.