Gießener Krmilienblatter Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger Jahrgang (925 Samstag, -en 7. November ' ’ Ummer 89 Die Frau im Garten. Bon Rudolf Alexander Schröd«r. lMr Frau Gltta born Hehmck.) Wenn sie im Garten abends ging. Die holde Frau, mir unbetonnt. Sich jeder Grashalm gern verfing In 'hrem seidenen Gewand. Sie sah aus ihren Augen so. Wie Kinder sehen, ohne Schuld; -Und wer das sah. ward seelensfrvh And träumte nur von ihrer Huw. Hob sie die Hand, das war so ßatb. Als wem, ein Zweig am Baunr sich hebt, Als wenn ein Vogel mit dem Wind Durch Laub und helle Luft entschwebt. Sie lächelte: das war zu schaun Wie Knospen, welche offen gehn. Als wollten Giskristalle taun Bei erster Frühlingswrnde Wchn. Sie sprach kein Wort und wußte tooRI, Gs stürbe selbst die Rachtig all, Wenn sie vernähme neidesvoll Der schönsten Stimm« Widerhall. Zum Ufer bückte sie sich hin. Dort standen Rosen viel im Grund; And jebe dacht in ihrem Man: Wär ich so süß nur wie ihr Mund. Sie pflückt« sie mit leichter Hand And legte st« ins Körbchen ein. Wobei sich nicht ein Stachel fand, Der ihr zuwider mochte fein. Dann wandte sie ihr Angesicht And ging zurück ins stille Haus Hell aus dem Fenster kam ein Licht: And draußen ging das Acht tnm aus. Die Hüterin. Bon Alexander von Gleichen-Rußwurm. Vom Beginn menschlichen Daseins an hat sich das Weib etuer heroischen, mystischen Aufgabe gewidmet... Es hat der» Kamps mit den Zerstörungsmächten der Zeit aufgenommen, es hat sich mit ausgebreiteten Armen der Vergänglichkeit entgegengestAlt. Das Weib unternahm, die Dauer zu wollen, &te Schaltung zu pflegen — Dauer von den Dingen und Dauer von den Gefühlen zu fordern, eingedenk, daß dem Schoß des Weibes 6te Dauer des menschlichen Geschlechtes anvertraut ist, weiblicher Geduld im Tragen der Feucht, weiblichem Heldensinn im Gebären. Alles, was der Mann ursprünglich errang und erobert«, hatte ein Flüchtiges und Vergängliches an sich, wie denn die Liebe des Mannes flüchtiges Begehren und Erfasse« ist Starrsinn der Liebestreu« gehört zu dem, was Mangel an Logik dsS Weibes genannt wurde. Dieser Starrsinn drückt am deutlichst«, die stete weibliche Kampfstellung aus gegenüber der Zeit. Indes sich der Mann ursprünglich nur solcher Erfolge und Siege rühmte, di« nach ihrem Wesen keinen Bestand haben, Erfolge in Krieg und Jagd, die mit ihrer Wirkung der Vergesieri» heit anheimfallsn, mag auch der Dichter sich bemühe«, dieselben Dem Vergessen zu entreißen, schuf das Weib eifrig und still an Ewigkeitswerten. Ms Hüterin der Herdflamme erscheint die Frau, ecWrt diese Flamme mit allem, was sie versinnbildlich, fite heilig und verkündet, dieses Heiligtmn des Herdes fei laut göttlichen Willens von immerwährendem Bestand. Das Verlangen der mystischen Hüterin wach Dauern und Aüberdauern beseelt ihr Walten in dm TeinstM wie ta des» erhabensten Dingen, deren sich ihr Herz imS ihrs Hand bs> fleißigen. Sie erfindet und verwendet in der Kunst beS Hellens alle linderndm Salben und lebenspendenden Tränk«, um di« Frist der Sterbllchen zu verlängern, und um die Frist der Güter zu verlängern, die den Sterblichen gehören, erfindet st« und übt die Kunst häuslichen Wahrens und Bewahrens. Dies bedeutet einen vieltausendjährigen heldischen Kampf, ein unablässiges Ringen mit allem, was stört und schäkügt, zermürbt, verrottet, bedroht, aufbraucht und verbraucht, ein Ringen mit allem, was End« und Tod vorbereitet und herbeiführt. Die Hüterin erfindet di« Radel und spinnt den Faden. Mit diesem Zauber versucht sie rastlos zusammenzufügen; was zerreißt, wieder heil zu machen, wie sie sich bemüht, die Lippen klaffender Wunden zu schließen. Von tiefer Symbolik ist di« nimmerendende Arbeit des Aus» besserns und Flickens, eine Arbeit, die sich der Mann sicherlich nie als beständige Pflicht auserlegt hätte, ebensowenig wie es ihm in den Sum gekommen wäre, zerrissene Liebesfäden neu zu knüpfen mit jener zähen Geduld, die durchaus Dauer schaffen will. In diesem Anterfcmgen hat sich das Weib von je am eigensinnigsten erwiesen. Aus dem tiefsten Geheimnis ihres Seins hat die Hüterin unermüdlich die unbequeme Frage gestellt: »Liebst fm mich für immer?" und dem Vergänglichen durch Befestigen, Schlmgen und Winden der Fäden Dauer zu sichern gesucht! Wer mißt di« Mühe, wer gibt sich Rechenschaft von der Zähigkeit, mit der das Weib daran arbeitete, den natürlichen Anbestand der Liebe beständig zu sichern. Kein Rüttel ttnb auch fein Mittelchen wurde verschmäht, di« flüchtige Aebe ö«S Mannes Ium Dleibeir zu zwingen. ®unfer werden vollbracht im Kitten des Zerbrechlichen. im Heilen der Wunden ES geht vom Kleinsten vom Nächsten, vom Augenfälligsten zum Größten und Erhabensten. Sn ihrer Majestät bringt die Hüterin dem Manne bei, wie hoch und stolz die Vaterfreud« zu werten ist, st« flößt ihm di« Aeberzeugrrng «in. ewiger Schutz des Herdes fei unzertrennlich vom Begriff der Ehe. Das Verlangen nach göttlicher Weibe der Dauer läßt daS Weib Bündnis suchen mit allen Religionen, läßt es an der Seite aller Priester erscheinen und sich an göttlich^ Gebot anzulehren zur Rechtfertigung der Treu«, urn Hilfe zum Erhalten und Bewahren zu gewinnen. Sn den Religionen sucht das Weib Schutz gegen die Zerstörungsmacht der Zeit, der Friichin. di« mit jeder schwindenden Minute bedroht, was di« Daseinsberechtigung des WeibeS ausmacht, die Aebe. Verzweifelnd im Kampf gegen dies« Aebermacht, hat das Weib, wem, Me Heiligtümer versagten, auf unheiligen Weg«, schreckliche Vündnisse gesucht. @8 hat, um die Liebs der Geliebten zu erhalten. Hexerei geübt, und sich dem Satan verkauft. Richt» wurde unversucht gelassen im lÄdenschaftlichen Streben, die Zeit, di« mächtig beflügelte, grausam vorbeisausende aufzuhasten, ihr in die Schwingen zu fallen, wie man dem durchgehenden Roß heldisch und tollkühn in die Zügel fällt. Ohne Ausnahme hat das Weib bis heute di« Dauer gewollt, wie wohl es schenren Dante, als stehe es mit diesem Gesetz s« Widerspruch, daß «S sich sklavisch der narvenhaft veränderlichen Mode ergeben hat. Mode und Frau scheint so eng zusainmenzugehörea, daß eS noch kaum erkannt und festgestellt wurde, die Wcde sei ursprüng» sich gar nicht von der Frau ausgegangen, noch erfunden wordem. Die Mode ging, wie alles flüchtig Dettinderliche zu Beginn vom Manne aus und war veranlaßt vom männlichen Wunsch nach Anbestand tmb Veränderung, vom männlichen Durst nach Reuhett und 'Wechsel. Ahrs großen Triumphe feierte di« Mode erst, seit groß« Schneider und Haarkünstler ihre Despotie verkündeten. Sn alten Tage» hat das Weib nicht etwa di« Mod« erdacht und der«, Gebote vertreten, sondern vieln«hr daS Kostüm. Die Tracht ging von der Fran aus zugleich mit bei sittliche, Begriffen, Vorschriften und Satzungen, die fftr immer gültig geprägt sein sollten. Die vorgeschriebene Pracht bemühte sich um Beständigkeit, indem sie di« Vtände rühmlich und stcMg unterschied, di« Altersgrenzen berücksiOigte, dem Mädchen leichte Anmut, der Matrone Würde versieh. Sie legte Wort auf dauerhafte Stoffe, auf ehrwürdig« Spitzen, di« von Mutter aus Tochter vererbt trnrrSen, aus Familiengeschmeide, auf affe» möglichst Anverwüstlich«, Traditionell«, das sich mit Pietät verband, mit Ordnung mA bleibender Sitte zusammmching. Allein die Mode, ile&ertolnberhn der Tracht drückt die märn* siche Angeduld mit dem Bestehenden ans, Atrrreu« und flatterhafte Wünsche, Laune, die nach neuem Spielzeug kindlich hascht. Zuerst schuf st« wechselnd« Tollheit in der männlichen Kleidung, die während langer Zeiten in auffallendem Gegensatz stand zum bleibend«, Charakter weibllcher Gewandung. Vom Manns eignete sich das Weib die Mode und alte Narrheiten der Mc>de an, doch schließlich überlleß er sie dem - 354 — weiblichen Geschlecht und vergaß nach und nach seine Urheberschaft. Die UntertänigTeit dem Wechsel der Mode gegenüber, in die das Weib verfiel, wurde ihm aber aufgenötigt durch das zwingende Streben nach Darier, so widerspruchsvoll dies klingen mag. Denn die Mode versprach dein Weib_ Dauer der Jugend, Dauer der Liebesherrschast, durch ihr beständig Anbeständiges, durch den Reiz, die Lockung der Neuheit, der absonderlichen Verwandlungen, die das Weib durch die Mode erleidet, und deren Aeberraschungen ein und dieselbe Frau als eine andere, neu begchrenswerte erscheinen lassen. Melleicht find jedoch auch diese Tage vorbei und die Fvau wird sich nicht lange mehr dem Wechsel der Mode unterwerfen. Kommt aber diese revolutionäre Veränderung im Sinn einer GeichgüNtigkeit, eines Entsagens ,md Absagens dem Wunsch gegenüber, dauernd zu fesseln und zu halten, so bedeutet es nichts anderes als ein Verleugne?? des ewig Weiblichen und den ersten folgenschweren Schritt seelischer Vermännlichung, einer Gleichmacherei zwischen den Geschlechtern, die mit der allge- meinen Gleichmacherei zusammenläuft. Die Neuzeit scheint zu solcher Entwicklung zu drängen, zu einer Evolution innerhalb der Menschheit, dergleichen noch keine wichtiger seit den Dämmerstrrnden ihres Bewußtseins in Erscheinung trat. Die Folgen dieser Wandlung sind unabsehbar und unberechenbar. Je unsicherer und unbeständiger die Bedingungen des Lebens werden, je feindlicher jeder Tradition, jeder Religion, jeder Heiligkit und insbesondere jeder Heiligkeit von Haus und Besitz sie auftreten, desto mehr ist die Frau aus ihrem Geleise hinausgefloßen und zu einer inneren wie äußeren Verwandlung gezwungen oder vielmehr zu einer überraschenden Neuentwicklung, die eine Art Zwitter zeitigt. Notwendigerweise muh dieses Zwitterwesen allen leiden- fchaftlich festgehaltenen Idealen und Seesengewohnheitsn des einstigen Weibes mit Verachtung abhold sein, um sich in das flüchtige, fließende, proletarisch Gleichartige neuzeutlichen, mensch- sichen Gewimmels einzufügen. Im Ephemerentanz der Zeit wird das Zwitterwesen keine Hüterin der Flamme nach altem mystisch«? Sinn mehr sein, es wird nicht die Geduld äufbieten, Generationen fromm zu wiegen und fromnt W bestatten. Die Toten werden verstorbener sein, als sie es je zuvor gewesen. Dem?, auf Dauer bedacht, hat das Weib bisher ihre Erinnerung gepflegt mit ausgesuchter Sorgsamkeit. Unzählig bewegten sich Züge von Kocphoven mit Urnen, unermüdsich mit Gebet und Blumen überschütteten die Frauen ihre Gräber, sie erfanden und verankerten fest alle Bräuche, die dem Andenken gewidmet sind. Von einem weiblichen Herzen zum andern fand der Tote Ashlrecht. Dauernd bewahrte die Gesiebte das Bild des Geliebten in Jugendschöne tief im Gemüt, dir Mutter hielt das Kind, aufbewahrt als Kind, im Er- innrrungsschrein, mochte es längst erwachsen, gestorben oder verdorben fein. „ — Fortwährend stemmte sich das Weio gegen cklles Vergessen, Verwehre??, Vergehen und Äbsterben, in steter Fehde mit den Mächten, welche die Zeit aufbietet gegen uns Sterbliche. Und es war der Frauen Ruhm, mystischer, geheimnisvoller Ausgabe dierrstbar, zu wachen mit ihrem Licht an der Schwelle des Dunkels, heldische Wache zu halten als priesterliche Hüterin. Frauen als Forfchrmgsrersende. Von Clara Prieß. Wir finden uirter den berühmten geographischen Forschern und Entdeckern nur wenige Frauen. Einmal ist das durch den Unterschied in der körperlichen Leistungsfähigkeit bedingt, die bei dem Mann größer ist, dann wäre?? aber auch die Frauen bis in die treueste Zeit hinein gebundener durch Traditionen und innere und äußere Abhängigkeit von der Familie und hatten im allgemeinen eine weniger gute Schulung als das andere ^Geschlecht. Trotzdem finden wir Frauen, die auch hier die nötige Freiheit irnd Selbstbehcruptung besaßen, und abenteuerliche Reisen und Schicksale suchte?? und fanden. Die beka?rnteste dieser Forschungsreisenden ist Alexandrine Tirrne. Sie wurde am 17. Oktober 1835 im Haag geboren. Ihr Vater war ein vornehmer, in Holland neutralisierter Engländer, der eine sehr reiche Holländerin geheiratet hatte. Als einziges Kind dieser Ehe erhielt Lllexandrine eine ausgezeichnete Erziehung und machte früh weite Reisen mit ihren Eltern, die auch in den Orient führten. Hier gewann sie eine Liebe für orientalisches Leben und starke Interessen für die unerforschten Länder Llfrikas, eine Sehnsucht, der sie ihr Leben lang treu gebsieben ist. Nach den? Tode des Vaters nahm das Willensstärke Mädchen die Führung ihres Lebens in die Hand ?rnd wußte ihre Mutter und ihre Tante zu bestinnnen, 1862 mit ihr nach Kairo überzusiedeln. Zwei Jahre darauf unter rahm Mexcmdrine Tinne ihre eiche große Reife nach dem Weißen Nil. In Chartum hatte die Reisegesellschaft schwer imter Fieberansällen zu leiden, rmd hier starben 1864 Frau Tinne, die Tante utrb zwei holländische Diener. Fräulei?? Tinne kehrte ??ach Kairo zurück und lebte ganz zurückgezogen. Rach vier Jahren aber erwachte der Trieb zum Reisen wieder tn ihr. 1869 rüstete sie zu einer großen Reise. Sie wollte über Born» *um oberen Ril Vordringen, «in Plan, den Nachtigall später ausgesührt hat. Fräulein Tinne reifte mit großer eigener Karawane und bester Ausrüstung. Ja Mursuk traf sie mit Nachtigal zusammen. Es heißt, daß die Beziehungen der beiden sehr herzlich waren wtb für die Zukunft bindend werden sollten. Zunächst hatten sie viel an Fieber zu leiden. Dann wollte Alexandrine Tinne gegen Ghat Vordringen, während Nachtigall zunächst nach Debesti reiste. Wenige Tage nach dem Aufbruch, am 1. August 1869, wurde Alexcnrdriue von Öexrten ihrer eigenen Karawane ermordet. Die Araber täuschten morgens beim Ausbruch einen Aufruhr vor. Als Fräulein Tinne aus ihrem Zelt kam, um zu schlichten, wurde sie ermordet. Nachtigal, der sofort u?nkehrte und die Anter- suchung einleitete, meinte, daß die Habgier der Araber Schuld an de??? Unglück gewesen sei. Der Ruf königlichen Reichtums, der dieser allein reisenden Frau vorausging, hatte die bösen Instinkte ihrer Umgebung erregt. Ihr großer Hund, der auch erschlagen wurde, sei ihr einziger treuer Freund gewesen. Heber Alexandrine Tinnes Persönlichkeit fjöte?? wir, daß sie durcha??s weiblich und vornehmer, zurückhaltender Natur war. Um so merkwürdiger fchei?tt ihre Schlaucht, sich derartigen, für ihre Zeit ganz ungewöhnlichen Abenteuern auszufetzen. Ga??z anders verlief das Lebe?? einer anderen bekannten Reisenden. Ida Pfeifer, geborene Reher, hatte einen Lemberger Advokaten geheiratet. Im Alter von 45. Jahren, als Mutter erwachsener Söhme, erwachte in ihr ??ach eurer Reise nach Triest etne unzähmbare Reiselust. 1842 reiste sie nach Konstantinopel, Syrien, Palästina und Aegypten. Zurückgekehrt, veröffeirtsichte sie ihr Reisetagebuch und verdiente so viel Geld, daß sie w?eder reifen konnte. So ging sie 1815 nach Island, bestieg den Heckla und kehrte über Skandinavien zurück. 1846 reifte sie nach Brasilien, Chile, Japan, China und Bombay und kehrte über Ruß- land nach einer Abwesenheit von 2?/2 Jahren heim. Nach dieser Reise veröffentlichte sie ein dreibändiges Werk »Eine Frausnfahrt um die Welt. Wien 1850“ und hatte bald wieder die Wittel und den Mut zu nearen Reisen. So fuhr sie 1851 nach Borneo, Sumatra und Java, wo sie mit einer wahrhaften Tollkuhnhett allein zwischen Kannibalen lebte, ohne Schaden zu leiden. I??? Jahre 1852 reiste sie nach Per?? und 1856 nach Madagaskar, wo sie lange unter sehr romantischen Amständsn bei einer eilige« bvvenen Königin als Gast lebte. Kvankhett und Fieber hatten sie dort aber gevackt. Auch im europäischen Klima konnte sie sich nicht erholen. Sie starb am 27. Oktober 1858 in Wien an einen? Leberleiden. Ida Pfeiler war bescheiden, ungelehrt und anlpruchslos. Doch ehrten Mexander von Humboldt und der Geograph Ritter sie und ihre Entdeckungen zu ihrer Freude. Nach ihrem Tode hat ihr Sohn ihre Biographie veröffentlicht. Mit Anerkennung zu gedenken, ist hier auch der deutschen, aus ärmlichen Kreisen stammenden Frau Amalie Dretrich S?e hatte von ihrem Gatten das Kräutersammeln und Anlegen von Herbarien gelernt. Als sich die Ehe löste, arbeitete sie Wetter und machte weite Reisen, um ihre Ware an Apotheker und Liebhaber abzusetzen. „ Im Jahre 1863 wurde sie von dem großen Hamburger Handelshaus Gvdeffroy 'nach Australien gesandt, un? hier für die Firma Naturwissenschaftliches zu sammeln. In zehnjährig«.' Arbeit dort leistete sie Hervorragendes. Ihren Lebensabend verbrachte sie in Arbeit am Hamburger Museum. Sie war die einfache Frau geblieben trotz der Ehren, die ihr von wissen- fchaftsicher Seite zuteil wurden. Ihre Lebensbeschreibung, verfaßt von ihrer Tochter CharitaS Bischoff, ist ein vielgelessnes Buch geworden. , In der Geschichte der Entdeckungsfahrten in bie Rordpol- regionen hat sich Lady Franklin einen Namen gemacht. Um ihren Gatten, den englischen Seefahrer Sir John Franllin z?r suchen, der in? Jahre 1844 mit einer Expedition von 138 Personen auf den beide?? Schiffen Drebus und Terror verschollen war, rüstete sie selbst einen Schraubendampfer „ F>x" aus, unter Befehl des Schotte?? Mac Cluxton, um nach dem Derbleib ihres Gatten zu forschen. And was eine Anzahl vorher ausgesandter Expeditionen nicht erreicht hatten, gelang ihr diesmal. Sie fanden? im Mai 1859 auf King Williams Land ein Schriftstück, ba§ von zwei ehemaligen Offizieren ihres Mannes, dem Kapitänleutnant ©regier rmd einem gewissen Fitzjames herrührte, und aus dem hervor ging, daß es im April 1848 geschrieben war. Frau Franklin erfuhr daraus, daß die beiden Expeditionsschiffe ihres Gatten 1846 an der NorSwestküste von King Williams Land vom Eise eingeschlossen liegen geblieben toaren, und ihr Mann dort an den Folgen schwerer körperlilher Erschöpfung und des Hungers am 11. Juni 1847 gestorben war. 105 Aeberlebende seiner Expedition, nut jenen beiden Offizieren, hatten nun versucht, zu Fuß nach dem großen Fischfluß vorzudringen, waren aber nicht weit gelangt, und dies sind wohl jene weißen Männer gewesen, von deren traurigem Tode Eskimos dem Führer der Expedition Rae erzählt hatte??. In neuester Zeit höre?? wir öfter von weibliche?? Forschungsreisen den. Mrs. Roslla Fobbes ist kürzlich nach einer abenteuer- sichen Reise von 1200 Meilen durch das afrikanische Abessinien nach London zrrrückgekehrt. Sie durchstreifte Gebiete, die noch trie von einer weißer? Frau betreten wurden. Einer ihrer Hauptzwecke war, Filmaufnahmen von der Trogloddytenstadt Lalibohla zu erhalten. Das Karrbeln der Filme hielt«? die Eingeborenen für -- 355 - eine neue Art Religion. »Eines Tages," «tzäytte Mrs. FobbeS, »als der Operateur eine Aufnahme von Grntearbeitern machte, legten sie alle ihre Werkzeuge nieder und beugten die Häupter zur Erde. Andere, etwas aufgeklärte Abessinier, hielten den Kurbelkasten für ein Maschinengewehr und warfen Speere und Steine nach der Filmgesellschaft." Eine Französin Alexandra David kam kürzlich ans Inner» asten zurück, wo ste 14 Jahre gelebt hatte. Sie war 1911 nach Indien gereist, um philosophische und buddhische Texte zu studieren. Dort lernte sie den von den Chinesen aus Lhasa vertriebenen Dalai Lama kennen. Seitdem wollte sie um jeden Preis in die verbotene Stadt. Zunächst li«H sie sich im Tibetanischen unterrichten und wohnte von 1918 bis 1920 im Kloster Komu-Domu. Darm versuchte sie, das verbotene Land zu betreten. Mehrmals wurde sie zur ÄücNehr gezwungen. Sie machte die Erfahrung, daß es unm^rsich war, mit einer größeren Gesellschaft durchzickommen. So versuchte sie es also 1922 mit einem .einzigen Diener und kam bis zum -User des oberen Salven. Aber auch hier muhte sie umkehren und fand eS nicht möglich von Indien aus nach Lhasa zu kommen. Im Jahve 1923 versuchte sie, von China aus zu Fuß, nur begleitet von einem jungen Tibetaner, das ersehnte Ziel zu erreichen. Die beiden waren als Pilger verkleidet und bettelten an den Wegen. Die äleberschrettung einer 5000 Fuß hohen Bergkette war mit unendlichen Mühsalen und Gefahren ver» bunden. Aber dann begann der Abstieg, und ste erreichten Lhasa, die verbotene Stadt, und sahen ihre vielen Tempel. „Wir haben dort zwei Monate gelebt", schreibt Alexandra David, „immer als Bettler unerkannt, in engster Vertrautheit mit diesem seltsamen Volke. Ich glaube, daß Mm erstsnntal ein Fremder sich so in der verbotenen Stadt aufgshalten hat, und es macht mir Freude, daß es gerade eine Fran war." Wie Toistsis beide grotze Stomane entstanden. Der tragische Zwiespalt, der den Abend von Tolstois Lebe« umschattete, tritt uns ergreifend aus den neuesten Beröffent- lichungen entgegen, die sich mit seiner Flucht und seinem Tod beschäftigen, sowie Bem Vorgängen, die zu diesem erschütternden Llbschlutz eines Daseins führten. Die sämtlichen Zeugnisse für diese Vorgänge sind jetzt in dem Buch „Tolstois Mucht und Tod" vereinigt, das soeben von Otene Fülöp-Miller und Friedrich Eckstein bei Bruno Cassirer in Berlin herausgegeben wird. In diesem Werk werden aber auch noch andere bisher unbekannte Stellen aus den Briefen und Tagebüchern des Ächters, seiner Gattin, seiner Tochter Alexandra und seiner Freunde mitgeteilt, und darunter besinden sich auch die Aufzeichnungen der Frau Tolstois aus jenen glücklichen Jahren, da sich noch nicht die schweren Konflikte im Familienleben aufgetan hatten. So erzählt Sophia Andrejewna in ihren Memoiren in anschaulicher Weise wie Tolstoi seine beiden großen Romane „Krieg und Frieden" und „Anna Karenina" versaßt hat. Bald nach der Hochzeit machte sich Tolstoi an die Schrift über die „Dekabristen", deren Schicksal und- Taten ihn lebhaft interessierten. »Als er über diese Epoche zu schreiben begann," berichtet die Gattin, »schien es ihm unerläßlich, zu erzählen, wer ste gewesen, woher ste gekommen, und so ging er von dem Jahre 1825 auf daS Jahr 1805 zurück. Er fand dann, daß er sich in den Dekabriften getäuscht hatte, und das Jahr 1805 wurde so zum Besinn von »Krieg und Frieden". Diese Erzählung, die Leo Mkolajewiisch nur ungern als „Roman" gelten steß, wurde mit frischem Mut, mit größtem Eifer geschrieben und erfüllte unser beider Leben mit den regsten Interessen. Im Jahre 1864 war schon ein beträchtlicher Teil des Werkes fertig, und Le» Nikolajewitsch las mir und seinen beiden Richten Lisa und Marja wundervolle Stellen daraus vor, so wie er sie eben erst vollendet hatte. Ich hatte keinen anderen Wunsch, als mit den Menschen auS „Krieg und Frieden" zu leben, die ich siebte und deren Werdegang ich fo beobachtete, dtö wären sie lebendig. Das Leben war durch unsere gegenseitige Liebe, unfere Kinder und hauptsächlich durch die Arbeit an den großen, mir fo sieben, später von- der ganzen Welt geschätzten Werken meines Gatten völlig ausgefüllt und so ungewöhnlich glücklich, daß ich andere Wünsche nicht kannte. Rur manchmal, wenn die Kircher schon zu Bette gebracht, wenn die Manuskripte »der Korrekturen nach Moskau gesandt waren, festen wir uns des Abends ans Klavier und spielten vierhändig, oft SiS tief in die Rächt hinein. Leo Rikolajewitsch liebte besonders die Sin- ftmien von Haydn und Mozart." Tolstoi fuhr im Jahre 1865 öfters nach Moskau, um dort historisches Material für feine Arbeit zu sammeln, und besuchte besonders das Museum Rumjanzeff. „Bevor et von Jasnaja Pol- jana abreiste," schreibt die Gattin, „sieh er mir immer Schreibarbeit zurück. Sobald ich diese fertiggestellt hatte, fmchte ich sie nach Moskau und schrieb bei einer solchen Gelegenheit an meinen Mann: „Was. hast Du über den Roman beschlossen? Ich habe ihn sehr sieb gewonnen. Ms ich das Manuskript nach Moskau schickte, war mir zumute, als hätte ich mein Kind in die Ferne entlassen, vosi Angst, daß ihm etwas zustoßen könne." Oft wunderte ich mich beim Abschreiben und begriff nicht, warum diese oder jene Stelle, die mir fo schön vorkam, verbessert oder gestrichen worden war, und ich freute mich, wenn sie doch wieder ausgenommen wurde. Mitunter kam es vor, daß er die schm endgültig abgeschickten Korrekturbogen toteber zurückvsrlangte und neu schrieb, oder «s wurde telegraphisch angeordnet, daß ein Wort statt eines anderen gesetzt werden sollte... Äachdem Leo Rikolajewitsch diese große Arbeit vollbracht hatte, versiegte sein Schöpfer drang noch lange nicht. Reue Pläne entstanden in feinem Geiste. Er studierte mm die Zeit Peters d. Gr., konnte sich jedoch, allen Bemühungen zum Trotz, keine rechte Vorstellung davon machen, besonders, was das alltägliche Leben dieser Epoche betraf. Es sind zehn verschiedene Anfänge eines Werkes über die Epoche PeterS d. Gr. übrig geblieben. Gins zeitlang dachte Leo Rikolajewitsch daran, eine Geschichte des Fähnrichs Minowitsch zu schreiben, er hat aber auch diesen Plan nicht ausgeführt. Im Jahre 1870 sägte er mir, er hätte Lust, die Geschichte einer gefallenem Frau aus der hohen Petersburger Gesellschaft zu verfassen, und er stelle sich die Ausgabe, dies« Frau in ihrer Handlungsweise zu schildern, ohne sie zu verdammen. Dieser Plan wurde in Dem neuen Roman „Anna Karenina" ausgeführt. Den Anfang der Riederschrift begann Tolstoi unter dem Eindruck einer Geschichte von Puschkin. Wie dieser Meister, begann auch er die Geschichte, indem er sofort mitten in dis Handlung hineinsilhrte. Das war im März 1872. Ms der erste Teil von „Änna Karenina" beendet war und er mir den zweiten Teil zum Abschreiben übergeben hatte, unterbrach Leo Rikola- jewitfch plötzlich seine Arbeit und ließ sich neuerdings von seiner päda^gischen Passion fortreißen. Die Verhältnisse, unter denen er „Anna Karenina" schrieb, waren weitaus schwieriger als zur Zett der Komposition von „Krieg und Frieden". Damals waren wir noch ungetrübt glücklich gewesen, seither waren uns hintereinander drei Kinder und zwei Tanten gestorben. Auch ich war «krankt, magerte ab, spie Blut und litt an Kreuzschmerzen. Rach „Anna Karenina" wünschte Leo Rikolajewitsch unsere Dolks-- siteratur zu reinigen und Werke von einem mehr sittlichen und künstlerischen Charakter in sie hineinzutragen. weshalb er eine Reihe von Erzählungen und Legenden schrieb, die mich um so mehr entzückten, als ich von ganzer Seele den Zwecken und Zielen, denen sie dienten, zustimmen konnte." Die Richterin. Von Conrad Ferdinand Meyer.. (Fortsetzung.) „So stachle dein Roß, reite Tag und Rächt, über Berg und Fläche, springe in ein Schiff, bringe ein Meer und ein zweites zwischen sie und dich, und wenn dich Delphin und Rixe um« gaukelt, tauchen vor dir aus der Bläue Inseln und Vorgebirge, verwegenes Abenteuer und die Schönheit als Deute!" „WaS hülfe es?" sagte er. „Sie zöge mit mir, die Rfre trüge ihr Angesicht und ich umarmte sie in jedem Weibe! Denn ich bin mit ihr vermählt ewiglich Rein, ich kann nicht leben!" „DaS ist Feigheit!" sprach sie leise. Der Schimpf trieb ihm wie ein Schlag das Blut ins Angesicht. Er bäumte sich auf. „Du hast recht, Frau!" schrie er. „Ich darf nicht als ein Feigling umkommen, du selbst sollst mich richten und verurteilen. Am lichten Tag, unter allem Volke, will ich den Greuel bekennen und die Sühne leisten!" So rief er in zorniger Empörung, dann aber besänftigte sich sein Angesicht, denn er hatte die Lösung gefunden, die ihm ziemte. „älnsinn!" sagte sie. „Solche verborgene Dinge bekennt man nicht dem Tage, denn du bist ein Verbrecher nur in deinen Gedanken. Die Tat aber und nur die Tat ist richtbar!" »Frau, daS wird sich offenbaren! Vernimm, was ich tue. Ich wandere zu dem Kaiser und spreche zu ihnr: Siehe, Wulsrin der Höfling begehrt das eigene Blut, das Kind seines Vaters! Es ist so. er kann nicht anders! Schaffe den Sünder aus der Welt! Lind spricht der Kaiser: Die Tat ist nicht vollbracht, so antwortet Wulsrin: Ich vollbringe sie mit jedem Atemzuge!" „Aus sündiger Geschwisterliebe," drohte Frau Stemma, „steht das Feuer." Wulsrin lachte. „Und du willst vor dem ganzen Volke dastehen in deiner Blöße?" „Ich will dastehen," sagte er, „als der, welcher ich bin." „Sv mangelt dir der Verstand und die Kraft, das Geheimnis der Sünde zu tragen?" „DaS ist Weibes 2frt und Weibes Lust," sagte er verächtlich. „Änd du wirst mit dem Kaiser kommen und ich soll dich richten?" „Du!" „Das werde ich!" sagte sie und entfernte sich tangfam. Jetzt, da Wulsrin sein Schicksal entschieden und vollendet glaubte, kam die Ruhe des Abends über ihn. Gr bsieb unter seiner Arve, bis die Sonne niederging und der Tag ihr folgte. Änd wie sie mit gebrochenen Speeren sich legte und ihr Blut am Himmel verströmte, erlosch er mit ihr und sah .sich die Schwester, wie das Spätlicht, im grünen Gewände und aus stillen Sohlen nachschkeichen. Das ausgegebene Schwert reute ihn nicht. „Sie werden drüben einen Krieger brauchen," sagte er sich und wandelte schon im ter den seligen Helden. SM ecötiftleiiur.g: Dr. gtiebr. Wilh. Lange. — Druck und Verlag der Drühl'schen Anis.-Vuch- und Steindruckerei, A. Lang«. Dieben. iroch. Ihr onttoortete ein «schütternd« Auf. der aus allen Wänden, aus allen Mauern drang, als werde die Posaune geblasen Wer Walmort. Stemma erbebt». Sie sprang an das Lager ihres Kindes, um «S fest iu den Armen zu halten, wenn Walmort unterginge. Palma war nicht erwacht, sie schlief ruhig fort Die Richterin besann sich Hatte der grauenhafte Ton in Tat und Wahrheit dies« Luft, diese Räume, diese Mauern erschüttert? Mühte Palma nicht aus dem tiefsten Schlummer aufgefahreu sein? Es war unmöglich daß der gewaltige Ruf sie nicht geweckt hätte. Frau Stemma war nicht unerfahren in solchen unheimlichen Dingen: sie kannte die Schrecken der Einbildung und die Sprache 6er übe» reizten Sinne. Sie hatte es erfahren an den Schuldigen, 6te sie richtete, und an sich selbst. „Das Ohr hat mir geklungen," sagte sie, die noch am ganzen Leibe zitterte. Hätte sie durch Dielen und Mauern blicken können, so sah sie den Äeichen Wulfrin, der au der Gruft des Vaters fettet», inS Horn stieß, ihn rührend beschwor, ihm herzlich zusprach, Red« zu stehen. Sie hätte gesehen, wie Wulfrin, da der Stete schwieg, das Horn zum andern Wale an den Mund setzte und endlich verzweifelrrd über die Mauer sprang. Wieder schlitterte Malmvrt in seinen Tiefen, stärker noch als daS erstemal. Da war kein Zweifel mehr, es war das Wulfen- hvrn, kms sie mitten in Gischt und Sturz geschleudert und in unzu- S* "iche Tiefen hatte versinken sehen. Sie sann an dem ängst» Rätsel und konnte es nicht lösen. Sie sann, bis ihr die Stirnaber schwoll und das Haupt stürmte. Da fiel ihr zur bösen Stunde der Eomes ein, wie er murmelnd im Schilfe sitze und mit dem schweren Kopfe unablässig daran herumarbeite, ob Frau Stemma ihm ein Leides _ getan. „@r besucht sein Grabmal und flöht in sein Horn! Er stört die Rächt! Er verwirrt Walmort! Er schreckt das Land auf! Das leide ich nicht! Ich verbiete es ihm! Ich bringe den Empör« zum Schweigen!" ülnd der Wahn gewann Wacht über diese Stirn. Ohne sich nach Palma umzusehen, stürzte sie zornig dir Wendeltreppe hinab und betrat den Hof, wo der 'Tomes rurd ihr eigenes Bild auf der Gruft lagen. Darüber webte ein ungewiss« Dämm«, da eine leichte Wolke den Mond verschleierte. Der Tomes lieh sein Horn Aurückgleiten und die steinerne Stemm« hob die Hände als flehe sie: Hüte das Geheimnis! Aufgebracht stand die Richterin vor dem Ruhestörer. »Arglistig«/ schalt sie, »waS peinigst du mein Ohr und bringst mein Reich in Aufruhr? Sch Weitz, worüber du brütest, und ich will dir Rede stehen! Keine Maid hat dir der Sud« gegeben! Ich trug daS KiW eines Archeren! Du durftest mich nie berühre Trunkenbold, und am flebenten Tage begrub dich Walmort! Siehst du dieses Gift?" Sie hob das Fläschchen auS dem Busen? Warum ich leben Hieb, die dir den Tod kredenzte? Dummkopf, mich schützte ein Gegengift! Jetzt weißt du es! Palma novelta tratet meinem Herzen hat dich umgebracht! U-nd jetzt quäle mich nicht mehr!" So grelle und freche Worte redete die Richterin. Durch ihr lautes Schelten zu sich selbst gebracht, betrachtete Ne wieder dem Tomes, ber jetzt im klarsten Mondenlichte lag. Die furchtbare Geschichte kümmerte ihn nicht, « log regungslos ' mit gestreckten Zützen. Setzt sah sie. datz sie zum Steine gesprochen, und schlug eine Lache auf. »Heute bin ich eine Aärrtal sagte st«. »Ich will zu Bette gehen." Sie wandte sich Palma novella stand hinter ihr, weih, mit wett geöffneten Augen, das Antlitz entstellt, starr vor Entsetzen. D« zweite Hornstotz hatte sie geweckt und sie war d« Mutter auf besorgten Zehen nachgeschlichen. Wie gebannt standen sie sich gegenüber. Dann fahle Stemma den Arm des Mädchens und schleppte «S in die Burg zurück. Sie hatte ihrem Geheimnisse einen Mund und einen Zeugen gegeben und dies« Zmrge war ihr Kind. Fünftes Kapitel. Seit bet Höfling aus Malmoick verschwunden war, lastete auf den schweren Mauern Schweigen und Kümmernis. Das Gesinde nrnnfelte allerlei und Knechte und Dirnen steckten die Köpfe zusammen. Dte junge Herrin sei krank. ES sei ihr angetan worden. Irgendein Zauber — ob sie ein« Drude begegnet oder ein gtfttgeS Kraut verschluckt vd« aus einem schädsichen Quell getrunken — habe dte Aermste der Vernunft beraubt. Ähr mangle d« Schlummer, sie weine unablässig und lasse sich wrd« tröste« noch auch nur berühren. Shr widerstehe Speise und Trank und sie schwinde zum Gerippe. Die Laute und Wilde fei gar still und z