m 1923 — Nr. 29 SamstLg, 21. Juli ßjte MM ■■ Sommerlust in alter Zeit. 3n früheren Zeiten, da Las Reisen in die Sommerfrische noch nicht so üblich war wie heute, mutzten Lie Menschen mehr in der Rahe ihre Sommerlust suchen. Die beschaulicheren und ruhigeren Verhältnisse brachten es mit sich, Latz man in der schönen Jahres- zeit seine 3dhllik auch zu Hause fand und lieber int eigenen Gärtchen oder im städtischen Kaffeegarten sich erholte, als sich tagelang den Erschütterungen der Postkutsche anzuvertrauen und alle Unannehmlichkeiten des-damaligen Reisens auf sich zu nehmen. Wenn man „reiste", so begnügte man sich mit einer Landpartie. 3m Gärtchen, das nahe vor den Toren der Stadt lag, verbrachte man Sommers die hübschesten Stunden. 3n seiner vortrefflichen Schil- derung einer deutschen Stadt vor 100 Jahren erzählt Otto Bähr: „Man beschäftigte sich dort mit Gartenarbeiten, empfing Besuche von Freunden, nahm sich in wohlgefülltem Korbe Abendessen mit ufw. 3m Garten befand sich ein kleines Häuschen, in welchem Gartenwerkzeuge, einiger Hausrat und Erfrischungen aufbewahrt wurden. Die Einrichtung der Gärten war sehr einfach. Reben den graden Wegen, welche sie durchschnitten, lagen rechts und links die schmalen Rabatten, meist mit Buchsbaum eingefaßt und mit ausdauernden Ziergewächfen oder Obststräuchen, mitunter auch Obstbäumen besetzt. Dahinter die Gemüseländer. Hm das Häuschen herum einige Rasenplätze mit Ziersträuchern und vielleicht ein paar Blumenbeeten für Sommergewächse. Auch hie und da eine angelegte Laube. Die Umfriedigung des Gartens war meist eine lebendige Hecke." Klemm erzählt von diesem Gartenleben im Sommer: „Hier hauste in den frühesten Morgenstunden und abends der Hausvater, während in einer in einem Winkel angebrachten, oft mit Bohnen umzogenen Laube Mama mit den Töchtern einen Räh tisch auf geschlagen hatte, an dem sodann ein einfaches Abendbrot eingenommen wurde. Diese kleinen Gärten zwischen den Hinterhäusern oder vor den Toren waren der Sitz des tiefsten Friedens, bescheidenen Glücks und herzerfreuender Ordnung. Da kauerte an stillen Abenden der Hausherr im Schlafrock am Relken- weg, prüfte und besah, senkte und stengelte seine Lieblinge oder ging an den Spalieren hin, nachzufehen, ob die gepfropften oder okulierten Bäume gediehen und ob die Trauben sich färbten und läuterten." Wollte man sich ein besonderes Vergnügen leisten, so ging man in den städtischen Kafeegarten, der schon im 18. Jahrhundert aufgekommen war. Bierhäuser oder Schenken zu besuchen, galt damals dem soliden Bürger noch für unfein, und erst später hat sich mit der Verbesserung und Verbreitung des Bieres das moderne Wirtshauswesen entwickelt. Die Kaffeegärten aber machten eine Ausnahme und wurden auch von der feinen Gesellschaft be- 'ucht. 3n Kassel versammelte man sich im Henkelschen Garten. „Am einen Rasenplatz herum," erzählt Bähr, „war eine Anzahl Vm&en, in welchen die Honoratioren, namentlich an Sonntagen, ziemlich steif dasatzen und Kaffee oder Tee tranken." 3n Berti n war bereits in der friderizianischen Zeit der Tiergarten von Kaffeegärten bevölkert, und man machte Sonntags gleich nach dem Mittagessen eine „Wallfahrt" nach dem Hofjäger oder nach den ZÄten, wo Kaffee und Weißbier getrunken wurde und wo, „gegen Belegung von vier guten Groschen ein Orchester, das aus Geige, ■Baßgeige, Flöte und Klarinette bestand, das musikalische Gehör ™arterte.“ Das regste Leben herrschte in den Zelten, wo besonders bie Sonntag-Frühkonzerte die ganze feine Gesellschaft int „Zirkel", wm mit einer Flora-Statue geschmückten Rondell gegenüber den -Wirtshäusern, veranstalteten. Aehnlich war eS m D r r S d e n auf der Brühlfchen Terrasse, im Münchener Glas-, Löwen- untz englischen Garten, vor allem auch im Hofgarten und in Wieg int „Aobelprater", den die feinen Leute vor dem „Wurstlprater" der Kleinbürger bevorzugten. Der Höhepunkt dieser alten Sommerlust war aber die „Sanfc Partie"; sie war kein allsonntägliches Vergnügen wie heute, sondern ein seltenes Fest, zu dem man wochenlange Vorbereitungen traf. Schon wenn der Berliner nach Eharlottenburg „ausflog", war das eine große Sache, denn man brauchte mit dem CBagetf „wegen des vielen Sandes" 5 Stunden. Verregnete die Landpartie, dann herrschte große Trauer. Einmal hatte Ehodowiecki bett Seinen versprochen, mit ihnen am Sonntag den Vergnügungsort Französisch-Buchholtz zu besuchen. Aber es regnete, und darob war die Stimmung so trübe wie der Himmel. "Da zeichnete dev Meister zum Tröste das köstliche Blatt „Wallfahrt nach Fran- zösisch-Buchholtz", auf dem wir in komischer Ülebertreibung eine solche Ausflugsgesellschaft der guten alten Zeit sehen. Voran die Tochter mit einer Heugabel, die Würstel und Vrezeln trägt, dann die beiden Söhne auf einem Esel reitend, der noch in zwei Körben die Kleinsten trägt, und die RachHut bilden die feingekleideten Damen, die Kuchen und Wein tragen, während den Zug ein lustig siedelnder Verehrer beschließt. Wer sich keinen eigenen Wagen mieten konnte und so in geschlossener Gesellschaft das seltene Vergnügen einer Spazierfahrt genoß, der stieg in den geräumigen Kremser, wo man bunt durcheinandersatz, beim Hinweg nach dem Ausflugsort noch etwas steif, aber beim Rückweg desto vergnügtet und ausgelassener... Frauen und Telephon. Von Hasse Zetter st rö m*). 3st 3hnen schon aufgefallen, daß es besonders schwierig ist, einen Menschen vom Telephon wegzukriegen, wenn man zufällig selbst telephonieren will? Haben Sie mal vor einet Telephonzelü Sestanden und darauf gewartet, daß der oder die da drin auf» ören soll? Haben Sie nicht dann nach 5, 10, 15 Minuten eins unbezwingliche Lust verspürt, die Tür aufzureißen und einfach ben Menschen vorn Apparat wegzuzerren und die ganze Geschichte selbst zu übernehmen? Einer meiner Freunde wollte mal in einem besseren Lokals in Stockholm telephonieren. Die Zelle war von einem Herrn besetzt. Mein Freund beschloß zu warten. Er setzte sich auf einen Stuhl und nahm die Ahr in die Hand. Als fünf Minuten vergangen waren, holte er tief Atem, um sich zu beruhigen,' nach 8 Minuten beschloß er, die Tür aufzumachen und dem Wann feine Meinung zu sagen, aber gerade da hörte der Mann auf und kam heraus. Mein Freund wollte ihm eben die Wahrheit über die 8 Minuten sagen, als ein anderer Herr, der gar nicht gewartet hatte, in die Zelle schlüpfte und sich an dem Apparat zu schaffe« machte. Mein Freund war zuerst überrascht, aber mit starker Willensanstrengung entschloß er sich, auch diesen abzuwarten. Er wartet« 5 Minuten, und dann war seine rechte Hand ziemlich fest geballt. *) Don Hasse Zetterström ist im Verlag von Dr. Eysler u. Ev., Berlin, ein Bändchen neuer Grotesken unter dem seltsamen Titel „Kapriöolen" erschienen; in einer der Geschichten hat er selbst erklärt, was das für Dinge sind. Wie lustig und erfrischend dies« Lektüre ist, weichen die Leser aus der Probe »Frauen und Tel«- vhon" folgern föttnenu — 114 — schon Sie bat gestern von Ihnen erzählt, als wir «Nein oben im Walde sahen. Sie sagte, sie liebe Sie wie einen Bruder, obgleich, Sie ein bißchen beschränkt feien." Wie einen Bruder!? Wir wollen uns doch nächsten Monat wack neun und einer halben Minute kam der andere heraus. ®r lächelte über seinen gelungenen Kniff, als wollte er^sagen^Wenn man nur frech ist, dann geht alles! Mein Freund sah das Lächeln, aina aeräde aus den Mann zu und gab ihm eine Maulschelle, 8ah er aus einen Schirmhalter flog, wvEf mÄn Freund klingelte verlos 1ief)men 6le ruhig auf. Das Leben wech- und seine Bummer verlangte, die natürlich besetzt war. I » S weih nie, was sie will. Mein Rame ist Ich will die Maulschelle: nicht verteidige^ aber^ch sirnn sw ^ewig, u^ mne »mu Chefs, und ich verspreche ZbLdÄ « »>>- UM. äto — »'»' Hören Sie mal zu: 7 . am,h» und 1 5!ch klinaelte ab und warf einen Blick auf die Damen. Die Vor ein Paar Tagen war ich drauhen auf demt S . j t„ wildem Galopp die Chaussee hinunter, und die ältere ääS« S S Ä'SS“Me ** B -ÄIhÄ.- mi f». eine halbe Stunde dauern ! Worauf ich Mich still und fri I S - x^nn also in den ersten 24 Stunden Herkommen. Auherdem der älteren Dame niederlietz. Als die lungere DameUber Fredmks- mann rmm cn o nr^en , einem sou angelangt war, holte ich ein kleines Sp^^nhervordasich I^^A^nd^ ich setzen und sich berühigen Sie zei- immer bei mir trage, und fing an, eme k eine Patience zu legen. 1 ^ymann ruw, n^fö'on ber besten Qualität ist. Auster- Die Damen warfen sich ein Paar so^nannte vrelsag.ende Dli z , I 8 , ich überzeugt, dah wir unter anderen Verhältnissen sehr sind die jüngere sing wieder bei E. an. Endlich hatte sie ihre dem b'XX teXi toürben, - ich liebe alte Weiber, besonders, Bummer gefunden und sagte: I sie hysterisch sind. Wir haben verschiedene Auffassungen fi,TÄ «WÄTS’Ä'fi an, „Pjärr", ein sehr lustiges Spiel, zu spielen. Man wirftZeinen können. ^B>erm wie ^schieren. Dann wird das^Ge- Stein hoch und nimmt gleichzeitig emm anderen vom^nsch f, I 1 1 <5 öenn vergessen Sie nicht das Wort: Fünf SÄÄ Ä«- SÄff* a.““*“' » bM° N-« T»»,« «,„« MM teilung des Spiels an. Man wirft nun einen Stein hoch, nimm I n'^ann - b{e Chaussee hinunter, indem ich mit der kleinen aber statt dessen zwei vom Disch weg. Als Ounge hat m „Pi | Eenbeinkimel jonglierte. An einer Krümmung des Weges ent- sehr viel Späh gemacht. Ich habe es immer auf ernei^Grabpla o ! l S A 9re @ame Sie sah am Rande des Chaussee- aus dem Marienkirchhos gespielt, und das Spielchen amüsiert m ch 1 un6 ^h heftig einer Marguerite die Blütenblätter ab. U Mo Stdn. MJ«* ---'«" * « -0- "--»°» 8«‘ ««*> <««'«■ '° "* SS «« i« Mn«n. M H » -*» «* W t;e hinfxehnmal au f der Spitze auf, ohne dah es mihlang. Wäre I das im Zirkus gewesen, so hätte die ältere Sa,ine geklatscht. Dw I Wie BSSLl)0VSN aNNSNeiertS. jüngere sprach in den Apparat. vielleicht mit Herrn So wenig Beethoven im allgemeinen von den Dingen der Welt BeraÄm wrÄen? Sf 2 S ta ätan Dame: wissen wollte und ganz in seinen Schöpfungen aufging so war er idwar s elbsta rnAp parat! Er scheint so - --) dock ein eifriger Zeitungsleser, wie uns verschiedentlich berichw Ls.^Xo's S her so iwnIidw ist? M deX vr sich verlobt?! Das hat tungen benutzt, um allerlei Mitteilungen der Qefsentlichleit zu 15.»MW..1SfeBSSSSSssÄft ' ffpfftp ijf. baa Bilboauet" wieder ein und holte ein | ausgenommen, so dah wir aus ihnen ersehen können, toie ee S SÄÄÄS SoSÄÄ ySWrSfisre gSÄ-?»** £ÄÄ,Ä»(g nett vm dir! wir sind ganz allein! Tante quintett in G-Dur bei Breitkopf und Härtel m Leipzig erschien Auguste toat Sonntag hier drauhen. Sie und Mama haben sich> in ist, erkläre ich ^gleich, dah ich an bet von den Herren itaiia den Äaarwn aeleaen - hahaha, und sie fuhr abends wieder nach und Mvllo in Wien'zu gleicher Zeit veranstalteten Auslage die,e- ^use sie war wütend Hast du Mile gesehen? Ach, im Schloh- Quintetts gar keinen Anteil habe. I ch b in zu dieser Erk arung ^rk ist die mit ihm spazwren gegangen?! Unterbrechen Sw mich I vorzüglich auch darum gezwungen, weil b'ese Auslage Hochs , hie Sä **SÄeäÄ es« Bi”« SS S’äKS ÄÄÄSÄg «U ?Ä. o,„o„ Ä Ä w bu - * «--* ”***" Ja "antwortete ich es war eine kleine Unterbrechung. Waren ohne zuvor mit den Verlegern der einzelnen Werke.AuchpE ■' r. hf b - to(.r i(fil jst (ie fovtoeaanaen?" I unter meiner eigenen Aufsicht und na chvorhergegangener streng , 6li mir ei"s“8'- ”e Ä» SS «L'.-r ^^mwollen Swdas wissen? Wer sind Sitz denn?". Aoch 1W3 keilt er w, Z-itun«en misi^er einem ganM „14, toSS«"sKfin6 3» ».,««- 1 «»««61««. »°» «»"'"> ««MW« ** - 115 im :r, mt che cht Sie ere :cke len mn utz- >em »em zei- ;er- ehr ers, gen nbe fin- tzen ann Ge- füns sten inen ent- ifee» ab. chön ich!» Welt :r er chtet :ges« heh« unb Sei’ : zu wie igen. Seifer Beet« , hat eigen Beet« und itüm« . So i die Subli« linul« ienen taria lieses trung chler- gegen iiimer n als einer Aach« Ee für lte es iannt« Anteil Unterboten, chache t ver- r eine cenger selben ären.» inzlich ouver- einatfl Briefe dieser schreibseligen Zeit jedem unberufenen Äuge zu verbergen. Au her dem Sekretär gibt es noch ein anderes Möbel, ohne das ein Zimmer der Biedermeierzeit nicht zu denken ist; bas ist die „©erbaute“, der Glasschrank. Born und an der Seite verglast, auf der Rückseite innen mit Spiegeln belegt, stellt die ©erbaute alle die Niedlichkeiten und Andenken zur Schau, die dem Biedermeier heilig teuren: die Porzellankännchen und Tassen, die Glasbecher mit schönem Schliff, die vielen Arbeiten aus Haargeflecht, Moos und künstlichen Blumen, die Körbchen und Schächtelchen mit Perlenstickerei ufto. Die leidenschaftliche Stickluft der Frauen und Mädchen ldbt sich aus in den Stickereien des Ofenschirms und der Klingelzüge, der Sofakissen ufto. Im Gegensatz zu der unwirtlichen Gröhe des Empiresaals ist das Biedermeierzimmer intim und gemütlich mit feinen locker ausgestellten Möbeln, feinen hellen Decken und Wänden, dem sandbestreuten Dielenbvden und den leichten weihen Tüll- und Musselinvorhängen. noch häufig aufgegeben. Die Entstehung des Biedermeierstils vor 100 Jahren. Als sich der fröhliche Parodist Ludwig Eichrodt und der humorvolle Mediziner Adolf Kuhmaul um 1850 zusammentatem um allerlei komische Gedichte in altväterischem Ton unter der Maske pes '„weiland Gottlieb Biedermaier“ in die Welt gehen zu lassen, ahnten sie nicht, dah sie damit einem ganzen Kunststil, ja einer ganzen Welt den Namen gaben. Vorbild für die Gestalt des Medernm im war ihnen ein alter Dorfschullehrer Samuel Friedrich Sauter der Gedichte von unfreiwilliger Drolligkeit gemacht hatte und dessen Poesien sie mit betouhter Parodierung umbichteten oder nachahmten. Der Biedermeierstil, der das ungewohnte „aV um» änderte, ist dann nach dieser Figur getaust worden, weil man auch in ihm zunächst eine etwas von oben herab betrachtete Gemütlichkeit Behäbigkeit und Sentimentalität fand. Aber aus dem überlegen spöttischen Klang des Namens ist bald ein Ehrentitel geworden, und seit etwa 20 Jahren ist der Biedermeierstil, die Kunst und besonders das Kunstgewerbe von vor 100 Jahren, große Mode geworden, die schwärmerisch bewundert und deren Erzeugnisse eifrig gesammelt, hoch bezahlt werden. Die gediegene Schon- deit dieses Stils und seine Entwicklung aus den vorhergehenden , lUng lewer 41x1«: BSA <4 in mm*.*» n. k-u«>4° EäÄÄ^S Empire- und Biedermeiermöbel aus Schlossern und Bürgerhäusern“ vor das Pros. Robert Schmidt nach den Sammlungen Ferdinand LÜthmers bet der Frankfurter Verlagsanstalt in Frankfurt a. Olt. herausgegeben hat. Die Einrichtung des Empire hatte mit ihrer ernsten Großartigkeit um die Wende des 18. zum 19. Jahrhundert die Liebenswürdigkeit und Anmut des Rokoko verdrängt, aber im beutfdien Bürgertum erhielt sich durch die ganze napoleonische Zeit ein schlichter, solider, leicht sentimentaler Stil, den man Zopfstil genannt hat. Dazu kam noch als wichtiger Faktor der Einfluh des englischen Mobelsttls, der sich seit 1780 immer mehr einbürgerte und auf einfache Zweckmäßigkeit, dauerhafte Arbeit und schönes Material den Hauptton legte. Zopfstil, Empirestil und englischer Stil schließen sich nun etwa um 1820, also vor 100 Jahren, zu einer neuen Form der Zunmereinrichiung zusammen, die wir jetzt Biedermeier nennen. DK er Stil, dessen erste Vorläufer bereits um 1810 auftauchen erreicht m dem Jahrzehnt von 1825 -1835 seine Hochblüte und hat noch bis 1845 Nachzügler. In ihm entfaltet sich nun jene intime Idylle gemütvolle Einfachheit und etwas spießbürgerliche Geschmacksfeinheit, die toir heute so lieben. „ „, . , ,, Das Mahagoniholz, das der Empirestil bevorzugt hatte bleibt auch im,Biedermeier erhalten, besonders in Norddeutschland Daneben werden Obstbaumhökzer, Ahorn und Esche bewendet, und zwar soll das Holz in seiner Naturfarbe zur Wirkung kommen, eS wird durch feine Intarsien farbiger gestimmt. bleiben im allgemeinen dieselben wie im Zopf« und Empirestil. Das spiel „Cleänt und CePhise“,desserl Handschrftt 1890 von d.m Be- betragen, die bald darauf den jungen Sfjeobor beschäftigten so teenig Bedeutung beigelegt, daß auch der Ditel nirgends in den Driesen Theodors oder des Vaters erwähnt ist. Immerhin verdient das im gereimten Alexandrinern geschriebene Verkleidungsstuck wegen seiner anmutigen Leichtigkeit der Szenenfuhrung und spannenden dramatischen Gestaltung eine Erweckung, und es auch bereits die Dühnenprvbe bestanden, da es bet bem von 1893 zusammen mit den spateren Stucken „Toni unb Nachtwächter" aufgeführt wurde. Kostbare Sonnenuhren. k @ ©Cr scheinbare Lauf der Sonnenscheibe am Firmament bat im Leben aller Völker und Kulturen das Zeitmaß abgegeben, so toie bie Sonne durch ihre wärmespendende Macht überbauet erst die Möglichkeit des Lebens gewährte.^ Das Bibelwort „So ward aus Abend und Morgen der erste Tag , bringt mit beflt aesetzmäßigen Wechsel der Tage und Nachte das ewige Gleich^ maß im Leben und Treiben der Menschen zum Ausdruck. Ander Beobachtung der Sonne entstanden die ersten Aeitm^ser, die Sonnenuhren. Ein senkrechter Stab auf de^ Erdoberfläche teilt» mit seinen Schattenlängen den Aag em, gab Stunden und Jahre« zeiten an Noch heute find die Obelisken redende Zeugen für Aach der Erstausführung feiner Sinfonie „Wellingtons Sieg 1 Wohnzimmer totrb von dem getoalttgen Sofa beherrscht, aufdem oder Die Schlacht bei Vittvria“ im Dezember 1813 erläßt er in der gut drei Personen Platz haben. Aus kräftigem Unterbau entwickeln Wiener Zeitung eine längere Danksagung, in der es heißt: „Es sich die geschwungenen Lehnen, bezogene Rollen vermitteln zwischen war ein seltener Verein vorzüglicher Tonkünstler, worin ein jeder Sih und Seitenlehnen, und die ruhige Lime der Rücklehne faßt das etaia durch den Gedanken begeistert, mit seiner Kunst auch etwas 1 Ganze behäbig zusammen. Die Stühle weisen verschiedenartige, J Außen des Vaterlandes beitragen zu können, ohne alle Rang- I aber stets sehr bequeme Formen auf und ebenso die Tische, unter ordnung auch aus untergeordneten Plätzen, zur vortrefflichen Aus- denen die mit runder oder ovaler Platte auf mächtigem Mittel- fübruna des Ganzen mittoirfte.“ Das Konzert fand nämlich zu I träger mit 3 oder 4 geschwungenen Fußen die beliebtesten sind, wohltätigen Zwecken statt. „Mir. siel nur darum die Leitung des DasunbestritteneHauptmöbel des Medermeiers istder „Sekretär Ganzen zu," fährt er fort, „weil die Musik von meiner Kvmpositton der Schreibschrank, dessen obere Turhalste als Schreibplatte herauswar' wäre sie von einem anderen gewesen, so würde ich mich I zuklappen ist. Dieses Möbel zeigt in seiner Anlage und Ver- ebenso gern wie Herr Hummel an die große Trommel gestellt gierung die ganze Freude der Zett an spielerischer Tif telei, wenn haben da uns allen nichts als das reine Gefühl der Vaterlands» | man es aufmacht. Die Mitte cht gewöhnlich als Miniaturtempelchen liebe und des freudigen Opfers für diejenigen, die uns so viel gebildet, mit Säulen aus Alabaster oder bronze-geschmucktem Holz; aeopfert haben, erfüllte. Den vorzüglichsten Dank verdient indessen fm Hintergrund ein oder mehrere Spiegel, die die Illusion eines Herr Maelzel, insofern er als Unternehmer die erste Idee dieser I von Säulen getragenen Rundbaues Hervorrufen; rechts und links Akademie faßte und ihm nachher durch die nötige Einleitung, Be- Fächer- und Schubladen in reicher »ulke die z. T. nur durch ge° forgung und Anordnung der mühsamste Teil des Ganzen zufiel.'' Heimen Druck geöffnet werden können, und bann noch vieleGehetm- Am 31. Dezember zeigt er eine Wiederholung folgendermaßen facher, um die tausenderlei kleinen Dinge, die Tagebücher und an: „Musikalische Akademie. Der Wunsch zahlreicher, mir sehr 1 nR~,~t'x ’ 9r,"'‘> 1,1 verehrungswürdiger Freunde der Tonkunst, meine große Jnstru- mentalkomposition über Wellingtons Sieg bei Vittvria noch einmal zu hören, macht es mir zur angenehmen Pflicht, bem schätzbaren Publikum hiermit anzukündigen, daß ich Sonntags den 2. Januar die Ehre haben werde, mit dem Beistände der vorzüglichsten Tonkünstler von Wien besagte Komposition mit neuen Gesangsstücken und Chören vermehrt, im K. K. großen Redouten- faale, zu meinem Besten, aufzuführen. Die Gintrittsbillets sind täglich auf dem Kohlmarkt, im Hause des Freiherrn von Haggen- müller, im Hofe rechts zu ebener Erde, im Kontor des Freiherrn v. Pasqualati, für das Parterre zu zwei und für die ©aleriq zu drei Gulden W. W. zu haben." Die Zusammenarbeit mit Maelzel hatte übrigens ein unangenehmes Nachspiel, indem dieser die Sinfonie in München und London unberechtigterweise aufführte. Dagegen wendet sich Beethoven in einer „Erklärung und Aufforderung an die Tonkünstler m , , er*. cWm js London", in der er sie beschwört, Maelzel bei seinem unrechtmaßi- I (£><« UNgedrUÜkteS StUM Theodor K0rNSrS. gen Unternehmen nicht zu Unterstützern Anzeigen seiner elgenen Zh^dor Körner gehört zu den Dichtern, die schon sehr früß Konzerte und Proteste gegen Nachdruck hat Beethoven auch sonst | außerordentliche Formgewandtheit und Reife zeigten. Em Beweis dafür ist das Lustspiel „Cleant und Cephise", das jetzt aus seinem Nachlaß zum erstenmal von Paul Sonnekaw tn „Declams Äniversal-Dibliothek" herausgegeben wird. Wie G--R. Kruse in einem interessanten Nachwort bemerkt, ist das Stuck wohl 1808 entstanden, in demselben Jahr, in dem der Siebenzehnjährig e die Bergakademie in Freiberg bezog. Die Musen waren in Körners Elternhaus schon durch den Vater, den Lebensfreund Schillers, heimisch, der selbst ein bedeutender Schriftsteller war, während seine Tante, die Malerin Dora Stock, die bildende Kunst vertrat Selbst während der Wirren der Napoleonischen Kriege, durch die die Vaterstadt Dresden besonders heimgesucht war, hielt man im Körnerhaus an der Pflege der Künste fest. „Korner ist uns ein gutes Vorbild," schreibt Dora Stock aus dieser Zelt, „in seiner Nähe schämt man sich, kleinmütig zu sein. Das Unvermeidliche trägt er mit Ruhe, blickt vertrauend in bte schönere Zukunft und genießt jede Freude mit dem unnachahmlichen Kinbersinn welchen Sie an ihm kennen. Unsere Konzerte waren nur kurze Zeit unterbrochen, und wir haben ein paarmal in unserem Haufe Komödien gespielt, bie uns und unseren Zuschauern drei Freude gemacht haben.“ Diirch dies häufige Komödienspiel erhielt der junge Theodor die Anregung, schon im Knabenalter Dramen zu^^ verfassen, und bereits 1806 schuf er für das Haustheater em kleines Versfpiel „Amor und seine -Heerscharen^ das auch m die Sammlung seiner Werke ausgenommen wurde. Em weiteres Werl sur das — 116 — Schristleitung: August Goetz. — Druck und Verlag der Brühl schen Univ>Buch- und Steindruckerei. R. Lana«, Giehi itn. Ts sangen lachend, voll Seligkeit Die rheinischen Burschen und Mädchen, Als fern von Kummer und bitterem Leid 2koch träumten die Dörfer und Städtchen. Doch jetzt, da Not gepackt euer Land Mit stahlhart gepanzerten Klauen, Jetzt hebet zum Schwure empor hoch die Hand, Singt mutig in Kraft und Vertrauen: Deutsch bleibst du, König Nhein! Das schwören wir dir zu. Deutsch sollst du ewig sein. Wir — bleiben deutsch wie du! Du deutsches Volk du am deutschen Rhein! Wie einst du begeistert gesungen Von Sonne, Liebe und perlendem Wein, Deutsch bleibst du, König Rhein Rheinlied von K. Wind. Viel tausend Lieder, mein Vater Rhein, Dir wurden begeistert gesungen. Von Sonne, Liebe und perlendem Wein Hat jauchzend das Echo geklungen. Doch jetzt erbrauset ein anderer Klang, Hallt wider in Felsen und Klippen, Wie stürmender Wetter wildtosender Sang Erschallt es im Schwur von den Lippen: Deutsch bleibst du, König Rhein! Das schwören wir dir zu. Deutsch sollst du ewig sein, Wir — bleiben deutsch wie duk Eine Spiel-AussteUung. Die diesjährig« Dresdner „Jahresfchau Deutscher Arbeit", di« unter dem Zeichen von „Spiel und Sport" steht, bietet in ihrer Kulturabteilung einen geschichtlichen Ueberblick über dies weite Gebiet. Besonders interessant sind die Räume, die sich mit dem Spiel beschäftigen. Wie Paul Sorgenfrei im „Kunstwanderer" berichtet, ist hier ein. überaus reiches, in solcher Mannigfaltigkeit wohl noch nie zusammengebrachtes Material vorhanden. Der Direktor der Züllchower Anstalten bei Stettin, Pastor Jahn, hat aus seinem Spielmuseum eine Schau zusammengestellt, die von ältesten Spielen und Spielsachen bis zu modernen reicht. Dr. Fuchs gibt eine Uebersicht über das Spiel der alten Griechen und Römer, bas in plastischen, photographischen und anderen bildlichen Darstellungen vorgeführt wird. Man findet hier Aufschluß über die Geschichte der ältesten Spiele, die im Prinzip bereits manchmal eine merkwürdige Uebereinstimmung mit den neuesten zeigen. Sv ist z. B. das japanische Nationalspiel „Go", dessen Alter auf 4000 Jahre geschätzt wird, ein ideales Brettspiel, das noch heute als Vorbild dienen kann. Das altgriechische Spiel Rhythmomachia ist ein Zahlen-Schachspiel, das auf Pythagoras zurückgehen soll. Kungser ist ein altes Nationalspiel der Tibetaner, aus dem sich dann später die sog. Delagerungsspiele entwickelt haben. Auch die Geduldfpiele reichen schon bis in die graue Vergangenheit zurück. So haben die Tibetaner ein uraltes Juwelenspiel, das sog. Alapala, das in den Lamaklöstern viel gespielt wurde. Die Daß jauchzend das Echo geklungen-- Sv brause dröhnend es jetzt stets aufs neu Hell über des Unwetters Toben Als rheinisches Sturmlied, als Schwur ew'ger Treu' Zum Herrgot im Himmel dort oben: Deutsch bleibst du, König Rhein! Das schwören wir dir zu. Deutsch sollst du ewig sein, Wir — bleiben deutsch wie du! diese antike Zeitmessung, und noch 1586 stellte Papst Sixtus V. ein solches monumentales Uhrdenkmal vor der Peterskirche auf. Doch erst die Idee des Schattenstabes, des Polos, der in der Richtung der Weltachse, also senkrecht zur Aequatorebene, stand, ersparte die Messung der Schattenlängen und schenkte der Menschheit die eigentliche Sonnenuhr, die bald als Horizontal- oder Vertikal-, bald als Äequatorial-Sonnenuhr auftrat und bis ins 18. Jahrhundert hinein beliebt gewesen ist. Trotzdem die Erfindung der Räderuhr schon viel früher erfolgte, trennt uns doch erst wenig mehr als ein Jahrhundert von der Sonnenuhr, die wir heute nur noch in verschlafenen Rokokogärten als merkwürdige Anlage finden. „Bis ins 18. Jahrhundert hinein aber wurde die Sonnenuhr auf Reifen mitgeführt und in der Tasche getragen. Die Handwerker und Instrumentenmacher der Zeit wetteiferten, diese Zeitmesser in möglichst kostbarer und schöner Form herzustellen. Solche kostbaren Sonnenuhren finden sich noch zahlreich in Museen, und Alfred Rohde, der soeben im Verlag von Klink- hardt.und Biermann zu Leipzig eine interessante „Geschichte der wissenschaftlichen Instrumente vom Beginn der Renaissance bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts" erscheinen läßt, widmet diesen Sonnenuhr-Kunstwerken das erste Kapitel. Zunächst lag die Verfertigung der Uhren ganz in den Händen der Gelehrten, die sich mühten, möglichst genaue Zeitmesser herzustellen. So hatte z. B. Regivmontan, der die astronomischen Berechnungen auf eine teste Grundlage stellte, eine eigene mechanische Werkstatt. Erst seit 1530 lösen die Handwerker in der Jnstrumentenfabrikation die Wissenschaftler ab, und zwar übernimmt Augsburg die Führung, wo sich die ersten bedeutenden Werkstätten entwickeln. Ein Meister, der aus diesen Augsburger Werkstätten hervorging, Ulrich Schniep, arbeitete hauptsächlich kleine Reise-Sonnenuhren, die in schön geschmückten Kästchen waren und auch den Laien die Ablesung der Zeit gestatteten. Erlesene kleine Kunstwerke sind die Sonnenuhren, die dann im 16. und 17. Jahrhundert von wohlhabenden Leuten getragen wurden. Sie wurden aus Elfenbein oder auch aus Solenhvfer- stein hergestellt, mit schönen Bildern oder reicher Ornamentik geziert und sehr handlich gearbeitet. Zwei Platten, die zueinander rechtwinklig stehen und durch einen Faden als Schattenzeiger miteinander verbunden werden, bewährten sich wegen ihrer Flachheit besonders als Taschenuhr und waren im 17. Jahrhundert sehr beliebt. Neben diesen Horizontal-Sonnenuhren waren auch Aequatorial-Sonnenuhren vielfach im Gebrauch, bei denen die Uhrebene paralell zur Aequatorebene verschoben ist. Auch hier schufen die Augsburger die besten Vorbilder, und diese Zeitmesser erfuhren sogar im 18. Jahrhundert eine Neubelebung durch die Arbeiten dä Düsseldorfers Claude Dunvd, der von der Räder- uhr gewisse Verbesserungen für die Sonnenuhr übernahm. Diese Dunodschen Sonnenuhren aus vergoldeter Bronze sind mit reichstem Schmuck ausgestattet und werden dadurch zu köstlichen kleinen Kunstwerken. Man konnte von ihnen nicht nur Stunden, sondern auch Minuten ablefen. Die Renaissance war die eigentliche Blütezeit dieser kleinen und zierlichen Zeitmesser, deren Fabrikation in den Augsburger Werkstätten gegen Ende des 18. Jahrhunderts zu lebloser Erstarrung herabsank. die das Leben der Vergangenheit festhalten. -Unter den alten Reisespielen befinden sich viele Originale mit Kupferstichen,' ein Spiel das im Besitz Gellerts war, ist betitelt „das menschliche Leben" und zeigt farbige Kupferstiche mit Szenen aus Gellertschen Fabeln. In einer besonderen Abteilung werden Bilder von spielenden Kindern aus den verschiedenen Jahrhunderten vorgeführt, von Albrecht Dürer und A. v. Ostade über Chodowiecki und Schenau zu den Meistern des 19. Jahrhunderts Ludwig Richter und Pietsch, schließlich Fritz von Uhde und Hans Thoma, also durch 4 Jahrhunderte hin. Rosenparadiese in der Mark Brandenburg Man schreibt uns: Wie viele haben doch auch nicht die mindeste Ahnung davon, daß „des Heiligen römischen Reiches Streusandbüchse" nicht bloß aus endlosem Kiefernwald und weiten Wasserflächen, aus Berlin und dem Oderbruch besteht, daß sie vielmehr auch Gartenparadiese von kostbarem Wert und einer Schönheit umschließt, die man inmitten der weiten Heideflächen kaum erwartet. Freilich, wer die herrlichen Schloßgärten in und bei Potsdam gesehen hat, wird schon eines besseren belehrt sein. Aber wie viele Nichtbrandenburger wissen etwas von den großartigen Spargel-, Erdbeer- und Blumenkulturen der Mark. Doch sei hier nur von ihren Rosenkulturen die Rede. Berühmt ist die Aosenblüt« des Schloßgartens von Liebenberg, das grade jetzt wieder durch das bekannte fürstliche Memoirenwerk so viel genannt wird. Darm die einfach großartigen Rosenplantagen von Britz bei Groß-Berlin und die namhafte Rosenzucht von Buckow in der Mark. Ueberall dort beginnt sich dies Jahr, arg verspätet, erst jetzt die Rosenblüte voll zu entfalten. Aber es gibt noch ein Rosenparadies in der Mark, wo es die meisten kaum vermuten werden: in Forst, N.-L., der größten deutschen Tuchindustriestadt, unweit Kottbus. Hier, wo mitten in der sandigen Kiefernheide der Niederlausitz ein ganzer Wald von Fabrikschloten auf ragt und des Abends der Lichterschein einer der größten Industriestädte des mittleren Deutschlands sich weithin über die einsame Heide legt, ist es, wo 1913 eine der größten deutschen Rosenaus- flellungen stattgefunden hat. Auf der idyllischen, von der Lausitzer Neiße umflossenen Wehrinsel, wo die so zu Unrecht verschriene Mark zur allgemeinen Ueberraschung mit der Märchenpracht auswartete, die eine Massenblüte von 30 000 Rvsenstöcken ausstrahlt. Die Stadt Forst, die immer auch! das Auge für die Schönheit offengehalten hat, wußte sich dies Paradies zu erhalten und schuf sich auf dem Ausstellungsgelände des 50 Morgen großen Jnselparks den inzwischen weithin berühmt gewordenen „Ostdeutschen Rosengarten", der unter dem besonderen Ehrenfchutz und unter der Mitwirkung des Vereins deutscher Rosenfreunde steht. altgriechischen Geöuldspiele sind wohl die frühesten ihrer Art. Berühmt war das Wandarinenspiel. Diese alten Spiele des himmlischen Reiches waren meist in Elfenbein gearbeitet und wiesen kunstvolle Verzierungen auf; ebenso die altchinesischen Dominospiele, die aus elfenbeinernen Stäbchen mit chinesischer Beschriftung bestehen. Unter den deutschen Spielen sind die alten Kartenspiele von künstlerischem und kulturgeschichtlichem Wert; manche von ihnen, wie der sog. „Hamburger Ausruf", zeigen Malereien,