Gießener jamilienblätter Unterhaltungsbeilage zum Eichener Anzeiger Jahrgang (925 Dienstag, öen 8. Dezember Nummer 98 Winlerlag. Boa Woarad FerdinandMehsr Aeber schneebedeckter Erde blaut der Himmel, haucht der Föhn — ewig jung ist nur die Sonn«! Sie allein ist ewig schön! Heute steigt sie spät am Himmel, und am Himmel finkt sie bald — wie das Glück und wie die Lieb« hinter dem entlaubten Wald. „Wenn ihx nicht werdet wie die Kinder.. Bon Reinhold Braun. Run ist wieder die holde, unruhedolle Zeit gekommen, im$> wer sich noch ein Herz für die tiefen Dinge bewahrt hat, dem greift sie — trotz allem — doch wieder geheimnisvoll und innergewaltig ans Tiefste. And wem solches geschieht, der kann sich freuen,' denn sein DesteS könnte ihm noch nicht totgeschlackt werden von der Härt« der Zeit. Sein Kern ist noch flüssig, bewegungsfähig, schenkt ihm noch die Bewußtheit beseligender Lebendigkeit und des Impulses empor in ein Reines, Holdes, LiebeS und Lichtes! Darum, „freu dich sehr, o meine Seele!" 3a, es ist eine »gnadenbringende", holdselige Zeit, so süß und seltsam unruhevoll ... Selig unruhig sein, wie wir's als Kinder waren in der vorweihnachtlichen Zeit! — Rur ein Stücklein, ein Streiflein Licht, aus dieser Freude der holden Anruhe, deren Tiefstes doch wieder die Ruhe ist: „Weihnacht kommt ganz bestimmt und bringt mir etwas! Das Christkind ist auf dem Wege!" Ach, diese Ruhe und köstliche Gewißheit des KindeS, diese rmcerste Anumstößlichkeii! Diese Gläubigkeit! Dieses Amspieltsein vom Glanz der Lichter, die doch erst kommen sollen! „Ach, wer doch das könnte, nur ein einziges Mal!" so recht wie ein Kind! Die rauhe, harte Zeit arbeitet schmerzvoll an uns allen, reißt uns hier und da ein Stück aus dem 3mtecn; wenigstens sucht sie Tag für Tag uns solche Gewalt anzutun. And viele find müde geworden, daß sie Me harte Zeit in solcher Weise an sich arbeiten lassen; sie sitzen in einer großen inneren Welkheit und wehren den argen Einflüssen kaum mehr. „And kommen dabei immer weiter von dem Ziel!" — — Run ist mitten in dieser argen „äußeren Zeit" ein Stück der wirklichen „inneren" Zeit wieder mit der alten, heiligen Mächtigkeit und süßen Anerschöpslichkeit erschienen. Run wollen wir doch auch diese Zeit an uns einnml wieder arbeiten lassen, wollen uns ihr willig hingeben, wollen auS ihr kindhaft. unruhig und doch ruhig werden, wollen uns neue Gewißheit trinken, neue Hoffnung und Lichtgläubigleit aus all den „holdseligen" Dingen, die uns wieder umtönen, umglänzen und unserer Seele gut fein »offen! Das ist kein leeres Schwärmen und darf's auch nicht' fern! Sondern, wer sich so ergreifen läßt von dem goldenen Strome, der tief im Verborgenen rinnt, sich wahrhaft anrühren läßt von dieser köstlich inneren Zeit, den segnet sie, indem sie ihm Trank des echten, tiefen Lebens reicht und ihn hinführt zu sich selbst und den Weihnachtsschätzen seines Inwendigen; indem sie ihn ruhig und ruhiger werden läßt zu seiner Seele. — — Die Anruhe der Welt von heute hat sich uns tief ins Mark gefressen: wir sind krank an der Ruhelosigkeit, den tausend Wirbelungen des Alltags geworden. O, daß wir doch erkennten zu dieser unserer Zeit, was zu unserem Frieden dienet! Daß diese Adventszeit doch ganz diese unser« Zeit werde, in uns hi nein wirkend und webend aus ihren alten Wunderbarlichkeiten Licht und Frieden, Freude und reineS Sehnen; ein Stücklein heiter-fromme Gläubigkeit! Daß sie uns doch lehrte, in ein paar stillen Stunden einmal ganz den Alltag hinter sich zu lassen, sich abzuwenden von dem heißen Flimmern dessen, was die Menschen heute „Leben" nennen, sich einmal umfangen lassen von der Stille, die die reifen Menschen, lieben, sich mit einem Ruck losreißen von der Täglichkeit und 'sich hinwenden zu den Dingen, die der goldene Strom dieser wunderbaren Wochen uns zuträgt. Es will soviel auf uns zukommen. Wir müssen nur einmal wieder wissen, wirtlich stille zu stehen, einmal wieder dahin fassen, wo das Herz ist. Schaut doch den Kindern zu! Wie spielt da ««ins am Rande ter brausenden Straße! Es ist in seiner Welt, in seiner eigenen Stille und seinem Traum! Sind wir denn wirklich allesamt Sklaven der Verhältnisse und äußerlichen Dinge geworden, daß wir das nicht mehr können? Haben wir denn alles verloren! Deutsches Herz, wo bist du in dieser Adventszeit? Zeige deinen Mut und dein« Freude zu dir selber, zu dem Kinderwinkel in dir! Finde dich wieder! Adventszeit kann Genesungszeit sein! Dezember. Bon Anton Schnack. Es ist der Monat der hirtlichen heiligen Stille. Er hat immer verschlossene Türen, hinter denen etwas Geheimnisvolles ist, etwas Huschendes und der leise Laut von filberhaften Geräuschen. Hinter einem Vorhang flackert eine halbe Rächt eine wächserne Kerze. Wenn die Kinder durch die Dämmerung im späten Abend von einem Gang zum Dorfkränrer heimtrviien mit rotgefrorenen Rasenspitzen und geballten Fäustchen, erlischt es plötzlich Wenn sie zu Bett in ihrer kleinen, warmen Kammer liegen, scheint es wieder. 3n einem jeden Haufe gibt es eine solche Türe, die ve» schlossen ist; drückt leise auf die Klinke, sie öffnet sich nicht. Eine unsichtbare, geheimnisvolle Hand hat sie verriegelt. Aeberall ist ein süßer, lieblicher und betörender Duft. Ein Hauch von Relken und Zimt durchzieht die Zimmer. Schaust du durch das Schlüsselloch des Zimmers, an dem die Kinder mit glühenden Blicken und leisen Schritten vorbeischleichen, so glitzert etwas Silberhaftes darinnen, ein zarteS, flimmerndes Weiß und dir scheint es, als wären es schwirrende Gngelsflügel. Auch ist es manchmal, als ob eine silberne Glocke aus weiter Ferme llingen würde. Dann ist wieder Stille. Rur der Perpenr dikel der alten Schwarzwälder Ahr geht hin und wieder. Dein Herz berührt das Geheimnis, das überall zu atmen scheint. Willst du es suchen, du wirst es nirgends finden. Rur manchmal glaubst du. es vorüberfchweben zu sehen. Aber da ist es der Mond, der über di« Winterhügel gerade mit einem 3rr!ichtfchein aufgeht. Schnee fällt über Nacht auf die Erde. Am Abend war die Straße noch votier Geräusche; ein Pferdefuhrwerk kam unter Hüh und Hott noch vorbei. Ante« den Psechehufen, — wenn sie auf Sterns traten — stoben die Kan; die Räder knarrten knisternd und ächzend auf dem gefrorenen Boden. Der Landbriefträger stockte mit schwerem genagelten Schritt durch den Garten, wenn er die Briefe aus der Ferne ,md die Zeitungen aus der Stadt brachte. Am Morgen ist das Licht, das durch di« Scheiben strahlt, von herrlichem Weiß. Seinen Glanz können kaum die Augen ertragen. MeS geht wie auf Samt. And die Wälder liegen atemlos vatb erstarrt. Leise und ferne klingelt ein Schlitten. Am Fenstersims liegt neuer, makelloser Schnee. Deine rost« atmende Morgenhand erschauert vor dem kristallenen Eisgefühl, wenn du daS Fenster öffnest und den weißen Staub berührst. Auf dem fchneeüberfchütteten Zaune sitzt stumm und regungslos ein Rabe, der weither au8 der Ti-sfe der verlorenen unjb großen Wälder geflogen ist. And ich denke daran, daß mein; Großvater in dieser Einsamkeit lebt, wo der Schnee viel tiefer ;md gewaltiger ist und die Kälte vief beißender. Aber die Rehe ,md Hirsche kommen aus dsm Dickicht an seine Raufe. And zuweilen sieht er auch einen Fuchs über die Waldsläche stäupen. Immer noch fitzt der schwermütige und verschlagene Waldvogel und seine Schwärze glänzt wie ftrnkelndes Metall gegen daS blühende Weiß. Die Schritte der Schreitenden verlieren ihre Schwere. Di« Klänge und Laute werden gedämpft. Anbekannte große Vögel durchrudern geisterhaft die graue Luft. Rahs und erstarrt ist der Wald. Mitten in der Rächt hinein kracht eS dunkel. Einen Baum hat die riesenhaft« Last gebrochen. Furchtbar und erschütternd ist dieser Doimer. Es ist der Todesschrei deS Waldes. Dann aber ist tvieder das Schweigen. 390 Und durch die gefrorene Scheide deines Fensters siehst du den Mond glitzern. Und es ist, als leuchte er hinter einem grünen, flimmernden Himmel aus Eis. Tute, alte Mutter, ach dein Ofen aus grünen Kachel» ist toarin und gnadenvolldunkle verbrannte Reiter springen auf ihn» einher und große Schiffe mit Segel und Takelage schwimmen ins stürmische Meer hinaus. Jetzt ist es die Zeit davor zu sitzen mit den dicken un!d> bunten Bilderbüchern auf den Knien und in Märchen und Phantastereien zu versinken. Auf der Ofenplatle singen und Braten die Aepfel. Schon springt und klafft die braune Haut und der honigfarbene Saft fließt dick aus allen Wunden und zischt auf dem glühenden Eisen. Der Geruch ist voller Süße und Betörung. And wer unten die Türe zum Hauk? öffnet und schnev- verstäubt und erstarrt ans dein Wint«-ai kraul'chkeit zwischen ihm und den Frauen ergab es Bai ,6 ßercuSb m b r j n:m Gemach gerufen wu.be so baj feine Wege in dein Lustschloß bald ganz selostänöig wurden, ja, daß nach kurzer Zeit et blieb, wenn ber Kaiser ging, oder kam, ehe der Kaiser sich einfand, ober endlich gar ganze Tage, wenn der Kaiser auf der Jagd war, im Serail sich aufhielt, ohne daß der Sultan oder einer der Wächter ober irgendein anderer Mensch die größten Feinde des Zwerges nicht ausgenommen, auf einen argwöhnischen Gedanken gekommen waten; so wenig war das winzige und mißgestaltete Gebild, das da umherschlich und sorgfältig die Füße setzte, um auf den glatten Böden nicht auszugleiten, einem Manne ähnlich und so sehr schien es durch die grauenvolle Häßlichkeit davor bewahrt, andern als schaudernden ober spottdreisten Blicken aus Frauenaugen zu begegnest. Dennoch fand sich nach einiger Zeit eine Gelegenheit, bei der der Sultan Mahmud, wenn auch ein wenig vom Weine intnfeit, ober vielleicht gerade dadurch scharfsichtiger gemacht, benterten: mußte, daß der Zwerg die schönen Huris durchaus nicht so gleichgültig ließ, wie es nach allen äußeren A in ständen anzunehmen war. Der Sultan gab Befehl, den Zwerg heimlich ztl bewachen, und siehe da: schon am zweiten Tag darauf war aller Anlaß gegeben, den Zwerg und eine der Odalisken zu verhaften. Nach dem hergebrachten Gesetz konnte die Strafe nur sein, die Sünderin in einem verschlossenen Faß den Abhang hinunter ins Meer zu rollen, den Sünder am Tote des Serails, durch das man ihn fo arglos hatte ein- imb ans gehen lassen, aufzuhängen. Die Kunde von dem, was geschehen war, sprang schnell durch ganz Konstantinopel. Nirgendwo, nicht einmal bei den Lastträgern, offenbarte sich das geringste Mitleid. So heilig waren durch jahrhundertelange Gewohnheit die Anschauungen der Rechtgläubigen in diesen Dingen, daß im Gegenteil die äußerste Entrüstung allgemein war und schon eine vieltausendköpfige Menge am Tor sich aufstellte, um das Faß das Afer hinabtollen und den mißgestalteten Kinderleib Achmed Agas am Tor hochgezogen zu sehen. Aber Mahmud II. war in allen Dingen ein Herrschet, ber nichts wie seine Vorgänger, sondern alles auf seine eigene Art machte. Er sand auch hier eine Strafe, die den Ztverg schwer, die abenteuerlustige Odaliske schwerer treffen mußte und dennoch beiden die Liebe des Sustans zeigte. Er verbannte den Zwerg von seinem Hofe, gab ihm ein Haus in einem schönen Garten vor der Stadt und verheiratete ihn mit ber, die ihm so gefällig gewesen und der er verlockend genug erschienen wat. Zuin Anwillen der gasige» Stadt feierte der Sultan die Hochzeit in seinem Schlosse selbst, in Gegenwart aller Würdenträger. Mit Gold und Edelgestein war die Tasel geschmückt, als ob es sich um Prinz und Prinzessin handelte. Die hohe Gestalt der Odaliske sah unter den weißen Schleiern noch edler aus, an ihrem Arm ging wie ein Kind der Zwerg. Kanonenschüsse hallten, als die beiden in die Sänfte gehoben wurden, die sie zu ihrem Haus in dem schönen Garten brachte, wo nun der Zwerg fern von allem Glanz, der ihn bisher umgeben, leben mußte, aber im Besitz einer der anmutigsten Frauen des Sultans, und wo dies« Frau den süßbittern Reiz einiger flüchsi ier Tage nun ein Leben lang auskosten mußte, dennoch vielleicht getröstet durch die Erfahrung, daß ja der Zwerg der Schlimmste nicht war, und die Hoffnung, daß zu anderen,. Abenteuern wohl noch Zeit und Gelegenheit komsnen werde. Darum sah man auch keine Träne in den braunen Augen den Odaliske, die wie Rehaugen drrvK 89t —• Ira Saal. Gr Eine Äotett beugt als hätten wir im Kinderwägelchen zu< den Schlei« glänzien. Die Augen teS Zwerges ater strahlten! feuriger als je. Einsam und traurig stand nur der Sultan selbst, nachdem heim Lesen des Titan die gute Absicht nicht Verstehen." Er bekommt ein« Ahnung davon, tote dem Helden Tassos t» Armidens Zaubergarten zumut gewesen sein muß. „Männer verwirren nur, Mann« ordnen nicht", tändelt sie Weit« mit gewinnend« Grazie. »And was Sie da von glücklich« Ehe sagten, so was kommt doch nur in Romanen, zum Deispiel bei Jean Paul vor." „Wenn « es ab« aus dem Leben abgeschrieben habe» Pansch. Geschichte aus ter Biedermeierzeit. Von Carl WormS. l Fortsetzung. - sie sich vor. Gr muß die Ohrgehänge sehr sie will es so. Dabei löst sich eine witer- denken in die Kalesche gepackt, damit « nicht ganz zum Melan» cholikus würde. Wilhelmine hatte sich aus dem feuchten Grase des Rymphen- brunnens nur einen tüchtigen Schnupfen geholt, während in d« Muschelgrotte alles nach Wunsch verlaufen war. Binz« und Rita, zu gleicher Zeit zur Stelle, hatten sich gefreut, daß sie beide Jean Pauls Hesperus mitgebracht hatten. Dorgelesen aber halt« nur « trotz des Regens und sie auf manches Schöne aufmerksam gemacht. Sie schämte sich innerlich, daß bisher gerate das Halbverstandene sie begeistert hatte. Auf seine Ditte, dies« Morgenvorlesung wiederholen zu dürfen, hatte sie nichts einzuwenten und schlug nur einen noch ungestörteren Ort vor. Man könne ja darin abwechseln, meinte er, so lerne er den Park kennen. So führte sie doch Jean Pauk zusammen, und ‘Binger verstand es, schonend allmählich das Werk an des Dichters Stelle treten zu lassen. Auch die verstimmte Wilhelmine versöhnte « mit ter versprochenen Komposition. Rita ab« glaubte ihrem Ideal treu zu bleiben, wenn sie mit Binz« von ihm sprach Endlich gab es auch toieter Sonnenschein und zwar einen ganz besonders goldenen für Dora und Tannenfeld. Das war dn Pilgern. Fahren und Reiten nach dem eine halbe Stunde entf«nten Schlößchen, in einem Gartenwalde reizend gelegen, mit einem hübschen Ausblick üb« die Tannen hinweg auf die bläuliche Hügelkette. Die kleinen Wohnzimm« waren heit« von ter Augustsonne durchleuchtet, eine wahre Psingstlaube prangte die hölzerne Freitreppe in festlichem Grün, ein dick« Ast«nkränz umwand Pult und Stuhl des Dorlesers, mitten in ter offenen Glastür. Hatte Jean Paul bish« Ritas wegen damit gezögert, um ihr wenigstens aus den Augen zu kommen, so fand er weiter keinen Grund. Cs mußte fein. Selbst Marheineke und Feu«bach unterbrachen ihre Studien und batten nur ein Bedenken, Jean Paul tourte ter Jugend unverständlich sein, woraus « sich liebenswürdig bereit erklärt, das Unverständlichste zu interpretieren. Ja, als man erfahren, Jean Paul habe Dora versprochen, gepudert und mit hohem Kragen zu «scheinen, da ließen sogar Gräfin und 'Baronin anspannen. Feierliche Stimmung bereitete Ben Genuß vor. Es war doch etwas Großes, den olympischen Gött«liebling unter sich zu haben, bet sich bisher nur wie ein ander« Mensch gegeben chatte. Wortlos sanken sich die Jüngsten in die Arme, andere schritten sinnend unter Tannenschatten allein, hier tourte Elfenbein» täselchen und Stift hervorgeholt, dort schon ein Taschentuch bereit gelegt. „11 nb meta Platz, Dora?- fragte Wilhetmtae, als sie die Lehnstühle schon besetzt fand. „Weißt du, Helmy, zum Armsessel bist du noch zu Jung, Du mußt mitten unter ter Jugend auf den Stufen sitzen. Sie totes auf die Treppe, wo man sich zwanglos zu bunten Gruppen deretate» __ „Hnb die lauschige Ccke hi« hinter Dirkenlaub? W« soll da hinein? Wem gehört das Rähzeug?" — „Rita." „Und ter Filzhut daneben?" — „Dem Doktor. „ „Das geht nicht, Kind, das mußt du anders arrangieren. Dora schlug ein übermütiges Schnippchen: „Laß doch Httmy. Du sollst sehen, tote sie sich hilflos ansehen werten. Sie bringen kein Wort h«aus. Cs ist zu komisch wenn Rita rot wird. Trällernd hüpfte sie fort, als sie die Freundin langsam h«aus- kommen sah. _ „ Aicht wahr, du trittst mir deinen Platz ab, 2titar Zum erstenmal schien etwas Fremdes zwischen sie treten zu wollen, sie maßen sich mit kühlerem Blick. Rita hatte erschrocken aus- geschaut, nun antwortete sie gefaßt: „Sonst gern, verehrte Mama, nur diesmal nicht." „Und warum, wenn ich fragen darf 7 „Weil ich hi« ungestört« zuhören kann. . ■ „Und ter Doktor wohl auch?" fragte Wilhelmine lauernd mit spöttisch gekniffenen Lippen. „Du mußt mehr auf dich halten, Kind. Wer einmal versprochen ist..." — ,&o gut tote versprochen, du weißt es. Set Doktor weiß „Da kommt «, fragen Sie ihn selbst." Heftig hatte sich Rtta abgewandt. Ater schon bereute Wilhelmine eine Schroffheit, die Rita gegenüber zum mindesten unklug war A-ttq trat Dinz« heran und entfernte seinen Hut: „Der Platz ist ftei. bttte „O nicht doch. « ist versprochen, ich sehe es in. Hub Ich acht geben auf die Kleine. Doktor. Ich finde mich schon." Das Haupt ldcht ndgend. ging sie hinüber, wo ihr Mar- tetnefe feinen Platz abtrat. Da trat Jean Paul in d« Tür. Seine Verbeugung mochte nicht g«ate ßoffajjtg fein, nie eingezwängten Wangen und das hervorguellente Kinn machtmi sich etwas fremdartig, ater kein Mund verzog sich spöttifch. Man wußte, was « mit sich brachte. Waren es auch,nur abgerissene Gedanken, «st in Löbichau entstanden, gerade solche Aphorismen entzückten damals jung und alt Sinnend konnte man ne weiter spinnen, anwenden, eine eigene Deutung hinettttegen. Ein klein wenig p«sönliche Anspielungen, bald schmeichelnd und streichelnd, bald neckend und kitzelnd, erhöhten den Retz. Andächtig hingen bald all« Augen an seinen Livpen. ungeachtet seines Dialektes und etwas schwerfälligen Vortrages. Rur Feu«bach räusperte sich ärgerlich, wenn Jean Paul, seines Versprechens eingedenk, interpretierte: Doldbeschwingt« Engel, eße Hochzeitsgäste das Schloß d«lassen hatten, mitten in dem hatte sich selbst am schwersten gestraft Datei will sich ihr üppiges, dnmal gelöstes Haar nicht mehr Sgen. Mit einem Seufz« wirft sie die Rose Binz« zu und re Hände greifen in den Lockenwust, wobei die Spitzen an ihrem Kleide sich »«schieben und di« prachtvolle Düste mehr hervor» ireten lassen. Er hat sich schweigend erhoben und ist an einen edschillernten Käfig getreten, worin ein Kakadu sich verschla« im Ringe schaukelt. „Sie dürfen sich wieder umsehen, danke", spottet sie mit einem momentanen Aufblitzen ihr« wundervollen Augen. „Und jetzt gehen Sie Wohl hin und erzählen mein« Rita, wie eitel ihre Mama noch fdn kann? Dess«, ich höre es selbst. Ihren Arm, Herr Doktor." Sie sühft es, weiter darf sie nicht gehen. Sie hat genug erfahren, um wieder sicher« auftreten zu können. Wie sie üter die Freitreppe schreiten, steht Jean Paul unter neugierigen jungen Mädchen und kritzelt einige Worte auf einen Fächerrand. Betreten schaut « dem Paar mich. Wilhelmine wendet sich um und nickt ihm boshaft zu. „Sie müssen schon foleter beglücken. Sie Dielgeplagter? Morgen Dorlesung in Lannenfeld und heute kein Winkel im Schloß zu still« Einkehr in sich selbst. Ob Sie nicht in die Orangerie flüchten? Da plaudert eS sich wenigstens herrlich glauben Sie mir." VII. Die Hähne hatten den Regen herangekräht und ter Regenpfeifer ihn weit« verkündet. Ater trotz tewölkten Himmels berriefelten nach Jean Pauls Ausspruch die Tage so unvermerkt, baß man immer erst anzukommen glaubte. Die Zeit mess« hi« nach ein« Sanduhr, worin man den feinen Sand gar nicht laufen sehe. Unter strömendem Regen toar Gras Pet« abgefahren, und Semmes-Mathe hatte ihm noch zwei kurische Stu» sollte..." „Vielleicht. Dann sucht « seine Ideale nur in Dürgerstuten, hie nach Rosenblättern und Lawentel duften. Sehr f au ter, ab« nicht mein Geschmack." Sie drückt die Rose an die leicht gerötete Wange und fragt mit gesenkten Augenlidern: „Was halten Sie eigentlich von Jean Paul, von seinen Werken natürlich?" Er räuspert sich als suchte « nach Worten, schlägt ein Dein üter das untere und erwidert nach einigen schnellen Armbewegungen, daß « selten einen Dicht« gefunden, bei dem Werk und Künstler so übereinstimmten. Jean Paul spreche so, wie « schreite. Aus beiden erkenne man ein überquellendes Gefühl, das sich in Wort und Tat ausströmen, jeden Menschen glücklich machen will, jedenfalls eine reich teanlagte Ratur mit 6tel Herz und Seele. „Zu viel Herz, zu viel Seele," stichelt Wilhelmine, die mit seltenem Behagen lauscht. Er wendet sich ihr lebhaft zu: „Sie tonnten recht haben, Prinzeß. Auf die Dau« kann auch solch eine Glückseligkeitstheorie ermüden, tote man auch wenigstens ich, ~ ungeduldig werden farm. Rur muß man »erfennen. Ich weiß nicht, ob Sie mich nahe bewundern, ... .. ... spenstige Locke und fällt auf seine Schult«. Spielend greift sie danach ihr schön« nackt« Arm streift ihn, ein berauschend« Duft geht von ihrem Haar aus. Unwillkürlich hebt er dte Hand, ihr zu helfen, aber neckisch zieht sie sich zurück: „Das verstehen Männer nicht, entschuldigen Sie." „Ab« vortrefflich als hätten wir im Kinterwägslchen zusammengesessen. Richt wahr, liebst« Doktor, solche Allerwelt»- beglück« haben meist eine undankbare Rolle. Sie wollen selig machen, wo man am Ende gar nicht selig werden will." „Ater doch glücklich Durchlaucht?" spricht « ernst, mit fester, eindringlich« Stimme. „Glücklich will jeder Mensch sein. Das ist es, woran Jean Paul erinnern will." Das klingt ihr zu hausbacken, sie muß ihn auf andere Gedanken bringen. Offenbar wird ihr warm, ter weiße Kaschmirschal sinkt vo-n ihren schöngeformtSchultern. Reckend streicht sie mit ter Rose seine Hand: „Mtt Ihrem Jean Paul! Er ist mir zu marklos, gut für genesende TyphuSkranke. Als ob man ohne ihn nicht glücklich w«den könnte. Sich selbst muß man fein Glück verdanken. Ober w«den Sie bei Jean Paul betteln gehen?" An- dasfelbe wie ihre Dora: Pansch Schriftleitung: Dr. Trieör. Wilh. Lange. — Druck und Verlag der Brühi'schen Amv.-Buch- und Steindruckerei, X Lange- ©toben. meinem Neffen, nehmen Sie sich noch gar zu gern den Indianer im meint mit feinem Humor schmecke nur selbst bereitet. „Dor dem Sausewind, übrigens in acht: er spielt Frack. Aebrigens, wie Sie sagen, dass man einander gut sei. Der Erfolg entscheide. Ich erlaube Ihnen, mich dann um Verzeihung zu bitten, falls ich recht behalten sollte. Sehen Sie, dort über den Dirken aus unserer Wetterecke steigt es wieder grau auf. Sorgen Sie für heiteren Himmel. Anckehxsn, Kutscher, nach Hause!" l Fortsetzung folgt.) „ ... meinen. Sie sind gewarnt. Als ich jung war, brauchte man keine Locke eines Dritten, um sich zu „Aber Dora, wie unbescheiden! Das kann ich ja tun." An« ruhig war Wilhelmine aufgesprungen, als Binzer schon hinter die Munterkeit, frLbft Feuerbach greift nach der Müde und ist entzückt, al» er «rach einigem Lasten mit sehenden Auge« bie Gräfin Mssen darf, die allerdings behauptet, es gelte nicht» ihr sei eine Wurzel im Wege gewesen. Nun aber schleicht Wi^ Setmine hinter Jean Paul und wirst ihm das Tuch um. Sie muß sich recht auf die Fußspitzen heben, muß die Schlinge auS« weiten, um den breiten Kopf zu bemeistern. Erwartungsvoll sehen olle auf ihn, noch zögert er, um seine Lippen zuckt e» wie gutmütiger Spott. Jetzt bricht er los. Wie beim Tanz beweist er auch hier eine Gewandtheit, die man dem stacken Körper kaum zugetraut hätte. Kreischend müssen die Damen hinter Däume flüchten. Gr tappt nach rechts, er greift nach link», « kreiselt um sich selbst herum, läuft mit kurzen Schritten und steht wieder horchend still. Da — eine kurze Bolte, eia warmer Hauch hat ihn gestreift, er fühlt ein Schleifenband in seiner Hand, er packt einen rundlichen Arm und reißt die Binde ab. Vergebens hat Binzer es hindern wollen, widerstandslos gibt Alla sich gefangen. Ihre Locken umflattern die geröteten Wangen, wie vom Schwindel gefaßt, lehüt sie einen Moment das Haupt in seinen Arm. Ihr fragender, furchtsamer Blick mit jener unbewußten, reizenden Neugier von siebzehn Jahren ist erwartungS» voll auf Jean Paul gerichtet, als wolle er sagen: Schelm, weißt du nicht, was du zu tun hast? Die roten, weichen Lippen stick halb geöffnet. Verwirrt sieht er auf sie nieder, aber er sieht auch Dinzers stnsteren Blick, Höck Wilhelminens mokantes Lachen; schon stürmen die anderen heran. Da bückt er sich und zieht rasch ihre kleine, zitternde-Hand an seine Lippen. Sie zuckt zusammen und tritt erblassend zurück. „Falsch, gesetzwidrig!" protestiert Dora, mit dem Taschentuch winkend, „dos gilt nichts. Gin Pfand, ein Pfand! Rita, was soll's fein? Eine Dichterlocke fürs Medaillon, nicht? Himinlischer Gedanke!“ „Eine Locke, eine Locke!" schallt es übermütig von allen Seiten, neidische Blicke treffen Rita schon, die mechanisch mit dem Kopfe nickt. Verlegen lachend stimmt Jean Paul zu, falls eine noch entbehrlich fein sollte und entschuldigt seinen Gesetzesbruch feine Karoline habe ihm plötzlich über die Schulter geguckt. Erhitzt zieht er sich auf die Treppe zurück und überläßt den Jüngst«« das Spiel, bis die Herzogin aufbricht. Wie sie in den Wagen steigt, wendet fte sich wie zufällig nach dem Dichter um: „Ein Platz ist frei. Werde ich die Ehre habend Gin wenig geschmeichelt verbeugt sich Jean Paul. Der Schlag wird zugeworfen, die Pferde ziehen an. An der nächsten Waldecke gibt Dorothea mit dem Sonnenschirm einen Wink, sie biegen ab und sie eckläck dem verwunderten 3eon Paul, daß sie ihn entführe. Sie werde nicht so geistreich wie ihre Helmy, nicht ausgelassen wie Dora sein, aber einmal wolle auch sie ihn allein für sich. Er muß den Platz mit ihr tauschen, da die Sonne ihn belästigt. And nun beginnt sie mit liebenswürdigem Vorwurf ihn zu warnen. Er bringe mehr Anordnung in ihren kleinen Staat, als Napoleon mit seinen Schlachten und der Kongreß mit allen Reformen. Seine gute Absicht kenne sie, er sei eben zu gut. Jean Paul ist erstaunt, wie tief fte in die kleinen Intrigen eingeweiht ist. Für den Baron ist sie auch nicht, er ist zu wenig Mann; ab«: Binzer sei für Rita wie geschaffen, nur dürfe kein Anberufener sich darein mengen. „Aeberlassen Sie die beiden sich selbst. Jetzt läßt Rita von Ihnen nicht, Binzer nicht von ihr, und meine Helmy — Sie sehen, ich weiß auch das — hängt sich an den Doktor. Da» ist ja das reine Jahrmarktskarussell mit Pferden, Schwänen und Delphinen. Sie wollen sich Rita entfremden, das ist sehr hübsch von Ihnen. Aber Sie weigern den Kuß und versprechen die Locke. Da werde einer daraus Sug. So leicht wie in Romanen geht es im Leben nicht, liebster Freund. Ihre Jdoi-nen, Andas und Lianen sind ja ganz unterhaltend. Aber Rita ist eine andere Blume, etwa ein Heliotrop, der viel Sonne, echte Glut, nicht aber Treibhaushitze haben will." Jean Paul aber bleibt zuversichtlich, er handle nach Pflicht und Schuldigkeit, auch die Locke solle sie haben, setzt er schlau lächelnd hinzu, und den Kuh Binzer, der ihr die Locke bringen werde. Graf Medern habe recht, der Pansch gerate wider Gr« toarten. Nirn erfährt Dorothea auch noch diesen Namen und nämlich ein (feiget. mit goldenen Flügeln, Her« Präsident: die rosige Morgendämmerungsstunde. Herr Präsidtmt, ich verstehe darunter die Zeit- des Tagesanbruchs. And weiter las er mit kurzen Pause« und immer stiller wurde es um ihn. Man nickte sich nur verstohlen zu oder trocknete eine Träne, hier und da fanden sich zwei Hände zusammen in leisem Druck. And er las von all dem Hohen, das Menschenbrust bewegt, von fern Mittel zu verzeihen, von der Höhe wahrer Religion, von der Macht des Gesanges und des Herzens Aussprache in Träne und Wort. Ritas Augen waren unverwandt auf ihn gerichtet, das Nähzeug in den Schoß gesunken, die Hände darüber gefaltet. Sie horchte auf: „Je zarter und wärmer man liebt, desto mehr entdeckt man an sich statt der Reize nur Mängel. Liebe gleicht hier der Sonne. Bei Tag- und Kerzenlicht findet ihr die Luft im Zimmer rein von freinden Körpern. Aber ein einziger Sonnen strich zeigt, wieviel Stäubchen in ihr schweben." Mit steigendem Mißbehagen hatte Binzer Rita beobachtet, das bisher unbewußte Gefühl der Eifersucht verstärkte sich in ihm. War's glaublich sollte er wie gegen Windmühlenflügel gegen körperlose Worte zu fechten haben, die ihm dem Eintritt in ein kleines Herz verwehrten? Was hatte Jean Paul auch gerade von Liebe und all dem Schönen drum und dran zu lesen! Gott sei Dank, der umhergereichten Erfrischungen wegen schien jetzt eine größere Pause einzutreten. Dora flüsterte über ihre Stuhllehne hinweg Rita etwas zu. Schweigend strich diese ihr Haar aus der Stirn und ging ins Haus, dicht an Jean Paul vorüber. An diese» heranzutreten wagte nur die Herzogin, um ein wenig in seine Zettel hineinzusehen. „Dora, wo ist Rita geblieben?" rief Wilhelmine unbefangen hinüber. „Ich habe meinen Fingerhut in der Laube gelassen. Rita holl ihn." „Kind, du hast ihn am Finger, ich sehe ihn von hier." Dora lachte ungezwungen: „Wie man zerstreut sein tarntI Liebster Doktor, Sie sind wohl so freundlich und holen Rita. Bitte, hier durch den Saal, gleich hinter dem Hause." Sean Pauls Rücken verschwand. Blitzschnell faßte dieser DoraS besorgten Mick auf. Gr durchschaute ihre Absicht und hielt Wilhelmine mit vorgestrecktem Arm auf: „Einen Augenblick, Prinzeß. Meine Herren und Damen", rief er in das Geplauder hinein. „Sie gestatten, ich komme zum Schluß, sonst ermüden wir die jungen Köpfe. Hier etwas über die unendliche Sehnsucht. Hören Sie, Prinzeß: Sn jedem Menschen wohnt eine heiße unendliche Sehnsucht nach einem höchsten Glück, die er durch Erdenfreuden kühlen will, wie die indischen Weiber Schlangen zur Kühlung in den Busen legen. Aber unsere Schlangen stechen das Herz wund und es stirbt ungekühlt, itienn nicht wahre Liebe die lechzende Brust erfrischt. Liebe ist der Endzweck der Welt- geschichie, das Amen des Universum." Wilhelmine biß sich auf die Lippen, das galt ihr. Aber fest schaute sie Jean Paul an und unterbrach die bedeutungsvoll« Stille mit der spöttischen Bemerkung: „Sehr schon, nur leider nicht so wahr als schöit. Sie vergessen den Hatz, der mitunter auch eine Rolle zu spielen pflegt. Ist'- nicht so, Durchlaucht-Mama?' O, dieser Jean Paul! Nurr mußte sie bleiben, von der Herzogin zurückgehalten, und die beiden kamen nicht. Jean Paul schien sehr zufrieden. Geschäftsmäßig steckte er die Zettel ein, versprach sie im Damsntaschenbuch drucken zu lassen »>td verbeugte sich rechts und llnks, von Danksagungen überschüttet. Fröhlich rieb er sich die Hände und schlug vor: „Nun aber der Jugend ihr Recht! Was meinen Sie, eine Blindekuh auf dem Aasen. And da immer alte Männer der Jugend Gesetze gaben, so gebe ich allen Personen meines Geschlechts das heilsame Gesetz, jede Eingsfangene gleich zu strafen, das heißt zu küssen. Wer dawider handelt, gibt ein Pfand. Her mit der Themisbinde!" Lärmender Protest der Damen erfolgte: da aber auch Dorothea nichts einwandte, so fügten sie sich, versicherten aber, daß niemand sie fragen sollte. Die Studenten waren es wohl zu- frie&en, zumal da nun Dora lachend Jean Pauls Beteiligung forderte. Gin Gesetzgeber müsse nach feinen Gesetzen leben, sonst seien sie schlecht. Vergebens sträubte sich der Dichter. Jetzt mischte . sich auch die Chafsepot ein, sie sand den Vorschlag ganz comme il kaut. Aehnliches hätte sie bei den Bourbonen erlebt und sei von Karl von Artois geküßt worden. Endlich erklärte Jean Paul, wenn auch die anderen Alten mittäten, hätte er nichts dagegen. „Angenommen!" jauchzte Dora und die frohe Schar stob auseinander. Die alten Herren trippelten mit, mit aufgehobener Schleppe wand sich die Gräfin zierlich durch die Reihen. Da» Spiel war tn vollem Gange, als auch Binzer mit Rita sich un» bemerkt in die Gesellschaft mischte und Wilhelminens leisen Tadel zerstreut mit der Bemerkung erwiderte, der Fingerhut fei nicht zu finden. Fröhliches Gelächter störte ihn auf. Der Student, der eben an der Reihe war, hatte sich nicht Zeit genommen, den gefangenen Gegenstand zu besehen, sondern herzhaft zugegriffen und Mar» heineke einen schallenden Kutz verabfolgt. — Immer toller wird