Jahrgang 1(928 Samstag, den 9. Juni Kummer übt worden Sf- r™ 9 erwies, daß jenes Verbrechen gar nicht im Streit mit"bem »bl nh°e9ens '£ren Kompetenzkonflikten auch immer S°-viefen werden ® 6 Unb ben Orfen unb mußten öfter zurecht- fie ein »"Ungen und Schwemmungen liebten tagen immer' tm«« fetter, ba^er an recht schönen Sommer- grauen ^efsenn,» 9''"A. Wanderer im fernen Felde sah dann in bie Rauchsäu e e n7 *TI*?-, tytenc bas Aufblitzen eines Richtschwertes, Sende Springen eh.,« Zeheiterhaufens, ober im Flusse wie das glän- emporschnellh iwnem> ^,^e5' menn etwa eine geschwemmte Hexe sich b°stan?ein tzieLL°^ Go tes hätte.ihnen Übel geschmeckt ohne mim Erlesen geschärfte/Sih m,t Strohkran^en vor dem Altar und ohne Aufzüge gab es nirhfSh« r,?bate' Sonfi‘9e Freuden, Festlichkeiten und « Man fann / Q/es ™“r verboten in unzähligen Mandaten, ^chbaren haben fonnM bT^>l b“6 biefc Stadt keine widerwärtigeren ’ E°nnte, als die Leuts von Seldwyla; auch faßen sie SietzenerZamilienbMer Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger US Ä MohrnJ/6, Unb *Sbe1 *bm vuf dem Markt of)ne roeitere^nS&una S D - mnr'C«Ued’enitei^S war, sechs Rutenstreiche A Ln IL sMWMStzW- MMMM-Ts-s ZMZMHHMP MMMWMGZ IÄW Ä‘ d» Sefdwyler Tulpe. Bog Hans Fx g n ck. ®° Ur sehnt unter allen Blüienbechern des Frühlings keine sich, die Sonne fest zu halten. Da der allerletzte Rest der Angst vor jenem Weiß, das von den Dächern an ihrem ersten Tag herabgehöhnt, £** //I will, schreit sie nach Licht. Das bloße Blühen — ihr genügt es nicht. ■ö« wenig, wenn die Sonne nur verschönt! Sorfj tüie ein Xröpfcben von dein ewigen Fließen erhaschen? Weiter öffnen? Dichter schließen? ' ^'tJebe® tut sie sich tiefer auf dem Du. n sbn r/?a<^ J‘9$ie°f, s-e es fester in sich zu. Und sieht nicyt über solchem eifervollen Mühen, wie sie em Teil der Sonne wird in ihrem Glühen. Dietegen. Erzählung von Gottfried Keller. ,den Nordabhängen jener Hügel und Wälder, an welchen iüdlick beldwisla liegt, florierte noch gegen das Ende des ffmhehnten 6tnh-- hunderts die stabt Ruechenstein im kühlen Schatten. Grau und finster war das gedrängte Korpus ihrer Mauern unb Türme schlecht und die Rat mld Burger der Stadt, aber streng und müVr lch und ihre Nationalbeschaftigung bestand in Ausübung der obriakeitlick-n Autorität, in Handhabung von Recht und Gesetz Mandat und «n/r Lung, in Erlaß und Vollzug. Ihr höchster Stchz'war der Besitz eines r*'Usbonne5' Pr°6 und dick, den sie im Verlauf der ‘ Heilen aus verschiedenen zerstreuten Blutgerichten von Kaiser und Re üb so «s*!'»r/.' JhÄhft ’Tgs. i r** nngen, eiserne Käfige hingen auf den Türmen und HNzerne Dreh- ltEr gegeu hre Stadt zurückdrängten. Wo diese siä/mr Webr l-Z-» MWMMMs 1MMZZMM OMMMMZ MSSZZZ herrschten 'Kmo'/hTh9 •?” 3.“&r beschnarchten und an- warfen ^sammelt und die lärmenden Maler mit Kalktöpfen be- £äääs«äSSSE—S SLZW-m?- s- ßWWZMH-MM schien Erfindungsgabe in neuen Strafen I Benehmen'n/rs/m-n^,Nachbarschaft. So wurde ein sreundnachbarliches Sporn n' äer m,n„unher °5bentlilV! rei3en und zum Wetteifer an- be esirne.7To^aiiMhf/9/'" 7Olben versprachen die LldwL aber wenn dennoch em Mangel an Ueßeltätern einfrnt so I auszuliefern und für immer abzuschaffen unb hi# «erbrechen6 in m gehen wollte. Denn sobald sie von irgendeinem I ' «S Bestäti/.n7 ausgeschieden werden. bxst.„ecyen, ,n weiter Ferne begangen, hörten, so singen sie den ersten I machen Ueberemkommens wurde ein Tag anaeketzt oder btoaes fSer fpann*en bie FE-r/bis er bekannte, Haupttreffm 7tätt7flmden'' batt/"'^«^ N c auf welche/ das übt worh-n U zufällig erwies, daß enes Verbrechen gar nicht ver- iünaere J9’ue($enftem fanden sich einige | FS&Ä-ä.'S ÄftTÄU SLLä ?uch wirklich in zahlreicher Abordnung, brachten den freundlichen 9trA b°r" mit lustigem Aufwand und filhrten ein Fäßchenchresäl^st?» ® r^wems Mit nebst einigen schönen silbernen und veraoldeten Ehren, h»L^rre"' ®am,t betörten sie denn die jungen Ruechensteiner Herren denen ein ungewohnter Sonnenblick aufgina lo alückllck tv» ,,v verleiten ließen, statt unverweilt heimzukehren' mit den Verführern na jjann Doch einmal lockt es auch den anspruchsvollsten Naturschwar , in es schier verzaubert und überrascht durch seinen selbstgewebten Glanz. -L dieser Zeit ist über allen Sumpf, über jede Torfkuhle, über Bruch- treisen und Moorwiesen ein weicher, weißer Flaum gesponnen. Ein chnceiges Wollgrasmeer ist in Helles Frühlingsgrün gebettet und spiegelt n seinen Hellen Wasseradern den blauweißen Himmel wieder. Das ist Sie schönste Zeit des Moores, und sie verdient, daß man sie nicht mit Verachtung straft. Zur Moorblüte schlägt mein Lied in Dur um, ich moduliere und harmonisiere ohne Kontrapunkt und Komposstionsgesetz. Ich rufe deM Kiebitz nach, schwatze wie die Bekassine, locke mit dem Suinpfhuhn um die Wette und lausche der Rohrdommel die Weise ab. Mich reizen Sonnentau' und Goldenes Frauenhaar, Porst und Wacholder, Kiefern- lerzen und Birkenruten; ich fühle den Schleier der Nebelfrauen, den ich mutwillig zerreiße, und lasse mich durch das magische Licht der Irrwische chrecken, begegne dem Wassermann und dem Moorweib und pfeife auf alles, was sich in Kunstgebärde spreizt. Auch ich ging einst durch die „Lyrischen Revolutionen" eines Arno Holz angesichts des umwälzenden Alluviums, ich stieß mit dem Lin - de sch en „Charon" an schwankende Ufer, ich kämpfte mit Pfemp- . serts „Aktionen" gegen ewige Vertorfung und belud mich mit zeit- gebundener Kriegslyrik, von zeitlosem Moorkampfe umgeben. Ich rannte mit der künstlichen „Menschheitdämmerung" des Pinthus gegen natürliche Offenbarung eines weltumspannenden Schöpfungsgeheimnisses, an dem jeder Durchschnittsmensch vorbeihastete. Ob ich auf „Silber- gaülEit" kitt oder zu dem Stramin scheu Pagoden „Dada" stammelte, das düstere Moor kubistisch faßte oder konstruktivistisch linear und exzentrisch zerlegte, ob ich mit Zeih Doppel-Anastigmat arbeitete oder den weisen Hypothesen der Geologen mein Ohr lieh, immer kam ich nur entfernt an das heran, was in mir ist, was auch im Moore steckt und letztlich alles Irdische verbindet. Ich stammelte Worte und rang um (Mürben, ich suchte den Schöpfer und fand Geschöpfe. Doch wohin habe ich mich im Moor verirrt? Auf meinem Tische steht ein blaues Glas, das die Farbe des Junihimmels leuchten läßt und aus dem verstaubte Wollgrasbüschel in die Sonne blinzeln. Sie mahnen mich, daß ich den Strauß, wie nun schon seit zehn Jahren, wechsele. Das Jahr ist um, und morgen geht es in das Moor, den neuen Busch zu pflücken; denn das Wollgras steht in Blüte. Mir würde etwas fehlen, bliebe diese Vase teer. Das alte Wollgras ist schon arg zerzaust, so daß es mir die krausesten Gedanken gab. Ich verspreche, daß sie mit den alten Stengeln in das Feuer wandern sollen. Neues aus Paris. Bon Julia Virginia Laengsdorff. Es ist nicht mehr das Paris der Inflation, wie man es im Ge- düchlnis hatte. Wohl flutet der Menschenstrom nach wie vor; wohl gleiten die Autoschlangen unvermindert in ihren fünf, sechs Reihen über die großen Boulevards ... Aber der Einheimische ist es wieder, der die Situation beherrscht: Paris gehört von neuem den Parisern. Richt zu seinem Nachteil. Und wahrhaftig, man hätte noch lange nicht aus der Herbheit beider Kastilien zu kommen brauchen, um den Zauber zu ve- fpüren, den diese Stadt nun einmal ausübt. Weich ist die Luft am Seineufer, sinnlich weich, und sie flimmert silbrig um die Gegenstände, wie wir das von Monets und Sisleys Bildern her kennen. Nichts von harten Ecken, scharfen Kanten. So sind auch die Menschen, die diese Erde hervorbringt, voller Anmut, voll naiver Lebenslust; trotz ihrer Schminke oder vielleicht gerade wegen dieser, wegen ihrer Betonung des Äußerlichen. Wohlig sitzt man an einem der unzähligen runden Marmortischchen vor dem Ca$6 de la Paix — das ist ja immer der erste orientierende Vorstoß aller Frischimportierten, schlürft seinen Aperitif, und läßt das große Menschentheater hier am buntbelebtesten Straßeneck vorbeigleiten. Aald wird man wählerischer; geht auf Neues aus. Entdeckt zum Beispiel eine Galerie: „Arcade des Champs Elysdes“, die an Stelle des Palais Dufayel erstanden, einen Anbau des Claridgehotels bildet. Luxusläden zu beiden Seiten mit märchenhaften Auslagen. Zwischen Blumenrabatten und Springbrunnen Cafebetrieb, nachmittags und abends bei Jazzmusik, vann stellt man fett, daß die großen Umbauten aus dem Vorjahr auf dem Boulevard des Italiens und am neuen Durchbruch das Boulevard Hauß- ®änn wie man sich das schon gedacht hatte, immer noch nicht ganz be- °Mei sind. Oder man fährt auch mal ins Bois, wo jede Pariserin, die etwas Mf sich hält, mindestens zweimal die Woche Cer plebejische Sonntag ist * 9 "uszuschalten) in den Morgenstunden durch die Avenue des Acacias, »Ä^ntier de la Vertu“ genannt, chauffiert, reitet, spaziert ... Lächer- «<9 billig — eines der letzten Ueberbleibsel der tempi passati — sind für £ i^sstastarken Ausländer die Taxis. Man kann durch ganz Paris von uue bis auf den Moniparnasse für acht, neun Franken fahren. Das b noch keine Mark fünfzig! Sonst sind jetzt die Preise so ziemlich überall öcs Weltmarkts angenähert, selbst in den kleineren Hotels der Rive ’n *Den großen Warenhäusern schießen sie sogar in manchem oaruver hinaus. L bevorzugteste solcher Etablissements für alles, was der Mensch fiau,-9 , ,uoil der Windel bis zum Sterbehemd, sind noch immer die bet s ui <