Ich bin 1 Füßen 1 meinen h, Frau g würde rbereiten irektor?" iben Sie ienn Sie es hatte us schob Aman- ie angs- tten. Sie toslaffen. ren vier Sie wird acht. Sie summen, rich Herde toben uftischem mn hab' erst als eit hatte, zu. Da i. Durch Glieder nal mit, ahm ihn illi setzte streckte, epreßten ihm ihm verfen?" ,as mir den ein* in einer ien. Dec läßt mir tzt voll- Boi^en nlich zu, lenait so ijer war : beugte x« lalt um r seiner r Wür- ieheu. Nummer 82 — letzte &>; Sä Sck Seit Wochen hat sie Ruhe auf irgendeinem Kirchhof Kopenhagens. yar ausmerzen g,n“6enMU ®räl‘l 1 jein unoeres wewttches W Seiner Maieftat dulde. Was feine Richtigkeit hatte. nidif ?nUföetesri" w"llte die junge Dame von der Wasserkante werben unb gradmeqs^E/ femmfnnftTt mar "icht zwanzig Jahre alt vorder -mmingstedt, kaum auf der Landkarte bei Heide b n , 6^fFen-„bC@en (brama(s "°ch dänischer Besitz), mit ber °uf der Bübne Kopenhagen angelangt, - sonbern sogleich V-len ckMqer um L «'"Köngens Nytorv zwisckx» Holberq und in machen? ' b großen Tragödin Heiberg ihre Triumphe streitig Cmer Toten. Bon Theodor F, o r m. iöas aber kann ich nicht ertragen, Daß so wie sonst die Sonne lacht; ®te Uhren gehn, die Glocken schlagen. Einförmig wechseln Tag urb Nacht, £aß, wenn bes Tages Lichter schwanden. Wie sonst der Abend uns vereint; Und daß, wo sonst dein Stuhl gestanden, Dchon andre ihre Plätze fanden, Und nichts dich zu vermissen scheint; Indessen von den Gitterstäben Die Mondesstreifen schmal und karg In deine Gruft hinunterweben Und mit gespenstig trübem Leben Hinwandeln über deinen Sarg. Das Mädchen aus Dithmarschen. Ron Niels Hoyer. äfft S&fta eps - ----- Ä- Nl»L W-E K V'- GiehenerZamilieMWer Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger -di«. m.ch>. M-LSiMMWW- Bürstenmacher Bosse ’ ' 9e,t °bne Dichtung —, mit einem MMWWW ^“?en, Zwei Augen, o trau nicht ihrem Sckwurl S"°Sd°- lebenswahrhaftig dem ©efdieben^nin® n eine Liebe", die so nachwandelt, wie diese auch sm, '?ÖS ^dcheu aus Dithmarschen" zum ersten Male naht. '3n0rt ^rem König als Knabe verkleidet lingsherzen "weihte^von ^vie^enb^heute nock^ ^/örnson ihrem Schmetterselbst, die um sich viel Gebeimnis mau ,? me £ Msunßen. Und sie Lieben und Geliebtwerben machte hat nur e ®,e^eimn,s aus ihren, kein Lied vergessen, hat sie bineinaetnlle-Mn h?r<9r?a,J9en Wanderschaft berauscht, berauschend, Wahrhe t un m* ,™ Abenteuer ihres Lebens, al- sie längst nicht mehr als die kleink b che unterscheidens Kopenhagens „Kgl. Theaterzettel" s and sondern^/? sZ)ümfe^ auf au den königlichen Bühnen^Be'-lin-- iw-l ols Magda von Dolcke alle Herzen entzündete."S ""b ®Zlm(^en5 mit ihrer Schönheit Pfade 3ii verirren,^fag!e"von"jbhr^ch" arnii^fi n"b ^ch auf gefahrvolle krankt den Kongens Nytorv Kovenbnn?,«^ Heiberg, als Rosalind« ge- Zu Füßen zu legen". Mit Schillers Maria ^Stuart" firf> Orleans, womit sie den Banernköni.i t ? Jungfrau von sie vor ihm in jenen berühim'L„ “ IL f° W entziickte, daß Zuschauer, auftreten mABonmit il>m allein als weder an der Isar noch an der Spree 9 maren if)re Erfolge warlhr WeA7eiter°In^DeuU^ Hans Christian Andersen -MZOMMH ^mahls der allmächtigen Gräfin Danner, ein reifende?SeekadAt" blau- y?,. goldhaarig, gertenschlank, mit Bubikopf ^der Mode die WMM-H-LW : sta.ii'aÄÄiSä muna“' ,bers gutmütigen Dänenkönigs, „wozu diese Vermum- nie hat a/-nbe "" unverfälschten Dithmarschendialekt, beit sie wtsmerzen können: man habe ihr gesagt, daß Jhro fürstliche * ein anderes weibliches Wesen vor den Augen dulde. Was eine Ricktlakeil ball- H war gnädig: am 20. November des gleichen Jahres debü- K« str°-k-nde Presse. Man wußte, wer Rosalindes Be- vewmchte sie sich ?u halfen 0e^lnb btieb urli> regieren konnte, «nb weil e fll |u?8 “>ar und weil sie schön war. Er ist nie l tonr; ^och thr Dialekt machte sie unmöglich, fcbns O6r be?SerIiner5Pen^9enCr5 ? ^(immer' a{s der sächsische ■Sofn[inh»b^Q'k die mit dem Jahre 63 zu Ende ging, aenüate um Ministerpräsidenten" 6a[on bes damaligen Krnstjerne » i k degeguele sie dem ,ungen, kaum 27jährigen ^uernnonell- den seine „Synnove Solbakken", die schönste ^ühmt'gemacht hatte^^' ^" Literatur, im.ganzen Norden bereits Kraters ffnrnfhL Ä:'m W juoor mit der Naiven des Bergener sieben. verheiratet. Er mußte dichten. Er müße Ms Monate Unbm- 1,1 Rvsalmde eine kurze Liebe. Sie dauerte "-ine Drama iinjomt cfen Frühling des Jahres 1861 das Hlinbe. "fion*8 Sverre schrieb, schrieb er es im Gedenken an Uuu von^ibä"k.f m besten Bühnenwerken Björnsons, ist fast ver- ?en.0eiunqen »nh b eibe2 wird, so lange Björnsons Liebeslieder hier Nbn Sverre. ob,, 9, ,P<0?)ert werden das sind die Szenen zwischen ™9en Liebe > "nd Inga von Borgar yy el: ein Hochgefang der beute noch nachzulesen im Reigen von des Dichters -i,L,'i.L°,,?A 3Ä" """ l-l"-- AW.lilÜÄgjft nnb ni^l"^,?veism, als arme Witwe Bosse schrieb sie noch Briefe — KM nTh»J rc11 traUnod) vor wenigen Jahren bei der Intendanz' des Kgl. Theaters am Kongens Nytorv hier ein hurAmtc 0 5 devotes Schreiben von ihr ein, morm sie bZ noch Lal Zs & it Wochen hat sie Ruhe auf ira<>nh->»-.n _____t______ von Punkte erfolgen muh. r f „ .. . , fn0 Die Zerlegung erfolgt hier in sehr einfacher Weise durch die st». Nipkosche Scheibe, auf der in spiralförmiger Anordnung achtzehn ^ai- angebracht sind. Indem diese sich -wischen dem weiter gegebenen vvl« und der sog. Photozelle bewegt, die wechselnde Lichteindrucke h er nähernd vollkommen trägheitslos in elektrische Schwankungen . I . > werden mit großer Geschwindigkeit die einzelnen Stellen des bildes nacheinander durchleuchtet, derart, daß ihre wech|e>nde s) S auf der Photozelle wirksam wird. Dann kommt ein Verstärker, und nun gehen wir auf andere des Tisches, um dort den Effekt zu beobachten. Hier tW c ^jfi| Kasten, an dessen einer Seite an einer nicht sehr großen Fmche der Apparat in Betrieb gesetzt, so sieht man Sunachst "^Ltre. der Mattscheibe einen nicht sehr Hellen Lichtstreifech dan Schließlich wird aus ihnen eine einheitliche Helle Flache. l*nö_ \ jn erscheinen nun tatsächlich die Gegenstände, die an der andi die Lichtquelle hineingehalten worden sind; sie erscheinen n aj bewegen sich auch genau in der gleichen Weise, wie sie die ) n$ni. Experimentierenden dort führt. In diesem Empfänger beslno I / ' jn sich ebenfalls eine mit Löchern versehene Scheibe, mit oer ähnlicher Weise wie bei dem Sender aus einzelnen suntten dener Helligkeit ein Gesamtbild zusammengesetzt wird. Zur: l ®ftialnpc elektrischen Werte in optische wird hierbei die sog. Wmfran -4- - 'unt> verwandt, die in der Hauptsache aus zwei Wolframkugel AMrftec die Eigenschaft hat, daß sie auf elektrische Schwankungen Schnelligkeit reagiert, also praktisch trägheitslos arbeitet. Mit den gugNögeln in Afrika. Wunder des Tierinstinktes. Von Dr. Erich Wulf. Mäßiges Spiel der Phantasie hat mir oft den Gedanken vorgegaukelt, wie schön das Leben eines Baumes ist. Nicht eines proletarischen Baumes, der auf steinigem Gebirgsgrund mit klammernden Organen um fein Dasein ringt, in seiner Entwicklung steckenbleibt, aus dürftiger Nahrung einen splindigen Körper sich baut und von gierigen Menschenhänden bald zersägt und zerhackt wird, sondern eines edlen Baumes, in einem von keines Menschen Fuß betretenen Urwald, der kraftvolle Safte ohne Mühe zieht, die Wurzeln immer tiefer zum Reich der Mutter hinabsenkt, seine Krone, in der bunte Vögel sich wiegen, immer hoher in den lichten Aether wölbt, die Idee seines Wesens vollkommen erfüllt, Jahrhunderte überlebt und nur abstirbt, um in neuwucherndes Leben unmittelbar überzugchen. Im Raume festgebannt zu Jein, ist für den Baum eine Beschränkung und ein Vorteil zugleich. Denn alles, was kriecht und fliegt, wird von der Sorge um die Nahrung ruhelos daym Getrieben Die Vögel, äußerster Gegensatz zu den festgewurzelten Bäumen, verfügen über die vollkommenste Freizügigkeit und sind in beiden Hemi- phären der Weltkugel gleichermaßen heimisch. Darum hangt ihrem Fluge der nordische Mensch träumerisch nach und dichtet ihnen seine Sehnsüchte nach dem sonnenwarmen, aller Wunder vollen Süden an. Und bedenkt nicht, daß die Zugvögel dem Tode entfliehen, daß der Flug über Lander und Meere ihre letzte Kraft beansprucht und ungezählten Scharen das Leben kostet, und daß im gelobten Lande, am weißen Nil, von^den Stärkeren tausendfältige Gefahren ihnen drohen und die langen Dago ausqesüllt sind vom Suchen nach der Atzung. Der scywedische Vogel- forscher Bengt Berg hat in die Wunderwelt der Siennftintte, m die Gesetzmäßigkeit, die das schwirrende Leben der Zugvögel beherrscht, tief hineingeblickt. Die Zugvögel müssen wohl in ihrem von den Menschen verächtlich Genannten Vogelhirn einen geheimnisvollen Kompaß tragen, aber orientieren sie sich nicht auch, gleich- menschlichen Fliegern, nach den blitzenden Flußläufen und den leuchtenden Meeren? Der Nil ist das große Zielband für alle Zugvögel, und diejenigen Vogelfamilien, ine nicht unter dem Breitengrad der Pyramiden bleiben, fliegen wiederum im Gefolge des gewaltigen Stromes weiter landeinwärts. So bleibt die Bachstelze, die wir im fchwedischen Sommer fürwitzig auf dem Rande des Horstes eines in die Schilifte spähenden Adlers wippen sehen, in den Landstrichen des unteren Nils, der Kibitz überschreitet nicht die Zone der Pyramiden. Die Wasserhühner umschwirren mit schwerem Flügelschlag das hundert- toriqe Theben, der unruhevolle Strandläufer, der im nordischen Sommer am Eismeer sich aufhält, das Blaukehlchen, die Nachtigall des lappländischen Gebirges, die Bekassine, die Bewohnerin der sibirischen Tundra, das Sumpfhuhn, das vom großen schwedischen Moor kommt, und der im Norden heimische Taucher — sie alle bevölkern, wenn unsere Zone im Banne des Winters steht, das Land der Pharaonen. Aber in den Wildenten aller Spielarten lebt die Sehnsucht nach dem tropischen Lande jenseits der Wüste, wo der Nil einem rinnenden Meere gleicht. Dorthin setzen sie, in schwerfälligem Anflug, ihre Reise fort, nachdem sie an einem heiligen See Aegyptens, wie schon vor Jahrtausenden, sich gefummelt haben Und auch die Kraniche bleiben nie in Aegypten, sondern fliegen nach kurzer Rast ins südliche Afrika weiter. Ist Störchen der Flug von holsteinischen Bauernhöfen bis zum Nildelta ein Nichts? Todmüde gleiten sie aus der Himmelshöhe herab und trinken das Wasser des Nils mit den gierigen Zügen Verdurstender. Kein dolce far niente winkt den Kranichen auch am Ziel ihrer Reise; dort, wo der weiße Nil durch das Tiefland in Abessinien fließt. Der Nil mit seinen Sandbänken bleibt Has Standquartier der ungeheuren Kranichherden. Aber wenn die Sonne aufgeht und den Himmel mit glutvollen Farben übergießt, nehmen die Kraniche ihr Tagewerk auf. Sie fliegen landeinwärts auf die tfelbcr um die Nahrung sich zu suchen, und kehren mittags, wenn der Durst sie peinigt, wieder zum Gewässer zurück. Beobachtet man aus dichtester Nähe so einen Kranich, wie er, gegen glühenden Wind ankämpfend, vor Durst schier zu vergehen fcheint, so bekommt man doch den Eindruck, daß auch das Leben eines Kranichs unter dem sonnigen Himmel Afrikas seine schweren Schattenseiten hat. Die Störche schlafen auf den Sandbanken des Nils, weil sie dort vor Gefahren sicher find, fonft aber sind sie, die größten unter den Zugvögeln, vor Angriffen räuberischer Artgenossen sicher und bieten ihrerseits kleinen Vögeln Schutz in Gefahr. Ein Verhältnis von ungeheuchelter Sympathie und unbegrenztem Verttauen scheint zwischen den Krokodilen des Nils und den Bügeln zu bestehen. Mit einer kleinen Vogelart steht das Krokodil in besonders nahen Beziehungen. Sobald diese Vögel eine Gefahr bemerken und fort- sliegen, gleiten die Krokodile fchleunigst vom Ufer in die Fluten zurück. Die Scharen der Vögel sind keine ungegliederten Maffen, es gibt, nach Art und Ort, Sippen unter ihnen, die sich zufammengehörig fühlen. Sogar ein blasses Gefühl von der individuellen Zufammengehörigkeit, die Menschen verbindet, taucht auf. Der Vogelschauer sieht zwei Alte, die den Winter treu zusammenhielten, und nun auf dem Ruckflug nach Norden mit den anderen nicht gleichen Schritt halten können. Werden sie getrennt, erhebt das Männchen klagende Schreie und es irrt suchend umher, bis es feine treue Ehehälfte wiedergefunden hat. Die afrikanischen Kraniche, die eine Krone auf dem Haupte tragen, gehen paarweise auf die Nahrungssuche und stets schreitet das Männchen voran und das Weibchen dicht hinterher. Wie menschlich nahe rücken uns nun die Silberreiher, die abends, wenn sie von den Feldern zurückkehren, um ihre Schlafräume kreisen und bann zu Paaren in dem Gezweig zur Ruhe sich begeben. Die Vogelvölkerwanderung vollzieht sich mit einer instinktmäßigen Unterorbnung bes einzelnen unter bie Gesamtheit unb mit einer Ord- nuna, deren die Menschen bei einer ähnlich großen Bewegung ohne die Hilfsmittel der „Organisation" nicht fähig wären. Die aus allen Erdteilen in Afrika eintreffenden Kranichheere halten unterwegs fest zu- 2tÜ Sei diesem Versuch ist es bekanntlich geglückt, ein Bild des Staatssekretärs Hoover gleichzeitig mit seiner Rede von Washington nach Neuyork derart zu übertragen, daß man tatsächlich die Mimik und die Bewegungen des Sprechenden mit relativ großer Genauigkeit erkennen konnte. Aber welche Vorbereitungen muhten dazu getroffen werden! Nicht weniger als neunhundertunddreißig Drahtleitungen waren dazu erforderlich, mit deren Bedienung etwa taufend Personen bescyaftigt waren. Die Kosten des Versuches, der im ganzen etwa zwanzig Minuten dauerte unb allerbings zu einem vollen Erfolge führte, soll etwa vier- hunbertzwanzigtaufenb Dollar betragen haben. Demgegenüber wirb man sich nun für biejenigen Verfahren des Fernsehens interejfieren müssen, die das gegenwärtig brennendste Problem, nämlich das der Vereinfachung seiner Lösung nahebringen. Jn dieser Hinsicht sind höchst bemerkenswert die neuesten Arbeiten des ungarischen, in Berlin lebenden Ingenieurs von M v h ä l i, der sich seit Jahren nut dem Problem des Fernsehens beschästigt und nun nach einer Periode ruhigen, intensiven Arbeitens mit einer neuen Apparatur hervortritt. Wenn man fein Laboratorium betritt, so hat man saft unmittelbar den Eindruck der verblüffenden Einfachheit seines Verfahrens. Auf der einen Seite eines Tisches befindet sich seine Sendeapparatur; sie ist r-n dem Empfangsgerät durch eine Pappwand, die senkrecht auf dem steht, optisch getrennt, aber durch Drahtleitungen mit ihm verbunden. Nun, es ist klar, daß wir hier nur ein Modell vor uns haben, das Fernsehen in einem kleinen Zimmer ist ein Nachsehen, und geht mit j)il e des menschlichen Auges schließlich noch bei weitem einfacher vor sich, a s mit jedem technischen Gerät. Indem man aber die Anordnung genau betrachtet, kann man sich ein Bild ihrer Wirkungsmöglichkeiten machen in der Phantasie weitet sich der Raum, man stellt sich leicht vor das; zwischen Sender unb Empfänger große Entfernungen liegen unb erkennt, bah diese grundsätzlich in der gleichen Weise zu Überwinden sein müssen. Auf der ©enberfeite befindet sich zunächst eine sehr starke Lichtquelle; diese wird auf das zu übertragende Objekt gerichtet. Der ®rfmber b < ginnt mit einfachen Experimenten; er fuhrt auf Glas gemalte Buch,.ab- , bann eine Schere ober eine Brille an der Lichtquelle vorbei. Es ist w könnt, daß zum Zwecke des Fernsehens, genau wie bei der graphie eine Zerlegung des Einzeleindrucks in eine Reihe rasch weHU» der Bilder, und bei diesen wieder in eine große Zahl verschieden Heller sammelt, fliegen sozusagen Tn geschlosienen Verbanden Alle Sippen der Kranichsamilie geben sich am Nil ein Stelldichein, sie bilden aber Zirkel innerhalb eines Kreises. Die afrikanischen Kraniche tanzen nur untereinander unb fliegen geschlossen aus der Menge heraus. Auch bic aus Asien kommenden Jungfernkraniche bleiben in kleinem Kreise lieber für sich Unb wenn man die Vögel in so ungeheuren Scharen zur Heimreise auffteiqen sieht, daß bas Licht der Sonne sich verfinstert, ist es em erschütternder Gedanke, daß in jedem der Vogelhirne sein besonderes Reiseziel lebt daß die ungeheure Schar, wenn sie erst über der Nilmundung angelangt ist, auseinanderschwenkt wie gut exerzierte Soldaten Eine jegliche Gruppe steuert einem größeren Ziele zu und teilt sich, bis der letzte Storch sein gewohntes Quartier bezogen hat. Hier tut ein Wunder sich auf, bas mindestens ebenso groß erscheint, wie das Wunder der drahtlosen Telegraphie. Besuch beim Fernseher. Von Frank Warschauer. Das Problem des Fernsehens ist bekanntlich theoretisch gelöst, und die einzelnen Elemente der hierzu erforderlichen Apparatur sind soweit durchkonstruiert, daß ihre praktische Verwendbarkeit in nicht allzulanger «eit möglich ein muh. Daran arbeiten nun eine ganze Reihe von Er- finbern in ben verschiedensten ßänbern. Es handelt sich im Gimnde ge- nommen eigentlich nur noch um systematische Vereinfachungen. Denn der erste Versuch des Fernsehens, der tatsächlich mit Sicherheit praktisch ge- alückt ist, erforderte einen enormen Aufwand an Material und Arbeitskräften und demgemüh auch an Geld. Er wurde mehr zu dem Zweck unternommen, um überhaupt bie Möglichkeit des Fernsehens zu demonstrieren und die Richtigkeit des begangenen Weges zu zeigen, als zur unmittelbaren Verwendung des betreffenden Verfahrens im gewöhnlichen Nms der wichtigsten Probleme, nämlich das der Synchronisierung, der völligen Gleichzeitigkeit im Lauf von Empfangs- und Sendeapparatur ist hier auf eine verhältnismäßig einfache Weife gelöst. Darüber aber möge, bittet der Einsender, noch nichts gesagt werden. Das ganze Experiment hat etwas gleichsam Unscheinbares; aber es kann nicht bezweifelt werden, daß in ihm die größten Möglichkeiten be- fchloflen liegen. Tatsächlich haben wir auf der einen Seite verhältnismäßig deutlich Form und Bewegung von Gegenständen gesehen, die aus der anderen Seite in die Lichtquelle hineingehalten wurde. Und nun müssen wir freilich unsere Phantasie in Bewegung setzen, um uns die weiteren Konsequenzen dieses Verfahrens vorzustellen. Der Erfinder verhilft dazu. Er setzt auseinander, daß eine solche Durchleuchtung nicht unbedingt Voraussetzung ist: jedes auf der Mattscheibe einer optischen Kamera ausgefangene Bild wird den gleichen Effekt erzielen; eine Kamera kann ja auf jedes beliebige Objekt gerichtet werden. Und dann macht der Erfinder einige Angaben über die praktische Verwendung seiner Apparate; ein Empfänger nach diesem System würde etwa hundert Mark kosten. Für hundert Mark würde uns das Bild der ganzen Erde ins Haus getragen werden können; und wie wir jetzt im Rundfunk Nachrichten aus aller Welt hören, so würden wir sie dann auch sehen können. Auf einer Mattscheibe würden die bewegten Bilder helfen erscheinen, was sich Hunderte oder Tausende von Kilometer von uns sich abspielt; und vielleicht haben wir bis dahin auch Sendeleitungen, die tatsächlich das Interessanteste und Schönste auswählen ... Dis Wasserkur. Von Alfred Bock. (Schluß.) Um neun Uhr ließ sich Tilli bei der Direktorin im Hotel „Zur Post" onmelben und wurde sogleich angenommen. „Ich komme im Auftrage meines Bräutigams —" ,Zhres Bräutigams?" „Doktor Kittelmann —" Die Direktorin tat einen Schritt vorwärts, als hätte sie das Gleichgewicht verloren, und ihre gelbliche Gesichtsfarbe spielte ins Grüne. „Der Herr Doktor hat mir gar nicht gesagt, daß er verlobt ist." „Warum sollte er das an fremdem Ort an die große Glocke hängen?" „Ah, Sie erteilen Ihrem Herrn Bräutigam auf Reisen wohl Dispens?" „Mein Bräutigam genießt die volle Freiheit, zu reifen,' wann und wohin er will; die Treue wahrt er mir deshalb doch." „Was wünschen Sie eigentlich, mein Fräulein?" fragte die Direktorin eiskalt. Tilli antwortete vollkommen gelassen: „Mein Bräutigam bedarf nach her anstrengenden Reise der Erholung. An feiner Statt stelle ich mich Ihnen einstweilen zur Verfügung." „Sehr freundlich. Ich wüßte aber wirklich nicht —" „Mein Bräutigam sagte mir, Sie suchen eine Wohnung in unserer Etadt. Vielleicht gestatten Sie, daß ich Ihnen dabei behilflich bin." „Ihr Herr Bräutigam hat Sie zum besten gehabt. Ich beabsichtige keineswegs, hier dauernden Aufenthalt zu nehmen. Ich reife in aller Kürze wieder ab." „Das ist schade, gnädige Frau. Ich wäre Ihnen mit Vergnügen gefällig gewesen." „Ich bin in meinen Entschließungen gern unbehindert." »Ich verstehe, gnädige Frau! Wir hatten darauf gerechnet. Sie heute mittag als Gast bei uns zu sehen, aber das Befinden meiner Schwiegermutter —" «Ich hätte doch abgelehnt, mein Fräulein." „Wenn ich Ihnen sonst —" „Ich danke wirklich." „Ich dedaure, gnädige Frau, daß uns Ihre Abreise der Freude beraubt, Ihnen unsere Gastfreundschaft zu bezeigen." Die Direktorin warf Tilli einen vernichtenden Blick zu. „Sie entschuldigen mich jetzt, mein Fräulein, ich habe notwendig zu tun." Tilli verbeugte sich graziös. „Leben Sie wohl, gnädige Frau!" „Adieu, mein Fräulein!" Beim Hinausgehen lachte Tilli in sich hinein. „Himmlische Güte, welch abscheuliche Kröte! Armer Amandus, das wäre ein netter Hereinfall ge= ®efcn. Na,wer sich in die verliebt, verdient unter Vormundschaft gestellt In Wilhelmsbad läuteten die Glocken Sturm. Die Flucht der Direktorsgattin und die plötzliche Abreise des Privatdozenten riefen eine unbeschreibliche Verwirrung hervor. Unter dem unmittelbaren Eindruck der Ereignisse hatten von der Gruppe der Platonischen zwei Morphinistinnen me Flucht ergriffen und waren mit knapper Not auf der Eifenbahn- Itatson wieder eingefangen worden. Die Schriftstellerinnen waren wegen nervöser Krampfanfälle in ihren Gemächern interniert. Die Epikuröer °b°r erfüllten den stillen Waldwinkel mit Triumphgeschrei, und der Referendar Müller-Fellinghausen machte der Majorin von Below in einer Ast Liebeswahnsinn auf öffentlicher Kurpromenade einen Heiratsantrag. JJte allgemeine Aufregung erreichte ihren Höhepunkt, als gleich nach der Miastrophe eine weitverbreitete, auch in Wilhelmsbad vielgelesene Zei- wng in ihrem Feuilleton eine novellistische Skizze veröffentlichte, die an ®er Spitze den Autornamen der Direktorin trug. Mit markigen Strichen j?ar ®arin der Lebensgang einer unglücklichen Frau geschildert, die von yrem herzlosen Manne geknechtet sich in ewiger Sehnsucht nach dem cr= ‘Quinten Ideal verzehrt und nach furchtbaren Kämpfen freiwillig aus bh-mt6 ten. schadet. „Das hat sie mit ihrem Herzblut geschrieben", klagten di? ö,. onischen, und selbst die Epikuräer wagten nickst zu spotten, denn ■u$’’c beugte von großer Begabung und niemand konnte sie ohne „.^llenheit lesen. Die Zeitung in der Tasche, verfügte sich der Chefarzt «um Vadedirektor. „Was haben Ihre Nachforschungen ergeben, Herr Direktor?* „Frau und Kinder sind zugleich mit dem Privatdozenten wohlbehalten in der Musenstadt eingetroffen. Meine Frau ist demnächst im Hotel ab» gestiegen. Natürlich Scheinmanöverl Cs wird nicht lang dauern, und di« Liebenden sind unter einem Dach vereinigt." „Halten Sie denn wirklich den Doktor Kittelmann für so 'n Nashorn, daß er sich mir nichts, dir nichts mit einer Frau und vier Kindern behängt?" „Was heißt „behängt", Herr Doktor? Der Mann ist in meine Frau verliebt, und feine Neigung wird erwidert. Die Sache nimmt ihren natürlichen Verlaus. Meine Frau läßt sich von mir scheiden und heiratet den Doktor Kittelmann. Und was die Kinder betrifft —" „Herr Direktor, Sie phantasieren! Ich bin besser unterrichtet. Ihre Frau hat dem Dozenten kolossale Avancen gemacht. Dieser hat sich nicht die geringste Blöße gegeben, im Gegenteil, als ihm die Geschichte zu bunt wurde, räumte er als vorsichtiger Mann das Feld —" „Sie wissen gar nicht, daß ich ihm aufs Kollett gerückt bin —" „Ganz mit Unrecht! Das hat ihn natürlich vollends bestimmt, sich aus dem ©taube zu machen. Die Spione Ihrer Frau hatten den Rückzug des Herrn Doktor Kittelmann ausgekundschaftet. Ob Ihre Gattin eine letzte Attacke in Szene setzen wollte oder ob sie auf die Gutmütigkeit des Herrn spekulierte, will ich dahingestellt fein lassen. Tatsache ist, daß sie ihm ohne sein Vorwissen nachgereist ist. Bei der Ankunft mag sie ihn dann gefaßt haben." „Das ist eine neue Lesart." „Jedenfalls aber die richtige." „Die Sachlage ändert sich übrigens dadurch nicht. Meine Frau hat mich böswillig verlassen —" „Jawohl, aber Sie fragen die moralische Verantwortung für diesen Schritt." „Wie soll ich dos verstehen, Herr Doktor?" „Darf ich ganz offen sein?" „Ich bitte darum, Herr Doktor!" „Sie haben gesehen, daß ich das Benehmen Ihrer Frau keineswegs beschönigt habe. Ihre Frau hat sich vergessen, das ist zweifellos. Abe» Sie haben Ihre Frau auf diese Bahn gedrängt —" „Inwiefern, Herr Doktor?" „Es ist ein öffentliches Geheimnis, daß Sie Ihren Jagdhund besser behandelt haben wie Ihre Frau —" „Das ist wirklich stark. Ich muß mir doch uer—* „Herr Direktor, ich erinnere Sie an verschiedene peinliche Austritte, deren Zeuge ich war." „Darum hatte meine Frau noch lange kein Recht, bei Nacht und Rebel durchzubrennen." „Sie war in Verzweiflung, sie hatte keinen Hali mehr, und Sie Haden sie gezwungen, sich dem ersten Besten an den Hals zu werfen." „So mag sie sehen, wie sie dabei fährt." „Vielleicht sehr gut, vielleicht sehr schlecht, das wird die Zukunft lehrem Ich? bin der Ansicht, daß Sie diese Frau sehr unterschätzt haben." „Ich habe diesen Morgen eine Novelle Ihrer Gattin gelesen — „Eine Novelle meiner —" , Der Doktor holte das Zeitungsblatt hervor. „Hier, überzeugen Sie sich." „Es ist nicht möglich!" „Sie können doch lesen —" „Schockschwerenot! Das hätte ich ihr, weiß Gott, nicht zugetraut.* „Herr Direktor, eine Frau, die solche Töne anzuschlaqen weiß, verdient ein besseres Los!" „Das muß sie hinter meinem Rücken ausgetüftelt haben, denn sobald ich eines ihrer Manuskripte in die Finger bekam, hab' ich es ungelesen dem Papierkorb überliefert." „Begreifen Sie denn nicht, daß dieses Verfahren ein zart besaitetes Gemüt tödlich verletzen mußte?" „Gott, ich habe die Schriftstellerei meiner Frau für eine Schrulle gehalten." „Lesen Sie die Novelle, und Sie werden Ihrer Frau Abbitte leisten.* „Sie lassen mir das Blatt wohl da, Herr Doktor?" Der Buchhalter Franzius, der den Bureaudienst in Wilhelmsbad versah, trat ein und blieb in strammer Haltung vor dem Direktor stehen. „Was haben Sie, Franzius?" „Eine Meldung, Herr Direktor! Die Frau Hilfsgerichtsschreiber Becker, das Fräulein Haberkorn und die Frau Lebkuchenfabrikant Büchle haben für Mittwoch ihre Zimmer gekündigt." „Warum?" fragte Doktor Wenderoth erregt. Franzius zuckte die Achseln, machte eine Kehrtwendung und marschierte ab. „Da Haden wir die Bescherung!" schrie der Chefarzt. „Es sind die Busenfteundinnen Ihrer Frau. Mitten in der Kur kneifen sie aus —" „In Gottes Namen, lassen Sie sie laufen." „Das sagen Sie. Mir ist das durchaus nicht gleichgültig. Seit der Flucht Ihrer Frau herrscht hier das tollste Durcheinander. Ihre Frau hatte große Sympathien. Täglich gehen Briefe von hier ins Land. Die Geschichte wird publik und kommt dem Aufsichtsrat zu Ohren. Man wird Bericht von mir fordern —" „Und Sie werden ihn geben, Herr Doktor!" „Aber sehr gründlich, mein Verehrter. Ich werde frisch von der Leb« weg sprechen. Solche Eheskandale gehören nicht in die Sphäre einer Wasserheilanstalt. Es handelt sich um unseren guten Rus. Ich sehe weiter wie Sie. Nervöse Menschen sind unberechenbar. Heute brechen drei die Kur ab, übermorgen sechs und in vier Wochen steht die Bude leer. Das ist alles schon dagewesen —" „Wenn Sie mit solchen Farben auftragen, können Sie gerade so gut für den nächsten Monat den Untergang der Welt prophezeien." „Ich bin durch mancherlei Vorkommnisse hier gewitzigt und ich kenne meine Pflicht. Die Herren vom Aufsichtsrat wissen, daß ich Junggeselle -verantwortlich: Dr. Hans Thhriot. — Sind und Derlag: Brühl'sche Aniversitäts-Buch- und Steindruderei, 2i. Lange, Gießen. „Wer?' fragte Amandus, zerstreut von seiner Arbeit aufblickend „Scheinheiliger, tu' man nicht so — die Direktorin —" „Na, Gott sei Dan^!" „Eben war der Hausbursche aus dem Gasthof da. Um zwei Uhr ist der Direktor mit dem Expreß gekommen. Die Sehnsucht hat ihn übermannt. Vermutlich sind sie sich dann in die Arme gesunken. Vorhin sind sie mit Kind und Kegel abgezogen. Und hier schickt dir die Frau Direktor einen Brief." Amandus riß den Umschlag ab, die Direktorin schrieb: „Zufällig kommt mir heute meine Novellette zu Gesicht, die Sie ohii- mein Einverständnis in Druck gegeben haben. Mein Gedächtnis hat in diesen letzten Wochen gelitten, aber soviel ich sehe, haben Sie sich einen unerhörten Eingriff in meine dichterische Individualität erlaubt und Form und Inhalt meines Geistesproduktes ganz nach Willkür umas- modelt. Ich könnte von meinem Autorrecht Gebrauch machen und Sie „Tilli," jubelte er, „ich bin rasend glücklich!" Sann suchten sie Hand in Hand die ahnungslose Rätin auf. „3m Vertrauen, Tilli," sagte Amandus glückstrahlend, „eine Wasserkur gebrauche ich mein Lebtag nicht mehr." . . »Hast du auch gar nicht nötig," scherzte Tilli, „ich nehme dich KBf tn die Kur und ich hoffe, unter meiner Behandlung wirst du kerngesunoi^ „Es ist nicht der Rede wert," versetzte Amandus, „aber sag mal, seit wann bin ich denn mit dir verlobt?" Tilli wurde sehr verlegen. „Es war eine Notlüge, Amandus. Die Verlobung wird einfach kassiert —" „Und der Bräutigam wird gar nicht gefragt, ob er damit einverstanden ist?" „Amandus, ich werde jetzt ernstlich böse. Du siehst nicht ein ... es war für mich die einzige Möglichkeit, dich in dringender Gefahr den Klauen der Löwin zu entreißen." Amandus nahm die Brille ab. „Du kannst nicht mehr gut zurück. Die Direktorin posaunt die Verlobung in alle Welt hinaus —" „Ich lasse es darauf ankommen, lieber Amandus." »W"ißi du, Tilli, ich glaube an einen Wink von oben. Ich bin eins Art Efeu und gedeihe nur, wenn ich mich traulich anranken kann. Und bei dir fühl ich mich wohl und sicher. Vielleicht kannst du mich ein bißchen liebhaben." stanh so hilflos und doch so treu-bieder vor ihr, daß sie nicht wußte, war's Mitleid oder Liebe, was plötzlich ihr Herz durchdrang. „Du überraschst mich, Amandus," sagte sie mit leise zitternder Stimme, „wir wollen erst die Tante fragen." . "Ain," rief er mit ausbrcchender Leidenschaft, „hier auf der Stelle soll sich mein Schicksal entscheiden." Da hob die Kleine sich auf die Zehen und. gab ihm den ersten bräutlichen Kuß. gegenüber eisenhart. Dieser hatte sein Pulver verschossen. Da kam über ihn wie eine Erleuchtung, er zog ein Zeitungsblatt aus dem Mckntel. vcm „Ich habe dir hier deine Novelle mitgebracht." Sie sah ihn verständnislos an, er übergab ihr das Blatt. Was war das? Himmel, ihr Schmerzenskind! Und ihr Name im Feuilleton her großen Zeitung gedruckt! Sie überflog die ersten Sätze und bemerkte dak kein Wort ihr geistiges Eigentum war. Die Röte stieg ihr ins Gefickt aber sie zwang sich gewaltsam zur Ruhe, es kam alles darauf an M nicht zu verraten. Der Direktor beobachtete feine Frau. Sie wird we ck kalkulierte er, jetzt spiele ich den letzten Trumpf aus. '* „Seine Novelle hat in Wilhelmsbad sehr gefallen. Ich muß bekennen auch auf mich hat sie Eindruck gemacht. Du solltest dein Talent pflegen' Wenn du dir noch eine Stütze der Hausfrau nehmen wolltest, könntest du jeden Tag ein paar Stunden am Schreibtisch verbringen." 2>ie Direktorin war wie berauscht. Die ungewohnte Sprache ihres Mannes, seine warme Anerkennung und die Befriedigung, zum ersten Male in ihrer Ehe diesen Barbaren sich vor ihr beugen zu sehen, endlick das Stolzgefühl, das jetzt schon ihre Pulse schneller fliegen ließ, vor den Wilhelmsbadern, die Stirne mit jungem Lorbeer geschmückt, erscheinen zu dürfen — ja, das Leben war doch lebenswert! „Sei vernünftig," bat der Direktor, „und komm zurück." Die neugebackene Schriftstellerin war Herrin der Situation. „Willst du mir versprechen, mich von Stund' an in Ehren zu halten und meine Frauenrechte zu achten?" fragte sie mit elegischem Augen- aufschlag. „Ich will's!" gelobte der Direktor und streichelte seiner Gattin in einer Anwandlung von Zärtlichkeit die Wange. Mit der Vorsicht einer Diplomatin schloß sie „um der Kinder willen" einen Waffenstillstand und willigte darein, in Wilhelmsbad wieder die Pflichten der Hausfrau und Repräsentantin zu Übernehmen. — „Hurra, sie ist fort!" stürmte Tilli in das Arbeitszimmer ihres Vetters. ' '-Produktes ganz nach Willkür umge- .... ------......... Autorrecht Gebrauch machen und Sie vfientlich wegen dieser Dreistigkeit brandmarken, allein ich halte es nach solchen Erfahrungen unter meiner Würde, daß mein unbescholtener Name — wenn auch nur in einer berichtigenden Notiz — in einem Atem mit dem Ihrigen genannt werde. Sie haben in Wilhelmsbad verschwiegen, daß Sie mit Ihrer Kusine verlobt sind. Ich habe von diesem bedeutungsvollen Ereignis erst durch Ihre Braut, aber noch früh genug vor meiner Abreise Kenntnis er« nm Ihnen zu sagen, daß es wenig taktvoll von Ihnen war, in Wilhelmsbad den Interessanten zu spielen und Ihres Verlöbnisses mit keiner Silbe Erwähnung zu tun." Stmanbus faltete geheimnisvoll lächelnd den Brief zusammen und schloß ihn in den Schreibtisch. »Was kann die Direktorin noch von dir wollen?" forschte Tilli neugierig. bin. Wir brauchen aber hier notwendig eine Frau zur Repräsentation. Bekanntllch hatte Ihre Gattin diese Funktion. So lange ich in Wilhelmsbad dirigierender Arzt bin, macht der Aufsichtsrat zur Bedingung, daß der Direktor verheiratet ist. Ihre Frau hat sich entfernt, imb Sie dürfen sich nicht wundern, wenn man Ihnen jetzt kündigt." „Oho! Man kann mir doch nicht ohne weiteres den Stuhl vor die Tür setzen —" „Nach dem Kontrakt, den Sie mit der Gesellschaft abgeschlossen haben, jeden Tag. Und was tut's? Sie ziehen sich auf Ihre Güter zurück." „Ihr Spott ist sehr schlecht angebracht. Sie wissen sehr gut, daß ich auf mein Gehalt angewiesen bin." „Sann gebe ich Ihnen den freundschaftlichen Rat, Berehrtester, söhnen Sie sich mit Ihrer Frau aus und bringen Sie sie so schnell als möglich wieder hierher!" „Sazu kann ich mich so rasch nicht entschließen." „Sie haben die Wahl. Machen Sie, was Sie wollen!" Der Doktor ging mit zornrotem Gesicht davon. Ser Direktor zündete sich eine Zigarre an und blies die Rauchwölkchen nachdenklich in die Lust. Ser Soktor war ein ungeschliffener Patron und erging sich stets in Heber« treibungen. Sollte er die Unabhängigkeit, die ihm jetzt winkte, aufgeben und feine Frau wie ein Schwächling um gutes Wetter bitten? Sas Zusammenleben mit ihr war ihm unerträglich geworden. Sie Klugheit gebot zu warten, ob ihm der Bücherwurm den Ballast abnahm, der seine Lebensgondel beschwerte. Er besaß noch Spannkraft und Lebenslust genug, sich zu neuer Fahrt zu rüsten. Aber die Kinder! Sie waren ihm ans Herz gewachsen, und es wäre ihm schwer geworden, sich von ihnen zu trennen. Auch wenn sie ihm bei gerichtlicher Auseinandersetzung zugesprochen wurden, so hatte er erst recht die Pflicht, sich ganz ihrer Erziehung zu widmen, und die Idee, in fideler Ungebundenheit die Freuden des Saseins zu kosten, kam zwanzig Jahre zu spät. Und den Fall gesetzt, der Soktor betrieb beim Aufsichtsrate der Aktiengesellschaft das unsaubere Geschäft, ihn zu verklatschen, und die Sache spitzte sich zu einer Existenzfrage für ihn zu? Es war traurig aber wahr: gab man ihm in Wilhelmsbad den Abschied, so stand er mit seinen vier Kindern dem Nichts gegenüber. Am Ende war es doch vernünftiger, in den sauren Apfel zu beißen und seine Frau zur Rückkehr zu bewegen. Er warf die stark vertäute Zigarre weg, verpaffte noch ein halbes Dutzend Zigaretten, und das Resultat seiner Ueberlegung war, daß er mit dem nächsten Zug nach der Universitätsstadt addampste. Unterwegs las er die novellistische Skizze seiner Frau. Während seiner militärischen Laufbahn hatte sich seine „schriftstellerische" Tätigkeit auf den Vollzug seiner Unterschrift im Parolebuch beschränkt. Als Sirektor der Heilanstalt verursachte ihm die Abfassung der notwendigsten Geschäftsbriefe ein gewisses Unbehagen. Kein Wunder, daß ihm die leicht fließende Schreibweise seiner Frau Achtung einflößte. Ser tragische Inhalt der Skizze berührte ihn weiter nicht. Er gestand sich, daß es eine Summheit war, das Talent feiner Frau zu unterdrücken und entdeckte, daß man aus den schriftstellerischen Honoraren eine für das Haushaltungsbudget sehr wohltätige Einnahmequelle schaffen konnte. Am Ziele seiner Reise angelangt, hielt der Sirektor zunächst in der Bahnhofswirtschaft Einkehr und begab sich darauf gemächlichen Schrittes ins Hotel „Zur Post". Tillis Besuch hatte die Sirektorin jählings vom Gipfel ihrer Hoffnungen herabgefchieudert. Allen Ernstes dachte sie daran, ihre Kinder, die sie mit knurrendem Magen umringten, dem Schutze des Himmels zu empfehlen und ein Fläschchen Opium zu leeren, das sie für alle Fälle bei sich trug. Sa erschien der Zimmerkellner, spreitete das Tischtuch aus, und ein Zweiter befrackter Jüngling trat mit einer hoch erhobenen Platte duftender Speisen herein. Sas Kinderquartett fiel mit der Gier hungriger Wölfe über das Mittagessen her. Sie Direktorin, der der Duft der leckeren Gerichte verlockend um die Nase strich, schob ihre Vergiftung auf und hieb wacker in die vollen Schüsseln mit ein. Eine Flasche Forster Traminer, die der Zimmerkellner zungenschnalzend entkorkte, brachte das erstarrte Blut der Lebensmüden in Wallung. Dem ersten Glas ließ sie das zweite, dem zweiten das dritte folgen. Sie kam mit ihren Gedanken nicht über den Doktor Kittelmann weg. Der Mensch war nicht wert, daß ihn die Sonne beschien. Wenn sie jetzt einen verzweifelten Schritt tat, mußte er sich einbilden, sie habe um seinetwillen der Welt Lebewohl gesagt. Diesen Triumph wollte sie ihm nicht gönnen. Er war ein Scheusal wie alle Männer. Fünf Wochen hatte er ihr wie ein verliebter Schäfer oor- schalmeit, fünf Wochen hatte er die wärmsten Gefühle für sie geheuchelt, unb nun besaß er die Frechheit, sich als Bräutigam einer vorwitzigen Gans zu entpuppen. Schmach und Schande! Was sollte sie jetzt beginnen? Ihre Geldmittel waren knapp, in der Universitätsstadt brannte ihr der Boden unter den Füßen. Weit und breit kannte sie niemand, dem sie mit vier Kindern ins Haus fallen konnte. Sie sann hin und her. Ja, es war eine Torheit, auf den Wicht von Dozenten zu bauen und aufs ungewisse hin Haus und Hof im Stich zu lassen. Nachdem die Kinder die Teller ausgeleckt, verlangten sie lärmend Dessert. Es klopfte ziemlich energisch. „Das Dessert, das Dessert!" schrie das Quartett. Statt des Kellners mit dem Nachtisch trat der Direktor ins Zimmer. Sie Kinder fuhren wie elektrisiert empor und flogen dem Papa an den Hals. Sie Mama rührte sich nicht vom Fleck. „Kinder," sagte der Sirektor, „geht ein Weilchen auf den Mur, ich hab mit eurer Mutter zu sprechen." Sie Kinder gehorchten. Ser Sirektor näherte sich seiner Frau. „Ich biete dir die Hand zur Versöhnung. Willst du den alten Hader begraben und mit nach Hause kommen?" scharf b'e^e Sklaverei? Niemals!" versetzte die Sirektorin schneidend Es entspann sich ein hitziges Wortgefecht. Sie Direktorin verfolgte ihre eigene Taktik und blieb den Drohungen und Bitten ihres Mannes