Gietzener zamWenblütter Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger Jahrgang (925 Samstag, den Januar Nummer 9 Spruch. Don 3. Victor von Scheffel. Andern lab den Staub der Stratze, Deinen Deist halt' frisch und blanß. Spiegel sei er wie die Meerflut, Drin die Sonne niedersank. Grimmelshausen. (Zu seinem 300. Geburtstag.) Von Albert Raetz. Das Grimmelshausen-Denkmal zu Renchen am badischen Schwarzwald enthält folgende Inschrift: Han- Jakob Christoph von Grimmelshausen, dem größten deutschen Dichter des siebzehnten Jahrhunderts, Schult- heih zu Renchen, gestorben in Renchen den 17. August 1676 auf seiner Ruhestätte. Zum Gedächtnis errichtet am 17. August 1879. Deutsch Volk, belogen und betrogen Im Streit um hohes Ideal Durch Rot und Glend durchgezvgen AuS Wunden blutend ohne Zahl, Einfält'gen Herzens, tief verwildert, Berührt doch von der Muse Kuß, • Deutsch Volk. Du warst, den er geschildert, Der arme Simplicissimus. Ob uns der Kampf zu Tod getroffen. Deutsch war sein Herz und stark sein Höften, Er hat aus dreihigjähr'ger Rot Verkündet uns sein Morgenrot: An deiner Sprache hohem Gut, An alten Sitten, biedern frommen. Halt fest, mein Volk, mit treuem Mut, Dann müssen bess're Tage kommen. * Dort, wo Vogelsberg und Spessart sich nähern, liegt am Rande der fruchtbaren Wetterau, durchströmt von dem rauschenden Silberband der Kinzig, das freundliche hessische Landstädtchen Gelnhausen, einst der Lieblingsaufenthalt Barbarossas, der sich hier eine prächtige Pfalz baute und den Ort zur freien Reichsstadt erhob. In der Literaturgeschichte ist Gelnhausen durch Johann Jakob Christvffel von Grimmelshausen bekannt geworden, der hier vor nunmehr 300 wahren — im Jahre 1625 — das Licht der Welt erblickte. Tag und Monat seiner Geburt sind unbekannt. Auch von seinem Lebensgang sind nur wenig Einzelheiten bekannt. Am 30jährigen Kriege war er wahrscheinlich vom Jahre 1635 an bis zum Friedensschluh 1648 beteiligt, zuerst als Trotzbube, dann als Soldat. In den zehn Jahren nach dem Kriege scheint er große Reisen gemacht zu haben und lange im Auslande gewesen zu sein. Etwa um 1658 ist er dann zu einer ruhigeren Lebensweise gekommen. Äm diese Seit etwa hat er auch seine schriftstellerische Tätigkeit begonnen. Urkundlich steht fest, daß er von 1667 bis zu seinem am 17. August 1676 erfolgten Tode befchöflich Strahburgifcher Schultheiß in Renchen am badischen Schwarzwalde war. Grimmelshausen ist zweimal verheiratet gewesen. Gr hat sich in jüngeren Jahren als Protestanten betrachtet und ist wäter zur katholischen Kirche übergetreten: die Hoffnung feines Herzens war die Wiedervereinigung der beiden Bekenntnisse. ihn das Schaffen eines Dichters richtig würdigen zu können, muß man sich das geistige Leben seiner Zeit klar vor Augen stellen, als den Wurzelboden, aus dem jede Dichtung entsprießt. Der näheren Beschäftigung mit den schriftstellerischen Arbeiten Grimmelshausens sei daher eine kurze Darstellung der litera- rkfchen Strömungen seiner Zeit vorausgeschickt, soweit sie sich auf den Roman beziehen. Die Reformation Luthers war ihrem innersten Wesen nach durchaus volkstümlich gewesen. Ihr Verbündeter, der Humanismus, hatte die engen scholastischen Lehrfesseln gelöst, an die Stelle klösterlicher Erziehung eine rein menschliche Ausbildung der Persönlichkeit gefetzt und durch die Pflege der klassi- schen Sprachen den gebildeten Teil der deutschen Ration zur Teilnahme an den Wissenschaften urtf> an der Geistesfreihett erweckt. Aber dadurch hatte er der durch die Reformatio« entstandenen religiösen Spaltung des deutschen Volkes eine nenn Spaltung in zwei große Schichten hinzugefügt: In die Belehrt« und in die große Masse der nicht humanistisch Gebildeten. Gin fremder Bildungsstoff von internationalem Gepräge bildet« die Kluft zwischen ihnen, und die Gebildeten zweier verschieden« Völker verstanden sich bester untereinander als der deutsche Gelehrte und der einfache Maina seines Volkes. Entsprechend diesem Zwiespalt waren es zwei verschieden« Dvmangattmrgen, die etwa gleichzeitig in Deutschland vorherrschten. Der Roman, der dem Geschmack bet Bildung ent* sprach und von den höftsch-gelehrten Lesern bevorzugt wurde, war idealistischer Art: Der Schäferroman und der heroisch-galante Roman. Dem bürgerlich-volkstümlichen Geschmack dagegen sagte der realistisch geartete Schelmen« vde« Landstreicherroman mehr zu. GS ist nicht verwunderlich, daß im Jahrhundert des großen Krieges, in dem Deutschlaich der denkbar stärksten Einwirkung ausländischen Sitten- und Geisteslebens ausgesetzt war, auch die beiden bevorzugten Roma«» gattungen ihre Vorbilder in fremdländischem Schriftum hatten, Der Schäferroman mit feinen der damals beliebten arkadischen Schäferpoesie ähnlichen mythologischen Spielereien und der heroisch-galante Roman, au» dem sich in Frankreich der wieder für Philipp von Zesen und für die zweite schlesische Dichterschule richtunggebende historische Roman entwickelte, sind auf den spanischen Amadis-Roman zurückzuführen. Gr war eine merkwürdige Rachblüte der höfischen Dichtung bet Mittelalters. In seinem Mittelpwikte stand die Liebe, bte aber in eine grenzenlose ileberspanntheit der Empfindungen auS- artete. Riesen, Feen, Zauberer, Ungeheuer bevölkerten die Szenerie. Ritter zogen umher und bestanden unglaubliche Abmo» teuer für die Dame ihres Herzens, der sie mit hlchber, schmeichelnder Galanterie und in weitschweifiger, gezierter Sprache huldigten. Gs war wohl der Gegensatz zu der Derbheft der Zeitsitten, der die höfischen und gelehrten Oeser zu dieser Wett romantischer Illusion ohne jeden WirÄichkeitsgehaÜ hinzog. wundervolle Satyre auf die Scheinwelt des Amadis-Romaas und der Schäferdichtung ist der „Don Quichote" d«S «roh« Spaniers Cervantes. Auch der volkstümliche Schelmen- oder Landstreicherrvman fußte auf spanischen Vorbildern. Die beiden bekanntsten Romane dieser Gattung, „Gusman von Alfarche oder Pioaro" und „Lazarillo de Tormes" waren schon zu Beginn deS 17. Jahrhunderts in deutscher Bearbeitung erschienen. Ihnen schloß sich an „Der wunderliche Wandel der Landstörtzerin Justin« Picara". In realistischen Farben waren hier anstatt der fahrenden Ritter abenteuerliche Gestalten aus den niederen Volksschichten dargestellt, von Land zu Land strolchende Vaganten, ihre Streiche und Gaunereien, ihr Ende auf der Galeere oder in einem kleinbürgerlichen Dasein. So war dieser Volksrvman ein rechtes Kind 6er verwilderten Zeit des großen Krieges, in der solche Gestalten täglich gesehene Gäste waren: noch lange nach dem Westfälischen Frieder zogen sie bettend, stehlend, raubend überall in Deutschland umher. Grimmelshausens reiche Weltkenntnis und Lebenserfahrung und sein eifriges Streben, die Lücken seiner Bildung ausM» stillen, mußten ihm das Fehlen einer regelmäßigen Schul- und ilniversitätsbildung ersetzen. Aus seinen Schriften geht hervor, daß ihm die deutsche und romanftche Romanliteratur feiitergeÜl durchaus vertraut war. Fraglos sind ihm auch Mosche- ros ch e 1645 erschienene „Gesichte Philanders von ©ittetoaty bekannt gewesen, und die Schilderung des Soldatenleben» iw 6. Gesicht des II. Teils wird nicht ohne Einfluß auf ihn geblieben fein. Als Autodidakt neigte er dazu, in seinen Schriften bei jeder Gelegenheit mit seiner selbst ungeeigneten Gelehrsan» feit zu prunken. Auch steckte er tief im Aberglauben seiner Zett, Grimmelshausen hat sich schriftstellerisch auf beiden Gebieten des Romans seiner Zeit versucht. Seine heroisch-galant«« Romane im Modegeschmack „Der keusche Josef in Aeghvten*. „Dietwald und Amelinde", „ProximuS und Lympida" find f8e die Literaturgeschichte wertlos und heute völlig ungenießbar obgleich er besonders stolz auf sie gewesen zu sein scheint, fba doch die beiden letztgenannten Romane die einzigen, die * unter seinem wahren Rainen herausgab. Um so Bedeutenderes hat Grimmelshausen aber auf btw Gebiete des realistischen Vvlksromans geschaffen. Sein eaw«w» 34 — v V i t k s tntpfiet eine seelische Aufwärtsentwicklung des Helden zeigt' Er will das unsichtbar machende Vogelnest anfangs in ver- bremischer Absicht ausnutzen, unterläht es aber doch und entledigt sich endlich freiwillig seines gefährlichen ^sitztum^ Mle diese Schriften erreichen nicht annähernd bic Hohe des ”6imÄ“£ des „Simplizissimus" ist Grimmelshausen der bedeutmdste deutsche Erzähler vor Wieland und Goethedm eigentliche Schöpfer des deutschen Prosaromans, und gehört in die erste Reihe der groben Romandichter der Weltliteratu.. 8CtoÄ' bin mehrere Tage. durch Wermland Muhisch ordentlich gepflegt; wild und frei wächst da alles Gösta Berlings Heimat. Von Walther Heering, Sena, Denen die in Gösta Berlin ausschließlich den abgesetztm rÖFion h»nen die da sagen, er sei ein leichtsinniger Ruaenichts gewesen 'und habe aus Llebermut lauter Dumm- bc-iten begangen und nirgends etwas Ordentliches fertiggebracht, denen N Selma Lagerlöf dies schöne Buch nicht g-chineben: sondern Euch allen, die Ihr frisches, freies Leben liebt nut frnHi>n Männern und schonen Frauen, die sich nach Liebe'sehM?anM r^eu, die Dich u^> Dein 2^» beben, Mösta Du stolzester und freiester der Kavaliere, Du schmrster N lus^en Herren auf Eckeby. Selma Lagerlöf hat Deine Sckicksale erzählt 7l den Frauen und Mädchen, die Dich so tteb haben wie die schöne MariMine Sinclaire und dir lunge Gräfin Elisabeth. Und all den Männin sw sre^ geschneben, der SA” Me Ehre aufWett>S* rettet hast und Freude in die Gutshäuser und Schlosser g “m L-Ld für Griechenland oder Weimar und Jena str Deutfchtano. «s »x« Ä’SÄfÄ 'Ael!'mUWÄ in den.arotzen ^nerns« | •• j. a PSAnnffe nbct in CBdcrrnlttnb ift bei fcyiTiQle, oQ Endet.^ Das Schönste Er e^ breitcr Strom zieht er - S Ä Le ^waldeten Hügel von Südeii nach Rorden. Es i?der L°stee w S7lm7 Lrlöfs .Gösta Berlins". Um den | See liegen schöne Güter und alte Herrensitze, genau:fo, wie I He im Gösta Berling beschrieben werden. Vom westlichen User aE das "schöne Rotmeros mit einem Herrenhaus und den I 87anafl^-ffüaeln" es soll das Eckeby Selma Lagerlofs sein. Ob &«4?Sw"Ä. « “T ?” ®‘™lnto” lm H-E. . WÄÄ?ÄK <» ta M 4-W ™- 1 ® "»• Ä5L« U,u-r° woiener aeselliae Verkehr in Wermland gepflegt wurde, geil,Mmn?.ni!5tomUW«S ywt es Gösta Derlmg denn wirklich gegben? fragte iw '0™. — Ja es habe einen Wermländer gegeben, der tote ein Wundertäter beim Volke beliebt gewesen sei und em oben nqjzii -mm >““■ "»»»»-- —■- “ | * „ o.t,™ n(,Tpbt Ra6e Räheres wisse man von rhnr kraftvolle von dem die Wermländer sagen, er sei so tief w-ie lang. War laben alle die Stellen, die Selma Lagerlöf in ihrem.Buche beschrieben hat. Der Schwede kannte sie so gut, tote bei tms etwa jeder Ostpreutze Weitz, was in den Romanen "Äw«. d-m Mm* OzrnorTnfs das sie — einst der väterliche Besitz — aus fremder 5Sanö zurückerwarb. Wir trafen sie selbst nicht an: fte war am Sittansee weil das neue Haus noch nicht ganz fertig war. am oiijimiee, - „ m:rr ij. lieber schweigen, denn schon ST ^n,tom*u„g »»«& ÄH»™ »«» Fabrikstil. Das väterliche, alte Holzhaus ist wahrlich ch Bsäsöävä SÄ1 N^nM? de^1?sein?m '.PaHM^dw VetteSon Rittes Mineabenteuern die er bet fernem -sittlichen I Ä'»»,ssÄ’,S.ttS Z SSääs » ä SBBää i L ^ug^in/PhEasi^^d Sine WohLr 7 eni ^llchi- mistenschatz, der zum Schornstein hinausfährt und dich ver a , Fortunas wechsel- ZWMWÄMDM 6Ur -x^^Mchter hat für seinen Roman die „S 4" "8 .7^ ÄÄ inhaltlichen Vorzügen auch in der Form ein wmf werk Im Gegensatz zu den uferlosen Romanm seine Ze . däe einer plaEähigen Kompositior. durchwek' ^hren b-muht 1 «#ÄS5BSS5SS S ZenW und derb bis zur Roheit. Es wäre aberwricht. dem Dichter daraus einen Vorwurf KU machen, denn hatte I er schönfärberisch geschrieben, wäre or kein aufrichtige I treuer Darsteller der Ereignisse und Menschen, die er dem | Qeter voErt Ms hat der Roman trotzdem eine durchaus sittlich-religiöse Grundlen^nz: er vaterländischem Empfinden beseelt, und deutsche Wal^sluft durch atmet ihn. Ein bald naiv-treuherziger, bald schalkhafterHumor durchzieht das Buch, der köstlichen Witz nut innigem Ernst zu | Vereinen weih. . Rühmenswert ist auch die Uu,^^ •S[>rr.!, fm Simvlizissimus". Mag es sich um grausige, rührende, derve, I komische oder ^sSrliche Begebenheiten handeln: Immer versteht es der Dichter mit gleicher Meisterschaft, bei' sprachlichen Ausdruck dem dargestellien Gegenstände anzupassen, und sein ÄS6 den fünf Büchern, in die sich sein „Simplizissimus ä^edmtte nThträglich noch ein sechstes hinzuzufugen m dem ^der Eni- siedler Simplizissimus sich wieder auf die R-lse begibt. Schilf bruch erleidet und auf einer einsamen Insel lebt. Damit ist Grimmelshausen der eigentliche Vater der etwa fünfzig Jahre später auf dem Amwege Uber England in Deutschland Volks tümlich gewordenen Rvbinsonaden. Verschiedene Rebenfiguren des „Simplizissimus machte Grimmelshausen später zum Mittelpunkt neuer Romane. Genannt seien „Trutz Simpler oder Lebensbeschreibung der 2and- störtzerin Courage" und „Der seltsame SprmginMstd , realtfutoe Sittenschilderungen im Sinne des spanischen Schelmmromans als Zeitdokumente interessant, aber ohne die Bei tiofuna des Simplizissimus". — Erwähnenswert ist dann noch in Der Zeit nach dem Drelhigfahrigen Kriege darflellt und #»*6 er <9 J5* — 35 — Eine und bedeutungsvoll Lagerlös", das Herr Luciano Mirando schrie also weiter: „Kommt herauf, Pedro Alvaro, Joaquim! Ihr drei Mordbrenner und Räuber! SBr wolltet doch das Schiff anstecken, nicht wahr? Habe ich euch nicht gesagt, eS sei eine schwere Sünde, ein Schiff in Brand w stecken? Aber ihr wußtet, daß Wein und Schnaps im Raum verfrachtet seien, und was ihr nicht durch eure ausgebrannte» Die Flibustier. Erzählung von der Küste Brasiliens. Bon St. Alfred Funke. (Fortsetzung.) Kehle jagen könntet, daS sollte hübsch flammen, nicht wahr? Kommt heraus, Gevatter! Ich habe unschuldig für euch Prügel bekommen." Aber auch Pedro, Alvaro und Joaquim blieben unten. Denn es schwante ihnen Unheil. „Die Hamster bleiben in ihrem Bau," sagte ein Matrose. „Du würdest auch nicht an Deck aufentern, Hein," lachte ein anderer, „wenn du solche Wichse vor dir hättest!" Also die Flibustier wollen nicht?" endete Baukhage die Verhandlung. „Dann herüber mit dem Dampfschlauch! He! Legt den Dampfschlauch herüber! Wir wollen die Ratten unten ausräuchern." „ . . t.r-, Wilm Peters wiederholte die Drohung auf portugiesisch, und Luciano muhte hinunterschreien, daß jetzt Dcmrps, hei her, brühsiedendheiher Wasserdampf in den Raum gelassen und bte Luke geschlossen würde. „ . „Man wird euch brühen wre Suppenhühner! schrie er. Da tauchten zwölf Köpfe in der Luke auf, zwölf nrihtrauische Gesichter schielten nach dem Schlauch, den Wilm Peters heran- schleppte. . „Da steht der Spitzbube!" schrie einer und deutete auf Lu- ciatu>. . - „Jawohl, Herr Kommandant," bestätigte ein zweiter, Luciano hat gesagt, er wolle Sie an die Seine binden und mit Ihnen Krebse angeln." . Der Verdächtigte rechtfertigte sich eifrig: „Glauben Sie das nicht, Herr Kommandat! Dieser Halunke Armcmdo hat feine zwölf Jahre Zuchthaus hinter sich und einen Raubmord auf dem „Lind dich hat der Delegadv mit falschem Geld erwischt, du Schurke!" kam die Antwort. . Die Janmaaten lachten, als erner dem andern «an hübsches Sündenregister ins Gesicht schrie. Aber Baukhage lieh sich in seinem Urteil weder durch wüste Beschuldigungen noch durch sühe Schmeichelei beirren. Er ordnete seelenruhig an: „Also jeder kommt heraus! Einzeln! Sowie einer versucht, M entwischen, wird er unter Dampf genommen und dann ersessen! Zunächst nehmt den Flibustiern mal die Messer und Schießeisen ab. Jungens!" , . — Die Eingesperrten reichten sehr zahm ihre Messer und Revolver herauf. Dann rief Wilm Peters nach Len Angaben Lucianos Ramen für Ramen. „Armando da Silva! Als Anführer!" Der braune Armando hätte gern auf diese Ehre verzichtet, aber seine Geiwssen hoben und schoben ihn mit Gewalt durch d'e Oeffnung. Als er auf der Luke hockte und Wilm Peters ohne Absicht den Schlauch ein wenig hob, wollte der Bürger Armando voll Entsetzens wieder in den Raum springen. Aber die anderen wehrten es ihm von unten. Da hob er die Hände und schrie jämmerlich: „Keinen Dampf, Herr Kommandant! Mr- sericordia!" . , , , . „Olber die Fracht wolltest du verkaufen, du Halunke! donnerte ihn der Schiffer an. „Rein; niemals, Herr Kommairdant! So wahr ich em ehrlicher Mann bin!" , „ Da lachte sogar Heinz Baukhage. „Ja, so siehst du au8, Junge! Ehrlich wie der Fuchs beim Hasen. Aber warte, alter Freund!" „ . , „ Er gab den Janmaaten ein Zeichen, und der Burger Armando bekam eine ausreichende Tracht Prügel auf die Jacke gezählt, daß er sogar Herrn Luciano leidtat, beim ihm schwante gleiches Unheil. . „, . Als Armando erledigt war, wurde er in den leeren wchwerne- kvben geworfen, und der Bürger Jgnacio, der sich durchaus nicht nach dem Vortritt drängte, Wurde auf gleiche Art und nach Gebühr behandelt. Auch er wanderte in die Behausung der Borstentiere und rieb sich den Buckel. Fünf Minuten spat^er- I schienen Chico und Pedro sehr unfreiwillig und in gleichem Matze abgerieben am selben Ort und erkannten, dah der Raubzug gegen die „Rosalia" einen ganz ungeahnten Erfolg erzielt habe. Als der SHweinekoben gefüllt war, wurde der Hühnerkäfig besetzt Jeder Insasse war durch ein geziemendes Deputat Prügel erquickt und sab sehr unsicher in die nächste Zukunst. Denn der schwarze Adriano strich hin und wieder an den Gittern vorüber und drohte: „Wartet nur bis morgen früh, ihr Kanaillen! Da könnt ihr einiges erleben!" Und er fuhr mit dem Finger um den Racken und die Kehle, als werde ihm die Luft zu knapp. Luciano Miranda aber stand noch immer wie Butter an der Sonne, und Hein Baukhage donnerte ihn an: „Und du niederträchtiger Kujon wolltest mit mir hier Krebse angeln?! Der Bürger Luciano verschwor sich, er habe noch niemals in seinem Leben einen so lästerlichen Gedanken gehegt. Richt einmal im Traum. Die Kerle da hinter den Gittern — „diese verruchten Räuber, Herr Kommandant!" — hätten ihn gezwungen, mit ihnen ins Boot zu gehen. Ja, Armando habe ihm de" Revolver auf die Brust gesetzt, und nur unter dieser Lebensbedrohung sei die Tugend des ehrlichen Luciano ins Wanken , geraten. „Glauben Sie mir, Exzellenz!" Schiffer Baukhage musterte ihn scharf. „Deine Sorte kennen > wir ja, mein Junge! Ich mühte dich ja nun deinem General oder Adriano aber trug das lange Wurstmesser noch in der Hand und schwang es, als er die Seeleute vor den Kafigsührte Als der eingesperrte Gelbe den Trupp unter S^ans.Adrianos kommen sah, fiel er auf die Knie und schrie lammerltch: „Mt- sericordia, senhores! Por amvr de Deus!" Schiffer Baukhage stutzte. „Was will der gelbe Halunke? Wir wollen ihn doch nicht schlachten und fressen! Aber er sah, wie Adriano die Schneide des Messers nut dem Daumen prüfte und vor dem Gelben entsetzliche Grimassen schnitt. Da begriff Baukhage das klägliche Geschrei des Gelben hmter^dmnm^“err.ef t)er Schisser. „So ’ne Hansbtmkenstreichs kannst du, Adriano? Du bist ja auch nicht besser als ein Flibustier! Weg mit dem Messer! Und du, Wilm PetmÄ, frage mal den gelben Halunken, warum und totefo er hier hat Pirat spielen wollen! Da kannst ja gut brasilianisch schnaken. Wilm Peters tat, wie ihm geheißen, und die Janmaaten horchten zu, wenn er die Antworten Übersetzte. Der Gurge- sverrte nannte sehr beklommen seinen Ramen. Gr heiße Luciano Miranda und sei aus der Kaserne desertiert, denn er habe keine Lust gehabt, sich totschietzenzu lassen. Ein netter Bogel!" urteilten die Maaten. "Sage ihm, Wilm, ich werde ihn feinem Oberst »bar neral ober was der Vorgesetzte ist, wieder ausliefern, befahl Bauchage^itt Galgenvogel ein erbärmliches Gesicht. Ser Senhor Cvmmandante" solle das nicht tun, denn sonst kriege er der brave Luciano Miranda, wenigstens hundert mit der blanken Plempe Über den bloßen Buckel gezogen, oder man stelle ihn an die Wand und schieße ihn über den Haufen. Schiffer DauHage lieh den Käfig öffnen und den ©efangeneiT an die Luke führen. Da wurden zwei Planken entfernt und Luciano mußte seinen Spießgesellen im Raum unten jurufen. „Kommt heraus! Aber einzeln!" , Zunächst regte sich keiner. Denn niemand unten hatte Lust, die liebe Seele zu wagen und in den heißen Wurstkessel hmein- zutappen, der ohne Zweifel an Deck bereit stand. A^r Luciano ließ nicht nach, sondern schrie die entsetzlichsten und schauder- haftesten Drohungen hinunter für den Fall, daß die „Banditen". wie er sie nannte, sich nicht meldeten. Armando," brüllte er. „Komm herauf, Brüderchen! Du hast "uns doch beredet, die Chata zu überrumpeln. Komm, Armando! Du wolltest doch die ganze Fracht verkaufen, ganze Bootsladungen voll. Komm, Brüderchen, und sage dem Herrn Kommandanten selbst, daß du mich Dummkopf überredet ha t, als ich ein ehrlicher Mann bleiben wollte. Beicha, fllho da —I Doch Herr Armando schwieg andauernd. Luciano^ ries also t>ic Gnt>crcn (Expief) gefallen tritt dtennen, betttt er t>crf£ürtc Leinti Lust, die heiße Suppe allein zu löffeln. Kommt nur herauf, Jgnacio und Shtcv! - ihr wolltet doch den Herrn Kommandanten vor die Haifische gehen lassen, ihr Taugenichtse! War es nicht so?" „Mentira!" kamen zwei Stimmen aus dem Raum unten. „Ausgemachte Lügen sagst du, du Halunke! Du wolltest die Chata ausplündern, dann mit Dynamit in die Lust lagen. Dann möchten die Leute glauben, die „Rosalia" sei von Granaten getroffen und versackt. So sagtest du, du Lügner!" „Ich bin unschuldig, Herr Kommandant!" beteuerte Luciano, die Knie schlotterten ihm. Aber Baukhage erwiderte trocken: „Unschuldig wie der Wolf, der das Schwein fressen wollte und aus Versehen dem Bauern vor die Mistforke kam. Aber rufe man weiter! Das macht ein durcheinander. Die kommt man aus dem Wald heraus. Die einzige Fläche, die man überschauen kann, sind die Seen mit bewaldeten Inseln und überhängenden Bäumen an den Ufern. Und tote schön auch, wenn man werter nach Rorden etwa bei Filipstad — in die Berge hineinkommt und von ihren Höhen über die weiten Wälder blicken tarnt: Walder und ©een, das schwedische Masuren. — — Die Wermländer lieben ihren Gösta Berlmg. als wenn er wirllich unter ihnen gelebt hätte und noch lebe. S-e lieben ihn so sehr, tote unsere Kinder etwa das Rotkäppchen. Aus dem Frhkensee fahren zwei kleine Dampfboote Mm den und zeigen den Fremden die Statten, die für Sofia BeUmg " Goaren. Das eine dieser Boote heißt „Selma andere „Gösta Berling" . . . — 36 — Oberst ausliefern, verstehst du? Aber ich teilt mal nicht so sein. Mach, daß du von Bord kommst!" Der gelbe Luciano begriff nicht gleich, dass der Schiffer ihn laufen lieb. Da rief Baukhage den Matrosen zu: „Helft ein bißchen nach, Jungens!" Da merkte Luciano, was für flinke Deine ein paar wohl- gezielte Hiebe mit dem Tauende machen. Er rannte ums Leben an die Reeling, hüpfte über Bord wie ein Grasfrosch und sauste ins Wasser, daß es aufspritzte. Er schwamm unter dem Gelächter der Matrosen mit langen Stößen und kletterte bald aufs Trockene. Da stand er, und das Wasser lief ihm aus den Hofen. Aber er winkte noch einmal zurück und rief aus vollem Halse: „Mva v cvmmandante da Rosalia!" Dann verschwand er mit langen Sätzen. Die Genossen sahen ihm mit sehr gemischten Gefühlen nach. Sie saßen hinter ihrem Gitter und glaubten, daß sie ihre letzten Dohnen gegessen hätten. Der Schiffer kümmerte sich einstweilen gar nicht um sie. Als er an den Koben vorüberging, kamen ihm leise und verzagte Bitten nach: „Misericvrdia, commandante! — Excellenzia! — O capitav do mar e da frag ata!" Aber weder die „Exzellenz" noch der „Kapitän zur See" rührte Heinz Baukhage, sondern er ging an Bord des „Dom Pedro" und befahl Adriano, einen steifen Grog zu machen und ein rechtschaffenes Essen auf den Tisch zu bringen, wie es sich für Seeleute gezieme, die eine Bande richtiger Mbustier dingfest gemacht hätten. Dazu ließ er die Zigarrenkiste die Runde machen und benutzte die Gelegenheit, feine Geschichten von Bukaniern und Flibustiern an den Mann zu bringen. Die Janmaaten horchten gern zu, denn für richtige Piratengeschichten ist der Seemann immer empfänglich. Sie kümmerten sich auch nicht einmal mehr um die Schießerei im Hafen, die allmählich in em überflüssiges Flintengeknatter und in Mu- nitionsverfchteendung überging. Rur einmal, als die „Gloria" ausdampfte, meinte einer: „Schade! Die Geschichte war ein bißchen zu kurz. Moreira hätte noch ein bißchen knallen dürfen." „Ja," sagte Baukhage, „und Käpp'n Lührs ist nun auch ein richtiger Flibustier geworden." And er berichtete umständlich und mit Behagen, wie Lührs als Lotse an Bord der „Gloria" gehen muhte. „Run muß er die „Gloria" wieder über die Barre hinauslotsen, und Lvtsengeld werden sie ihm dafür auch nicht bezahlen. Wer weih, wo und wann er wieder an Land gehen kann!" Dann spann Baukhage ein richtiges Garn, wie es sich zu einem steifen Grog geziemt, und alle lauschten andächtig, denn er wußte zu erzählen. Gr war ja auf allen Meeren gefahren, wenn man ihm aufs Wort glauben wollte. Gr hatte in Aeuhork seine Speckbvhnen und in Kalkutta seinen Reis mit Surrt) gegessen, und beim Koprahandel in der Südsee hatte er gelegentlich ein bißchen Menschenfresserei aus nächster Rähe beobachten können. Was aber Schiffer Baukhage nicht wußte, hatten die Janmaaten vorrätig. Der eine war in jungen Jahren ein Fahrensmann gewesen, ein richtiger Rordseefischer, der in Blankenese zu Hause war. And nachdem er eine Reise nach Halifax auf einer Schunerbank gemacht, war er auf einen englischen Fischdampfer gegangen, der auf den Bänken vor Aeufundland Kabliau fing. And als er die Fangzeit hinter sich und Geld im Beutel hatte, war er es leider sehr fix wieder in Hamburg lvsgewvrden. St. Pauli und die Reeperbahn — ja, ja! Die blanken Taler wollten in seiner Tasche nicht hecken, und so kam er in Kopenhagen an Bord eines Jslandfahrers und von da auf einen richtigen Walfischfänger. „Ms ich jung war, nahm ein Matrose nicht gern Heuer auf einem Walfänger oder Robbenschläger. Da fand sich zu böses Gesindel zusammen. Heute ist das wohl anders," bemerkte Baukhage. Da habe der Schiffer recht, meinte der Matrose. Aber heute werde der Walfang ganz geschäftsmäßig betrieben. In den norwegischen Häfen lägen Dampfer mit Harpunenkanonen am Bug. liefen in die Gewässer zwischen Island und Spitzbergen und schleppten den Fang zum Abspecken auf die norwegischen Stationen, nach Tromsö und auf die Lofoten. „Früher war der Fang weit lohnender," fügte Baukhage hinzu, denn er sah eS nicht gern. wÄnn ein anderer das letzt« Wort hatte. „Da gab es im Eismeer noch Wale in Hülle und Fülle. Besonder- die Holländer haben im hohen Rorden vor zweihundert Jahren und mehr ein Riesengeschäft gemacht. Auf Spitzbergen hatten sie eine große Station angelegt. Smeerenborg nannten sie dieses Tranlager. Der Ertrag der reichen Fänge ging nach Amsterdam, und viele blanke Gulden wanderten in die Taschen der Kapitäne und Matros«, zurück. Da herrschte in Smeereborg ein wüstes und liederliches Leben. Die Spiel- höllen wurden nie leer: auch liederliche Weibsbilder schickten die schlauen Holländer auS Amsterdam nach Smeerenborg, damit daranaal der Wakfängevei nicht überdrüssig und seine Gulden um s» fixer los weiche. Msv gmg's in Smeerenborg zu wie in einem kalifornischen Goldgräberlager, bis eines Tages die Engländer Wind bekamen von dem holländischen Tranlager im hohen Rorden und eine Flotte ausrüsteten, tun das Rest auSzuheben. Ganz unverhofft erschien ein englisches Geschwader vor Smeerenborg, und eS gab Mord und Totschlag zwischen John Dull und den Mynheeren. Heute noch könnt ihr auf Spitzbergen die offenen Särge mit den Skeletten der Erschlagenen sehen. Meistens waren Steine darauf gewälzt. In der furchtbaren Kälte ist das Holz der Särge und jedes Gerippe erhalten geblieben. Heute ist ein Gedenkstein von den Hollänp bern da aufgerichtet. Ja, darauf könnt ihr mal achten, Jungens: wenn ein Volk sich irgendwo in der Welt ein Rest zurgcht- gemacht hat, so erscheint fix John Dull und nimmt es aus. And wenn er die Eier aus dem Rest gestohlen und verschlungen hat. so faltet er die Hände über dem runden Bauch und verp dreht die Augen gen Himmel und klagt, daß er auS lauter Menschlichkeit und Güte die Eier verschlucken mutzte, Dann aber sucht er nach einem neuen Rest. Sv hat er es mit den Franzosen gemacht, als er ihnen die nordamerikanischen Kolonien wegnahm, so hat er die Burenstaaten verschlungen, so hat er Aegypten in seinen Nimmersatten Bauch gestapft und so wird er auch die deutschen Kolonie« in Afrika und der Südfee verschlingen, sobald die Gelegenheit dazu gut ist. Gerade die deutsche Flagge auf See und auf fremder Erde ist ihm ein besonderes Aergernis. Er wird ohne Bedenken die ganze Welt in Brand stecken, wenn nur dabei unsere deutsche Flagge verbrennt. Gr ist und bleibt doch der größte Flibustier, den es je gegeben hat und geben wird. And wo er selbst nicht rauben und stehlen kann, da stachelt er die Leute, daß sie sich an die Gurgel fahren und abwürgen, und die anderen tun ihm den Gefallen und spielen immer wieder Revolution. Freilich, in den letzten Jahren muh er mit einem bösen Konkurrenten teilen, dem Bruder Jonathan. Der beschützt angeblich feine lateinischen Brüder in ganz Amerika. In Wirklichkeit rupft er ihnen die weichen Daunen aus und polstert sich dabei sein Bett. And wenn der deutsche Michel als fleißiger Kolonist und ehrlicher Kaufmann, als zuverlässiger Seefahrer und erprobter Techniker auf dem Plan erscheint, so erheben John und Jonathan warnend den Finger und mahnen: Hütet euch vor dem bösen Deutschen! — And es gibt! leider immer dumme Leute, die den beiden Verleumdern glauben. Ja, Jungens, den Deutschen achtet man wohl, aber man liebt ihn nicht. Dafür sorgen die beiden großen Räuber, die nicht besser sind als die Kerle, die wir drüben in den Koben haben, die unsere „Rosalie" plündern und mit mir Krebse angeln wollten. „Das haben Sie aber mal wieder schön gesagt. Käpp'n Baukhage!" lobten die Matrosen und schoben das Grogglas hin, daß Adriano es neu fülle. „Ja, daS habe ich wohl," erwiderte Baukhage und trank einen Schluck mit Behagen und Selbstbeteutztsein. Die Sonne sank. Die Matrosen blieben an Bord des Schleppers und des Leichters. Wan konnte nicht wissen, ob nicht in der Rächt eine Handvoll Strauchdiebe versuchen würde, die gefangenen Spitzbuben zu befreien. Baukhage erklärte sich selber für einen Dummkopf, weil er den gelben Luciano habe laufen lassen. Der konnte allerlei Gesindel zusammentrommeln. Aber Wilm Peters beruhigte ihn: „Der? — Der ist froh, daß er seine Wichse weg hat. Der wird feine Kumpane an Land dringend warnen. And für den Rvtfall haben wir ja den Dampfschlauch zur Hand." In der Rächt gingen sie aber auf beiden Schiffen Wache. Der schwarze Adriano hockte vor den Koben, rauchte und maße den Insassen die Aussichten für den kommenden Tag in den düstersten Farben. Aeber der Stadt zischten Raketen und verpufften, verwehte Klänge von Musik kamen mit dem Winde, man feierte daS Siegesfest. Kanonenschüsse hallten dazwischen, un& auch die beiden Kriegsschiffe schossen Salut, denn sie waren an ihre alte Liegestelle zurückgekehrt. Am Morgen dieses ereignis- vollen Tages hätten sie um ein Haar dem General die Fenster eingeballert. Als die „Gloria" aber rühmlos abdampfte, entdeckten die beiden Kommandanten ihr wahres Herz wieder und liehen schwere Verwünschungen auf den „Verräter" Moreira niederhageln. Am auffälligsten aber benahm sich bei der Siegesfeier in der Rächt der Schreiber Ehico Fontouro, der schwarz wie ent Essenkehrer umherstolzierte und alle Welt darauf aufmerksam machte, daß er da gestanden habe, wo der Pulverrauch in den dicksten Schwaden gequalmt habe. Rur dem Küster wich der glorreiche Chico fürsorglich aus, und den Tenente Carlos Lopez mied er gleichfalls, weil dieser ihn ein bißchen nah beschaute und beschnupperte und erklärte: .Pulverdampf ist das nicht, Chico. Du riechst eher nach verbranntem Papier und hast dich ganz hübsch mit Ruß beschmiert!" Als der Morgen strahlend heraufkam, hieß Schiffer Baukhage Standgericht über die Missetäter in den Käfigen. Die waren ganz weich und welk vor Angst. Wilm Baukhage muhte ihnen zunächst eine Ansprache übersetzen. Die klang gefährlich genug, denn es war darin die Rede von Rahen und Rocken, an die man solche Schelme hängen mühte. Der schwarze Adriano stand hinter dem Schiffer und hob hin und wieder das lange Wessep über den Kopf BaukhageS. Dann schrien die Missetäter und winselten um Gnade und Barmherzigkeit, (Fortsetzung folgt.) Schrittleituna: Dr. Stiebt, Wilh. ßanae. — Stuck und Derlaa der Brübl'schen Aniv.-Buch« und Steindtmcketei, A. Lange. Gietzen.