1922 — Nr. 48 jut. eine über» esun- chtet, iqut» au8- Sännt n ein innte mgen ergab ans Der iiMa i auf lehn- tbene mgen Zeit hrist- 'lastik isher Zeit, ristus >enen t>ivet» aßen. "ZiESi&2d Samstag, 28. Oktober jcheEMMillev^ s !•« huß MUMM i das lt ist. t ge- Züg« von rient, hristt mgen und zwei i die tkunst t be« schen, einem t die istus- maif» i der rnires -reibt ■ Je» Aaar, ®ie > des rückte Etliche runst» > deS Men- Pa» Rom rächt, lrbeit ;escht ifatue renze itiken Das Apollo tagen c mit >mbol i der s ge* i den rgibt, mnes > der h der dem tatue, bar* Neue Geschichten von Bismarck. (2bus Gildemeisters Briefen.) Otto Gildemeister, der hervorragende Ueberseher Dantes Ariofls and Byrons, der glänzende Essayist, zeigt sich auch als klassischer Drieffchreiber in dem soeben erschienenen Band Briese, die seine Tochter im Insel-Verlag herausgibt. Die Reife einer umfassenden Bildung und Lebensweisheit, die sich feinfühlig an- passende Kunst der Schilderung, die klare Schönheit des Stils, diese Vorzüge, die seiner Prosa airhaften, machen auch seine Schreiben zu Kabinettstücken flogen und anmutigen Plauderns, mag er nun, dem Vater von den Brüdern Grimm und Bettina, von der Aufführung der „Qlnttgone“ erzählen, mal er Luise Kugler von seiner jungen Ehe berichten oder zärtliche Lehrbriefe an die Tochter, vom feinsten Geschmack durchwehle Lebensbriefe an den Reffen richten. Inhaltlich am interessantesten aber sind die Schreiben, die Gildemeister von Berlin aus, aro er als Vertreter Bremens im Bundesrat an den geschichtlichen Ereignissen teil« nahm, an seine Frau richtete. Besonders ist es die Persönlichkeit Bismarcks, die aus der Darstellung des genialen Beobachters anschaulich hervortritt. Gildemeister war ein großer Bewunderer des „Königstigers", wie er ihn nannte, wenn er auch wirtschaftspolitisch mit ihn nicht übereinstimmte. So schildert er z. B. einen Besuch Bei Bismarck, den er mit dem Senator Bergmann zusammen abstattete. Sie mutzten etwas Warten, denn Bismarck war gerade schwimmen. „Er empfing uns," erzä'h-lt Gildemeister dann unterm 21. August 1867, „in seinem kleinen, recht netten Arbeitslabinett, gab uns die Hand und nötigte uns ins Sofa. Wir tragen nun unser Sprüchlein vor, er mit sehr ernsthaftem Gesicht aufmerksam horchend. Er hatte beim Sch.vim-i men Wasser ins Ohr bekommen und schnob sich oft stürmisch. Wir hatten hauptsächlich den Finanzminister zu verklagen, der den Hansestädten bei 'Berechnung der Dundessteuern gern das Fell über die Ohren ziehen mochte. Gr liest uns ruhig auf feinen Kollegen lvszicHm und sagte schließlich, tolr hätten im Grunde ganz recht, und er werde nicht zugeben, datz man uns zu nahe träte. Er betrachte Bremen so gut wie Breslau ober Köln als eine preußische oder deutsche Stadt. Die alte Unsitte, datz die deutschen Regierungen untereinander sich zwackten, müsse jetzt aus unserer Geschichte verschwinden. Gr sprach wie gewöhnlich etwas stockend, aber mit erfrischender Natürlichkeit, das Gegenteil eines Dureaumenschrn. Wir schieden zufrieden. Dersmann, der Bismarck nie gesehen hatte, war ganz verliebt. Er hatte sich ihn ganz anders gedacht, namentlich nicht geahnt, datz sein Wesen so viel Sanftes, „Jungfräuliches" habe, tote er es gefunden" In den nächsten Tagen trifft Gildemeister Bismarck auf einem Fest bei Herrn von der Heydt, der damals den höchsten Luxus in Berlin entfaltete. „Als wir zu Herrn von der Heydt hinausfuhren," erzählt er, „Begegnete uns Bismarck mit ,einem Sehne zu Pferde im Tiergarten. Er hatte einen etwas schäbigen Hut auf. Zehn Minuten später trat er in Generalsuniform in unsere Mitte. Es war genau, als wenn ein König tjeremföme. Das Geräusch der Konversation verstummte plötzlich. Es trat eine tiefe Stille ein, und er mutzte erst durch ungeniertes Plaudern den normalen Zustand wieder Herstellen. . .“ Auch von Bismarcks Anter halt ungskun st erhalten wir in diesen Briefen einige Proben. So berichtet Gildemeister, wie Bismarck a. a. erzählte: „Heute vormittag beim Spazierenreiten haranguierte mich im Tiergarten ein Berliner Bummler, der mich um ein Almosen bat. Der Kerl sah ganz versoffen aus. and ich bemerkte ihm, er werde sich für das Gelb hur Branntwein kaufen. Darauf antwortete er: „Exzellenz — denn ein inkognito ist, seitdem der König mir diese Uniform gegeben hat, nicht mehr zu denken — Exzellenz, Sie können das jar nich beurteilen,, was das Leben ohne Schnaps is, es is auf dieser Welt mein einzijet Vergnügen." Da war natürlich nicht zu widerstehen. Mein Vater, der sehr zum ancien regime gehörte und nur mit äusserstem Widerstreben sich entschlosst eine Brennerei auf dem Gut anzulegen, sagte immer: „Ich mutz jetzt vor jedem Trunkenbold meinen Hut zickhen, er gehört zu den Stützen meines Wohlstands." Eine andere Anekdote Bismarcks berichtet der Drieffchreiber am 22. Mai 1868 nach Hause: „Bismarck erzählte uns heute folgende Geschichte: „Todmüde von einem Manöver geht der König im Hause einer reichen Witwe zu Bett. Kaum belastet der Leib der Majestät die Matratze, so fängt letztere an, „Heil dir im Siegerkranz" zu spielen. Entsetzt, aber ergeben, lätzt der Monarch die Melodie sich abhaspeln und wirft sich dann mit dem Gefühl der Erlösung auf die andere Seite. Aber oh weh! Die Bewegung genügt, um den Mechanismus von neuem in Gang zu setzen, und nur völliges Stillelegen vermag der loyalen Hymne Schweigen zu gebieten. „Schwer ruht das Haupt, das eine Krone, drückt!" Für den Weltruhm, den Bismarck schon damals befaß, zeugen die Mitteilungen, die Lothar Bucher Gildemeister über den Eifer der Sammler von BiSmarck-Autographen machte. „Man mache sich keinen Begriff von der Masse von Briefen, die der Minister von ilnbeiannten aus allen Ländern, namentlich ans England und Amerika erhalte, besonders auch von Damen. Bismarck lese das Zeug nicht, sondern überlasse ihn, Bucher, die Beantwortung. Um der Rachfrage nach Aulographen zu begegnen, würden die Kuverts, die Bismarck an den König adressiere, („An des Königs Majestät — von DiSmarck"), sorgfältig gesammelt. Der König nämlich, der das Schreiben nicht liebe, schicke die Sachen mit demselben Kuvert an den Minister zurück, streiche die Worte „An des Königs Majestät" durch, schreibe darunter „An den Ministerpräsidenten" und verbinde dann durch einen langen Federstrich diese Worte mit dem in der Ecke stehenden- Namen „Bismarck". Aus diese Weise erhalten barm die glücklichen Sammler zugleich ein Autograph des Königs mit in den Kauf." Vcmernjagd. Von Dr. Georg Kuhn. Was geht uns heutzutage eigentlich die Jagd an? Dur so allgemein: Ob Heuer ein gutes Hasenjahr ist und ob die Rebhühner billig sind, interessiert. Aber alles andere ist uns ganz gleichgültig: wer sie schreht und ob er viele schießt. Ha, wer noch selber jagen könnte! Die Zeiten sind vorbei! Kaum, datz wir überhaupt noch davon wissen, datz es einst anders war. Wenn mans bedenkt, datz früher jeder in den Wald gehen und herausholen konnte, was er wollte, und alles war fein! Wir denken am besten überhaupt nicht daran, „sonst überkommt uns", wie schon Jacob Grimm sagt, „eine Bitterkeit, die etwas Unverjährbares hat". Dennoch steckt vielen von uns heute noch ein Gefühl davon im Blute. Schon im Anfänge des 13. Jahrhunderts lassen sich klagende Stimmen vernehmen. Die fürsten ttoingent mit getoatt Veit, stein, wazzer und walt, Daraus beide teilt und zam: WWWWWWWMWWWWWW flÖ - Der redsÄde ToLenkopf. Weißen. Solchergestalt wurde dem Landvolk alle frühere Hagdfreude genommen: was ihm blieb, war nur Demütigung und Dichwer. GS durfte seine Felder and Wiesen nicht einh»rgsn, die Waldungen der Grundbesitzer aber wurden absichtlich nicht emg^aunt, das wilde Tier genoß größere Freiheit als der Mensch. Wehe, wenn er sich an ihm vergrisi! Schon der Dreieicher W-ilobann ver- zeichnet, wie viel« Ochsen ein Untertan herauszugeben hätte wenn er einen Hirsch finge, wieviele Ziegen für ein Reh; setvst eine gefangene Meise sollte mit einer Heime und zwölf Hmkeln und überdies noch 60 Schock Pfennigen gebüßt werdens So hat sich denn erfüllt, was Friedrich Rückert im Jcchr« 1836 in seinem Frühlingsalmanach beklagte: Meinem Vater hat seiner gesagt: Mein Vater hat noch Hasen gejagt. Das ist dann eingegangen. Ich habe noch Fische gefangen. Ohm sind die Teiche zugesetzt. Du selbst, mein Sohn, sängst VögÄ jetzt. Deinem zukünftigen Sohne Wird verpönt die Dohne, Auszulassen den Oagetrteb ■ Darf er noch fangen den Mvlkendie». Lebt einst dein Enkel auf Erden, Wird auch das verboten werden. ^Er zog weiter und immer weiter- und kam zuletzt «u ein Haus Mnpn 5)urft unt> noch leinen Hunger r - Ich hab weder Hunger noch Durst," entgegnete dieser, „du aber kommst mit mir in mein Schloß. Der Fahrende hatte nichts dagegen und folgte oem ^oten favie dc>r als sein Wegweiser, vor ihm hmkollerte. P Da sie am Schlosse angelangt waren, stiegen sw die breiten Treten hinauf, durch breite lange Gänge, durch große Sale und Kammern, b-en3 kleine Vögel sangen dürfen? Dürres Qcmb kchremDeerenlesen. bieg dürfen sie noch - Es war wieder noch? schrieb, doch das war anno Durf^wtr^ ^„nW Freilich wurde der f hes bleich mit peinlicher Strenge IM,’S« und unversehens euren . Kohl oder Kraut. | SS "Ä ÜffS (SÄU 4 MLMsWWM MMWMWA! Als der letzte oldenburgische Gras ^"tvn Gunther, , des Reiches Jägermeister, Kellermeister und W r, , MGMMWyE äää a“ s das war noch nicht einmal das ärgste. - Alte Ehroniken erzählen von Wildfrevlern, die, auf einen Hirsch geschmiedet, ins Eknd g«jach?uZen: tatsächlich wurde im 16. M im Vogtland« ein solcher ^Unglücklicher gesehen, den Kurfürst Moritz wmSachte-.i ftpreisgab, und im Ma u e r m ünstere r 'Weistum ftndet sich die unerhörte Bestimmung: „so dem Hofmann (Unter tank das Wild mit dem geschlitten Fuß (gespaltenen Hus) be- aegnet aus bem Feld, soll er das nicht schrecken (verscheE^ sondern seinen Kogel (Hut) davor abtun, um den gn. Herrn AU ehren". In andern Gegenden, wo die Jagd länger frei war, ver- lanate die Herrschaft zum mindesten die besten Bissen von jebem Fürsten gib das Ebesthaupt, von.einem Wels den Kopf, vom Biber den Schwanz und dre Fuße, Las war allgemeine Regel. Zuletzt aber durften nicht einmal die landesherrlichen Förster mehr Luchse, Wölfe und Bären schießen; sft mußten sw in Wolfsgruben und Bärengarten heben bis der Fürst kam und sich ein besonderes Vergnügen daraus machte sie zu erlegen. Bis Lahrn muhten die Abdecker und Schinder weit und breit für Aetzung sorgen, mit der Warwng seiner Meute aber betraute K u r f ü r st A u g uhst von Dachsen die letzten Rönnen des Klosters zum 'heiligen Kreuz unterhalb Eine elsässische Sage*). Es war einer schon weit und breit in der Welt herumgekvm-- _ inlb ^ieb es ihn immer wieder hinaus. wieder auf eine schöne breite Straße fuhren. Krabben Oh, bei- Straße auf einem Däumchen sah er zwei K r a v o e n . K’äS’ä »fe I sub°- d-..° im - 171 - cm meiner gänzlichen StnnessnDerung und des eigentlichen ErngS. die Winke der Gnade begieriger aufzunehmen." Dach dmt schweren Krankheit, die ihm gegen Ende des Jahres ergriff, wandte sich Goethe dann immer eifriger dem Christentum zu und berichtet darüber dem Freund, der zuerst das Religiöse in ihm weckte: „Mich hat der Heiland endlich erhafcht, ich lief ihm zu lang und zu geschwind, da kriegt er mich bei den Haaren. Ihnen jagt er gewiß auch nach, und ich will's erleben!, dah er Sie etnholt, fiir die Art nur möchte ich nicht gut sagen. Ich bin, manchmal hübsch ruhig darüber, manchmal, wenn ich stille, ganz stille bin und alles Gute fühle, was aus der ewigen Quelle auf mich geflossen ist." Eine überaus wichtige Stelle über Goethes schon damals ganz selbständige Kunstanschauung findet sich in dem Bericht über seine Mannheimer Reise, den er in einem sranzoslsch geschriebenen Briefe vom 30. Rovember 1769 gibt. Er schildert den gewaltigen Eindruck, den die Laokoon-Gruppe auf ihn gemacht habe und stellt sich in Gegensatz zu berühmten Kritikern wie Lessing, Herder und Klotz. Schon hier taucht die Sehnsucht nach Rom auf. Sein Leipziger Liederbuch übersendet er dem Freunde mit folgenden Worten: „Hier sind denn meine Lieder, S')re Siebe zu mir soll sie Ihnen schätzbarer machen, als sie an sich nicht sind, hoffe ich Die Geschichte meines Herzens m kleinen Gemälden! Wenn je Gedichte nicht unter Batteux Grundsatz gegangen sind, so sind's diese, nicht ein Strich Rachahmung, alles Ratur. And darum werden sie mir und meinen Freunden ewige Denkmale meiner Jugend sein." Aus Strassburg schreibt er dann am 29 April 1770 über sein ruhiges Herz, das durch die Liebe zu Friderike noch nicht neuen Stürmen ausgesetzt war, ii^r fern Interesse an der Kunst, wobei der Ruf -Eingt: Rach Italien Langer! Rach Italien! Rur nicht übers ^>ahr. Das ist mir zu früh ich habe die Kenntnisse noch nicht, die ich brauche, es fe.,It mir noch viel. Paris soll meine Schule sein, Rom meine Anl° versitat. Denn es ist eine wahre -Universität, und wenn man s gesehen hat. hat man alles gesehen. Darum eil ich nicht bmem. Und über seine Studien: „Was ich studiere? Zuerst die Distmk tionen und Subtilitäten, wodurch man Recht und Unrecht einander ziemlich ähnlich gemacht hat. Das heißt, ich studiere auf einen Doktor der Rechten. Und dann such' ich unter der Hand mir eme kleine literarische Kenntnis der großen Bucher zu verschaffem die der gelehrte Pöbel teils bewundert, teils verlacht, und beides weil er sie nicht versteht." Neue Briefe Les jungen Goethe. Ein überaus wertvoller Beitrag zur Kenntnis des jungen Goethe wird uns in den acht unbekannten Briefen und einem unveröffentlichten Gedicht dargebvten, die Paul Zimmermann in seiner im Berlage von Julius Zwistler in Wolfenbuttel herausgegebenen Schrift „Goethes Briefe an E. Th Lange^' mitteilt. Bisher war nur ein einziges Zeugnis dafür bekannt, das) der spätere Wolfenbütteler Bibliothekar und Freund Lessings Ernst Thevd. Sanger zu Goethe wahrend semer -mp- ziger Studentenzeit in naher Beziehung gestanden hat. Der Dichter selbst erwähnt in „Dichtung und Wahrheit den Harken religiösen Einfluß, den er auf ihn gehabt. So wenig glaubt^ man an diese Einwirkung, das) man die Erwähnung sogar als em Kunstmittel" hingestellt hat; die Wahrheit wird aber nun durch die ausgesiindenen Briese vollkommen erwiesen Langer war Der Rachfolger Behrischs, des intimsten Freundes von Goethe m Leipzig in der Hofmeiflerstelle bei dem Grafen Lmdmau. Swethe trab ihm in der späteren Leipziger Zeit, als erJ>on der schwere grankbeit erariffen wurde, sehr nahe, und an Langer ist der erste nachweisbare Brief gerichtet, den Goethe nach semer Rückkehr nach Frankfurt schrieb. Sn diesem Schreiben vom b Sep- tember 1768 blickt er auf feine Liebe zu Kathchen Schwn.vpff mit folgenden Worten zurück: „Llleine Herzensangelegenheiten. Was' die für eine Tour genommen? Wenn td) selbst wich e, so wollte ich es Ihnen sagen; aber ich begreife Mich selbst nicht. So kalt ruhig, wie man nur am Morgen beim Erwachen nach einer wohldurchschlafenen Rächt fern kann, ist letzo rneme Seele still, ohne Berlangen, ohne Schmerz, oyne Freude und ohne Si- innerung Seht, Langer, ich erinnere Mich Eurer nicht mehr als man sich eines Menschen erinnert, den man zum ersten urtb letzten Male im Konzert oder beim Souper gesehen hat. Sch weist dah ich Euch liebe; und doch kann ich es nicht fühlen, ich muh mir es erst sagen. And so geht mir s mit allem. Werne Liebe, diese unglückliche Leidenschaft, die mich zu viel, zu viel gekostet hat, als dah ich es je vergessen lollte, ist verscharrt, tie, in mein Gedächtnis begraben, kalte Zerstreuung damber geworfen ich denke manchmal daran, ganz gleichgültig. Em Glua str meine Situation, und Lieber, ich fürchte, es wird nicht lange dauern die Zerstreuung wird wegfliegen, und es wird ganz vor mir offen stehen, das Grab meiner Liebe. Meine Einbildungskraft wird mit meinem Blute lebendig werden, und ich Werwe fein, was ich lange voraus sah, mitten im Gsnusse, der mich mit paradiesisch beladenen Zweigen umgiot,.ein SantaUjS. -Sn dem folgenden französisch geschriebenen, Brief spricht er dann von den vielen dichterischeii Arbeiten, mit denen er sich zu zerstreuen und zu trösten sucht, und erwähnt auch seine Beziehung zu dem frommen Kreis der „Brüder", dessen Mittelpunkt Fraulein von Klettenberg bildete. Man sieht mich von feiten der Brüder als einen Menschen an der einen guten Willen und einige Rührung hat, der aber noch zu sehr durch die Anhänglichkeit an die Welt zerslattert isst und man betrügt sich nicht", schreibt er am 24 Rovember 1768 Ich bin Ihnen viel schuldig, Langer. Gew ist, ich weih, was'in mir Ihre Predigt gewirkt Hai. Liebe und Kondescendenz gegen die Religion, Freundschaft gegen das Evangelium, Öligere Berebruna aeaen das Bövrt. Genug, alles, was Sie tun konnten. Freilich bin ich mit allem dem kein Christ, aber ist das die Sache eines Menschen, mich dazu zu machen? Ich hoffe das Br, e. Mein feuriger Kopf, mein Witz, merne Bemühung und ziemlich begründete Hoffnung, mit der Zeit ein guter Autor ju werden. sind jetzt — das ich aufrichtig rede — Sie wichtigsten Hindernisse Eins alte Chronik als Modejournal. Die Limburger Chronik hat unter allen mittelalterlichen Geschichtsquellen ihren einzigartigen Wert dadurch dah wir hier wie nirgends sonst wo ein anschaulich^ Mld des gesellschaftlichen Lebens im Mittelalter erhalten. Es ist daher eine Tast wenn dieses prächtige kulturgeschichtliche Dokument jetzt aus dem Staube der wiffenschastlichen Ausgaben erweckt wird durch einen neuen volkstümlichen Druck, der soeben bei Eugen Diederichs in Jena als erster Band einer grostangelegteii Sainm- wng Das alte Reich" erscheint. Der Verfasser dieser Chronik Tilemann Elhen von Wolfhagen war ein scharfsich iger Beob- achter des alltäglichen Lebens, der uns die aufgewuhlte stim mung dieser Epoche schilsert und die Szenen der Geihler- Bew^qimg, der Judenverfolgung, der „Tanzwut und des schwarzen Todes" an uns vorüberziehen läht. Aber auch die anmutigeren Seiten des Daseins sind nicht vernachlässigt. Tilemann zeigt eine ausgesprochene Vorliebe, für Volkslieder und führt bei den verschiedenen Jahren die Sieber an, die damals beliebt waren, meist mit den Worten: „Item um diese Zeu sang man und pfiff dieses Lied. Ebenso interessiert sich der Chronist'austerordentlich .für die Trachtenkunde und hat uns damit die einzige ausführlichere schriftliche Quelle für Den Wechsel der Moden im Mittelalter geboten, dem sonst nur die Zeugnisse der Bildhauerei und Malerei zur Seite stoben. Wie Otto A Brandt in seiner Einleitung zu der neuen. Ausgabe der Limburger Chronik hervorhebt, sind diese Wibeilungen giich deshalb so wertvoll, weil sie die eracht des Burgers fest- halben von der wir sonst auch in der Kunst nich<^ viel erfahren. Da der Mann im öffentlichen Leben bes MittelAters eine vwl aröstere Rolle spielte als die Frau, so steht auch seine--rächt fcf)r jm Gegensatz zu heute — mehr im Vordergrund. ©<-<■ Anterschied in der inärmlichen und weiblick^n Kleidung war damals noch nicht grost, Del beiden den Kleröuno lM 12. UTTO 13. ^dptpUTTOCri vyH Schenkel- und Wadenbinden, dem gegürteten Rock, aus Mantel mck! Kopfbedeckung. Beinkleider im heutigen Sinne gav es noch nicht- nut eine Art Schwimmhofe, der Bruch, wurde direkt auf dem 'Lech getragen. Diese kurze Hose dehnte sich bann über Oberschenkel und Waden aus und verdrängte als ^Vtrumpshose die Beinbinden. In den zwanziger Jahren des 14. Jahrhunderts vollzog sich in Frankreich ein Modenwechsel, indem an Stelle ter langen unb weiten Röcke kurze und enge traten, und damit begann lener Stil der Verengung und Verkürzung der Tracht, ter den Charakter der Gotik bestimmte. Am starM-n wurde davon der Rock betroffen. Da er eng war und glatt am Korve^ anlag, mußte man ihn vom Hals bis zum Gürtel oder auch hl Mnb der Bursche ging zum Schloß hinaus. Er kam zuerst an baS Haus mit den verschlossenen Läden, ritz den unter,ten Laden wieder auf; aber es flogen keine Vögel heraus. Am Bache stand kein geistlicher Herr mehr. Der in Den leeren Zuber Wasser schöpfte, und auf dem Däumchen an der Straße zankten sich auch keine Krabben mehr. Da er nun so sortwanderte, kam er endlich auch in sein Dorf und vor seines Vaters Haus. Er klingelte und eme fremde Person zeigte sich am Fenster. „Zu wem wollt ihr, guter Freund?" rief sie herab. .Ei, ins Haus, in mein Haus!" antwortete er. . Als die Leute die Tür öffneten und den fremden Menschen in altmodischer, abgetragener und ganz verstaubter Tracht sahen, schüttelten sie die Köpfe, und noch mehr, als sie nach seinem Damen gefragt und er ihnen einen solchen genannt hatte, der im ganzen Ort unbekannt war. Die Leute hatten Mitleid mit dem sonderbaren Fremdling und führten ihn aufs Rathaus. Rachdem er auch da fernen Rainen wieder angegeben, schlug man in alten Buchern nach und fand in der Tat, dast es vor etwa dreihundert Jayren em Geschlecht seines Ramens gegeben hatte, das aber seitdem gänzlich ausgestorten war. „ . . „ . Man ging nun mit dem Fremden in die Kirche und liest eine heilige Messe für ihn lesen. Während derselben sah man eme weihe Taube um den Altar fliegen. Der Sr«nibe aber Mete starr und regungslos an seinem Platze. Ms man khnaufrrcktelt^ fiel er zu Staub und Asche. Man glaubt, die weihe Taube sei seine Seele gewesen. feiner ganzen Längs aufschlitzen, und dadurch wurde das Oberkleid zur Hrform unseres heutigen Rockes, der vorn geöffnet wurde. Diese sog. Schecke war so eng, daß der untere Rand geschlitzt oder wenigstens gezackt, b. 1). gezaddelt werden mutzte. Dadurch entstand die Zaddeltracht. Die Schlitze wurden wieder mit Knöpfen geschlossen, und so bedeckte sich der Roa mit vielen Knöpfen, Knäufen und Resteln, die als reiner Schmuck dienten. Man trug bis zu 6 Schock Knöpfe an einer Schecke. Diese bunte Fröhlichkeit der Tracht, die nicht nur in den vielen Zaddeln und Knöpfen, sondern auch in bunter Dtelfarbrg- keit zum Ausdruck kam, brachte die Einführung eines Heber» rvckes. Vornehme trugen nun zwei Röcke, von denen der erste mit einer Kapuze und langen Aermeln über dem knappen kurzen lag Hatte man bisher noch die Beinlinge an dem Leibgurt befestigt, so entstanden nun richtige Hofen UN heutigen Sinne, fSr die der Scharlach einen schmiegsamen und dehnbaren Stoff bot. Die Mäntel waren zunächst glockenförmig und so lang und weit, daß sie unschön und unbequem wurden. Man trug daher kürzere Tappardmäntel, die ebenfalls ausgeschlitzt und mit Knöpfen versehen waren. An die mit Pelz und Seide reich besetzten Röcke wurden jetzt nicht nur Knöpfe genäht, sondern auch lustig klingende Schellen, woher das Sprichwort kommt: „Je größer der Rarr, desto größer die Schellen." Die sog. Kogeln oder Kapuzen, die zunächst noch einen Schulterkragen besahen, entwickelten sich allmählich zur eigentlichen Wohnmutze. Sie waren geschwänzt, und ebenso kamen um 1351 die Schnabelschuhe auf, wovon es in der Chronik heißt: „Item da gingen auch die langen Schnabel an den Schuhen an, und die Frauen trugen weite Hauptfenster, also daß man ihre Brust beinahe halb sah." Der modisch gekleidete Mann des aus- gehenden 14. Jahrhunderts war in grelle schreiende Farben gekleidet, hatte einen Schwanz am Kopf, an den Armen und an jedem Fuß und erfreute sich auch wieder des vorher streng verpönten Bartes. Dagegen wurde das lange Haar bei den Herren kurz geschnitten, und es verschwand auch der kleine Männerzopf, den nach unserm Chronisten die älteren Leute noch trugen. Auch bei den Frauen machte sich eine Verengerung der Kleidung geltend, die besonders auf eine schlanke Taille hin- arbeitete. Heber dem eigentlichen festanliegenden Kleid lag ein Heberkleid, das an den Seiten geschlitzt und verschnürt oder !>erknöpfi wurde. Der Ausschnitt an Hals und Schulter ging ziemlich tier herab, und die Kleider wurden länger, so daß die Fußspitzen kaum sichtbar blieben. Hm aber doch die Schnabel- schuhe sehen zu lassen, wurde vorn ein Stück weggeschnittckn so daß das Kleid hinten länger war. Daraus entwickelte sich um 1400 das eigentliche Schleppkleid. Die Frauenmäntel ähnelten denen der Männer: aber die weiblichen Mühen nahmen allmählich die Form der Hauben an, weil diese das zierlich gepflegte Haar am besten schonten. D;e UeberMiRdung der Maffeuträghstt durch schwingsudS Systeme! Vortrag des Ingenieurs Heinrich Schiefer st ein über eine wichtige schwingungstechnische Entdeckung. Der Ingenieur Heinrich Schieferstein, allen Männern des Faches wohl bekannt durch seine Tätigkeit auf dem Gebiete der Funkentelegraphie, hielt, tote schon kurz berichtet wurde, am Sonntag, dem 22. kfd. Mts. im großen Ausstellungssaal der Huth-Funkengesellschaft Berlin, einen Vortrag vor gelaßenen Vertretern der Reichs- und Staatsbehörden, der auswärtigen diplomatischen Vertretungen und der in- und äusländischen Presse, in dem er der Oeffentlichkeit zum ersten Male Mitteilung ovn einer bahnbrechenden Entdeckung machte, die ihm dadurch gelungen ist, daß er die Gesetze, die in der Funkentelegraphie herrschen, auch auf die Welt der mechanischen Bewegungen angewandt hat. Sein Thema lautete: „Die Erkenntnisse aus der Funkentelegraphie als Bahnbrecher für die Entwicklung der Maschinen- and Appa- rate-Technik". Die meisten Menschen, so ungefähr führte der Vortragende aus, wissen, was Abstimmung zwischen schwingenden Saiten in der .Welt der Töne bedeutet, und Vielen ist auch bekannt, daß die Apparate der Funkentechnik genau auf eine bestimmte Aether- wellenlänge abgestimmt sein müssen, um aufeinander reagieren zu können. Vollkommen neu dagegen ist die Entdeckung, daß auch im Maschinen- und Apparatebau, beispielsweise zwischen der umlaufenden Kurbel einer Dampfmaschine und dem mit dem elastischen Dampfkifsen zusammenwirkenden Kolben derselben die Gesetze der Abstimmung, der Resonanz und Dissonanz, die gleiche Geltung haben. In der Akustik bedeutet „Mißklang" Verstimmung und „Wohlklang" Gleichstimmung, in der Maschinentechnik bedeutet „Energieverlust" Verstimmung und „Energieersparnis" Gleichstimmung von Kolben, Kurbeln, Gestängen usw. und führt zu einer höheren Stufe der Mechanik. Ganz besonders hohe Energieverluste treten zur Zeit bei allen den Maschinen ein, in denen während der Arbeit die Dewegungsrichtung geändert wird. Bei raschem Wechsel steigen die Energieverluste, die durch das Zurückreißen, beispielsweise des Kolbens im Motor oder in der Dampfmaschine, entstehen, auf ein Vielfaches der Nutzleistung und können sogar den gesamten Mechanismus zerstören. Hngezählte Pferdestärken werden auf diese Weise ungenutzt verschwendet. Diesen Gnergieverlusten vorzubeugen ist dre eigentliche Aufgabe der Schiefersteinschen Entdeckung. Schieferstein hat gefunden. Daß Verluste, die bei der Heberwindung der beharrenden 2e- schleunigungskraft hin- und herbewegter Massen entstehen, vermieden werden können, wenn man diese Massen zu schwingenden Systemen mit ausgesprochener Eigenschwingung umbildet, und daß man sogar einen überaus günstigen Nutzeffekt erzielt, wenn man sie mit den Antriebsmitteln in Abstimmung bringt. Nötigt man die trägen Bestandteile einer Maschine, einen festgelegten Weg in festgelegter Zeit zu machen, so leisten sie * Widerstand und lassen sich nur gewaltsam und mit übermäßigem Kraftaufwand bewegen. Stimmt man sie dagegen auf die De- triebsfchwingungszahl ab, so leisten sie ihre Arbeit nicht nur willig und leicht, sondern sie leisten auch bei gleichem Kraftaufwand ein bedeutendes mehr. Mechanismen, die auf dem neu entdeckten Prinzip beruhen. Befleißen nun nicht etwa bloß in der Theorie. Sie sind vielmehr von dem Entdecker bereits in die Wirklichkeit umgesetzt, und ihre Grundform besteht in einem schwingungsfähigen, aus Masse und Elastizität zusammengesetzten mechanischen System, das mit einer Kurbel elastisch gekoppelt (verbunden) ist. Bei einer Reihe von Apparaten, die auf der neuen Erkenntnis aufgebaut sind, handelte es sich vor allem um Energieersparnis, z. D. bei 'hin- und hergehenden Massenteilen, wie sie in Mähmaschinen, Sägegattern, Webstühlen, Schlag- und Stampfwerkzeugen verwendet werden. Bei der praktischen Erprobung einer Mähmaschine neuen Prinzips während der diesjährigen Heuernte wurden am Dynamometer durchschnittlich 55 Kg. Zugkraft gemessen, während von der Deutschen Landwirtschaftlichen Gesellschaft mittlere Zugkräfte von 105 bis 155 Kg. und Schwankungen bis 250 Kg. angegeben werden. Wie hier, so betragen auch bei Schlagwerkzeugen die Energieersparnisse je nach Geschwindigkeit und Masse des schwingenden Systems oftmals ein Vielfaches der früher erreichten Nutzleistung. Bei Dampfmaschinen, Dieselmotoren und anderen Kraftmaschinen können durch Anwendung des neuen Prinzips die schädlichen Massenwirkungen bei Geschwindigkeitssteigerungen vermieden werden. Die Hochtourige Kraftmaschine ist nun nicht mehr ein Traum, sondern im Bereiche naher Möglichkeiten. Der oscel- lierenbe Elektromotor, z. B. auf 30 periodigen Wechselstrom abgestimmt, führt 3000 Schwingungen in der Minute aus, und kann mit einer schwingenden Fläche verbunden als Ventilator, Staubsauger und Er'haustor verwandt werden. 3n der Hhrentechnik werden wir durch Anwendung des Ab- stimmungsgrundsahes zur ankerlosen, geräuschlos gehenden Hhr gelangen, in der an die Stelle des Ankers die koniinuierlichr Erregung durch eine umlaufende Welle tritt. Auch wenig erakt gebauten alten Hhrwerken kann durch Einbau dieser Errungenschaft der Schwingungstechnik ein bisher unerreichbar genauer Gang verliehen werden. Die Neuentdeckung eröffnet die Aussicht auf die Schaffung mechanisch schwingender Vvrtriebsorgane für Gleitboote, Schiffe und Flugzeuge. Sehr interessant war schließlich die Mitteilung, daß die Vögel, unsere beschwingten Mitgeschöpfe, das Geheimnis der schwingenden Systeme schon lange vor Schieferstein entdeckt haben. Der Eeschwaverfing gewisser Zugvögel beroeift, daß die Tierchen sich auf geringsten Luftwiderstand einfühlen, d. h. die sie umgebende Luftschwingung ausnühen und sich untereinander durch Energiezuf'ahr unterstützen. Das ist die einfache Lösung des Problems, wie es möalich ist, daß die Tiere bei ihrem Fluge so genau Abstand und Richtung halten, und das schwache und starke Tiere in gleicher Weise dieselbe Strecke in derselben Zeit zurücklegen. Würden nach Art des Geschwaderfluges der Vögel Flugzeuge mit schwingenden Systemen ausgerüstet werden, so würden auch sie von selbst genauen Abstand halten, den geringsten Luftwiderstand zu überwinden haben und sich bei Betriebsstörungen gegenseitig Energie zuführen. Eine @fuf'tenge'erfdßaft, die Oscillatv'y-Power-Corporation, die aus deutschen und amerikanischen Mitgliedern besteht, will die Erfindungen Schiefersteins unter weitgehender Heranziehung der deutschen Industrie in die Praxis umsetzen und dadurch der Weltwirtschaft unermeßliche Kräfte zur Verfügung stellen, die gegenwärtig zwecklos vergeudet werden. Dr. ErichRitter. Aus Lich wird uns geschrieben: Ingenieur Heinrich Schieferstein ist ein Sohn des Maschinenfabrikanten Georg Schieferstein und ein Bruder der Mitarbeiter dieser Firma, Hermann und Carl Schieferstein, zu Lich. Die neue Erfindung wurde bereits als Schwingungssystem während der diesjährigen Heuernte von obengenannter Firma an einer Grasmähmaschine zur Anwendung gebracht und praktisch aus- vnnbei überraschende Resultate errieft wurden. Schriftleitung: August Goetz. — Druck und Verlag der Brühl'fchen Hnive-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.