Samstag, 10. November & 1923 — Nr. 45 QaR^ns® B ^WWW _t »ar, €r na<$ Beuhaus geritten, und doch zu Hause geblieben, wenn er den Brief meßt SSL ^stkalisch begeistert gelesen hätte, sondern Wort für Wort, wie man Briefe lesen soll, und nicht bloß ins Ganze wie man eine zwanzigstimmige Partitur am Klaviere liest ’ tnt erstenmal in seinem Leben räsonierte et über die Musik tat aber sogleich, wieder bei sich selber Abbitte; denn er wußte pUn?: 5^5 ^esentI^er fei- daß er jetzt noch und wieder an St daß er die Musik anffage, als habe sie ihm Helene für Erato untergeschoben. 7 (Fortsetzung folgt.) - j, , r. , , - , - - --------- Des Freiherrn gründl^er deutscher Sinn ließ ihn über das kommende Geschick Santes und Volkes ebenso nachhaltig grübeln, wie über die Durchführung eines Quartettsahes. And er hätte so sehnlich ge- d?st. die Deutschen in ter Politik auch einmal Meister würöM, wie in ter Kammermusik. Es sah ater zur Zeit noch gar nicht darnach aus. Waren die Oesterreicher geschlagen worden, so hätte er sich als ehemaliger Offizier wieder zum Heere gemeldet; da aber das revolutionäre Frankreich gebrochen war und die gute alte Zeit wiederzukommen schien, war es denn doch besser, Quartett zu spielen und sich zu verlieben nach gutem, altem Brauche. Der entscheidende Sieg in Italien hatte den Freiherrn in diesem ©inne bereits seit mehreren Tagen still und tief bewegt, als am 1. September ter Brief eines Freundes eintraf, welcher Bei Novi mitgekämpft und Genaueres über die Schlacht meldete. Der Freiherr geriet in hellen Jubel ter Begeisterung, fang und pfiff Quartetthemen und wurde von solch einem patriotisch-musikalischen Feuer ergriffen, daß er den Schluß des langen Briefes mit schwimmenten klugen und nur so obenhin aufs Ganze las, wie man am Klavier eine zwanzigstimmige Partitur zu lesen pflegt. Dann ließ er satteln und sprengte zum Grafen nach Neu- Aus; der Bediente mit einem schweren Pack Noten auf dem JlCanteiiacr hinterdrein. Dr. Friede. Wilh. Lange. - Druck und Verlag der Brühl'schen Aniv.-Buch. und Steindruckerei, R. Lange, Gießen. Fünftes Kapitel. 3m Spätherbst war die Hochzeit auf Neabaus — nahirfirh TKufif g€f$mü(ft. 3n der Kirche fang ter Schulmeister - LI s4enket der Weisheit GM teT„S E^r mit Orgeltegleitung und etwas verchristlichtem Texte 0;°?. ^chfosses stimmten Bauernmädchen das ^lrhes Haydn so wohl gefallen. Außerdem ater hatte ter ?n deines Orchester zusammengebracht, das während an überaus frische und heitere !)-Dur-Shmvhonie Mozarts spielte, die ter-selte 1778 für das Fronlächnams- Iett° als geschrieben, obgleich sie eher an Figaros Hoch- äeit als an Ben Fronleichnam erinnert Das Allearo beaann tei den „Backhändeln" und das Finale schloß teim PuKna uM ungeachtet die Tischgesellschaft während des so überaus harten ^dugws .gerate e.nen überaus zarten Rehbraten verarbeitete genoß sie doch die Musik nicht minder als den Braten Man bot damals die höchsten Gaben ter Tonkunst noch anspruchslos und nahm, sie harmlos hin, wo und wie man .sie fand/ und glaubte noch nicht, daß eine gute Musik besser und eine schlechte man recht viel Amstände damit mache. Zum te Aeiherr noch gerne ein kleines Quartett gespielt, ter Graf ater widerriet dem dringend und behauptete für ihn ser heute ter vierstimmige Satz durchaus ungeeignet und nur der zweistimmige zulässig. y der Hochzeit kam gar vieles anders, als es ter Frei- 5?.Lr hnt^e. Dem sonnigen Sommer folgte ein kalter stürmischer Winter. ' y lauer, Dem Grafen eröffnete er sofort seine Kriegsneuigkeiten und 8. ^pm den langen Brief; der Gräfin hingegen überreichte er Aotenheft aus dem großen Paket zum Geschenke und sprach: ^Dies sind drei Klaviersonaten von einem jungen Manne namens Beethoven: - eine tief bewegte, seltsam aufregende Musik, hier I k^s geschwOllLn und geschraubt, etwas eigensinnig und für den Spieler schwer zu behandeln, und dennoch voll bezaubernder Schönheit. Wenn der junge Mann erst einmal reis geworden ist für den Quartettfaß und seine Launen im strengen Anschluß an Mozarts und Haydns Schreibart abae- 1 c, - föhffen hat, dann kann etwas Ausgezeichnetes aus ihm werden " 211r MS Septembertagen, da unser Held im Siegesjutel «st mehr noch an die Gräfin, welche auch für den Spieler so I auf dem Meere zwischen Ä&n unb flrenaen 9aB- daß sie in der | der Freiherr eben recht weltvergessen in Len Flitterwochen schwär- 1 «SS-Ste* * •** b°° «•ä**9**- Ä'Ä'ffÄ8'Ä ** s Baß d^se Hund schon so lange erwartet, ™ aug Aeberraschung, sondern vielmehr wegen völligen Mangels an Aeberraschung gar nicht wußte, wie sie antwort aK, li.e r» öevkgen IN wirklich bezaubernder Schön- ' gab ihr der Freiherr die Hand und umarmte und