chrend ta ergen,ch uschlch«! ;e Donbu id sich « ib wähch. sen, \M ist jedesM tb er »ttlj id), weil« PflegG i angehem chnende, elbst sii, , sah Ht, en; de», c ietnaab, -rächte« te, und n znete uni !M Vvllj, venusei,! lüngolt ch iruminbuti te sein N ihrem M hexe, wch chieße. i beit KP zu versuch« ien KirMs Dietegeux hrak AM e ein lieds chtete inte -lanes, wv- auch d«sZ alblaut, M : heilen, m In, 1°. ekeit^Ä einunS?" in all bas h sie mit W cidaub. und weilt Gesang« k ein zu W ng und m : seinen $* ,it ihm, bi» smen um ® a Zusmi» erwickluHl laufen, * rt suto* i T°E hin bet$* en dülsenM- üichen W nies 8ed«S »ichte bei ® den w«6® n gcwMr es WonllM velche!^ für sie ti l uach S^ i NC"L vom i ei# B it etnem sorg«-'. Z ischunSÄ SiehenerZamilienblStter Unterhaltungsbeilage zum Giehener Anzeiger Jahrgang <928 Dienstag, den 3. Juli Nummer 53 In einem Konzert. Von Hermann Hesse. Die Geigen schwirren hoch und weich, Das Horn klagt aus der Tiefe her, Die Damen glitzern bunt und reich Und Lichtgefunrel drüber her. Ich schließe meine Augen still: Ich sehe einen Baum im Schnee, Der steht allein, hat was er will, Sein eigen Glück, sein eigen Weh. Beklommen gehe ich aus dem Saal Und hinter mir der Lärm verklingt Von halber Lust, von halber Qual — Mir blieb er unbeschwingt. Ich suche meinen Baum im Schnee, Ich mochte haben, was er hat, Mein eigen Glück, mein eigen Weh, Das macht die Seele satt. Musik. Von Friedrich von Stendhal. Im Jnselvsrlag, Leipzig erschien in diesen Tagen eine Taschenausgabe auf Dünndruckpapier, die Auszüge aus Friedrich von Stendhals Werken in übersichtlicher Anordnung enthält. Die Auswahl wurde von Arthur Schurig in meisterlicher Art getroffen und bringt Gedanken des geistvollen großen Skeptikers über führende Persönlichkeiten auf dem Gebiete der Musik, der Literatur und Politik, sowie Aphorismen, Anekdoten, Charakteristiken und anderes. Das kleine Werk führt den Titel „Gedanken, Meinungen, Geschichten" und wird allen Freunden Stendhals eine willkommene Gabe sein (304). Mit Erlaubnis des Berlages bringen wir nachstehende musikalische Betrachtungen, die Stendhal seiner Rossinr- Biographie als Einleitung voraussetzte: Meiner Meinung nach vermag die Musik nur auf den Menschen zu wirken, wenn sie seine Phantasie entsprechend der ihn beherrschenden Leidenschaft bildlich erregt. Durch einen mittelbaren, aber sicheren mechanischen Vorgang nimmt die Musik jedes Landes die Farbe seiner Regierung an, denn diese formt die Seelen. Von edlen Passionen erlaubt man tm unfreien Italien der Gegenlvart nur die Liebe. Mit dem Tankred ist die Musik kriegslustig geworden, anderthalb Jahrzehnte nach den Wundern von Areole und Rivoli (1796 —97). Bor jenen großen Tagen, die Italien erweckt haben, spielten Krieg und Waffentaten keine Rotte in der italienischen Musik. Wie hätten Menschen, denen der militärische Ruhm verschlossen loar, und die im Waffengebrauche nur Werkzeuge der Anmaßung und Unterdrückung sahen, den Reiz der Kriegsstimmung ahnen können? Anders bei uns. Bei der Geburt der Musik in Frankreich ist auch gleich ein Heldenlied entstanden: Allons enfants de la Patrie ... In den dreißig Fahren, seitdem die französischen Komponisten italienische Musik nachmachen, ist nichts von gleichem Werte geschaffen worden. Bei uns in Frankreich, too die Liebe nur eine Leidenschaft zweiter Ordnung ist, erstickt unter der Eitelkeit und dem scharfen Witz der Nation, kopieren Blinde etwas, was sie nicht sehen. Die Musik hat nur Wirkung auf die Phantasie. Beeinträchtigt ivirbjie "«ich das Gedächtnis. Im Augenblicke, da man eine schöne Melodie hört, erinnert man sich der Traumgebilde des kleinen Romans, den sie in uns °t erstehen lassen, als wir sie zuletzt gu unserem Entzücken hörten. Alles P dahin. Unsere Phantasie ist verweht, und die Musik ist nicht mehr die mmächtige Fee in unserem Herzen. Man ist kaum noch imstande, sekundäre Mrkungen zu empfinden, subalterne Borzüge, etwa die technisch vorzüg- stche Ausführung. Das Schöne in der Musik wechselt alle dreißig Jahre. Um die durch .verursachte Geschmacksveränderung festzustellen, brauchen wir des- Mb nicht über Cimarosa und Paesiello zurückzugehen. Als diese beiden Eister um 1800 zu schaffen aufhörten, hatten sie seit zwanzig Jahren alle Ueater Italiens und oer ganzen Welt mit immer neuen Werken versorgt. Imiv ■ oder ihre Mache war des Reizes des Unvorhergesehenen ver- fat» ^stvvgen. Der liebenswürdige alte Pachiarotti erzählte mir einmal tim, i ~ während ich seinen englischen Garten bewunderte, die Schach- wÜ7e.n des Kardinals Bembo und seine in England gekauften herrlichen mnl j — er habe ehedem, in Mailand, Abend um Abend, manchmal fünf- ebe ^stimmte Arie von Cimarosa wiederholen müssen. Ich gestehe, euren derarttgen Exzeß der Liebe und Torheit einer ganzen Stadt bettÄtE.- , ^nnen, mußte ich mir dies durch eine Anzahl Augenzeugen "sttmache ? en‘ kann das Menschenherz eine solche Berrückthett lange Wenn uns ein Lied, das wir vor zehn Jahren gehört, immer noch Ber- gnügen macht, so hat sich die Art des Vergnügens geändert. Die Melodis ruft uns die angenehmen Vorstellungen zurück, die unsere Phantasie bamoM beglückte. Neues Entzücken entsteht nicht. Eine getrocknete Blume zaubert uns dermaleinst einen schönen Tag unserer Jugend zurück. Musikalische Eindrücke sind stärker als dichterische. Eine Oper Cimarosa- wirkt mächtiger, als die schönste Dichtung, etwa Latta-Rookh von Thoma- Moore oder Das befreite Jerusalem von Tasso, well Musik auch stark körperlich ergreift. Die Mathematik bereitet uns stets das nämliche Vergnügenr sie hat feste Grenzen. Die Musik ist ein grundanderes menschliches Genußmittel. Sie gewährt grenzenlose Lust; immer sich gleich aber und stettg ist ihr Genuß nicht. Kulturstudien, historische Gestalten, Romane, schöne Verse, alles das, was auf der Klaviatur unserer Genüsse zwischen der Mathematik und der komischen Oper steht, schenkt uns umsomehr Genuß, je länger wir uns ihnen ivibmen. In der Musik dagegen gibt es nichts Festes. Dieselbe Oper, die uns heute das lebhafteste Vergnügen schafft, langweilt uns brd Tage später unsagbar ober quält gerabezu unsere Nerven, vielleicht nur, well in der Nachbarloge eine Dame sitzt, die eine kreischende Stimme hat, oder weil es zum Ersticken heiß im Saale ist, oder weil unser Nachbar unruhig sitzt und unseren Stuhl hin und wieder berührt. Der durchaus physische und mechanische Genuß, oen die Musik den Nev- ven des Ohres bereitet, indem sie sie bis zu einem bestimmten Grade vo« Spannung zwingt, dieses körperliche Vergnügen bringt offenbar das menschliche Gehirn in einen gespannten, empfänglichen Zustand, indem es den Hörenden angenehme Visionen zeigt. Wie in einem Rausch empfindet er Vorstellungen, die ihm in anderem Zustande kaum Vergnügen bereite«. Ein berühmter neapolitanischer Arzt sagte zu mir gelegentlich des tolle« Erfolgs von Rossinis „Moses in Aegypten" (im Theater San Carlo 1818): „Fügen Sie zu den Lobpreisungen, die man Ihrem Maestro zollen kann, den Ruf eines Mörders hinzu! Ich kann Ihnen mehr als vierzig nervös« Fieber- und Krampfanfälle an jungen Frauen infolge von übermäßigem Musikgenufse nachweisen, und zwar ist das Gebot der Juden im dritte« Akt schuld mit seinem süperben Tonwechsel. Derselbe Philisoph — denn er verdiente diesen Ehrentitel — war der Meinung, zur Musik gehöre Halblicht. Zuviel Helle beunruhige den Sehnerv ; Seh- und Hörnerv aber zugleich anzustrengen, übersteige die Gehirnkraft. Es wirkt wohl noch etwas anderes mit, fügte Cotugno hinzu: die Elektrizität des Körpers. Um für die köstlichen Visionen der Musik voll empfänglich zu sein, muß man von jedem anderen Menschenkörper isoliert sein. Die Luftschicht um uns muß musikalische Atmosphäre werden. Zum reinen vollständigen Genuß muß sich der Mensch isolieren wie eine elektrische Kraftzelle. Zwischen mir und meinem Nachbar ist mindestens ein Zwischenraum von dreiunddreißig Zentimetern vonnöten. Die animalische Wärme eine- fremden Körpers beeinträchtigt den Mnsikgennß. Ist man bereits lange Zeit Liebhaber der Zauberin Musik, so stelle« sich, bei wirklich guter Musik, nur noch uns faszinierende Visionen ein, dis im Zusammenhänge mit der Passion stehen, die zur Zeit in uns herrscht. Jedwedes Vergnügen ist doch nur Illusion, und je mehr jemand wirklich Bernunftsmensch ist, umsoweniger ist er empfänglich dafür. Der Zustand, in den die Musik den Empfänglichen versetzt, befähigt ihn zur Träumerei und zärtlicher Liebe. Pirsch auf den Bock im roten Rock. Von T. von Wildungen. Das Schönste und jagdlich vielleicht das Höchste ist für mich, aber wohl auch sonst für manchen alten, weidgerechten Jäger, die Pirsch auf den Rey- bock, sobald er vollständig verfärbt und das Gehörn sauber gefegt hat. Wen« das Rehwild fein rostrotes, sommerliches Kleid angelegt hat, und jeder dürr- belaubte Ast und Busch, jeder kranke Wacholderstrauch, unter der braunen Färbung ein Reh vortäuschen wollen, bann ist es die rechte und beste Zeit, auf einen guten Bock zu pirschen. Meinem Junge», dem fünfzehnjährigen Sekundaner, habe ich versprochen, daß er in den großen Ferien den ersten Rehbock schießen sollte; kaum war der zweite Ferientag heran, da wurde ich an mein Verspreche« erinnert. Punkt 6 Uhr nachmittags stand der leichte Jagdwagen mit den beiden Eisenschimmeln vor der Tür. Unter Weidmannshellgrüßen und Winken von Mutter und Schwester fuhren wir ab. Auch sie wußten, daß Sohn und Bruder heute seinen ersten Rehbock schießen sollte, und das war eben in einem Jägerhause ein Ereignis besonderer Art. In einer guten halben Stunde waren wir im Revier. Der Wagen blieb in dem nahen Dorfkrug zurück, und wir wanderten fürbaß, wennschon es noch reichlich früh war für die Pirsch. Die Sonne stand noch ziemlich hoch, und der „Alte vom Bruch", der Bock, den ich ihm zugedacht — die Forst- und Waldarbeiter nannten ihn wegen seines grauen Geäses den „Griesicke" — trat vor den Sternen nicht heraus... Die Sonne ist zur Rüste gegangen, und nur noch einige goldrote tonten und verblassendes Mendrot am fernen Horizont zeigen die Stelle, wo sie seinem roten zum Teil auch in der Praxis im tYHtrhp im cillapmeinen aut behänd r.V. dai Rauchve'rb'ot in allen Gefängnissen aufgehoben, ein und unter Freudentränen sprechen seine Lippen heiße Dcmkesworte für den ersten Wirklichen Jagderfolg, zu dem ich ihm verholfen habe Der nächste Gedanke aber ist der: „Wie wird sich bloß Mutter freuen !, Werd- gerecht breche ich den Rehbock auf, dem Jungen jeden Handgriff genau Zeigend und erklärend, denn auch das Aufbrechen will wohl verstanden und gelernt sein. Dann hänge ich den Bock an eine Kiefer, damit er richtig aus- schweißen und auskühlen kann. Run schneide ich einen Bruch von emer m die Schonung eingesprenkten Edeltanne, ziehe ihn durch den frischen Schweiß am Einschuß des Rehbockes und überreiche ihn nach, Weidmannsart auf dem Weidmesser meinem Jungen. Der steckt ihn an feinen Hut unb nun ist die Freude für ihn erst vollkommen. Stolz trägt er Jemen Rehbock den halb- stündigen Weg zum Wagen, keine ganz leichte Arbeit, denn der ,,Älte wiegt anfgebrochen sicher über vierzig Pfund. Schon kurz nach sechs Uhr sind wir wieder zu Hause. Kelten und Kerker in Ruhland. Bon E. v. Ungern-Sternberg. au dP betont mm,' aber *—^toir müssen ihn erst ^ank werden lassen. Morgen irüb bei Sonnenaufgang sind wir hier an derselben Stelle zur Nachsuche... Früh um 3,15 Uhr am nächsten Morgen stand er fertig zur Jagd gerüstet an meinem Bett. Auch den Kutscher hatte er schon geweckt. Noch vor vier Uhr sind wir draußen am Anschuß. Em herrlicher Sonnenaufgang steht uns bevor. Eben stechen die ersten Strahlen des aufltetgenben Tages- gestirns wie goldene Lanzen in den Morgenhimmel. Welch emzigschones Naturschauspiel ein Sonnenaufgang im Walde imHochsommer.Etwasso erhebend Schönes für mich, daß ich nicht anders kann, als andächtig versunken dieses gewaltige Spiel der Naturkrafte auf mich wirken zu lass em Es bleibt immer der siegreiche Kampf des Lichts gegen die Finsternis. Billionen demantene Tautropfen auf Gräsern, Blattern und Blüten leuchten und funkeln in dem bunten Farbenspiel der blitzartig aufzuckenden Strahlen der Morgensonne. Purpurglühend und grün golden, wie durch die mit hohen Spitzbogen gekrönten Kirchenfenster eines mittelalterlichen Domes, so flammen die Lichter durch die Kuppel des mächtigen ^aubwaldes und ein goldschimmerndes gleißendes Waldweben entzückt das Jagerauge. Alles entfaltet sich wieder frisch und gekräftigt zn neuem Leben, -Ls neuer Arbeit. Das Trompetengeschmetter der aufftetgenben Kraniche, bie lauchzenben Lieder von tausend froh erwachten Vogelstimmen, das Summen, Ziryen und Fiedeln der Käfer, Bienen und der bunten Schar der Insekten, alle diese Töne vereinigen sich harmonisch und steigen m^rauschenbcn^Akkorben^wie eine gewaltige Jubelouvertüre gen Hn - - - - ist es die rechte Zeit, die Schweißfährte des „Alten vom Bruch zu ver- ^^Wir folgen der Schweißspur von gestern Abend, die allmählich zunimmt, und an der Stelle, wo der Bock den Graben, der das Bruch von der Kiefernschonung trennt, überfallen hat, finden wir auch helleren blasigen Schweiß. Für mich ein sicheres Zeichen, daß der Bock nicht mehr weit von dieser Stelle, wahrscheinlich verendet, liegen muß. Ich lasse den Jungen allem weitersuchen, denn er soll seinen ersten Bock selbst finden. — Richt lange wahrt es und ich höre ein jauchzendes „Horrido". „Joho", antworte ich, und schnell bin ich zur Stelle. Da sehe ich ihn liegen, den starken Bock m V *™ "" " Rock, den alten heimlichen Gesellen mit dem grauen Grind — „Gnesicke . Bor ihm kniend meinen Jungen, das selten starke, kapitale Gehörn betrachtend und streichelnd. Wie er rn'ch 1 *.*”** ------- Dje Geschichte der Gefängnisse Rußlands könnte als Kulturgeschichte bewertet werben. In der grausamen Zeit Iwans des Schrecklichen liebte es der Großfürst, persönlich in Begleitung des blutdürstigen Miljuta Skura- tow die Keller des Kreml zu besuchen, in denen kettende adene «Bojaren eingeschlossen waren. Er unterwarf sie eigenhändig der Folter, hetzte ferne Bären auf die Wehrlosen ober bnrchbohrte sie mit fernem Hanbspeer. Seme mit Hunbeköpfen bekleidete Leibgarde, die Opritschniki, jagten und metzelten die Menge nieder, wenn Iwan der Schreckliche am Turmfenster des Kreml lehnte und in seiner düsteren Phantasie von Bolksverrat träumte. Auch zur Zeit der ersten Romanows wurden die Sitten nicht titel milder. Peter ber Große zog es zwar vor, Männer, gegen bte sich fern Zorn richtete, eigenhändig zu knuten, als sie köpfen zu lassen, aber dennoch schloß er fernen eigenen Sohn Alexis in das finstere Grab der Peter-Paul-Festung auf ber Newainsel ein unb verurteilte ihn zum Tode. Die Henker hatten auch unter seiner Regierung viel zu tun. Seine Gemahlin, Katharina I., bte nach ihm den Thron bestieg, verbrauchte den zehnten Teil der Staats- einkünfte (eine geschichtliche Tatsache!) für den Kauf von schweren Sud- weine,i für ihre Tafel. Sie hatte wenig Muse, sich um Politik und Staats, verbrechen zu kümmern, dafür ließ sie aber ihren Günstling Menschikow nach Gutdünken regieren, dessen Widersacher bald die Kerker füllten. Ihre Nachfolgerin Anna Iwanowna, die Nichte Peter des Großen, war m Grunde eine gutmütige Frau, sie kümmerte stck.mehr um ihren Günstling Biron von Kurland als um die «Regierung. Aber der Chef der Geheimen Abteilung, des Preobrashensky Prikas, mußte chr jeden Morgen Bericht erstatten. Bisweilen besuchte sie auch persönlich die Kerker und wohnte ber Arbeit der Folterknechte bei. Ihren Koch ließ ste emntal im Aerger mi Gefängnis werfen und köpfen, weil er ihr LiebImgsragout verdorben hatte. Unter Anna Leopoldswa von Braunschweig und unter der Sarin Elisabeth, der Tochter Peters des Großen, wurden bte Sitten allmählich | milder, und die Folter wurde zur Seltenheit, dafür aber wurden die Großen des Reiches, wenn sie den Unwillen der Zarinnen erregt hatten, m die eisige Wildnis Sibiriens verbannt. Menschikow, Biron, Minnich, vor denen I «Rußlanb gewittert, ™t?™9 von uns geschieden ist. Ruhiger ist es iM Revier geworden und wohltuender Friede lagert auf Wald und Wiesen. Leicht nur spielt der Abendwuid m den Wipfeln der Eichen unb Buchen. Ewige Krähen streichen krächzend ihren Horsten entgegen, ber Eichelhäher muß auch jetzt noch kraxend unsere Anwesenheit melben, Fledermaus und Nachtschwalbe ziehen über die vom Tau bereits erguickten Wiesen, und eben leuchtet der erste Stern am Nacht- himmol auf. Langsam pirschen wir dem Wechsel zu, den der Urian bisher I regelmäßig gehalten hat. Im Bruch ist es nock, lebhaft. Dort fallen eimge Eliten mit lautem Klatsch auf einer «Biente em, PuhlenschnepfeuudBecka- fine ziehen quarrend über das Moor, und dort streicht auch bte erste Eule laut mit den Flügeln klatschend nach Aesnng. Wir bleiben einen Augenblick stehen, da schaut daS freche Gesicht von Meister Reinecke hinter emer Brnjen- kaupe hervor. In seinem Jagdeifcr hat er uns Nicht eräugt, .lnschetnend will der rote Freibeuter die Hoffnung auf eine junge Stockente zum Nachtessen noch nicht aufgebett. Du hast Glück, alter Freund, wenn nur heute dem „Griesicke" nicht an's Leder wollten, dann hattest du längst über em paar blaue Bohnen quittiert! Nur noch fünfzig Schritte, bann können wir den Wechsel, auf dem bei „Alte vom Bruch" kommen soll, gut übersehen. Kaum zwanzig Schritte finb wir weiter gekommen, da winke ich meinem Jungen „Halt zu, schaue I durch das Glas und wirklich, bas muß er sein. Nur emcn schmalen, roten Streifen ber obersten Rückenlinie eines Rehes vermag ich zu sehen, trotzdem erkenne ich ein auffallend starkes Stück Rehwild, da- ettva zehn Schritt vor uns in dem Bruch äst. Ich kann das Gehörn noch nicht ansprechen unb muß warten, bis der Bock einmal das Gease hebt. Aber jetzt habe ich das Gehörn im Glase unb sehe zwei wunderbar geperlte, schwarzbraune, starke Stangen mit schlohweißen Enden, etwa fünf Zentimeter über die,Gehöre hinausragend. Auch den grauen Kopf stelle ich fest: es ist der ,, Alle . Mem Junge hat den starken Bock erkannt. Sein Herz schlägt so, daß ich neben chm empfinde. „Ruhig, ganz ruhig", flüsterte ich ihm zu. Das Buchsenlicht ist noch gut, und ber Bock äst ganz vertraut. Den etwa zwanzig Meter entfernten Weidenbnsch möchte ich noch erreichen, da stellen wir besser gedeckt und haben den Bock auf etwa siebzig Schritt, die richtige Kugelschuß entfernunq. Dem Jungen winkend, schieben ton uns geduckt m die Deckung. Doch jetzt wird es auch langsam Zeit für den Schuß, bte «chatten der Nacht sinken tiefer. Noch einmal flüstere ich dem Zungen zu: „Borderlauf hoch gehen und Mitte Blatt fahren lassen! Zuerst aber emmal Bock!" Nein, unmöglich — so geht das nicht, die Mündung geht,a w e em Lämmerickiwanz hin und her; — absetzen — Ruhe! Als letztes Mittel hole ich meine kleine Feldflasche, die ich mit Sognal gefüllt auf der Jagd für alle Fälle immer bei mir trage, hervor und gebe dem Jungen emen kleinen Schluck. Er schüttelt sich nach dem „Nippen", aber jetzt wird er ruhiger. Aufs neue schlägt er an und absetzend flüstert er nur zu: »Jetzt war ich sehr gut aus dem Matt!" Ich hatte wohl, gemerkt, daß dw «Mündung ruhiger stand und raunte ihm zu: „Na beim m St. Hubertt Namen, laß fahren. Noch drei Sekunden, ich beobachtete scharf durch das Glas, da fahrt em roter, feuriger Strahl aus ber Büchse des Jungen, und dreifach löst der Knall das Echo in den nahen Bergen. Der Bock macht eine hohe Flucht , aber mir war es so, als wenn ich einen Kugelschlag gehört habe. Dann verhöre ich ineiter wie der Alle" Icntflfcnri abzieht und/ anscheinend krank, IN der hohen Kiefernschonung verschwindet. De,- Junge will natürlich sofort auf I wenig“ am B/e ber Zaren. Elisabeth ließ den in Schlüssel- den Anschuß, und wieder muß ich zu:.Besonnenheit in°hnm. Zunachfi 3«« ^^"enjungeii Zaren Iwan III. ermorden. Katharina die muß wieder geladen werden, danach gehen wn aus den- An,chi^um $ I 9 ^9 J ^^scha von ihrem verschrobenen Mann, Peter III., dem dieser verbrochen ist, suchen ton uach Schweitz und Schmtthaare ®r B Mr ^^!v, aber man sprach bereits von Menschlichkeit Aber es dunkelt bereits merklich und, nachdem wn uns etwa eine halbe I °^bNMischenwürde Eine verfeinerte Lebensweise verurteilte jede über- Stunde vergeblich gemuht haben, mache ich den Atzten Besuch in Pf I - iRogejt „nd ber Adel und die Beamtenschaft traten zum ersten Mal mit einem weißen Taschentuch den Boden am Anschuß ab. Da endlich zeigt offenen Gegensatz zum leibeigenen Volk. Der Aufstand Pugatschews, sich ein Tropfen Schweiß ans dem Tuch, und gleich danach«bei dem Schweiß ^^gHiflewoSfen wurde, füllte zwar wieder,die Kerker finde ich auch Schnitthaare. Jetzt durfte ich zu dem Sgy“1" •’ I b „ab dem Henker viel Arbeit, aber es lebte sich leichter und freier m Ruß- „bedrippter" Miene dastand, als wir solange keinen schweiß s« ' I 9Während der kurzen Herrschaft des Soldatenzaren Paul I. Trostwort sagen: „Der Bock hat die Kugeh^undL denke, wn werden ihn | °nd als guvor^ .^nn er erwachte, ob er sich nicht am Mend im Gefängnis ober aus dem Wege nach Sibirien befinden wurde, und wer im Gefängnis saß, konnte am Abend unerwartet das höchste Ehrenamt be< kleiden' das hing nur von der Laune des Zaren ab. Eine moderne Kultur, die dem Zeitgeist entsprach, kam für Rußland erst mit der Regierung Alexanders L Man darf das alte Rußland nicht einer besonderen Barbarei reiben denn auch in den westlichen Ländern, unter Heinrich VIII. von Eng and unter den Stuarts, unter Ludwig XII. und XIII., waren bte Sitten nicht viel milber. Aber Rußlanb hat stets eine oft von höchster Kultur ub^ tünchte Wildheit gehabt und behalten, die ich nur durch den Bo kscharakter durch die ungeheuere Ausdehnung, durch Klima unb durch ben orientalischen ®in$UOn eüwmttchttgen Gefängniswesen kann in Rußlanb erst seil- der Zeit t I Aleranbers I. gesprochen werben. Vor allem schaffte ber Zar endgu g Folter ab Knute unb Peitsche blieben aber für die Gefangenen bestehen. ' 1 In langen Etappen, an Eisenstangen geschmiedet, wurden i« Fnß und auf Flachbooten bie Ströme hmanf zur Zwangsansieblung n i ©ibirteu getrieben, unb bort, wenn sie entlaßen »«rben wt feur.gen * gebrandmarkt. Es scheint, daß Kaiser^Alexander . selbst,von Reue u seine Beteiligung am Vatermorde nach ememAijentjate'n zur Verbannung nach Sibirien verurtellte und,ds Einsiedlerseina :b steigen in rauschenden Akkorden wie I beschlossen hat SeinBegräbnissoll Sarg M.« “Ä s* I feÄ S&WÄÄ;,;)! schciullchkeit. Es liehe sich viel über die Greuel, die zur Zeit Nik II < noch in den Gefängnissen Üblich waren, beruhten. Ueber die Epoch i|t gilbe je W§, über bie schrecklichen Zustande in Sachalin usw., ave i. । Vergangenheit, aus der sich allmählich unter «Ille janb ' um' ■, | laus II. das moderne russische Gefangmswesen bis zu den Tag - I sturzes entwickelte. fs.etrl gtevo* 1 Seit dem Beginn des Jahrhunderts und namentlich s«t lutionsjahre 1905 stand das russische Gefängniswesen m der Th^ * - ' ’ ‘ m ” !-i Zeichen der Humanität. Äeta digemeinengut behandelt, wenn Ausnahmen vorkamen, So n>at das meistens Ausschreitungen der örtlichen Verwaltungsbehoroe: . für bei nd- tau 4nb us- : in >eiB iein die alb« lte" Uhr chte ebte ra- iren eine eine lten :eml Huch stet tete, inen auf auch , die rats- 5üb« aats- itoro Ihre ir int stling inten wicht e bei r mS jatte. Zarin Mich wßen eisige icnen alten üssel- a die t III., ichkeit über« t Mal ews, feitet Ruß« ml I. Ibenb d wer nt be- ultur, erung rharei Eng« Sitten über« .ratter lischen t Zeit tig die leben. >ge zu z nach Ehen : über ,ro sich Leben noefen iSarg Wahf aus I. Ras' das ist SJlito' sM« Rev»' ie und ingene tvoren !o w« wang, Das Perpetuum mobile. Bon Dipl.-Jng. v. Türtheim. , Der Traum Dom Perpetuum mobile und der Wunsch, eine solche Bor- "chthng zu bauen, hat sich der Menschheit schon in uralter Zeit bemächtigt. Die ideale Verwirtlichung des Begriffes wurde eine Maschine sein, die zu- solge ihrer Existenz int Augenblick der Fertigstellung in Bewegung geriete, m der sie nicht nur ohne jegliche Zuführung von Kraft für alle Ewigteit bleiben, sondern mit deren Hilfe sie auch noch Kraft abgeben, Arbeit leisten, M etwa andere Maschinen in Bewegung setzen tonnte. Daß es auf unserer «tbe, der selbst kein ewiger Bestand zuzusprechen ist, aussichtslos ist, etwas von ewiger Dauer zu schaffen, hat man bald eingeseheu. Man war überhaupt zu allerhand Konzessionen bereit und stellte schließlich als wünschens- wertes Ziel die Erbauung einer Maschine auf, die, einmal angetrieben, die pr ^teilte Bewegung ganz aus sich heraus beibehalten würde, so lange, bis entweder zerstört werden oder sich verbraucht haben würde. Kurz, es Mte schon einen gewaltigen Erfolg zu bedeuten gehabt, wenn es gelungen wäre, xtne solche Vorrichtung ein paar Jahre oder auch nur ein paar Monate, 8“nä sich selbst überlassen, in Bewegung zu erhalten. Schon bald wurden Ihr *tCn *aut' dre von der Unmöglichkeit, dieses Problem zu verwirklichen, tonr s n'Q*'’ der Satz von der Erhaltung der Energie gefunden worden r, bet aussagt, daß Energie irgendeiner Form nur dann in die Erscheinung tnen "enn sie in einer anderen Form verschwindet, und daß die Energie« jj. .8en beifaer Formen genau gleich sind, war die Hoffnungslosigkeit des v.i. Pehmens klar bargetan. Trotzdem fanden sich immer und zu allen £.<