Mchener ZamilienbMer Unterhaltungsbeilage zum Gietzener Anzeiger Samstaa, OtB Z. Wär, ■ gttÄÄ fflgtt? L £xSS Tebt ^n^m &*, Sixtimschen Kapelle, vollend 1?4?^ I mal ^rtl ar^Jei? Schmerzenskind, das Grab, Würdet' naV^ Dichtungen hm vertiefte" da?n sL B" ri äXä'ä Ä a s&awu L kä sS I wenig und nicht selten in den Kleidern lebw ohne Prunk 'W ^°ben Hai-shalt. ohne Sorge um^.^Tntte seine StL I alten Freunden, zwanzigtausenb Franken sänem SSK ^"/ummen seiE Familie, Mehr nocherl^btt I von ÄmtMS runb °%K Stau, keusch an einem Hofe, «£„?% »ÄÄÄÄÄ Ä°L°L ta Shff fwn T siegreichen Schlacht bei Pavia empfing > im Herbst 1525 gestorbenen Heerführers Pescara &i<> nx& S'Ä °-» ^n»Ä» i rj^okierk Munitier t>on 1533 gB Bis ru tßr^m früfton ^S13j®Hs^n5xr^fl^SeJG^öXitr^ur bffiS Ä » uK'lnVäÄ i« £G» « ^asmüssäB I «„„E^rbebette der Geliebten wachend, nur gewagt Habe ihre I Himd zu küssen und nicht ihren Mund und ihre Augen. ' I aus iveicht der Empfindung ÜÄTÄE I Hub fn fopnin XnHin._„ v- .. r °all2'"gegeben | und so wenig dafür empfangen hatte. Er blieb einsam wäl er s°nb. Mer bis an sein Grab bewahrte n ein ®u.'ÄS"LS.^n&'.T„ "LL-°K ÄÄ'i*J5 S'mUiünStMa.'Ä ! S£nx5mn«'i‘I™i"!' "'»'«km!« aefnliWeßtt x-s? FÄ®tt L? SSM a L gestalten" MZer hoheii GiganL LZ 'A' anlaae b^der Miss^i^k^ gebieterischer, forderte seine Aatur» ttinast^^0^7TÄ"9 ?cr Sixtinischen Kapelle und beim l lngsten Gericht ihr Recht, dieser Gottvater, ein Koloß der Bante ®ßtiffiiSi’idSLfoi* $>1^3 ein breiter Turm aufge- leibern ^unk wLnf*’ überirdische Gerüst von Menschs unserer ^uschenb^egunge«, sind sie nicht alle jenseits Dorstellungen, Geburten eines unerbittlichen, strengen, st ß wr£e6erm^ntoentum8 ? 111,5 selbst in so scheinbar geruhig Steinbildern wie den Denkmälern des ßot^ unVffi f,n5 „blefe Gestalten der Nacht und des Hellen TaaeS die Morgenrote und der Abenddämmerung nicht Aufschreie' steingewordene Aufschreie des Zorns, d^ Not und L^- A Sn der Siftina. DonEonrad Ferdinand Mehre, Z" Sisttne dämmerhohem Raum, ^ß?lbuch in seiner nerv'gen Hand, vitzt Michelangelo in wachem Traum, 'Umhellt von einer kleinen Ampel Brand, ^ut spricht hinein er in die Mitternacht, Als lauscht ein Gast ihm gegenüber hier, einer allgeioalt'gen Macht, Bald wieder wie mit seinesgleichen schier: ^Umfaßt, umgrenzt hab' ich dich, ewig Sein. Mit meinen großen Linien fünfmal dort, Sch hüllte dich in lichte Mäntel ein älnd gab dir Leib wie dieses Bibelwort. Mit weh'nden Haaren stürrnst du feurig wild «r?n Wonnen immer neuen Sonnen zu Für deinen Menschen bist in meinem Bild ^ntgegenschwebend und barmherzig du! sHus ich dich mit meiner nicht'gen Kraft: ich nicht der groß re Kiinstler sei/ i s. ^4 ~ bin ein Knecht der Leidenschaft — Aach deinem Bilde schaff' mich rein und frei' q!" Menschen formtest du aus Ton, ^ch werde schon von härterm Stoffe sein 511 deinen Hammer schon, Bildhauer Gott, schlag zu! Sch bin der Stein." Michelangelo. Zu seinem 450. Geburtstag. , M ichelangelo ist eine der Künstleraestalten di» ei« Gl. i'maß ruhigen Wirkens, sondern in steten Erregungen unb Eruptionen gewaltsam sich entfalten. Kein Künstler ift ibm tooM im pl»nCrtor-r? T Beethoven. Wie tief haL fi7 We l.m vcbcn gelitten, bet eine unter feiner s;A :tu» X öon Wohllaut Erfüllten, die eigenen Werke nicht Höven ließ' der andere unter seiner Verunstaltung (sein Mitschüler Torri» :6a8 Aasenbein), die den Anbeter der beständig an sein niedriges Erdenteil gemahnte! Beide baben sie in jener ttefen Einsamkeit, die Michelangelo in tigern free Gespräche des Gianottt preist, Rettung vor der Welt und chren Qua^n gesucht, haben doch zugleich auf tiefster Bri-kt T Knsucht nach Liebe, nach Glück, nach Menschm Wundem Sn Michelangelos Gedichten werden unzählige Male die gleichen ^"UFslssen Liebesqualen geschildert, die Beethoven betörten oie haoen beide ihre Leidenschaften zurückdrängen müssen und nur im Gestalten Erlösung finden können von dem Verlangen I nie Befriedigung fand. So ist denn ihr Schaffen ein elastisches, gewaltsam sich entladendes Bedürfnis Micbel- Än Ta rne? Bretten Fieber der Arbeitsbeg/r er- ihn tagelang nicht schlafen und nicht essen ließ I .andern zu rasender Tätigkeit hinriß: er schlug mit solchem Un- I <2But m?$ti9e Stücke von dem Marmorblock ab I ÄX'Xh m^fer ga^ zerschmettern, und auch wim^rmü/ am Klavier aus wirrem Chaos I Werke erstehen. Diese am Leben leidenden von der I ÄnTaT^/Ensttät ihrer Gefühle Fortgerissenen müßten mit I &en Mitmenschen im beständigen Konflikt stehen? so ® H in stetem Zank mit seinen Gehilfün sein^i MZ seTn Die^..^?L°''ist stritt sich mit seiner Wi^chaftLn iuch jetnen Dieneri,, älnd beide legten die Fülle ibrer Liebe selbst Ä,m„ ’SÄ S$ tHywws« M«>-n K ÄÄ öiefec Aufopferung viel Uupank"fShr^Fumifie"S^?unv I zuletzt doch aus diesem einzigen Bande das sie mit WntA«. I aÄ“,etw ®“*ei,,e' '«“»* «ä lg±J 'M,?,"' ^Uat1 d-- >O<3 Ghirlandajo und Dartvldo. schuf er seiner I Balerstadt um ,500 den .Giganten": 1505 von Julius « nach | — 74 — vnd tiefer wurden Wiele Führer der europäischen Geisteswelt bestätigen dankbar daß ihnen Paris erst die Voraussetzungen zu einer innerweltlichen Haltung gegeben hat. Uns Deutschen ab«, die wir Stimme und Recht zur europäischen Fuhrerschafthaben, stebt es vor allen Dingen zu, vom Montmartre aus Die Welt zu überblicken. Wir haben einen sechsten Sinn seit dem grohen Krieg bekommen, der sich aus allen Gebieten immer mehr ubt und kräftigt und der aus alle künftigen SchickfaleunseresS>.t)teils heilsam wirken kann: den Sinn für das Wesentliche. Wir haben in unserem geistigen Wirken eine schöpferische Kritik herange- züchtet die in ihrer Strenge alle Akte der Intuition von vom- he^in ’ erschweren und vielleicht zersplittern könnte, wemi wir nicht immer diese Potenzen nach allen HEelsrichtungen ver n-vnTnfpn lind Dafür Anregungen aus allen Uandern oezvgen. Denn nicht die Phantasie ist im deutschen Werk das Ausschlaggebende sondern die ethische Gewalt aus der es üxichst D es war zu jeder Zeit die Kraft des deutschen Geistes, daß ein einen Frühling ohnegleichen. * Sa8 ,«,«11« MW *ÄS w krästigen Äonluren Ser Seru-Ssr eil . twängtligent* und ängst' «lmi U"*»lito9 “” halb Asse. Wenn ich^iscke Zurückweisung meines schreiben mochte, so hat doch muriler Wehörden von man- Aufenthaltsgesuches von letten der P ^ls Fremden chen Dingen den Schleier gehobe , . <^nörden schoben lieber peinlich hätte 85*1» - ® Ä °L-»- L i&esrfäESteaS-s B-«i»S=äfÄS sie sieht, datz ihre Kälte schmerzt. -Mode an sie ' Die'Pariserin ift ofiire Die 5°^ * < | stellt, einfach undenkbar. Parftim, ^u^r5V“Lifgln;tte( ilnt> sie I sind ihre allerprimitivsten Reiz- Maße besitzt wie hat das Geschick, das keine F-au inso großem^Matze oei t sie, die geringsten Begünstigungeni d« Rat«b«ouM^ fann L?ag" aÄ • Koketterie, Die Pariserin, die Behörden und mein passiver Widerstand. Ich will kurz erzählen.warum ich Paris nach funstagigem Aufenthalt schnellstens wieder verlassen muhte. Vom französischen Generalkonsulat in Dresd^hatte Aussorderung erhartm getrost mU ein^n «nft reisevisum nach Paris zu fahren. l , |n Frankreich ZZWLMN £ M-WZWZWZ jede einzelne Zeitung und »opf Y prozentuale otärte ihrer politischen Gesinnung ab um -S auf dw p z ^cutI(e= feiner Franzofenseindlichkert S b bescheidenes Ornament bin, tonist im Ausbau emer Zeitung ein Me mich hier trotzdem ich mich bis in vte kielnnen Attischen Vorurteilen i»-*- ESSSää •* - -S . mirnt?n oft betont datz er das Ausbleiben der deutschen » s sms & s. grwhaa fchütlerung? Änd fragt nicht aus dem beschatteten Antlitz Lo- 1 Los ein Jahrhundert nach seiner Erlösung d^ reden hörte und ihn trotzdem verbrannte? So hat H. St^v a m berlain sehr recht, wenn er sagt, datz Angelos Kunst^mcyr i ein rinascimento, ein- Renaissance war, sondern nascimento, | ficifit- Genötigt ist das Sichtbare, dem Unsichtbaren Gestalt zu verleihen, das Rotweiidige, der Freiheit zu dienen; lebendige Offenbarung des Unerforschlichen bietet der Stein. 'Menn wir das Selbstbildnis Michelangelos betrachten, wie es in Florenz in den Uffizien hängt, dabei von dem Erschütternd-menschlichen einmal absehen und nur diee Änne uns vvrleaen, woher stammen, rassisch beurteilt, 8° S.t«WSSiu «U «am Merkmale fehlen. Die Augen sind wohl blaugrau, das Haar nicht schwarz, sondern zur blonden Gruppe gehörend, aber em tcto nordisches Gesicht ist es auch Wied« wie es die romanische Volksmemung mo«hte, alle^ings ers. recht nicht Am meisten «innert er an gewis e fpamsche Kopse, Por- S von Greco, Ribera Valesquez Und das verrat unS kst- Linie es ist, möchte ich sagen, altgotischer Einfluß, wie in Spa ni-n das Westaotenreich bis ins 8. Jahrhundert bestand, so hat S ÄtaSSam Vesuv und d« langen Longobarden- berrschaft in Rord- und Mittelitalien das Ostgotentum, d edelste Germanenblut, fortgewirkt und taucht wmm auch d-^ rn?ifAiinn o-dämpft in solchen ganz unwestischen, mn«tuyen MAenchNrdiguL schöpferisch Wied« auf. « weichere, leuchtend«« Longobardenart in ihrem ^emaligen po^ Een Mitteh>unkt in der Poebene lebEg ist in MaEd rmd wobl auch in Venedig und venetianifch« Kunst, so weist me florentin« Kultur bedeutsam auf das ältere und wohl edlere vnd tiefer geartete Ostgotenblut hin. Pariser Tagebuchblätter. Paris und die Deutsche«. Von unserem in Paris weilenden Reiseberichterstatt«. cn ,„in in in oiiipTi fltQiicn 6fld Don QlcBcl CTTtgCTluyt. 1 «ebe^vor d« berühmten Kirche Sacrecoeur auf kxnn MoMmartre. I slw-rmir^et sich d« Verkehr, eine ungeheure.Schlange ebenso kühn wie sicher, (llnglüde kommen hi« viel selten« vor | al- GlockeiMichen. ist eine fabelhaft« Organisation spürbar, die Men Sprung in jedem Passanten, in jedem Ehauffeur, in.jedem Dienstmann, in jedem Zeitungslungen hat. jedenfalls Hai <® I NLLLGMZA« «c w gut sie konnten, Monteurdienste l-istetenä | BBö sss?ä Ä»t ÄÄ »«‘“SÄ Paris! Ich stehe mit beiden Füßen auf dem Boden v« kamt ib!em Ve8r leiwt sie mit ihren Wahrheiten „und Irr- Prachtbauten des Sonnenkönigs nehmen heute wie ehedem st L'LLX» Ich will mir für diese Stadt einen Wahs^absMffen,d«m S Z I«Ä«S“ & »L« SÄ Eg unteKhen und will's« deshalb nicht durch irgendwelche Vorurteile wie ein Fremdkörper zerreißen. — 15 — t Mirabeau. 8 IX t nt IX a öle Es gst- un- ger, ter« ine3 an» töeix >ben lernt nx ie at Ä ft, in rt. Ö» )le ich r- ift, lut rfe lein, ier leit en in» jetx las erst erteilt, kchen uerst ame, igel» Sie >alb» >ines nein» eines trenn n sie xkstift Ö sie t wie igern. kann nden- >ar so Ihrer Von Fritz Diettrich. j MS »MMS mich ' lange auf mich harten, ehe Philipp von Orleans mit der Graf von Montechristo, day aefeHen hatten, er» kurzlebigen Konigswurde daß Graf Mirabeau schütterte mich wemg Die Latsache Der« hier von feinem Dater, der K hineingezwungen SÄ' S" K'«m N M«*” °»° mühsam eine kleine Hnnmelse y werdenden Römers I äx-jkSs sä LLWWRSLWL AaAe, zum berufensten 2^°M ber^Bevo. ^lutionär da- I ÜbeS ^^TÄffaxTnnb A I ^""Mensch der s^inem^ Privatleben undefinierbar war, I SSL k4==='BK"E I seine Beden zu verwenden, dieser Menfch war '6 e für den Beobachter zwar nicht immer die geradestem, och t fraä Volk stets die erfolgreichsten Wege ging. r ,, Ä Doch die chronische Unbelehrbarkeit des Königs hatte.aus -inem Sxäuflein radikaler Elemente bald etne gewaltige CBrano g aemackt d e Mirabeaus Werk mit Vernichtung bedrohte. Was wenn er ein- Bote nach der anderen an den Hof ^;e voll von trefflichen Richtlinien waren?. Was half ä daß er dein König in diesen Roten einen großzügigen Aeber- Mck übe? die politische Lage gab? *££*&£ versuchte Mirabeau mit seinem blitzenden Wort die wsw königlichen Beschränktheit auszuheuen. Sein früher Tod ist für Fraiikreich eine Tragödie, die Mirws beau auf Lm Sterbebett am besten selbst beurteilen konnte wenn MZK •*?.! L ÄÄ*Ä« Ä >°»M °M ÄÄS.ÄÄ ®le Mohn« »lU«n M auI, bls SÄ. M- SaÄd«n W M «IS MM« Mm 6tM SM ISÄfFfeSBS raw« föftorfXÄS, I>° ««f W« | Stelle, aus seine Jugend zeigten. Nationalversammlung. 3 » ifÄÄÄ* «1 »I-M*-»' W°-> Mn j zu neuen Rlöglichkeiten. m?anit Frankreichs che- Wie ein Fürst wurde der größte Mann «>. ^er rissen | graben und im Pantheon als erster beiges^r^ Leiche | Jakobiner, vom großen ^u^ndrummel mgriN. @o toutbe | wieder heraus und preßtenfe vüeder wegen seiner | Mirabeau zum letztenmal ^^r^Mann dürfe ohne Tugend | Jugendsünden. Denn rrn^ ^efinbar der Begriff : Ä- ™ ! I ihren .Taten" bewiesen. WS„-»° to M«l« Wl«« Ak IS I Französinnen f betrachten sich voll Andacht. Jetzt I ?ufgeklappt vor sich drei, vier kleine )olt die eine aus der ^1- wrer a, 6ie Zigarette Schminkstifte in goldenen H s Wimpernlinien nach Sie aus und zieht leicht und s^.rihre Wim^rni^ f<6arfeS | ■ fährt in ihrer ^ette ungenüwt wrt mU’einer zierlichen Karminrot auf ihre Lippen setzt uno o b^täubt. Wahrend Puderquaste das ganze Gesicht gleich Kamm ein wenig W&» Ä'ä -Ä äs komplett zu sein. Doch «« Mama die Schönheit unter» hier von der liebevollen Hand der Strümpfen laufen, strichen. Selbst arme u»e Gesicht zu einer Schneemachen durch Pudn chr hung dürre sein die landfchaft. Das scheint fVlgt sichten sie, tote dieser MnÄt-sÄ ««» «" «"*» macht. Der Fährmann von Niederhausen. Fon Heinrich Bechtolsheimer. (Fortsetzung.) .äsääxS Eltern im Wohnzimmer, s Reden festzuhalten. Er kam, dieser aber wußte sie dinchlE^^om. ^s^stine in richtete ihr Gruße von> einer S Gxnte in den benachbarten Obermoschel batte, erzählte Scherzhaftes. Dann kam er Dörfern, berichtete auch allerhand vch^zyaiies ^ mit seinem Anlie-en hervor mehr, Vahren, da er heiraten müsse, la g Ernte Hochzeit halten es sei wünschenswert daß er Id nach^ Hannes und seine, könne. Daran schlossen sich die ^wvre^ > a- nid>t öic Familie, bas Rühmen i/r $ Mädchen landauf, landab SXäS. SSÄT»'« «'3t* 1iunt5üf diese Frage folgte verlegenes Schweigen, dann aber! 1 naSm3§riS noch^edig bleiben« sagte sie, „es ist bester. I id) ?Mer5HMw<§EsÄte^^ £ Hau^ be?ommt. ^Denk^dech? Ette^n^werden immer älter, und dein Vater kann nicht mehr so ^Uen wie frühen fca0 in fCtoarC1 mi?CEöcnjeüb^dte Ar^it^s?äch- täftgS B-ÄiFSurÄ 6tUrMr6at?eUMd Benehmen des Mädchens soso^ beobacht^ und er war Menschenkenner genug, um daraus ferne Schluss« :»:b 7 I L g,Ä?'ÄmMn«™« I kn das Wasser gelegt.« - 76 - »Da, dann ist eS gut. Dem Schmied kannst du auch noch ausrichten, daß er morgen den Bon-der-Hand-Gaul beschlägt. Gestern abend ist ihm am linken Hinterfuß ein Eisen abgegangen." „Ich gehe noch ein bißchen zum Mkela an die Rahe," sagte Michel und verließ daS Wohnzimmer. Als er gegangen war und man gehört hatte, daß hinter ihm das Hoftor zugemacht worden war, ging auch Christine, der die Unterhaltung mit dem redseligen, aufdringlichen Manne eine Qual war, weg. Sie ging über den Hof durch di« Scheuer in den Garten, der rings von Mauern umgeben war, und setzte sich auf eine Bank, die unter einem großen Birnbaum stand. Das Herz war dem Mädchen schwer, und die Tränen liefen ihr über das Angesicht. 3m Wohnzimmer machte Metz eine ernste Miene und sagten »Jetzt weiß ich, warum eure Tochter den Hannes Wild nicht will, chr steckt der Knecht im Kopfe. ®in schöner, junger Bursche ist er, das muh ich zugeben, er ist auch tüchtig, wie ich gehört habe, aber, Wenzel, Ihr könnt doch Eure Tochter keinem Knechte geben. Da würden ja die Leute mit Fingern auf Euch weisen." Peter Wenzel war sonst ein gelassener Mann, bei diesen Worten aber brauste er auf. „Echlechtschwätzer, der Blitz soll dich treffen," sagte er, »willst du meiner Tochter einen schlechten Ramen machen?" Die Frau fügte hinzu: „Unsere Christine wolle einen Knecht heiraten, unser einziges Kind solle sich so weit wegwerfen und «nS so einen Schimpf antun?“ »Sagt, was ihr wollt," sagte der Makler. „Ich komme seit vierzig Jahren rundum in die Häuser, ich kenne Reich und Arm und verstehe mich, in den Gesichtern der Menschen zu lesen. Ra, ich sehe schon, mit Euch ist nichts zu machen. Zum letztenmal sage ich: Ueberlegt es noch einmal, der HanneS will wissen, woran er ist" Mit einem „Adjes beisammen ging Metz weg. Dem Peter Wenzel war die Pfeife über diesen Erörterungen ausgegangen, die Frau stand auf und eilte der Tochter nach. Sie fand diese, wie sie den Kopf aufstützte und weinte. „Sag, Christine," fragte die Mutter, „hast du etwas mit dem Michel?" Es kam keine Antwort, das Mädchen schluchzte heftiger. „Ich will wissen, ob du mit dem Knechte etwas hast!" „Mutter, ich habe nichts mit ihm, aber er hat mich gern und ich habe ihn gern, und wir möchten zusammenhalten unser Lebenlang." Die Frau eilte hinein zu ihrem Manne, der vor lauter Aufregung noch nicht dazu gekommen war, seine Pfeife wieder anzuzünden. Lange redeten die beiden miteinander, bis sie sich geeinigt hatten, dem HanneS Wild unverzüglich das Jawort zu geben. Peter Wenzel wollte gleich am nächsten Morgen einen Boten zu dem Freiersmann schicken, damit Hannes am nächsten Sonntag mit seinen Eltern kommen und man die Sache in Ordnung bringen könne. Wit blassen Wangen ging Christine in den nächsten Tagen einher. Sie tat ihre Arbeit wie immer, sie stand auf dem Acker und schnitt mit der Sichel Weizen und Hafer, sie half der Mutter in der Küche und beim Mehfüttern, und vermied es, mit Michel allein zu sein. Es war in dieser Woche ein hastiges Arbeiten: denn das Wetter drohte, unbeständig zu werden. Leichte Gewitter gingen nieder, es regnete ab und zu, man eilte sich, den Rest der Ernte Heimzubringen. Rasch wurde gebunden und geladen, oft liefen die Pferde im Trab mit dem beladenen Erntewagen nach dem Dorfe und im Trab wieder zurück. Die Hühner hatten gute Zett, denn allenthalben auf den Dorfstraßen lagen die Körner. Daß der Hannes Wild um die Christine freite, war im Dorfe bekannt. Als man am Samstagabend die Straßen kehrte, und alles für den Sonntag instand setzte, hieß es: „Morgen wird «S fertig". Am Sonntagnachmittag war Michel Klee wieder zu feinem Freund gegangen. Beide saßen vor dem Fährmannshaufe, da rollte auf der Straße von Oberhausen ein Fuhrwerk heran. Es war ein Dordwagen, auf dem man Sitze, die mit Lehnen versehen waren, befestigt hatte. Die Sitze waren mit rotgeblümten Kissen belegt. Born sah Hannes und lenkte den Wagen, hinter ihm faßen seine Eltern. Der Dater war wie der Sohn, ein hagerer Mann. In seinem Antlitz standen viele Falten, er trug den blauen Kirchenrock, die Spitzen seines Kragens ragten hoch hinauf in das Gesicht. Auch die Mutter war hager von Gestalt. Sie hatte ihr schwarzes Kleid angezogen und trug über der weihen Haube ein schwarzes Tuch. Aeugierig sahen sich die beiden Allen um, denn selten nur kamen sie aus ihrem Wohnorte heraus. „Siehst du," sagte der Mhrmann zu seinem jungen Freunde, „heute wird es fertig“. »Ich glaube es nie und nimmermehr,“ war die Antwort. „Die Christine nimmt den steifen, ungeschickten Menschen nicht, und wenn nicht nur sein Dater und feine Mutter hierher kommen auf die Schau, sondern auch fein Großvater und seine Großmutter.“ Mit einem lauten „Ohü" hielt HanneS Wild an der Hofrelle des Peter Wenzel die Pferde an. Dieser machte bas Hoftor weit 6<6riftleituna: Dr. Friede. Wil!). Lange. — Druck und Derlag der auf, und der Wagen fuhr hinein. Die Magd mutzt« einen Stuhl herbeitragen, damit die Alten aussteigen konnten. Das geschah nur mit großer Mühe, denn die beiden waren steif, was nicht weiter Wunder nimmt, wenn man bedenk, daß die Obermoschel« Gemarkung sehr hügelig ist Endlich waren sie glücllich unten und wurden in das Wohnzimmer geführt, wo Kaffe« und Kuchen bereit standen. Die Ettern be8 Hannes sprachen zunächst nicht viel, aber thre Augen gingen lebhaft rundum. 2llleS wurde beobachtet dre Wanduhr, die in der Ecke stand und tickte, der große Wim> Weiler Ofen, die Kommode mit den blinkenden Beschlägen und das Tuch, das über den Tisch gebreitet war. Hannes ver- suchte ein Gespräch zustandezubringen, er berichtete, daß er bei Oberhausen, da die Rahe einen sehr niedrigen Wasserstand hatte, durch den Fluß gefahren fei und daß die Pferde, alS sie wieder aus dem trockenen Boden angelangt waren, vor einer entgegenkommenden Kutsche beinahe gescheut hätten. Christine saß still neben ihrer Mutter am Tische und redet« kaum ein Wort. Als Hannes und feine Eltern zum Zeichen, daß sie genug Kaffee getrunken hatten, die Tassen umgelegt hatten, ftanb « un® fra* 8um Zwecke der Besichtigung einen Rundgang aurch Haus und Hof an. Zuerst besah man das Vieh in den Stallen. Die beiden Alten beobachteten so scharf, als ob sie Polizeibeamte seien, die nach versteckten Gegenständen suchen, namentlich nahmen sie die Dunggrube in Augenschein und fanden, daß sie hoch angefüllt war. In die Scheuer trat man unb stellte fest, daß sie bis unter die Ziegeln mit Getreide gefällt war. Schuppen und Kellerhaus wurden besichtigt, dann ging man in den Keller. Hier lag Stückfaß neben Stückfaß, über diesen tagen wieder kleinere Fässer. Der alte Wild sonderte sich unbemerkt von den anderen ab und klopfte mit bem Knöchel seines Zeigefingers an einige der Stücffässer, nirgendswo klang es hohl. Der Speicher war teer; denn Wenzel hatte unterdessen bi« Frucht vom vorigen Jahre verkauft, und man hatte noch nicht gedroschen, aber man versäumte nicht, in die Zimmer und Kammern im oberen Stocke hineinzusehen wo daS Leinenzeug, die Kleider und Gerätschaften mancherlei Art aufbewahrt wurden. Indem sie die Stiege hinuntergingen, mckte der alte Wild seiner Ehefrau zuftieden zu. Längere Zeit brachte man im Garten zu und besichtigte di« Beete, deren Pflege der Tochter des Hauses anoertraut war. Unterdessen war im Wohnzimmer ein Imbiß aufgetragen toorben. und Peter Wenzel hatte mit dem Stechheber einem Fasse einige Flaschen Elfer entnommen. Der Wein — bekanitt- ttch war der Elfer der beste des Jahrhunderts — löste die Zungen. Der alte Wild fing an, von der Zeit zu erzählen, da er noch etn lebiger Bursche war. Er berichtete, was er damals auf den Kirchweihen für Streiche gemacht habe, wie er frühmorgens. nachdem der Tanz zu Ende gewesen sei, mit den Musikanten umgezogen sei. Dann erzählte er von den Schlägereien, die er als lediger Bursche gehabt habe, wie er beim Streit hinein in den dicksten Knäuel gesprungen sei und den Gegner am Wickel gefaßt habe. Unb atlemate hieß es bann: „Da habe ich ihn genommen und habe ihn auf den Boden geworfen und habe ihn aus dem Fundament heraus verdroschen" Peter Wenzel konnte nicht recht glauben, daß der steife, be- dächtige Mann einst ein solcher Sausewind gewesen sei. Die Alte, die auch von bem Weine genippt hatte, kicherte und lobte bann ihren Hannes als den brävsten und tüchtigsten Burschen im Pfälzer Lande. Als er drei Jahre alt gewesen sei, habe eine Taglöhnersfrau aus dem Dorfe gesagt: „Wilden, das ist ein Kind so schön wie ein Engelchen." Immer sei der HanneS feiner Mutter gehorsam gewesen und niemals ein Geldvertuer. And jetzt, da er auf die Jagd gehe, sei er bei allen feinen Herren angesehen. Der Notar aus Obermoschel habe erst vor kurzem gesagt, der HanneS fei ein Jäger, wie lange nicht mehr einer zwischen dem Lemberg und dem Donnersberg auf oas Wild geschossen habe. And der Pfarrer habe gesagt, so gescheit wie der HanneS sei ihm schon lange fein junger Mensch mehr begegnet, aus bem könne man sieben Bürgermeister machen. Aeber diesem Lobe feiner Mutter wurde Hannes recht vergnügt, er nickte mit dem Kopfe und sagte: »Ich und meine Mutter, wir hatten zusammen." Dann rüsteten sich die Gäste zum Aufbruch. Als sie noch im Wohnzimmer standen, sagte der alte Wild: »So wäre jetzt alles fertig, und unser Hannes ist ein Hochzeiter. Ich denke, nach der Ernte können die zwei heiraten." »Es soll ein Wort fein,“ erwiderte Wenzel, Der Aufstieg auf den Wagen war noch wett schwieriger als der Abstieg. Wieder mußte die Magd einen Stuhl herbei« bringen. Unter Ach und Weh kam der Baier hinauf, aber der Mutter wollte daS nicht gelingen. Da packten Wenzel und Hannes sie, als ob sie ein Kind toäre, und hoben sie hinaus. Sie kreischte vor Angst, freute sich aber dann doch, als sie neben ihrem Mann saß. HanneS stieg auf, und das Hoftor wurde geöffnet. „AdjeS, adjes,“ sagten die Gäste und daS Fuhrwerk rollte davon. (Fortsetzung folgt) Brübl'schen Aniv -B»L- «nb Steindruckerei. R. Lange, Gießen.