Gießener jamilienblätter Unterhaltungsbeilage znm Siehener Anzeiger Jahrgang (926 Samstag, -en 5. Juni Nummerns Sehnsucht. Bon Josef Frhrn. von Eichemdorff. Ach,! wie ist es doch gekommen. Daß die ferne Waldespracht So mein ganzes Herz genommen, Mich um alle Ruh' gebracht! Wenn von drüben Lieder wehen, Waldhorn gar nicht enden will, Weih ich nicht, wie mir geschehen, lind im Herzen bet' ich still. Könnt' ich zu den Wäldern fluchten, Mit dem Grün in frischer Lust Mich zum Himmelsglanz aufrichten Stark und frei wär' da die Brust! Hörnerklang und Lieder kämen Richt so schmerzlich an mein Herz, Fröhlich, wollt' ich Abschied nehmen, Zog' auf ewig wälderwärts. Carl Maria von Weber. (Zu seinem 100. Todestag.) Von Prof. Dc. Sans Joachim Moser-Seidelberg. Obwohl es ein ernster Gedenktag ist, der jeden noch um nationale Kunst und Kultur bemühten Deutschen tief angeht, so wird doch weit stärker als die trauernde Erinnerung an den von Tragik um- witterten Verlust jenes großen Meisters die dankbare Freude erwachen, an solchem Tag in des Jahres bliihenderZeit uns wieder einmal stolz bewußt zu werden, wie viel wir an ihm besessen haben. Und wie viel wir an ihm noch immer weiter besitzen: denn der Meister des „Freischütz" und des „Oberon" ist uns keine tote, bloß noch historisch zu wertende Größe, ist auch nicht nur etwa ein Bildungsbesitz für beschränkte Schichten von „Kennern und Liebhabern", sondern ist und bleibt unser größter und volkstümlichster Opern- jomponist zwischen Mozart und Wagner. War man vielleicht zeitweilig geneigt, den Vertoner der „Euryanthe" mehr als wichtigen Nachfahren des Einen und Vorläufer des Andern zu betrachten, so tritt doch immer klarer auch sein von ihnen unabhängiger Eigenwert hervor, seine gleichberechtigte Sonderheit, die ihm mit jenen r großen Dreigestirn der deutschen Musikdramatik bindet. Gerade jüngsten Schicksale seines berühmten Schmerzenskindes, der „Euryanthe", zeigen das wachsende Verständnis unserer Zeit tot die Eigentümlichkeit der Weberschen Muse — während man das Werk erst fast drei Menschenalter lang wegen seiner anfechtbaren Dichtung vernachlässigte und es dann zehn Jahre lang durch Be- arbeitungsexpertmente zu „retten" versuchte, ist man heute endlich so weit gekommen, Weber als Weber zu genießen und Setmine von Chezy auf sich beruhen zu lassen; wie mir «.Strauß kürzlich in Sachen der von mir geleiteten Gesamtausgabe von Webers-Werken kennzeichnend schrieb: „Mir ist „Euryanthe" unbearbeitet schön genug," And mm setzt sich das edle Werk anscheinend wirklich noch allgemein in der Argestalt durch. . Aber es geht, wenn wir Webers als Gesamterschelnung gedenken, nicht nur um den führenden Meister der romantischen Oper in Deutschland, so gewiß auch die Herrlichkeiten des ,,Freischütz in seinem Lebenswerk am hellsten strahlen (falls nicht leichtfertige Bühnenleiter dies wahrhaft schwierige Werk als „todsicheren Ladenhüter des „stehenden" Spielplans bis zur Unkenntlichkeit verschlampen lassen!). Es wäre hinzuweisen auf den blendend eleganten Klavierkomponisten der „Aufforderung zum Tanz, des „Rondo brillant", des F-moll-Konzertstücks, auf den Urheber inniger und schelmischer Lieder zum Klavier oder zur Guitarre, zündender Chorlieder wie „Lützows wilde verwegene Jagd dann wäre dreier großer Messen zu gedenken, die neben denen Schuberts als wichtigste Belege romantischer Kirchenmusik stehen, feuriger Kantaten, frohgelaunter Bläserkonzerte, liebenswürdiger Kammer- Fas?"noch mehr jedoch fesselt den Blick Wesen und Werden der nienschlichen Persönlichkeit. Nur vierzig Lebensjahre sind ihm vergönnt gewesen — aber welche Entwicklung ans dem Trüben m die Klarheit haben sie gebracht, und dies durch nichts als eiserne Selbsterziehung des Charakters. Der zwanzigjährige Weber: ein scharmanter junger Kavalier, mit gewiß idealistischem Wollen, ^r verstrickt in Theateramouren und Sofmtriguen, bedroht von halb hochstaplerischen Ehrgeizen seines wunderlichen Vaters, die den Sohn schließlich an den Rand des Abgrundes führten. And dann, nach dem erschütternden Erlebnis der schuldlos erlittenen Stuttgarter Saft, die allmähliche Zügelung und Disziplinierung. Aus einer zweiten schweren Schilfals- und Seelenkrise in der Prager Zeit führte ihn schließlich als guter Engel seine nachmalige Braut und Gattin hinaus in die Gefilde eines wahrhaft beglückenden Familienlebens. Ein dämonisches Schicksal hat diesen Mann aber nicht nur privatmenschlich, sondern auch beruflich immer wieder zum Leben in Fechterstellung gebracht und als ritterlichen Degen zum Sieger werden lassen. Es waren die traurigen Jahrzehnte, in Venen zwar das deutsche Schwert den Korsen und seine Soldateska zum Lande hatte hinaus- treiben können, die deutschen Fürsten aber nicht entfernt daran dachten, auf ihren Opernbühnen nun auch — was das gesamte Volk ersehnte und erwartete —, der deutschen Art und Kunst zu ihrem Rechte zu verhelfen. Nichts ist bezeichnender dafür, als daß König Friedrich Wilhelm III. beim Pariser Einzug 1814 sich den französischen Soskapellmetster Gasparo Spontini für Berlin verpflichtete — der dann auch ivirklich zwanzig Jahre auf der preußischen Sofoper gelastet hat; in Wien, Dresden, München war's nicht besser — man glaubte dem Prunkbedürfnis nur mit italienischer Oper Genüge tun zu können und erklärte selbst die größten deutschen Leistungen — Zauberflöte, Fidelio — für bloß bürgerliche Ware zweiter Güte. Webers letztes, reifstes Jahrzehnt hat dem rastlofen Kampf gegen dtefe unwürdigen und ungerechtfertigten Vorurteile gedient, und leider ist es kaum zweifelhaft, daß die in diesem Ringen immer wieder erduldeten Bosheiten, Zurücksetzungen, Kränkungen seitens kleinlicher Dresdener Schranzen dazu beigetragen haben, feine kostbare Lebenskraft vorzeitig zu untergraben. Schließlich spitzte sich der Streit um das Sausrecht auf den deutschen Opernbühnen auf die Frage zu, ob unter den lebenden deutschen Komponisten einer sei, der neben Spontinis Ausstattungsopern etwas Gleichwertiges oder gar Aeberlegenes zu stellen habe. Weber hat mit dem überwältigenden Erfolg des „Freischütz" die Antwort gegeben und den Sieg des musikalischen Deutschland entschieden. And siegreicher Kämpfer ist er noch in den letzten Nöten geblieben: als der bereits Todkranke daran denken mußte, Frau und Kinder nicht unversorgt zu hinterlassen, hat er noch mit heldenhafter Selbstüberwindung die Verpflichtung durchgeführt, für London den „Oberon" zu vertonen und an Ort und Stelle die ersten zwölf Aufführungen persönlich zu leiten. Danach ist er zusammengebrochen und am 5. Juni 1826 nachts still und einsam im ftemden Land hinübergeschlummert, ein Ritter ohne Furcht und Tadel. So gedenken wir nicht nur eines herrlichen schassenden Künstlers, sondern auch eines wahrhaft verehrungswürdigen deutschen Menschen. Lützows wilde verwegene Jagd. Novelle von Wilhelm Schäfer. In Alexisbad an der Selke sahen einmal am Abend die Gäste und trieben, was in den Bädern der Brauch ist, wenn draußen die Regen die Wege weich gemacht hat und die Büsche noch triefen. Die ein Kartenspiel liebten, hockten bei Tabak und Bier seitab in der Schenke: die aber geselliger waren, hatten sich im Musikzimmer versammelt. And weil Badegäste sogleich sanglustig werden, wenn nur einer die Tasten zu schlagen versteht, kam es auch hier, daß sie ihre Stimmen versuchten. Ein Fräulein aus Jüterbog, das einen scharfen Sopran hatte, wußte die neuesten Schlager und schreckte nicht vor Koloraturen zuruck, indessen ein Kaufmann aus Leipzig nachhalf mit gutgemeinten! Akkorden. Dazwischen sangen die Damen und Herren im Ehor. und es wurde so ftöhlich wie immer, wenn die Musik, ihrer schwereren Dinge vergessend, der leichten Geselligkeit dient. Nun sah aber abfeit der wärmenden Sänger ein Paar, das erst rum Abend gekommen und der Geseflschaft noch unbekannt war. Es schien an solcher Musik nicht eben Gefallen zu haben: denn der Herr, sauber im Frack, runzelte manchmal die Stirn: und als sie bald den Jungernkranz wanden, der seit dem „Freischütz- in Berlin das beliebteste Trällerlied war, sah er die sthone Frau neben sich vielsagend an und rang fast die Hände, wahre:» sie mit gequälter Schelmerei dazu lachte. Als jedoch der Kranz ausgewunden, Überdies das Repertoire das aschblonden Fräuleins aus Jüterbog ziemlich erschöpft war, so daß eine Pause eintrat und die Stühle schon ruckten, als ob ein Tanz drohte, stand ein Herr auf, der dislang mit überein ander geschlagenen Deinen unter dem Licht des Fensterv gesessen und gelesen hatte. Er trug den linken Arm tn Deude?" Da aber war eis dem Kaufmann aus Leipzig genug: „Wir sind hier kein Volk, mein geachteter Herr!" schnaubte er los. „Un& wenn wir das Lied vom Jungserrckranz singen, so tun wir das, weil Musik darin ist. In dem Lied von der Wenschenjagd aber ist keine. Das sind Trommeln und Hörner, als hätten Soldaten sich abends bei Tabak und Bier die Melodie selber gesungen !“ Als der Kaufmann aus Leipzig seinem Unmut Lust gemacht hatte, wußte er nicht, was der Herr im Frack sich herausnahm, daß er so fröhlich lachte. „Hat nicht", fragte die schöne Fraü von der Seite und lachte mit, „ein gewisser Carl Maria trott! Weber beide Lieder gemacht?" Gr fühlte sich offen verhöhnt von diesen hochmüügen Gästen; und weil ihm, übel gereizt seit dem Lied, das Schlimmste geschah, daß einer den Kaufmann Lebrecht aus Leipzig nicht ernst nahm: schrie er den fröhlichen Lacher an und war blaurot vor Zorn. So fand der fröhlich begonnene Abend in Alexisbad ein peinliches Ende; und nur, weil der Herr im Frack sich beherrschte: er habe gewiß nicht über etwas gelacht, das einem der Anwesenden nahetreten könnte, sondern über ein Kuriosum, das ihn allein anginge! blieb ein häßlicher Streit abgewehrt. Aber weder die Stimmung des Jungfernkranzes noch die der wilden verwegenen Jagd wollte zurückkommen; und wiederum, wie das immer so geht, war mit der Stimmung bald auch die Gesellschaft verflogen. Als sie zuletzt noch, zu fünfen unschlüssig dastanden, der alte Herr und der Sänger, das fremde Paar und die Dame aus Potsdam, wollte der Sänger wieder Boden gewinnen: „Da haben sie nun", wandte sich sein Sarkasmus gegen die Dame, „ein Bild der Brüderlichkeit unter den Menschen,. die aus ihrer Volkheit befreit sind! Der Mensch ist kleines Getier; aus Liebe und Hatz kann er nichts machen, wenn er sich selber nicht los wird!" „So müßte immer Krieg sein?" fragte die Dame a«S Potsdam gereizt, und weil ihr der weinende Greis die einzige Hilfstruppe schien, wies sie noch einmal auf ihn, als wollte ffe sagen: Hier steht, der für mich zu zeugen bereit ist! Da hatte der alte Herr endlich das Wort, aber er schien seiner nicht ebenso mächtig zu sein wie die Dame. Mit einem dankbaren Blick hob er die Hände gegen den Sänger, als wollte er ihn an der Brust nehmen; sein Gesicht, das die Spuren der Rührung noch zeigte, versuchte zu lächeln, aber er brachte auch das nicht heraus. „Es tut mir leid," sagte er endlich und fand noch Zeit, sich artig nach links und rechts zu verbeugen, daß seine Absicht, nach so viel Mihlichkeiten etwas Scherzhaftes M sagen, deutlich wurde: „es tut mir leid, daß mir so gleichsam der Apfel des Paris in die Hand gedrückt worden ist!" Da aber war es dem Sänger genug: „Wir handeln hier nicht mit Aepfeln!" sagte er grob. Und weil er sich sogleich schämte, aus seiner sarkastischen Rolle gefallen zu feta, brauste er auf und war dem Kaufmann aus Leipzig nicht eben unähnlich, als er den alten Herrn und die Dame zugleich mit seiner einzigen Faust anfuhr: „In diesen Armen habe ich Theodor Köv- ner gehalten, als er kalt wurde von einer Kugel. Was sollen mir da die Reden von Frieden und Krieg? Ist er gestorben für das, was jetzt ist, oder für das, was wir waren? Hätte ihm einer gesagt, daß alte Herren bei seinem Lied weinen würde», oder Damen erbost wären, weil sie lieber den Jungfernkranz wänden: er hätte sich wieder lebendig gelacht trotz feiner Kugel. Es hat mir das Herz abgerissen, als er blaß wurde, aber ich habe seitdem keine Stunde gehabt, die nicht vor jener kniefaklen müßte, so Heilig war sie im Tod; und soll dem Leben hier seine Suppen rühren!" Die Binde war ihm gerutscht, daß die Linke schlaff und leblos herabhing, indessen die Rechte sich über der keuchenden Brust in den Kleidern verkrallte, als wollte er seine Nacktheit herausreißen. „So hören Sie doch!" klagte der alte Herr; aber der Wütende konnte nicht hören. „Ich habe Worte genug, zu erstickens" keuchte er noch und warf sich mit langen Schritten hinaus. ..Da haben Sie", sagte die Dame aus Potsdam und wies Hinter ihm Her mit ihrer rundlichen Hand, daß 6er Doppel ring ihrer Witwenschaft glänzte, „da haben Sie Mars bei der Arbeit Romantik Don Reinho l D B rau n. Es. gibt noch> selige Derwunschenheiten, an denen weit der Strom vorüberschäumt da sich! wie Teppiche die Rosen breiten und eine Nixe überm Bronnen träumt. Da der Romantik dunkle Abendgeige aus einem alten Schlosse singt und durch die manöesblauen Steige das Märchen wandelt und dir winkt. Doch! mußt du durch die Pforte treten mit Augen, die voll Heimweh sind und dich; in alle Wunder beten und gläubig wie ein Weihnachiskind. „Silvanar", wobei er seine spätere Gemahlin, die Sängerin Karollne Brandt, kennenlernte (27. August, 6. bis 16. und 26. September) und durch ein geplantes Konzert, das infolge des Einrückens der alle Kolonialwaren beschlagnahmenden Franzosen vereitelt wurde (20. bis 30. Oktober) sowie endlich ein zweiter Aufenthalt in Mannheim (vom 8. November 1810 bis 6. Januar 1811), während dessen er die am 2. November in Darmstadt begonnene Oper „Abu Hassan bis auf die Ouvertüre, die vom 9. bis 11. Januar in Darmstadt entstand, vollendete. Webers Aufenthalt diente dem Studium bei dem seit 1807 daselbst wohnhaften Abt Vogler, der hier auch am 6. Mai 1814 fein Leben beschloß. Webers Studiengenossen waren der später unter dem Namen Giacomo Meyerbeer berühmt gewordene Jakob Liebmann Beer cküs Berlin (geb. 5. September 1791, gest. 2. Mai 1864 zu Paris) und der Tiroler Schullehrersohn Johann Baptist Gänsbacher (geb. 8. Mai 1778 zu Sterzing), der am 13. Juni 1844 als Kapellmeister zu Wien starb. Im Jahre 1803 hatte ihn Weber in Wien gleichzeitig wie den Abt Vogler kennen gelernt, als der mit der goldenen Medaille ausgezeichnete junge Offizier die Reihen der Tiroler freiwilligen Jäger verlassen hatte, um fich der Tonkunst zu widmen. Am 4. April 1810 traf, wie erwähnt, Weber in Darmstadt ein. Er kam von Mannheim und hatte dort mit dem damals einunddreißigjährigen Ftskalprokurator Gottfried Weber (geb. 1. März 1779 zu Freinsheim, gest. 21. September 1839 zu Kreuznach) einen namhaften Musiktheoretiker und auch Tonseher kennengelernt, der später (1814) Tribunalrichter in Mainz und 1819 Lofgerichtsrat in Darmstadt wurde, und zuletzt Generalstaatsprokurator war. Carl Maria von Webers Ankunft in Darmstadt hat das „Darmstädtische Frag- und Anzeigeblatt" (Nr. 15 vom 9. April 1810) registriert, das ihn unter den zwischen dem 31. März und 7. Aprll l810 in dem „Darmstädter Hof" (in der Rheinstraße) abgestiegenen Fremden aufführt. In der Zeit vom 14. bis 18. April waren ,chie beiden Herrn Gebrüder Beer von Berlin" in Darmstadt eingetroffen und „in der Traube" abgestiegen (Frag- und Anzeigeblatt Nr.16 vom 16. April) und wohnten noch bis Ende des Monats daselbst (ebd. Nr. 18 vom 30. April), dann war Meyerbeer zu dem Abt Vogler in den Btrngarten, die heutige Alexanderflraße, übergefiedelt. Vogler bewohnte damals das Haus Nr. 4, das der hochfürstliche Kapellmeister Wolfgang Briegel von 1671 bis zu seinem Tode tm Jahre 1712 (begraben 21. November) bewohnt hatte. Als es am 1. Juli 1810 an den großherzoglichen Leibarzt Freiherrn Georg von Wedekind (1761—1831) verkauft wurde, erwarb Vogler das Äert- lingsche Haus (Mathildenplatz 1) und bezog es im August. Weber selbst wohnte bei dem Ochsenmetzger Leonhard Klein in der Kleinen Ochsengasse B 40, heute Nr. 14, in dem Haufe, das zu Webers hundertstem Geburtstage (1886) mit einer Gedenktafel versehen wurde. In dem nämlichen Lause wohnte nach dem Darnv städter Polizeiakten auch der um dieselbe Zeit wie Meyerbeer nach Darmstadt gekommene „Kompositeur" Johann Gänsbacher. Diese oder Voglers Wohnung bildete den hauptsächlichen Aufenthaltsort Webers in Darmstadt, außerdem verkehrte er auch bei dem damaligen Hofkammerrate August Hofmann, der am 28. April 1776 zu Darmstadt geboren war, 1816 Oberappellaüons- rat, 1820 Geheimer Staatsrat und 1829 Finanzminister wurde, nachdem er 1827 in den Freiherrnstand erhoben worden war. Er wohnte in dem Lause Rheinstraße 65 (F 92), heute Nr. 39, und j starb am 9. August 1841. Zu ihm ließ fich Weber auch Sendungen adresfieren (vgl. Ludwig Nohl, Mussker-Brrefe. Leipzig 1867, S. 179). In so engen Grenzen bewegte fich Webers Verkehr in Darmstadt. Seine ersten Darmstädter Eindrücke spiegelt ein Brief von, 15. April 1810 an Gottfried Weber wieder: „Längst hätte ich D,r geschrieben, wenn nicht zwei kleine Ursachen mich bis jetzt davon abgehalten hätten. Erstens habe ich nichts zu schreiben, denn der ganze Stoff wäre auf das Thema — ich ennuyire mich — reduziert gewesen, zweitens war ich zu verstimmt und drittens sind mir und ergo auch Dir verstimmte Saiten und Briefe zuwider. Damit Du aber mcht etwa denkst, daß ich auch zu der Rasse gehöre, die, aus den Augen, aus dem Sinn, im Schilde als Motto führt, so greife ich nach einem langweiligen Gänsekiel, um Dir in dem langweiligen Darmstadt langweilig zu erzählen, daß ich Langeweile habe". Besuche der Mannheimer und Leidelberger Freundein Darmstadt bildeten goldene Tage für die „Darmstädter auf W^er und Brot gesetzten Musikanten". Im gewöhnlichen füllten den Tag aus musikalische Hebungen und Arbeiten, oft m Voglers Wohnung auf dessen guten, Instrumente und unter seinen Ratschlagen aus- geführt. Weibestunden waren es, wenn Vogler vor „seinen drei lieben Jüngern" in der Kirche „in Engelstimnien und Donnerworten der Orael" wirkte. Im übrigen waren dre drei Freunde von der ausgelassensten Munterkeit. Weber hatte seinen Lund Mamsell genannt und, wenn schöne Bürgerstöchter an ihm vorubergingen, rief er den Lund bei diesem Namen, und die sich betroffen umschauen- den jungen Schönen mußten enttäuscht feststellen, daß der Ruf nicht ihnen sondern nur einem Hündchen gegolten habe. Ein andermal sah man die drei Freunde zur Kirschenzeit an dem belebten Spazierweg vor dem Rheintor sitzen, jeden mit einer großen Tüte Kirschen in der Land und in größter Last den Inhalt leerend. In der Mitte zwischen ihnen befand sich eine noch größere Tüte Kirschen, der Siegespreis für den, der mit seinen Kirschen zuerst fertig war und seinen Gewinn in Gemütsruhe verzehren durfte. , , , „ Zum einundsechzigsten Geburtstag (15. jun, 1810) bei-stossen sie, ihren „Papa" oder „Großpapa", wie sie ihren Lehrer nannten, durch eine Komposition zu überraschen. Da keiner die De. eitigung gessHowl" meiste sich spöttisch um£> ging ihres Steges gewiss mit Mädchenfchritten zur offenen Tür, die ste leise hinter sich zuzog. So waren ste nur noch zu dreien im Saal, der alte Herr Unt> das Paar; aber die Luft war noch so dick von dem Abend- gewitter, dass keiner zu atmen mehr froh war. „Ste reiten alle auf Pferden!" versuchte der alte Herr noch einmal zu scherzen, gr aber sogleich wieder aus, und fast schien es so, als käme Zorn über ihn, tote über die anderen: „Das kann ja nicht t!" rief er mit riingenden Händen und wollte zur Sür,_ um dennoch zu bleiben, und endlich, auf einen Stuhl stickend, wieder an seinem anfänglichen Platz genau so mit aufgestützten Armen zu sitzen, tote er sein Spiel an dem Abend begann. Wir wollen gehen! winkten die Augen des Herrn im Frack seiner schönen Frau; und sie schritten leise zur Tür. Da hob sich der andere gegen sie auf und hatte die Haltung wiedergefunden. „Ach, möchten Sie nicht noch einen Augenblick bleiben!" sagte er höflich und sah das erstaunte Wenschenpaar an mit einem Blick, darin ein kleiner Galgenhumor gegen sein Missgeschick kämsffte: „Da keiner mich anhören mochte, so hören doch wenigstens Sie, ehe Sie gehen, dass ich nur Dank sagen wollte für meine Freude. Weil ich der Baier des Dichters bin, durste ich doch wohl ein wenig gerührt sein!" . „Der Staatsrat Körner?" staunte der Herr im Frack und griff nach dem schönen Arm seiner Frau, sich daran zu halten: „Der Staatsrat Körner ist hier?" Lind nun war es an ihm, nach Worten zu würgen: „Ich nämlich", begann er und sand nichts mehr als eine tiefe Verbeugung, bis er sich hilfesuchend an seine Frau wandte und ihr mehr ins Ohr als dem Staatsrat ins Angesicht sagte: dass er hingegen der Musiker wäre, der den Ähmasernkranz tote das Lützotolied komponiert habe. Da wiederum war es am Staatsrat, zu staunen: „Earl Maria von Weber?" sagte er gänzlich verdonnert. Dann war endlich die Luft in Dem Saal still und entspannt; 6i8 zwei Männer, der alte zuerst und der junge danach, so herzliche zu lachen begannen, als mühten sie alles zerlachen, was sich als Spuk des Lebens hier breitgemacht hatte. Lind merkten es gar picht, dass sie dabei ihre Hände gefasst hielten, als wären sie beide allein aus dem Spuk übriggeblieben. Dis die Tür leise ging, und Carl Maria von Weber da feine Frau fortgehen sah. „Wohin, Karoline?" fragte er mehr mit den Augen als mit der Stimme. Aber sie lächelte ihm mit dem schimmernden Weiss ihrer Zähne zu und traf seinen fragenden Blick mit einer Schelmerei ihrer Augen, die noch lächelnder war: „Ich gehe auf Lützows wilde verwegene Jagd, uns den Sänger zu holen, der versehentlich sortlief!" sagte sie lustig; und die schöne gefeierte Frau knickste dem alten Herrn zu wie je auf der Bühne, bevor sie die Tür hinter sich zumachte. Carl Maria von Webers Beziehungen zu Hessen. Von Professor vr jur. et phil. Karl Esselborn. Von den jetzt zu Kessen-Darmstadt gehörenden Städten haben vier Beziehungen zu Carl Maria von Weber, der durch feinen ewigjungen Freischütz stets ein Lebendiger geblieben ist: Darmstadt, Mainz, Offenbach und Gießen. Am wichtigsten und längsten waren die Beziehungen zu Darmstadt, die der Geheime Geistliche Rat Abt Georg Vogler, ein zu seiner Zeit höchst angesehener und allgemein bekannter, aber heute vollkommen vergessener Tonmeister, her von 1807 bis zu feinem Tode daselbst lebte, vermittelt hatte. In Gießen gab Weber zwei denkwürdige Konzerte in den Jahren 1811 und 1817, in Mainz weilte er im Jahre 1810 auf einem musikalischen Ausflug mit Vogler. H Jahre 1817 sechs Tage bei feinem Freunde Gottfried Weber m "5 auf Reise von Bad Ems nach Darmstadt, in Offenbach b- er im Oktober 1810 den Musik- verleger Anton ‘2htbre. In Darmstadt hatte Weber einmal, wenn auch nur auf kurze Zeit, seinen Wohnsitz. Das war in der Zeit vorn 4. April 1810 bis zum 14. Februar 1811, doch unterbrachen diesen Aufenthalt mehrere Abwesenheiten von verschiedener Dauer: eine Reise, die ihn von Mannbeim nach Karlsruhe, Rastatt und Heidelberg führte (14. Juli bis 18. August), vier Aufenthalte in Frankfurt, veranlaßt durch die : Vorbereitung und die beiden ersten Aufführungen seiner Oper - 180 des Textes übernehmen wollte, so entschied das Los, und es traf Weber. So kam folgende Kantate zustande, deren Text unter dem Titel „Dem Großherzoglich hessischen Geistlichen Geheimen Nathe, Grosikreuz des Ludwigs Verdienst-Ordens etc. Abbö Vogler Ihrem theuersten Lehrer zu seinem Geburtsfeste den 15. Juni 1810. Seine Schiller Carl Maria von Weber. Johann Gänsbacher. Meyer Beer.'* gedruckt wurde und lautete: Chor. conrponirt von Beer. Wtllkoinmen, theurer Vater, hie» In Deiner Kinder Reihen, Wo alle engvereinigt Dir Die wärmste Liebe weihen, Von einem Wunsche nur beseelt, Dasi dieser Tag sich mehre And oft mit neuer Kraft gestählt Verherrlicht Wiederkehre! Solo. componirt von Gänsbacher. Gebannt an Deinen Namen steht Der Ruhm auf ew'ge Zeiten. Wenn Deine Asche längst verweht Wird hoch er sich verbreiten. Vor Dir verband sich so noch nie Das Wissen mit dem Genius; Denn Harmonie und Melodie Eint sich bei Dir zu gleichem Guss. And mehr als alles dieß vereint Der Mensch der in dem Künstler wohnt. And der als Vater! Lehrer! Freund! Loch auf in jedem Herzen thront; Der keinen, der Ihm liebend naht. Mit Stolz von sich verscheucht. Der gern sein Wissen ftüh und spat Dem Wißbegier'gen reicht. Terzett, componirt von Beer. O möchte Gott es doch verleih'». Daß uns die Kraft gegeben. Dereinst als würd'ge Schüler Dein Zu Deinem Ruhm zu leben Soli. Die Dankbarkeit nur thut es kund Dies kleine Lied der Liebe, And froh ertönet Aller Mund, Erfüllt von diesem Triebe. Chor. Willkonnnen theurer Vater hier In Deiner Kinder Reihen; Wo alle eng vereinigt Dir Die wärmste Liebe weihen. Von einem Wunsche nur beseelt. Daß dieser Tag sich mehre And oft mit neuer Kraft gestählt Verherrlicht Wiederkehre! C. M. v. W^er. Meyerbeers Komposition wurde nachgerühmt, daß er nie etwas mit mehr Wärme und tiefer, einfacher Innigkeit geschrieben habe. An der Aufführung wirkten mit die Lofsängerin Luise Janitsch, Meyerbeers Schwester Therese Beer, hertling — wohl ein Sohn des am 27. Juli 1810 zu Aschaffenburg verstorbenen Geheimen Rats Philipp Freiherrn von hertling, des Großvaters des nachmaligen Reichskanzlers Grafen Georg von hertling —, Meyerbeer, Weber und einige ausgewählte Herren und Damen der Stadt. In Voglers Salon war die Büste des Gefeierten mit einem Kranze geschmückt, die Bilder und Türen mit Girlanden umgeben, und an die Auf- Mrung schloß sich ein feierliches Mahl, an das Gänsbacher und Weber ihre letzten sauer verdienten Gulden wendeten. Von Webers Darmstädter Aufenthalt unterrichten einige Briefe, die Weber an seinen Freund Gottfried Weber und an Gänsbacher bei seiner' Abwesenheit von Darmstadt oder nach dessen Abreise von dort richtete, die wohl im Juli 1810 erfolgt war, denn in einem Briefe von» 24. September schreibt ihm Weber: „Ich sitze ruhig beim Großpapa in dem ledernen Darmstadt und habe Ihnen diesen ganzen Vormittag gewidmet, um nach einem Tagebuch vom Augenblick unsrer Trennung (d. h. dem Tage der Abreise Webers, dem 14. Juli) an erzählen zu können. Später heißt es in demselben Briefe: „Den 15. (August) kehrte ich nach Mannheim zurück und den 18. reffte ich von da mit schwerem Herzen ab, indem ich wohl kaum Hoffnung habe, meine Lieben wiederzusehen und Darmstadt ohne Sie im Auge hatte, hier erhielt ich Ihr liebes Briefchen von Franzenbrunn unferm 28. Juli und erfuhr daraus, daß Sie glücklich angelangt sind. Aeber Webers Tätigkeit in Darmstadt gibt ein Brief an Gänsbacher vom 9. Oktober 1810 Aufschluß: „Zu Ende Oktober", heißt es dort, „gebe ich ein Konzert in Frankfurt. Unterdessen arbeite ich hier wie ein Vieh. Besonders genieren mich sechs kleine Sonaten für Andre, von denen ich aber schon drei fertig habe. Auch am Künstlerleben (einem Roman) arbeite ich fleißig und auch Papas Biographie ist angefangen. Letzteres ist nun freilich ein Werk, an dessen Beendigung ich jetzt nicht denken kann, aber doch tue ich so viel nur möglich ist". In einem Briefe vom 7. Dezember fährt er in der Erzählung fort: „Die sechs kleinen Sonaten für Andre hatte ich endlich fertig und schickte sie ihm nebst dem Konzert etc. oen 18. Oktober. Ich hatte so lange mit meinem zu gebenden Konzert in Frankfurt gewartet, um die kältere Jahreszeit abzuwarten, nun war ein glücklicher Zeitpunkt da; meine Bekanntschaften, der Am° stand, daß lange kein Konzert gewesen war, alles versprach mir eme gute Einnahme. Den 22. fuhr ich daher von Darmstadt nach Frankfurt, stelle Dir meinen Schrecken vor, als mit mir zugleich die Franzosen einrückten und alle Kolonialwaren in Beschlag nahmen. Die Bestürzung und der allgemeine Jammer war so groß, daß an durchaus kein Konzert geben zu denken war; ich blieb noch einige Tage in Frankfurt." „Ging den 24. nach Offenbach," so schreibt er am 1. November an Gottfried Weber, „um mit Andre zu sprechen wegen denen verfluchten sechs Sonaten, die ich ibn, endlich im Schweiße meines Angesichts fertig gemacht und den achtzehnten geschickt hatte, — und traf ihn nicht, denn er war verreist. In Frank- furt trreb ich mich langweilig herum. ... Den 29. ging ich nochmals U Andrö und hatte die Gelegenheit, mich weidlich zu ärgern. Der Kerl hatte mir meine Sonaten zurückgeschickt unter dem vortrefflichen Grunde, — sie feien zu gut, das müßte viel platter fein, die Violine nicht oblrgat etc., kurz wie die von Demar, — nun so was Schlechtes gibt's gar nicht mehr auf der Welt, als diese sind; ich erklärte ihm kurz und bündig, daß ich solchen Dreck nicht schreiben könnte, nie schreiben würde, und somit gingen wir ziemlich verdrießlich aus- emander." Aber auch eine erfreuliche Episode ist uns von diesem Offenbacher Aufenthalt Webers überliefert. Johann Anton Andrö (1775—1842), der Inhaber des Offenbacher Muflkverlages, der im Jahre 1799 von Mozarts Witwe dessen sämtliche Original- manuskrrpte und Abschriften erworben hatte, führte Weber, der noch nie eine Landschrift des von ihm aufs höchste verehrten Meisters gesehen hatte, an den Schrank, worin Mozarts Landschristen verwahrt wurden, nahm eine davon heraus und gab sie Weber feierlich in die Land. „Was ist das?" fragte Weber erstaunt, „was soll ich nut der blassen Abschrift von dieser Mozartschen Sonate?" — „Kerne Abschrift!" rief Andre, „Mozarts eigne Schrift!" — Da durchzuckte es Weber wie ein jäher Schreck, er legte die Noten sorgsam auf den Tisch, drückte gebeugten Knies Lippen und Stirn darauf, befrachtete sie mit feuchten Augen und gab sie dann Andrö mit den Worten zurück: „Wie glücklich ist das Pavier, auf dem ferne Land gelegen hat!" Ans Ende von Webers Darmstädter Aufenthalt fällt die Vollendung des „Abu Lassan", den er am 1. November 1810 in Darmstadt begonnen und im wesentlichen in Mannheim in der Wohnung setnes Freundes Gottfried Weber und an dessen Schreibtisch in der Seit vom 4. bis 13. November 1810 niedergeschrieben hatte. Die letzte Land legte er in Darmstadt an das Werk. Am 18. Januar 1811 sKretbt er darüber an Gottfried Weber: „Ich werde den „Abu «assan dem Großherzog dedizieren, vielleicht speit er etwas Ordent- »ches. Deswegen arbeite ich auch an der Ouvertüre über Kopf ww Lals. Acht Tage später, am 15. Januar, meldete er ihm die Ausführung dtefes Planes mit den Worten: „Der Ab» Lassan nebst Ouvertüre ist fix und fertig, und habe ich den Kerl gestern, m säubern roten Saffian gebunden, dem Großherzog dediziert und überschtckt. Was er dazu sagen wird, das weiß man nicht, ich wünsche aber, er möchte sagen: „Musse, je tien bocup de ce!" (Mein Lerr, tch halte vtel davon!) Webers Wunsch ging in Erfüllung, wie fein Brief vom 27. Februar an Gänsbacher zeigt, worin es heißt: „Den 14. überfchickte ich den Abu Lassan dem Großherzog, und einige Tage war alles ganz still davon, doch endlich fagte mir (der Konzertmeister Georg) Mangold (1767—1835), der Großherzog hätte Freude daran gehabt, und nun würde es gewiß auch gut mit meinem Konzert gehen." Dte hier erwähnte Partitur des „Abu Lassan", die 120 Seiten zahlt und bis auf den Titel und die Widmung von Weber selbst geschrieben ist, wird in der hessischen Landesbibliothek aufbewahrt. Sie befand sich lange Zeit in der Musikbibliothek Ludewigs L, dann wurde sie auf Anordnung des Großherzogs Ludwig III. im Staatsarchiv aufbewahrt, bis sie im Juli 1873 auf Befehl desselben Fürsten an die damalige Lofbibliotbek, die heutige Landesbibliothek, abgegeben wurde. Der Bries, der die Aeberreichung des Werkes an den Großherzog Ludewig I., den Großvater Ludwigs Illi begleitete, hat folgenden Wortlaut: „Durchlauchtigster Großherzog! Gnädigster Fürst und Lerxl Die Dauer meines Aufenthalts zu Darmstadt hat mir so häufig Gelegenheit gegeben, in Euer Königlichen Loheit einen eben fo großen Kenner als Beschützer der schönen Künste zu bewunden- unter dessen zarter Pflege eine schon so viel leistende Kunst Anstalt chnell erblühte, — daß ich es im Vertrauen auf die allbekannt» Nachsicht Euer Königlichen Loheit wage, Löchstdenenselben ein Werk meines Fleißes zu Füßen zu legen, das — größtentheils in Darmstadt entstanden, — dadurch eine Art von Entschuldigung ür sich zu haben glaubt, wenn es sich Euer Königlichen Loheit naht. Der ich in tiefster Ehrfurcht ersterbe. Euer Königlichen Loheit, meines Durchlauchtigsten Großherzogs allerunterthänigster Diener Carl Maria Fhr. von Weber. Darmstadt d. 14. Januar 1811." (Fortsetzung folgt.) kchri-tleitung: Dr. Friede. Wich. Lange. — Druck und Verlag der Brühl'schen Äniv.-Buch» und Steindruckerei. A. Lange, Giessen.