1923 Mi :v-< iäW , |r M« fei anberte sichln S« Sende technrk nichts, Die Aufnahme der so- genannten Knarrfunken war höchst unbequem, da. sich im Gnipfangs- teleph-on nur <,isch- oder Rausch-- oder Knackgeräusche bemerkbar machten, Die eine Unterscheidung der Signale verschiedener Sender atmosphärischer Störungen unmöglich machten. ^^^tchr Versuchs diese Nachteile zu beseitigen, führten zu keinem brs es endlich dem Professor Wien aelang, durch Verwendung der svgenmrnten Steherregung, bei welcher statt einer langsam abbrennenden Funtei'.strecke eine rasch zur Löschung ae- Entladung angewendet wurde, die TelegraPhierzsiH«r «&, M hörbar zu machen. Auf diese verschiedenen VinzeMAsn wird weiter unten naher erngegangen ftxtr&ert. „ Besondere Schwierigkeiten war«, ferner beim Empfang äu rrberwinderr. Da LaS Telephon auf Grund feiner Trägheit und mehr noch das menschliche Ohr vollkommen :rnempstndstch gegen ole hochsrequencen Schwingungen ist, die bet einer Funkenentladang auftcetat, f» must man, um elektrische Schwmqrmgeu wahrnehmbar zu machen, ein Hilfsmittel emschaltLn, welches in einem langsameren Seny?o registriert. Me erste Vorrichtung für diese Ztvecke ivar der fogenamtteKohärer, welcher im Prinzip auS einem Metaw- tzul^f UM welches zwischen zwei Elektroden eingebracht ist, An die Elektroden tft ein Stromkreis mit besonderer Batterie an- geschlossen, welcher ein Telephon öderem anh>res elektromagnetisch wirkendes ReM» enthält. 3m Avrmalzustanö ist der Widerstand des MetallpulverS so grvtz, hast kein wirksamer Strom durch da« Telephon oder das Relais verläuft. Sobald jedoch elektrische Wei» len von hoher Frequenz auf das Metallpulver zur Sinwtrkrmg ormnen, schweißen oder „feiltet” sich die Pulverkörner zusammen und vliöen eine leitende Verbindung, welche eine Anzeige anrTele- Phon oder Relais gibt. Gin Vellopfen des Kohärers löst dann die metallische Dekwngsbrücke im Metallpulver und der Kohärer ist zum neuen Empfang elektrischer SHwmgimgen bereit, Ein solcher Kohärer wirkt also in der Weise, dah er bei jeder Funkenentladun°.-S 6er Weltkrieg zum erstenmal die Probe auf die allgem eins Brat'ckbarkeit der drahtlosen Telegraphie stellte. Die Verhältnisse, £S die einzelnen Nationen in den Kmeg traten waren vurckaus verschieden. In England, Frankreich und n^ mehr n deii Vereinigten Staaten war die Betätigung auf dem Vadtogebtet jedem freigestellt. Es fanden sich infolgedessen in dteseiteLandern Lausende, 'wenn nicht Hunderttausende von Amateuren, welch- a reiner Liebhaberei sich mit der Materie vertraut gLmacht hatten. Diese benutzten naturgemäß die sich im Kriege biegende gelegen beit ihr Können zu zeigen und strömten in Scharen freiwillig zur' Front, wobeisie teilweise sogar selbstangefertig e ApPa- rate verwendeten. In Deutschland Ivar durch die Bestimmung des Telegraphengesetzes die ^.schaftlgung der drahtte^nDcle- araphie nur den wenigen auf diesem Gebiet tätigen Firmen uns Lea Angestellten derselben in dem Rahmen der Ftrma gestasteft Bei der Schwierigkeit der Materie war es dann trotz besten Willens nicht mehr möglich, während der Kriegszeit «nere genügend großen und brauchbaren Stamm von Leuten ausza bilden die in der Lage waren, die Radistelegraphie so ausgu- nutzen' wie es diese Technik an sich gestattet. Ev sind dem deutschen Volke ganz außerordentliche Schädigungen aus drr.em Mangel an Aadivamateuren entstand^, über Oie, tm einzelnen au sprechen zu weit führen würde. Gin allgemeiner Gesichts- wmkt läßt hier bereits die Dichtigkeit der .-Behauptung erkennen. Bekanntlich hängt die Leistungsfähigkeit einer -^'uppe und auch einer Heeresleitung in erster Linie von ,der SchneMkeit d^ Nachrichtenaustausches während der Kampchandlang ab. -.a us« apparate in vorderster Stellung gaben denn Feind: die Mogloch- teit, jede Wahrnehmung und . dergleicyen, innerhalb, ,weniger Sekunden rückwärts zu melden, während ein.Kurierdienst tme O- aus deutscher Seite vorzugsweise Anwendung fand, für gleiche Mengen Stunden verbrauchte und viel, seltener durchgefuhrt werden konnte. Die deutsche Industrie und die Heeresleitung haben gegen Ende des Krieges die größten, .Anstrengungen gemacht, Geräte herauszubringen, die der Bedienung eines wenig sachverständigen Personals zugänglich waren. Naturgemäß tonnte aber ein Ausgleich an die Derhältmsse auf der Seite des Feindes nicht erreicht werden, wo noch begünstigend die Latsche hinzukam, daß bei Ausscheiden eines Funkers sofort aus den Reihen der Grabenoesatzung Ersatz zur stelle war. 'Bedenkt man, daß alles dies einzig und, allein Darauf zurückzuführen ist, daß ein Radioamateurwesen j.n Den!sch.and behördlicherseits verboten war, so müßte man annehmen daß nach dem Kriege schleunigst hier eine Aenderung eingetreten Ware. Genau das Entgegengesetzte ist der Fall. — Vor alten ‘ote Feindesstaaten haben in der Zeit nach dem Kriege in der Radiotechnik eine Entwicklung durchgemacht, für dm selbst den Ein- aeweihtesten in Deutschland volle Uebersicyt „fehlt. Man wurde in Deutschland auf die dortige Entwicklung überhaupt erst aufmerksam' als im Jahre 1922 mehr oder weniger berechtigte Händler in Deutschland erschienen und alles, vxrs nur wie ein Funkgerät aussäh und sich hierfür zu eignen schien, aufkauften: Nachforschungen ergaben den inneren Zusammenhang. Durch die Entwicklung der drahtlosen TeiegraPhie wahrend des Krieges waren Apparate ausgebildet worden, welche bei einfachster Konstruktion die Möglichkeit gäben, einen Lelephonte- verkehr 'in höchster Vollkommenheit drahtlos durchzufuhren. Wiederum waren es die Amateure, die hieraus zunächst Witzen zogen, indem eine Anzahl kleiner Telephoniesender und Empfangsstationen von diesen gebaut und in Betrieb gesetzt wurden. Die Industrie war tüchtig genug, die sich bietende Chance sofort mit allen Kräften auszunutzen. Lind es entwickelten suo Verhältnisse, die man kurz unter dem Namen „Broad-Casting- Bet rieb" bezeichnet. Dieser besteht darin, daß Nachrichten der verschiedensten Art, wie Kvnzertvvrträge, Reden usw d'-obtlos entsendet werden, um Fernwohnenden von diesen Mitteilung zu geben. Allein im Staate Neuyork sind im Frühjahr 1922 über 1 000 000 solcher Droad-Easting-Em Pfanger n Betrieb gewesen. Mangels jeder behördlichen Vorschrift ent» fand nach kurzer Zeit ein völliges Durcheinander und jetzt erst »ielt es die Negierung für erforderlich, Bestimmungen für die drahtlose Telephonie herauszugeben. In welcher Weise diese De- iimmungen vorgenommen wurden, läßt erkennen, wie weit die Sachkenntnis und Einsicht der Behörden ging. Weit entfernt davon, den Brvad-Casting-Verkehr einer hemmenden amtlichen Kontrolle zu unterwerfen, beschränkte man sich in den 11. S. 21. einzig und allein daraus, ein Wellenbereich festzusehen, der von dem Droad-Casting benutzt werden durfte, während Bestimmungen für den Cmpsang gänzlich vermiedeii wurden. Die Auswirkungen derartig segensreicher Verordnungen sind heute ersichtlich. Das Durcheinander des Anfangs verschwand ganz automatisch und führte zu einer Regelung des Betriebes, welche das höchste Lob für die Industrie und für die Amateure bedeutet. 2lus drahtlosem Wege gibt man dem Landmann Berichte über Wetter usw., den Kindern erzählt man auf drahtlosem Wege zur Schlafenszeit Märchen und verbindet diese Erzählungen mit erzieherischen Momenten. Den artigen Kindern vermögen die Eltern Lob und Anerkennung zukommen zu lassen, während unartige Kinder statt der erwarteten IckSnen Erzählung eine Strafpredigt vernehmen, deren Wirkung um f^naMicklicher ist, als hie Worte im wahrsten Sinne vom Himmel kommen. Erwachsene finden ihre Freude cm musMlischen Darbietungen der verschiedensten Art von Opernvortragen bis zum Keimkonzert oder einem Hazzbandorchester oder Zerstreuung oder Belehrung an wissenschaftlichen oder unterhaltenden Vorträgen. Nickt ganz so vollkommen, aber doch auf gleich Bretter Nasis steht der Broad-Easting-Verkehr in den meistm Kulturstaaten Selbst kleine Staaten des mittelamerikanischen Konuneats eilTpm nocb freute in feinet Kultur \st vorgeschiie- benen Forderungen genügen. Diese Forderungen werden unter Berücksichtigung der den Großfarmern gehörigen Patente so Kau» futtert werden, daß praktisch selbst dann wenn der Wumch vorliegt oder wenn es der Wortlaut der Verordnung gestattet, andere Firmen als die Dertragsparttier nicht tu die Lage kommen Apparate bauen zu können. Die Post selbst soll nach den vorhandenen Informationen den Einbau der Empfangsstationen vornehmen, wodurch der Bezug solcher Sl.atio!mn eme Höhe erreicht, die eine allgemeine Einbürgerung unmöglich macht. " Einsichtige Kreise sind bei der Arbeit, die Monopolgefahr un Radio-Amateurbetrieb zu durchkreuzen, ©men Zusammenschluß aller an dem Radivbetrieb interessierten Kreise Ersuch, der unter der Lügdes bekannten Wissenschaftlers DrNesper sehende deutscke Radio-Club; eine Zusammenfassung aller Fabrikanten bildet der Verband der Radioindustrie, der ferne Mttgltederschaft jedoch nicht auf Fertigfabrikanten beschrankt, sondern^uliefer^tM und Fabrikmiten von Teilgeraten, sowie die Hersteller von Rohmaterialien und die Exporteure und Grossisten umfaßt. Millionen und «bei- Millionen von Arbeitern und Angestellten wur^n bei einer sinngemäßen Entwicklung der Radio,echntk Arbeit und Ver dienstmöglichkeit finden. Gewaltige^ Kapitalien konntet nutzbrtn- aend in die Bewegung gestellt werden. Ganz abgesehen von ute fem wirtschaftlichen Faktor, mutz auch auf die bringen^ A° wm- digkeit hingewiesen werden, für Deutschland den W^ offen zu halten, der/wie kein anderer, für die Verbreitung der wertvollsten Kulturgüter berufen und geeignet ist. Die Fran und die Landschaft. Von Stefan Zweig*). Es war in jenem heißen Sommer, der durch Regennvt und Dürre verhängnisvolle Mißernte im ganzm Lande verschuldete und noch für lange Jahre im Andenken der Bevölkerung gefürchtet blieb Sckon in den Monaten Juni und Hut.waren nur verem- zelte flüchtige Schauer über die dürstenden Felder hingestreift, äber seit der Kalender zum August übergeschlagen, fiel uterhaupt kem Tropfen mehr, und selbst hier oben, m dem Hochtale Dtm)ls, wo H, wie viele andere, Kühlung M finden gewähnt hatte, glühte dw Luft safranfarben von Feuer und Staub. Frühmorgens schon stamste die Sonne gelb und stumpf wie das Auge eines Fiebernden vom leeren Himmel auf die erloschene Landschaft und mit den steig^den Stun- den quoll dann mählich -in weißlicher druckender Dampf aus dem messingenen Kessel des Mittags und uberschwulte das trat. Allmählich erstarb in dieser sinkenden Welt welkender Pflanzen, hinsckmachtenden Laubes und versiegender Bache auch innen alle lebendige Bewegung, müßig und träge wurden die Stunden Ich Die die andern, verbrachte diese endlosen Tage fast nur mehr tm Zimmer, halb entkleidet, bei verdunkelten Fenstern, in einem willenlosen Warten auf Veränderung, auf Kühlung, in einem stumpfen, machtlosen Träumen von Regen und Gewitter Und bald wurve auch dieser Wunsch welk, ein Brüten, dumpf und willenlos wie das der lechzenden Gräser und der schwüle Traum des reglosen, dunfl- umwölkten Waldes. _ Aber es wurde nur noch, heißer von Tag zu wag, uns oer Regen wollte noch immer nicht kommen. Ich hatte htnausgeyen *) Von Stefan Zweig ist vor einiger Zeit im Insel-Verlag (Leipzig) ein Band „Novellen einer Leidenschaft er schienen, denen wir die vorliegende mit starken Kurzungen entnehmen; sie soll Zeugnis ablegen von der starten Kunst dre^s Dichters, Stimmungen fesizuhalten, geschlossene lebenspiuhende Erzahlungea hinzuwerfen, die in ihren Motiven freilich oft ins Absond^üche hineingreifen und nicht restlose Befriedigung S'nterlassen Dafür sind es „Novellen einer Leidenschaft". Die plötzliche Retzbartet, die einem Menschen zu überfallen vermag uns ihn aus dem Geleise bringt, steht im Vordergrund der Geschichten, von denen sie Eingangsnovelle „Amok", nach der das Buch genannt ist, ue er schütterndste ist. — 99 auf, die Wand der Wolken löste sich mählich, leise polternd rollten ie weiter. Wie von Wut lief noch ein leifeS, letztes Zittern durch sie Bäume, sie beugten und krümmten sich, dann aber fielen die Laubhände, die schon gierig aufgereckt waren, schlaff zurück, wie tot. Immer durchsichtiger ward der Wolkenflor, eine böse, gefährliche Helle stand über der wehrlosen Welt. Es war nichts ge- cheheu. Das Gewitter hatte sich verzogen. Ich zitterte am ganzen Körper. Wut war es, was ich fühlte, eine sinnlose Empörung der Ohnmacht, der Enttäuschung, Les Verrats. Ich hätte schreien können oder rasen, eine Lust kam mich an, was zu zerschlagen, eine Lust am Bösen, Gefährlichen, ein sinnloses Bedürfnis nach Bache. Ich fühlte in mir die Qual der ganzen verratenen Natur, das Lechzen de" kleinen Gräser war in mir, die Hitze der Straßen, der Qualm des Waldes, die spitze Glut des Kalksteines, der Durst der ganzen betrogenen Welk. Fast körperlich begann dieser Brand in mir zu werden, und als ich jetzt mit den Fingern nach dem Holz der Tür griff, knisterte es leise unter ihnen wie Zunder, brenzlig und trocken. Der Gong lärmte zur Abendmahlzeit. Ich ging hinein in den Speisesaal. Die Leute saßen schon an ihren kleinen Tischen. Sie sprachen leise, aber doch, mir war es zu laut. Denn mir ward alles zur Qual, was an meine aufgereizten Nerven rührte: das leise Lispeln der Lippen, das Klirren der Bestecke, das Rasseln der Teller, jede einzelne Geste, jeder Atem, jeder Blick. Alles zuckte in mich hinein und tat mir weh. Ich mutzte mich bemeistern, um nicht etwas Sinnloses zu tun, denn ich fühlte eS an Meinem Pulse: alle meine Sinne hatten Fieber Ich versuchte einen Bissen, vermochte aber nicht, ihn hinabzuwürgen. Neben mir rückte ein Sessel. Ich fuhr aus. Jeder Laut streifte jetzt an mich wie heißes Eisen. Ich sah hin. Fremde Menschen faßen dort, neue Nachbarn, die ich noch nicht kannte. Ein älterer Herr und seine Frau, bürgerliche ruhige Leute mit runden gelassenen Augen und kauenden Wangen. Aber ihnen gegenüber, halb mit dem Rücken zu mir. ein junges Mädchen, ihre Tochter offenbar. Nur den Nacken sah ich, weih und schmal und darüber wie einen Stahlhelm schwarz und fast blau das volle Haar. Sie sag reglos da, und an ihrer Starre erkannte ich sie als dieselbe, die früher aus der Terrasse lechzend und aufgetan vor dem Regen gestanden wie eine weiße, durstende Blume. Ihre kleinen, kränklich schmalen Finger spielten unruhig mit dem Besteck, aber doch, ohne daß es Hirte; und diese Stille um sie tat mir wohl. Auch sie rührte keinen Bissen an, nur einmal griff ihre Hand hastig und gierrg nach denr Glas. Oh, sie fiihlt es auch, das Fieber der Welt, spürte ich beglückt an diesein durstigen Griff, und eine freundliche Teilnahme legte meinen Blick weich auf ihren Nacken. Einen Menschen, einen einzigen Menschen empfand ich jetzt, der nicht ganz ab- geschiede-n war von der Natur, der auch mitglühte im Brande einer Welt, und ich wollte, datz sie wisse von unserer Bruderschaft Ich hätte ihr zuschreien mögen: „Fühle mich doch! Fühle nach doch! Auch ich bin wach wie du, auch ich leide! Fühle mich! Fühle mich! Wit der glühenden Magnetit des Wunsches umfing ich sie. Ich starte in ihren Rücken, umschmeichelte von ferne ihr Haar, bohrte mich ein mit dem Blick, ich Ivies sie mit den Lippen, ich pretzte sie an, ich starrte und starrte warf mein ganzes Fieber aus, damit sie es schwesterlich fühle. Wer sie wendete sich nicht um. Starr bl reo sie, eine Statue, sitzen, kühl und fremd. , Das Diner war zu Ende, die Leute standen lärmend auf: auch meine Nachbarn erhoben sich und gingen an mir vorbei. Der Bater zuerst, gemächlich und satt, mit freundlichem, lächelndem Blick, dann die Mutter und zuletzt die Tochter. Hetzt erst sah ich ihr Gesrcht. Es war gelblich bleich, von derselben matten, kranken Farbe tote draußen der Mond, die Lippen waren noch immer, wie frühes halb 'geöffnet. Sie ging lautlos und doch nicht leicht. Irgend etwas Schlaffes und Mattes war an ihr, das mich seltsam gemahnte an das eigene Gefühl. 3n diesem Augenblick sah sie mich an. Starr und schwarz stieß ihr Blick in mich hinein und blieb in mir festgehakt, tief und saugend, datz ich nur ihn spurte, iyr helles Gesicht darüber entschwand und ich einzig dieses dusternds Dunkel vor mir fühlte, in das ich stürzte wie in einen Abgrund. Sie machte noch einen Schritt vor, aber der Blick ließ mich nicht los, blieb in mich gebohrt wie eine schwarze Lanze, und ich spurte sein Eindringen tiefer und tiefer. Nun rührte seme Spitze bis an mein Herz, und es stand still. Gin, zwei Augenblicke hielt: fleifo den Blick an und ich dm Atenr, Sekunden, wahrend derer ich mich machtlos weggerisseii fühlte von dem schwarzen Magneten dieser Vuville. Dann war sie an mir vorbei, And sofort fuhlle ich mem Blut vorstürzen wie aus einer Wunde und erregt durch den ganzen Was^— was war das? Wie aus einem Tode wachte ich aus. War das mein Fieber, das mich so wir machte, datz ich im fluch- tiaen Blick einer Vorübergehenden gleich ganz mich verlor? War es mein Wahnsinn, war es der der Welt? Ich war erregt und wollte Antwort wissen, und so ging ich ihr nach In Me ^He Sle hatte sich dort niedergeseht neben ihre J” einem Fauteuil. .Unsichtbar war der gefährliche Blick unter den verhängten Lidern. Sie las ein Buch, aber ich. glaubte ihr nicht, datz sie lese. Ich war gewiß, datz, wenn sie fühlte wie ich, wenn sie litt mit der sinnlosen Qual der verschwülten Welt, daß sie nicht rasten könnte im stillen Betrachten, datz dies ein Verstecken war ein Verbergen vor fremder Neugier. Ich ^lste nuch gegmr- mS und ftarrtefie an. ich wartete fiebernd auf den Blick, der mich wollen kn den Wald, wo Schatten Mau zwischen den Baumen zitterten, um dort zu liegen, um nur diesem gelben, beharrlichen Blick der Sonne zu entgehen; aber auch diese wenigen Schritte schon wurden mir zu viel. Go blieb ich fitzen auf einem Rohrsessel vor dem Eingang des Hotels, eine Stunde oder zwei, eingepretzt in den schmalen Schatten, den der schirmende Dachrand tn den Kies Da auf einmal war mir, als ob durch die Natur ein Atem ainae, leise, ganz leise, als ob ein heißer, sehnsüchtiger ^ufzer slch aufhübe von irgendwo. Ich raffte mich empor. War das nicht Wind? Ich hatte schon vergessen, wie das war, zu lange hatten die verdorrenden Lungen dies Kühle nicht getrunken,. und noch fftblte ich ihn nicht bis an mich heranziehen, eingepreßt tn meinem Winkel Dachs chatten; aber die Bäume dort drüben am Hang mutzten eine fremde Gegenwart geahnt haben, denn mit einem Wale begannen sie ganz leise zu schwanken, als neigten sie sich flüsternd einander zu. Die Schatten zwischen ihnen wurden un- rubig Wie ein Lebendiges und Erregtes huschten sie hin und her, und plötzlich hob es sich auf, irgendwo fern em tiefer schwm- Eder Ton. Wirklich: Wind kam über die Welt, ein Flüstern, em Wehen und Weben, ein tiefes, orgelndes Brausen und letzt ein stärkerer, mächtiger Stoß. Wie von einer iahen Angst getrieben, liefen plötzlich qualmige Wolken von Staub über die Straße, alle in gleicher Richtung, die Vögel, die irgendwo im Dunkel güagert Hatten, zischten auf einmal schwarz durch die Lust die, Pferde schnupperten sich den Schaum von den Nüstern, und fern im — ale Ich zitterte vor Erregung. Mein Blut war von dm feinen Stacheln der Hitze aufgereizt, meine Nerven knisterten und spannten sich, nie hatte ich so wie jetzt die Wollust des Windes geahnt die selige Lust des Gewitters. And es kam, es zog.heran, es schwoll und kündete sich. Langsam schobder Wind weiche Knäuel von Wolken herüber, es keuchte und schnaubte hinter den Bergen, als rollte jemand eine ungeheure Last. Manchmal.hielten die,e schuau- benden. keuchenden Stöße wie ermüdet wieder inne. Dann zitterten sich die Dannen tangfam still, als ob sie horchen wollten, und mein E^^Aber Hchon"amen sie, von unsichtbarer Hand geschoben, träge herangedunkelt, runde, wulstige Säcke und man sah: sie waren schwer und schwarz von Regen, denn sie polterten murrend wie feste wuchtige Dinge, wenn sie aneinanderstietzen, und manchmal suhl' ein leiser Blitz über ihre schwarze Flache wie ein dnstern- M Streichholz. Blau flammten sie dann auf und gefährlich, und imitier dichter drängte es sich heran, immer schwarzer wurden si° an ihrer eigenen Fülle. Wie der eiserne Vorhang eines Theaters senkte sich allmählich bleierner Himmel nieder und nieder. Vch hörte hinter mir die Menschen herumeilen aus dem Walde.kamen tte aus der Tür des Hotels, von allen Seiten fluchteten sie, die Dienstmädchen liehen t>te Rolläden herunter und krachend die Fenster. Alles war plötzlich tätig und aufgeregt, rührte sich, be- E^^rw^ich^au?'einmal knapp hinter mir einen Seufzer, stark aufbrechend aus gequälter Brust und noch nut ihm flehentlich verschmolzen das sehnsüchtige Wort: „Wenn es doch nur schon regnen wollte!" So wild, so elementar war diese Stimme, war di^er Stoß aus einem bedrückten Gefühl, als hätte es die durstende Erde selbst gesagt mit ihren aufgesprungenen Lippen, die gequälte, erdrosselte Landschaft unter dem ?l^ruck des Himmels Ich wendete mich um. Hinter mir stand em Mädchen, baä offen fair die Worte gesagt, denn ihre Lippen, die blassen und fein geschwungenen, waren noch im Lechzen aufgetan, und ihr Arm, der- sich an der Tür hielt, zitterte leise. Nicht zu mfir hatte sie gesprochen und zu niemandem. Wie über einen Abgrund bog sie sich in die Landschaft hinein, und ihr Blick starrte sP^llos hin- aus in das Dunkel, das über den Tannen Heng. Er war schwarz und leer dieser Blick, starr als eine grundlose Tiefe gegen den Himmel gewandt. Nur nach oben griff seine Gier, griff tief tn Me geballten Wolken, tn das überhängende Gewitter, und an mich rühtte er nicht So konnte ich ungestört die sremde betrachten und sah wie ihre Brust sich hob, wie etwas würgend nach oben jschütterte, tote jetzt um die Kehle, die zartknochig aus &em offenen Kleide sich löste, ein Zittern ging, bis endlich auch die Lippen bebten dürstend sich auftaten und wieder sagten: „Wenn es doch nur schon regnen wollte" And wieder war es mir Seufzer der ^^Etwws zffchte^le^neben mir ins Gras. ®itmis Pickte hart stuf dem Gesims. Etwas knirschte leise im heißen Kies. Aeberall toar plötzlich dieser leise surrende Ton. And plötzlich begriff ichs, daß dies Tropfen waren, die schwer niederfielen, die ersten verdampfenden Tropfen, die seligen Boten des rauschenden, Nhlenden Regens. Qh, es begann! Es hatte begonnen^ Eine Veraeffenbeit eine selige Trunkenheit kam über mich. Ich war wach wie °nie 2ch Wrang vor und fing einen Tropfen in der Hand Schwer rmd kalt klatschte er mir an die Finger. Aber seltsam. die Tropfen fielen nicht schneller. Man konnte sie zahlen Einer, ein«: einer einer fielen sie nieder, es knisterte, es zischte, es sauste leise 'rechts 'und links, aber es wollte nicht zusammenkling^ zur großen rauschenden Musik des Regens. Der Simmel blickte schwarz und starr nieder mit umdüsterter Stirn, tolmsttll bliebes mimiten lang' bann aber schien es, als ob ein lEes, hohmsches Leuchten toer sein Antlitz ginge. Don Westen her hellte sich die Höhe (Schluß folgt.) sieht einen oder mehrens Schrtstleikmg: August Goetz. — Druck und Verlag der Brühl'fchen Univ.-Buch- und Steindruckerei. A. Lange, Gießen. Ausbruch ereignete sich um Sage, die sich bis auf den erhalten hat, ist mit dieser bezaubert hatte, ob er nicht wiederkommen wolle und mir sein Geheimnis lösen. Aber sie rührte sich nicht. Die Hand schlug gleichgültig Matt um Blatt im Buche, der Blick blieb verhangen. Ich spürte, daß sie sich weigerte, daß sie es sich versagte, aufzuschauen, aber je mehr sie widerstrebte, desto starker wollte es mein Trotz, uni.) ich war stark, denn in mir war die Erwartung der ganzen lechzenden Erde und die dürstende Glut der enttäuschten Welt. Slnb so wie an meine Poren noch immer die feuchte Schwüle der Aachi, so drängte sich mein Wille gegen den ihren, und ich wußte, sie müßte mir nun bald einen Blick hergeben, sie müßte es. Minute aus Minute rollte vorüber und schon spürte ich, daß meine Kraft nachließ — da plötzlich hob sie mit einem Ruck sich auf und sah mich an, gerade hin auf mich. Wieder war es der gleiche Blick, der nicht endete, ein schwarzes, furchtbares, saugendes Nichts, ein Durst, der mich einsog, ohne Widerstand. 3ch starrte in diese Pupillen hinein wie in die schwarze Höhlung eines photographischen Apparates und spürte, daß er zuerst mein Gesicht nach innen zog in das fremde Blut hinein und ich wegstürzte von mir: der Boden schwand unter meinen Füßen, und ich empfand die ganze Süße des schwindelnden Sturzes. Ich sah nm mich. Mir gegenüber saß unter beit Menschen still über ein Buch gebeugt, bloß mehr ein schlankes junges Mädchen, regungslos, bildhaft, nur leise unter dem dünnen Gewand wippte das Knie. Auch meine Hände zitterten. Ich konnte es nicht mehr ertragen. Ich stand aus, ohne mich umzuwenden, und ging hinaus. geben, und saft jedes Jahrzehnt größere Eruptionen. Der älteste historisch bekannte das Jahr 693 v. Ehr.; eine schöne heutigen Tag in Sizilien lebendig wurden bei dieser Eruption in wenigen Tagen aufgeschüttet. Aus der gewaltigen Spalte, auf der diese Kegel sich aufbauten ergoß sich die glühende Lava die Berghänge abwärts, zerstörte 14 Ortschaften und erreichte in schnellem Lauf die Mauern von Eatania. 3n mehrtägigem Kampf überwältigte' der Glutstrvm die Uniwallung und drang in die Stadt ein, deren ganzer südlicher Teil vernichtet wurde.. Die Lava wälzte sich bis in beni Hafen und füllte diesen 1000 Meter weit ins Meer hinein aus; ein ganz neuer Stadtteil steht heute auf diesem Lavagrund zwischen dem alten Kastell Ursino, das noch (heute bis zum ersten Stockwerk im Lavastrom steckt, und dem Meere. Der größte Ausbruch des 19. Jahrhunderts war der von 1852. Die Lavamassen, die damals die Balle del Bove überströmten, wären allein hinreichend gewesen, daraus zweimal den Vesuv aufzubauen. Der letzte große Ausbruch auf der Aordvstseite geschah 1865; seitdem ereigneten sich alle großen Eruptionen auf der Südseite. Die letzte vor der jetzigen Katastrophe von 1910 schleuderte einen Monat lang gewaltige Lavamassen aus dem Innern des Berges. Die Eruptionen des Aetna vollziehen sich im großen und ganzen immer in derselben Form; nur die Gewalt der Erscheinungen ist verschieden. 'Wenn die geschmolzene Lava im Innern höher und höher steigt, so bildet sich eine Flüssigkeitssäule, die auf die Bergwände einen ungeheuren Druck ausübt; diese preßt daher die Flanken 'des Vulkans mit gewaltiger Wucht auseinander und reißt in den Bergmantel lange Spalten, aus denen sich die Lava einen gewaltsamen - Ausweg schasst. Aus den auS- gewvrfenen Aschen- und Schlackenmassen schütten sich Kegel auf, und so bilden sich oft lange Reihen solcher riesiger vulkanischW Waulwurfshaufen, die unleretnanbet auf der Brrgflanke liegen. Sine Ehrenrettung des Grsfsn SchsK. Die Schack-Galerie, diese wundervolle Sammlung und Stiftung, die dem früheren Kaiser vermacht und von diesent in München gelassen wurde, tritt in ihrer ganzen Bedeutung für die Kunst des 19. Jahrhunderts erst jetzt hervor, da sie von dem Direktor der Berliner Aationalgalerie, Ludwig Jasti, vollkommen neu geordnet worden ist. Jasti gibt nun auch im Verlag von ®. Hirth inj München ein neues Verzeichnis der Schack-Galerie heraus, das mit Erläuterungen ihres Begründers und Aeußerungen der Künstler versehen ist. „Der Begründer führt uns umher," sagt Jufti int Vorwort, »und die Maler, die ihn begleiteten, sprechen über ihre Werke." Mit dieser neuartigen Erläuterung geht eine Ehrenrettung des Grafen Schack als Sammler .Hand in Hand, die durch diese Zeugnisse begründet wird. Schack ist ja als Sammler in ein ungünstiges Licht gerückt worden, indem er in den Lebensgeschichten von Marses, Feuerbachs und auch Böcklin als der manchmal unduldsame, von den Künstlern später hart angeklagte Mäzen erscheint. Verstärkt wurde diese Nichtachtung durch die bitterbösen Bemerkungen Lembachs in seinen ..Gesprächen" und durch die karikierende Darstellung in Wilbrcordts Roman „Hermann Ising er". Scharr Hat die Meisterwerke, auf denen der unvergängliche Wert feiner Sammlung beruht, bis 1869 zusammengebracht, „Gerade bis dahin aber waren ferne Einkünfte — int Verhältnis zur Zahl und Bedeutung seiner Bilderkaufe — recht bescheiden," sagt Justi, „und nur durch persönliche Anspruchslosigkeit war es ihm möglich, die Mittel für so viele Erwerbungen zu erübrigen. Manche der von ihm geförderten Künstler und deren Freunde haben später über ihn gezetert und gespottet, well er so schlecht bezahlt habe, und diese abfällige Meinung hat sich ziemlich festgesetzt. Tatsächlich fanden die jetzt berühmtesten jener Waler darmlls überhaupt feine Käufer oder Besteller, Schack war ihnen Retter in der Rot und Mitbegründer ihres Ruhmes. Nachher erschien manchem wohl die Hilfe gering; das werden wir ihnen gewiß nicht verübeln, auch tricht, daß Feuerbach empört war, weil Schack keinen Platz für ein Riesenbild hatte, das er plante. Aber wir wollen es dem weniger Begüterten Landebelmann auch nicht verdenken, daß er mit feinen Mitteln haus hielt; er hat für jene Künstler mehr getan, als trgenb em anderer Sammler." Später hat dann Schack wenig mehr gekauft, und auch daraus sind ihm Vorwürfe gemacht worden. „Der wahre Grtmd ist sehr traurig. Als der Besitzer, der mit so viel Glück erworbenen Meisterwerke nun über reichliche Mittel verfügte und mit weniger Sparsamkeit als bisher hätte kaufen können, begannen feine Augen schwach zu werden, und als die stattlichen Räume des Reubaues vollendet waren, bereit zur Aufnahme einer größeren Sammlung, da war er schon der Erblindung nahe. Roch konnte er sich an kleinen Bildern freuen und an größeren mit dm Augen entlang gehen. Aber 1880 war er froh, von dem Fvrt- schreiten des Gemäldes für seine Grabkapelle zu hören, sehen konnte er nicht mehr." Er, der auch als Dichter die verdiente Anerksa- mmg nicht gefunden, ist als Förderer der Kunst schwer verkannt worden, und bescheiden, aber im Vollgefühl des Geleisteten durfte er sagen: „Wenn es mir gelungen ist, den Dann der Verkemnmg, unter dem Deutschland schon so viele feiner besten Söhne verkümmern ließ, auch nur von einem derselben hinweg zu heben, so werde ich mir in meiner letzten Stunde sagen können, daß ich nicht vergebens gekbt habe." Aus der Geschichte der Aetna-AusbrKche. Das „alte wunderbare Ungetüm“, wie bereits Saeton mit angstvollem Staunen den Aetna nannte, zeigt wieder einmal seine furchtbare Kraft in den heftigen Ausbrüchen, die tu Catania und der übrigen Umgegend des Berges eins furchtbare Panik entfesselt haben. Dieser gewaltigste unter den europäischen Vulkanen, der Berg, der nach Arivst „mit seinem Feuer die Rächt zum Tage, den Sag mit seinem Rauche dunkel rnacht," hat die Menschheit stets mit einem ehrfürchtigen, mit Grausen gemischten Staunen erfüllt. Die Alten nannten ihn „Pfeiler des Hinmtels" oder „Schlüssel der Erde", die Araber gaben ihm den Namen „Djebek", d. h. Berg schlechthin, woraus die manchmal vorkommende Bezeichnung „Gibello" entstanden ist. Schon die ältesten Bewohner Siziltens flohen, als dis Feuer des Berges jahrelang verheerend hervorbrachen. Wieviel Jahrtausende seitdem vergangen sind, wissen wir nicht, aber in der geschichtlichen Zeit hat der Aetna nie lange Ruhe ge- Katastrvphe verbunden. Zwei Brüder retteten ihre alten Eltern auf ihren Schultern vor dem Lavastrom, und Bieter wich vor den frommen Söhnen zurück und verschoirte fte. Vielfach in der! antiken Literatur begegnen wir dieser Geschichte. "Auch sonst beschäftigte sich die Phantasie der Alten mit diesem feuer» fMenden Mesen. Der Mythus berichtete, daß die Rieselt Snceladus und Typhim hier lebendig begraben seien und durch ihre gewaltigen Anstrengungen die Erde erschütterten; hier sollten Vulkan und die Zyklopen bem Jupiter die Blitze schmieden. Von dem Philosophen Empedokles berichtete später die Sage, daß « sich in den Krater des Aetna gestürzt habe, um das Geheimnis des Erdimrern zu ergründen. Zahlreiche Ausbrüche sind aus dem Altertum bekannt, und verschiedene antike Städte wurden durch diesen gefährlichen Nachbar vernichtet, so Naxos, Hybla u. a. Auch im Mittelalter verknüpften! sich bald Sagen mit dem Berg, von dem der Kardinal Bembo in seinem 1495 geschriebenen Dialog über den Aetna sagt: „Unvermählt ragt er. keines anderen Berges Bund feiner wert achtend, und hält sich unberührt in den eigenen Grenzen." Wie eine Säule, die den Himmel trägt, erhebt der Aetna sich über alle anderen Gipfel der trinakrifchen Gebirge um Tausends von Fuß, und die andern Berge scheinen in scheuer Ehrfurcht rings um seine kreisförmige Basis zurückznwrichen. 3m Jahre 253 n. Ehr. ereignete sich in den Tagen, da dis heilige Agathe in Catania den Märthrertod erlitt, ein gewaltiger Ausbruch, der die Mauern der Stadt erreichte. Seitdem gilt der int Dom von Catania aufbewahrte Schleier den Heiligen für ein wundertätiges Mittel, um der drohenden Lava Stillstand zu gebieten, und bei vielen späteren Ausbrüchen sandten die Bischöfe von Catania diesen Schleier an die bedrohten Orte. Freilich konnte man auch mit der Reliquie den verheerenden Laus der Feuerftröme nicht aufhalten, und durch das ganze Mittelalter hin wütete der Aetna, zerstörte besonders in oen Jahren 1329, 1536 und 1669 alle umliegenden Ortschaften. Als die schrecklichste Katastrophe feit dem Altertum gilt dis Ä?- Wahres 1669. Die Monti Rossi, das Zwillingspaar roter1 Aschenkegel, das allen Besuchern des Aetna wohlbekannt ist,