SiehenerLamilienblätter Nummer 12 SB’pÄ- “to“ K-»"-- - tte “6,5 *"»»>«• »Mississippi — Montana — Morning — Mountain __" wiederkost» Sotftai(?"mma “r fid)" "2(f>Cr haben Sie denn keinen Munkepunke^ . . Der Rechtsanwalt prustete nur so los. Ich straffte mich bewußter und weiter^ Ab'll'h b' ,0 -9Ut 0in9- Der Rechtsanwalt prustete sm" » er ^"ben Sie denn eine Ahnung, wer neben Jbnen fleht? irh "0 s ,0U5 Paulas Buch — Die Auferstehung der Dämel Eben las ^. dast man jetzt überall Munkepunke tränke O - da mMen Sie *ÄU e^mlV'^ '«'bst einen Cocktail mischen!' " i 91,1 77-“*^' I)ier flog er mir nun von einer engliftben Lord, »achter entgegen. Sie viele Bekannte man hatte, die einen angeblich frhnn “,e0e" ber gastronomischen Neigungen schätzen — hier trat ich mir selbst zum erstenmal m meinem Leben sozusagen als Legende entaeaen ^ehl !®l;nsle doch wohl kaum noch irgendwie komisch aussehen? Mockte «««“ "et- nut aus ÄS bÄrftaÄ?Ä^Knen ‘für W etgeAlich von einer Lordtochter gar nicht anders erwartet d^si ” der^Mni^e'". Wunder, daß die Gesellschaft von dem plötzlichen Erscheinen der Mylady keineswegs ganz entzückt war, daß ein leises Getuschel unter ben Samen anhub: wie man nur so laut lachen, roi« man so ech kü?z« Kleid tiagen dürfe, einen solck-en Wuschelkopf haben und aar erft^fn tanzen könne. Und wenn ich bislang in meinem Leben eigentlich nur in XTen ^toumen tanzen konnte, in der schnöden Wirklichkeit dagegen stets ,Ä ™ es Wir zogen es vor, bald unseren Platz in der Hotelhalle wieder mit. iuM^ren “m °, Le$r wohlschmeckenden Munkepunke-Cocktml zurück, zu kehren. Was bedeutete uns noch die Gefellfchaftl 6 a plötzlich ergriff die Mylady leidenschaftlicher meinen Arm- Wollen S>- mit mir um die Welt fahren - als mein Pressechef? Ick min f.hr b-tuhmt werden. Mein Name und mein Bstd mußin jeher LL Ich wil?in ^nh- "ob°n Sie in den nächsten sechs Monaten zu {ärgern 0$ w'll m Snbien auf einem weißen Elefanten reiten. Ich muß in Afrika L°wen schießen. Ich will den Krieg in China sehen. Sie müssen sich bis wstgeii Abend, nein, bis heute Abend um sechs Uhr entscheiden ?lus- gestattet werden Sie in Paris, wohin wir morgen Abend fahren. Ihr Frack ist wohl schon einige Jahre alt? Im weißen Smoking müssen Sie ganz gut aussehen. Wollen Sie ober wollen Sie nicht?" „,,^'n Herz klopfte mir bis über den Stehkragen hinaus. Das war nun die Stunde des großen Schicksals. Zittern befiel mich. Ganze sechzehn zu betifen .innrf.i ni.x /r__,,g ^öchlaf war nicht zu denken, einerlei, wie auch meine Entscheidung ausfallen würde. Sie nhckf!. nm xe9atlD au,5tc?!Ien — denn '... Ach, was hatte ich alles in den »» riuk ®od)en ZU erledigen, an Aufträgen, Rechnungen, an Freundschaft, ?*!, Lwbe — ja, ich muß es schon gestehen. Verwurzelt, verankert, ver- kettet war ich in Dutzenden von Beziehungen, über deren Zwang ich mir nie dar geworden war. Die weite Welt, die mir nun plötzlich offenstand ach, ich wurde sie je und je nur in meiner Phantasie besitzen in meinem engen Zimmer, zwischen meinen Büchern und meiner Schreib- maiänne, an meinen einsamen Abenden und auch an denen — schweig« mein Mund, verstumme 0 Lippe! Glück, das mich vielleicht immer betrogen hatte — anderes Gluck, das d" lachend, blond, mit Wuschelkopf unb leuchtenden Augen vor mir saß, noch einen Munkepunke-Cocktail befteüte und immer lauter lachte - nach sechs Monaten, wenn Reise und mein Pressecheftum beendet waren, wenn ich wieder zwischen meinen »udjern und meiner Schreibmaschine saß — wie unglücklich würde ich sein, doppelt betrogen, nun da ich Reichtum, Ruhm, weite Welt frei mein eigen genannt hatte — doppelt unglücklich .. „ wenn Sie nun doch nicht ja sagen können," hob die Mylady noch metallisch leuchtender ihre großen Augen, „so schenke ich Ihnen zur Trost. Von Friedrich de la Motte-Fouqu«. * Wenn alles eben tarne, Wie du gewollt es hast, Und Gott dir gar nichts nähme Und gab dir keine Last, Wie wär's da um dein Sterben, Du Menschenkind, bestellt? Du müßtest fast verderben. So lieb wär dir die Welt! Nun fallt — eins nach dem andern — Manch süßes Band dir ab, Und heiter kannst du wandern Gen Himmel durch das Grab; Dein Zagen ist gebrochen, Und deine Seele hofft; — Dies ward schon oft gesprochen, Doch spricht man’s nie zu oft. Ruhm »md Weite Welt. Ein Erlebnis von Munkepunke. So hell die Lichter durch den großen, menschenwogenden Saal brann- «n, jo fröhlich das Lachen all der tanzenden, elegant gekleideten Mengen an mein Ohr kam, so verführerisch die Jazzband den allerneuesten ^igo arophonte geigte, posaunte - es zog mich plötzlich in die ein- &"er Hotelhalle hinaus ... wie wenn all meine Sinne um eine kleine Pause gebeten hatten. Der junge Rechtsanwalt Martin kam mir zigaretterauchend ent- ,,'.'L""9wellen Sie sich auch ein bißchen?", fragte er lächelnd. ,. ..H.°j''ch verneinte ich. „Aber man muß doch einmal etwas Luft scyopsen! * 1 * * * ,. .hätte, ich für Sie eine kleine Abwechslung gehabt. Schriftsteller sind doch immer hinter Erlebnissen her." ’ Abermals muhte ich verneinen, wenngleich noch weniger bestimmt berU' eben. Und da hatte mich auch schon so etwas wie'Neugier gehockt. „Mit weicher Lockung wollten Sie mich etwa reizen?" „Ja — das ist schon etwas ganz Außergewöhnliches, muß ich Ihnen a6en '^•tU°^tete>.berr Rechtsanwalt. ,Lch weiß selbst nicht, ob "das Im ms Stunde ist, die Dame anzurufen. Sie wohnt nämlich hier ra sber T Unb b,efer Freiheit, heute Europa mit jedem anberen Erdteil für Monate vertauschen zu können. Ich wage es ge- fl?u 'elfphvnieren. Wenn die Götter uns günstig sind - na, Ihnen fo en bie Augen uberge!)en! Und schon gingen wir zu einer Telephon- äeUe hinüber. „Bitte Zimmer 428! Ja — hier Rechtsanwalt Martin. Verzechen Sie gütigst, Mylady, daß ich oi« zu so ungewöhnlicher habe?° werden' ,felbft |a J.ür n[^s Ungewöhnliche Verständnis Pinh 'tl„ b - tmi,r,Jd)on verzeihen. Was — Sie langweilen sich? n-, , n,.ilm funf bihr nachmittags zu Bett gegangen, haben Ihr Theaterbillett verfallen lafien, lesen? Melange kann es denn dauerns b ° angezogen sind. Wir haben hier unten im Hotel ein kleines frikh Pnh'r '"'"el groß es Abendkleid genügt völlig. Unb baß Sie nicht rehuon 6 lehrpf -t^r blonder Wuschelkopf ist auch unonbutiert sehr fteflen mäÄfp h bCrl Schriftsteller, den ich Ihnen gern vor- I11 bem DOn Ihnen vor chwärmte unb ber Ihnen nun gern '.-gen möchte. Also in einer halben Stunde? Das P sehr Me ÄMpp» lUr €lns Iefen Sie denn gerade? Paula von Rezn cek — - b?nÄte\r-S>^et?rFnb es gefüllt Ihnen? Das freut mich sehr ihr in wli t Verfasserin und werde Ihnen noch näheres von der Halle " "o" ^aben' ^0 ffuf Wiedersehen — wir erwarten Sie in meinem Öeben°S ^el prophezeit. Zum erstenmal in Sie finh Ihp In r ner -"g''lchen Lorbtochter küssen, tomito f!inb komisch! , lachte sie mich an. „Und ich kann auch sehr sch sein, rote man mir sagt. Aber bevor wir zu Ihrer Gesellschaft Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger Jahrgang 1928 Zamstag, den 11. Februar ' ~ des Verfassers, und Ruhe auch ..... ----- v . seine Kollegen besucht. An diesem ^xrWSÄS. -<<■»§ »ill roeiter jedenfalls zurückreichen als bis zu i^m. rme so oft, auch h WSUWW SS* ä* ÄÄÄ S7i.1L KÄÄ?» ™ SSVMS!MMMVWMMS *SyyS6'S.“ iS"ÄÖä*i«I MLS-SWWWM lalls in der glücklichen Anordnung und systematischen Heraushebung aller Besonderheiten w^i^ beste Lehrbuch der Graphologie wir meinen das der subjektiven Fehlerquelle in Wahrheit »» verwandeln wäre. Und des ihn reist, der gleichen Ahnung des letzthin doch UnergruEickM, Unaus- sprechlichen, überall nahe zu sein, und vor allem — weil auch oas ,yn "°^Wie ÄÄant'zum Beispiel, ist es da, im "H°n^ch der Graphologie" des berühmten Lombroso ernleitungswe.se aus den überhaupt Ersten unseres Wissens hingewiesen zu sel-en, von dem schon «n nchüges Werkchen existiere, (würden die meisten hier Nicht höchstens aus Ito vorige oder vorvorige Jahrhundert raten?). Wer was da Lombroso>zwar einen „formlosen Versuch und eine „rohe Methode der Untersuchu.ig nennt, das erweist sich als ein bereits 1622 von Camrllo Bald o, Arzt und Professor zu Bologna, gedrucktes Schriftchen: ,,De ratione cognos- cendi mores et qualitates scribentis ex ipsius epistola, sive de dwi- WMS8W erst der Franzose jk 1 n)u , j0 «462) nieder, beurteilt skizze mck (schon H«n»s Buch enthielt uvngens rjmiger ? 6 & ÄÄ-Ö'S mann, der sich schon lange daran “ “XX' w Gk haben I dem Gedanken, Lehrer des Volkes zusein, unterzuoro en ^^brner su wä "ä. Ltmst Ära1* sariftt 8? Sm. SÄ® «• ä g,?„“fc5Ä.” ss j SäSsää- es»® SS&ssX' .« uni«, tu,,. WIW ÄE » ä - -31* lafl»n°S ^non über zweüausend Pferden als Lithographien, meinem Marstall von uver zweuu -pi Draht, Bmsen, WWMWW Ä Ä1S S fSSÄÄttÄä'A" *"-* *■* Z-MWtzMMMWZ leise lächeln muh. Interessantes Zur Geschichte der Graphologie. Von Dr. Anselm Ruest. non der Feder ab, sondern von der Gewohnheit, so kann man fd)Iie6®”' daß er in seinen Handlungen ungleichmäßig ist. Andererseits, wer, eine schnelle, gleichmäßige, elegante Sckrift besitzt, der man das Wohlgefallen an der materiellen Arbeit des Schreibens an sich anmerkt, der ist gewiß kein Gelebrter und auch kein Genie; denn wer soviel Sorgfalt aus eme SL S verwendet und sie so liebevoll behandelt, der wird selten durch Ätelligenz und Klugheit glänzen". Nachdem Valdo dann noch andere Zeichen angegeben hat, fügt er hinzu, „daß man, umi aus der SMrist einer Person richtig die Natur zu erraten, notwendig ihre wahre knickt gekünstelte) Schrift zur Hand haben muß, speziell die vertraulichen daß man bei dieser Wissenschaft ober — Kunst (denn auch die Kunst yai kein Alter, ist ewig jung und ewig alt) sich stets so am ersten Anfang spätesten Ende fühlen kann? . . . ,r So mögen wir getrost von diesem Baldo aus auch wieder zweieinhalb Ä“.’1Ä“Ä ««“f'Sn'T.«|.3w"k’13 ®“'£ v L « selbst ^so' charakteristischen Leipziger „Illustrierten Zeitung . Von diesem Nz- dm ich keinen Augenblick anstehe, geradezu einen genialen, mit * 3 - * Kis' R—.TÄÄg *^-;ÄÄ Ä WL ÄKAZ »M " - ■- " blaue Sehnsucht mit grüner Liebe . H°nd। au s,Aerz ehr- vielleicht überall s> rische Fr< teil bloß nicht Dich fast alle kleine M büchern i diesem $ kommenl heute sch herbeizuf Fünf; seefchissa! das reici Sohn ei Unteroffi stein mit zeuges, ! Schiffe i dankens Bauer f Konstruk im Kiele dem Erf Baue Projekte schicken i könnt n 81 r i ft o der G lageruni lon do: bot der konnte i Der ohne L englische 1578 mi Untersee selectai tiraum heit die zu über der Be Viel und Pi scheu O reiche 1 Schorle doch ui zweifell Auch 21 noch ist ernstha B o y l struktio nauer zehn $ Rudere gekann feuil eine L fahrt . in Dr< des scheint De Beschr den 2 Fische: biader garnit die W ihre 2 geschie und if erdach chen, ten a Balla auf d 3i wasch Röhr oberf oentil Boot feind an ei Land Papi t t t e n 6 l€ N N rr re in r- r- sic n, Kit >ie ilb en ies ies er« len ;cn IDlf fier em mit )irb icht ner zu •ft- «ie° iein, Her wir iben ,eine icten jeift« oben ichen ) ge- mnte ehr- riefer i der ntlich nicht gten" alle Mer ", die legte erteilt l und eficht- öfter« miles, er als teilt): in di« Menen it und Schul- ligkeit haben abener tat in n, wie Wan< Sym- ifonne rngens fe lebt „Unser schlage, hologie ir, wie kann? iter - unter den Spiegel der Fulda hinabließ. Der Versuch gelang vollstän^g, doch muhte man damals in dem abgeschlossenen Hefsenland praktisch nichts 6anSa5 erste Todesopfer der Unterseeschifsahrt war der Engländer D o y. Er hatte sich zuerst 1773 mit feinem Tauchschiff 10 Meter tief unter Wasser gesenkt war dort 24 Stunden verblieben und dann mit eigener Hilfe wieder an die Oberfläche gekommen. Am 20. Juni 1774 wiederholte er den Der« such mit einem neuen Schiss im Hasen von Plymouth. Er Hutte rn einer Wette eine Tauchtiefe von 400 Meter angegeben! Day nahm drei Pfahle, einen weißen, einen roten und einen schwarzen, mit sich, um durch ste Zeichen zu geben. Der weiße sollte ein gutes, der rote ein mittelmäßiges und der schwarze ein schlechtes Befinden anzeigen. Es erschien aber gar keiner Dans Freunde wurden unruhig und baten den Sapüan der nahe- liegenden Fregatte „Orpheus" um Hilf«. Man wandte alle Mittel an, um das Schiff zu i)eben, brachte es auch fünf Faden herauf, aber dann brachen Sie Werkzeuge, und Day war verloren. Zwei Jahre spater macht« der Amerikaner David Bushnell mit seinem Unterwafserfahrzeug „Turtte den ersten Angriff mittelst Ansatztorpedos auf das englische Linienschiff „Eagle", jedoch ohne wesentlichen Erfolg. !Bom letzten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts an wehren sich die Vorschläge au Unterseebooten. Bemerkenswert sind zwei deutsche Projekte aus diese? das des Landshuter Mediziners Prof. I. A Schultes von 1792 und ein von 1798 stammender Plan der bayerischen Ingenieure Josef v Baader und Georg v. Reichenbach. Aus Schultes Entwurf, der wegen Mangel an Geldmitteln nicht ausgefuhrt werden konnte ist bemerkenswert, wie die Frage der Lufterneuerung gelost werden sollte, durch Lustmagazine mit komprimierter Luft. Baader und Reichenbach dachten an ein kleines Tauchschiff für zwei Mann mit der Bestimmung, unter Wasser eine feindliche Flotte im Hafen anzugreifen und durch GPTutti533a3SÖiftne5 her, daß der Amerikaner Robert Fulton sein Projekt eines Unterseebootes, das er 1797 bereits vergeblich dem fran- aäfifchen Marineministerium angeboten hatte, dank einer Dotation Napo- leons nir Ausführung bringen konnte. Die Versuche mit feinent zigarren- ßrmiaen Nautilius" gelangen sogar recht gut. Aber obwohl Fulton am 3. Juni 1801 bei einem solchen Tauchversuch vor ^ Prüfungskommission erfolareich ein altes Schiff zu sprengen vermochte und am 27. August r. Stunden unter Wasser blieb, fand er weder in Frankreich noch in der I Folge in England und Amerika genügend Interesse. Die Bemühungen die- ! (es fyerDorragenbften Pioniers der Unterseeschifsahrt blieben so.n.t un- I ruchtbar. Die weitere Entwicklung führt dann über M°ntgeLrys Ueberflutungsschiff (1825), über L. Phtllipps (1844 ff.), W. Bau er (1849 ff.) ufm. in langfamem Fortschreiten zu den neueren U-Boottype , bei denen in erster Linie die Namen Gymnote, Goubet, ZedLe, Laubeuf und Holland als Piomere zu nennen sind. Das Kartenhaus. Novelle von Alfred Bock. Der^erwähnte Pater Werf en ne veröffentlichte im Jahre 1834 die Beschreibung eines Unterseebootes, das dazu bestimmt war, im Kriegsfälle den Boden feindlicher Schiffe zu zerstören. Es befaß die Form eines Fisches. Als Waffe führte das Fahrzeug Kanonen an Bord, die Colum- biaden genannt wurden. Seine Stückpsorten waren durch eine Venti.- garnitur verschlossen. Mersenne äußert bereits die Ansicht, daß Sturme nur die Wasseroberfläche beeinflußen, und daß die Magnetnadel unter Wasser ihre Wirkungsweise nicht verändere. Der nächste, dein wir in der Frühgeschichte des Unterseebootes begegnen, ist der italienische Mathematiker und Physiker G. A. B o r e 11 i (1683). Die Tauchvorrichtung des von 'hm erdachten Entwurfs bestand aus zwischen Platten angeordneten Schlauchen, die mit dem Außenwafser in Verbindung standen. Wurden die Platten auseinandergezogen, fo trat Wasser in die Schlauche em, wirkte als Ballast, und das Schiff sank. Wurde das Wasser durch Pressen der Platten auf die Schläuche daraus entfernt, fo trat die Hebung ein. Im Jahre 1661 konstruierte Denis Papin, der Erfinder der Dampfmaschine, ein Tauchschiff. Um die Lust zu erneuern, führte er eine lederne Röhre, die von einem hölzernen Schwimmer getragen wurde, zur Wasseroberfläche hinauf und erfand den heute allgemein üblichen Zentrifugalventilator. Außer dem verschlossenen Einsteigeschacht befaß das Papinsche Boot noch besonders abgedichtete Oeffnungen, um Sprenggeschosse an feindlichen Schiffen anzubringen. Das Boot wurde stark beschädigt, als es an einem baufälligen Kran in die Fulda Hinabgelaffen werden sollte. Der Landgraf von Hessen-Kassel gab nochmals die Mittel her, und es gelang Papin, ein zweites Tauchboot zu bauen, mit dem er sich im Mai lbV2 ®0,*IWI „ertolen.) Nach d«m Essen haben wir einen Gang ins Göltzschtal gemacht. Und S'w-wj*‘ zögere er, etwas auszusprechen, was ihm auf der Seele lag. Nach einer W^Guff Vater, ich will mich nicht belfer machen wie ich bin. Als lunger Mann kommt man mit allerlei Weibsleut' zusammen und ißt manchen Apfel, in den man besser nicht gebissen hatte. Bis dahin hatte ick' vor den Mädchen so keinen rechten Respekt gehabt. Die Hermine bat Ibn mir beigebracht. Ja die! Die ist so rein wie ine Sonne am Himmel. Und ist keine heimliche. Klar und wahr. Wenn man sie sprechen hört, wird man murremausstill und kommt sich ganz erbarm ich v ^ Den kleinen Haushalt führt sie allem. Und kocht auch. Dreimal in oer Woche gibt sie armen Leuten das Essen. Ueber der $ausarbeit vergißt sie die Bücher nicht. Ihr Hauptpläsier ist, draußen zu sein, ^den Baum kennt sie und jede Blume. Und freut sich darüber wie ein Kind. Dann hat sie ein gut Gemüt!" fiel der Rendant ein, der mit wachsendem Jntereffe der Erzählung feines Sohnes gefolgt war. nöen Sonntag war ich wieder in Greiz. Einmal auch in der "Woche, 's war ein wunderschöner Abend. Ich saß wit der Hermine im Scklloßvark. Die Lindenbäume standen in der Blute und gaben einen Dust daßP man wie burmelig war. Die Hermine sprach von ihrem feligen Vater und feinen weiten Reisen, wo er immer für den Fürst Quartier bestellen mußte. In Italien hat er jed Wrnkelchen gekannt. Er war eine sanfte, fröhliche Natur, und in seinem Haus war Frieden und Einigkeit. In Mailand hat er sich eine bvse Erkaltung geholt. kam krank heim und starb. Acht Tage später haben sie seme Frgu hnaus- getragen. Damals war di« Hermine erst vierzehn Jahre a t. ^ie yar aber non klein auf einen festen Willen gehabt und nahm sich vor, beim Onkel Grützner nicht müßig zu fitzen, sondern sich nützlich zu machen. Und wte ich hr Leben so vo/mir liegen sah, war mir's gerade als tat i* über ^«n Sviegel hinqucken. Da war kein Stäubchen drauf. Und über emeii^piegei ying [ieb, hast aber keine Courage, Ar'k?u sagem" Aüfein^L 7an!Von der StadVher eine wun^chöne I Mulik3 Da habe ich mir ein Herz gefaßt und habe mich bei ihr ausge- I tnrodien Und sie hat mir die Hand gedrückt. Und bann haben wir uns verlobt.' Den Sonntag danach habe ich dein Onkel Grützner aUes vor« I -»-stellt Der war es zufrieden, hat mich beifett genommen und hat mir Agt-,Ne Hermine3hat zwanzigtaufend Mark, sie ist .nündig und kann darüber verfügen. Ich will Ihnen einen guten Rat geben - könnt 'Ihnen einfallen, daß Sie sich selbständig machen wollen. Das liegt jetzt so in der Zeit. Lassen Sie's fein bleiben und behalten Sie Ihre gute Stelle. So haben Sie keine Sorgen und können leben wie der liebe Gott in Frankreich." . „ lackte ibn grade das Visionäre, das befreiende Stichwort Ä l Er Kunst, und verursachte ihm bereits ooiel geniehe- riff Ueuben 'daß ihm Ä« breite, romanhafte Verwertung im Gegen- s ^blotz Langeweile^ verursacht hätte. Und doch: müssen Graphologen vÄit Di^ttr Romanciers, Dramatiker fein? Warum verachten umgekehrt herbeizuführen? Aus der FrühzeiL des U-Booles. Von Graf Carl v. K l i u ck o w st r o e m. ftünfüa Jahre sind es etwa her, daß der deutsche Pionier der Unter« ieetoSrt Wilhelm Bauer, in München nach einem bewegten Leben, da?rÄ an Enttäuschungen war, die Augen schloß. Zu D.llmgen als Sohn eines Chevauxleger-Wachtmeifters 1822 geboren, wachte er als Unteroffizier in der bayerischen Artillerie den Feldzug in Schleswig-Hol- j ftein mit und geriet 1849 auf den Gedanken, mittels eines geeigneten Fahr- leüges das er „Brandtaucher" nannte, unter Wasser unbenierktie,ndtiche Sdüfte durch Bomben zum Sinken zu bringen. Die Frucht dieses Gedankens war Deutschlands erstes Unterfeeboot. Vor 75 Jahren konnte Nauer [einen ersten erfolgreichen Verfuch mit einem Tauchboot seiner 1 Konstruktion in voller Größe aussühren, das aber bei einer Probefahrt im Kieler Hafen im Februar 1851 sank, wobei die Bemannung mitsamt *** Projekte und Versuche finden wir schon in weit älterer Zett. Torauszu- Mcken ist, daß die Taucherglocke bereits den Kulturvölkern der Antike be- ! könnt war, wenngleich wir keine klare Beschreibung von ihr besitzen. Aristoteles erwähnt die Taucherglocke aus Erz, und A lex an de ! der Große verwandte diese bei Feldzugen, zum Beispiel bet der Be- ! laaeruna von Tyrus im Jahre 332. Auch der vielseitige Techniker Phi« Ion von Byzanz (um 230 o.Chr.) kennt die Taucherglocke, und Hero- d o t berichtet von einem Taucher, der 80 Stadien weit unter Wasser gehen konnte und vermutlich in einem Taucheranzug steckte. Der Gedanke eines Unterfeeschiffes, der wohl an den Taucheranzug ohne Luftschlauch anknüpst, taucht zum erstenmal in einer Schrift des englischen Mathematikers William Borne „Inuentwns or Deuses 1878 m>f Und der deutsche Mathematiker Magnus Pegelius hat der Unterseeschiffahrt in feinem 1604 erschienen Werk Thesaurus rerum selectarum ..." gar ein ganzes Kapitel gewidmet: ''Nav'Auw^wari- ] timum sive subaqueum“. Pegelius erkennt schon nut erstaunlicher Klar beit die Prinzipien der Unterwasserfahrt und die Schwierigkeiten, die dabei zu überwinden sind, wie die Frage der ßufterneuerung, die Beleuchtung 1 Melleich? ist der^ erste Erbauer eines Tauchbootes der holländische Arzt und Physiker Cornelius Dreh bei (1572 bis 1633), von diesen ltteran- [chen Quellen angeregt worden, als er 1620 in der Themse eine erfolgreiche Unterwasserfahrt unternahm. Drebbel ist nun zwar: nicht als der Scharlatan anzusehen, als der er allgemein verschrien war, ab« er ist doch ungeachtet mancher Verdienste immerhin ein P^ie lenmacher von xmeifelbafter Qualität, der oft mehr versprach, als er zu leisten vermochte. Auch Augenzeugenberichte über seine Themsefahrt besitzen wir mcht. Den- noch ist an der Tatsächlichkeit des Ereignisses nicht zu zweifeln, da « von Saften Gelehrten, wie Marin M e r s e n ne (1644) und Robert Boyle (1660) hinreichend gut bezeugt ist. lieber die Große und Konstruktion des Dredbelschen Unterfeebootes im einzelnen sind mir nicht genauer unterichtet. Nach Boyle faßte es eine Bemannung v°n etwa fun- iehn Köpfen und schwamm in einer Tiefe von 12 bis, 1> Fuß. Zwölf Ruderer trieben es vorwärts. Daß Drebbel einen geheimnisvollen Apparat aefannt habe, der der ßufterneuerung diente, wie der AbbL de Haute« feuille 1680 behauptete, ist mehr als unwahrfchemlick). Vermutlich hat eine ßufterneuerung überhaupt »'41 stattgefunden, da die U"terwasferfahrt nur wenige Stunden dauerte. Daß König Jakob i, von England in Drebbels Tauchboot gefahren fei, wie Harsdorffer, der Schöpfer des „Nürnberger Trichters" behauptet, ist unerroiefen und wenig wahr- So trug Leonhard seine Liebes- und Berlobungsgeschichte vor, und die Freude verklärte sein Gesicht. „Da kann man gratulieren", sagte der Rendant und rückte an seiner Brille, wie er immer tat, wenn er von einer wannen Empfindung hin- genommen ward. Diesen Leonhard mochte er doch wohl zu streng beurteilt haben. Kein Zweifel, daß Herr Grützner in Greiz als ein vorsichtiger Geschäftsmann über den Verehrer seiner Nichte Erkundigungen eingezogen und eine günstige Auskunft erhalten hatte. In der Tat, wer es zuwege brachte, sich solch ein tüchtiges und wohlhabendes Mädchen zu erobern, war kein Windbeutel, uxir ein ganzer Mann. Vor den Augen des alten Herrn stieg das Glück des bräutlichen Paars wie ein glänzender Stern empor und er pries sein Geschick, daß ihm vergönnte, nun auch jein Sorgenkind geborgen zu sehen. Die Vergangenhe-it war ausgelöscht, die Gegenwart war erfreulich und von der Zukunft durfte man das Beste hoffen. Drum fort mit den Bedenklichkeiten, fort mit den Grübeleien, die ihm das Leben vergällten. Wie zur Bekräftigung dieses Entschlusses erhob er sich und durchmaß mit raschen Schritten die Stube. Plötzlich unterbrach er seine Wanderung. Das war alles recht gut und schön, aber da war doch noch eine Wolke, die die freie Aussicht verwehrte. In Plauen ging es flott her, das hörte man aus Leonhards Worten heraus. Allem Anschein nach hatte er manches liebe Mal über die Stränge geschlagen. Sollte ihn da nicht wieder der Spielteufel ins Garn gelockt haben? Oder hatte der feine Macht an ihm verloren? Jetzt, wo er vor einem neuen Lebensabschnitt stand, wo er im Begriff war, das Schicksal eines braven Mädchens an das feine zu ketten, mutzte man sich darüber Gewißheit verschasfen. Das war Pflicht, war Gewisfenssache. Das Mitztrauen, kaum eingeschläfert, wurde in dem alten Herrn wieder wach. So trat er vor seinen Sohn und sprach: „Du weißt, was hinter dir liegt, hab ich in keinem Brief an dich berührt. Ich möchte dich aber jetzt etwas fragen. Sage mir die Wahrheit! Hast du in Plauen wieder gespielt?" Eine jähe Röte überflammte Leonhards Gesicht. „Ja, Vater," antwortete er, „ich habe wieder gespielt." Der Rendant trat unwillkürlich ein paar Schritte zurück. „Also doch!" „Ich habe gespielt," wiederholte Leonhard, „habe gewonnen und verloren. Aber ich gebe dir mein Ehrenwort: von der Stunde an, daß ich nach Greiz gefahren bin, habe ich keine Karte mehr angerührt." Der Rendant schien diese Versicherung zu überhören. „Du hast mir erzählt, wie offen deine Braut gegen dich gewesen ist. Hast du Gleiches mit Gleichem vergolten? Hast du ihr gesagt, daß du in einen Spielerprozeß verwickelt warst und deinen Leichtsinn hast teuer bezahlen müssen?" Leonhard senkte den Kopf. „Nein, Vater, das habe ich ihr nicht gesagt." Der Rendant zog die Brauen zusammen, seine Stimme klang hart und rauh. „Offen gegen offen. Das Fräulein hat ein schönes Vermögen. Ehe sie sich einem Spieler anvertraut, wird sie sich das noch zweimal überlegen." „Vater, der Wille tut alles. Ich habe den festen Willen, nicht mehr zu spielen." Der Rendant machte eine Handbewegung. „Das habe ich schon einmal von dir gehört. Wie lax du in deinen Vorsätzen bist, bas hast du bewiesen!" Leonhard sprang auf. Die Adern schwollen ihm an der Stirn. „Nimm's wie du willst. Mich schlecht zu machen bei meiner Braut, das brauch ich nicht. Und tu' ich nicht!" „Du hast die Wahl," entgegnete der Rendant mit erzwungener Ruhe, „entweder du schenkst ihr reinen Wein ein ober tu ich's." Leonhard trat ans Fenster und schaute mit düsteren, zornerfüllten Blicken hinaus. Ein guter Vater, ein vortrefflicher Vater, der den eigenen Sohn in der Achtung der Braut erniedrigen wollte. Mit welchem Rechte maßte der Alte sich an, die Vergangenheit aufzurühren? Gewiß, er hatte wieder gespielt, doch seit die reine, keusche Liebe in sein Leben getreten war, hatte sich alles um ihn und in ihm verändert. Aus einer neuen Kraft und Festigkeit heraus hatte er die Höhe gewonnen, daß er feine Spielwut von Grund aus verdammte. Nun, da er ein anderer geworden war, sollte er Beichte ablegen bei seiner Braut, sollte sich demütigen und belasten? Die Folgen waren unberechenbar. Vielleicht, daß diese törichte Aufrichtigkeit sein ganzes Glück zerstörte. Aber war das wirklich möglich? Seine Braut liebte ihn, vertraute ihm von ganzem Herzen. Was er ihr auch gestehen mochte, ihre Gesinnung gegen ihn blieb dieselbe. Davon war er fest überzeugt. Wenn der Alte sich letzt einbildete, er werde als seines Sohnes Ankläger erscheinen, sollte er sich gründlich täuschen. Er wandte sich um. „Du wirft nicht in die Verlegenheit kommen, Vater, mich bei meiner Braut zu vermafeln. Ich selbst werde ihr alles sagen!" „Nun, bann sind wir ja einig", versetzte ber Rendant trocken. Den Rest des Abends sahen Vater und Sohn steif wie Pfähle einander gegenüber. Ihr Gespräch berührte dies und jenes, aber ein herzlicher Ton klang nicht dazwischen. Am andern Morgen trat Leonhard die Rückreise nach Wauen an. — Das Haus des Optikers und Instrumentenmachers Grützner in Greiz war ein alter Fachwerkbau, dessen Fassade auf acht Feldern stark verblaßte Fresken aus der Geschichte Johannes des Täufers schmückten. Die Vergnügungsreisenden, die die Stadt besuchten, wurden unfehlbar vor das Grütznersche Haus als eine Sehenswürdigkeit geführt. Ehemals Eigentum der Kirche, war es zu Beginn des vorigen Jahrhunderts in den Besitz einer Beamtenfamilie gelangt. Von dieser hatte es der Optiker erworben. Im Erdgeschoß befanden sich ber Laben unb bie Werkstütte, ben oberen Stock hatte Herr Grützner mit seiner Nichte inne. Die kleinen Räume waren behaglich eingerichtet. In der Wohnstube mit dem weit vorspringenden Erker hatte aus einfachem Gestell eine Büchersammlung Platz gesunden. Herr Grützner las viel und bevorzugte erd- und völkerkundliche Werke. Wer nicht lieft, pflegte er zu sagen, weiß nicht, warum er lebt Ein wenig von seiner Leselust war auf seine Nichts übergegangen. Dich war zuerst auf einen Journalzirkel abonniert und las die in Fortsetzung erscheinenden Romane, wobei sie durch die Vielseitigkeit der Gsschehnch und die Menge der Personen keineswegs verwirrt wurde, sondern einer Erzählung zur andern wie aus einer Stube in die andere schrch Mit einem Male war sie der Unterhaltungsschriften überdrüssig und g® zu den Büchern ihres Onkels. Mancherlei darin erneuerte das Andenken ti ihren Vater, dessen wundersame Reiseberichte noch wie fernes Meern brausen in ihrem Ohr klangen. Obzwar ber Hoffourier die halbe M burchwanbert, hatte er mit einer großen, ja leidenschaftlichen Liebe m seinem Vogtland gehangen, von dem er behauptete, daß man es desto mei schätzen lerne, je weiter man sich von ihm entferne. Dies starke Gefühl ft die Heimat lebte in seiner Tochter fort. Während ber guten Jahreszeit oti ging keine Woche, daß sie nicht die Umgebung der Stadt durchstreifte uij auf ihre Weise die Natur belauschte, wobei alles für sie eine höhere D®, hing gewann. Der Kreis ihrer Kameradinnen war von Jahr zu Ich kleiner geworden. Die einen waren verzogen, die andern hatten sich t» heiratet. Wie überall liefen auch in ber guten Stabt Greiz die Herren d« Schöpfung ben hübschen Lärvchen nach. Hermine, die weder schön w« noch es scheinen wollte, stand unbeachtet neben den Mädchen, deren Rch Augen und Sinne der Männer bezauberten. Höchstens, daß sich ihr eii paar Geldgierige näherten, die ihr Vermögen ausgewittert hatten, bete Absichten aber so durchsichtig waren, daß sie von vornherein abgewich wurden. Ungeachtet dieser traurigen Erfahrungen war Hermine teinesroeji verbittert, sondern schaute mit klaren, fröhlichen Augen ins Leben h.nim An jenem Pfingsttag in Jocketa hatte die Liebe ihr Herz beschlichen, ui! die Stunde im Schloßpark, da der junge Kaufmann ihr seine Neiguq gestanden, hatte ihr Schicksal besiegelt. Vor vierzehn Tagen war Lew Hard aus der Heimat zurückgekehrt. Als guter Sohn hatte er feinet Baker gebeten, ben Bund zu segnen, den er eben geschlossen. Das hch der Vater getan, wie Leonharb sagte. Allein die seltsame Erregtheit, bi sich seit seiner Wiederkehr bei ihm bemerkbar machte, beunruhigte he» mine. Billigte Herr Schmittborn die Verlobimg nicht und scheute ft Leonhard, die Wahrheit zu gestehen? Letzten Sonntag hatte es ihr c ber Zunge gelegen, daß sie ihn fragen wollte, ob er etwas vor ihr w berge. Hernach hatte sie doch an sich gehalten. Unterdessen war ein Bch von ihm eingetroffen, worin er über seinen Gesundheitszustand tlagk Er sei, schrieb er mit zitteriger Hand, von heftigen Kopfschmerzen » plagt, so daß es ihm schwer falle, seiner Arbeit im Geschäft gerecht zi werden. Das alles steigerte ihre Angst. Wenn er heute kam — darüb« war sie mit sich einig geworden — würde sie offen mit ihm sprechen. lieber der Stadt schwebte Glockenklang. Arbeiter unb Handwerksleutz sonntäglich gefleibet, zogen in Scharen durch die Marktstraße, in der toi Haus des Optikers lag. In der Erkerskube schaute Hermine nach ihn«' Bräutigam aus. Sie hatte ihn früh um neun bereits am Bahnhof (t wartet. Er war nicht gekommen. Sollte er am Ende ernstlich ertranü fein? Aber warum gleich das Schlimmste denken! Er mutzte sich wohl tw jpätet haben. Vor einer Viertelstunde war der Elsuhrzug von Plami eingelaufen. Den hatte er sicher benutzt. Richtig, da bog er um die Bit Trug ein Bukett in der Hand, sorgsam in Seidenpapier eingehüllt. Sie [loj ihm entgegen. Ein paar Minuten später saßen sie traulich beisammen. „Wie gebt dir's denn?" fragte sie besorgt. „Mir geht's wieder gut", behauptete er, aber sein bleiches Aussehen fein müder Blick bekundeten das Gegenteil. Sie sah ihn forschend an. „Ich habe rechte Angst um dich gehabt." Er streichelte ihre Wange. „Du bist gut, Minele! Ein paar Tage war ich wirklich bös baiteto Eigentlich war ich mehr verärgert als krank. Na, was vorbei ist, soll mm vorbei fein lassen. Jetzt wollen wir mal von was anberm sprechen. Hoff zu: eine Neuigkeit! Ich habe ein Nest für uns zwei." Sie schlug die Hände zusammen. „Herr Jemersch, wo denn?" „In der Tischendorfftraße, Nummer sechzehn." „Das ist nicht weit vom oberen Bahnhof." „Ganz recht. Die Wohnung ist im dritten Stock. Drei schöne grch Zimmer mit allem Zubehör. Und nicht teuer. Vierhundert Mark." „Nu gar!" „Unb was viel wert ist, wir sind gleich im Freien." „Das ist famos!" ! „Gelt, das paßt dir? Die Sache hat aber noch einen Haken. Md müssen per ersten Oktober mieten." „Schatz, das geht nicht", sagte sie bestimmt. Er runzelte die Stirn. „Warum geht's nicht?" , „Erstens werde ich bis dahin mit meiner Ausstattung nicht fertij unb zweitens will ber Onkel nicht, daß wir vor Weihnachten Hochzei machen." „Der Onkel, immer ber Onkel", fuhr er auf. „Ich denke, du bist dck eigner Herr." „Das bin ich," erwiderte sie ruhig, „deshalb weih ich doch, was ff meinem Pflegevater schuldig bin." „Gut," sagte er großmäulig, „dann werde ich die drei Monate Mied bezahlen." Ein Schatten flog über ihr Gesicht. „Das wirst du nicht hm, Leonhard. Zum Wegwerfen haben mir* nicht. Wir suchen einfach eine andere Wohnung." „Bleiben gelassen!" brach er los, „du kennst die Verhältnisse ® Plauen nicht. So schön und so billig unb so nah beim Geschäft triej) ff so leicht keine Wohnung wieder. Ich lasse mir da nichts hereinschwätz» lind geschieht, was ich will!" Er sprang auf unb schritt in großer Erregung hin unb her. Hermine fühlte, wie ihr das Blut zum Herzen strömte. (Schluß folgt.) Verantwortlich: Dr. Hans Thhrivt. — Druck und Verlag: Drühl'sche Anivers itäts-Vuch. und Steindruckerei. 3L Lange, Giehe«.