Gießener jamilienblatter Unterhaltungsbeilage zum Siebener Anzeiger Jahrgang (925 Dienstag. Sen 15. Dezember Nummer (00 an. - Schwarz au, Sonntag, 3. Dezbr. 1871. den zum Menuett längst nicht mehr antreten und fi< beim N wann ich mit t_. Schnaken. Mich___ Töne, so fein und Äteifen. Zum Schlaf ist Zeit genug. Draußen die Leere. Von Gustav W. Gberleim"). Es ist so viel Leere braust«^ Kälte und Traurigkeit. als wären die Menschen der Srmnc im Wege mit ihrem Leid. Da flüchten wir unsere HerzM an unseren stillen Herd. Es ist eine Well doll Liebe daS Glück im Winkel uns wert. Frühling aufgetan. und gläubig zünden wir wieder Garten und fingen bei Tag und Nacht, daß ichs hören kann, dnem Netze Musicks fange. Zu Hause heißt manch lmwchalt die 3ag£> im Bett. Denn ich fange schwellend kommen sie gezogen in weiten Früh und abends eines solchen Ganges sicher zu sein, hat großen Wert; die andere Zeit sitz ich am Fenster, schreib oder lese und habe auch da noch die Wohltat des Anblicks, selbst ,, zumal beim Nebel, der den Raum räumlicher macht, indem er ihn begrenzen Hilst; dann stimmen die Erden so gut Zu der grauen körperlichen Lust und ziehen die anmutige Linie hinein, zu der der Laus des Baches sie biegt, und Phantasie, die sich nicht gern ins Helle wagt, tritt leise aus uns heraus und mischt sich in so verwandten Traum der Natur. Ich halt es mit jedem Wetter, auch mit dem Sauwetter, und laß mchts darauf kommen.---- ----Ihr Sauwetter finde ich prachtvoll. Der Schnee ist der wunderbarste Künstler, und daß sie ihn schmilzt, ist Neid der Sonne. Sie wäre außerstande, den dichtesten Busch im Walde so innerlich zu beleuchten, wie dieser Staub des Himmels es mit feiner weichen Ruhe vermag. Die Schwarzamsel erschrickt und weiß sich verraten, sie war darauf nicht gefaßt, daß daS Dunkel leuchten könnte, und der kleine Zaunkönig zeigt, wie leicht er ist, denn die Flocken rühren sich nicht, wenn er durch die Zweige schlüpft. Das soll ihm einmal Ihr Corps de ballet nachmachen. Kleine Bäume, die man im Sommer nicht anschaut, stehen da in den Lichtungen wie gepuderte Marquisen bei einer Cour; jeden Otw—— 1 ° — Doll redet, ist die Sprache der Trouba- «urS. Mein alter Fischer rst ein Troubadour, der Hirt der Siegen weidet, ein Troubadour. »Pschah diu" '(Mit tch ihn heut morgen, nicht rufen, nein, leise vor sich hu» te* S* erhob sich und folgte ihm. Das ge- f® knttlos zwischen Olivenbäumen, blühenden ZistuS- sträuchen tmb alten grauen Steinen. Aachtioallen t». Bei Nordwind ist das Meer blau, vom Ostwind wird es bleich Der Wind ein Färber, das ist neu. Der Nordwind heißt hier Mistral, und nach Antibes kommt er als Westwind, denn er wuß um die Ecke. Aber was das für eine Ecke ist! Das Kap Esterelle; so schön der Name, so schön das Gebirge. So sintt em Berg ins Meer, wenn er seiner würdig endet. Mit Grazie stechen, müssen wir doch mit Grazie leben und von solchem Ende unfern Anfang lernen. Auf meine alten Tage werd ich ^See ist warm genug, und ich könnte täglich Darm baden Aber lch habe Furcht vor dem Pulh — die pieu- Haifischen und vor der großen Menge Wassers. In Den Klippen kriech ich viel herum und suche nach Muscheln und Seeigeln. Der Seeigel ist zweckmäßiger erschaffen als der Mensch denn er geht auf seinem Schnurrbart. Hier haben die ^"MckE-^°uch schE Namen. Bestelle heißt ein reizen- des Geschöpf von blauem Venezlanerglas, das in Flotten auf schwinimt und ein blaues glänzendes Segel aus- Sckmee zerschmilzt es wie ein Flocken mochte man fo gerne anderen zeigen, und doch kann man davon nur erzählen. in »Brandung", Lieder und Gedichte, Bergstadtverlag »genblick erwartet man, sie werden ich so zierlich verneigen, was läng. zu sehen ist. Was Tannen fein können, lernt man erst, wenn Schnee ihre Zweige niederbeugt, und daß Last anmutig machen kann. Könnte man sehen, wie Denken aussehen mag, so müßt« es fein, und so fallen Philosophie und Poesie in eins zusammen, aus dem sie hervorgingen. Dazu die schönste Wärmeempfiü- dung, die von innen heraus, noch besser empfunden durch das Einattnen so kräftiger frischer Lust. Das alles mit einem dicken Rocke und groben Stiefeln zu erkaufen. Nein, nein, ich lobe mir diese deutsche Art der Natur und möchte ste nicht anders. Da ist nichts, das sie nicht in sich trüge. Briefe eines Unbekannten. Alexander von Villers wurde 1812 geboren; er entstammte einer lothringischen Emigrantenfamilie. Nach einem abenteuerlichen Leben, das ihn zuletzt in das Amt eines sächsischen Gesandten in Wien führte, zog er sich auf das nahe dem Wiener Wald gelegene , Wiesenhaus" zurück. Hier führte er das Leben eines Bauern und Grandseigumrs, eines Aestheten und Philosophen, eines Einsiedlers und Freundes vieler Freunde, und schrieb in der behaglichen Muße seines Alters jene Briese, die, später zu „Briefen eines Un- tscannten1 (in neuer, schöner Ausstattung heraus- gegeben vom Snselverlag in Leipzig) bereinigt, ihn für Emer bekannt und berühmt machen sollten und die an Glanz und Geist ihresgleichen in der deutschen Briefliteratur suchen. Ferleiten, 29. 3uli 1871. ^Schopenhauer stoß ich auf den Ausdruck: „Der Stil ist di« Physiognomie des Geistes", der mit dem Buffon zugeschrie- Benen: „Le style, c’est l’homme“, was letzterer aber nidtffo gefagt und nicht so gemeint hat, übereinz«stimmen scheint Da, wo drefeS Wort bei Buffon vorkommt, lautet es: „Le style Endern er nämlich vorausschickte, was der Mensch wisse, habe er von irgendwo außer ihm genommen nur wie er «S ausspreche, gehöre ihm selbst. Auch Schopenhauer ist jener Ausspruch nicht ohne weiteres nachzureden und mutz aus dem Zusammenhang erläutert werden. Er greift näm» Kant in feiner Kategorielehre an. die er dessen persönlicher Vorliebe für eine symmetrische Architektur im Denken zu- schreibt, der zuliebe, und um das einmal lehrhaft Ausgestellte zu behaupten, er in die Schwäche verfallen sei, die Wahrheit zu opfern und die Dinge zur Anpassung in seine Tabellen zu zwingen. Em Merkmal der Grundlosigkeit der Kategorielehrs sei schon deren Vortrag, und in dieser Hinsicht weist er auf den Abstand zwischen der transzendentalen Aeflhetik und der transzendentalen Analytik; dort wisse er, was er will, und wisse daß . recht hat, deshalb sei alles klar. Hier hingegen alles bi’mfel An Rudolf Graf Hoyos. Antibes, Ende April 1868. S verworren, schwankend, der Vortrag ängstlich. Dort sei alles Sch habe Gedanken für manche Menschen an allen Enden I hier hingegen fÄrden sich bloße Behauptungen, daß meines Weges verstreut; sie hängen an Sträuchern, sitzen auf I 0«’z C™ muffe. Dies führt nun Schopenhauer zu dem Felsentrümmern, wandeln auf dem scharfen Grat hoher Derae I ^^1«'Satz, den er so einleitet: „Also hier, wie überall, trägt weben von Ufern zu Ufern,, glitten in vergoldete Rahmen und des Denkens, aus dem er hervorge- flogen mit manch einem unbekannten Vogel davon. Etwas wird | denn der Styl ist die Physiognomie de» aus allem und jedem; was? das kümmert mich nicht. Auch in I ®et,te8- ÜÄw I?ÄHÄÄÄ fte schützend decken, wissen von ihnen und wachsen auf zu ~ - - - hohen Kronen, die über alles Land ihre Blüten schütteln. Und dem, der an bemoosten Steinen fitzt und stiert hinaus, blöde und gedankenlos, dem trägts der Wind zu. So fliegen Gedanken hinüber und herüber um die ganze Erde und fetzen sich auf Summe Menschen, die im Grafe liegen; indische Gedanken verwirren schwarz burg-rudolstädtische Begriffe, und babylonische Meen königlich preußische Untertanen — das ist der große Turm von Babel, und es ist nicht wahr, daß er unausgebaut geblieben, wie die Votivkirche, er ist nur so hoch hinausgewach- sen über die Wollen, daß ihm selber der Ottern ausgeht, wenn er sich ansieht. — 398 — WiesenhauS, 10. Februar 1830. Unter Primadonna versteht man eine Sängerin, die jährlich hunderttausend Gulden Gehalt und dreizehn Monat Llriaub hat, die übrige Zeit heiser ist. Das nenne ich eine Definition! Wemr Sie mir aber sagen: »Genie Eommt von Gott", so weiß ich darum noch nicht, was Genie ist. Außerdem kommt alles von Gott, auch eine Laus. Daher laus Dei. Cicero nimmt die großen Männer aus: nemo vir magnus sine aliquo afflatu divino unquam fuit. Je nachdem einer angeblasen wurde, heißt er dann Julius Cäsar oder Deethoven: aber Sie werden mir zugeben, daß zwischen dem Rubikon und der Neunten Sinfonie ein Unterschied besteht, den es der Mühe wert wäre zu kennen. Wenn wir nicht mehr wissen wohin, ist uns Gott gut genug wie eine Rumpelkammer. So geht das nicht, haben wir ein Wort und brauchen es, so müssen wir es auch verantworten. Ich habe Ihnen schon gestanden, daß ich nicht weiß, was ich Genie nennen soll, und bin sehr geneigt, vieles für Genie zu halten, was gewöhnlich nicht dafür gilt. Ich möchte mich nicht davon "entfernen, daß wir es nicht bei seinen Teilen fassen dürfen, aber immer als ein Ganzes. Wie es eben vieles in sich begreift, mag auch das unbewußte Schaffen mit dazu gehören, insofern es ein solches gibt, das das Gegenteil einer berechnenden Absicht ist, die sich Fähigkeiten dienstbar machen will, über die sie nicht gebietet. Wollte jemand aus Eitelkeit oder Gewinnsucht ein Kunstwerk Herstellen, und verfügte er dabei über wirkliches Vermögen, wie wir das heute häufig nicht nur sehen, sondern auch gelingen sehen, dem würde ich Genie bestreiten. Das ist Mache. Deshalb aber glaube ich doch nicht, daß wirkliche Kunstwerke so ohne weiteres unbewußt entstehen. Bei Goethe schon gar nicht, der kurios-baute und zimmerte. In seinen gesammelten Schriften findet sich dafür Zeugnis genug, wie methodisch er zu Werke ging. Aber er war geschult wie keiner, und daß, er das vertragen hat und in all dem Erlernten und Anerzogenen so frei blieb, ist vielleicht, was wir an ihm am meisten zu bewundern haben. Auch Deethoven hat in feiner Jugend durch Schulübungen der Zeit seines Schaffens stark vorgearbeitet. Damals übte er sich und brachte es sehr weit im Variieren, und es gibt keine ledernere Schulfuchserei als diese, seinerzeit sehr verbreitete Passion der Variationen. Auch Degeisterurrg allein reicht nicht aus und beweist das Genie nicht. Der dümmste Kerl kann sich für etwas begeistern, und für welchen Unsinn hat die Welt nicht schon Begeisterung erlebt. Wie der Rausch ist Begeisterung eine Potenzierung des Wesens; es mußte aber etwas vorhanden sein, das zur Potenz erhoben wurde, sonst ist sie wertlos. Zuletzt fällt Genie vielleicht mit Persönlichkeit zusammen. Aber damit sind wir so weit wie vorher. So geht es uns mit den meisten Dingen. Die Worte sind einmal da und im Verkehr, ein paar Begriffe laufen auch mit ihnen nebenher. Wir nehmen alles, ohne viel zu fragen und im guten Glauben auf, und wie's getrieben wurde, treiben wirs weiter, bis wir uns eines Tages hinter den Ohren kratzen. Wir kommen aber alle, tote wir da sind, jung und dumm als Kinder in eine alte, viel zu gescheite Welt hinein, der wir nicht gewachsen sind und aus der wir wieder hinausgeworfen toetben. eh wir noch etwas von ihr begriffen. Mir wenigstens geht es so, und ich kann mir recht gut denken, daß mich — wenn ich werde gestorben sein — jemand fragen würde: „Wo kommst du denn her?" Und wenn ich dem dann antwortete: „Aus der Welt", jener verwundert ausriese: »Du? aus der Welt? Ja was hast denn du um Gottes willen dort gemacht?" Gerade wie man einen Pinkeljuden behandeln würde, der sagte, er käme vom Hofball. Ich habe jetzt, mit wenig äluterbvechungen, vierzehn Tage Ruhe gehabt. Hoyos war bei mir und redete mir sehr freundlich zu, nach Wien, zu ihm zu kommen. Gehe eigentlich sehr zaghaft an den Gedanken, weil man mit solchen Gebrechen behaftet nichts unternehmen kann und anderen lästig fällt. Werde aber doch gegen Mitte Mai für einige Wochen fjingefjen, um welche Seit Sie ja auch da sein werden.--- Romarres. Etwas über die Zigeunersprache. Bon Engelbert Wittich ^Nachdruck verboten.) Don allen Eigentümlichkeiten des Zigeunertums ist die Sprache die hervortretendste und daher auch die am meisten erforschte. Lange Zeit hielt man das Zigeunerische nur für eine Art Gaunersprache. Gegen die landläufige Auffassung haben sich die mehr oder weniger gelehrten Fachbücher von Pott (1844). Liebich (1863), v. Sowa (1887), Pischel (1894), Fink 1903, Dur- gois (1911) u. _o. gewandt. Die aufblühende Sprachwissenschaft, der Eifer der Gelehrten hat nicht Ruhe gegeben, bis das Rätsel, eine ganz ftembe Sprache mitten in der europäischen Kulturwelt, gelöst wurde. Die Zigeunersprache ist eine richtige, grammatisch aufgebaute, uralte indische Sprache, noch verwandt mit dem stolzen Sanskrit, wovon ja auch die altindogermanischen Sprachen Europas: Lateinisch, Griechisch, Germanisch usto. abstammen. Das Romanes hat seine indische Eigenart durch die ungünstigsten Derhällnisja hindurch bis auf unsere Zeit und bis in die fernsten Gegende-m wo Zigeuner Hausen, auffallend rein bewahrt. Es scheint aber daß die Zigeunersprache mehr und mehr an Boden verliert Unö da, wo sie noch blüht, leidet sie wieder unter ausfallender dialektischer Zersplitterung, teils durch Aufnahme sremdsprach- licher Bestandteile, tells durch selbständige Weiterentwicklung! und Vernachlässigung in der Wortbildung verursacht. Jedoch haben die Sinke (Zigeuner) im Weiterziehen manche dieser fremden Sprachwörter fallen lassen, vieles aber zähe feftge- halten. Aber auch alle die Zigeunerdialekte zeigen wieder beut- llch ihre enge Verwandtschaft, so daß (nach Dr, H Bourgeois) eine für alle mitteleuropäischen Zigeuner fast in gleichem Grad« verständliche Sprachweise herauskommt. Beispielsweise wird die vom Schreiber dieses in Gemeinschaft mit seiner Frau verfertigte älebersetzung des Markus-Evangeliums in die deutsche Zigeunersprache (Britische und ausländische Bibelgesellschaft, Berlin 1912) sowohl über ganz Deutschland hinaus, tote auch in Nordungarn unter der Tatra sowie im Zigeunervierte! von Eperjes gut verstanden. Es ist auffallend, wie wenig sich der echte Kern der Zigeunersprache, trotz der langen Zeit, verändert hat. Ohne andere Sprachlehrer als die älteren Zigeuner, ohne den Halt einer Schriftsprache, ohne jede Schulpflege hat sie sich, trotz der Gefahren der Verwilderung, immer wieder schön entwickelt und erhalten. Merkwürdig ist es auch daß in manchen Gegenden, wo der Rom (Rom — Mann — aber unter seinesgleichen bezeichnet der einzelne Zigeuner sich auch so) weniger zahlreich ist, wie z. D. in Süddeutschland, die Sprache sich anscheinend reiner erhalten hat als da, wo die Zigeuner in großer Zahl beisammen sind, wie in Ungarn, wo sie viele ungarisch« usw. Worte ausgenommen hat. Die Zigeunersprache ist nicht reich an Worten. Sie spiegelt gewissermaßen die Armut und überhaupt die Eigenart des Domcmotschel (Zigeuitervolk) wider. An indische Verhältnisse erinnert ist, wenn die Sinte in ihrer Sprache nur zwei Jahreszeiten, Sommer (Riel) und Winter (Wend) kennen. Die Monatsnamen entlehnen sie aus anderen Sprachen. Mr Dach, Fluß, Meer, Teich find ebenfalls keine eigentlichen Wörter voihandeir, immer muß Dani (Wasser) ober bare Dam (großes Wasser -- Bezeichnung für Meer) aushelfen. Mit Seneli (Grün) wird alles mögliche Gewächs bezeichnet. Besonders merkwürdig ist eS, daß die Manische (so nennen sich die Zigeuner untereinander, von Manusch = Mensch) so arm sind an Ausdrücken für die Natur, in der sie doch täglich leben. Die Worts säen, wachsen, Saat und Halm sind im Romanes (Zigeunerischen) nicht vertreten. Berg wird mit dem Lehn.»ort Brego.'das Wetter mit Ziro (Zeit) ausgedrückt, der Himmel mit Bo laben, was aber auch „Taufe" bedeutet. Wenig Bezeichnungen hgt der Zigeuner Für die verschiedenen Singvögel und für fast alle Bäume, mit Ausnahme von der Bachstelze, die sie Romano Tschirilo (Zigeunervogel). und der Buche, welche sie Romano Ruck (Zigeunerbaum) nennen, usw. Besser ist es mit den größeren Tieren;, obwohl auch hier das eigentliche Wort für „Tier" fehlt. Ganz unbekannt sind Ausdrücke für „Wohnung" und „wohnen", was bei dem heimatlosen Wandervolke eigentlich weiter nicht wundernehmen darf. Auch für manche Krankheiten haben sie kein« besondere Bezeichnung. Die Zigeuner sind eben verhältnismäßig gesund. Bleibende Fremdwörter sind unter anderem: Doter (Stück), Grai (Pferd), Morti (Haut), Drom (Weg). Someni (Suppe), Stabt (Hut), Sabont (Seife), Forv (Stabt), die Zahlen efta, ochta, euja — sieben, acht, neun, Murgi (Katze), Mchka (Fuchs), sinelo (grün). Mehr ober weniger häufig sind je nach dem Geschmack der Zigeuner die dem Deutschen entlehnten Wörter. Interessant ist es, daß das Romanes Wörter aufweist, die auf den ersten Blick als deutsche erscheinen, bei näherem Betrachten aber sich als echte, altzigeunerifche Herausstellen — eine Erinnerung, daß eben die deutsche und die Zigeunersprache beide eine gleiche Quelle haben. Deutsch Singen z. D. auch und sind doch reinei Zigeunerwörter: Wend (Winter), trujum (um, herum, umher) Ziro (Seit), du! (zwei), drin (drei) usw. Fehlende Ausdrücke ersetzt der Zigeuner auch durch Um« schreibung, und da müssen Gowa (Sache) und Beda (Ding) in Verbindung mit einem Eigenschaftswort meistens aushelfen. Da es für manchen Leser einmal ganz interessant sein dürste, etwas in Original-Zigeunersprach« mit der deutschen Uebersetzung zu lesen, so möge zum Schluß noch dieses Seine Gedicht hi« Platz finden: O tschorelo Sentinger Tschawo. »Me hom i dikno, tschorelo Sintenger Tschawo, Mer Dai muies da mer Dat hi stildo. Gamlo, baro Dewi! me hont giage tschorelo. Da mer Dades ano Slilaben, les hi bokelo. Man hi tschi har mer Baschamaskeri. Me lau la da dschau ani Gertschemi, Dschin da has i bresla Lowe man. Naschatia bascha mer Dad ano Stiiaben, Djomles gaua Lowe, job has froh: ,Oama hiio buter genk bokelo!'" Das arme Zigeunerkind. „Ich bin ein Seines, armes Zigeunerkind Meine Mutier ist gestorben und mein Vater ist bet* Lieber, großer Gott! ich bin so arm. (haftet. 896 4in6 metn OMer tat Arrest, « Hat Hunger. habe nichts als mein 3nftrument, Ach nehm« «s und gehe In di« Wirtschaft, MS ein wenig ®e£o mein war. Gehe zu meinem 'Botet in den Arrest, Geb' ihm daS Geld, er war sroh: .Setzt hat er keinen Hunger mehr!'" Viel« Äebersetzung lehnt sich wortgetreu an daS Original an. die Deutlichst und Schärfe bet zigeunerischen Aussprache ule so recht zum gfasdrmck kommt. älnd «he Dinzer sich dessen versah, hatte sie sich $u ihm Mueigt unb flüchtig seine Stirn mit den Lippen berührt. Lachend liest sie den Verdutzten stehen und schritt an Sean Pauls Arm den Burgberg hinab zu ihrem Wagen. „So schweigsam?" scherzte sie mokant. .Welch ein Amt boansp^uchsn €>ie beim in meinem Wollen Sie Kanzlet fehl?“1 Unmöglich hohe Frau, nachdem Sie einem andern das Sieael aufgedrückt", erwiderte Sean Paul nachdewl cher als zuvor. .Sch bescheide mich mit der Rolle des lustigen Rades, der seine Schellenkappe zu Hause vergaß und mm wehrlos den Sticheleien. deS Gesindes ausgesetzt ist." . „„ Unb was halten Sie von meinem Troubadour - ISehr viel, seitdem Sie ihm das Küssen ^gezeigt haben. Gr wird's bald nötig haben." Sie bist sich auf die Lippe, fuhr aber in demselben leichten Ton fort: ..Was mein«. Sm dazu, zum Erntefest will ich einen Artushof eröffnen mit Krömrng meines Getreuen. Frauenlob I! soll er heißen und den Lo.bcer tragen tm lockigen Haar.» Die Pille war bitter, wurde ab«- tapfer verschluckt." Sie wartete auch seine Meinung mch ab, sondern hatte eben genug gesagt und sah sich nach Danzer um. .Fahren Sie mit mir?" rief sie ihm huldvoll entgegen, dEwit leichtem Verbrüh hatte sie Rita an seiner Seite bemetti Schon streckte sie ihm die Hand entgegen, als S«m Puul sich keck E ben Tritt schwang und luftig fragte: „Seit wann sind ^.roubw doure des Ritterdienstes unkundig? Mein schöner Minnesanges Sie helfen wohl Shrer Edeldame tn den Bügel. An die Seite der Durgfrau gehört der luftige Rat. Der Wagen rollte lxih.n. Binzer und Rita folgten in lustiger Kavalkade. Wie toürt.ig aber Semi Paul seine Huldin unterhalten hat, das hat Tie später niemand vertraut. ... Alnb im alten und neuen Schlosse bis nach Tannenfeld hm raunten und »Herten neckische Geister seit Tagen an lichen Plätzchen und bereiteten einen Hauvteffe» vor. Die Dhaf^ pot hatte die Parole ausgegeben, Rita und Eumlich getrennt, Rita und Otto unter allen erdenklichen tSow wänden zusammengebracht werden. Otto mutte für dmME Tiedges Gedichte abschreiben, Rita werde wchl so IwbMswürd« sein zu diktieren. Otto mühte für die Gräfin Deidenfiro^ aus Paris mustern, Rita würde mit chrem Geschmack dabei Hellen Otto sollte für Wilhelmine ein Bukett zusammensttUen. „Rita, tm bist wohl so gut und pflückst mit dem Baron SRcter^ und Dora machten diese vergebttchen Versuche, viel Spatz tmb sie störten, wo sie nur konnten. Wollte Marheineta sich mit Otto und Rita allein erbaul ch unterhalten, Dora setzte sich mit ihrer Stickerei dazu. Als Feuerbach ^seine Musste Kriminalgefchichte den beiden allem vorleseu wollte. häkelte Peter Ritas Arm in ben seinen und behauptete, sie habe ipm eine Kahnfahrt zu zweien zugefagt. _ Auch Sean Paul wurde geheimnisvoll. Da er von den Sw fammentünflen in der Muschelgrotte nichts ahnt«, so hielt er es für feine heilige Pflicht, feinen Schützlingen zu ^nem romcm- ttschen Stelldichein zu verhelfen, uni die letzte. zu überwinden. Er zerbrach sich den Kopf ^ber dasDie e--^ sich war er im reinen. Er diktierte Dora em Briefchen M die Feder schrieb selbst ein ähnliches ohne Heber« tmb ilntet* sthrift' führte noch eimnal seinen Ponto durch das Dorzimmer tmd schloß sich dann mit ihm zu einem längeren Dialog eta. Diesmal hatte Wilhelmine es nicht gesehen, sie war zu beschäfllat mtt sich selbst. Das mutzte Ile längst erkannt haben. M^er ließ nicht mit sich spielen. ttier die De^mung wollte sie ihm nicht ersparen, dast er ihr danken, bftenttch danken sollte für die Auszeichnungen, so sie an ihn verschwendet fa haben glaubte. An ihrer Artusfeier hielt sie eigensinnig feft Die Gräfin hatte sich bereit erklärt ttotz « ä eenem ben Bart das Arrangement im Stile Ludwigs XV. zu total. Feuerbach sollte als Kaitzler JxS Ordenskavtteks tae Berse sprechen, die Marheineke zu verfaffen so verwegen war. Der Mutter muhte Wilhelmine ben Plan mittetlew D^ zog bedenllich die Brauen in die Hohe: Kinger? Der komponiert, ja Studentenlleder. Und was wirb "^iDichts" Ersetzte Wilhelmine trotzig, »Dinzer hat die F«nen mit wenig Zeilen mehr gefeiert als Sean Prall mit all fanwm Romanen. Durchlaucht-Mama, Sie dürfen nicht „nein iagen. ®ie selbst sollen Dinzer den Lorbeer reichen. Rehmen Die^ den Schere als das was er ist, als eine Kaprize Shrer eigensinnigen. laffen kaimst. Sch lehne alle Verantwortung ab und werbe tun» was ich nicht lassen kann." . ., __ (..„rx Unb Dorothea rührte weiter insgeheim: an Pansch Wilhelmine aber ging frohen Hebens hmaus- ^Pansch schien diesmal zu geratem Was wollte sie noch? Recht, cy ^nmenfeld wollte sie, Dora etwaS aus Frn^ehM Dw Morgen war frisch sie warf sich ihre Pelerme um. W-e tte frohgemut durch die Kastanienallee schreitet, fühll sw M aw aehalten. Ponto ist es. der aagelegenllich ihren, Umtoun oe . tAnüffeli Sie will ihn streicheln, da bemerkt sie an feinem ' 1 von Sean Paul Gutes kommen! Lieber em letztes Bedenten Pansch. Eine Geschichte aus der Biedermeierzeit. Don Earl Worms. (Fortsetzung.) IX. Hatten die Wellen des Teiches das Geheimnis von tat Pudrllocken ans Ufer getragen, hatte ein Unberufener Ä «rt» deckt? Erzählt wurde es eigentlich von niemand, geflüstert aber um so mehr. Ehrfurcht vor dem Dichter hielt sie alle zurück, fetn Vorwurf wurde laut, aber man nahm sich vor ihm in acht. Genaues wußte man nicht, aber wie bas so beim Flüstern geht, man versteht zu wenig oder zu viel, aus einem Mölkchen wird ebi Gewitter gemacht, nach Spatzen mit Kanonen geschossen. Dora hatte zierst etwas von Rita herausbekommen und fand «S abscheulich: schadenfroh hatte Wilhelmine eS der Mutter «rzSHÜ, auch diese hatte befremdet geschwiegen. Selbst der treue Beter begann, sein Väterchen in etwas schrägem Augenwinkel zu betrachten „Der Henker traue den Dichtern!" hatte er auS- .Llnbegrelflich!" hatte Baron Otto stoisch anbeigeffigt Baronin und Gräfin gingen umher wie Ror-ren, bereit, ta» Schicksalsfaden zu durchschaeiden, die zwei Gelehrten zählten tast Pontos Locken, ob nicht wieder eine fehle. Ponto mar leben» jetU jetzt die Hauptperson im Drama von Löbichau. .Und Sean Paul? Wie ein unbefangenes Kind guckte er sich in der Gesell- fcbatt um. verstand feine Arlspiekrrngon, merkte keine Spitzen «rd rieb sich vergnügt die Hände, beim Rita würdigte ihn nutzt Heber Dinzer aber war es gekommen wie das Brausen des Frühlings, der ersten Sugend, im Sturm gewann er sich die Herzen Mit ben Studenten fang er das von ihm komponiert« Sied Körners: »Kommt, Brüder, trinket froh mit mir, seht, wie die Becher schäumen." Es war, als hätten ihn wieder die Wart- durggelster gefafa. Mit den Gelehrten diSputterte er unb sieh fich immer belehren, ben Damen entwarf er Stickmuster oder las ihnen vor. Sean Paul vermied ihn ein wenig, sollte aber bald erfahren, datz er so ganz ohne Memorandum nicht ab» kommen sollte. Denn auch das nach Wllhelmtaens Anweisung komponierte, ihr gewidmete Lied axrc fertig. Die fange Wett hatte einen Ausslug zur Ruine Somtsels unternommen und Wilhelmine zur Burgkönigin erwählt Da satz die str'ze Frau auf weichem Moose im einzigen noch erhaltenen Durgienster u~b die Abendsonne wob einen Glorienschein um Hx gelöstes Haar und das weite weitze Gewand. Huldigend, Dlumenspenden in der Hand, umbrängten sie ihre Basalen, der Baron und Dinzer fatzen alS Troubadoure zu ihren Füßen. Da gebot ite rtzterem, ein Lied zu singen. Alle erhoben fich volle Römer ta den Händen, die Soll waren vorher verteilt, der Chor Mit den, Refrain bekannt. War es Täuschung? Sean Paul schien «s, ate richteten sich die einzelnen meist gegen ihn, und was er härte Rang nicht eben schmeichelhaft. „Stoßt an, freies Wort lebe, hurra hoch! Wer die Wahrheit kennet und spricht sie nicht. Der bleibt fürwahr ein erbärmlicher Wicht." Herausfordernd fang es Dinzer und schwang das Gias uud Peter setzte fort: „Stoßt an, kühne Tat lebe, hurra hoch! Wer die Folgen ängstlich zuvor erwägt. Der beugt sich, wo die Gefahr sich regt." So ging es fort, bis zuletzt die Burgherrin selbst sich boft tfreem Mauersitz erhob unb es trotzig, drohend hinausfang mit doller Stimme: „Stoßt an, Frauenlieb' lebe, Hurra hoch! Wer des Weibes weiblichen Sinn nicht ehrt. Der hält auch Freiheit und Freund nicht teert* Brausend fang’« der Thor nach in hohem Schwung zerschmet- fcrte sie das Glas am Gestein. Auf Binzers Schulter gestützt trat sie von ihrem Hochsitz herab unb rief mit Hellem Klang: Wahrlich wer das Weib so achtet, ist des Preises wert. Shr Männer unb Frauen meiner Sippe, ist's zu hohe Gunst, wenn eure Fürstin ihn selbst erteilt? SÄ bedankt meta treuer Sänge--. -400-2 Das (Schluß folgt) cheulich auf die dazu: ««.Uta»., or.3ti* 3„,aa ^,LlTL7LL7 6M„ x »Der Lorbeer ziert den edlem Meisterfänger. Geweiht von Frauenhand. Ein facher Kranz hält doch ein wenig länger Ms eitler Ehrentcmd." bemÄ^ffiSL31^ erf^£te k>« Halle. Alle reckten de» Hal«, i»ar niedergekniet. Aus Doras Hand nahm den Kranz. Die schien wirklich die §ste AbstM ® ^ite sich ihre Schleppe im Teppich verwickelt. LL ^^er schwere Mantel nieder -Ite toattte auffS imÄ ^Mein Ar^'iü^' Ln&et%Hc !”lt komischer Verzweiflung Tagte: ’7H %>EuT3- bist wohl so gut und hilfst mir.' WmiV1 a“l9€i. belohnte ihren Scherz, ob auch Wil- r Lockenhaupt schüttelte und die Chassepot sich für eine etwaige Ohnmacht nach einem Stuhl umsah. Ah. geschehen: errötend hatte Rita den Kranz Moschen Locken gedrückt und ein Mädchenchor fans fonintt sie schnell hinweg, auch Pouto scheint nicht« da«««» Sre öffnet und verschlingt mit den Augen di« wenige« ,,3um 9. September, 11 Ahr nachts. Einzige Gute! Wenn aussieht, wie ein schwarz ausgeschlagenes Trauer» zimmer mit einen, flammenden Kronleuchter in der Mitte, wenn ^Lr?n\ verdunkelte Seele schöner in milden Träumen auf. Jan9cr? an iedem Gebüsch um den Aeptun-Drunnen Leuchtkäfer wie glimmende Edelsteine. Diese lebenden Stern« S'Ä’ft'äf",teu"^ ®”t * »w *56?“"« ®'W,S"9uS »IHmta« »». „Komin um 11 Ahr zum Aeptun-Brunnen 1“ Das genügte. Schadenfroh blitzten ihre" Augen wie die vev- sprochenen Johanniswürmchen. Tannenfeld brauchte sie mm nicht mc5r. In die Küche ging sie und entwandte di« fetteste Wurst. Denn Ponto hatte seine Sache sehr gut genlacht. q " X. ü&n+„ ^mlich auch von Macheinele. Wer es noch nicht Ent«, erfuhr es bald genug von ihm selbst. Von huldigenden ÄÄ' Dmzer wie auf' Kohlen. W^nkr^ f<Äte?t ct ?'Ed-rtaufe kam. In der «in«, q/V t . Diplom, in ber mtbmii das Wappen auf *" **’■ ■”** Gelage, das weniger mittelattlich ausgefallen «iäfgS14 6iBe i>*‘« »«<«- „ . ”®? /chEckhaft, Helmy?" scherzte die Mutter leise. .Gin« kleine Aeberraschimg, weiter nichts. Kommen Sie, lieber Freund!" 2" ® lie die Stufen hinab, paarweise folgte n ben Hauptgang emgebvgen wurde, hob Dorothea ^merklich das Taschentuch Da flammte es auf. Don ^t2r’ten. Stoeicren bis zum Mpsel waren die alten Tanner, und Buchen überglänzt. AuS kleinen Vertiefungen cm den Wuv- >pruhtsn Lichtfontänen und durchzittertsn das Laub mit mchrmrtssteigmdem Glanz. Funkengarben hoben sich aus dem Drün; redes Matt schien in rötlichem Licht zu beben. Durch dies« wie von Feiwrsaulen gebildete Allee gelangte man zu einem klein«, Eiland und dessen zierlicher Dogenbrücke. "em Blätterdunkel des jenseitigen Afers lugten fröhliche ,?0Tt hielten bte Schnitter und Schnitterinnen des Schlosses, Amzug unter Musik und schlugen ihre Sichein im Takt aneinander Teergetränkte Tonnen auf Pfählen lohten cm den fernsten Teichbuchen auf. And jetzt... Wilhelmine zog mit einem zornigen Ausruf ihre Hand aus Feuerbachs Arm. Der Zug stockte. Wonnetrmrken, mit gefalteten! Händen schaute Jean Paul auf. Dean Über der laubgeschmückten Drucke stieg em Transparent auf. Vivat Jean Paul! laS jedes Auge in bunter Lichtschrift Einen Moment zitterte die Erscheinung in der Luft, um dann in zahllosen Funken zu zerstieben. Durchlaucht-Mama, das ist programmwidrig", Tagt Wilhelmine im Schatten einer Linde, bem Weinen nahe. „Jedem das Seine, Helmh" erwidert diese mit freundlichem müssen wissen, was wir unseren Gästen schuldig Dichter, von deutschen Frauen zu fragen And dein Mnzer — weiht du. Kind, er ist sehr nett. m "vch kein hochzeitlich Gewand an." Wichelmme ihr die Hand: „Durchlaucht°Mama haven recht, verzeihen Sie. ^Von klopfenden Herzen erwartet, war der ersehnte 9 Seb- rX^Se£c>mrmen- Erntefest war da. Der Hbnmel hatte w^hor 9CB&en- reichlich sollte auch der Dank der Menschen »>' u ?^vrgen war von der Herzogin die neugegründete mit «ngewecht nachmittags schritt sie in festlichem Zuge nut schrei, Gasten durch den hohen Laubgang, der direkt in die Zottige Vorhalle des Dorfkivchleins führte. Einen kostbaren vergoldeter Dronze mit gestrickter un& ^auf&ede hatte die gütige Fürstin zum ersten Aus° o^ diesem Dage bestimmt Eine schlichte herzliche Ernte» vatte d-e Gemeinde im Sonntagsstaat um ihre Semmes- folgte der Auszug vor dem Schloß, ?^,^.ul'k der DogEchutzenarmee voraits. Dor dem Balkon .^ ^ lch die frohe Menge aufgestellt, weißgekleidete Mädchen E «ranzen auf den Rechen riesen das Lebehoch. Dom Balkon 3-rub h^^ ^??rothea eine aus dem Herzen kommende Nein« Ansprache. Einige altere Abgeordnete kamen heraus und Über» reiften mit freiem Anstand ein auf Atlas gedrucktes Gedicht A2t-^lete" etr'e” FreiballeS im Wirtshause nahmen sie mit gerührten Dankesworten an. Jean Paul hatte dabei Ge« legenheit, ihre malerische Altenburger Tracht^zu bewundern Riefel und schwarzen Pluderhosen und Über d« w.gen schwarzen Jacke den talarartigen weihen Tuchrock ohne M tagen. Als nun am Abend der Himmel sein einziges Auge zu» druckte, um nicht all die Schändlichkeiten auf Erden ju feta. ~a un Wirtshause laut, zu den Klängen der Harmonika schwangen sich tanzende Paare. Durch die große Schloß- Halle Saal wurde an diesem Abend zu modern klingen — netzte ein mittelalterlicher Hauch und die Chafsepot als Ober- zeremomenmersterin schritt würdevoll in steifem Drokatgewande auf und ab Der Gartner raufte sich fast di« Haare vor Der» alpeifhtnq, denn seine Gewächshäuser waren geplündert die ätzten Schmuckes beraubt. „Haltm zu Gnaden, s brummte er verdrießlich, „aber das hält nicht eirnnti em getaufter vtu&e aus. Es ist um sich dl« Kleider aufzureißen und sich die Waden anzukratzen." .F^ug!" sagte die entsetzte Erlaucht und winkte mit dem fu Sefotil ° Wlttn toar im Ausdruck doch A«n waren die blühenden Gewächse auf erhöhten Stufen gruppiert, drei Kronleuchter erhellten den hohen Rwim Als Ware der Sonnenschein haften geblieben, waren die Wände mit t^,r !a tlöem c^^nlicht bekleidet. In die dunkelsten Falten der purpurnen Portieren, blitzte Lichterglcmz hinein. Aus ein gegebenes Zeichen spranMn die Flügeltüren auf. Anter Festes- tlangen mit einem Gefolge von Frauen und Jungfrauen alle weißgekleidet mit roten Schleifen, trat Dorothea ein. Aach langer «a8 Mögliche Diadem von ihrer es WWe der Hermelin hinterher. In der Tiefe 0,er,.<3attL budeten ihre Damen einen Halbkreis um den Thron. ^,/brcr Rechten stand seuerbach als Kanzler in schwarzer Seide a~ Sekretär Marheineke mit Wappen und Diplom' stufm" bCT d°Sen lagerten Dora und Rtta auf den Thron- oxr>.5v'^n-^lr5ir ri?f.We Musik, wieder öffneten sich die Türen. Wilhelmine seiner Vergötterung zugeführt trat Mnzer Sterit™ CTnA ®eW, das zwischen Lachen und Weinen \u ?ie2t’ un^ ^a6 verblüfft auf seine Stulpstiefel die fick allerdings etwas anachronisttsch unter all die funkelnden Schnob lenschuhe drängten. Run stand er vor dem Sn unÄt - nierff hinter ihm im Schwarm stand Jean Paul »um > wio.i.h «.iw, wssÄfsä 1 _ a; in den Fältchen im, Augen und Lippen zu sitzen- denn ba ^«2° gefunden, wonach so viele kluge Köpfe Wilhelmine konnte mit d^Wg vor und deklamierte in H«H, D^-Hmt was “Ä 6886681 m» vorzutragen habe. . <■ ^1^« @ro&CTea erteilt der heil'ge Mann in 31o«l Als diese Damen euch derleihn: . » »Ä’Ä-* or^itete, indem er Frauenlob U -^2 kimEl?ß^it^W^nfchk^ ” ^^Echte. Die Vechimm«, „Dein Ruhm erschalle weit und breit Gepnesen werde, hoch bewundert Im Jahre tausend und achthundert And neunzehn unsrer Zett. Tritt hin zu unsrer fern ,md nah Verherrlichten Titania."