SiehenerKmiilienblätter Unterhaltungsbeilage zum Siebener Anzeiger Jahrgang 192Z Frühttngsgrutz. Bon Josef Freiherrn v. Eichendorfs. Cs steht ein Berg in Feuer, In feurigem Morgenbrand, Und auf des Berges Spitze Ein Tannenbaum überm Land. Und auf dem höchsten Wipfel Steh ich und schau vom Baum, O Welt, du schöne Welt, du, Man sieht dich vor Blüten kaum. Ein Besuch bei Hofmannsthal Bon Robert Michel. . Unter den Briefen der Morgenpost auf einem Umschlag die Schrift Hofmannsthals erkennen, bedeutet jedesmal das Aufspringen einer freudigen Stimmung. Schon das Bild dieser Schrift an sich, dieses Blütenhafte und Perlende in den Zügen, übt auf das Auge eine ähnliche Wirkung wie etwa eine Tonfolge von Mozart auf das Ohr. Nie ist man enttäuscht, wenn man einen Brief von seiner Hand öffnet. Wenn es auch nur ganz wenige Zeilen sind, haben die Worte immer einen ganz eigenartigen Klang, und das Alltäglichste ist in einer besonderen Wendung mitgeteilt, durch die sich der Empfänger des Briefes ausgezeichnet fühlt. Ich erinnere mich aus Gesprächen mit Hofmannsthal, wieviel ihm der Briefwechsel an sich bedeutet, dieses ständige Euchen nach dem Ausdruck der Dinge des Lebens und dieses geistig« Ringen um die Aufklärung aller Zusammenhänge. Einmal versuchte er zu präzisieren, warum gerade die Deutschen am wenigsten ohne Briefwechsel auskommen können und fand dies, wenn er von verschiedenen Rasseeigenschaften abfah, besonders darin begründet, daß die Nation sehr groß und sehr verstreut ist. Mit den, Worte „verstreut" meinte er damals sicher nicht allein die sozusagen geographische Berstreutheit, sondern auch eine gewisse, von innen sich vollziehende Berstreutheit, die jeden Deutschen beständig mit Vereinsamung bedroht, auch wenn er in einem geschlossenen deutschen Sprachgebiet wohnt. Hofmannsthal bemerkte damals, daß im Deutschen allerdings zu viel geschrieben wird. Alle Schreibformen seien entweiht und die einzige unentweihte, weil unentweihbare, sei der Brief. Er kann es sich gar nicht vorstellen, wie man leben könnte, wenn man diese freundliche Gewohnheit vernachlässigen würde und sich nicht von Zett zu Zeit brieflich einmal etwa mit Thomas Mann oder Boßler in München, mit Rudolf Alexander Schröder in Bremen, mit Josef Nadler in Königsberg, mit Karl I. Burckhardt in Basel, mit Gagliardi in Zürich brieflich aussprechen könnte. Findet man in dem Brief eine Einladung zu einem Besuche, so ist dies eine besonders festliche Angelegenheit: diesmal war mir die Einladung um so willkommener, weil ich in der letzten Zeit in der deutschen Presse wiederholt von neuen Arbeitsplänen des Dichters gelesen hatte und mich nun freute, aus feinem Munde darüber Näheres zu erfahren. Es ist so wohltätig, aus dem Trubel der Großstadt in die Abgeschiedenheit seiner Dichterexistenz in Rodaun zu kommen. Schon dieser Punkt, den er als ständigen Aufenthalt gewählt hat, ist bezeichnet für fein Wesen und man stellt immer wieder gerne die Verwachsenheit seines Werkes mit der Landschaft, in der er lebt, fest. Da ist dieses Rodaun am Rande des großen Jndustriebeckens, das die Ebene von Wien bis Wiener-Neustadt ausfüllt, einer jener Orte an dem Auslauf eines Wienerwaldtales, die hier wie aus Füllhörnern die Häuschen gegen di« Ebene hinftreuen. Dort, wo der Betrieb der Liefinger Jndujtrie nicht mehr hinbrandet, liegt das liebliche Nest Rodaun an den Talhang geschmiegt, im Hintergrund beherrscht von der Kirche hoch auf dem Hügel, an dessen Fuße das alte Schlößchen aus dem Ende des 18. Jahrhunderts liegt, in dem der Dichter wohnt. Daneben sieht man das altehrwürdige Gasthaus Stelzers, das eine große Tradition aus dem alten Oesterreich hat und weiterhin das Jefliitenkonvikt Kalksburg, aus dem so viele leitende Männer des früheren Oesterreich hervorgegangen find. Wenn der Weg von der Bahn durch den anheimelnden Ort schon eine angenehme Vorbereitung ist, fühlt man sich beim Betreten des kleinen Hofes mit der hübschen Freitreppe für die Begegnung mit Hofmannsthal noch intimer vorbereitet. Dann geht man durch dieses Haus mit den dicken Mauern, an denen alte Bilder hängen über schönen Truhen. Hofmannsthal begrüßt mich, aber schon wird er wieder abberufen, weil eine dringende Anfrage vom Theater in der Josefstadt kommt, wo eben wieder Proben zu „Cristinas Heimkehr" abgehalten werden sollen. Er ladet mich ein, mir die Zwischenzeit an dem Tisch mit den neuen Buchern und Zeitschriften zu vertreiben oder noch besser — wie er Icherzt — mittlerweile für ihn Korrekturen zu besorgen. Tatsächlich liegt em Stoß von Korrekturbogen da für die Neuausgabe des Deutschen Lesebuches, das er in München herausgibt. Hummer 35 Als Hofmannsthal wieder zurückkehrt, bahnt sich in Anknüpfung an seine Unterredung mit dem Theater in der Josefstadt ein ergiebiges Ge- sprach über sein Schaffen für die deutsche Bühne an; „Cristinas Heimkehr" soll nach siebzehnjähriger Pause auf den Bühnen Reinhardts zu neuem Leben erblühen. Als sie das erstemal gespielt wurde, wirkte sie einigermaßen befremdend, denn das Publikum war in seiner Erwartung gestört, nicht nur dadurch, daß Hofmannsthal ein Stück in Prosa geschrieben, sondern gewiß auch, daß er sich vollständig dem Lustspiel zu- gewendet hatte. (Das Lustspielfragment „Sylvia im Stern", 1907, war wenig bekannt.) Dieser Eindruck beim Publikum war durch den Mangel an Einsicht hervorgerufen, da die oberflächlich Urteilenden noch nicht erkannt hatten, daß Hofmannsthal gerade für das Lustspiel ein Berufener und Begnadeter war. Fast in allen Stücken Hofmannsthals tauchen typische Lustspielfiguren auf, von den frühesten Dichtungen an, und in den eigentlichen Lustspielen tritt uns jene Mischung von Lustspielelementen entgegen, die Mokiere und Nestroy als die eigentlichen Ahnherren Hofmannsthals erkennen lassen. Schon nach „Der Abenteurer und die Sängerin und „Der Kaiser und die Hexe" hätte man erkennen müssen, daß sich da der kommende große deutsche Lustspieldichter ankündigt. Am meisten fühlt sich Hofmannschal von der Wiener Gesellschaft des alten Oesterreich angezogen, und er ist in ihr gleichermaßen heimisch in den Zelten Maria Theresias, in der Epoche des Biedermeier und in allen Zwischenzeiten bis zu unseren Tagen. „Der Schwierige" und „Der Unbestechliche" waren die reifen Früchte von diesem Zweig. Indessen ist abermals ein neues Lustspiel vor der Vollendung. Auch dieses gehört stofflich im Grunde genommen neben die vorigen, obwohl es in der Antike spielt. Den Anstoß für dieses Werk fand Hofmannsthal in dem Mimifchen und Lustfpielhaften der Dialoge Platons und der Hetärengespräche Lukians. * Es ist nicht zu verkennen, daß sich das Publikum allmählich immer mit mehr Genuß der Werke von Hofmannsthal bemächtigt. Die Menfchen gewöhnen sich nach und nach an die unwillkürliche Bewunderung und dringen infolgedessen leichter ins Innere der Dichtung. Lange Jahre hindurch war Hofmannsthal von der Masse der Leser und Zuschauer nicht so gewürdigt worden, wie es den Einsichtigen als selbstverständlich erschienen wäre. Ich verstehe diesen psychologischen Vorgang beim Publikum sehr gut, denn mir ist es bei der ersten Lektüre Hofmaimsthals nicht viel besser ergangen. Das war etwa vor dreißig Jahren gewesen, bald, nachdem ich Hofmannsthal kennengelernt hatte. Da sprachen wir uns einmal bei Leopold Andrian, und ich durfte mir dann die Manuskripte , Der weiße Fächer" und „Der Kaiser und die Hexe" mitnehrnen. Ich war anfangs von der Pracht der Hofrnannsthalschen Sprache so geblendet und überwältigt, daß ich wohl auch nicht zum reinen Genuß am Inhalt gekommen wäre. Aber da geschah es, daß mich plötzlich die Stelle im "Weißen Facher' .....Lerchen sitzen nie auf Büschen, Lerchen sind entweder hoch in der Luft ober ganz am Boden zwischen den Schollen", zur Besinnung brachte. Ich freute mich an dieser Beobachtung aus der alltäglichen Natur und damit waren wie durch einen Zauber plötzlich alle Hemmungen beseitigt. Bei der großen Masse kann sich ein ähnlicher Prozeß nur langsam vollziehen: aber es scheint, daß nunmehr die Zahl lener sehr rasch im Zunehmen ist, die sich durch die unvergleichliche Schönheit der Hofmannsthalschen Dichtungen nicht behindern lassen, bis zu ihrem köstlichen Kern zu bringen. Zu ber vielfach verzweigten Probuktion ber letzten Zeit gehört auch bas Lustspiel „Helena in Aegypten", zu dem abermals Richard Strauß die Musik komponiert. Hier kommt es ähnlich wie bei „Ariadne auf Naxos" auf die Gegenüberstellung des Heroischen und Niedrigen und alles dessen, was sich in diesen Begriffen versteckt, an. Schön ist es, wenn es, wie diesmal, die Zeit erlaubt, noch einen Spaziergang mit dem Dichter in bas Hügellanb hinter Robaun zu unternehmen. Diese Buchenwälber unb welligen Wiesen habe ich oft unb oft an seiner Seite burchstreift. Das alte schöne Haus neben dem Stelzer unb diese Lanbschast, bas alles gehört so innig zum Leben unb Werk des Dichters, daß einem hier so recht die große Gabe des Beharrens im Wesen Hofmannsthals gegenwärtig wirb. Man könnte hier fast vergessen, daß sich bie Einbildungskraft des Dichters doch auch fremder Welten und Zeiten bemächtigt hat. Trotzdem fällt mir auf einer Höhe, von der aus wir einen weiten Blick über das Wiener Feld haben, ein, ihn über [eine marokkanische Reise zu befragen. Offenbar geschieht dies, weil ich durch bas fonberbare Aussehen einer fernen Ziegelfabrik angeregt werbe, die in dem violetten Dunst sich ausnimmt wie eine Moschee ans einem orientalischen Märchen. Da erfahre ich, baß bie wenigen Berichte von ber norbafrikanifchen Reife, die ich kenne, nicht vereinzelt bleiben werben, daß schon neue Schilberungen in Vorbereitung sind: über einen ZU Gericht sitzenben Pascha, über ein Fest, über Gespräche mit Aradern — je weiter bie (Erinnerungen im Gebächtnis zurücktreten, um so lebendiger unb einfacher bieten sie sich zum endgültigen Ausdruck dar. Zwischen Dienstag, den 3. Mai *) Als Azimut bezeichnet die Astronomie den zwischen dem Höhen- krciie des ffiaftirns und hem Meridian enthaltenen Bogen des Horizonts. Erde also das Observatorium, von dem aus wir die Sonne betrachten, bei ihrer Bahnbewegung auf der Ekliptik um das Zentra gestirn ihre Lage gegen den Himmelsäquator im Raume verschiebt. Diese scheinbare Höhenänderung der Sonne betrug z. B. am 9. Mai v. 3., an dem das amerikanilcke Flugzeug den Nordpol überflog, innerhalb eines halben Tages 8 Bogenminuten gleich rund 146 Kilometer. Als Amundsen nm 12. Mai im Luftschiff über den Pol flog, betrug dl? Höhenänderung der Sonne in 12 Stunden etwas über 7 Bogenmmuten oder runb 13 Kilometer. Daher muß bei jeder astronomischen Hohemnesfung der Sonne auch am Pol zur Breitenbestimmung ihre jeweilige Position nach dem betreffenden Abstande vom Himmelsäquator oder nach der Deklination in Rechnung gestellt werden. Mit Hilfe der in den astronomisch-nautischen Jahrbüchern vorausberechneten und fortlaufend tabulierten Stellungen der Sonne am Himmel kann dies leicht und einfach geschehen. Befindet sich nun ein mit der Praxis geographischer Ortsbestimmung vertrauter Beobachter im Sommer genau am Nordpol oder über demselben, so muh er an jenem Punkte der Erde als Hohe der Sonne über dem Horizont denjenigen Winkel finden, der alsdann zu der betreffenden Zeit jener im astronomischen Iahrbuche angegebenen Abweichung der Sonne vom Aequator (Deklination) entspricht Hierzu kommt noch die für die Strahlenbrechung der Atmosphäre alsdann geltende Kor- rektion Dieselbe betrug am 9, bzw. 13. Mm rund 3 Bogenmmuten, ein Betrag, der von der gemessenen Sonnenhohe abzuziehen ist. Verfährt mau aus solche Weise, so liehe sich der Polpunkt Mit den einfachen instrumentellen Hilfsmitteln eines Polar^orlchers wemgstens theoretisch, bis auf etwa 2 Kilometer Genauigkeit finden. Wie steht es nun aber! besonders vom Flugzeug oder Luftschiff nut der w.rkllchen Praxis aus? Die Höhenmefstingen der Sonne mittels des gebräuchlichen Ballonsextanten, der einen künstlichen Horizont tragt, werden nur etwa auf ein ^Zehntel Grad oder 6 Bogenminuten gleich rund 10 Kilometer neuem sein können. Sollten diese Höhenmessungen aber, was sehr unwahrscheinlich ist, mit einem Spiegelsextanten, wie auf dem L>eeschiff ausgeführt werden, wobei die Eisfläche auf dem Meere unter Berücksichtigung der Höhe des Luftfahrzeugs über der Erdoberfläche als natürlicher Horizont benutzt würde, so liehe sich eine Genauigkeit von etwa em Zwanzigstel Grad oder rund 5 Kilometern erzielen. Auf alle Falle wird allo der Nordpol vom Flugzeug oder Luftschiff aus nicht etwa als em ftrena definierter Punkt zu ermitteln fein. Seine Bestimmung kann immer n ur"?n Form' einer Kreisfläche mit 26 bzw. 5 Kilometer Radius, inner- bald welcher der wirkliche Pol liegt, möglich [ein. Bon dieser richtigen, astronomisch-technischen Erkenntnis ausgehmö, hatte seinerzeit der erfahrenste Polarforscher Amundsen, als erd Südpol der Erde vor Scott entdeckte, jenen durch astronomische jungen festgelegten Punkt in einem größeren Umkreise umschritten und erst in diese Fläche den faktischen Südpol gelegt. Bei der Bestimmung des Polpunktes auf der Erde verdient J eine interessante Tatsache erwähnt zu werden. Es .st dws forlwahrM MSAS MUMM- punkt geneigt ist. Daraus folgt als astrononiisches Kennzeichen für den Polpunkt der Erde erstens, daß Gestirne ohne Eigenbewegung in unveränderter Hohe Horizontalkreise am Firmament beschreiben, und zweitens, daß für den Polpunkt alle Meridiane zusammen stoßen, so daß jede Rlchlungsbestim- munq am Himmel im azimutalen*) Sinne aufhört. Das erste Kennzeichen des Polpunktes, das in der mit konstanter Hohe über dem Horizont sich vollziehenden täglichen Bewegung der Gestirne besteht, kann mit Vorteil auch zur astronomischen Bestimmung jenes Endpunktes der Erdachse benutzt werden. Beobachtet man nämlich mit einem Höhenwinkel- Messer die Höhe eines hellen Fixsternes zu einer beliebigen Nachtzeit, jo darf sich dieselbe im Lause von 24 Stunden, also sür eine volle Erdrotation, nicht merklich ändern. Dies gilt natürlich, abgesehen von etwaigen Störungen, die durch Strahlenbrechung in der Atmosphäre entstehen können. Solche Störungen lassen sich jedoch in ihrem Einfluß auf die Messungen dadurch erheblich verringern, daß man Sterne in großen Höhen, also dicht beim Zenit beobachtet, für die die Strahlenbrechung an sich sehr klein ist. Aber solche Sternbeobachrungen lassen sich an den Erdpolen nur während der betreffenden polaren Winterzeiten ausfuhren, also , in Jahreszeiten, zu denen die Sonne dort überhaupt nicht m)eint, wo vielmehr Winter und ewige Nacht für den Beobachter am Pol zufammen- fallen. Zur Zeit des Polarfommers dagegen, also sür den Nordpol von Ende März bis Ende September scheint stets nur die Sonne über dem Horizont. Der Sommer ist dort ein ewiger Tag, an dem die Sterne am Firmament verblassen, und nur Sonne und Mond, gelegentlich vielleicht auch ein heller Planet, sichtbar sind. Alsdann liegt die Sache etwas anderes. Die Richtung dorthin findet man, da in hohen nördlichen oder südlichen Breiten der Magnetkompaß fast vollständig ver agt, mit dem Sonnenkompah, der in diesem Falle sehr vorteilhaft fogar die Stelle eines Kreiselkompasses vertreten kann. Aber den genauen Polpunkt selbst mit seiner geographischen Breite von 90 Grad 0 Bogenminuten muß man stets aus sorklausenden Hohen- messungen der Sonne ermitteln. Während nun ein Fixstern am Pol im Laufe eines Tages wegen feines unveränderlichen Abstandes vom Aequator oder seiner gleichbleibenden Deklination, wie mir sahen, genau einen Horizontalkreis am Himmel ohne Höhenänderung beschreibt, ist dies bei der Sonne nicht so der Fall. Unser Tagesgestirn ändert auch am Pol fortwährend feine Höhe über dem Horizont, da in Wirklichkeit die Grenzen zwischen Leben und Tod. Bon Dr. med. W. Hofmann, Hannover. Wie alles, was mit dem Tode zusammenhängt, für das men|d)l* Gefühl etwas Unheimliches hat und stets behalten w'rd. s spu Vorstellung dabei eine besondere Rolle, die selbst ms p.atUfcye l,lnä|l£%«un,9'!me®3nlo6. U„» .. «. »»»»"• W* können daß dieser Gedanke, einen Gestorbenen von etnem - nicht sicher unterscheiden zu können, etwas sehr Beunruhigende^ hat. bestindere^Kenner dieses Zustandes werden ja irmner die Inder ang J denen die Fähigkeit nachgejagt wird, den Scheintod künstlich yervu i und beenden3u&enTnd *^10^■ ,®enn alfo w«ter fein über verloren zu werden braucht, welch großes In er ff ^ntcr, biete Frage in verschiedenem Sinne hat, so ist es um jo intern gegenüber den vagen, halb okkulten, halb künstlerischen Dars cug in das Reich der Wistenschasten zu fluchten, ins Reich des _Bew«® und zu fragen, was denn nun eigentlich an sicher begründeten C f v gen über dieses Thema uns die moderne Wissenschaft zu bieten . Wenn auch von vornherein zu erwarten ist, daß, w.e bei aller Uchen Dingen eine maßlose llebertretbung den Gegenstand vergroß > verändert hat, so bleibt mindestens die Frage: Ist uberl a Pt 1^-^ beobachtet, daß ein todähnlicher Zustand bei einem ™e^enbaf9 ®e- wurde, der nachher noch sichere Zeichen des Lebens gedoten ha^ schichten darüber kennen wir alle, aber kennt auch die Wiss I ) Scheintod? Nun, das muh auf jeden Fall bejaht werden, es st fach sicher beobachtet morden, und ohne alle diese fensatwnell^^.^^ komnmisse aufzuzählen, sei nur em Teck aus den legten 3 ) handelte es der durch die medizinischen Fachzeitschriften ging. ^Ab h fl(g sich insoweit um eine besonderes Aufsehen erregende Geschichte- betreffende Mensch — es handelte sich um eine grau - von 'ojfcn, gezogenen Arzte nach genauerer Prüfung für tot erklärt, lcbCnbtg bleibenden Sarg gelegt und erst am anderen Morgen a uch erkannt morden war, um nach Krankenhausbehandlung bei , der zurückgegeben zu werden. Dem Arzte ziemlich bekan N ^ sie scheinuna fönst bei van Blitze ober elektrischen Schlage Getrof, keiner Reise in Griechenland und dem Erscheinen der gesammelten Auacublicke in Griechenland" waren zwölf 3ahre verstrichen. '' Wo mmer man die Entstehung der Werke dieses verehrungswur- diaen Dickster-' untersucht, stellt man überall die gleiche tiefe Serrourse- S fZt stind eine Langsanikeit des Reisens, die einen mit unbedingtem Vertrauen erfüllen muh. Wie bestimmt man den Nordpol der Erde? Von Dr. Adolf Marcuse, Professor an der Universität Berlin. Nachdem vor einiger Zeit der Amerikaner Byrd im Flugzeug, und der Norweger Amundsen im Luftschiff den bisher vergeblich gesuchten Nordpol unseres Planeten wirklich erreicht haben, durfte es von Interesse sein, auch die astronomische Bestimmung jenes menrourbigen Punltes zu Der" Nordpol ist der nördliche Endpunkt unserer Erdachse, der um genau 90 Grad von Erdäquator absteht, und auf dem die Rotatioiisge- schwindigkeit unseres Planeten, die nm Aequator fast einen halben Kilometer in der Sekunde beträgt, Null wird. Seine Entdeckung hat allerdings in erster Linie nur geographisches und sportliches 3nteresje. Aber seine tatsächliche Feststellung, bie ausschließlich auf astronomischem Wege burch möglichst genaue Messungen von Gestirnshohen erfolgen kann, Hamich ein allgemeines Interesse. Diese astronomische Festlegung bes No.d- pols wäre am einfachsten, wenn es gelange, im Winter nach bem Pol zu kommen, was aber aus meteorologischen unb klimatischen Gründen unmöglich ist. Zur Winterzeit fehlt nämlich an dem betreffenden Pole die Sonne gänzlich. 3n der langen winterlichen Nacht leuchten nur die Sterne am Firmament, die in 24 Stunden bort am Himmel mit ihrem jeweiligen Abstanbe vom Aequator genau Honzontalkreise ohne Hohen- änberunq beschreiben. Man erkennt baher bie Lage bes Pols, wenn man im Verlause von mehreren Stunden die Höhen eines Hellen Sterns über bem Horizont mißt unb babei keinerlei Höhenänberung biefes Fixsterns finbet Um sich für ben Pol bie Verhältnisse am Himmel ganz klar zu machen, mutz man folgenbc lleberlegung anstellen. Beobachtet man vorn PoU punkt ber Erbe aus das Himmelsgewölbe nut seiner jdjembaren, burch bie wirkliche Erdbrehung (von West nach Ost) veranlaßten täglichen Um- brehung von Ost nach West, so erkennt man bie folgenden merkwürdigen Tatfack^n. Der Zenit des Beobachtungsortes, also ber Punkt senkrecht über bem Beobachter am Firmament fällt bort mit dem Himmelspol zusammen, und der Horizont liegt im Himmelsäquator. Daher muffen sämtliche, überhaupt sichtbaren Gestirne ohne stärkere eigene Bewegung, b. h. bie Fixsterne, infolge ber Erdrotation sich unaufhörlich nur in Horizontalkreifen am Himmel, also parallel dem Horizont, ohne Aenbe- runq ihrer Höhe bewegen. Es gibt baher am Pol für solche Gestirne keinen Aufgang im Osten, keine Kulmination im Süden oder Norden und keinen Untergang im Westen. Die durch die Erdrotation alsdann nicht veränderte Höhe der Gestirne ist dabei stets gleich dem Abstande der Gestirne vom Aequator oder gleich ihrer sogenannten Deklination. Am Pol liegt eben der Aequator im Horizont, während er z. B. in -Berlin, entsprechend der geographischen Breite um etwa 826 Grab gegen den nördlichen ober um ungefähr 576 Grad gegen den südlichen Horizont- „Vivat, die erst vorig' Stadträten ren Bürger nach. „— ... wenn's allen nützt und mit Euch allein. roerjBrcwo, Junkersdorf!" stimmte ihm Jungblut bei. „Ihr trefft den ^Stadtrat Ballig wandte sich böse zu Junkersdorf um: „Schwatzt nicht dazwischen. Oder gehört Ihr zum Stadtrat oder wir.< „Bäbbelebäpp!" äffte Junkersdorf ihn unter dem Lachen der anderen Bürger nach. „Wir kennen Euch, Herr Ballig! Hier wird paktiert, „So laß' er die Herren sogleich herein — zum Teufel!" rief der Bür» 0elmgarooi;l, zum Teufel!" wiederholte Zabel und schlupfte zur Türe und wollte sie öffnen, da traten aber schon sechs Stadtrate herein, hinter denen sich Bürger und Bürgerinnen mit heremdrangten, di« Tur besetzten und den Flur mit Lärm erfüllten. . . Der Bürgermeister ging den Stadträten entgegen und ries: Meine vielgeehrten Herren! Sie sehen mich aujs höchste bestürzt. Und uns desgleichen, Herr Bürgermeister! erwiderte Stadtrat und Brauer Völlig atemlos. Stadtrat und Küfermeister ^Jungblut sagte ruhig: „Die Sanskulotten sind da." Die Sanskulotten!" bestätigte Stadtrat und Kalkulator Stockebrand. "Ich sehe unsere Stadt schon in Schutt und Asche!" Und mein Haus," jammerte Stadtrat Völlig, „hab ich Jahr gebaut! Für all das schwere Geld!" Der Bürger Stubben, einer der ersten, die sich hinter den bnrd) die Tür gedrängt hatten, ries: „Die französischen Schröpfköpf sind da. . Und der Bürger Pampus, der angetrunken war, schrie: - _ Freiheit und Gleichheit! Menschenrechte muffen wir haben! Weltbürgertum!" Stadtrat Jungblut wandte sich um. „ „Schmeißt den Schreier auf die Gas, ! . . Der Bürger Stelzmann, der ein lahmes Bein hatte, oas ihn aber flink heraufgetragen hatte: jammerte: „O je, o je, o je, mich schnappen sie zuerst! Ich kann nit laufen!" t Stadtrat Ballig wischte sich die schwitzende Strrn und sagte^ „Wir müssen mit den Franzosen paktieren, sonst ist es am Pampus schrie wieder dazwischen: „Freiheit und Gleichheit! . „Ruhe, sag' ich!" rief Stadtrat Jungblut. „Mit Geschrei wird mx ^V'Lärm legte sich etwa-, und der Bürgermeister ganz vernnrrt durch das Geschrei und durch das Durcheinander, fragte: „Ich bitte, meine viellieben und werten Herren, was ist geschehen? Und sogleich riefen Stadträte und Burger wieder lärmend durcheinander: „Die Sanskulotten sind da! Die Franzosen! Mordbrenner! Frer- Mij starker^Stimme fuhr Stadtrat Jungblut dazwischen: „Haltet Ruhe! Und ^während^ die anderen sich allmählich beruhigten, fuhr er fort: Labt mich allein sprechen — mit Erlaubnis — Herr Bürgermeister. " Ich bitte Verehrtester!" sagte der Bürgermeister mit ängstlicher Hast. Miso wie gesagt, die Sanskulotten sind da. In der letzten Nacht, wo der dichte Nebel lag, sind sie auf Nachen und Flößen in aller Sülle und ungesehen über den Rhein gekommen, ein Haufe von vier- oder fünftau- Fünftausend Mann!" schrie Pampus „Vivat die Republik!" "Ruhig, Pampus!" beschwichtigte ihn der Burger Stubben. Jungblut drehte sich nach Pampus um und rief, voll Zorn: „Ich gönnte es dir, Seifensieder, daß sie, Schaum aus dir sckMgen. Der Bürgermeister griff sich an den Kopf. __ „Friede, ihr Herren! — Sind sie nahe bei der «tadt herubergekom- Knapp drei^Swnd'' weit rheinauf. Und wenn wir nix dagegen tun, haben wir im Augenblick das Gesindel hier." Die Erregung fing wieder an zu lärmen und Pampu- schrie. „Allgemeine Verbrüderung!'Weltbürgertum!" . _ p>nrfg Maul Pampus!" rief Stübben und knuffte ihn m die Seite. „Der besoffene Kerl mutz ausgelüftet werden!" rief Jungblut. "@teÄrSer, die bis jetzt vergeblich versucht hatten. Pampus zu beruhigen, packten ihn und drängten ihn zur Mir hinaus. 8 Stadtrat Stockebrand sagte: „Was ist zu tun? Wir wollen Horen, was der Herr Bürgermeister sagt." Der Bürgermeister rieb sich ratlos das fleischige Kmn. Das — das will überlegt sein. Und dazu mochte ich jedermanns Mei- nun'ä wissen. Verehrter Herr Professor," wandte er sich