rt i t t > it r t Eichener KnnillenblAter Unterhaltungsbeilage zum Siebener Anzeiger Jahrgang „2, Samstag, Oen 9. »ngnft “ nnmmerss Vaterland r,,«»9Iber ist nun eigentlich ein „Landstädtchen"? Der Grvta Ätzchund Lem^L Ernst Moritz Arndt. Aus hessischen Dörfern und Städtchen. Erwandertes und Erschautes von K A. (Schluß.) § -r ein GEman», und ist d^ E ta ZZbifö S Sauern. Aber der Bürger in den kleinen Landstädtchen ist Bür- g er, auch wenn er Landwirtschaft treibt. Dieser Bürger ist im ^v^schrittlich gestimmt, wie der Bauer kon- servativ ift. Man beachte, bäh es sich da um seelische Granta emstellungen handelt, nicht um politische Parteistellung Oft trifft fa zusammen. Aber nicht immer. Mi- es Bauerndörfer gib«, ^9STt£>nfe^at?i> nD* Sur Fortschrittsfahne schwof 5?48e em Revoluzzer war, so gibt es auch Bürgerst« dtchen, die heute konservativ wählen weil sie dort wirtschaftlichen und politischen Fortschritt am bL^treten glaLm Übrigm sind diese Städtchen durchaus nicht nach einer son^rn offenbaren sich dem liebevoll^ Beobachte Z^'^-zelcharaktere. Da sind zunächst die Aerren, stadtchen , Ltch, Laubach, Büdingen, Erbach i. O. u. a., in Denn für den Bauer gelten eure Bewohner alS wä^dt .rückständige Landbewohn^ ^ende und kalte Klügler aufgestcmden in Siefen Dagen die sprechen m der Nichtigkeit ihrer Herzen- Baterlandünd Frechett, leere Namen ohne Sinn, schöne Ät ml t Sa/a rtl9xn ßetort es dem Menschen Wohl geht, da ist sein Hf^H^sind Z dte Lme^LeZkr ^uf^KsauÄ I s'^stssch Ms Dovf^über WoTaiSS L^r^lte gerichtet und vernehmen nichts von dZ Mehkn bS “S 2M. Städtchen. Einfach und ^'saffch ütadteD Zo^r Mensch aber soll lieben bis in ta Ä ©tctot und Dorf entscheidet nicht die ZahllfonL ta B E von seiner Liebe mmmer lassen noch scheiden / Das I Exrrrrich dem Städtegründer hata wir in der G» wei? kbm ZJSZ Wisset, und kein tierischer Mensch, I sefernt: Gr lieh die sreiwvhnenüen deutschen Sauern SaUnnb TL-nUrL Darum, o Mensch, hast du ein ^Lehnte muhte in die Stadt ziehen. Ich v1?968 ®an6' «n geliebtes Land, eine Erde, wo- | M4' 68 Reffen so gegangen ist, glcmbs eigentlich rädst nad) deme Sehnsucht ewig dichtet und trachtet / Mo dir Gotte« i ®er ^ttta ist wahr an di^er Sache, nämlich dansicoin tew Men wo dir die Sterne des HimmM zuZt leuchk Leute sanden, die losgeM toZn ^m tS fefne ’ ShZZ ZZ Allmacht offenbarten E I IZZ'q Volk, Kramer, Handwerker, HemendiE setm durch die Seele bZ- nicht mchr in erster Qinte to ©nnS I, - «1 ^rebe, da ist dein Vaterlaich. / Wo das erste I E, bestarrd. Der Bauer brich dort, wo sein Acker laa OtrZZsiA9 ^?^nd über deine Wiege neigte, wo &etne I S^Ltonn '?1 Räuber sein Vieh wegtreiben und sein Haus niedA mZrZZ 3lolf Freuden auf dem Scho he trug und dein «Ber Me ©run&tgge seines Lebens, tat Acker, tonnte ZZ ta Weisheit ins Herz grub, Ta ist tarn fe? Mensch ihm forttragen. Diese anderen Leute ata Batten da ist dein Vaterland. / And seien es kahle Felsen und öde I !^ nert Rcker. Ihr Vermögen war fahrende Habe und wenn fönen Mühe dort mit dir, du muht das I Z ^9^Tt konnten sie betteln gehn Darum suchten^ taZ TrZlZ &e?n Z 5ift E Mensch und sollst nicht ver- | wo Mauern, und auf den Manern Wachts geffen, sondern behalten in Bernern Herzen. i dm Bürger schützten in ta Nacht und in Zeiten der Gefahr And sie brachten in die Städte etwas hinein, was sie arundleaenü schied vom Bauerndorf: tat Bürgersinn. Ich kann hier in d?sfer Z die tieferen Grundlagen dieses Unterschiedes emgehen, wir mögen uns damit abfinden, tast er da ist, uno5aA «L Merkmal ist, ta Dors und Städtchen scheide? Es gibt Städtchen mit überwiegend landwirtschaftlicher Bevölte- Iw e £nE> 3to I fernen Freund, seine nächsten Angehörigm, ja sein eigenes e I herzugeben als seinen Acker. Denn was soll er das Leben I " gg gißt einen und .Akadernikerstand" überhaupt nicht gior m» »m "‘’ÄTSSS'M« SojUltoju 6*f«fto^ TM foetfl ber Zwischendecker vom Ka;ütler? Was Ä&SÄ« A»^*’ *XK! M taÄrtSÄ« XäK SS-TÄÄ*“»*3 nl<6täSg'^ri wir uns angeglotzt, wenn uns die LangewÄte an die^chma?e Novize trieb. Neugierig trchp«tte,i Lre Damen Mt I SSfi» ff Ä 9^1^ Qlugen. .^^.. (Sehr, sehr nett, in der Tat), unter- | rttiZ die^andere während eine dritte mit erschrockenen Kmder- I aunra die der Verstellung noch nicht fähig waren, üLer unsere ein- Ä’ KTbtiäte, wo wir mit unseren bl«yernen Löffeln klap- | L?r< unser Essen aus den blechernen Schussern schöpften. I tittb bann meaeit sie wieder die steile Treppe hinauf PlaP- verich lachend, Scher wort gegen Scherzwort tauschend. Qln der Ä Te aber Arte sich das del iwch einmal nach serem Zwischendeck um — immer noch Len Schrecken in.den Etagen Da»« iSf® ich j.i c«. «ichl- D-wm h-ia» m-i»- Gl«-», dw>°« “iSÄÄÄÄ’tu™ «I-n ztnoitp Offizier die Säumige heran. Weg waren sie. 8 An diesem Tage lag ich sinnend neben d^m Kamrn mtf Deck und träumte Träumte von einer anderen Welt. Don einer aveu ienseits der Planke — von erschrockenen WadchenaugM vrm einem Drückenbauer, der zwischen beiden Deichen die Derbindungs- ?nsVge^inen song ein German sieden 1 Puösestvr" hießen. Es war ein böhmischer Älamerftimner, den I sMe amerikanisierten Kinder wieder in bw Ä^mat schickten. „Papa kann finden keine Work hier, Hatten sie gesagt, „uen er nicht die lcmguage uUL“ i ®ie lanauage" — das war das Englische. o .^._ laa auf dem Meere, fächelte so gut ums M«- I deck wie um die Kajütenplätze, machte uns gütig und sangesfrvh .. Um den dicken Karnin herum standen wir, lagen wir, plausch^ | tote Da stand der alte Klavierstimmer aus, Nmperte auf seiner Mi- ten das Schloß beansprucht. Das ^irgerrum^ &£r hat den Schutz der Kirche 5$^*^ ,ll.n A -^.^lichen Leben gestan- | ^rmativn mit lebendigem 2nte ess gleichartige. Derschie- \ den. Aber auch Charakter dene Lage und wirts^iftliche Entw g Y«i Interessant ist 1 ihrer Bewohner m verschiedene Bahne gei^ im kleinen JwHir Schotten, die Zentrale des Vogetsoerges. Stellung I ^das Vogelsberger XÄJM! wie Frankfurt für ^roßhessmi ^^entsprechend mehr und mehr Der Schottener Durger hat sich ^dem zwischen dem “Ä' Gastwirtschaften mit Stellungen -U^ ^fleute ihr regel» denen die von oder zur Messe zi ye Dörfer waren für mäßiges Absteigequartier hatten. f sich ganz von ihre wertvollen Frachten zu gefährdet sh I Mer Übst dieser Kranz von Kauf- teufe in ein solches StadtHen hi rag Städtchen wer- MC ÄÄ Ä««M b-«°°ltch-n kalisch gesprochen, ;rlre tzpottsucht. Und wenn I WiTS'Ä aber etwas ängstlichen ©emuteg. Stammtisch und | lerem Städtchen ein Paar s^ S^tb^r am Stamm ' - da machen sie aus S Samuel SÄÄTS' will, fragt der, «nd^ s° ne^bei. „Warst^du^ fD Tfft 'wohl rinn3r?um ^- Samuel kommt zum zweiten Geschäftsfreund. Sie sprechen E Zeitlang,^da^sagt^diefew Ast dirs nicht gut? Du siehst so blaß aus?! , _ (F^sAHtsfreund: nicht, das hat mir heut fdjon 3e| . {I man nicht an- .Siehst du, ich ginge doch zum Arzt, sowas Ion m Straße, S'-ä I lagt Samuels Wägelchen im Galopp m &te: 5mnf<Ö 9 fe* ein. Erstaunt und ahnungslos kommt dte Gattin enfeege^ .Bist ja schon wieder da?" Und er in keifenden Stmen .5a ou, ja du! Fremde Leute müssen einem sagen, daß man krank isi Zu Dutzenden gehen solche Spottgeschichten aus Hessenstad^ chen durchs Land Gewiß, der Bauer hat auch Humor aber 6m ch das mehr Aebenfache, im Grunde ist seine ^^'nnd zur tiefernst. Beim Großstädter ist der Humor zur Safem und zur Zote entartet. Diese innige Freude am fröhlichen Lachen die ist rechteigentlich Eigentum des Kleinstädters. . •ilnb nun da ich dies schreibe, halte ich das Dlatt in der Hand in dem' der Herr Schriftleiter zum ersten Male über meine Ausfährungen das Wort .Schluß" gesetzt hatte, nndich war doch ji _r *U/4sf fprtici QI6*ct nun töill id) tDtrflid)! Hindert karre und scherzte: Links und rechts, nebenbei Plätschert der große Hai... Alles lachte. Aber der Barbier aus Chikago Jagten Aein, Mister Muller nnih singen ein good German song, 9®abf®"M8T,ßieb, das der Deutsche immer singt, wenn e° besonders fröhlich ist: Ich weiß nicht, was soll eS bedeuten, Daß ich so traurig bin ... Und am Schlüsse sangen sie mit Me: der Professor, der SA» L , d-ÄÄlÄtWi« ÜKä — tai - l ? i i t T r t t I c n 0 r & rt I mir ttrtö öeärt unb tn $*a Sülle hinein, dir fi >pto bettet: „Oh nice, v gen es ein tR der Luft, :uS brandelts. übermorgen — ich schicke Schreien hat keinen Sinn straff ich, u... einer b Druck. • nichts. Sn der Dunkelheit glaubte l zu sehen, totetor stumme Fragen zu ^N'bchte siweSchlafstelle über mir. Es füllt mir Mts, daß er hie Hofmr anbehält, heute. Eben will ich rhn etwas fragen, da W hab' etwas liegen lasten droben," und kletterte aus dem Bett' vorbei an mir. , . . „ . Ich Holzschacht auf ein Zehntel Quantum herunterbrachte bis in fester Ballen war, fest und ftan wie Holz und von Eismi Ff umspannt Ich hatte an ein Band gerührt — „Mu! niachte undschleuderte die Finger. „Heist - was? T lachend, „ja, mein Herr, das ist der Druck, der ungeheure Das fiel mir alles scharf und deutlich ein in dieser weihen Macht, übernächtig stieg ich aus dem Bett:und recktemetnen HalS — der Farmer war schon aufgestanden, war schon oben. Ich sand ihn auf einem Haufen Taue sitzen. ..Cwten Morgen," sagte ich. , .. „Guten Morgen," sagte er und deutete mit dem Finger auf die Dome „Haben Sie die schon gestern hier liegen sehen? ^Jch"aucß nich. Die lagen gestern dort drüben und nicht Ich f^hr doch zusammen. Und dann sah ich> einen blankmr Aagelkvpf zwischen den Tauwindungen vom Fustboden Herauf- schbnmern — Werg lag umher, womit man Mihen stopft... Ja, ja," nickte der Farmer mit einem grimmigen Lachen, „eS ist schon so —". „Ja, aber warum löscht man nicht mit Wasser? Löschen Sie mal tausend brennende und glimmende Daum» wvllballen auf einem Schiff mit Wasser, Herr,' knurrte er. Mer gibt es denn kein Mittel, um zu — "otur eins - und das ist hier prächtig angewendet: Luken zU- genagelt und verdichtet, und vor allem — (hier hob er seine Stimme): Maul halten, Sie verstehen? Da tauchte hinter dem Berg von Tauen ein bleich Gesicht hervor — der Kellner vom Waldorf-Asttoa, der uns hier belauschte. Er warf die Arme in die Höhe und schrie: einem Satz war der Farmer an seiner Kehle und drückte sie ihn^u.^ murmelte eTj und, „rasch, rasch, zum Kapitän, ^"tzif^LdsPiel lief ich die K°mmarch°trm>pe!SinaustDa kam er schon herunter der Kapitan. Ich brachte tönW ort benwr. Wer am Glicht sah er mir s an, dah er mir folgen müsse E^Gott sei Dank — noch niemand war an Deck von unten. Mit einem fürchterlichen Dauerngriff hielt der Farmer noch immer den liegen — ich nicht." „ „Sie wollen doch nicht sagen," gebe ich zur Antwort, dah - Ä«n last ich mich — hängen last ich mich — und weiter ts," brummte er und sah mir scharf ins Angesicht beim ganner &te |X> und einen halben," sagte cr- gut - toenn töne Quft zukann, schwelt das Mag da drunten nur 8™ verstehen Sie — schwelt — und die Handvoll Leute von der Besatzung die drum wisten, können schweigen — verstehrm Sie schweigen- wie Sie auch, meine Heimen - guten Morgen!' And schon war et wieder an der Kommandobrücke. * SSerr im Himmel — das war ein Tag ... r, „ilo ist unser Freind, der Kellner?" fragte der Barbier cruS ^Ilützlich krank geworden " log ich, »hatte einen Anfall heute „ siegt tn der Isolierzelle — niemand darf zu ihm Hergefahren mit Pech und Schwefel — Darum in ei yBte&er' lachmwir alle, aber der Dauer aus Iowa schaut immer noch mißtrauisch auf die Luke und schnüffelt immerzu leise ^J^lah mich hängen," sagt er halblaut, „ich last mich hän- 9X1 Mer den Folgesatz blieb er schuldig. , . <. Die Ziehharmonika machte einen langen Schnaufer.und „Hm da - hm da - hm da" will der Tanz von vorn beginnt. Aber plötzlich poltern drei Menschen „...rick — rack — Kvmmandotreppe hermiter, schießen auf uns zu, verschwinden in *** war wieder der Matrose,« sagt einer von uns hinter dem letzten Quietschlaut der Ziehharmonika. „llnd der Erste Offizier," fetzt ein anderer hinM- sind der Kapitän," sage ich. Denn ich kannte den Kapitan. Ich öatte ihn schon oben an der Brüstung neben ton jungen Mädchen stehen sehen, neben der mit den großen AugM. Güte Weile ist es stumm. Ein Witz vom Kellner fallt ins Leere. Die Ziehharmonika quietscht nochmals schüchtern ... Hör auf mit dem Gequiekse," sagt der Professor und horcht «MsnbU Luke bin .Und wir alle horchen mit ihm. , Mf einmal kommen sie wieder heraus, alle b^tzwieaustor Pistole geschossen. Und der Kapitän mit fein«: breiten Brust ätnret wie eine Dampfmaschine, stellt sich vor uns hin und schreit rtÄtn’ ihr da he? Was gafft ihr da - habt ihr noch nie gehört, t>afi an der Schiffsmaschine eine Schraube locker werden ^M dann stapfen sie weiter, alle drei. Und wir sitzen da und schauen einander an. Keiner will zuerst was reden. Allright, uenn der Käptn himself sagt," meint endlich der Ä - r>m d-da- m«» di- 3W» Harmonika und zögernd kommt alles wieder tn die tonzendeBe- ^auna Die Fröhlichkeit schwillt wieder an wird noch starker - l^ter als vmher - als ob es irgendetwas zu betäuben gelte. , „ Da kommt der Oberaufwärter gelaufen. „Zu Bett," schreit er, „zu Bett!" Richtig, es ist elf Uhr und Schlafenszeit Me Leute stiegen in ihre Schlafstellen hinunter. Dor mir geht der Farmer aus Iowa. Ich last mich hängen - hängen last ich mich," murmelte er ÄetI/®irtto5e," Attest er hervor gegen den KaMän und wies nut feinem Kopf auf mich, „wir beide wissen, was da unten unter der Äe ist Hmn VMn Sonst weiß es niemand - ni«nand von ton PÄsagterefr- außer diesem Kerl hier, der das Maul nicht halten kann — der eben „Feuer!" rufen wollte und da hab ich ”,vaS'ÄÄi<»uä«. berausaezvgen und es dem Kellner in ton Mund gestopft. Blau- «I wa? to? arme Kerl im Gesicht. Es half nichts: hätten wir ihn freigegeben — im nächsten Augenblick hätte er das ganze Schiff aufgerufen mit seinem „Feuer — Feuer! r>n.fr.n„ Se fcklevvten wir ihn auf das Hinterdeck, da wo die Abson derungsMine für ansteckende Krankheiten stand — um wtd um ge- hnffiert da steckten wir ihn hinein, nahmen ihm den Knebel aus U Mundes nÄdE wll die Türe geschloßen hatten, worauf der Kapitän ihm nochmals unter das Gesicht trat , $. Sie sind krank — verstehen Sie — gefabrlich tranig rjöte bleiben hier, bis wir int Hafen sind — bis Übe Ihnen Essen - alles, was Sie wollen - Sch' * __ßb iDctöcn nicht nc&brt, mein ßicuctl „ » - | Und dann waren wir wieder draußen. Der Kapitan gab ton tor Kellner'aus dem Waldors-Astorta hatte Freibier auffahren „Wissen Sie," sagte er, „von der Kursdifferenz zwischen fremdem Geld und amerikanischen Dollars. Das konnte der Farmer Sowa nun wieder nicht verstehen. „Darum?" hob er au zu fragen. . • Ader plötzlich llappte neben ihm eine Bodenluke auf, Me, ! kg i» den Lagerraum führte, wo die TexaAamrMvlle har. Kreischend fuhr die Luke in den SchanierM herum. » » tofr teerte heraus - blitzarttg- schwang fef zur Kommandotreppe — alles so rasch daß wir fein Gesicht ächt tonnten. Profesior, und tot- &£ner machte wieder einen neuen Witz, und die Frauenzimmer Baten um einen neuen Tanz ... . .. - Auf einmal schnuppert der Farmer von Sowa mit der 2la,e — 182 — „Oh, ure schade — er hat immer gemkrft sogute jvkes — so gute Witze," „3a, und nur einen einzigen, der schlecht war," sagte ,ich, „und deshalb liegt er jetzt da drinnen." „Oh, usnn einer joke kranke? Oh, tat's itice — junger Mann, maken Sie auk jvkes, hahahahahah?“ „Nein," sagte ich, „das ist Ernst." „Oh, serr good — serr good — hahaha." Äm Abend wollten sie wieder Lieder haben. Aber ich sagte, ich sei so heiser. „Verdammte Ziererei," sagte der Koch, und stieb mit dem Fuße an den Seilhausen an. „Weist der Teufel," sagte er, „warum sie jetzt die Seile da mitten auf das Deck gelegt haben, diese Schafs köpfe — ah, Verzeihung —“ Er war mit dem Rücken an zwei Damen gestohen. Ich erschrak. Das war ja — Waud — das Mädchen mit.den großen Augen. Und ihre Mutter wandte sich zu mir und bat in fliehendem Deutsch: „O, wollen Sie uns heute abend ein paar deutsche Lieder singen — es ist das Festessen zu Ehren des Kapitäns — und wir wären sehr froh — wirklich sehr froh, wenn Sie Kommen würden." Ich war verwirrt. Ich sah auf Maud. Sie hatte ihre Augen niedergeschlagen. Dann kam mir der Rachmittag in den Sinn — wie ich, am Kamin angelehnt, in mein Avtizbuch einen letzten Brief ,an meine Lieben schrieb— wie ich an die letzte Flaschenpost dachte, der die Testamente und die Briefe im allerschlimmsten Falle anvertraut wurden — wie ich voll Gedanken mit den Absätzen meiner Stiefel gegen die Bretter klopfte, unter denen das Feuer glastet« und glimmte ... fingen —? jetzt —? „Rein," sagte ich entschlossen, „es tut mir leid, ich kann nicht fingen heute abend." „O, wie das uns leid tut — nichts für ungut.“ Das Mädchen mit den großen Augen hatte es gesagt und "mich voll angeblickt dabei. Hol mich der oder jener, dachte ich; aber wenn sie mich vorhin so angesehen hätte — ich hätte wirklich gesungen. Der grobe Schifsskoch hatte zugehört. „Brav," sagte er, „brav, daß Sie denen drüben keine Extrawurst braten wollen," und klopfte mir aus die Schulter. Bei dem „brav!" mußte ich wieder an den Kapitän denken, heute früh. Auf einmal kam der Oberaufwärter, suchte mit den Augen im Kreis herum, entdeckte mich und sagte: „Der Kapitän läßt Sie bitten." Mechanisch folgte ich ihm, und schon stand ich vor dem Kapitän in der Kajüte. „Och habe noch eine Ditte an Sie," sagte er, „singen Sie heute abend bei unferm Abschiedsesfen, fingen Sie —" „Aber —" stotterte ich. „Sie haben bewiefen, daß Sie rechtzeittg schweigen können — beweisen Sie nun auch, daß Sie rechtzeittg reden — daß Sie singen können, wenn es not tut.“ „Wenn es not tut?“ fragte ich erstaunt. „Ja," sagte er, „es tut not. Sehen Die, irgendwer hat unten den Kajüten Passagieren verbreitet, die Leute im Zwischendeck seien ganz verstört — es habe sich etwas ereignet — etwas, was das ganze Schiss betrifft — ich vermute, einer der Matrosen hat nicht ganz dicht gehalten — wenigstens nicht so dicht, wie wir bis jetzt das Feu... — ah, die glimmende Baumwolle da unten halten — und — nun, Die verstehen — wenn da heute, gerade heute abend, ein Mann aus dem Zwischendeck bei uns sänge — verstehen Sie — fröhliche Lieder sänge — dann wäre das Gerücht mit einem Schlag ersttckt — wäre alles gut — und morgen — morgen (Herrgott, wie hob sich seine breite Brust), wenn wir dann im Hafen! sind — ist alles gut — ist alles gut ...“ Er hatte bei den letzten Worten ins Leere gesttert. Plötzlich sah er mich scharf an. „Ich darf also auf Sie zählen? — In einer Viertelstunde — ich danke Ihnen — danke Ihnen herzlich.“ And wieder drückte er meine Hand, daß mir alle Knochen krachten. Drei Minuten später stöberte ich meinen Koffer im Zwischendeck durch, legte meine besten Sachen an, kämmte mich, bürstete mich — so gut ichs konnte ohne Spiegel... Und dann stand ich im großen Speisesaal. Es glitzerte um mich her. Wie blind war ich. Mein Lebtag war ich nicht aus einer sv feinen Abendgesellschaft gewesen. Leute schwirrten um mich her. Kein Wort verstand ich. Als jetzt der Kapitän auf mich zukam und zu mir vor allen Welt ein paar Worte sagte, wollte die blöde Befangenheit nicht von mir weichen. Ich ärgerte mich über mich selbst. Da sah ich, wie am Büfett vorne ein Auswärter Rum übet einen Riesenpudding goß — sah ich, wie die blauen Flammen leckten — in die Höhe leckten ... Unter meinen Dohlen fühlte ich es prickeln. „Ich und der Kapitän, wir wissen es von euch allen allein) hier in dem Saale, daß wir auf Flammen sitzen — wir — ihr alle, schoß es mir durch meinen Kopf. Und mit einem Male war ich völlig unbefangen — was hatte es für einen Sinn, vor Schristleitung: I. D.: Heinz Gorrenz. — Druck und Verlag bet der vornehmen Gesellschaft befangen zu sein, wenn die Flammen an den Füßen leckten ...? Frei blickte ich umher. Deutlich sah ich alle Köpfe an den Tischen. Unbestechlich sah ich in das Lichtgeflimmer. Sah ich aus die schillernden Kleider, auf die hastenden Kellner, auf den freundlich nickenden Kapitän — Da — ganz dicht vor mir — wie hatte ich es aber auch mtö übersehen können — faß das Mädchen mit den großen Augen und blickte mich an. Und dann fang ich frisch und fröhlich — drei Volkslieder, drei schalkhafte, schmetterte ich in den Saal hinein — und dann noch eins — und schließlich noch ein fünftes. Und es war ein freundliches Ricken und Klaffchen — und ein Danke schön und Maud stand auf mit ihrer Mutter und sagte ein Paar Worte — und der Kapitän stand auf und gab mir die Hand — gab mti5 fo fest die Hand und so lange, daß ich tuscheln hörte — und dabei war ich zurückgetreten, um zum Abschied noch ein letztes, ebl übermütiges Liedchen zu fingen. Plötzlich spürte ich ganz deutlich, wie meine Füße, wie meins Sohlen warm wurden — heiß wurden ... Um Gotteswillen! Das war doch! nicht das Feuer — das Feuer von den Baumwollballen, die da unten brannten — glimmten, wie der Kapitän sagte ... Jetzt spürte ich es brennend heiß — nein, da war kein Zweifei — der lang zurückgedrängte Ruf „Feuers — Feuer!“ kroch mtc langsam den Schlund herauf. Ich fing jetzt zu begreifen an, wie'- dem armen Kellner heute früh zu Mute war. Aber mit einem letzten Willensaufgebvt stopfte ich das Wort zurück — da ward mir schlecht — ganz hundeschlecht — ich faß noch, wie der Kapitän hinzusprang, mich aufsing, mit der Hand auf den Boden reichte — hörte, wie er mir ins Ohr flüsterte: „Aber es war ja nur die Heizung — die.Luftheizung, aus ,6er Sie standen ...“ Und dann schwanden mir die Sinne. Als ich wieder wach war, fand ich mich in einer sonderbaren Lage: zwei Männer trugen mich, angeSetbet, wie ich war, die lange Schiffstreppe herunter. Einer hatte mich am Kopfe, der andere an den Füßen. „Gott sei Dank,“ sagte der eine, als ich die Augen auffchlug, „Gott sei Dank, daß Sie aufgewacht sind — wir sind fast die letzten." „Was — die letzten?" fragte ich und fühlte mich wieder völlig munter. Da stellten sie mich auf die Erde und hielten mich. Und ich sah die „Patria" vor mir, die im Hafen lag. Und ein Gebraus« ist im ganzen Hafen. Dicht gedrängt stehen die Menschen und sehen alle auf die „Patria". Und die Feuerwehr ist auf gefaßten mit mächtigen Spritzen und Schläuchen, die fie alle auf das Schiff "gerichtet halten, aber ohne daß sie spritzen — ohne daß sich auf dem Schiffe auch nur die kleinste Flamme bemerken läßt. Und nochmals sehe ich das Schiff entlang und entdecke den Kapitän, neben sich einen Mann mit dem Feuer Helm. „Also sind wir nicht die letzten," will ich sagen. Und mit einem Male kommt mir die Erinnerung an all das Schreckliche zurück, an das Feuer unter den Füßen, an die Lieder, die ich sang, während es im Schiff schwelte ... »Da — jetzt haben sie die Luke ausgehackt!“ sagte einer neben mir. Und ich sehe, wie vom Schiffe eine Flamme, eine Riesenflamme in den Himmel schießt. Mutter. Es gibt ein Wesen, das alle Schmerzen lindert, alle unheilvollen Härten mildern kann: die Mutter! Gott gab sie uns, um mit ihren keuschen Küssen einen Tropfen Honig in den Wermut des Lebens zu träufeln; Gott sandte sie an unsere Wiege, damit, wenn wir die Augen öffnen, die Flügel ihrer Liebe uns all das Dunkel des Horizontes verhüllen, dem wir entgegengehen, um in ihm zu kämpfen und uns den Tod zu erobern. Gott wollte, daß ihre Hände die unfrigen zum ersten Gebete falten, und daß jßr Lächeln die .Morgenröte der Unendlichkeit unserer Hoffnungen sei. Sie ist die Tugend, die Barmherzigkeit, der bessere Teil des Herzen-, der wehmutsvolle Laut der Seele, das unsterbliche Kleinod der Unschuld, das selbst unter der Heuchelei und den Verstellung-» fünften des rohesten, brutalsten EharakwrS noch immer Vorhand«! bleibt. Wenn ihr eine gute Regung in eurer Brust.fühlt, das Verlangen, eine Träne zu trocknen, einem Unglücklichen beizustehen, euer Brot mit dem Hungrigen zu brechen, euch in Hen Tod zu stürzen, um das Leben eueres Rächsten zu retten ... .blickt euch vsi, und ihr werdet gleich einem Schutzengel, der euch den,Gedankeü des Guten eingibt, — den geliebten Schatten euerer Mutter an euerer Seite finden. Die Vernunft, die Bücher, die Schulen, ßez Vater geben uns die Ideen; die Gefühle flößen und .immer die Mütter ein; die Mütter find eS, die den Aharakte« bilden. Willy R e e s e - Weimar. Drühl'fchen Univ.-Buch- und Steindruckersi, R. Lana«. Gießen.