kam er itis dem 8as war eton der rkte, daß Gesicht, an, sich 'd weich, ekennen, pflegen, könntest k>e ihres n ersten , endlich vor den ^scheinen n halten Augen- attin in willen" eder die t ihres kend. | Uhr ist n überhin sind Direktor >le ohne hat in h einen bt und umge- wd Sie es nach c Name em mit Kusine t durch nis er- var, in ses mit >n und Tilli g mal, ie Ver- einver- ... C5 hr den e Ver- n eins t. Und n biß- - nicht 0- t ernder Stelle braut' Jaffer- chen. GietzenerZamilienblatter Unterhaltungsbeilage Zum Gießener Anzeiger )ihrgangM8^^ vieHtag, den Das verlassene Mägdlein Von Eduard M ö r i k e. Früh, wann die Hähne krähn, eh' die Sternletn verschwinden, muß ich am Herde stehn, nuiß Feuer zünden. Schön ist der Flammen Schein, es springen die Funken; ich schaue so drein, in Leid versunken. Plötzlich, da kommt es mir, treuloser Knabe, daß ich die Nacht von dir geträumet habe. Träne auf Träne dann stürzet hernieder, so kommt der Tag heran — o ging' er wieder! Der tolle Invalide auf dem Fort Natonneau. Von Ludwig Achim von Arnim. fn. * iwvh um em zmnen cwgeorannt war. ant weil der große Schluß, das Aufste gen von taufe dnn. - ^'?b'hnngskraft beflügelte und entflammte, bemerkte ei Hirn LQU? leivaus ber Jüche holte, war alles gelöscht, und die Leute fllcirfi Dnn, V1: _ ,e arme Frau triefte vom Wasser, sie konnte sich nicht Welor nJk- c^en erholen, der Kommandant ließ ihr seinen warmen hangen und ein Glas starken Wein reichen. Die Frau wollte Graf Duranoe, der gute alte Kommandant von Marseille, saß einsam stierend an eurem kalten Oktoberabend bei dem schlecht eingerichteten Kamine seiner prachtvollen Kommandantenwohnur.a und rückte immer naher und naher zum Feuer, während die Kutschen zu einem großen 'n der Straße voruberrollten und sein Kammerdiener Basset der zugleich sein liebster Gesellschafter war, im Vorzimmer heftig schnarchte. „Auch im südlichen Frankreich ist es nicht immer warm," dachte der alte 6frr und schüttelte mit dem Kopfe, „die Menschen bleiben auch da nicht MiTm fUhn9’ 9m.er ble lc?.!,Qtie gesellige Bewegung nimmt so wenig Rück- ch! auf das Alter, rote die Baukunst auf den Winter." Was sollte er der yVi ' Invalide^ die damals (während des Siebenjährigen Krieges) die Besatzmig von Marseille und seiner Forts ausmachten, mit seinem hoizernen Beine auf dem Balle, nicht einmal die Leutnants seines Regi- ments waren zum Tanze zu brauchen. Hier am Stamme schien ihm da- 8>gen sein hölzernes Bem höchst brauchbar, weil er den Basset nicht wecken mochte, um den Vorrat grüner Olioenäste, den er sich zur Seite Hai e hinlegen lassen, allmählich in die Flamme zu schieben. Ein solches d uer hat großen Reiz; die knisternde Flamme ist mit dem grünen Laube S l.od,rn’ halb brennend, halb grünend, erscheinen die Blätter wie verliebte Herzen. Auch der alte Herr dachte dabei an Jugendglanz nb vertiefte sich in den Konstruktionen jener Feuerwerke, die er 'sonst be" angeordnet hatte, und spekulierte aus neue, noch mannigfarfjere Farbenstrahlen und -drehungen, durch welche er am Ge- rtstage bcs Königs die Marseiller überraschen wollte. Es sah nun nerer m seinem Kopfe als auf dem Balle aus. Aber in der Freude des S'ey l^oit alles strahlen, saufen, prasseln, dann wieder alles ! nML„“er wroße leuchten sah, hatte er immer mehr Olivenäste ins Feuer aiw ff md)t d.emertt, daß sein hölzernes Bein Feuer gefangen 1 / UHU fcbon MHI PIN 7^1*. Hoti nfinßfc rn n n 4 mav fC f - _..r ' war mir jetzt, als ob eine lajtige« Flügeldecken über meine Augen ~ • r —Ichkoslen, und ich gehörte mir nicht mehr gnn| TOem Herz verzweifelte, und ich mußte lachen. „Hörst du, der Teusel lacht schon aus dir! sagte die Mutter und ging triumphierend fort, wahrend ich ohnmächtig niederstürzte. Als ich wieder zu mir ge- I nidlts nehmen und schluchzte nur über ihr Unglück und bat den I Kommandanten mit ihm einige Worte insgeheim zu sprechen So schickte er seinen nachlässigen Diener fort und setzte sich sorgsam in ihre Räbe | S ®iann'. fagte sie in einem fremden, deutschen Dialekte des I schon „mein Mann kommt von Sinnen, wenn er die Geschichte L K Der" Zn 7 ihm der Teufel sicher wiederÄ I t t -ü s.cir Kommandant fragte nach dem Manne und die ltrnn I >hm, daß sie wegen eben dieses ihres lieben Mannes zu ibm ae- I tommen, ihm einen Brief des Obersten vom Regiment Pikardie zu über« bringen. Der Oberst setzte die Brille aus, erkanMe das Wappen seines I knoUgtnf3 iiUnb .bur<^t.'t'f das Schreiben, dann sagte er: „Als7 Sie sind R°I°iie, eine geborene Demoiselle Lilie aus Leipzig die bin ©er- 5in° ncf'' rSrancoeur geheiratet hat, als er, am Kopf verwundet in Leiv- ^ibre9 CFlfe9rnn um 6ie'. das ist eine seltene Liebe! Was waren i hl>re>,b c2!’ legten die Ihnen kein Hindernis in den Weg? Und was ! hcLrun” Ai)r Mann für scherzhafte Grillen als Folge feiner Kopfwunde hrnnft bs* ÄS Felddienste untauglich machen, obgleich er als der mÄ'.Unb 9äd,,?tefte Sergeant, als die Seele des Regiments geachkt I n™rfce} Q— „©nabiger Herr," antwortete die Frau mit neuer Betrübnis I 9* ble Don allem dem Unglück, ich habe meinen Unglücklich gernao)t und nicht jene Wunde; meine Liebe bat den nm* h nr-'n? .^bdracht und plagt ihn und verwirrt feine Sinne Statt ibm n«ST17/7 -U verzieren, fängt er zuweilen an, ihnen ungeheure I 'ch" vom Teufel e>ngegebene Sprünge vorzumachen und verlavat haft ber Sdirerf innaü’!nßtr<’h' °fb7 er e> rn? Zi b h?e■ ■f?crIen we'sk Zerstreut, die meine Mutter besuchten und -iniam ^asarbjpiele heimlich spielten; wir lebten zu ihrem Aerger lehr einsam, freund und Feind waren ihr darum gleich verhaßt ich durfte keinem eine Gabe bringen, der verwundet ober hungrig vor dem häufe norubergmg. Das tat mir sehr leib, und einstmals W ich ganz allein und besorgte unser Mittagessen, als viele Wagen mit Verwundeten var. überzogen, die ich an der Sprache für Franzosen erkannte die von den Preußen gefangen worden. Immer wollte ich mit dem fertigen Essen zu lenen hinunter doch ich fürchtete die Mutter, als ich aber Franccheur mtt verbundenem Kopfe auf dem letzten Wagen liegen aefeben do mein im »'chk. wi- mir geschah; die Mutter war vergesffn iL'nahm ©uÄb n>°ht ' smbAe abzuschließen, eilte ich dem Wagen nach " b'tHin?r^ltr9 5rf) fa"b er war schon abgestiegen; dreist redetL U e^6r» un wußte dem Verwundeten gleich das beste Strohlager zu erstehen. Und als er darauf gelegt roeldie ©Clinton Notleidenden die marine Suppe zu reich/nf Er9 wurde m^nikr st. 5 ugen und schwor mir, daß ich einen Heiligenschein um meinen Kovk trage. 3d) antwortete ihm, das fei meine Haube, die sich jm eiligen Bemühen um ihn aufgefchlagen. Er sagte, der Aeiliaenfdiein fnmmo uc“ “''u nicm oemertt, Daß sein hölzernes Bein Feuer gefangen | und hätte" e" meln^Hem nichf"sckon^°a^^ .f,on.rde, gar nicht vergessen, und schon um ein Drifteis abgebrannt war. Eist jetzt, als er aus- I ken müssen " — ffin ^valires «in tj-1 'S, ^[,5 ,es 'hm dafür schenken. wollte, weil der große Schluß, das Aufste gen von tausend Ra- baut und Rosalie fahrt“fnrf- C JJ,Jrf)on<>s ®orttl.. sagte der Komman- Jti »"»!!• «>. In- I toben», I* ta» lbn ’mmet elf>l^"n-",ll blbmpl,®™6» nidP'Ue trS weine Mutter scheltend und fluchend ein; ich kann weh' nachsagen, wie sie mich nannte, ich schämte mich auch nicht denn eLn’mnfih> bmVd,r fSUIb.,os war und daß er Böses nicht glauben würde. Sic wollte mich fortreißen, aber er hielt mich fest und sagte ihr daß ßefid'ir rmeL roaTOn,tt'^ trlige ichon seinen Ring. Wie verzog sieh bas ®ef d)t meiner Mutter, mir war es, als ob eine Flamme aus ihrem Halse brenne, und ihre Augen kehrte sie in sich, sie sahen ganz weiß aus; sie verstuchte mich und übergab mich mit feierlicher Rede dem Teufel. Und wie so ein heller Schein durck) meine Augen am Morgen gelaufen, als ich Francoeur gesehen, so mnr mir «.u __ schwarze Fledermaus ihre durchsichtigen F legte; die Welt war mir halb verschlossen, komme«, wagte Ich nicht, zu ihr zu gehen und den Verwundeten zu »erlassen, auf den der Vorfall schlimm gewirkt hatte; ja, ich trotzte heimlich der Mutter wegen des Schadens, den sie dem Unglücklichen getan. Erst am dritten Tage schlich ich, ohne es Francoeur zu sagen, abends nach dem Hause, wagte nicht anzukiopfen, endlich trat eine Frau, die uns bedient hatte, heraus und berichtete, die Mutter habe ihre Sachen schnell verkauft und sei mit einem fremden Herrn, der ein Spieler sein sollte, fortgefahren, und niemand wisse wohin. So war ich nun von aller Welt ausgestoßen, und es tat mir wohl, so entfesselt von jeder Rücksicht, in die Arme meines Francoeur zu fallen. Auch meine jugendlichen Bekanntinnen in der Stadt wollten mich nicht mehr kennen, so konnte ich ganz ihm und seiner Pflege leben. Für ihn arbeitete ich; bisher hatte ich nur mit dem Spitzenklöppeln zu meinem Putze gespielt, ich schämte mich nicht, diese meine Handarbeiten zu verkaufen, ihm brachte es Bequemlichkeit und Erquickung. Aber immer muhte ich der Mutter denken, wenn seine Lebendigkeit im Erzählen mich nicht zerstreute; die Mutter erschien mir schwarz mit flammenden Augen, immer fluchend vor meinen inneren Augen, und ich konnte sie nicht loswerden. Meinem Francoeur wollte ich nichts sagen, um ihm nicht das Herz schwer zu machen; ich klagte über Kopfweh, das ich nicht hatte, über Zahnweh, das ich nicht fühlte, um weinen zu können, wie ich muhte. Ach, hätte ich damals mehr Vertrauen zu ihm gehabt, ich hätte sein Unglück nicht gemacht; aber jedesmal, wenn ich ihm erzählen wollte, daß ich durch den Fluch der Mutier vom Teufel besessen zu sein glaubte, schloß mir der Teufel den Mund, auch fürchtete ich, daß er mich dann nicht mehr lieben könne, daß er mich verlassen würde, und den bloßen Gedanken konnte ich kaum überleben. Diese innere Qual, vielleicht auch die angestrengte Arbeit zerrüttete endlich meinen Körper, heftige Krämpfe, die ich ihm verheimlichte, drohten, mich zu ersticken, und Arzeneien schienen diese Uebel nur zu mehren. Kaum war er hergestellt, so wurde die Hochzeit von ihm angeordnet. Ein alter Geistlicher hielt eine feierliche Rede, in der er meinem Francoeur alles ans Herz legte, was ich für ihn getan, wie ich ihm Vaterland, Wohlstand und Freundschaft zum Opfer gebracht, selbst den mütterlichen Fluch auf mich geladen; alle diese Not müsse er mit mir teilen, alles Unglück gemeinsam tragen. Meinem Manne schauderte bei den Worten, aber er sprach doch ein vernehmliches Ja, und wir wurden vermählt. Selig waren die ersten Wochen, ich fühlte mich zur Hälfte von meinen Leiden erleichtert und ahnte nicht gleich, daß eine Hälfte des Fluchs zu meinem Manne übergegangen sei. Bald aber klagte er, daß jener Prediger in feinem schwarzen Kleide ihm immer vor Augen stehe und ihm drohe, daß er dadurch einen so heftigen Zorn und Widerwillen gegen Geistliche, Kirchen und heilige Bilder empfinde, daß er ihnen fluchen müsse, und wisse nicht warum, und um sich diesen Gedanken zu cntschlagen, überlasse er sich jedem Einfall, er tanze und trinke, und so in dem Umtriebe des Bluts werde ihm besser. Ich schob alles auf die Gefangenschaft, obgleich ich wohl ahnete, daß es der Teufel sei, der ihn plage. Er wurde ausgewechselt durch die Vorsorge seines Obersten, der ihn beim Regiment wohl vermißt hatte, denn Francoeur ist ein außerordentlicher Soldat. Mit leichtem Herzen zogen wir Leipzig und bildeten eine schöne Zukunft in unseren Gesprächen aus. Kaum waren wir aber aus der Not ums tägliche Bedürfnis zum Wohlleben der gut versorgten Armee in die Winterquartiere gekommen, so stieg die Heftigkeit meines Mannes mit jedem Tage, er trommelte tagelang, um sich zu zerstreuen, zankte, machte Händel, der Oberst konnte ihn nicht begreifen; nur mit mir war er sanft wie ein Kind. Ich wurde von einem Knaben entbunden, als der Feldzug sich wieder eröffnete, und mit der Qual der Geburt schien der Teufel, der mich geplagt, ganz von mir gebannt. Francoeur wurde immer mutwilliger und heftiger. Der Oberst schrieb mir, er sei tollkühn wie ein Rasender, aber bisher immer glücklich gewesen, seine Kameraden meinten, er fei zuweilen wahnsinnig, und er fürchte, ihn unter die Kranken oder Invaliden abgeben zu müssen. Der Oberst hatte einige Achtung gegen mich, er hörte aus meine Vorbitte, bis endlich seine Wildheit gegen den kommandierenden General dieser Abteilung, wie ich scholl erzählte, ihn in Arrest brachte, wo der Wundarzt erklärte, er leide wegen der Kopfwunde, die ihm in der Gefangenschaft vernachlässigt worden, an Wahnsinn und müsse wenigstens ein paar Jahre im warmen Klima bei den Invaliden zubringen, ob sich dieses liebet vielleicht ausscheide. Ihm raube gesagt, daß er zur Strafe wegen seines Vergehens unter die Invaliden komme, und er schied mit Verwünschungen vorn Regiments. Ich bat mir das Schreiben vom Obersten aus, ich beschloß, Ihnen zutraulich alles zu eröffnen, damit er nicht nach der Strenge des Gesetzes, sondern nach seinem Unglück, dessen einzige Ursache meine Siebe war, beurteilt werde, und daß Sie ihn zu seinem Besten in eine kleine, abgelegene Ortschaft legen, damit er hier in der großen Stadt nicht zum Gerede der Leute wird. Aber, gnädiger Herr, Ihr Ehrenwort darf eine Frau schon fordern, die Ihnen heute einen kleinen Dienst erwiesen, daß Sie dies Geheimnis seiner Krankheit, welches er selbst nicht ahnet und das seinen Stolz empören würde, unverbrüchlich bewahren." — „Hier meine Hand," ries der Kommandant, der die eifrige Frau mit Wohlgefallen angehört hatte, „noch mehr, ich will Ihre Vorbitte dreimal erhören, wenn Francoeur dumme Streiche macht. Das Beste aber ist, diese zu vermeiden, und darum schicke ich ihn gleich zur Ablösung nach einem Fort, das nur drei Mann Besatzung braucht. Sie finden da für sich und Ihr Kind eine bequeme Wohnung, er hat da wenig Veranlassung zu Torheiten, und die er begeht, bleiben verschwiegen. Die Frau dankte für diese gütige Vorsorge, küßte dem alten Herrn die Hand, und er leuchtete ihr dafür, als sie mit vielen Knicksen die Treppe hinunterging Das wunderte den alten Kammerdiener Basset, und es fuhr ihm durch den Kopf, was feinem Alten ankomme: ob der wohl gar mit der brennenden Frau eine Liebschaft gestiftet habe, die seinem Einflüsse nachteilig werden könne. Nun hatte der alte Herr die Gewohnheit, abends im Bette, wenn er nicht schlafen konnte, alles, was am Tage geschehen, laut zu überbenfen, als ob er dem Bette seine Beichte hätte abstatten müssen. Unb mähend nun die Wagen von Balle zurückrollten und ihn wach erhielten, lauerte Basset im andern Zimmer unb Härte die ganze Unter- rebunr, bie ihm um so wichtiger schien, weil Francoeur fein Landsmann und Regimentskamerad gewesen, obgleich er viel alter als Francoeur war. Unb nun bachte er gleich an einen Mönch, ben er kannte, ber schon manchem ben Teufel ausgetrieben hatte, unb zu bem wollte er Fran- coeur halb hinführen; er hatte eine rechte Freude am Quacksalbern und freute sich einmal wieder, einen Teufel austreiben zu sehen. Rosalie hatte, sehr befriedigt über den Erfolg ihres Besuchs, gut geschlafen; sie kaufte am Morgen eine neue «schürze unb trat mit biefer ihrem Manne entgegen, ber mit entsetzlichem Gesänge seine müden Invaliden in die Stadt führte. Er küßte sie, hob sie in die Lust und sagte ihr: „Du riechst nach dem trojanischen Brande, ich habe dich wieder, schöne Helenal" — Rosalie entfärbte sich und hielt es für nötig, als er fragte, ihm zu er. öffnen, daß sie wegen der Wohnung beim Obersten gewesen, baß diesem gerade das Bein in Flammen gestanden und daß ihre Schürze oer- brannt. Ihm war es nicht recht, daß sie nicht bis zu seiner Ankunft gewartet habe, doch vergaß er das in tausend Späßen über bie bren- nenbe Schürze. Er stellte darauf feine Leute dem Kommandanten vor, rühmte alle ihre leiblichen Gebrechen unb geistigen Tugenden so artig, baß er des alten Herrn Wohlwollen erwarb, der so in sich meinte: die Frau liebt ihn, aber sie ist eine Deutsche unb versteht keinen Franzosen; ein Franzoie hat Immer ben Teufel im Leibe! — Er ließ ihn ins Zimmer kommen, um ihn näher kennenzulernen, fanb ihn im Befestigungswesen wohlunterrichtet, unb was ihn noch mehr entzückte: er fanb in ihm einen leibenschaftlichen Feucrkünstler, der bet seinem Regiments schon alle Arten Feuerwerke ausgearbeitet hatte. Der Kommandant trug ihm feine neue Erfindung zu einem Feuerwerke am Geburtstage des Königs vor, bei welcher ihn gestern ber Beinbranb gestört hatte, unb Francoeur ging mit funkelnder Begeisterung darauf ein. Nun eröffnete ihm der Alte, daß er mit zwei andern Invaliden bie kleine Besatzung bes Forts Ratonneau ablösen sollte, dort sei ein großer Pulvervorrat, unb dort solle er mit feinen beiden Soldaten fleißig Raketen füllen, Feuerräder drehen und Frösche binden. Indem der Kommandant ihm den Schlüssel des Pulverturms und das Jnventarium reichte, fiel ihm bie Rede der Frau ein, unb er hielt ihn mit ben Worten noch fest, „Aber Euch plagt boch nicht ber Teufel, unb Ihr stiftet mir Unheil?" — „Man barf den Teufel nicht an bie Wand malen, sonst hat man ihn im Spiegel," ant> wartete Francoeur mit einem gewissen Zutrauen. Das gab dem Kommandanten Vertrauen, er reichte ihm die Schlüssel, das Jnventarium und den Befehl an bie jetzige kleine Garnison auszuztehen. So wurde er entlassen, und auf dem Hausflur fiel ihm Basset um den Hals, sie hatten sich gleich erkannt und erzählten einander in aller Kürze, wie es ihnen ergangen. Doch weil Francoeur an große Strenge in allem Militärischen gewöhnt war, so riß er sich los und bat ihn auf den nächsten Sonntag, wenn er abkommen könnte, zu Gast nach bem Fort Ratonneau zu dessen Kommandanten, ber er selbst zu sein bie Ehre habe. Der Einzug auf dem Fort war für alle gleich fröhlich, bie abziehenden Jnvaliben hatten bie schöne Aussicht auf Marseille bis zum Ueberdruß genossen, und die einziehenben waren entzückt über bie Aussicht, über das zierliche Werk, über bie bequemen Zimmer unb Betten; auch kauften sie von ben Abziehenben ein paar Ziegen, ein Taubenpaar, ein Dutzend Hühner unb bie Kunststücke, um in der Nähe einiges Wild in aller Stille belauern zu können; denn müßige Soldaten sind ihrer Natur noch Jäger. (Fortsetzung folgt.) Dalmatinischer Herbst. Von Anton Schnack. Er steigt wie ein kaum wahrnehmbares mildes Erschauern aus den Berqklüften. Die Sonne, die einen Bogen heißer Feuer verschwendete, glüht von Tag zu Tag matter unb verhaltener, als hielte ein Niese ein milchiges Glas zwischen ihr unb ber Erbe empor. Im engen steinigen Bergweq kocht sie nicht mehr so inbrünstig unb ber Schatten ber Mauer ist früher da. lieber ben Inseln verraucht ein violetter Dunst. Wie schla- fenbe Tiere gehen sie in ber Dämmerung unter. Das Meer! Das Meer wird bald allein {ein. Das bünnarmige unb weißhäutige deutsche Kinberfräulein sitzt nicht mehr auf ber riesigen W penkanzel, voll Nirwana unb Schwärmerei, wenn bie Silberspur einer Möve ben glasblauen Meerspiegel burchschnitt. Die schwarzen Seeigc, an Felsblöcke unter Wasser geklammert, werben keine Stachelspitzen Myr in bie rosanen Fußballen brauner Balkantöchter verlieren. In ber sp>e e - ben Hanb bes Knaben klirrten rostrote unb schwefelgelbe ■ ber rinnende, hin- und herbewegte Sand hat sie zugedeckt. Wo nod) Fußspur einer Nymphe am Strande stand, schlägt die Welle doruo , ruhelos, rastlos und unbarmherzig bis keine Spur mehr sichtbar «st. Die flimmernden Brokatfische und die blutroten Quallen sind all * Es kommen wieder Wolken. Seit Monaten waren keine zu W». Schwarze, graue, fahle, durchbrochene unb orangegetigerte Wolkeiw ziehen jetzt aus ben Bergen in bas Meer hinaus. Unb manchmal t auch vom Meere her Wolken an bie Küste. Traumreiches »ptei i gründen: woher bie Wolken kommen, Wolken aus Sizilien, Wo.kc Tunis unb Algier, Wolken aus bem Golf von Sorrent ober aus Tälern bes Aetna? Sie ziehen hinweg, nur ein wenig Regen ist a i graue Steinterrasse gefallen. . Manchmal streift am Nachthorizont bes Meeres ein Gewitter en s> Ich höre es nicht rollen. Ich sehe nur einen roten hochgeworfene > hinter ben Wolkenbänken. Aber es kommt nicht herein in da ” laugte, von ber Hitze gesprungene Berglanb. Wenn bie Gerauter reitet ber Herbst mit. Der Sommer kennt keine ^egengu||e. ' [0 nur eine golbene Abenbraolke, unb wenn es über ben Wassern ist cs bie Feuerspur eines fallenden Sternftücfes. iechen- Das Meer wirb seltsam ruhig. Ein Segelschiss mit Holz nach , ^cin lanb liegt seit Stunben unbewegt vor der Küste. Schloss bie s • M Windhauch treibt cs an, unverrückbar, nicht einmal sihwan ■ancoeur '«r schon r Iran, em und Rosalie äsen: sie Manne t in die >u riechst mal" i zu er- B diesem rze ver- Ankunft iie breuten vor, so artig, inte: die anzosen; Zimmer rgswesen in ihm ite schon trug ihm 5 Königs rancoeur ihm der es Forts and dort merraber Schlüssel liebe bet uch plagt darf den Set," ant- an Kom- üum und vurbe er sie hatten es ihnen Militari. nächsten t Naton< habe, ziehenden ieberdruß über bas rüsten sie Dutzend ler Stille nur nach aus den hwenbeie, Riese ein steinigen er Mauer Wie schla- mige und gen Kippur einer , Seeigel, tzen mehr >r spielen- ielschalem । noch die darüber, ir ist- , nd allein. zu sehen, lkenballen al treiben iel zu er- ölten aus aus den st aus die r entlang, en Schein is ausge- kommen, Nanchm« blitzt, so chen sucht. Danach aber winselt er kläglich Men, die die Mutter rufen. Er macht eine P< Triest und von Susak kommen, find fast leer. Auf einem fahre ich aus dem Hafen von Gravosa ... We,ße Villen bleiben am Ufer stehen und ftnö geschlossen. In einer wohnte ich den ganzen Sommer lang und sah die Schisse und die Barken ein- und ausfahren. Aber jetzt fahre ich daran vorbei und das weiße einsame Haus verschwindet mit dem User. ■Kur der Weingang mit den grauen venezianischen Säulen glüht mir "ach bis dos Schifs hrnter den grünen Inseln verschwindet. Siefen Abend wird Carmen, auf dem Korso hin- und hergehend, das weiße Tuch über der fröstelnden Vogelschulter, vielleicht nicht lächeln ... Markwart, der Häher. Von Hans von der Nord mark. «s,®ie Mm Fluge bereiter Vogel Über der schillernden und glatten Flache. Die Schissskneckte liegen unter den Rahen und schlafen Sie massen warten bis zum Abend. Die kühlere Luft, auf die die Dämmerung die^glückllche"Fahrt hereinbricht, bringt Bewegung und ihnen ♦ Ich gehe täglich eine Gartenmauer entlang: immer liegt sie voll vom entzweigeschnittenen Fruchtfleisch der Tomaten. Auch dies erinnert an b!,nd?erb£- Bl.e S-igen kann ich von der Terrasse aus herüberbiegen und pf1ue Steintreppe und verspritzen ihr rotes körniges Herz. » Hallerinnen kommen im Fahlgrau des Morgens wie weiland Mutter Maria auf Eselinnen aus den Dörfern durch die zwei Tore in die Stadt geritten. Vor ihnen schwankt der Tragkorb, in dem sie Trauben aus den Weingarten zum Markte bringen: weiße Trauben, rote Trauben, schwarze Trauben, funkelnde Goldkugeltrauben. Baechus reitet mit ihnen unb aus dem Berabusch rauscht die Dryade mit einem Evoe auf den Sippen. Durch das Gestein steigt die Hirtin mit einer Schar langhaariger Zwergziegen empor und verschwindet im glühenden Herbstgehölz. » Madame Pitarewitsch beginnt nun an den Nachmittagen Klavier zu spielen. Es ist ihr Gesetz: Herbst und Winter sind für das Klavierspiel — unb auch für die Liebe. 1 '.i^" '^^ndheißen Sommernachmittagen lag sie am Strande im rofafeibenen Bademantel. Aber jetzt jagen ihre Hände Hunderte von Etuoenperlchen in den fünften und angenehmen Tag. Und um die Mit- tagszeit kommt ein schwarzer, zähnesletschender Dalmatiner mit einem „Luon glorno ins Haus küßt die klaviertrunkene Hand von Madame und spielt mit falschem Griff zu ihrem Spiel die Geige. Oh unseliger Toselli, furchtbares Ave Maria, beklagenswerter Grieg, der Teufel hole auch das blaue Himmelbett aus „Frasguita". ’ Der arme Hund an der Kette fängt an zu rasen. Aber Madame ist unbannheizig; denn der Herbst ist da. Und manchmal wird es still im t:sm°a5 Liebe. Denn auch die Liebe beginnt im Herbst. Sür bie Monate Juni Juli, August haben sie an der Küste das Sprichwort. Trinke Wein und lasse die Frauen! Vormittags sitzt Madame stundenlang am Fenster, an dem noch die Geranien blühen. Unermüdlich häkelt sie Jagdtaschen: denn ihr Nimrod wlu in Die Berge gehen. Die Äagd auf Steinhühner ist gekommen. ♦ Ich schaue von der Terrasse in den gestirnten Himmel. Ein hohler sausender Bergwind fährt mich an. y u , .Melancholie überfüllt mich. Abreisen? Dableiben? Im Norden ist viel- leicht fdjon Schnee. Hier sterben mir die Tage sanft dahin, die Sonne wirb nictji ganz verschwinden, nur der kühlere Luftzug sagt mir, daß der Sommer geschwunden ist. Die Glyzinien blühen zum zweitenmal, etwas zu Kelch ^ruch geworden, auch die Biene fliegt noch von Kelch .. Dw Stühle im Cafe Dubravka sind nicht mehr alle besetzt. Zwar sind die Platanen, unter denen sie stehen, noch grün, aber manchmal fallt mit fd)iefem Flug ein Blatt. Ich liebe die gefallenen Blätter. Sie sind auf ßen Stuhl gefallen, auf dem in den Sommermonaten jeden Abend bas traumaugige Mädchen aus Sarajewo saß und kühles Eis aus einer ^U..!?'felte. Sie ist nicht mehr da. Auch das ist Herbst. Leise tanzen bie Blatter tm Windstoß über die hohe Mauer in das Meer hinaus Die großen grauschwarzen Seeschwalben, die ihre Nester in den Sufle" der Mauern und in den Löchern der Häuser hatten, sind über Jtadjt verschwunden. Von ihrem schrillen Geschrei war der Strabone er- W, wenn der Sommerabend violett barüberlag. Ihre Vogeijagd schnitt Mnell und sausend um die Steingewalt der Zürnte. Sie sind südwärts weitergeflogen und ihre sausende Wolke wird jetzt vielleicht den glimmenden Sudan ubergueren. * Der Granatapfel reift. Wie rote Glasperlen liegen seine Kerne ringel- «t-2 ns”” Alleren Fleisch. Aber der Dleanberbaum blüht noch immer, om Berggeholz leuchtet die violette Seide der baumförmigen Heide. Bald wiro auch bet blaue Stern des Rosmarin erstrahlen. Das ist zur Zeit, öffnet QUT bCn beul^en Wiesen die Herbstzeitlose ihre bleichen Slugen Wie ein Traum versinkt die Insel Lakroma im braunen Abendschatten. MC dunkelhautige Carmen erscheint im weißen Tuch auf dem Abend- Dubravka. Ihr Lächeln ist noch das gleiche wilde E •uCyeIn bes Sommer, aber ihre zarte wippende Vogelschulter fröstelt, in? ’rV8 ?..a,rm ~ f° scheint es mir, der ich vom Norden kam. Carmen ■1* es schon kühl. Mond hängt seine Sichel fast auf den Meeresspiegel. Ein goldener re.”96" hangt von ihr durch die schwarze Nacht auf das schweigende Meer, ui?,' gleich führt seine Lichtspur in das Jenseits, das vielleicht - oieetene Insel ist. Langsam und unmerklich zerrinnt bas liefe toi-nr rnt n ’hrer Krümmung in einen riesigen Blutstropfen, der ins Vorgebirge n^S n,C^r a's die blitzenden Leuchtfeuer der Sinnen?*3 es Zuweilen als ob ich das Klirren und Schwirren von ffiinb s ren-m meinen Halbschlaf rauschen höre. Vielleicht ist es auch nur es nnA er em®n Stein im Grat der Uferklippe gelöst hat Vielleicht war sig: A. "Ur ein Mädchengeläehter. Vielleicht hat nur ein Tier geschrien, ne* k-e! m s'eh die Nachtluft verändert hat: vor einer Woche drang sie lämt . und schwül, jetzt ist sie kühl geworden und ihre Frische u mir Uber die Haut. ttinüm1 k’.? ®rf)iffe, die gehen, sind voll: blaue Schleier wehen, Hände , Sucher grüßen zum letztenmal zurück. Und die Schiffe, die von ,, Der alte Fuchs aus dem Vrandmoore ist die lange, fülle, fternen- k are Herbstnacht auf den Läufen. Auf der Haferstoppel betreibt er den Mausesang, und als er im Morgengrauen zwischen den Kartoffelreiben auf dem Steinkamp ein geflügeltes Rebhuhn reißt, schmaust er wie ein Feinschmecker und fahrt sich nach dem seltenen Genuß mehrmals mit dem Lecker um den Fang. Inzwischen ist es heller Tag geworden. Er schnellt auf die Läufe, trabt am Kartosselschlage hinab, flitzt durch den Knick, quert die taunasse W ese, verhoffi sichernd am Waldrande, springt auf den Wall ver- schwindet in der Schonung und schnürt zur Lichtung in dem Jung- wuchs, um sich dort den Balg zu trocknen. Er lagert sich vor einem morschen Eichenstubben und läßt sich von der prallen Morgensonne bescheinen. Und wie die Sonnenwärme den Körper durchrieselt, reckt und Ueckt er sich behaglich. Dem Roten ist so wohlig zumute, er gähnt, die M u big ke 11 fern int, unb er nickt zu kurzem Schlaf: es ist ein Hasenschlas, der Eichelhäher laßt ihn nicht ruhen. 1 Wie ein bunter Schmetterling kommt der Markwart in feinem greif- farbigen Narrenkleide dahergeschaukelt. Er fällt in einer Jungeiche nahe her Lichtung ein, sträubt die Scheitelfedern, wippt mit dem Stoße dienert, singt einige liebliche Töne, schrillt einige häßliche Laute und ist dann still, mäuschenstill. Er beäugt das Blattwerk in feiner Nähe und verzehrt drei Raupen. Dann schlüpft er suchend durchs Geäst und erreicht dabei den Rand der Bestandsblöße. ... Der Fuchs hebt verschlafen den Kopf. Der Häher erspäht die ver- dachlige Bewegung, hupst aus einen freien Ast und schaut neugierig hinab auf den farbigen Fleck am Fuße des Stubbens. Er spreizt bie Tolle neigt ben Kops nach rechts und äugt und äugt. Gerade will er wieder bie Raupensucye beginnen, ba hebt der Fuchs den Vorderkörper, legt den Kops auf die Läufe und schielt mit feinen listigen Sehern zur Höhe. _ .yer bunte Prahlhans erkennt den roten Schelm. Erst fährt ihm der Schreck in die Glieder, bann aber flattert er fort und beginnt wütend Z'' lch>mpfen. „Aetsch ... ätsch ... ätsch ... rätsch, rätsch", sh gellf s durch ben Wald, unb der erregte Vogel umkreist lärmend die Lichtung Der Warnruf des Hähers ruft zwei Genossen herbei, und laut unb immer lauter schimpft die Gesellschaft. Der Fuchs erhebt sich und verschwindet dem dichten Bestände. Die Holzschreier aber lärmen noch lange über der jjkfung. ö Schön ist der Tag! Die Sonne funkelt, die Felder dampfen. Wie farbenprächtige Falter gaukeln die beiden Häher nach der Bruchwalduna zurück. Aengstlich und erregt ist ihr unbeholfener Flug. Sie scheuen die ueberquerung der buschlosen Fläche, denn der Habicht ist schnell, und eine Krallen sind schars und greifen ins Leben. Der dritte Krakeeler aber bleibt in der Eichendickung und im angrenzenden Hochholz und beginnt bte unterbrochene Futtersuche. Die Suche ist wenig ergiebig, sie wird ihm langwellig, und er gnarrt unlustig im Selbstgespräch. Dann besinnt er ftd) auf feine Sangesfunft und miaut wie der Bussard. Darauf wechselt er die Stimme und jault sehnsuchtsvoll wie der Kater, der sein Lieb- chen sucht. Danach aber winselt er kläglich wie die Jung- tttzen, die die Mutier rufen. Er macht eine Pause, wechselt den Platz, pfeift wie der Star, flötet wie der Pirol, lacht wie der Specht kreischt harnisch und häßlich, als wenn sich die Teufel balgen, ätscht und ratscht, verlaßt seinen Sitz und gleitet im sicheren Schwebesluge durch das Gewirr der Zweige auf den Walddoden. Er scharrt im Laufe, stochert mit dem Schnabel in ben Moospolstern, pickt einen Käfer, packt einen Wurm, verzehrt eine Schnecke, unb noch eine, unb noch zwei, brei. Dann kommt ihm das 53erla”gen nach anderer Kost, und er flieqt zum Wald- ameisenhaufen am Gestellrande vor hohen, schlagreifen Fichten Der Häher scharrt unb kratzt in ber mulmigen Nadelspreu und pickt eifrig die freigdegten Puppen. Bald aber unterbricht er die Arbeit und )»pft auf die Kuppe des Hügels. Er äugt scheu umher unb knurrt zu- rieben, als sich nichts Verdächtiges regt. Darauf greift er mit bem Parten Schnabel zupfend unter ben linken Flügel, trippelt wieder zum Einschlag und stochert weiter im Genist. Auf dem rasigen Gestell zwischen Busch unb Hochwalb schleicht laut- tos der Forster heran. Er hält den Drilling schußbereit und späht In bie Zwischenräume der Eichenstreisensaat. In ber Dickung steht ein starker -dock, ber ihn ben ganzen Sommer genarrt hat; vielleicht faßt er ihn heute. Der Forstmann verhasst ... rot leuchtet's auf einer Bestands- turfe. Cm starkes Stück Wild ... eine Ricke ift’s; sie zieht mit ihren Kitzen naschend in der Schonung umher. Und wieder geht es vorwärts Schntt für Schritt, und wieder überfliegen bie Augen des Pürfchenden die schmalen Bestandsschneisen. Der Förster prüft jeden Farbenfleck, unb lAon glaubt er, die tiefrote Decke des Ersehnten unter ben überhänqenden AcheuZwetgen zu erkennen, ba stiebt Halbrechts vor ihm ber Häher mit schrillem Angstruf von seinem Hügel, in ber Dickung aber raschelt's unb br.>cht s. Der verärgerte Jäger reißt die Flinte an die Backe und faßt mit der Schrotgarbe den abstreichenden Warner. Wie ein bunter Sappen flattert der Getroffene auf den Waldboden. Die Flügel zucken, ber Kopf pnft kraftlos herab, das Leben flieht aus dem todwunden Körper Der Forster aber schiebt den schmucken Vogel in den Rucksack und bringt ihn semern Uhu, dem Hüttenvogel, der wird ihn kröpfen. Der Hegemeister von Hüttenwald hat ben Eichelhäher viele Jahre in (einem Revier gebulbef und gern bem spaßigen Treiben des Vogels in ^geschlossen, die der Dynamomaschine Jahrzehnt später beleuchteten bereits cksrei, A. Lange, Giehen. Verantwortlich: Dr. Hans Thyriot. — Druck und Verlag: Brllhl'sche Universitäts-Vuch» und Sleindru Licht und Technik. Von Diplom-Ingenieur Dr. Arthur Ham m. Die in der Reichshauptstadl vor kurzem beendete große Veranstaltung „Berlin im Licht" hat die beherrschende Stellung, die die Beleuchtung im Leben des modernen Menschen innehat, uns besonders deutlich vor Augen geführt. Durch die technische Entwicklung eines Jahrhunderts ist die Fülle des auf Erden vorhandenen Lichtes in ungeahnter Weist vermehrt worden. Die trübselige Beleuchtung, die noch zu Goethes Zeiten in kleinen und großen deutschen Städten herrschte, wich im ersten Drittel des vorigen Jahrhunderts der damals als „strahlend" empfundenen Gasbeleuchtung, und die Berliner waren nicht wenig stolz auf ihre fortschrittliche Stadt, als sie vor etwa 100 Jahren die Gasbeleuchtung wenigstens einiger Hauptstraßen einführte. Wie anspruchsvoll wir geworden find, sieht man am besten daraus, daß uns der damals verwendete einfache Gasbrenner fo trübe erscheint, daß wir gegenüber dem Kienspan kaum einen Fortschritt erkennen können. An diesem Zustande änderte sich Jahrzehnte lang nichts, nur daß die Gasbeleuchtung Fortschritte machte, immer mehr Straßen ihrer teilhaftig wurden und sie in die Wohnungen eindrang. Hier wurde ihr freilich von dem um die Mitte des Jahrhunderts entdeckten Petroleum eine recht ernsthaft« Konkurrenz gemacht, da die Gaslampe der Beweglichkeit ermangelte, die die mit Steinöl gefüllte Lampe besaß. Erst als das Jahrhundert sich schon seinem Ende zuneigte, begann die eigentliche technische Entwicklung. Die sechziger Jahre brachten die Erfindung, die die Menschheit stärker umgestalten sollte als vielleicht eine vorher, die Lokomotive nicht ausgeschlossen, die der Dynamomaschine durch Werner Siemens. Ein Jahrzehnt später beleuchteten bereits elektrische Bogenlampen die Leipziger Straße, und bald darauf trat Edison mit der von ihm erfundenen Glühlampe auf den Plan. Jetzt waren all« Vorbedingungen gegeben, um in die Wohnungen eine Beleuchtung zu tragen,' die alles vorher Dagewesene soweit übertreffen sollte, wie Gas und Petroleum den Kienspan: das elektrische Licht trat feinen Siegeszug an. Auf Edisons Namen sind noch heute in Amerika eine große Anzahl der bedeutendsten Elektrizitätswerke getauft, auch in Deutschland wurde eine Deutsche Edison-Gesellschaft gegründet: aus der sich eine deutsche Weltfirma, die Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft entwickelt hat. Sie gründete alsdann ein Elektrizitätswerk, die Berliner Elektrizitätswerk«; die Aera des Lichtes hatte begonnen. Noch ging es freilich langsam vorwärts, Cs war eine sparsame Zeh, in die diese Gründung fiel, von wirtschaftlichem und gesundheitlichem Wert reichlicher Beleuchtung war noch nichts bekannt, Licht war mehr oder weniger Luxus, vor allem das elektrische. Naturgemäß war es im Anfang« teuer. Die wenigen vorhandenen Elektrizitätswerk« erzeugten nur des Abends den Strom für die häusliche Beleuchtung, tagsüber hatten sie so gut wie nichts zu tun, mußten aber trotzdem wenigstens eine Maschine laufen lassen, um den zufälligen Ansprüchen der Abnehmer zu genügen. So dauerte es lang«, bis das Vorurteil, elektrisches Licht sei nur für die Reichen da, überwunden werden konnte. Zudem machte in den neunziger Jahren die Erfindung des Glühstrumpfes durch Auer von Welsbach dem elektrischen Lichte einen kaum zu schlagenden Wettbewerb. Freilich brachten diese neunziger Jahre auch dem elektrischen Lichte einen großen Fortschritt, und derselbe Auer von Welsbach fand die Verwendung der schwer schmelzbaren Metalle in der Glühlampe als Leuchtfaden, die die Lichtausbeute im Handumdrehen auf das Dreifache steigert«. Freilich war schon früher versucht worden, das Platin al, Leuchtfaden zu verwenden, aber diese Bemühungen waren erfolglos geblieben; Edisons Kohlefaden schlug alles aus dem Feld. Nachdem aber einmal Auer von Welsbach den Weg gezeigt hatte, jagten sich die Erfindungen. Das von ihm verwendete Osmium war nicht besonders geeignet, besser schon war das Tantal, das Siemens und Halske einführten, am besten aber war Wolfram, ein äußerst hartes und schwer zu bearbeitendes Material, das schließlich von allen Seiten angenommen wurde. Welche Schwierigkeiten dabej zu überwinden waren, davon macht sich kaum jemand einen Begriff. Während man aus allen Metallen Drähte, oft ganz beliebiger Feinheit Herstellen kann, ist das bei Wolfram nicht möglich, es ist zu hart und zugleich zu spröde dazu. Zunächst half man sich so, daß man das Metall pulverisierte, es mit irgendeinem Bindemittel zu einer zähen Paste anrührte und diese dann aus feinen Süfen als Faden spritzte. Wurde schließlich das Bindemittel verbrannt, so blieb ein metallener Faden übrig, der freilich nicht allzuviel Zusammenhalt hatte und sehr brüchig war. Der wissenschaftlich-technischen Forschungsarbeit gelang es aber schließlich doch, den Widerstand der Materie zu über- winden; Wolfram mußte sich zu Draht ziehen lassen und die Konstruktion der Metalldrahtlampe beschloß eine Periode gewaltigen lichttechnischen Fortschrittes. Man macht sich kaum ein Bild davon, wie auf die damalige Zeil diese in kurzen Zwischenräumen aufeinanderfolgenden Fortschritte wirkten. Wer damals alle seine Glühlampen gegen die neuen Metallfadenlampen auswechselte, konnte bei gleicher Beleuchtungsstärke seine Stromrechnung auf ein Drittel herabsetzen. Manche kurzsichtigen Leiter von Elektrizitäts- werken bejammerten daher di« Erfindung, die ihre Einnahmen so wesent- lid) zu schmälern drohte. Aber das gerade Gegenteil trat ein. Wer die neuer, Lampen anschafsie, wollte nicht weniger Strom verbrauchen und Geld sparen, sondern für dasselbe Geld mehr Licht haben. Ein Lichttaumel ijatte die Welt erfaßt. Noch um die Jahrhundertwende herrschte in den elektrisch beleuchteten Wohnungen die lökerzige Lampe vor, die uns heute, namentlich in Form der gelblich brennenden Kohlenfaden- lampe, so maßlos trübe erscheint. Die Metallfadenlampen brachten die höheren Lichtstärken in Aufnahme, di« 40- bis Mkerzigen Lampen traten die Nachfolgerschaft der Itzkerzigen an, bald wurden auch sie durch die lOOkerzigen überholt. Denn Wissenschaft und Wirtschaft begannen nun, sich für'Beleuchtungsfragen zu interessieren; die Aerzte erkannten, daß gute Beleuchtung mancherlei Krankheiten verhindern konnte, nicht nur solche der Augen, und der rechnende Wirtschafter merkte, um wieviel gute Arbeitsplatzbeleuchtung die Produktion steigern konnte. Daher wurden immer größere Lampen und in immer größerer Zahl verwendet, welches Wohnzimmer märe heute nicht wenigstens durch zwei bis drei Lampen zu je 40 Watt, was etwa je 70 Kerzen bedeutet, erleuchtet? Di« strahlende Helle des weißglühenden Wolframfadens erscheint uns fast schöner als das demgegenüber gelbliche Tageslicht. Den größten technischen Fortschritt auf dem Gebiete stellt wohl eine Glühlampe dar, die kürzlich in Amerika hergestellt wurde und die gewaltige Strommenge von 50 Kilowatt auf- nimmt, d. h. etwa 100 000 Kerzen erzeugt. Sie ist vornehmlich fürFlug- platzbeleuchtung bestimmt, die bei der zunehmenden Bedeutung des Nacht« luftverkehrs immer wichtiger wird und gewaltige Lichtquellen verlangt. Wahrscheinlich wird diese 50 Kilowatt-Lampe noch nicht einmal Die Grenze nach oben bilden. , Elektrisches Licht ist schon lange kein Luxus mehr, und auch reichlich Beleuchtung, wie sie heute fast durchgängig gefunden wird, sicht meman» mehr als Verschwendung an. Die Welt ist den großen Erfindern, Die, wie "Edison oder Auer von Welsbach, ihr das strahlende Licht gebratgt haben, zu großem Dank verpflichtet, weil sie «s ermöglicht haben. Den gesundheitlichen Wert guter Beleuchtung auch den weniger Bemittelten zugute kommen zu lassen. Es ist ein altes Wort: wo die Sonne YM' kommt, kommt der Arzt nicht hin, aber auch die künstlichen Sonnen haben ihren Wert. Namentlich die Strahlen kürzester Wellenlänge, o mir garnicht mehr als sichtbar zu empfinden vermögen und als um violett bezeichnen, sind von einer noch nicht vollkommen «rjoricyt , äußerst starken medizinischen Wirkung, und künstliche Höhensonnen I ■ deshalb schon in weiten Kreisen in Gebrauch. Das Schöne hieran ist,■ V der immer zunehmende Gebrauch der Elektrizität den Preis des Stcon immer weiter verbilligt; hak doch der elektrische Strom als einziges w schaftsgut feinen Vorkriegspreis gehalten und teilweise unteHcyri Daran ist die soviel bessere Ausnutzung der Elektrizitätswerke schu>D, nicht mehr, mie in den Anfängen der Bewegung, nur an ein paar f stunden Strom erzeugen, sondern bereits den ganzen Tag ub«. * wir sind trotzdem noch am Anfänge. Denn in den Bereinigten Staa der Gebrauch des elektrischen Stromes soviel weiter r>erbrettet uns, daß auf den Kopf der Bevölkerung dreieinhalb mal soviel stunden erzeugt werden wie bei uns. Erreichen wir diesen werden wir auch noch viel billigere Strompresse haben und des reichlicher Beleuchtung werden auch die Aermsten teilhaftig können. —- der grellbunten Jacke, dem Bauchredner des Waldes, zugesehen. Der Schalksnarr und Angsthase hat ihm freilich öfters einen Bock vergrämt, dafür aber auch manchen Rotrock und anderes Wild gemeldet. In den Saakkämpen ist er durch feine Dummheiten lästig geworden, aber der Förster hat das fpielerifdje Pflanzen von Eicheln als ausgleichende Gegenleistung bewertet und ihm deshalb den verursachten Schaden in der Reihensaat verziehen. An einem Junitage — es sind Jahre her — aber bekam die langjährige Freundschaft den ersten Riß, und im Laufe eines Jahres ging sie gänzlich in die Brüche. , Der Hegemeister stapft durch den Buchenhochwald von Mifchholm und lauscht dem Locken und Läuten, dem Jauchzen und Jubeln, dem Trillern und Pfeifen der vielartigen Sängerschar. In der Nähe des Weges ertönt das „Düdüdü" des Laubvogeks. Doch plötzlich unterbricht der Vogel seinen lockenden, wohlMngenden Ruf; gedehnte, klagende Töne sprudeln aus der Kehle des kleinen Sängers, und er umflattert ängstlich den Schößlingshorst am Fuße einer Buche, mo ein Eichelhäher beschäftigt ist und sich durch die Weherufe nicht stören läßt. Der Hegemeister beobachtet das Treiben der beiden. Die Erregung steigert sich, fein Angstrick klingt jämmerlich. Der Häher aber setzt gemächlich seine Beschäftigung fort und quetscht vernügt, wenn er sich von neuem den Wurzelaüsschüssen nähert. Der Förster bemitleidet den Klemvogel und macht dem Auftritt ein Ende. Als er aber zur Buche kommt und dort den Boden absucht, rötet sich sein Gesicht und harte Worte fallen gegen den Räuber, der hier hauste. Das kunstvolle Rest des Laubsängers ist zerrissen. Zwei halbbefiederte Jungvögel liegen verendet zwischen den Wurzeltrieben, von einem dritten sind noch einige Fetzen vorhanden, die übrigen Nestlinne fehlen. Das ist das Werk des bunten Gauners, der sich so harmlos "gibt, als könnte er kein Wässerlein trüben! Der Förster betrachtet den ruchlosen Vogelmord als die verwerfliche Tat eines Entarteten und verurteilt deshalb noch nicht die Sippe. Der Verdacht ist aber geweckt, und die Lebensführung des Hähers wird in der Folge von ihm scharf unter die Lupe genommen. — Nach einem Jahr hat der fleißige Beobachter ein klares Charakterbild des Vogels mit der Doppelnatur gewonnen, es ist abstoßend und häßlich. Der Mark- wart hat sich als schlimmer Feind der Klcinvögel zur Brütezeit gezeigt. Als gewandter Schlüpfer durchstöbert er die Dickungen und durch sein munteres Benehmen betört er die Elternvögel. Ader plötzlich erwacht sein mörderischer Sinn und mit sadistischer Grausamkeit greift er an und raubt die Eier, stiehlt die Jungen und zerstört die Nester. Dem Brut- vogel gelingt zwar meistens die Flucht, um das Gelege aber ist es geschehen. Als munterer Plauderer nähert er sich den kaum flüggen Jung- oögeln, die auf den Aesten hocken und auf Futter warten. In ihrer Unerfahrenheit und Einfalt betrachten sie neugierig den bunten Besucher. Der aber fällt erbarmungslos über sie her und mißhandelt und mordet sie Verjagen aber die todesmutigen Eltern den Angreifer, so bedeutet es für die' Jungvögel nur eine Galgenfrist. Der tückische Strauchdieb wartet ab. Er nützt einen günstigen Augenblick, und bann ift’s um die Brut geschehen. Auch mancher Altvogel wird von dem arglistigen, verschlagenen Räuber überlistet, mit Kralle und Schnabel zu Tode gemartert, zerfetzt und verspeist. Der Förster hat den abgefeimten Gauner überführt, und von nun an ist es vorbei mit der schonung. Viele der farbenprächtigen Vögel werden von ihm erlegt; die erbarmungslosen Feinde der Kleinvögel sind auch feine Feinde l