GetzenerZamilieiibMer ' . Unterhaltungsbeilage zum Eichener Anzeiger Jahrgang M7 samrtag, -en 16. Mi Nummer 56 Auf einer Wanderung. Van Eduard M ö r i k e. -Jn ein freundliches Städtchen tret’ ich ein. In den Straßen liegt roter Abendschein, Aus einem offnen Fenster eben lieber den reichsten Blumenflor Hinweg hört man Elockentöne schweben, Und eine Stimme scheint ein Nachligallenchm. Daß die Blüten beben, Daß die Lüfte leben. Daß in höherem Rot die Rosen leuchten vor. Lang’ hielt ich staunend, lustbeklommen. Wie ich hinaus vors Tor gekommen, Ich weiß es wahrlich selber nicht. Ach hier, wie liegt die Welt so licht! Der Himmel wogt in purpurnem Gewühle, Rückwärts die Stadt in gold'ndm Rauch; Wie rauscht der Erlenbach, wie rauscht im Grund die Mühle! Ich bin wie trunken irrgeführt: O Muse, du hast mein Herz berührt Mit einem Liebeshauch. Bayrische Bilder. Von Wilhelm B o e ck. Bamberg, die Bischofsstadt Dbersrankens. Heute wie im Mittelalter ist’das Aussehen Bambergs wesentlich durch den Charakter der Bischofsstadt bestimmt. Nicht nur ist sie durch diese Eigenschaft ein Ziel der gläubigen, in frischer Sonderart erhaltenen Landbevölkerung, sondern mittelbar ein Gegenstand der Sehnsucht jedes Gebildeten. Was kunstfreudige Bischöfe jenseits der Regnitz am Hange der krönenden Hügel von ewigen Kulturgütern errichtet" haben, ist bekannt. Jeder Deutsche, der seine Heimat kennt und liebt, weiß von der Bedeutung des uiertürmigen Domes an der Grenze des romanischen und gotischen Stiles. Er hat in zahllosen Abbildungen die ergreifendsten Skulpturen, die das selbstbewußte 13. Jahrhundert geschaffen, bewundert: den Reiter St. Georg, das Kaiserpaar Heinrich II. und Kunigunde, die sog. Sibylle. Er sollte auch den Reiz des Originales spüren, sich »iederzwingen lassen xoon der Monumentalität, deren Eindruck erst die Größenmaße, das edle Material des gelben Sandsteins, die wahrhaftig vorhandene Körperlichkeit Hervorrufen. Wie das Bedeutende so oft in der Nachbarschaft des Bedeutenderen übersehen wird, so wird meist ein Hauptwerk der deutschen Renaissance im Bamberger Dom bei dessen Erwähnung vergessen: Tilman R i e m e n s ch n e i ü e r s herrliches Grabmonument des heiligen Kaiserpaares, ein Kunstwerk, das allein eine Wallfahrt lohnte. Unschätzbare Werte sind im Doinschatz aufbewahrt; einzigartig vor allem das byzantinische Grabtuch eines Bischofs mit figürlichen Darstel- lungen in vorzüglicher Erhaltung öer Farbe, und drei goldgestickte Kaisermäntel des romanischen Mittelalters. Von hoher Schönheit und Stimmung der Platz vor dem hochgelegenen Dome, wenn die Soinmersonne den Hellen Stein des Chores aufleuchten läßt, von dem sich dräuend und dunkel das Reiterbild des Prinzregenten Luitpold abhebt, wenn die zahlreichen Fenster des stolzen Barockbaues der Neuen Residenz gegenüberblitzen und die derb gepflasterte Fläche des Platzes ein feines Meer von Licht- und Schnttenwollen wird. Um Dürers Grab. Die reichen Schätze der Lorenz- und Sebaldusstadt machen es nicht leicht, den Weg zu dem zu finden, der Nürnbergs größter Sohn gewesen ist. Gewaltig ergreifend in seiner düster» Unerschütterlichkeit gleicht das Dürerhaus am Tiergärtnertor einer Truhe, aus der man das funkelnde Kleinod, das ihr Glanz verlieh, genommen hat. Tiefer Ernst hält >-»-« in?,Mtten Drohungen setzte der Redakteur kaltlächelnden Spott migegen, hir zun Fouchä entließ ohne Gewaltmaßregeln anzuwenden. Schon ein= mal war der Gewe Ler? vom Kabinett des Königs au- direkt gerettet . worden. Das durfte nicht wieder geschehen. «r SUS sür d°n Schaden nicht zu sorgen, @r jal) boshafter aus als je, der noch ei ersuchtiger a s ihr Gemah. sein' Mo Mn- Kammerherrndienste in der Nähe des Königs ^^g^^^uneljmen. KNSSWM 9,toÄ®*'£udlt ml» s-l»° »-I-M m«n»m«t ä« WW n*-« «x sw« » Me - - “*• Abend nicht wiedersehen sollte. ütf „Ich habe den Slber Fouchö kam schneller, als sie dacyre, zuruu. Schreiber des Artikels entdeckt. zu holen?" Sieh sah^ sich um. ^«^nMerte sie Er verneigte sich. Sw Nähe des Königs. "Morgen bei nt«, fluf Pamphlet geschrieben? beugte sich nahe an sein Ohr. ) += Ohnmacht nahe. „Herzog Adolphe von Damville. Sie war einer r, , „Vielleicht aus Eifersucht «»f Ihren GEn. Romantiker fährliche Leute." Andere traten frrt$u, b,e h3JLQ^“ te sollte sie sich K' zu fassen. Wohlveriraut mit Liebesspiel und Jntr g , war, ihn erst Gewißheit verschaffen, und dann, wenn Ad pv sonne schien warm. „ In den Salons wurde seine romantische Liebe zu der schonen Marquise viel bespöttelt. Er grüßte, sie sprach ihn an. „Sie hatten recht, AdolM? Der Minister war zurückhaltend. Ich mußte nut dem König hrnfaon n „Sehr unklug, Isabelle", sagte er leise und neigte sich über ihre Hand. Rasch stieg sie in die große, schwerfällige Karosse, damit die Lakeien nichts zu klatschen hätten und die Eifersucht des Marquis nicht au befreien suchen. Unterdessen nun sollte er in ferner Zelle sitzen, er hatte sie genugsam geärgert Jedenfalls mußte der König noch wahrend des Festes erfahren, was mit feinem jüngsten Kammerherrn ge- ' ^^Dies ^gelang. Ludwig XVIII. zog bei dieser Nachricht die Frauen hoch, was er immer tat, wenn ihm etwas nicht patzte. Dann beschied er Fauche zu sich und sagte kurz: „Lassen Sie den Damen ihre Tänzer. Damville soll Polka tanzen, aber nicht sitzen." So kam es, daß sich am andern Tag Fauche zu sich und |agte kurz: „Lassen Sie den Damen ihre Tänzer. Damville soll Polka atnzen, aber „ixi r:l " So 'fam es, daß sich am andern Tage Fauche und Damville bei der Marquise trafen, wo eine nach jeder Richtung hin ergebnislose Morgen- "^Bon"ber'Marquife aus begab sich Fauche in den Ministerrat. Schwerfällig nahm die stark ausladende Gestalt Ludwigs XVIII. den Sessel des Vorsitzenden ein. In seinen klugen Augen blitzte der Spott des achtzehnten Jahrhunderts, dessen Geist er nie ganz verleugnen konnte, als er seinem Portefeuille die Nummer des Gelben Zwerges mit dem Ordensarmel entnahm und schweigend ausbreitete. Denen, die unter schlecht versteckten Namen darin standen, oder deren Vorschläge bei den jüngsten Ordensverleihungen verspottet waren, wurde etwas unheimlich zu Mute, denn die Kritik des sonst so gutmütigen Monarchen konnte manchmal sehr scharf ausfallen. Fauche, der einem Napoleon ab und zu getrotzt hatte, nahm die Sache auf und nannte den Artikel geeignet, die Regierung in ihrer Gesamtheit lächerlich zu machen und den Einfluß der französischen Presse zu verringern. Der König erwiderte rascher, als es seine Gewohnheit war, daß die Regierung eben ihre Konsequenzen daraus ziehen möge, er sei von Anfang an gegen diese Ordensverleihungen gewesen, und die Minister hätten sie ihm abgerungen, die Regierungspresse sei aber so langweilig wie nur möglich, und ihr Einfluß deshalb gleich Null. Dem Minister, dessen Vorschläge zumeist in Betracht kamen, stieg das Blut in den Kops, er verlor das ruhige Gleichmaß seiner hohen Stellung und rief: „Trotzdem, Majestät, der Artikel ist gemein und ohne Witz." Mit vergnügtem Lächeln neigte der König fein Haupt leicht vor dem Minister: „Ich danke für die Kritik. Den Artikel habe ich geschrieben." Die neue Astronomie der Fixsterne. Von Professor Dr. Adolf Marcuse, Berlin. In letzter Zeit hat die Himmelskunde einen gewaltigen Schritt nach vorwärts tun können, indem sie aus den verhältnismäßig nahen Fernen des Sonnensystems mit feinsten Forschungen in die unendlichen Weiten der Fixsternsysteme vorgedrungen ist. Es handelt sich hierbei um das ziemlich neue Gebiet der Stellar-Astronomie, dessen dem Laien bisher nur wenig zugängliche Errungenschaften neuerdings einen wahren Triumphzug in der Wissenschaft des Weltalls darstellen. Man unterscheidet bei der Erforschung von Fixsternen, die nichts weiter sind als Sonnen ferner Weltsysteme, im allgemeinen zwei verschiedene Arten von Untersuchungsmethoden. Die direkt zu ermittelnden Eigenschaften der Sterne betreffen ihre scheinbare Lage an der Himmelskugel, ihre scheinbare Lichtstärke, ihrt Entfernung von unserem Sonnensystem und das Spektrum der Sterne. Die nur indirekt bestimmbaren Eigenschaften der Fixsterne, die überhaupt erst in den letzten Jahren für Messungen zugänglich gemacht werden konnten, beziehen sich auf die wirkliche Lage der Sterne im Raume und auf ihre absolute Leuchtkraft und Größe. Die scheinbare Sage eines Fixsternes an der Himmelskugel stellt eine schon Jahrtausende alte Aufgabe der Himmelskunde dar, die zuerst im Jahre 150 vor unserer Zeitrechnung, von H i p p a r ch u s, dem eigentlichen Begründer der messenden Astronomie, in Angriff genomrpen wurde. In den seither bis heute verflossenen 2100 Jahren entstanden sehr zahlreiche Sternkataloge, in denen die exakten Positionen der Sterne an der Himmelskugel mit Genauigkeiten bis zu */io Bogensekunden (Vmooo Grad) enthalten sind. In den letzten Jahrzehnten ist diese statistische Kenntnis des Fixsternhimmels durch erfolgreiche Einführung der Photographie für astronomische Messungen in ein ganz neues Stadium getreten. Vor etwa 35 Jahren vereinigten sich nämlich die Sternwarten aller Länder zur Herstellung einer photographischen Himmelskarte und eines daran anschließenden Sternverzeichnisses. Die den ganzen Himmel umfassenden Sternkarten enthalten etwa 30 Millionen Fixsterne. Die auf genauen Ausmessungen der photographischen Platten beruhenden Kataloge liefern vorläufig die scheinbaren Orte von etwa 3 Millionen Fixsternen. Wird dieses große internationale Unternehmen nach einigen Jahrzehnten wiederholt, so erfährt unsere Kenntnis vom Sternhimmel ungeahnte Erweiterungen, besonders mit Bezug auf die Eigenbewegungen 'ber Fixsterne. Diese Himmelskörper entsprechen, wie wir jetzt wissen, durchaus nicht ihrem Namen (stellae fixae), da sie sämtlich Eigenbewegungen zeigen, die allerdings bei den gewaltigen Entfernungen der Sterne uns außerordentlich klein vorkommen. Die scheinbare Lichtstärke der Fixsterne wird nach Helligkeitsstufen ausgedrückt. Diese Einteilung geschieht allgemein so, daß die mit unbewaffnetem Auge sichtbaren Sterne in sechs Größenklassen zerfallen, wobei ihre Helligkeit mit wachsender Ordnungszahl abnimmt. Es ist also ein Stern dritter Größenklasse schwächer als ein Siern der ersten und belftr als ein Stern der fünften Größenklasse. Diese Abstufungen setzen sich im Fernrohr nach bestimmten photometrischen Gesetzen der Lichtabnahme weiter fort, bis zu den schwächsten, mit den gewaltigen Fernrohren der Neuzeit gerade noch photographisch wahrnehmbaren Sternen der 20. Größenklasse. Solche Helligkeitseinteilungen sind natürlich nur scheinbarer Natur, und an sich lassen sie auf die Große der Fixsterne, von der alsbald noch die Rede sein wird, zunächst noch nicht schließen, weil die Entfernung dabei mitspricht. So kann ein Stern 6. Größenklasse er- heblicki größer sein als ein solcher 3. Helligkeitsstufe, wenn die Entfernung des effter,..) non der Erde die des letzteren wefenklich übertrifft. Die Entfernung der Sterne von unserem Sonnensystem (pnnte bisher nach der schon seit etwa 100 Jahren bestehenden Parallaxenmethode «ft für einige hundert Fixsterne mehr oder weniger genau bestimmt werden. Man versteht hierbei unter Parallaxe den Winkel, unter dem vom Stern aus der Halbmesser der Erdbahn gesehen wird. Denken wir uns die jährliche Bahn um die Sonne als Kreis, so wird sich dieser Kreis für die uns näheren Fixsterne in einer scheinbaren jährlichen Verschiebung der Lage jener Sterne am Himmel widerspiegeln. Mißt man also den scheinbaren Ort des Sternes zu verschiedenen Jahreszeiten mit den genauesten astronomischen Hilfsmitteln, so kann man die Parallaxe und aus derselben die Entfernung des Sterns von unserem Sonnensystem bestimmen. Die größte bisher bekannte Sternparallaxe beträgt nur 3/» Bogensekunden, und die kleinen liegen unter Vio Bogensekunden. Als Einheit für solche Par- allaxenbestimmungen hat man neuerdings den Wert von 1 Bogensekunde gewählt und als „Parsek" ober als Sternenentfernungen entsprechend der Parallaxe von einer Bogensekunde bezeichnet. Diese Parsek-Einheit entspricht einer Entfernung von 30 Billionen Kilometer. Früher rechnete man die Sternenentfernungen nach Lichtjahren,- also nach der Strecke, die das Licht mit 300 000 Kilometer Sekundengeschwinbigkeit in einem Jahre zurücklegt, das sind 93/a Billionen Kilometer. Der uns nächste Fixstern, Kanopus, am südlichen Himmel z. B. ist vier Lichtjahre = 37 Billionen Kilometer entfernt. In der nächsten Umgebung des Sonnensystems befinden sich aber Sterne, die bis 154 Billionen Kilometer entfernt sind, während jenseits noch Himmelskörper in mindestens 3000 Billionen Kilometer Abstand liegen. „ In neuester Zeit ist es nun gelungen, sehr interessante indirekte Methoden für die Parallaxenbestimmung der Fixsterne zu verwenden, mit denen die größten Entfernungen der Gestirne vom Sonnensystem ziemlich genau gefunden werden können. Es geschieht dies ganz besonders nnt Hi'fe der Sternbewegungen in den fogenannteh Sternströmen, nut Hilft ber Eigenbewegungen und unter Zugrundelegung der absoluten Lichtstärke der Fixsterne. . . _ . Das Spektrum der Fixsterne ist seit Anwendung ber Spektralanalyse auf die Himmelskunde bekannt. Man unterteilet im großen und ganzen drei Haupttypen von Fixsternen-Spektoren, die den weißen, gelben und roten Sternen zugehören. Beim ersten Typus der heihesten Sterne, denen durchschnittlich eine Temperatur von 12 000 Grad Celsius zukommt, herr- ichen die Spektrallinien des Wasserstoffes vor. Beim zwecken Typus der mittelwarmen Sterne mit einer Durchschnittstemperatur von 6000 Grad Celsius kommen in den schwach angebeuteten'Wafserstofflimen noch die Svektrallinien besonders von Eisen und Kalzium hinzu. Beim braten Typus endlich ber kühleren Sterne mit einer Durchschnittstemperatur von 4000 Grab Celsius treten im Spektrum bicht nebeneinander gelagerte Linien in Form von Bändern auf. Im großen und ganzen geht auch die Farbe der Sterne Hand in Hand mit ihrem Spektraltypus m bem oben erwähnten Sinne: I weih, II gelb unb III rot. Aber die neuesten Untersuchungen lehren, daß noch ein Umstand hinzukommt der früher: n«tt: te. achtet wurde, nämlich die absolute Helligkeit des Sterns, durch deren Verschiedenheit auch bestimmte Veränderungen in der Llmenanordnung des Spektrums hervorgerufen werden. So konnte man neuerdings, innerhalb ein und desselben Spektraltypus, auf die absolute Helligkeit d« Leuchtkraft ber betreffenden Sterne schließen. Die wirkliche Lage der Sterne im Weltenraume und ihre Verteilung hat zuerst Wilhelm Herschel schon im 18. Jahrhundert untersucht als . er mittels seines großen felbftgebauten Spiegelteleskops die dann sichtbaren Sterne in den verschiedenen Himmelsgegenden zahlte. Legt man bei dieser sogenannten „Eichung des Himmels, die bis >n bte^ Neuzeit fortgesetzt wurde, eine sehr große Zahl von Distanzen rugrunde, so kommt man auf diesem statistischen Wege und unter Anwendung.bestimmter Theorien zu einer Uebersicht über die Verteilung der Sterne >m Weltenraume. Diese Forschungen ergeben, daß im allgemeinen sich die Sterne symmetrisch zur Mittelebene die Milchstraße ordnen,«i so jenes neigen Weltennebels, in dessen Ebene unser Sonnensystem selbst sich befindet. Ferner zeigte sich, daß man für den uns umgebenden Teil des Sternsystems sowohl Form wie Ausdehnung annähernd ermitteln kann. Es eraab sich ein elliptisch gestreckter Raum, de en große Achse etwa 16 000 Lichtjahre und dessen kleine Achse ungefähr 8000 Lichtjahre (ein Lichtjahr = 91 Billionen Kilometer) betragt. Alle bisherigen kosmogonischen Vorstellungen gingen davon aus,.daß ein Abkühlungsprozeh zugrunde gelegt wurde und bah im Anschluß an die oben erwähnten Spektraltypen 'das Anfangsstadium 'der Sterne m Öen weißen unb bas Schlußstadium in den roten Typus gelegt wurde. Was liegt aber jenseits und diesseits dieser Grenzen? .Darüber gaben erst die neueften Unters'uchungen in der Stellar-Astronorme Äuffchluh. Man weih iekt daß es in allen Spektraltypen, besonders aber im roten Typus, zwer arten oon Sternen gibt, nämlich Riesen- und 3 m e r g t e r n e, bte sich vor allem durch die Dichte und das Volumen unterscheiden. Die ersteren haben bei ungeheurer Ausdehnung nur eine geringe Dichte und bie letzteren geringe Große, aber sehr große Dichte. Man nimmt an, baß bie Entwicklung eines Sterns mit dem Nebelstadium beginnt, wo bei geringer Dichte riesig große Dimensionen obwalten. Dann steigt die Temperatur hauptsächlich infolge von Zusammenziehungen der Oberfläche; der Stern wirb heißer und weißer. Hat der Stern eme bestimmte . Dichte erreicht, so kehrt sich die Entwicklung um, ber Stern wirb kühler und röter. __ FamMensorschung und Rassenhygiene. Von Professor Dr. Franz Schütz, Berlin. Bei recht vielen Menschen finden wir heute ein ausgesprochenes Interesse für die Familienkunde; die Ahnen und welkeren Vorfahren werden nach Namen unb Stand bestimmt, ihre Geschicke sucht man zu ermitteln, unb Stammbäume und Ahnentafeln werden ausgestellt, die um so stolzer vorgezeigt werben, je länger sie sind. So äußert sich heute wieber eine Tendenz, bie uralt ist und bem Menschengeschlechte mne- wohnie, soweit wir bas seststellen können, seitdem der Sinn für bas Dasein auf dieser Welt, der Sinn für Leben und Arbeit, ber Sinn für Werden und. Vergehen des Einzelmenschen rote ganzer Familie« Sippen und Völker überhaupt besteht. Alle alten Boiler pflegten diesen Familiensinn. Jedoch im Laufe der Zeit änderten sich die alten Anschauungen. Jn- vlae der Wanderungen der Völker, infolge der Verbreitung mancher philosophischer und ethischer Lehren und nicht zuletzt infolge von Not und Armut, die über viele Kreise einer Bevölkerung, ja ganzer Volker kamen, fanden andere Vorstellungen, neue Begriffs und Ideale Verbreitung, die den Einzelmenschen loslösten von der Abhängigkeit der Gemeinschaft ; das Gefühl hierfür erstarb, der einzelne mar das Maß aller Dinge, das Zentrum, um das sich di« ganze Welt drehte.. In neuerer Zeit in der die Durchmischung auch des deutschen Volkes irrfmer weitere Fortschritte gemacht hat und auch fremdes Blut von außen in nicht unbeträchtlicher Menge hinzugekommen ist, ist nun das Interesse am Stamm und an der Familie in immer weiterem Schwinden begriffen gewesen, bis, wie wir eingangs erwähnten, eben jener Umschwung erfolgte, der die Familienkunde und -forschung neu befruchtete. Es kann nicht die Aufgabe einer Rassenhygiene des Menschen sein, die Maßnabmen züchterischen Vorgehens vom Tier unmittelbar und unverändert auf den Menschen zu übertragen. Hier liegen die Dinge viel verwickelter, und so manches, was beim Tier möglich ist, erscheint beim Menschen undurchführbar. Und trotzdem ist es wünschenswert, daß eine Familiengeschichte des Menschen in recht breitem Umfange getrieben wird. Wie es in der Natur der Sache liegt, sind es die Fragen über die ■ Vererbung von Eigenschaften, körperlichen und geistigen, die im Vor- , derarund des Interesses stehen und die immer wieder einen Anreiz dazu bieten, die Ahnenreihe des einzelnen zu bestimmen und zu untersuchen, wie diese Eigenschaften auf die Nachkommen weitergegeben werden. Man hört heute so oft sagen, Vererbung sei alles, im Gegensatz zu der Meinung jener, die auf die Gestaltung der Erziehung, der Umwelt über- ;. Haupt den arößten Wert legen. Beide Anschauungen sind nur bedingt : richtig, und wichtig erscheint es daher, hier fest begründetes Wissen zu ■ verbreiten. Wie dem auch sei, die Familiengeschichte wird auf naturwissen- schaftlicken Boden heute wertvolles Material zu fördern imstande sein, sofern bei der Anstellung derartiger Forschungen eben auf die angedeuteten Fragen auch eingegangen wird. Sa ist zu Haffen, daß wir einmal jene Krankheiten, die an sich vererblich sind, zu trennen lernen von anderen, bei denen die Krankheit ganz sicher nicht vererbt wird. Aus der Fülle des bereits heute zur Verfügung stehendes Stoffes will ich hier nur die Tuberkulose erwähnen. Wir wissen heute, daß diese Krankheit ganz sicher nicht von den Eltern auf die Kinder vererbt wird, nur von einer Krankheitsbereitschast können wir reden, die von Generation zu । Generation weitergegeben wird. Das stimmt, und wenn auch noch so viele : Fälle von Tuberkulöse in einer Familie beobachtet werden. Zur Krank- s heit gehört immer der Tuberkelbazillus, der den Menschen erst nach der Geburt befällt, nicht wahrend seiner Entwicklung im Mutterleib. Wir lernen daraus aber auch, daß solche Krankheiten vermieden werden können, wenn ein zweckentsprechendes Verhalten der Gefährdeten eingehalten wird. Von anderen Krankheiten, wie Störungen des Stoffwechsels, der Zuckerkrankheit zum Beispiel, von Krankheiten der Haut, hier sei die Schuppenflechte erwähnt, oder das Auftreten von Muttermalen, können mir heute dagegen eine Erblichkeit annehmen. Weiter sei auf die merkwürdige Erscheinung der sog. Dominanz und der Rezessivität bei der Vererbung von Eigenschaften hingewiesen. Wenn wir auch hier wieder auf das Auftreten von Krankheiten Bezug nehmen, so sehen wir, daß manche Krankheiten bei der Nachkommenschaft dann < offenbar wird, wenn sie entweder beim Vater oder bei der Mutter vorhanden' ist. Von anderen dagegen — und gerade diese erwecken immer i wieder das lebhafteste Interesse — wissen wir, daß sie nur dann auftreten wenn die Anlage dazu sowohl beim Vater als auch bei der Mütter besteht. Es muß also in diesem Falle eine zweifache Belastung zustande kommen, und um zu unterscheiden, ob denn nun auch wirklich im einzelnen Fall dies« doppelte Belastung vorhanden ist, steht uns bisher kein Mittel zur Verfügung, als die Ahnenreihe des Vaters und der Mutter möglichst genau zu kennen. Es ist anzunehmen, daß in nicht wenigen Fällen bei dem einen oder anderen Vorfahren die Krankheit sich einmal gezeigt hat, und damit besteht die Möglichkeit, wenn nicht die Wahr- icbeinlichkeit, daß die Anlage zu der betreffenden Krankheit auch bei dem Nachkommen dieses Ahns noch vorhanden ist. Bei Krankheiten, Eigenschaften schlechthin, die nach der Dominanzregel sich vererben, können wir sage in Einmal frei, immer frei. Bei denjenigen jedoch, die sich rezessiv verhalten — hier sei die Epilepsie als Beispiel herangezogen — können wir diese allgemeine Regel nicht aufstellen, im Gegenteil hier besteht immer dis Möglichkeit, baß sie bei der Nachkommenschaft wieder offenbar wird. Es leuchtet ohne iveiteres ein, daß unser Handel dadurch wesentlich beeinflußt wird und Eheschließungen nach diesen biologischen Gesetzen zu befürworten oder abzulehnen sind. Die Familienforschung hat also ganz enge Beziehungen zur Rassenhygiene, denn hier kommt es ja darauf an, Gesundheit und tüchtiges Erbgut von Generation zu Generation zu hüten und zu mehren. Mit den oben angeschnittenen Problemen steht in unmittelbarem Zusammenhänge die Frage, ob und in welcher Weife bei der Nachkommenschaft bestimmte Eigenschaften zu erwarten sind. Können wir überhaupt heute schon genaue Vorhersagen über die Eigenschaften der Nachkommen machen? Der Züchter, der Tiere nach einem festen Plan heranzüchtet, ist dazu wohl in der Lage, wenn er z. B. Rinderrassen mit besonderer Milchergiebigkeit oder einer besonderen Widerstandsfähigkeit gegen dis Einflüsse der Witterung haben will. Er kennt die Eigenschaften der einzelnen Tiere nach ihrer Abstammung und ist in der Lage,. durch Auswahl der geeigneten bei der Paarung das Resultat.zu erreichen, das er im Auge hat. Beim Menschen liegen die Dinge wesentlich komplizierter. Hier müssen wir uns auf das Experiment verlassen, das die Natur selbst j macht, nur die Kenntnis der Ahnenreihen wird uns, wenn Familien- i geschichte in breitem Umfange getrieben wird, in den Stand setzen, mit i einer mehr oder minder großen Wahrscheinlichkeit über das Auftreten von Eigenschaften bei der Nachkommenschaft etwas voraussagen zu können. Und diese Vorhersagen werden an Gewißheit gewinnen, wenn uns eine biologisch orientierte Familiengeschichte das Material dazu in die Hand gibt. Auch ein anderes, viel umstrittenes Kapitel sei hier erwähnt, das die Gemüter der Menschen immer wieder beschäftigt hat. Das ist die Frage, ob sich Blutsverwandtschaft unter den Ehepartnern in ungünstiger Weise auf die Nachkommenschaft bemerkbar macht. Eine ganze Reihe von Krankheiten werden dieser Blutsverwandtschaft zur Last gelegt, Taubstummheit, Idiotie, allgemeine Schwächlichkeit, Zeugungsunfähigkeit, Unfruchtbarkeit, um nur einige zu erwähnen. Auch auf diesem Gebiet wird die Familiengeschichte Klarheit schaffen können. Zunächst einmal muß festgestellt werden, wie groß der Grad der Blutsverwandtschaft ist. Gemeinsame Ahnen finden wir nicht selten immer wieder bei den Ehen in Familien, die Jahrhunderte gelebt haben und noch leben, ohne daß die oben erwähnten Krankheiten aufgetreten sind. Ja, man kann sogar sagen, daß so manche charakteristische Familieneigentümlichkeit, wertvoll für das Leben eines Volkes, sich durch eine gewisse Inzucht erst befestigt und aus den Erfahrungen des Tierzüchters kann man dasselbe schließen, die stets mit dem Mittel der Inzucht arbeiten. Will mau diesen Gedanken weiter verfolgen, so wird man das charakteristische Gepräge einzelner Volks- ftämme, einzelner Menschenrassen mit Hilfe einer milde angewandten Inzucht erklären können, ohne natürlich andere Einwirkungen damit von der Hand zu. weisen, die von außen auf die Menschen eingewirkt haben. So wird der „Reinrassige" eher zu einer Persönlichkeit als der „Mischling". Will man die Inzucht richtig bewerten, so bedarf es aber der größten Aufmerksamkeit, jene Anlagen nicht aus dem Auge zu Derberen, die zu Krankheit und Entartung des einzelnen, wie von Fami- lieu und Völkern führen. Nach dem Vorherigen ist Inzucht ganz sicher niemals am Platze, wenn derartige Anlagen in größerer Menge vor- Händen find. Dann ist die Folge eben nur die, daß das Hebel sich immer weiter ausbreitet, und zwar mit ungeheurer Schnelligkeit. Stehen mir daher vor der Frage, ob sich Verwandte, insbesondere Vetter und Base heiraten dürfen, so wird uns die Familiengeschichte einen Anhalt geben können, ob einer solchen Verbindung unter allen Umständen zu widerraten ist, oder ob sie in gewissen Fällen unbedenklich gestattet werden kann. Jedoch sind wir ganz sicher auf diesem Gebiete längst noch nicht genügend orientiert, wie es im Interesse der Sache zu wünschen wäre. Auf eine Reihe weiterer Fragen, die sich aus der Familienforschung ergeben und mit der Vererbung- in mehr oder minder engem Zusammenhang stehen sowie rassenhygienische Folgen haben, sei hier nur kurz eingegangen. Es ist dies einmal die Frage, in welchem Alter Mann und Frau heiraten sollen. Weiter die Frage nach der Bererbungsintensität. Welche Eigenschaften vererbt der Vater, welche die Mutter mit besonders ausgesprochener Konsequenz? Erwähnt sei ferner die Frage, ob die Erstgeborenen ober die später Geborenen im allgemeinen von schwacher Konstitution und weniger begabt seien. Wie groß müssen weiter die Zwi- schenräume zwischen den Geburten sein, wenn die Nachkommenschaft ge- sande und kräftige Kinder aufweisen soll? Alle diese Fragen sowie eine Menge anderer werden durch die Fami- lienforschung eine ausgedehnte Bearbeitung finden und dadurch unser Wissen über das erbbiologische Geschehen in ungeahnter Weise bereichern. Das Wissen über diese Dinge wird jedoch nicht die einzige Folge einer ausgedehnten Familienforschung darstellen; vielmehr ist anzunehmen, daß die Kenntnis der biologischen Gesetzmäßigkeit bei der Vererbung ganz von selbst den Gedanken der Rassenhygiene, des Gedeihens der aufeinander folgenden Generationen, nahelegt. Wenn man so will, ist es nichts weiter als der Selbsterhaltungstrieb, der mit zwingender Gewalt zur Rassenhygiene hinführt- das naturwissenschaftliche Denken wird die in jedem Falle einzuschlagenden Wege weisen. Falsch jedoch wäre es, die Berechpungen zwischen Familienforschung und Rassenhygiene nur auf diesem eben behandelten Gebiet der Vererbung zu sehen. Und wenn früher Familiengeschichte getrieben wurde, so ge chah es ja auch wohl nur selten aus diesem Grunde. Es liegt jedoch in der Natur der Sache, daß der, der die .Geschichte feiner eigenen Familie schreibt und in dem Schicksalsbuche seiner Ahnen blättert, ost von charakteristischen Eigenschasten, ja bisweilen einzelnen LebensgestaUungen Kenntnis erhält, die dem eigenen Fühlen und Denken nur allzusehr vertraut sind. Cs rollt von den Ahnen her eben immer noch ein beträchtlicher Teil gleichen Blutes in den Adern und wenn auch oft die äOßeren Umstände noch so verschieden gewesen sein mögen, der Mensch, der damals gelebt hat, gleicht dem der heutigen Zeit so unendlich viel mehr als irgendein anderer Mensch aus unseren Tagen. --Das Band der Aszen- denz und Deszendenz knüpft Zeiten und damit Menschen zusammen, die sich nie gesehen haben, die weit voneinander entfernt sind. Es ist ein eigener Reiz, diesen Dingen nachzugehen. Es ergibt sich aus diesen Kenntnissen aber eine Tatsache, die immer wieder bestätigt werden muß, die Tatsache nämlich, daß ein jeder Mensch in all seinem Handeln und Wol- len, Denken und Fühlen abhängig ist, und zwar in recht ausgesprochenem Maße von dem inneren (Erbe, das durch die Vorfahren bestimmt is-- Wesen und Art eines jeden Menschen ist von Geburt an festgelegt; ge-. miß können Erziehung und Hebung noch manches bewirken, wie die Schere des Gärtners einem Baurn Form und Aussehen zu verleihen imstande ist. Aber die Art ist von vornherein festgelegt. Ist der einzelne auf diese Weife sich darüber klar geworden, auf welchem Boden seine besten Kraft sich entfalten können, so wird er diese Erkenntnis auch auf seme Kinder übertragen und auch bei ihrer Erziehung sich von ihr leiten l