erfläch. k eiite^ >e toett tm der- Kopfe« c Nähe Wahlen einerlei daran (Rötel, rlturen Ä dem -chefli- t>t noch g bei egende n Kie- i drei- t ent« h hier t wor° : Ein- ls am ■s den n un» ler zu r gebuchten erster Beob« wohl mbere reifen, ■t von wobei mutz ■x die mmer i des Meter 'lock 'lasse Hätte ilntev and» ge» rSt» die t den Rach rliche Mitte >eder i ist rbiet stock» fax). : der von t. des als inge ische nem xrrf. nnte fce* i im die ach» be- tel» 2 bei 'zeit üs« fan. zum die men utea Gietzener Zamilienblatter Unterhaltungsbeilage zum Gietzener Anzeiger Jahrgang Samstag, öen ^2. Januar 2 Der Llsinbruch spricht! Ich lag im Waldesdunkel Tief in der Mutter Schoß. Svene und S.errgefunkel Flossen zu mir durchs Moos, Sog ich Tage und Rächte Li.bend in mich hinein, Durch meine fernsten Schacht« Wehte himmlischer Schein. Da riß menschliche Meu'e Mich a s dämm.r d m Grund, Sie schlug die nack e Deute Mit Eisen und Feuer wund. Brach mir Quader um Quader And trug mich in dm Wind, Sie stahl mit jeder Ader Bon meiner Brust ein Kind And doch wird nichts euch eigen,' Wiegt die Nacht sie in Duh, Auf allen Türmen und Steigen , Träumen die Steine mir zu. Werner Bock. Nordische Impressionen. Aus dem Tagebuch einer Herb st reise;. Von Dr. Walter Georgi. Grauer Dunst drückt schwer auf die deutsche Küste. Dor uns leuchtet die blaue Ostsee unter klarem Himmel. Daheim eine bange Zeit, eine Angst vieler um den kommenden Tag. Was wird weiten aus Deutschland und seinem Volke? Nur durch einen schmalen Meeresarm von uns getrennt, die gleichmäßige gesicherte Ordnung gesunder Völker, die kein Krieg verwundete. Die Dünung schickte manchen Spritzer über den Bug der neuen Dampffähre „Danmark". Aber sie durchschneidet mit ihrer Last von Eisenbahnwagen ruhig die leicht erregten Wogen. Der kalk» weiße Leuchtturm von Gjedser kommt in Sicht. Eine weiße Küste mit grünem Hinterland uird Bauernhöfen taucht auf: Dänemark, * > Der Schnellzug jagt durch frischgrüne Wiefan, an roten Häuschen mit weißen Fensterkreuzen vorbei, durch die herbstbunten Wälder, vorbei an Sunden und kleinen Seen, an Dörfern und betriebsamen Städtchen. Im Eisend ahnzug sammeln Knaben deutsche Papiergeldfcheine. Sie haben sie scheffelweise in den Taschen. Die Aelteven fragen nach Dtresemann. Wird er es schaffen und das Ehaos vermelden? Am Abend läuft der Zug in den neuen Bahnhof der Hauptstadt etn. Es ist Heller Tag in den nächtlichen Straßen von Kopenhagen. Das Licht der Bogenlampen schält die Häuserfronten und Plätze aus denr Dunkel der Rächt heraus, Aeberall quillt das Licht hervor, brandet gegen die Mauern und staut sich an den Straßenecken und Winkeln. Die Lichtreklamen springen über die Dächer und Wettelfern mit den in später Abendstunde noch hell erleuchteten Schaufenstern. Licht, überall Licht. War es nicht einstmals ebenso in Berlin? Die Erinnerung daran ist allmählich erdrosselt worden. Soirntag in Kopenhagen. Die festlich gekleidete Menge schiebt sich durch die Straßen oder eilt nach den Sportplätzen. Beim Hellen Tageslicht besehen, fällt mir ein neuer stark ausgeprägter Zug in der Bevölkerung auf. Sie ist grr-tzstädtifcher geworden, mondäner als vor zwölf Jahren, da ich- zuletzt hier weilte. Vor allem habe ich Mühe, „meine" Kopenhagenerin wieder zu entdecken. Jenen frischen Frauenthpus mit den Pfirsichwangen und dem sonnigen Blondhaar, jene lyrische Romanze, durch die der Seewind das Glockenspiel vom Rathausturm wehte. Sie erscheint mir bleicher im Teint und strenger, geschlossener tn der Form die heutige Kopenhagenerin. Alles ist Entwicklung: auch Frauentypen bilden sich um. Llnd alles hat einen natürlichen Grund. Das Leben ist in den Kriegsjahren nüchterner geworden. Wir wollen nicht einer roman- tischen Liebe nachtrauern. Die neue Frauengeneration hat ebenso ihre Aufgabe wie die vergangene. Sie wird von den Zeiten geformt. And daß sie sie erfüllt, heute wie einst, dafür bürgt der gesunde Sinn der dänischen Frau. , _, , kem Schloßplatz von Amalienborg marschieren noch tvE« früher die strammen Wachtposten mit den hohen Bärenfellmühen. Ltm Durchblick nach Osten erscheint der Waftenwald der Schiffs mr Hafen .Reben alten, breitspurigen Lagerhäusern stehen moderne vielstockige Speicher. Tradi.ivn un& Fortschritt, wie überall in Dänemarks Hauptstadt. Diese Mischung aus dem Geist H Eh. Andersens und zielbewußtem Welthandel. Es wird Abend Ich sehe an alten Häusern vorbei über den Kanal hinüber nach dem wiederhergesteltten Christansborgschloß. -Sein prächtiger neuer -^urm, der eine Krone hält, zeichnet sich scharf ab grgen den grün» llchen Abendhimmel. Daneben, der schlich.e, antikisierte Bau des Thoiwaldsenmuseums, in dem der Meister mitten unter feinen I begraben liegt. Vergangenheit und Gegenwart begegnen I auch auf dieser Stelle in harmonischem Zusammenklingen. Helsingör auf dem Fährschiff, das zur schwedische« Küste hinubersteuert. Wie ein schwarzer Schatten gleitet zur Linken der dunkle Block des KronborgschlosseS vorüber. Ein kurzer Gedanke an Hamlet, dann umtanzen unzählige Leuchtfeuer nah und fern das Schiff. Die Nacht ist kühl. Als eine Perlenschnur von Hellen Lichtern,. vor denen die Sterne verblafsen, liegt die Küste Schwedens vor uns. Wir steuern in ein rotes Licht hinein Allmählich lösen sich alle Lichter in Sinelwesen auf. Häuser, Straßen, elektrische Straßenbahnen tauchen auf. Der MasHinentelegraph spielt. Die Schiffsschraube geht langsamer. Wir sind in Hel- singborg. Bald trägt -mich der Schnellzug nach Norden. Aengelholnk passieren wir mitternachts. Ich denke über 9 Jahre zurück an jenen ersten August, wo wir hier auf dem Bahnsteig den Ausbruch des Weltkrieges erfuhren. Man fühlt durch die Dunkelheit eine Felslandschaft. Vier Ahr morgens Gvtenburg Ich verlasse den Zug. Ein wundervoller Sahnenkaffee im Dahnhofsrestaurant verscheucht den Schlaf. Dann wird es Tag. Ich stehe auf der Drücke über dem Strom, der Götaelf. Die Sonne steigt hinter der Stadt empor. Ein Leuchten huscht über die braunen Felsen und dis roten Häuser. Die weißen Schiffe strahlen das junge Licht wider, und auf den Flügeln der Möven über dem Wasser blitzt es auf. Dom Meer her weht eine köstliche Frische. An ben Felsen recken sich die erwachten Häuser G o t e n b u r g s auf. Sirenen heulen Der Rhythmus der täglichen Arbeit ist erwacht. Dreihundert Jahre liegt heule der Beschluß Gustaf Adolfs, an der Mündung der Götaelf die Stadt zu errichten, zurück. Zur Erinnerung an ihren Geburtstag hat Schweden in diesem Sommer innerhalb der Bannmeile der Stadt eine Ausstellung geschaffen, die sich sehen lassen kann. Abgesehen von dem wvhlgelungenen Querschnitt durch die kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung Schwedens bis auf die Gegenwart ist der konstruktive Aufbau der Anlage und die geschickte Ausnutzung des Felsengeländes in vorbildlicher Weise gelungen. Einfach und festlich ließ man die Gebäude empor wachsen, gekrönt von einer Gedächtnishalle, die als ein schwedischer Parthenon die Ausstellungshallen überragt. ♦ Es ist der letzte Tag der Ausstellung. Die blaue Stunde legi ihre Schleier um die weißen Bauten und die Büsche und Bäume des Parkes. Das Leuch feuer oben auf dem Felsenberg schickt schon sein Licht in die Runde. Ich stehe oben auf dem Platz vor der Eedächtnishalle. Da flammen tanzend Lichter auf und werfen ihren Schein gegen die Hellen Wände der Gebäude. Allmählich beginnt sich der weite Platz zu Füßen der Halle mit Menschenmassen zu füllen. Man will nicht versäumen, dem Schlußakt bet- zuwohnen. Jeder Goterrburger steht in irgend einer Beziehung M 6 Meter Ausstellung, die ihrer aller Kind ist, das man mit dem tztolz des Vaters liebt. Eine Musikkapelle konzertiert vor der Halle. Der Landeshauptmann und der Präsident des Ausstellungs» Vorstandes richten markige Worte an die Menge, die sich nun Kops an Kopf in musterhafter Ordnung vor der Halle staut. Dann verschließt man als symbolischen Akt das Eingangstvr. Die Lichter erlöschen und mit Fackelbegleitung steigen die Veranstalter dre Treppen hinab. Die Gvtenburger Jubiläumsausstellung ist geschlossen. Die schwedische Nationalhymne beendet die Feier. Em stark besuchtes festliches Bankett, das bis in die frühen Morgenstunden des anderen Tages währt, folgte. Mair denkt in diesen Tagen fast mehr als daheim an Deutschland, wenn man sie hier im Aorden ohne ATangÄ mit jener Selbstverstäirdlichkeit des Genietzens leben sieht, an die auch wrr uns heute noch aus der Zeit vor dem Kriege erinnern. Em Deutscher. der des Morgens eine richtige schwedische■ Zroiosj mit Grütze, ®ieni Fleisch, Fisch, Sahnenkaffee und Weißbrot zu sich ge- nonlm'en hat, ist satt bis zum Abend. Der Magen arbeitet nicht mehr im Friedenstakt. Das Weißbrot mutet wie Kuchen an ^ch ftn.be in meinem Koffer noch eine Stulle, die ich mir als Weg» zchruna aus Deutschland mitgenommen habe. Sie ist von dunkler Farbe und trocken geworden. Aber ich bringe eS nicht ubers Herz, sie fortzuwerfen. Es fällt schwer, sie m dem Lande des milchweißen Brotes zu essen. Aber ich zwinge mich dazu; es ist das Brot meiner Heimat .... e Am Götaelf entlang führt mich der Schnellzug nach Aorden, Felsblöcke. die sich zu Felsenhügeln aufblahen, umsäumen den Wiesengrund des Dales. Der Herbst hat seine Farben ausgebreitet. Das Gelb der Birken mischt sich unter das dunkle Grün der Lannen. 3n den Zweigen der Ebereschen glühen die Korallen» fruchte. Bote oder ockergelbe Häuschen, kleine Fabriken beleben die Lindschaft. Auf manchen Feldern ist eben erst der Hafer ab» geerntet worden. Es ist oft schwer mit der Reife im Aorden. Es beginnt zu dunkeln, als wir die Wälder von Ed passieren. Dann geht es über die norwegische Grenze. Pah- und Zollrevision eine höfliche Förmlichkeit, findet ohne Aufenthalt rm Zuge statt Als ich das Fenster öffne, rauscht irgendwo in der Aach! ein Wasserfall. Der Geruch frischen Tannenholzes weht herein Wir sind in Aorwegen. In einen hellen Aebel elektrisch^! Lichtes gehüllt, fliegen Frederikshald und Scarpsborg vorbei. Eme gute Stunde vor Mitternacht sind wir in Kristiania. . * Kristiania hat sich in den letzten Jahren in seinem^ Zentrum wenig verändert. Es ist noch' heute die lebenslustige Stadt wie vor bem Kriege. Eine natürliche Gesundheit adelt hier das Lachen. Es ist eine Freude, die fröhlichen Menschen auf der Earl- Johans-Gade promenieren zu sehen. Auch einige Derbheiten am Abend nimmt man gern in Kauf, da sie fern von jeher Entartung sind. Aur das will mir nicht recht in den Sinn, daß die Avrweger ihr Kristiania schon in Bälde in Oslo umtaufen wollen. Die Absicht hat zweifellos ihre geschichtliche Begründung, ,3m Mittelalter lag hier als eine Gründung Haralds des Gewaltigen eine kleine Stadt mit Aamen Oslo, der Christian IV. von Dänemark beim Wiederaufbau nach einem Brande den Aamen Kristiania gab Trotzdem scheint mir die älmbenenmmg heute etwas gewaltsam. Aber ich denke, die Avrweger werden sich später in Oslo ebenso Wohl fühlen wie heute in Kristiania. $ Bor dem Aativnaltheater in Kristiania stehen Stephan Sin» Vings vielumstrittene Büsten von Ibsen und Björnsvn. Ihre literarische Bedeutung gehört der Geschichte an. Björnsons Sohn, Björn Björnson, verwaltet seit einigen Monaten als Leiter des Theaters das väterliche Erbe. Wir sitzen uns im Theater gegenüber. Er lebt und fühlt noch' heute mit Deutschland, wie in den ersten Kriegsjahren, als er mit seiner ganzen Persönlichkeit für die deutsche Sache eintrat. Mit jugendlichem Temperament geißelt er die gallischen älebergriffe im Weltgeschehen der Gegenwart. Junge deutsche Dramatiker zu fördern und sie auf seiner Bühne aufzuführen, ist sein dankenswertes Bestreben. Brecht's „Trommeln in der Aacht", jenes im letzten Winter mit starkem Erfolg in Deutschland aufgeführte Revolutivnsstück, wird demnächst in Djörn- fvns Theater zur Aufführung kommen. Andere geeignete deutsche Dramatiker sollen folgen. Der Dank aller, die einen deutsch-norwegischen Kulturaustausch begrüßen, ist dem tapferen Manne im Aorden gewiß. Weißer Aebelrauch quillt aus Beit morgenfrischen Felsentälern, durch die die Bergensbahn allmählich zum norwegischen Hoch» Hebirge ansteigt. Sie verbindet Kristiania mit der Westküste der Halbinsel, mit der alten Hansastadt Bergen, 14 Stunden währt die Fahrt über die Berge. Schon schimmern die bereiften Wiesen winterlich fahl. Meiler rauchen auf den bewaldeten Höhen. 3n kleinen dunklen Seen spiegeln sich zwischen den Tannen die Herbst- Eich gelben Dirken. Bei Gol beginnt der Anstieg. Immer schlanker werden Me Tannen, die die Lichtsehnsucht der Gipfel «nportreM, Bald schimmert Gis auf den Tümpeln und Schnee von den Bergen, Gin kalter Wind weht über das Bergtal, durch das ein schwarz- grüner Dergbach über Felsen schäumt. In Aal kann man bereits Schlitten auf der Landstvahe fahren. Hier haben Birken und Erlen schon das Laub verloren. Aun hält der Zug auf die Schneefelder zu. Wir steigen schnell höher. Immer schmaler wird das Band des Baches drunten im Tal. Fels, Gestrüpp, Glelscherwasser und vereiste Sümpfe. Langgestreckte verschneite Bergriesen. Schneeschutzgalerien versperren oft den Blick. Die Luft ist grauweiß, fahlgrün schimmert der weite See zur Linken. Schneefelder, die alle Wege verschlingen, dehnen sich' ohne Grenzen. Irgendeine Fußspur im Schnee führt irgendwo hin in eine unbekannte Ferne. Aur die Telegraphenstangen laufen wie Wächter am Weg durch den Schnee. Ein Schneepflug vor der Lokomotive sorgt für freie Dahn. Auf der Paßhöhe in winterlicher Oede an einem zugefrorenen See die Touristenstation Finse. Fast menschenleer. Der Hardangerjökel steckt in milchweißem Dunst. In Schnerfern en hinein bohrt sich der Zug über die Patzhöhe. Bis plötzlich die Berge jäh in eine tiefe Schlucht hinabstürzen, von Myrdal hinunter ins Flaamstal. Zu beiden Seiten der Riesenschlucht hocken die Felsenberge. Sie erdrücken das Tal unter ihrer Wucht. Dann ein Tunnel, hinter dem es schnell bergab geht, der Westküste entgegen. Es wird Abend. Feucht glänzen die stahlblauen Berge. Bald stehen sie schwarz gegen den fahlen Himmel. Alle Farben sind erloschen. Wie eine grandiose Federzeichnung werfen sich die Linien der Berge gegen das letzte Licht des Tages, in Boß schlägt Regen gegen die Fenster. Sin Zeichen, daß wir uns Bergen nähern mit den Aiederschlägen des Golfstroms an der Küste, Wider Erwarten am anderen Morgen Sonne und blauer Himmel über der alten Hansastadt. Man erkennt sie kaum wieder. Ein gewaltiges Feuer hat vor sieben Jahren das wichtigste Geschäftsviertel zerstört. Mitten aus dem Zentrum der Stadt hat es weite Straßenzüge herausgefressen. Man hat sie bis heute noch nicht wieder aufgebaut. 3n Baracken spielt sich ein Teil des Geschäftslebens ab. Zum Glück ist die „Deutsche Brücke" mit den historischen Gibelhäusern vom Feuer verschont geblieben. Der Brand hat Bergen um Jahre zurückgeworsen. Aber die gesunde Tatkraft der Stadt wird auch diesen Rückschlag in ihrer Entwicklung tote so manchen früheren ähnlicher Art überwinden. Wer die ziel- bewußte Zähigkeit der Bergener kennt, ist dessen gewiß. Aach' Flöten, dem steilen Be gcücken Bergens, führt jetzt eine Zahnradbahn. Man steht auf seinem Scheitel unmittelbar über der Stadt. 'Man sieht weit über das Labyrinth der Felseninsekn, die sich schützend um den Fjord gegen das offene Meer legen, sieht die Furchen, die die Schiffe in das blanke Wasser pflügen und steht überwältigt vor dem steilen Felsenzirkus, der sich im Osten gegen den schwarzen See hin öffnet. Mancher deutsche Tourist hat früher diesen Bergrücken bestiegen. Trotz der Ungunst der Zeiten haben in diesem Sommer bereits zwei deutsche Touristen» schiffe Aorwegen besucht, ein Lupus, den sich heute nur berReich- tum leisten kann. Der „mittlere" Tourist aber ist fast völlig verschwunden. Hieran ist vielleicht weniger unsere schlechte Valuta Schuld, wie der Avrweger meint, als die Unbeständigkeit der Valuta, die den meisten ein Disponieren unmöglich macht. Ich bin sicher, daß im Augenblick der Weribeständigkeit unseres Geldes trotz Avt und Verarmung mancher deutsche Tourist, der seine letzten „Groschen" zusammenkratzt, wenn auch nur für wenig« Tage nach dem Aorden fahren wird, um die Fjorde, Berge und Städte wiederzusehen, wo er einst in sorgloser Zeit Anregung und Erholung fand. Es werden sparsame Touristen sein, aber 3te» «listen, die ihre Liebe zum Aorden auf die Fahrt drängt. Und ich hoffe, daß sie der Avrweger gern in seinem Lande begrüßen wird. 3m Jünglingsheim in Bergen füllt eine dichtgedrängte Meng« den Festsaal. Deutsche Studenten auf der Wanderschaft geben ein improvisiertes Konzert. Frische Jungen vom guten Wandervogel» typ — wobei gleichzeitig vor einer Invasion von Wandervögeln irach dem Aorden gewarnt sei, da sie leicht zum Mißbrauch nordischer Gastfreundschaft ausartet. Die Avrweger hören mit Freude die Volksweisen und Reiterlieder und kargen nicht mit herzlichem Beifall. Aber als die deutschen Gäste die „Wacht am Rhein fingen, da erhebt sich jeder von den Sitzen, Und als das Lied gesungen, wächst der stürmische Beifall zur Ovation. Aicht aus Liebe zu Deutschland, aber aus einem elementaren Gerechtigkeitsgefühl heraus. Das gibt uns die Hoffnung, daß sich die beiden stammverwandten Völker einst auch in Gefühl und Empfindung naher» treten, wenn die Mißverständnisse der Kriegsjahre aufgeklärt und vergessen sind. Von beiden SeitenI Daran wollen wir arbeiten Die Zollrevision an der schwedischen Greine wird von norwegischer Seite sehr streng gehandhirbt. Aur bei Reisenden die das Land verlassen. And das mit Recht! Die .Untersuchung, die sich bis hinter die PolsterWen Im Eisenbahnwagen crftre®, T - Das deutsche Fährschiff trägt mich durch die Nacht wieder der deutschen Küste entaegen. In den letzten drei Wochen ha" sich vieles ereignet in Deutschland. Bayern Rheinrepnb ik Sachs-n! Die Teuerung ist weit über Weltmarktpreis gestiegen. Die Matrosen der Fähre kaufen ihre Lebensmittel in Dänemark Dort find sie billiger als daheim in Deutschland. Eine Gruppe von Eisenbahnern und Matrosen hat sich um mich gebildet. Mle richten die Frage an mich: Was wird werden? Keiner kann sie Nsen Aber ich fühle, daß in dieser einm Frage die Menschen wieder zu einer Gemeinschaft zusammenwachsen, die viel für unsere Zukunft bedeuten kann. Die Leuchtfeuer von Warnemünde kommen in Sicht. Mir fahren zwischen den Molen hindurch und sind in Deutschland. Hinter dem Küstenwald steigt die Sonne empor.... Aus den AuszerchnEgem eines deutschen Handrver fellen. Die deutsche Literatur ist reich an Memoiren und Auto» viographien, darunter sind Werke, die wie Goethes „Aus meinem Leben", die Autobiographien Jung-Still ngs, Ludwig Richters und des Malers von Kügelgen unvergängliche Bedeutung haben. Es ist Kar, daß diese Literaturgattung fast durchweg in die Kreise leitet, die geistig führend sind. Staatsmänner, Gelehrte Dichter, Künstler, Feldherren berichten ihrem Bocke über ihre Erlebnisse und Erfahrungen, während Bauern, Handwerker und Arbeiter, also Männer, die überhaupt wenig schreiben, kaum dazu kommen, Aufzeichnungen zu machen. Mitteilungen persönlicher Art gerade aus diesen Kreisen sind für die Kultur- und Geistesgeschichte sehr wertvoll. Als Paul G o e h r e vor etwa 20 Jahren die Autobiographie des Arbeiters Fischer heraus» gab, begegnete man diesem Wecke in Deutschland mit all- seitigem Interesse. Ebenso hat das Buch von Karl Ernst „Aus dem Leben eines Handwerksburschen" viele Leser gefunden. Der Verfasser, der sich späterhin mit staunenswerter Energie dem Studium gewidmet hat und heute ka holischer Geistlicher in einer Schwarzwaldgemeinde ist, hat in jungen Jahren als Bäckergeselle ganz Deutschlaird, Oesterreich un) die Schweiz durchwandert und viele Jahre nachher in fesselndes Weise darüber berichtet. In volkstümlicher Weise hat auch der frühere Direktor der Friedberger Blindenanstalt Johann Peter Schäfer erzählt, wie er sich in seiner Jugend als Schneider» geselle durch die Welt geschlagen hat. Deshalb wird auch ein Buch, das soeben als Ar. 49/53 der von Prälat D. Dr. Diehl herausgegebenen „Hessischen Volksbücher" erschienen ist und uns von den Wanderfahrten eines deutschen Han3werksburschen berichtet, viele Leser finden, es ist das Buch, das unter der Bezeichnung „Aus dem Tagebuch eines reisenden Handrerkers" zum erstenmal 1845 an die Orffentstchkeit getreten ist und di« Lebenserinnerungen des Buchbinderin.isters Adam Hentz in Weimar darstellt. Professor Dr. jur. et phil. Karl Esselborn, der im Auffinden interessanter Memoiren aus der ä'irrer Zeit eine glückliche Hand hat und dem die „Hessischen Vo kcbücher" manchen wertvollen Zuwachs verdanken, hat das Buch herausgegeben, eine instruktive Einleitung dazu geschrieben und eine Reihe von Anmerkungen beigefügt, die über Einzelheiten Aus» kunft geben. Dieses Buch ist aus mehr als aus einem Grunde beachtenswert, zunächst deshalb, weil Adam Heust Augenzeuge wichtiger Zeitereignisse war. Er war 1780 in Mainz geboren Hefter die Zustände im alten Kurmainz berichtet er mit großer Anschau» lichkeit, namentlich zieht er die Kulturzustände in der alten Dischvfsstaidt am Rhein in den Bereich s iner Erörterungen. Ms zwölfjähriger Knabe erlebte er die Eroberung seiner Vaterstadt durch Custine, alle die Wandlungen, die die Stadt unter der Einwirkung der Fremdherrschaft in den beiden nächsten Jahrzehnten durchmacht, stellt er mit der Genauigkeit und Zuverlässigkeit eines scharf auffasfenden Zcitgmoffen dar. Im Jahre 1806 wohnt er in Weimar und beobachtet den Zusammenbruch des preußischen Heeres in Thüringen. Im Herbste 1813 macht er eine Geschäftsreise nach Leipzig und kommt dabei in di« Truppenbewegungen hinein, die der Schlacht bei Leipzig vorangingen, ebenso beobachtet er an seinem Wohnorte dm Rückzug der Franzosen nach dem Rhein mnd das Aachdrängen der Mliierten. Hentz berichtet von diesen Zeitereignissen manchen Einzelzug, der an dem Gesam"bilde nichts ändert, wohl aber neu« Bilder in den bekairnten Rahmen einfügt. Besonders interessant sind die Mitteilungen des Verfassers über seine Wanderungen als Handwerksgeselle. Das Wanderleben des Handwerksburschen hat unstreitig besonderen Reiz. Ein Handwerksbursche, so sagt man, g'ht nicht um, er zieht frohgemut in die Welt, um seinen Gesichtskreis zu erweitern, um fremde Länder und fremde Menschen kennen zu lernen, er steht hier und da in Arbeit, macht aber mit der Arbeit Schluß, wenn die Frühlingsfonne scheint oder wenn der Wandertrieb in ihm wieder erwacht. Er sieht viel mehr als den Reisende, der mit dem Schnellzug das Land durchfährt. Deshalb haben die Zünfte in alter Zeit verlangt, daß der Geselle, wenn er Meister werden wollte, zuvor seine Zeit „erwandert" habe. Freilich darf sich der wandernde „Kunde" oder der „Walzbruder", wie er sich selbst nennt, weder vor Strapazen noch vor Entbehrungen ftirchten, öfters mutz er „platt machen", d. h. im Freien nächtigen, öfters „Kohldampf schieben", d. h. Hunger leiden. Aber auf Tage der Entbehrung kommen für ihn immer wieder Zeiten, da es ihm gut geht. Eine große Gefahr für den wandernden Gesellen ist es, wenn er nicht rechtzeitig mit dem Wanderleben Schluß macht und alsdann sein Leben lang auf der Landstraße bleibt. Adam Hentz war einer von denen, die ausgehen, um ihren Gesichtskreis zu erweitern. Er wucherte durch Süddeutschland, Oesterreich, Ungarn. Polen, Norddeutsch» land, Dänemark, den Harz und die Rheinlande: alles, was er schildert, hat den Reiz der Arsprünglichkrit. Interessante Bilder gibt er namentlich von den östlich gelegenen Gebieten. Das Leben der polnischen Juden, ungarische Wirtshäuser und Krankenhäuser, österreichisches, preußisches und französisches Militär» richtet sich gegen die Ausfuhr norwegischen ShVergeldes. Der Kurs der norwegkschen Krone weist gegenüber der schwedischen ein bedeutendes Disagio auf. In beiden Ländern aber gilt das gleiche Silbergeld. Kein Wunder, wenn geschäftstüchtige ßeute versuchen, aus Norwegen die Wechselfilbermünzen nach Schweden zu exportieren, um sich dort das Agio zu verdienen. Zum Schaden des norwegischen Staates, der gezwungen ist, auf Verlangen norwegisches Silbergeld gegen schwedische Kronen zurückzunehmen. So hat auch Norwegen seine Dalutasorg m Trotzdem aber kann sich der Deutsche eines Lächelns nicht erwehren, wenn wm ihm tot Norwegen von dem Sturz der Krone erzählt, hie immer noch knapp zwei Drittel ihres Vorkriegswertes besitzt. Wir haben es „weitergebracht" als die Norweger, viel weiter.... Bei Gustaf Cassel draußen in seinem idyllischen Landhaus auf Djursholm. Ich sitze dem bekannten Natiorralökmomen in s r em Arbeitszimmer gegenüber. Mit dem ergrauten K instlerkopf und den gütigen klaren Augen verkörpert er eine glückst he Einheit von Künstler und Gelehrten. Wir svrechan von Deutschland u >d seiner Zukunft. Cassel, der immer für die Anmöglichleit dr R'pava» lionsleistungen durch das verarmte Land eing treten ist, sieht diese Zukunst sehr düster. Wenn Deutschland zahlen mutz, müssen zwanzig Millionen Menschen auswandern oder sterben. And auch dann noch ist eine Leistung in dem .Umfang des Verlangten unmöglich. Aber noch gefährlicher erscheint ihn die allmäh ich? Vernichtung des Privatngnttums in Deutsch'and, was notwe'diger- weise zu einer Auflösung des Rei ches führen müsse Er er ähli In eindringlicher Art von der Konferenz in Genua und von Llchd George, der nun einsehe, wohin die Politik der Entente Deutschland gegenüber führen werde. Aber er ist ohne Hoffnung für uns, toenn wir zahlen sollen und ein neuer Zwang einsetzt. Ich scheine Von ihm in niedergedrückter Stimmung, aber dankbar für das tiefe menschliche Verständnis, das ein neutraler Gelehrter von Weltuf Meinem Vaterland entgegenbringt. Wolsten doch die National- ökvnomen und Polittker der Entente bald auf seinen warnenden Rus hören, ehe eS M spät ist. Aber manche lvarten auf dieses Zuspät.... In diesem „blonden Lande", wie einmal ein deutsches Serien« find über Schweden schrieb, sind die Menschen vor jener inneren Heiterkeit, die der natürlichen Harmonie aus Arbeit und Lek «ns» genu.fi entspringt. Kaum eine Hauptstadt Europas fsiegelt in ihren lebendigen und steingewordenen Aeusterungen den Charakter eines Volkes so klar wieder wie die Hauptstadt Schwedens. Auch hier Tradition und Fortschritt in Eintracht beieinander. Die Entwicklung Stockholms seit dem Kriege ist von erstaunlicher Intensität. Am Kaiarinahissen herum sind Wolkenkratzer «mpvrgewachsen, die mit ihrer Höhe die früher sichtbaren stet en Felswände völlig verdecken. Wenn man über Skeppsholmen mit seinen vornehmen altschwedischen Kasernenbauten wandert und über das Wasser hinüber nach Södrrmalm sieht, glaubt man sich in die „neue Welt" versetzt. Die Entwicklung trägt amerikanische Züge, ohne dabst ihren schwedischen Charakter zu vrrlie en. Das Straßenleben wird von der M nge in Rudeln auftretender Automobile beherrscht. Aeberall erscheint das Tempo gestrige ck. Die bunten Trachten der Dalkul'or die früher oft das Bild belebten, sind leider verschwund n Dafür entschädigt eine gediegene Eleganz, die ihre Träger mit den festlichen Bauten der Stadt in übereinstimmenden Gleichklang bringt. Am Mälarufer haben sich die Stockholmer in den letzten Jahren ein Rathaus errichtet, dem sich an Eigenart und archt- tektonischem Feingefühl wenige Rathäuser der Welt zur Seite stellen- können. Es sind manch: Stilform m darin bereinigt, auch maurische und venetianische Anklänge. Aber der gewaltige Turm Mit dem flachen goldenen Helm ist von typisch schwedischer Art und hält das Ganze in einer monumentalen Geschlossenheit zusammen, die Erstaunen und Bewunderung erweckt. Es hat sich selten ein Dolkscharakter ein gleiches Ebenbild aus Stan geschaffen tote die Stockholmer in ihrem Rathaus am Mälarsee.... teben treten in feinen Aufzeichnungen vor uns hin, für Daus- ud . -Feldbau, SchiffaHrt, Handel und Gewerbe hat Hentz ein offenes I Auge, Somit haben seine Schilderungen in hohem Matze tultur» I geschichtliches Interesse. Aber er beobachtet nicht nur, er den.t auf feinen Wanderungen auch fortwährend nach. Politik und Religion interessieren ihn sehr lebhaft, die Ergebnisse le.neä 'Nachdenkens sind mit den Schilderungen seines Wanderlebens verwoben. 3m Jahre 1801 gelangt der vierundzwanzi i jähiiqe Mann nach Weimar und wird dort als Buchbindrrmcister setz- hast. Als Meister setzt er die Beschäftigung mit der Poldi. und der Religion fort, 1832 wird er Stadtverordnete, 1810 Landtags- abgevrdneter. Fortwährend war er schriftstellerisch tätig. 185b beschloß er sein tätiges Leben. Seine Firma besteht heute nach, das Geschäft wurde später sehr erweitert und wird heute von dem Urenkel geleitet. _ ic. . _ Wer sich für die Geschichte des deutschen Burgerstandes interessiert, wird nach diesem, Büchlein greifen, es ist unterhaltend und belehrend zu gleicher Zeit. H- -»• Eine Reise Lurch DeuLschlanL im Anfang des 17. Jahrhunderts. Graf Beugt Bengtsson Oxenstierna aus Dem berühmten schwedischen Geschlecht berichtet über seine Reise durch Deutschland, die er als Sechzehnjähriger begonnen hatte und die 51/2 Jahre währte. Das wertvolle Tagebuch über seine großen Reisen durch Len Orient war Jahrhunderte lang verloren, bis es Sven Hedin geglückt rst. Len Deutschland betreffenden Teil wider Erwarten iie Darmstadt zu entdecken. Einen interessanten Ausschnitt aus dem Tagebuch entnehmen wir mit Erlaubnis des Verlags Brockhaus dem neuesten Werke von Sven Hedin, „Verweh e Spuren. Orlen führten des Reise-Bengt und anderer Reisenden im 17. Jahrhundert". (Geh. G.-Z. 11.0, geb. geb G--Z. 15,0. Brockhaus, Leipzig), das die interessanten Reiseerlebnisse des schwedischen Grafen schildert, der feine Studienjahre in Deutschland verlebt hatte. Jeder Freund der Werke Hedins begrüßt diese neue Schöpfung Les berühmten Forschers, zumal Las Buch durch seine reiche Ausstattung mit seltenen, interessanten Abbildungen von Leut-« scheu und orientalischen Städten >md Personen ausgezeichnet ist. Auch jeden Freund von Memoirenwrrken und von Erzählungen aus alter Zeit wird das Werk aufs höchste befriedigen. Deutschland ist ein großes Land voll von mächtigen Fürsten- thümern. Trotzen mächtigen Städten, schönen Häusern, reichen und vielen Menschen, und .Ueberflutz von allem was Menschen zum Lebensunterhalt brauchen, einige Städte sind frei geworden von den Diensten, die sie dem Römischen Reiche zu thun hatten, einige haben ihre Freiheit mit geld gekauft und einige haben sich ihre Freiheit mit eigenem Vermögen und Macht angematzt. Ihre Regierung ist Aristocraticus, aber unter ihrem Rath und Magistrat ist ein großer Unterschied, die ganze deutsche Ration recognoscieret den Römischen Kaiser als ihr Haupt und Vorgesetzten und wird er von Sieben Churfürsten gewählet welches sind die Erzbischöfe von Meinh, Trier und von Eöln, diese drei sind für den Geistlichen Staat, der Pfal'graff, von Taxen und Markgraff von Brandeburg, diese drei sind für den Weltlichen Staat, der siebente ist der König von Böhmen aber er zieht kein Votum oder Stimme zu einer Kaiserwahl wenn nicht dreie von ihnen auf der einen und dreie auf der anderen Seite zusammen halten, so stimmet, er zu einem von beiden Teilen und trennet sie. 3n Deutschland giebt es mehrere Religionen doch zumeist Ewangelischr Ealuinische und Papistische. Es giebt viele Schiffbare Flüsse, wie z. B. Donaw, Rhein, Mein, Elffwan, Reckar und andere, auch viele Springende . Wasser und Quellen, und einige Warme bäder und Sauerbrunnen, welche sehr heilsam sind. Anno 1607 den 10. Augusts reifete ich aus Schweden und bestieg das Schiff in den Ostgvtischen Schären bei Rörkvpinq und kam nach Tramynde (Travemünde. D. Red), welches der Einlauf für Lübeck ist. das ist ein kleiner Flecken oder Stadt und hat ein Keines Blockhaus von Holz gebaut mit einigen kleinen Stücken darauf, von da nach Lübeck, welches eine Kaiserliche freie Reichsstadt ist von Ewangelischer Religion, und Aristokratischer Regierung, ist wohl befestiget mit Wällen Gräben und Mauern, ist Mächtig und reich, treibt großen Handel, hat Grotze und Schöne kirchen, insonderheit ist der Dom.eine Große schöne Kirche bann stehet S:tae Mariae Bild kunstreich und wohl in Marmel! ausgehauen, da ist auch in der Stadt ein großer Thurm darein Wasser auS fce*- Traffwe geführt und unter der erden in die Stadt geleitet wird, so daß in einigen Häusern Brunnen und Wasserkünste sind. In Linser Lieben Frauen Kirche ist ein Llhrwerck welches alle stunden und halben stunden mit Harmonia von Glocken einen Psalm finget, auf selbigem Llhrwerck sieht man auch den ganzen Himmelslauf, die Stadt ist die vornehmlichste unter den Hansestädten. Von Lübeck nach Möllen, ist eine kleine Stadt und ist unter Lübeck, dort liegt ällspegell begraben, von hier nach Lünebvrg ist ehre schöne befestigte Stadt ziemlich groß, da ist eine starke hohe Festung, so sie den Kalckberg nennen, auch ein vornehmliches Salz- Werk und in einer kirche ist eine Güldene Tafel, von hier nach HWesheim das ist ein Bischofssitz und gehöret dem Herzoge von Brunswick zu, dort hängt eine silberne Glocke in einem Kirch- thurm. Sodann auch nach Ccissell, dort hält Land Graff Moritz von Hessen Hof, ist eine schöne Stadt nicht sonderlich groß, von hier nach ©ißenba blieb ich Drei Vierteljahr, dort ist eine Ewan- gelifche Academia, ist auch ein kleines fürstliches Haus und die Stadt ist wohl befestiget, gehöret dem Landt Grast Ludwick von Darmstadt zu, von da nach Marpurg ist eine Ealuinische Academia, gehöret Land Graff Moritz von Castell zu, liegt auf einem hohen Berge, zog wiederum nach Gießen, vorr Metzen auch nach Fridberg, welches eine Stadt ist aber nicht befestiget. Dori, ist eine große breite Straße mitten durch die Stadt, und auf beiden feiten stattliche Wirthshauser, da der Reisende wohl traktieret wird dort wohnen auch einige Inden in der Stadt, von da auch nach FranckefurtamMeinist drei m eilen, welches eine berühmte große Stadt ist, sowohl wegen ihrer Mächtigkeit als auch Wege« der zwei Jahrmärkte (in welchen der ganze Europäische handel con- currieret) die alljährlich abgehalten werden, der eine vor Ostern, der andere um Michaelis, auch wird dort die Kaiserwahl abgehalten, sie liegt an dem Flusse Mein, ist etwas befestiget, ist auch Ewangelischer religion, hat viele schöne Kircher» und Häuser, insonderheit den Römmer welcher das Gewölbe ist, da die Kaufleute ihre vornehmsten Buden haben, es giebt auch viele Juden, die haben ihre eigene Straße, von da auch wieder nach Gieße n, von Gießen und Wetzlar, welches eine freie Stadt ist, ist halb Gwangelisch und halb Papistisch, liegt auf einem Berge, nach dem Warmen Bade, Weißbad benannt, ist eine kleine Stadt, da springet siedent heißes Wasser aus der erbe und ist so heiß, daß man ein Huhn darin abbrühen kann, das Wasser wird durch Rinnen in viele Häuser der Stadt geführet, welche mit Fleiß dafür gebaut sind mit kleinen Dämmen, wo sie beide, Männer und Frauenzimmer, baden können, wenn sie das Wasser in die Dämme laufen lassen so muß es drei Tage stehen und Abkühlen ehe man darin baden kann. Von hier auch nach Swalback welches ein großes Dorf oder Flecken ist, liegt in einem lustigen Thale berühmt für das ©auerbrunnenteaffer, welches da ist. sehr heilsam für allerlei Gehrest ; das Wasser springt aus der Erden und ist die Erde recht rot und das Wasser ist so kalt tote Eis daß man es kaum im munde halten kann, wenn man es erst aus dem Keller nimmt, dieses Wasser trinkt man nüchtern und dann muß man sich warm gehen. Bon Swalback zog ich nach Meintz, welches eine Chur- fürstliche und Erzbischöfliche Residenz ist, eine alte mittelmäßig große Stadt, nicht sonderlich fest, dort ist ein schönes Schloß und ein großer schöner Garten, welcher samt der Stadt direkt am Meinst rvm liegt, hat viele schöne Kirchen und Klöster die ganze Stadt ist Papistifch, da ist auch ein schönes Jesuviter Collegium, darin ist eine gewaltig große Bibliothek, in ihren Kirchen haben sie viele Heiligtümer die sie den Leuten mit großen Ceremonien zeigen, von da zog ich nach Franckefurt am Wein und so wieder nach Gießen und Cassell, vorr Cassel! auch nach Brunsswick, das ist eine große Stadt sehr bevölkert und viele Handtwerker, ist wohl befestiget mit Torn, Gräben, Bollwerken, Wällen und Mauern, hat viele große schöne Kirchen und Märkte, ist belegen in einer (großen Ebene, in der Stadt sind viele Brücken und ein Fluß durchziehet sie der heißt Onacer. Don Brunsswick nach Suneborg, Möllen, Lünebvrg und Lübeck wieder, von da nach Hamborg, welches eine großmächtige Handelstadt ist und sehr bevölkert, liegt an der Glffwe, ist trefflich wohl befestiget mit mauern, wällen, graben und Bollwercken, hat große Seefahrt in der Westsee. hat etliche schöne Kirchen und schöne Lusthäuser und garten, außen vor der wtadt. Bon Hamborg wieder nach Lübeck und nach Wißmar welches dem Herzog von Meckelbvrg zugehvret hat einen schönen Hafen, da ist normale großer Handel gewesen, aber jetzt ist fast keiner, von da auch nach Rostock welches eine mittelmäßig große Stadt ist und ist dort eine Academia. Sie wird fast wie eine freie Stadt regieret, ausgenommen einige Rechte so der Herzog von Meckel- borg sich Vorbehalten hat, die Stadt ist berühmt für das Bier das dort gebraust und in andre Länder ausgesühret wird. Don da ging ich nach Güstrow ist eine fürstlich Meckelburgische Hoffhaltung und ist eine kleine schöne Stadt und ein schönes Schloß, von da nach Waren ist eine kleine Stadt, und so na Franckefurt an der Ober, «ist eine lustige Stadt liegt an dem Flusse Oder, welcher sehr fischreich ist und da wüchset auch ziemlich guter Landwein, da ist ein schönes Gymnasium ober .Uniuerfitct, diese Stadt ist Ewangelisch und gehöret dem Churfürsten von Brandeburg zu, von da auch nach Breslaw Hauptstadt in dem Fürstenthum Slesingrn, welches eine große mächtige Stadt und wohl gebauet und der Fluß Oder läuft hindurch, liegt lustig hat schöne Häuser, und Kirchen unh vornehme bürg (—?—) und wird insgemein die Polnische Sprach« geredet, die meisten haben Etoangelische religion, von da nach Aeijtz ist eine alte schöne Stadt, ist meistens P-apistisch und hält Ertzherzvg Carl! seine Bischöfliche residentz dort, von da auch nach Trvppa ist eine Heine Stadt und gehöret dem Kaiser zu, von da auch nach Cracaw in Pvln. S'chrMeiiuna: Dr, Frieör, Wilh. Lange. — Druck und Verlag der BrM'fche« Aniv -BuL- und Steindrnckerek, R, Lanae, Gieße«.